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Liebe Teefreund*innen,

Nachdem ich einige Beiträge dazu bereits gefunden habe und nicht weiterkomme, brauche ich Euren Rat.
Der Post erscheint im China-Grüntee Bereich, da mir dieses Phänomen größtenteils bei chinesischen Grüntees widerfährt, aber teilweise auch bei japanischen, wobei es hier magischerweise manchmal einfach wieder verschwindet und ebenso plötzlich auftritt: aufdringliche, pelzige Adstringenz meiner Aufgüsse.

Ich habe viel versucht, um den/die potentiellen Auslöser dafür herauszufinden und komme einfach auf keinen grünen (hehe) Zweig. Ich habe...

  • Brühparameter verändert, also Tee-Wasser-Verähltnis, Ziehzeit, Temperatur, Menge insgesamt, Ein-/Ausgießtechnik,
  • verschiedene Wassersorten und damit -härten getestet (sehr weich, recht leicht, hart [Leitung]),
  • verschiedene Zubereitungsbehälter und Trinkgefäße genutzt (Keramik, Glas, Porzellan, Edelstahl),
  • sogar verschiedene Wasserkocher genutzt

und dennoch komme ich mit fast allen chinesischen Grüntees (verschiedener Händler*innen und Sorten) zu nicht wirklich angenehmen, geschweigedenn genussreichen Ergebnissen. Das liegt vorallem daran, dass sich nach selbst kürzester Aufgusszeit eine sehr deutliche, unangenehme Adstringenz auf der Zunge und im Mundraum breitmacht. Oft wird diese von einem sauren Geschmackserlebnis begleitet, manchmal auch bitter, wobei der Geschmack (oder das Gefühl?) unabhängig der Teesorte immer gleichartig ist Oo

Daher frage ich mich langsam, ob ich mit den meisten Sorten einfach nicht klarkomme, oder noch irgendwas verbessern kann. Das merkwürdige ist, dass ich wie gesagt bei japanischen Grüntees dies auch manchmal habe und daraufhin immer das genutzte Wasser ändere oder den Kocher reinige oder so, aber irgendwann (nach zwei Wochen ca.) verschwindet dieses Gefühl. Im Sommer hatte ich diese Adstringenz bei vielen Grüntees und habe es auf schlechte Lagerung (warm, offen) zurückgeführt, aber dieses mal sind alle meine Tees frisch. Ich verstehe es einfach nicht, da ich auch keine Veränderung in anderen Gewohnheiten habe, die jetzt besonderen Einfluss auf meine Mundflora oder derartiges hätten. Zumal es mir bei schwarzen, ja selbst weißen Tees zB fast nie so geht, egal wie hart bspw. das Wasser oder wie lange ich die Blätter ziehen lasse.

Werden alle nicht-gedämpften Tees ihre Gerbstoffe so schnell los, dass selbst das "Waschwasser" bereits so zusammenziehend wirkt? Mich ärgert das, weil ich mal Lust hätte, die Welt der nicht-japanischen Grüntees mehr zu erkunden, aber fast jedes mal gibt's dieses Debakel... Dabei hatte ich ja auch schon Aufgüsse, bei denen das nicht so war, wobei die mittlerweile an einer Hand abzählbar sind. Auch spätere Aufgüsse behalten diesen penetranten Eindruck, ordentlich "Durchwaschen" hat leider auch nichts gebracht.

Ich habe die Wässer sowie das Geschirr auch mal ohne Tee probiert, also nur das heiße Wasser durchlaufen lassen. Bei sauberem Geschirr spüre ich diese Adstringenz nicht und alles schmeckt 'normal' nach heißem Wasser. Wenn ich vorher Tee im Kännchen/Schälchen hatte, färbt der Eindruck hingegen recht zügig ab, weshalb ich wie gesagt glaube, dass es doch irgendwie am Tee liegen muss. Vielleicht reinige ich aber auch noch mal meinen Kocher oder wechsle das Wasser...

Mh, habt Ihr noch Ideen oder Anregungen?

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interessantes Phänomen, das ich so auch noch nicht kenne.

vor 19 Stunden schrieb Zip:

Werden alle nicht-gedämpften Tees ihre Gerbstoffe so schnell los, dass selbst das "Waschwasser" bereits so zusammenziehend wirkt?

das kann ich dir nicht beantworten, du könntest als Quercheck aber mal einen Kamairicha probieren, also einen japanischen Grüntee, der nicht gedämpft, sondern nach chinesischer Art (pan-fried) hergestellt wurde. dann könntest du je nach "Symptom" die Herstellungsart ausschließen oder es bestätigt sich.

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Ja stimmt! Kamairichas und auch Hojichas trinke ich gelegentlich und habe da das Problem nicht, oder nur selten.

Mir scheint es auch eine Art Phase zu sein: Heute schmeckten auch die Japaner, die ich hatte (Kabuse und Matcha) wirklich merkwürdig. Der Kabuse war in Ordnung, allerdings viel flacher und trockener als gewohnt und der Matcha war sauer und hatte diese gerbstoffartige Adstringenz. Vielleicht liegt's wirklich einfach an meiner Sensorik und in einer Woche ist alles wieder 'normal', oder irgendwelche Stoffe aus dem Wasserkocher lösen sich schubartig, wobei ich da ja auch verschiedene getestet hatte...

Im Prinzip so: Wenn es einmal anfängt, schmecken plötzlich alle Grüntees irgendwie säuerlich und/oder stark adstringent, aber meistens fängt es mit nicht-gedämpften Tees an und da zu häufig.

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Hallo Zip,

ketzerische Frage, weil du das bei allen Teesorten hast: nimmst du seit einiger Zeit Medikamente? Ernsthaft, es gibt bestimmte Präparate wie z. B. Benzodiazepine oder Medikamente gegen erhöhten Augeninnendruck, das Geschmacksempfinden in die von dir beschriebene Richtung verschieben können (meist auch mit einem sauren, metallischem Beigeschmack), und oft ist die Veränderung auch nur auf bestimmte Getränke oder bestimmte Speisen beschränkt.

Viele Grüße aus Bremen,

Oliver

 

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Oh, sehr gute Frage, die fasse ich keineswegs "ketzerisch" auf!

Aber nein, ich nehme weder akut, noch regelmäßig verschreibungspflichtige Mediamente. Schon seit vor meiner Zeit als Teetrinker, supplementiere ich Vitamin-B12 sowie Vitamin-D3, was meiner Kenntnis nach keine derartigen Einflüsse haben sollte - zumal sich da in Dosis oder Regelmäßigkeit auch nichts geändert hat.

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    • Von PatchFace
      Moin! Ich bin auf der Suche nach einem Onlineshop, in dem ich gute Kannen finde. Ich suche speziell eine kleine Kanne für eine Person und werde darin hauptsächlich Japanischen Grüntee trinken! Desertieren suche ich dazu eine Kanne für Großblättrigen Tee. 
      bin relativ neu in dem Gebiet besitze zur Zeit einen Gaiwan und ein Glaskännchen von den Tea-addicts. 
       
      Danke für eure Zeit! 😊😊
    • Von marcrod10
      Liebe Teeliebhaber, ich habe gestern mit meiner Freundin eine portugiesische Online Boutique eröffnet und wir verkaufen auch Tee von der ältesten Teeplantage Europas "Cha Gorreana". Es handelt sich bei den Tees ausschließlich um Grüntees. Das besondere: durch das Klima auf den Azoren (Portugal) wird auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder chemische Zusätze komplett verzichtet. Außerdem sind den Tees keine zusätzliche Aromen beigemischt und es gibt sogar eine Sorte mit Ananas von der einzigen Ananasplantage Europas. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen was dabei. Ansonsten wünsche ich euch schonmal ein schönes Wochenende und bleibt gesund
      boutiquaportuguesa
    • Von Zip
      Hallo Ihr Lieben,
      Leider kann ich mich oft nicht zügeln und so geschieht es, dass ich viele Tees parallel trinke. Das wird bei frischen, japanischen Tees der Lagerung wegen etwas herausfordernd. Folgedende Tees möchte ich gerne abgeben, da ich sie doch zu selten trinke, sie nicht meinen Geschmack treffen oder ich eine für mich passendere Alternative habe.
      Alle Tees sind geöffnet, in der Originalverpackung möglichst luftdicht mit Clip verschlossen und wurden in Dosen im Kühlschrank gelagert (ja ich weiß, bei der Lagerung scheiden sich hier die Meinungen, aber für weniger genutzte Tees habe ich damit gute Erfahrungen gemacht!). Da die meisten bereits zwei Wochen oder länger geöffnet sind, verschenke ich sie. Falls Ihr interessante Tees für mich zum probieren habt, sage ich da aber sicher nicht nein . In den meisten ist noch mehr als die Hälfte an Stoff.
      1. Shincha 2020 Matsumoto Sencha "Hôshun" - Yutaka Tee - https://www.yutaka-tee.de/de/shincha-2020-matsumoto-sencha-hoshun.html
      2. Bio Kabusecha Chou-Ka Watanabe Yakushima - TKK - https://www.tee-kontor-kiel.de/tee/gruener-tee/bio/bio-kabusecha-chou-ka-watanabe-yakushima?c=181
      3. Bio Asano Kaori Kabusecha Kirishima - TKK - https://www.tee-kontor-kiel.de/tee/gruener-tee/bio/bio-asano-kaori-kabusecha-kirishima?c=181
      4. Sae Gyokuro Bio - Keiko - https://www.keiko.de/sae-gyokuro-bio-japan-gruentee?c=191
      Prosit!
    • Von HJ0001
      Hallo,
      wie bei meinen bisherigen Fragen geht es auch hier im Prinzip wieder um Teesiebe. 
      In Japan wird ja meist für grünen Tee ein recht grobes Keramiksieb verwendet, wie beispielsweise in einer Kyusu. In China hingegen wird für Gongfu Cha ein sehr, sehr feines Stoffsieb verwendet wie auf diesem Bild:

      Neben diesen feinen Stoffiltern werden in China anscheinend aber auch diese recht groben Siebe verwendet:

      Hierzu habe ich einige Fragen:
      1. Werden sowohl schwarzer als auch weißer und grüner Tee in China traditionell mit einem solchen Stoffilter gesiebt?
      2. Warum wird in China ein solch feiner Filter verwendet, in Japan aber grobe Keramiksiebe? Hat das rein kulturelle, oder auch praktische Gründe? 
      3. Für welchen Tee bzw. zu welchem Anlass wird in China ein Bambusfilter wie oben verlinkt verwendet statt die feinen Stoffilter? Ist das einfach die praktischer Alltagsvariante? 
      4. Wie wird Schwarztee in Indien bzw. Großbritannien traditionell gesiebt? Ich habe mich etwas informiert und überall nur normale Küchensiebe (wie man sie auch für Mehl verwendet) bei der Zubereitung gesehen. Ist das tatsächlich das, was man traditionell verwendet?
      5. Auf diversen Websites gelesen, dass zu feine Filter gesunde Partikel des Grüntees stoppen und auch den Geschmack etwas trüben. Ist das tatsächlich war? Falls ja, wie erklärt sich die Verwendung sehr feiner Filter in China? 
      Vielen Dank! 
    • Von HJ0001
      Hallo zusammen, 
      Ich trinke hauptsächlich grünen, schwarzen und weißen Tee benutze zur Zubereitung eine gewöhnliche Glaskanne. Ich möchte nun ein neues Teesieb aus Stahl kaufen, allerdings nicht zur Zubereitung, sondern nur zum filtern des Tees, wenn ich ihn aus der Kanne ins Glas gieße. 
      Dazu habe ich vier Fragen:
      1. Was ist die ideale maschengröße für Grüntee/Weißtee? 0,4 mm ist zu weit und lässt kleine Teilchen durch, die in der Tasse deutlich zu sehen sind. Ich plane nun, ein Sieb mit 0,2 mm Maschengröße zu bestellen. Hat jemand Erfahrung, ob das fein genug ist? Gibt es überhaupt feinere? 
      2. Ab wann ist die Maschengröße zu fein? Teefilter lassen ja die gesunden Teilchen nicht durch, aber weiß jemand, ab welcher Maschengröße das der Fall ist? 
      3. Warum gibt es Siebe mit gröberen Maschen? Haben große Maschen für andere Teesorten einen Vor- oder Nachteil? Gibt es ein Argument dafür, neben einem feinen Filter für Grüntee noch einen Filter mit 0,4 mm Maschengröße im Haus zu haben, oder kann ich ein Sieb mit 0,2 mm auch für schwarzen Tee oder Früchtetee verwenden, ohne dass dies irgendwelche Nachteile gegenüber beispielsweise einem Tee-Ei hat? 
      4. Da grüner und weißer Tee mit Metall ungünstig reagiert, würde ich Tee nicht in einem Metallsieb aufgießen. Für schwarzen Tee ist das meines Wissens nach aber kein Problem. Für Früchtetee ist das wohl auch in Ordnung, richtig? Gibt es noch weitere Teesorten, die nicht in Metall zubereitet werden sollten? 
      Vielen Dank! 
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