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Der erste Yancha von txs (Tong Xin She): 2020 Huang Guan Yin

Gebrüht im Duanni-Kännchen, 8,3gr.

Dieser Tee wurde vom Tea Research Institute of Fujian in den Jahren von 1977 - 1997 entwickelt. Außerdem wurde diese Varietät offiziell von der chinesischen Regierung zertifiziert. Die Kreuzung erfolgte zwischen Tie Guan Yin (Mutterpflanze) und Huang Dan (Vaterpflanze).

Das trockene Blatt duftet stark floral, leicht süß-fruchtig. Die Röstung ist für Yancha Verhältnisse sehr dezent. Definitiv ein Tee, der auf baldigen Verbrauch und nicht zur langfristigen Lagerung produziert wurde.

Das nasse Blattgut zeigt die Kopfnoten deutlich intensiver. Stark floral und leichte Frucht.

Wie in der Nase dominieren auch geschmacklich florale Noten, welche im Nachhall einer eher subtilen, nichtsdestotrotz feinen Mineralität weichen. Der Tee wirkt stark auf die Mundschleimhaut und die Zähne, insbesondere die frühen Aufgüsse hinterlassen im Mundraum eine angenehme! Pelzigkeit.

Der Körper ist, wie die Röstnoten auch, eher leicht. Nach dem Schlucken verbleibt eine frische Zitrussäure. Wenn die feine Mineralität nicht wäre, könnte man ihn fast als ätherisch bezeichnen.

Diese Mineralität rettet ihn auch. Mir ist er nämlich ein wenig zu floral ausgelegt. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Geschmacksmuster bei Yancha existiert. Ob da wohl die Mutterpflanze ihren Stempel aufgedrückt hat..? 

Trotz allem ist der Tee nicht nuttig, eben dank der Mineralität und des schönen Mundgefühls.

Es war eine sehr interessante Session, die ich sehr genossen habe. Der Tee hatte keine Off-Noten und hat sich, trotz der hohen Dosierung, auch bei längeren Ziehzeiten keinen schlechten Aufguss geleistet. Auch die Ausdauer war mit ca. 12 Aufgüssen absolut ordentlich.  Ein sehr interessanter Start! :)

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Bearbeitet von Anima_Templi
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2020er Mei Zhan von txs

Der zweite Yancha dieses Händlers, wieder 8,3gr.

Das trockene Blatt riecht intensiv nach Milchschokolade. Die Röstung ist deutlich intensiver als beim gestern getrunkenen Huang Guan Yin, etwas über mittelkräftig geröstet, würde ich sagen.

Die nassen Blätter riechen intensiv geröstet, Kaffe und Kakao.

So auch der Geschmack. Primär sind definitiv die Röstaromen präsent. Bemerkenswert ist das deutlich wahrnehmbare Qi, von welchem sich manche Pus eine Scheibe abschneiden könnten... Hatte ich so noch gar nicht bei einem Oolong und gefällt mir gut.

Das Highlight ist hier ganz klar der Nachhall, wenn sich die Röstaromen langsam zurückziehen und einen Blick auf die feineren Aromen des Tees zulassen. Dunkle Frucht (Pflaume) und Kakaobohnen kommen da zu Tage. Diesen Nachhall sollte man unbedingt auskosten. Das Qi hält sich bemerkenswert lange und steigt zu Kopf. Die bessere Hälfte steigt nach dem 6. Aufguss aus, Ihr wird es zu viel. Arg viel länger bleibt er allerdings auch nicht interessant. Bei 10 Aufgüssen ist definitiv Schluss.

Die Röstung ist mir noch eine Spur zu frisch und harsch. Ihm würde etwas Lagerzeit sicherlich gut tun. Ich habe noch ein Päckchen davon, dass wird jetzt erstmal in der Oolong-Box vergraben... ;) Die Yancha typische Mineralität ist hier sehr verhalten, was ich schade finde.

Ich hatte schon deutlich bessere Yanchas, aber an die Energie von diesem Tee ist bisher noch kein Oolong ran gekommen. Wieder eine sehr interessante Verkostung. :)

 

 

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Bearbeitet von Anima_Templi
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2020 Shi Ru "Rock Milk" von txs

Ein sehr altes Kultivar, welches schon zur Zeit der Song-Dynastie als Tribut-Tee für den Kaiserhof bestimmt war.

Das trockene Blatt duftet fein nach dunkler Schokolade und Rosinen, das nasse Blattgut nach frisch gebackenem Brot.

Vom ersten Aufguss an, zeigt sich der Tee schön ausgeglichen. Keine Note überlagert eine andere unangenehm. Zunächst sind primär die Röstaromen vorherrschend. Dann öffnet sich der Tee im Mund und belegt ihn mit einer fein dosierten Mineralität. Im Fade-out kommt eine leckere Süße zum tragen, dunkle Frucht und ein Hauch Vanille.

Lässt man den Tee an den Seiten verweilen, kann man die Mineralität intensiv pushen. Angenehme Wirkung auf die Mundschleimhäute. Auch hier wieder eine schöne Energie, die aber beruhigt und schmeichelt.

Leider baut die Intensität der Aufgüsse nach dem 6. Aufguss stark ab. Danach ist es immer noch ein schöner Tee, aber man vermisst die anfängliche Intensität und das Wechselspiel der Aromen. Es ist sehr wichtig, sich nach dem Schlucken Zeit zu lassen um die dann aufkommenden Aromen zu erfahren und zu genießen.

Für mich bisher der beste Yancha dieses Händlers. Hier zeigt sich ein stimmiges Gesamtbild und der Röstgrad passt sehr gut zum Tee. P/L-Verhältnis empfinde ich als gut.

Diese Art Yancha hatte ich zuvor schon von einem anderen Händler. Dort war er ein drittel teuerer (54$ pro 50 Gramm) und deutlich weniger gefällig, was vor allem an der harschen Röstung lag, die alles andere überlagerte.

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2019 Lotus Peak Shui Xian by txs

Dieser Tee hat seinen Ursprung im Gebiet der Lotus-Höhe im Wuyi-Gebirge. Insgesamt gibt es 36 dieser Höhenzüge.

Das trockene Blatt hat einen fein floralen Charakter, dass nasse Blatt zeigt sich fein fruchtig und röstig. 

Die Röstaromen dominieren primär, mit schöner Mineralität im Mittelteil. Im Fade-out floral mit feiner Süße. 

Der Tee hat einen eher leichten Körper und hat nur eine dezente Wirkung auf die Mundschleimhaut. Auch das Qi ist eher verhalten. Allerdings hat man nach dem Schlucken einen schönen Cooling-Effekt im Mundraum. Erwähnenswert ist auch die schöne rostrote Farbe.

Ein typischer bodenständiger Shui Xian, wie man ihn mit Glück auch bei hiesigen Händlern findet. Auch wenn er nicht so komplex ist, zeigt er sich sehr solide und die Preis-Leistung passt.

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2020 Rui Xiang by txs

Dieses junge Kultivar wurde 2003 vom Fujian Provincial Tea Research Institute eingetragen und etabliert. Es wurde von natürlich gekreuzten Nachkommen des Huang Dan Kultivars selektiert.

Das trockene Blatt riecht im Vergleich zu den vorigen Tees sehr dezent. Man merkt sofort, dass der Tee untypisch leicht geröstet wurde. Außerdem ist er eher leicht oxidiert, auch wenn das Bild des Blattgutes anderes vermuten lässt. Milchschokolade.

Das nasse Blatt duftet intensiv nach Schokolade und leicht floral, später kommen fruchtige Apfel-Anklänge hinzu.

Schon beim ersten Schluck merkt man die sehr leichte Röstung, was den Tee sehr zugänglich macht. In Honig eingelegte Früchte. Er kribbelt am Gaumen, die Mineralität ist subtil aber dennoch vorhanden. Nach dem Schlucken fühlt sich der Mund frisch und "sauber" an.

Die enorme Zugänglichkeit wird durch eine reduzierte Komplexität erkauft. Nach 6 Aufgüssen ist der Tee auch schon so gut wie durch. Diese 6 sind aber lecker und können sich durchaus sehen lassen. Die Preis-Leistung passt auf jeden Fall.

Ein idealer Einsteiger-Yancha, oder für Freunde einer leichten Röstung.

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2019 Lotus Peak Rou Gui by txs

Da auf der Seite keine Angaben zum Alter zu lesen waren, habe ich den Händler direkt angeschrieben und er hat mir sofort jedes Detail des Tee geschrieben.

Er kommt aus der hauseigenen Produktion des Händlers. Pflückdatum zweiter Mai 2019, erste Röstung am 5. Juni, zweite Röstung 20. Juli. Da kennt einer seinen Tee. :)

Das trockene Blattgut duftet leicht röstig und nach gebackenen Plätzchen. Das Jahr Ruhe hat dem Tee offensichtlich gut getan.

Gebrüht zeigt er sich sehr stimmig und vollmundig. Eine Zimtnote tritt im Fade-out auf. Keinerlei Spitzen oder Kanten. Wunderbar süffig und gefällig. Zudem ist er ausdauernd, 8 schöne Aufgüsse sind problemlos möglich. Ein feiner Rou Gui, dessen Preis mit 45$ pro 50gr zwar etwas höher liegt, aber trotzdem angemessen ist.

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vor 20 Minuten schrieb SoGen:

Jedenfalls noch mal explizit Danke für Deine Besprechungen,

Sehr gerne, @SoGen. Es macht mir gerade großen Spaß, so richtig tief in das Yancha-Feld einzutauchen. Mal eine schöne Abwechslung, von meinem sonst so Pu-lastigen Alltag.

Wirklich schön ist es, dass bisher jeder Tee schön war, und noch kein Totalausfall zu verzeichnen ist. Und die wirklich hochwertigen kommen erst noch... :)

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2019 Que She by txs

Eine Varietät die langsam wächst, erst spät gepflückt wird und wenig Ertrag bringt. Deswegen ist der Preis i.d.R. relativ hoch.

Das trockene Blatt duftet eindeutig nach Trockenpflaume.

Der Geschmack ist sehr ausgewogen. Schöne Trockenfrucht-Note, primär feine Röstung + Mineralität. Rosinen. Schöner Körper, nicht zu leicht, nicht zu schwer. Absolut runder und stimmiger Yancha, der Spaß macht. Preis-Leistung sehr gut.

Leider heute keine Bilder von diesem Tee, dafür ein Einblick in die Lagerung von Yancha.

Der Händler füllt bald einen Da Hong Pao von 2002 ab. Auf den Bildern sieht man die Metallkanister, in welchen der Tee nun fast 20 Jahre ruhen durfte, innen übrigens in Plastiksäcken. So viel zu unserem Lagerungseifer in Tongefäßen, Luftfeuchtigkeit, Luftaustausch... ;)

Fairerweise muss man sagen, dass Pu-Erh auch einfach ein anderer Tee ist.

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Bearbeitet von Anima_Templi
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2018 Wu San Di Shui Xian by txs

Wu San Di befindet sich in ca. 800m Höhe auf dem Huanggang-Berg. Seit über 300 Jahren wird dort schon Tee angebaut, dieser vom Onkel des Händlers. Der Tee wurde insgesamt 3mal geröstet, dazwischen durfte er mehrere Monate ruhen.

Das trockene Blatt duftet dezent nach dunkler Schokolade, das nasse Blatt unaufdringlich süß-fruchtig.

Die Röstnoten spielen keine dominante Rolle mehr und konnten sich durch die Lagerung zurückziehen. Primär wirken zu Anfang zart metallische Mineralien-Spitzen, an den Rändern der Zunge. Der Tee ist unaufgeregt und geerdet. Alles sehr homogen. Leider fehlt dadurch auch ein Alleinstellungsmerkmal. Abstriche müssen auch beim Mundgefühl und dem Nachhall gemacht werden. 

Dennoch ein einwandfreier Yancha (ich meckere auf hohem Niveau, nach Tagen sehr hochklassiger Tees), welcher preisbewusste Teeliebhaber mit 19$ pro 50gr sicherlich nicht enttäuschen wird.

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2020 Huang Mei Gui "Yellow Rose"

Dieses Kultivar ist eine Kreuzung aus Huang Guan Yin und Huang Dan. Der Tee wurde nur einmal geröstet. 

Das trockene Blatt duftet dezent, floral-süss. Das nasse Blatt sehr floral, lieblich und süß. 

"Das ist ein gute Laune Tee!" sagt die bessere Hälfte, und wer würde Ihr widersprechen? ;)

Sehr kopflastig, "Yellow Rose" beschreibt es perfekt. Sehr floral und leicht süß, mit einer feinen Mineralität in der Mitte + leichter Adstringenz, die an das Grün der Pflanze erinnert.

Ein lauter Tee, der sich brillant, schillernd und etwas überladen zeigt. Dies geht etwas zu Lasten des Körpers, aber hier und heute schert es mich gar nicht.

Ich liege im Frühjahr zwischen Rosenbüschen und genieße es, dass alles wach, laut und emsig ist.

Kein Tee für jeden Tag, aber ein mehr als bemerkenswerter Yancha! 

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2020 Jin Guanyin

Dieses Kultivar wurde in den Jahren von 1978-1999 entwickelt. Tie Guan Yin ist die Mutter- und Huang Jin Gui die Vaterpflanze. 

Trockenes Blatt: leichte Röstnote, gebackener Mürbteig. Nasses Blatt: Brotkruste, leicht floral + süß. 

Sanfte Röstung. Einzelne Aromen sehr schwer zu definieren. Er bringt ein typisches Yancha-Aroma, aber eher dumpf und eindimensional. Dazu keine nennenswerte Mineralität, weder fruchtig, noch wirklich süß. Der Nachhall bleibt wie der Tee, klanglos. Auch längere Ziehzeiten und weniger Wasser entlocken keine Raffinesse. 

Der erste Tee des Händlers, der mich enttäuscht hat.

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2020 Ban Tian Yao "Heavens Waist" 

Dieser Tee stammt von einem hoch gelegenen Garten, in absolut sauberer Umgebung. Die Teepflanzen sind knapp über 60 Jahre alt. Ab einer gewissen Höhenlage sind die Temperaturen geringer, was ein langsameres Wachstum zur Folge hat und ein dementsprechend späteres Erntedatum. 

Das trockene Blatt duftet nach Zartbitterschokolade, das nasse Blatt floral, lieblich-süß, Aprikose.

In den Kopfnoten floral und süß. Ein dazu passender mittelschwerer Körper, der die Basis für ein langes verweilen des Tees im Mund schafft.

Wunderbare Entwicklung vom floralen weg, hin zu gerösteten Kakaobohnen und Schokolade. Der Mundraum wird, wie in Watte gepackt, leicht pelzig.

Angenehmes beruhigendes, dennoch kräftiges Qi, welches wie immer kopflastig wirkt. Die Nase wird frei - ein Indiz für das Alter der Pflanzen...? Leichte Röstung. Sehr schöne Balance. Mineralität kommt erst bei den späteren Aufgüssen durch. Sehr guter Yancha.

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2020 Bai Ji Guan "White Cockscomb"

Ein seit Jahrhunderten bekanntes und gleichermaßen beliebtes Kultivar. Dieser Tee stammt aus Shui Lian Dong in der Zhang Yan Mountain Region. Scheinbar tranken bevorzugt Daoistische Priester diesen Tee.

Das trockene Blatt riecht dezent geröstet und nach süßem Gebäck. Das nasse Blatt riecht nussig (Haselnuss) und grün, Oblaten.

Ein, für meine Begriffe, untypischer Yancha, welcher sehr grün produziert wurde - man beachte die helle Aufgussfarbe - und auch dementsprechende Geschmacksmuster aufweist.

Eine schöne Nussigkeit, wie man sie bei guten Long Jing-Tees findet ist in den ersten Aufgüssen bestimmend. Er ist mundfüllend und belegend. Eine zarte Mineralität unterstreicht den nussigen Charakter. Schönes, intensives Qi, die Nase wird frei. Trotzdem ist der Tee ist geschmeidig, weich und sanft. Die Nussigkeit nimmt bei späteren Aufgüssen ab und der Tee wird süßer. Der Speichelfluss wird stark angeregt. Nach dem 4. Aufguss denke ich, mir wächst ein Horn aus der Stirn, die bessere Hälfte fühlt es hinter den Augen und in den Fingerspitzen.

Ein absolut bemerkenswerter Tee, der einen auf eine Reise mitnimmt.

Leider kann ich @Kao Anirs geplättetes Qi-Gesicht bei dieser Runde nicht teilen, ein absolutes Highlight! :) 

Vielleicht noch für den einen oder anderen interessant: Für diesen Tee musste ich ein Wieder-Kauf-Versprechen abgeben, sollte ich bei diesem Händler erneut bestellen.. ;)

PS: Bitte entschuldigt die reduzierte Teemenge beim trockenen Blattgut. Als ich daran dachte ein Foto zu knipsen, war schon über die Hälfte davon im Kännchen. ^_^

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2020 Tie Luo Han "Iron Arhat"

Trockenes Blatt: Schöne Balance zwischen Röstnoten und getrockneten Früchten. 

Nasses Blatt: stark röstig, fast stallig, später frisch-fruchtig und süß.

Sehr harmonischer und ausgewogener Tee, mit einer kraftvollen, beruhigenden Energie, welche ab dem ersten Schluck spürbar ist.

Keine lauten Kopfnoten, dafür sehr breit und satt. Die Mineralität bedeckt hier den ganzen Mundraum und wirkt lange nach. Im Fade-out wird der Mund trocken, man spürt den Belag des Tees auf Zahnfleisch und Zähnen. Die Röstnote ist stets präsent, aber sehr stimmig. In späteren Aufgüssen wird der Tee leichter, erhält sich aber seinen vollen Körper.

Das Qi ist stark, aber sehr angenehm. Zur Abwechslung mal nicht so kopflastig, sondern besänftigend und wohltuend, warm und wohlig in der Bauchgegend.

Ein wirklich toller Tee, insbesondere für Liebhaber eines betonten Körpers, Mineralität (das "Iron" ist Programm!) und Röstung.

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2020 Shui Jin Gui "Golden Water Turtle"

Trockenes Blatt: mineralisch+fruchtig, leichte Röstnote.

Nasses Blatt: frisch, leicht floral-fruchtig, nussig.

Ein eher leichter Körper, leichte Adstringenz. Belegt den Mundraum und hinterlässt diesen trocken. Typisches Yancha-Aroma, nicht wirklich spezifisch. Mineralisch, im Fade-out etwas Steinobst. Leicht säuerlich.

Das Qi belebt kurzzeitig, verfliegt dann aber schnell.

Ein Tee ohne klares Statement, der leider nicht überzeugen konnte. Ob die Zubereitung im Gaiwan besser gewesen wäre..?

Interessanterweise hatte ich im Dezember eben dieses Kultivar von einem deutschen Shop und dieser Tee hat mir auch nicht gefallen.

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Bearbeitet von Anima_Templi
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2020 Hui Yuan Pit Lao Cong Shui Xian

Huiyuankeng gehört, nach Aussage des Händlers, zu den Top-Produktionsgebieten für Yancha, in diesem Fall insbesondere für Shui Xian.

Geografisch bedingt, gibt es in diesem Gebiet relativ wenig Sonnenschein, dafür häufig sehr dichten Nebel. Der Winter ist warm und feucht, weshalb sich die Pflanzen sehr gut regenerieren können. Das Alter der Pflanzen dieses Tees beträgt ungefähr 120 Jahre. Diese alten Pflanzen sind häufig dick mit Moos überwuchert. 3mal wurde er über Holzkohle geröstet, insgesamt ca. 42 Stunden.

Trockenes Blatt: anregende Röstnote

Nasses Blatt: röstig, fruchtig-frisch

Sehr geschmeidiger Tee, dessen Röstung mit Bedacht erfolgte. Schlägt leise Töne an, trifft diese aber perfekt. Kaum den Mundraum belegend, wodurch man einzelne Nuancen differenziert und klar schmeckt. Feine mineralische Spitzen, die Nase wird frei, schön süß im Fade-out. Typisches Shui Xian-Aroma. Leichtes, beruhigendes Qi.

Ein in allen Facetten absolut stimmiger Tee, dessen einziges Manko der hohe Preis ist.

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2019 Da Hong Pao Blend

Die Beschreibung auf der Seite ist sehr verwirrend. Ich glaube die Kernaussage lautet, man sollte dem blenden gegenüber offen sein und das dabei schöne Tees wie dieser entstehen können.

Trockenes Blatt: sehr intensiv nach dunkler getrockneter Frucht.

Nasses Blatt: dosierte Röstnoten mit leichter Frucht.

Sehr ausgewogener und ausbalancierter Tee. Alle wichtigen und wünschenswerten Aromen und Empfindungen bei dieser Art Tee werden bedient. Schöner Körper, leichtes Prickeln im Mund, gepaart mit leichter Mineralität. Leckere dunkle Fruchtnoten, welche sich im Fade-out leichh zurück ziehen und final den wohldosierten Röstnoten Raum geben.

Typischer DHP-Geschmack in guter Qualität, zu einem tollen Preis!

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  • 2 Wochen später...

2020 Silver Award Rou Gui

Dieser Tee gewann die Silbermedaille bei der Tianxin Village Folk Tea Fighting Competition. Diese wird seit über 100 Jahren jährlich abgehalten. Tianxin befindet sich im Kern der Wuyi-Region, hier befindet sich auch der berühmte Dahongpao-Mutterbaum.

Über 600 der ca. 700 Haushalte dieses Dorfes verdienen sich Ihr täglich Brot mit Tee. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden insgesamt 960! Teeproben von diesen Familien eingesendet; immer nur die besten Produktionen der einzelnen Familien. Dieser Silver Award Rou Gui hat von diesen 960 Tees den dritten Platz belegt.

Trockenes Blatt: spritzige Frucht mit Röstnote

Nasses Blatt: voll und satt, fruchtig und leicht floral

Sehr elegante Erscheinung. Absolut stimmiges Aromenbild mit einer tollen Balance. Die Röstung ist perfekt. Sie lässt dem Tee allen Raum, um jede Facette von sich zu präsentieren und ist der feste Sockel unter der Brillanz. In späteren Aufgüssen nimmt die Mineralität etwas zu, generell ist diese aber eher dezent. Eine leichte Zimtnote im Nachhall. Der m.M.n. einzige Minuspunkt ist eine leicht florale Note, ohne die der Rou Gui stimmiger wäre.

Die hohe Platzierung wurde sicherlich durch die extrem sorgfältige Verarbeitungsqualität erreicht, hier kann ich keine wirklichen Fehler feststellen. Das Qi ist sehr präsent und kratzt mich sehr auf.

Dieser Tee ist wieder ein gutes Beispiel der exponentiellen Steigerung im Preis, bei verhältnismäßig nur leicht höherer Qualität. 

Ein wirklich guter Tee, dessen Preis jedoch zu hoch ist. Eine Probe dessen zu verkosten, ist jedoch sicherlich kein Fehler.

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2020 Grand Prize Shui Xian

Dieser Tee, aus eigener Produktion des Händlers, gewann bei der Wuyishan Tea Bureau Spring Tea Appraisal Competition einen Special Award.

Trockenes Blatt: dezent schokoladig, leichte Röstnote 

Nasses Blatt: floral-fruchtig und frisch 

Sehr leckere florale Note, ohne jegliche Säure- oder Off-Noten. Feiner Körper, welcher sich sehr gut mit dem floralen Geschmack ergänzt. Jeder Aufguss harmoniert perfekt, das Qi holt runter und macht zufrieden. Dieser Tee beeindruckt nicht durch Kraft oder Wandlungsfähigkeit, sondern durch seine Eleganz, Homogenität und gleichbleibend starker Aufgussqualität. Ein wirklich toller Shui Xian.

 

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Dies war der 18. Tee dieses Händlers, welchen ich in diesem Faden besprochen habe, damit habe ich alle Yanchas aus diesem umfangreichen Tasting-Set probiert.

Für mich war es in vielerlei Hinsicht eine schöne Erfahrung. Zum einen konnte ich mein Verständnis für diese Art Tee enorm erweitern und ein tieferes Verständnis für Qualität und vor allem meine persönlichen Vorlieben entwickeln, zum anderen war es eine schöne Abwechslung meines ansonsten recht Pu-lastigen Alltags.

Ich hoffe, dass es für den einen oder anderen geneigten Leser mitunter informativ war. Falls sich jemand für eine Bestellung bei diesem Händler entscheiden sollte, würde ich mich sehr über eure Meinung zu den jeweiligen Tees freuen; dieser Thread darf sehr gerne weiter geführt werden. 😊

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    • Von der Teetyp
      Zu Valley of Tea konnte ich hier im Forum - hoffentlich bin ich nicht einfach zu doof zum Suchen - noch keinen Thread finden, also mache ich mal einen auf. Ich gehe erst mal davon aus, dass Valley of Tea bloß ein anderer Name für irgendeine Massenabfertigung ist.
      Hintergrund: Ich wollte mal einen Pouchong probieren und die sind nicht leicht im lokalen Handel zu finden, insofern habe ich bei Amazon zugegriffen. 12,82 Euro für 50 Gramm derzeit. Drauf steht „Chinese“, aber Taiwan ist ja nicht so recht chinesisch. (Zack, schon Einreiseverbot in China. 😀) Da ich zurzeit nicht zu Hause bei meiner Gusseisernen bin, habe ich mal die klassische Zubereitung „Sieb im Kaffeebecher“ bei 90 Grad und etwas zu langer Ziehzeit - ich hätte mir einen Timer stellen sollen, mach ich beim nächsten Aufguss... - gewählt.
      Ich bin völliger Teeverkostungslaie, aber ich dachte, ich schreibe mal was drüber:
      Farbe: Grün mit deutlichem Olivanteil. Mundgefühl: Seidig weich, dann adstringierend (naja, is’ halt Tee). Nase: Irgendwie dünn, aber das könnte an meiner Tagesform liegen. Der Tee riecht erstaunlich salzig (wie im Saunadampfbad), aber auch leicht orangefruchtig. Mit der Zeit stellen sich Kräuter wie Heidekraut heraus. Geschmack: Meine erste Assoziation war Zitrone(nschale), aber dabei kein bisschen bitter; dahinter Muskatnuss (immer stärker werdend) und Vanille, dazu wieder die Kräuter aus der Nase. Ich frag’ mal die Expertenrunde: Sind Pouchongs immer so? Ich könnte mich daran gewöhnen.



    • Von MrHilarious
      Hey Leute, 
       
      Da ich zu diesem Thema nix gefunden habe. (Könnt mich auch gerne hinleiten, falls es schon was sinnvolles dazu gibt.)
      Würden mich gerne die Gesundheitlichen Aspekte des Teegenußes, also der Teepflanze allgemein (egal ob grün oder schwarz) interessieren.
      Mit Gesundheitlichen Aspekte meine ich aber eher nicht die positiven sondern eher die "Gefahren" vor allem in Bezug auf die Leber. Allgemein ist ja bekannt das es schon einmal zu einem Vorfall mit Extrakten gekommen ist in Verbindung mit Hepatitis. Was ja eher nicht so bedenkenlos ist. Ich frage mich aber schon, wenn man jeden Tag einen halben Liter Tee trinkt und das über Jahre hinweg ob das auf Dauer die Leber oder dem Organismus belasten kann. Ich habe im Internet nur wenig dazu gefunden, außer schlank macher, bla bla. Die Seite vom Schweikart schneidet das auch nur so kurz an ohne irgendwelche festen Belege. Fest steht ja auch das Polyphenole und Catechine im Übermaß nicht so gut sein sollen. Habe mittlerweile einfach leichte Bedenken, wenn ich meinen tee mal so als finisher dann 10min zeihen lasse. Im Endeffekt weiß ich ja gar nicht was sich da alles für Stoffe lösen, lösen können. Auch auf die Pestizide bezogen. Meine Frage nun an euch ob ihr vlt. irgendwelche informationen dazu gefunden habt oder es selbst erlebt habt, das sich Jahrelanges Teetrinken auf die Gesundheit negativ Auswirken könnte, auch evntl. bezogen auf Koffein. Habe auch schon die Erfahrung gemacht, das wenn ich lange Dunkle Pu erhs trinke und viel Aufgüsse mache, mein Hals / Mund sich irgendwie leicht angegriffen anfühlt. Kennt ihr das vlt. auch?
       
      Viele Grüße,
      Markus
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