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Tonsorten für japanische Teekannen | Kyusus aus Tokoname


Toko

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Toll erklärt, was die Form bewirkt habe ich zuvor im Forum nachgelesen: Tee Aufgussgefässe --> Grundformen bei Teekannen à https://www.teetalk.de/forums/topic/9594-grundformen-bei-teekannen/?tab=comments#comment-119090

Zum Thema passend, da es länger wird ein eigenes Thema: genauso wichtig wie die Form ist noch der für die Kyusus verwendete Ton, zu dem ich ein paar Fragen habe. Wie ich bisher gelesen habe gibt es verschiedene Färbungen des Tons in Tokoname von rot bis hin zu dunkel (-->  aber was ist dunkel?). Auf YT habe ich noch gesehen, dass auch mit grauem Ton in Tokoname gearbeitet wird.

Weiters: der rote Shudei (Ton) dürfte meist mit Bengara (natürlichem Eisenoxid angereichert werden. Quelle: https://www.sunday.de/teekanne-japan-schwarz/kyusu-tokoname-hokuryu-marugata-kuro.html --> nachzulesen im „Reiter“: Wirkung. Im „Reiter“: Tokoname habe ich noch gelesen: „Für die (...) Shudei Kyusu wird ein möglichst eisenhaltiger und feinkörniger Ton (jap.: tatsuchi) verwendet, der unter Reisfeldern in Tokoname gefunden wird und dem Ton seine speziellen Eigenschaften und Farbe schenkt. Der echte Hon Shudei Ton mit dem idealen Eisengehalt ist inzwischen allerdings so selten, dass er noch zusätzlich mit natürlichem Eisenoxid angereichert wird, um den erwünschten Farbton auch wirklich zu erzielen."

Meine Yazumashi (Abkühlschale) von Meister Yukitaka Umehara, Gyokko ist aus nicht glasiertem Ton und hat ihre schwarze Färbung durch Reduktionsbrand. lt. Shop, und der Ton sei ein roter Shudei, ein reines Naturprodukt und bei 1200°C mit Kohlenstoffüberschuss, also Reduktionsbrand im Ofen gebrannt. --> Ich vermute ebenfalls mit Bengara angereichert? Dies geht jedoch für mich in Ordnung. Was meint ihr?

Meine zweite Seitenstiel-Kyusu bestehe lt. (selbem) Shop aus „echtem, natürlichem und schwarzem Ton“ aus Tokoname. Sie ist außen glasiert, der Boden jedoch nicht und der ist schwarz; ähnlich wie meine Yuzamashi, jedoch weniger gräulich. Auf Fragen an den Shop bezüglich der schwarzen Farbe, bekam ich zur Antwort, dass die Informationen demnächst weiter aufbereitet werden würden von einer Japanerin, die sich auskenne. Bis jetzt war das leider noch nicht der Fall.

Meine weiteren Fragen an euch:

--> Gibt es nun grundsätzlich einen Ton schwarzer Färbung aus Tokoname?

--> Oder entsteht die schwarze Farbe ausschließlich durch den Reduktionsbrand?

--> Inwiefern beeinflusst eine typisch rote Tokoname Kyusu (ohne zugefügte Pigmentierung meine ich natürlich) den grünen Tee anders als eine durch den Reduktionsbrand graphitschwarze? – habt ihr vielleicht einmal einen Vergleich anstellen können?

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vor 44 Minuten schrieb Toko:

Ich vermute ebenfalls mit Bengara angereichert? Dies geht jedoch für mich in Ordnung. Was meint ihr?

sehe ich ganz genauso. wenn dir der Tee aus der Kanne schmeckt, passt das doch!

"Ungeblendeter" Ton hat halt was von "Purismus". Es gibt nur eine handvoll Künstler, die Hon-Shudei (ohne Eisenoxid) verarbeiten, der allergrößte Teil ist also eh als "geblendeter" Ton im Handel. Ich habe eine Zhuni-Kanne mit sicher geblendetem Ton, aus der schmeckt mir der Tee aber auch sehr gut, hat also nicht unbedingt was nachteiliges. Das beigemischte Eisenoxdid versiegelt lediglich die Oberfläche des Tons mehr als reiner Ton, wenn es schmilzt, sorgt also für eine Art Glasur.

 

vor 47 Minuten schrieb Toko:

Gibt es nun grundsätzlich einen Ton schwarzer Färbung aus Tokoname?

 

--> Oder entsteht die schwarze Farbe ausschließlich durch den Reduktionsbrand?

 

ja und nein.

Es gibt auch schwarzen Ton (kokudei). Und grau (udei), weiß (hakudei) und lila (shidei).

Jetzt ist erstmal die Frage: ist eine Tokoname-Kanne eine Kanne aus Tokoname-Ton, oder eine Kanne, die in Tokoname hergestellt wurde?

Zweiteres ist eindeutig so, ob der Ton auch aus Tokoname sein muss, ist da schon nicht mehr so sicher und wird meiner Recherche nach nicht als Voraussetzung angesehen.

Und zweitens beschreiben die Tonfarben auch häufig nur das Endergebnis. Ich habe eine Banko-Kanne, die aus (ursprünglich) rotem Ton gemacht ist, der nach dem Reduktionsbrand dann zum Shidei wurde.

(Yixing ist da m.W. stringenter: Zhuni bleibt Zhuni und Zisha bleibt Zisha).

Um die Frage zu beantworten: bestimmt gibt es (ursprünglich) schwarzen Ton, der zur Tokoname-Kanne verarbeitet wurde. was auch immer nun daraus schlusszufolgern ist. Tokoname-typisch ist aber Shudei.

 

vor einer Stunde schrieb Toko:

Inwiefern beeinflusst eine typisch rote Tokoname Kyusu (ohne zugefügte Pigmentierung meine ich natürlich) den grünen Tee anders als eine durch den Reduktionsbrand graphitschwarze? – habt ihr vielleicht einmal einen Vergleich anstellen können?

Akira Hojo hat sich da mal ausgetobt:

https://hojotea.com.my/posts-58/

Ich kann das aber (noch) nicht ganz nachvollziehen: meine Hon-Shudei (Oxidationsbrand) und Shidei-Kanne (Reduktion) haben beide etwa den gleichen Effekt.

Körper wird runder, Nachgeschmack länger, Adstringenz und Seegras/Fischigkeit wird reduziert.

Das Optimum wäre sicher ein direkter Vergleich zweier Kannen des gleichen Künstlers aus gleichem Ton, nur unterschiedlich gebrannt. Ito Gafu macht das beispielsweise, oder die Mumyoi-Kannen von Hojotea wären auch so eine Möglichkeit. Würde mich auch interessieren!

 

vor einer Stunde schrieb Toko:

Auf Fragen an den Shop bezüglich der schwarzen Farbe, bekam ich zur Antwort, dass die Informationen demnächst weiter aufbereitet werden würden von einer Japanerin, die sich auskenne. Bis jetzt war das leider noch nicht der Fall.

Poste das hier gerne!

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vor 3 Stunden schrieb goza:

Es gibt auch schwarzen Ton (kokudei). Und grau (udei), weiß (hakudei) und lila (shidei).

Wow, das war ja schnell, ausführlich und kompetent! Endlich auch Infos bezüglich des schwarzen Tons: kokudei heißt der also. --> Ist aber nicht unbedingt aus Tokoname, nehme ich an, wenn der Shudei typisch ist? Solange er mir den Tee verbessert ist es mir auch nicht so wichtig.

 

vor 3 Stunden schrieb goza:

 Das beigemischte Eisenoxdid versiegelt lediglich die Oberfläche des Tons mehr als reiner Ton, wenn es schmilzt, sorgt also für eine Art Glasur.

Sieht so bei meiner Yuzamashi aus; wie ein Überzug aus Graphit.

 

vor 3 Stunden schrieb goza:

Akira Hojo hat sich da mal ausgetobt:

https://hojotea.com.my/posts-58/

Ich kann das aber (noch) nicht ganz nachvollziehen: meine Hon-Shudei (Oxidationsbrand) und Shidei-Kanne (Reduktion) haben beide etwa den gleichen Effekt.

Körper wird runder, Nachgeschmack länger, Adstringenz und Seegras/Fischigkeit wird reduziert.

DANKE! Der Post von Akira Hajo ist sehr informativ: es gibt sogar 2 Arten von Reduktionsfeuern; jetzt sind mir manche - bisher nahm ich an missverständliche - Angaben bei Kyusus aus Reduktionsbrand auch klar geworden. Da habe ich auch zusätzliche Infos bezüglich des unterschiedlichen Geschmacks mit einer Kyusu aus Oxidations- und Reduktionsbrand gefunden. Nochmals ein Dankeschön!

Interessant ist auch Mr. Hojos Post: The Real Cause of Astringency in Tea https://hojotea.com/en/posts-225/

Das führe ich mir am Abend näher zu Gemüte.

 

vor 3 Stunden schrieb goza:

Poste das hier gerne!

Mache ich gerne 🙂, sobald ich auf der HP ein Update vorfinde.

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So weit mir bekannt beziehen sich die Begriffe shudei, kokudei usw. auf den gebrannten Scherben, d.h. die Farbe wird durch den Brand erzielt. Schwarz bspw. durch doppelten Brand, Oxidation und Reduktion. 
 

Hier noch ein älterer Beitrag auf @lukes Blog zum Thema Einfluss auf den Tee. Die original Quellen müsste ich auch noch irgendwo haben, falls es von Interesse sein sollte. 

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vor 11 Stunden schrieb seika:

So weit mir bekannt beziehen sich die Begriffe shudei, kokudei usw. auf den gebrannten Scherben, d.h. die Farbe wird durch den Brand erzielt. Schwarz bspw. durch doppelten Brand, Oxidation und Reduktion.

Also gibt es überhaupt keinen schwarzen Ton vor dem Brennvorganng?! Nur die zwei Reduktionsbrandarten die ein schwarzes Endprodukt erzeugen, wie ich im von goza verlinkten Artikel von Akira Hoja gelesen habe: "2 different reduction fires: The first one is using reduction fire throughout the firing process, while the second method starts with oxidation firing and subsequently re-fires with reduction fire. For instance, Banko teapot is fired with reduction fire throughout the firing process, whereas the reduction Nosaka and Mumyoi clay wares are fired using the second method. Because of the two-steps firing method, the inner part of the clay will be red in color even if the teapot looks black. Based on my experiment, the effect to the taste of tea is more or less the same between both the firing methods."

 

vor 11 Stunden schrieb seika:

Hier noch ein älterer Beitrag auf @lukes Blog zum Thema Einfluss auf den Tee. Die original Quellen müsste ich auch noch irgendwo haben, falls es von Interesse sein sollte. 

Ich habe den Blog den du mir verlinkt hast gelesen.„Banko-Keramik Teil II: Die Wirkung“  Äußerst informativ!! Supergenau erklärt. Genau diese Dinge wollte ich gerne genau wissen.
Eine Frage zum Reduktionsbrand hätte ich:
Interpretation der Ergebnisse (letztes 1/4 des Textes): (…) Die Kanne mit dem zweitniedrigsten Wert war eine Banko-yaki mit einem Reduktionsbrand von 8% und konnte nur von einer Kanne, vermutlich ebenfalls Banko-yaki, mit einem Reduktionsbrand von 11% unterboten werden.
—> Die 8% und 11% Reduktionsbrand beziehen sich auf den natürlichen Eisengehalt des Tons? Richtig?

Die Original Quellen würden mich interessieren, wenn du sie Mal zur Hand haben solltest. Japanisch, wenn ich dies im Blog richtig mitbekommen habe. Toll, dass du übersetzt hast. Ich muss ja leider auf google-translate zurückgreifen; funktioniert ganz gut, auch wenn es ab und zu noch den einen oder anderen "Bock schießt".

Für weitere Infos bin ich auch immer sehr dankbar.

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vor 58 Minuten schrieb Toko:

Also gibt es überhaupt keinen schwarzen Ton vor dem Brennvorganng?

 

auch hier wieder eine Referenz zu Hojo:

https://hojotea.com/categ_e/teapote.htm

Zitat

On the other hand, there are a number of teapot that is made of originally black clay. Those black teapots are mainly dominated by Manganese. The Manganese appears in black when it is baked with oxigen.

 

das spielt aber in Bezug auf Teekannen eine untergeordnete Rolle, ich zitiere einfach weiter:

Zitat

Usually mannagese does not make taste better. Hence it is important to select teapot not only just based on the color, but also with proper understanding of clay.

 

"Uns" interessiert ja vor allem ein hoher Eisenanteil, wenn der Ton Einfluss auf den Tee nehmen soll -> Shudei, ob nun rot vom Oxidationsbrand oder schwarz nach  Reduktion

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Dankeschön. Jetzt weiß ich also, dass ich in Zukunft wenn ich lese: "Echter, schwarzer Tokoname-Ton" vorsichtig sein muss, da ja Mangan im Ton nicht den Geschmack verbessert und ich hingegen auf einen hohen Eisenanteil achten sollte.

Noch eine Frage: meine Yuzamashi wurde mit Reduktionsbrand (welche der beiden Methoden verwendet wurde weiß ich nicht) hergestellt und mir ist schon von Beginn an aufgefallen, dass diese eine relativ glatte (seidige) Oberfläche hat - anders jedoch als eine Glasur. Ich nehme an, dass dies aus der Beimischung von zermahlenem Eisengranulat herrührt, da lt. Verkäufer mit 1200°C gebrannt? Ich schließe dies aus den Ausführungen deines Links zu Akira Hojo, der ja ausführt, das ein Ton der von Natur aus einen hohen Eisenpartikelanteil habe, diese darin ungleichmäßig geformt seien und eine wesentlich größere Oberfläche hätten als künstlich granuliertes Eisen. Deshalb könne mit bis zu 1200°C gebrannt werden. Wenn zermahlene Eisenpartikel jedoch dem Ton hinzugefügt werden, schmelzen diese bereits bei 600 - 800°C, und wenn das Eisen beim Brand schmilzt, verflüssigt es sich und beeinflusst die Oberfläche.

 

 

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vor 10 Stunden schrieb Toko:

Jetzt weiß ich also, dass ich in Zukunft wenn ich lese: "Echter, schwarzer Tokoname-Ton" vorsichtig sein muss, da ja Mangan im Ton nicht den Geschmack verbessert

"echter, schwarzer Tokoname-Ton" kann auch bspw. Ton mit Eisenanteil im Reduktionsverfahren gebrannt sein. diese Angabe alleine sagt also nicht viel aus. nur dass es schwarzer Ton ist. Vielleicht wird da auch sonstwas an Farbpigmenten beigemischt, dass er schwarz wird.

Es ist wichtiger, bei den richtigen Händlern zu kaufen, die schreiben nämlich i.d.R. ganz deutlich, was für eine Kanne aus welchen Ton von welchem Künstler wo und wie hergestellt wurde, und wenn nicht, können sie genau diese Fragen beantworten.

Bei vielen (nicht nur "Massenware"-) Kannen kann man das nicht sagen, interessiert dann auch nicht weiter, weil da gehts dann eher um die Optik der Kanne - was nicht minder ok ist, weil andere Zielgruppe - und damit auch Preisgefüge -, nicht jeder Tee von Tonkannen profitiert, die Einflusse nicht überbewertet werden sollen, und Tee auch einfach mal nur Tee sein darf und keine Wissenschaft sein muss.

 

vor 10 Stunden schrieb Toko:

dass diese eine relativ glatte (seidige) Oberfläche hat - anders jedoch als eine Glasur. Ich nehme an, dass dies aus der Beimischung von zermahlenem Eisengranulat herrührt, da lt. Verkäufer mit 1200°C gebrannt?

ich versuche am Wochende mal Fotos zu machen. die günstige Zhuni hat eine speckig-glänzende Oberfläche (nicht Patina, dazu ist sie zu jung), die Hon-Shudei ist seidig-matt. Vergiss nicht, dass natürlich auch die Oberflächenbehandlung bei der Herstellung Einfluss hat, wie glatt und damit glänzend die Oberfläche ist. Ein Künstler kann damit das Aussehen ja auch beeinflussen.

Tiefrote Farbe und hoher Glanz mag nur ein Indiz für Beimischung sein.

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vor 11 Stunden schrieb goza:

"echter, schwarzer Tokoname-Ton" kann auch bspw. Ton mit Eisenanteil im Reduktionsverfahren gebrannt sein. diese Angabe alleine sagt also nicht viel aus. nur dass es schwarzer Ton ist. Vielleicht wird da auch sonstwas an Farbpigmenten beigemischt, dass er schwarz wird.

Ja, könnte auch Reduktionsbrand sein - eine der beiden Arten, Wirkung sei lt. Akira Hoja ja gleich - oder aber auch schwarzes Pigment, daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

 

vor 12 Stunden schrieb goza:

Es ist wichtiger, bei den richtigen Händlern zu kaufen, die schreiben nämlich i.d.R. ganz deutlich, was für eine Kanne aus welchen Ton von welchem Künstler wo und wie hergestellt wurde, und wenn nicht, können sie genau diese Fragen beantworten.

Es ist bei manchen Händlern von echtem oder natürlichem Shudei (natürlich stark eisenhaltiger roter Ton) zu lesen in den Beschreibungen zu den Kyusus oder Yuzamashis. Echter Schudei (eisenhaltiger Ton, der i.d.R. unter Reisfeldern gefunden wurde/wird?) ist mittlerweile extrem selten, wie ich bei Akira Hojo gelesen habe: "Based on my survey, most of Tokoname teapot was no longer made of natural red clay. Even very famous artist such as 3rd generation Yamada Jozan who was awarded of “The Living National Treasure” was not using natural red clay in his latter half of production. It seems that the legendarily Tokoname red clay was substituted by artificially mixed red clay." Q: https://hojotea.com/item_e/teapot02e.htm (vorletzter Absatz) oder auf: https://www.gruenertee.com/japanische-teekanne-drehen-toepferscheibe/ --> "Allerdings wird für die allermeisten Teekannen, selbst aus Top-Regionen, zusätzlich Eisen beigemischt, um die Produktion zu vereinfachen. Nur extrem wenige Meister bzw. Künstler verwenden noch selbst hergestellten, vollständig natürlichen Ton."

Aber vielleicht ist es nicht ganz so problematisch, wenn wenig eisenhaltiger Shudei (darf man ihn dann überhaupt so nennen?) mit Bengara (natürlichem Eisenoxid) angereichert wird? Ist das besser als mit zermahlenem Eisenpulver? Mir stellt sich die Frage: sind die Eisenpartikel in Bengara ungleichförmig und mit größerer Oberfläche als mit einem Mahlwerk zerkleinertes Eisenpulver und damit vielleicht durchaus geeignet den, kaum mehr vorhandenen, reichlich eisenhaltigen Shudei zu imitieren?

 

 

vor 13 Stunden schrieb goza:

ich versuche am Wochende mal Fotos zu machen. die günstige Zhuni hat eine speckig-glänzende Oberfläche (nicht Patina, dazu ist sie zu jung), die Hon-Shudei ist seidig-matt. Vergiss nicht, dass natürlich auch die Oberflächenbehandlung bei der Herstellung Einfluss hat, wie glatt und damit glänzend die Oberfläche ist. Ein Künstler kann damit das Aussehen ja auch beeinflussen.

Auf die Fotos bin ich schon neugierig!

 

vor 13 Stunden schrieb goza:

Tiefrote Farbe und hoher Glanz mag nur ein Indiz für Beimischung sein.

Akira Hojo schreibt im selben Link wie oben, letzter Absatz: "(...) It (Anmerk Toko.: Tokoname red clay) appears to be in orange color. I often heard from various artists and senior people saying that Tokoname red clay was supposed to be in orange color. (...)"

Rot mag also m.E. ein Indiz für Beimischung sein.

 

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@goza: Deine Zhuni hat eine schöne, seidig glänzende Oberfläche; ebenso die von @SoGen, die eine noch gefälligere Oberflächenstruktur hat und eine grandiose Patina. Nicht zu viel und nicht zu wenig: genau richtig! Auch gefallen mir die Farbtöne sehr, sehr gut.

 

@goza: Deine Kyusu aus Hon Shudei ist jedoch der absolute Hammer! Ein absolutes Prachtstück! Sie hat die ins leicht orange gehende Farbe einer Kyusu aus nicht geblendetem Shudei, wenn ich das auf dem Foto richtig erkenne. Und danke nochmals für den Link zu Akira Hojo; auf seiner HP habe ich sehr viel gelesen und mich dann "weitergehangelt". Aber jetzt erst ist mir auch der Unterschied zwischen Shudei und Hon Shudei klargeworden: Ersterer hat Eisenoxid beigemengt und wird beim Brennen dunkler sowie rötlicher und nur Zweiterer nimmt diesen helleren und orangeroten Farbton an (war kein Problem mir das Foto heller einzustellen). Manchmal dauert es eben, bis der "Groschen fällt".

Für welche Teesorten verwendest du diese wunderbare Hon Shudei Kyusu? Auch für Sencha, Kabusecha & Co? Oder setzt du für die mehr auf eine Kyusu mit Reduktionsbrand, ebenfalls aus Hon Shudei?

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Danke!

vor 11 Minuten schrieb Toko:

Auch für Sencha, Kabusecha & Co?

nur für Sencha & Kabusecha.

da performt sie ganz wunderbar, sie "glättet" den Tee, nimmt Adstringenz raus und fügt ein Quäntchen Süße hinzu (als Umschreibung: ein zarter Geigenklang im Hintergrund), verändert den Tee aber nicht, er bleibt sehr ursprünglich, wie ich ihn auch aus einem glasierten Gefäß bekäme. (das meinte ich irgendwo mal als "keine Wunder erwarten")

Gyokuro habe ich auch schon darin zubereitet, aber dafür ist sie a) mit 170 ml zu groß und b) nimmt sie da dann doch vom dicken umami zu viel weg. das habe ich dann aus kleineren, glasierten Gefäßen lieber.

 

vor 17 Minuten schrieb Toko:

Oder setzt du für die mehr auf eine Kyusu mit Reduktionsbrand, ebenfalls aus Hon Shudei?

ich habe noch eine Banko-Kyusu aus einem ebenfalls sehr feinem roten Ton (ob pur oder nicht, weiß ich allerdings nicht), schwarz gebrannt (-> Shidei), die noch etwas mehr Einfluss zu nehmen scheint, aber nicht anders. (Hojo sagt ja, wenn ich mich recht erinnere, dass Oxidation den Körper betotnt und Reduktion den Nachgeschmack, das sehe ich bei meinen Kannen aber nicht so)

ich wechsele ehrlich gesagt einfach nach Lust und Laune durch, keiner der Tees ist bislang in der einen oder anderen Kanne "besser" gewesen. Da spielen dann andere, "handfestere" Faktoren für mich eine Rolle. Die Banko ist mit knapp 200 ml noch etwas größer und sie gießt langsamer ab, der Filter filtert aber etwas besser und die Form ist höher gebaut, es "brökelt" bei fukamushi also nicht so arg durch (die Blätter setzen sich beim Ziehen ab, und ich kann den Tee dann "oben drüber" gut abgießen).

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vor 23 Stunden schrieb goza:

da performt sie ganz wunderbar, sie "glättet" den Tee, nimmt Adstringenz raus und fügt ein Quäntchen Süße hinzu (als Umschreibung: ein zarter Geigenklang im Hintergrund), verändert den Tee aber nicht, er bleibt sehr ursprünglich, wie ich ihn auch aus einem glasierten Gefäß bekäme. (das meinte ich irgendwo mal als "keine Wunder erwarten")

Gyokuro habe ich auch schon darin zubereitet, aber dafür ist sie a) mit 170 ml zu groß und b) nimmt sie da dann doch vom dicken umami zu viel weg. das habe ich dann aus kleineren, glasierten Gefäßen lieber.

 

Klingt wunderbar mit dem zarten Geigenklang im Hintergrund. Ist es eine Yakode Kyusu? Gibt es die noch? Oder sind die Geschwister bereits im "Hon Shudei Nirwana"?

 

 

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vor 9 Minuten schrieb Toko:

Ist es eine Yakode Kyusu?

da verwechselst du was. du meinst wahrscheinlich yokode kyūsu (横手急須), eine Seitengriffkanne. Im Gegensatz zur ushirode kyūsu (後手急須) mit dem "normalen" (was ist schon "normal"?) Griff hinten.

Also, ja ist eine, hat aber nix mit irgendwelchen Geschwistern zu tun.

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vor 20 Stunden schrieb goza:

da verwechselst du was. du meinst wahrscheinlich yokode kyūsu (横手急須), eine Seitengriffkanne. Im Gegensatz zur ushirode kyūsu (後手急須) mit dem "normalen" (was ist schon "normal"?) Griff hinten.

急須 -->Kyusu, Kyuusu, kyūsu = ich finde es faszinierend wie vielfältig das Japanische mit Latein „verschriftet“ wird. Gibt es ein Lexikon mit den wichtigsten Begriffen in der von dir gewählten Schreibweise? Die gefällt mir sehr gut. Yokode klingt auch besser als Yakode. 👍

vor 20 Stunden schrieb goza:

Also, ja ist eine, hat aber nix mit irgendwelchen Geschwistern zu tun.

😂 Genial!

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  • 2 Wochen später...
Am 25.1.2021 um 13:58 schrieb goza:

Das Optimum wäre sicher ein direkter Vergleich zweier Kannen des gleichen Künstlers aus gleichem Ton, nur unterschiedlich gebrannt. Ito Gafu macht das beispielsweise, oder die Mumyoi-Kannen von Hojotea wären auch so eine Möglichkeit. Würde mich auch interessieren!

Es hat ein wenig gedauert bis ich alle Infos verdaut hatte. Danke für deine und eure genauen Infos! Die eigene echte Hon Shudei-kyūsu  habe ich mir aus dem Kopf geschlagen; zu mühsam noch eine zu ergattern. Ich habe mir jetzt eine Mumyoi-Kanne bei Akira Hojo bestellt und mir eine mit Red.Brand reservieren lassen, sobald diese wieder verfügbar ist. 

Hast du oder jemand von euch im Forum einen Erfahrungswert, wie lange die Ware i.d.R unterwegs ist von Mr. Hojo? Hat jemand Erfahrung mit Teesendungen von ihm?

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16 Tage hat das Päckchen letztens zu mir gebraucht, 7 Tage davon wegen Zoll.

 

vor 2 Minuten schrieb Toko:

zu mühsam noch eine zu ergattern

Ito Gafu, Yamada Yutaro etc. sind eigentlich gut verfügbar. mit der

vor 3 Minuten schrieb Toko:

Mumyoi-Kanne

machst du bestimmt nix verkehrt, was man so liest. Ich spekuliere auch auf einen Reduktionsbrand

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vor 18 Stunden schrieb goza:

16 Tage hat das Päckchen letztens zu mir gebraucht, 7 Tage davon wegen Zoll.

Bin ich beruhigt, das geht ja schnell. Akira hat mir die kyūsu schon gestern losgeschickt.

vor 18 Stunden schrieb goza:

Ito Gafu, Yamada Yutaro etc. sind eigentlich gut verfügbar. mit der

machst du bestimmt nix verkehrt, was man so liest. Ich spekuliere auch auf einen Reduktionsbrand

Tja die Namen der Meister die mit dem "echten Zeugs" arbeiten muss man halt wissen - merci. Ich habe jetzt eine von Ito G. auf Artist. N. gefunden, die mir gefallen hätte - aber inzwischen bin ich echt froh, dass ich zur Mumjoi kyūsu von Akira gegriffen habe. Sie solle so um die 30% Eisen (natürliches natürlich) enthalten und gleichzeitig Körper und Nachgeschmack positiv beeinflussen: bin schon gespannt in welchem Verhältnis. In ein paar Monaten dann der Vergleich mit einer Reduktionsbrand-kyūsu aus diesem Ton; ich vermute die könnte dann noch idealer v.a. für Senchas sein. Kabusechas, vermute ich, wird die rostrote Oxi-Kanne besser hinbekommen. Mal sehen ob die Hypothesen zutreffen. Falls du dir eine "Redux" zulegst freue ich mich auf einen paar Zeilen über deine Erfahrungen damit.

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  • 3 Wochen später...

@goza D A N K E ! ! Die ersten Aufgüsse sind bereits sehr beeindruckend (der Sencha scheint auf einmal Süßholz dabei zu haben 😋 und, und, und), aber sie braucht noch ein wenig um zur Höchstform aufzulaufen; vermute ich zumindest. Danke für die vielen Ratschläge und den Hinweis zum Mumyoi Ton; meine ist aus dem Akitsu Mumyoi Ton - den vom Flughafen, den Watanabe Tozo, 渡辺陶三 in seiner Jugend "gerettet" hat.

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@KlausO

Gerne. Vor dem Aufgießen eines Kabusechas habe ich ein wenig „geplantscht“ und gemessen, da ich mich dies auch schon fragte - ich wusste es ja nur so ungefähr. Akira hat den Inhalt mit 320ml angegeben | Randvoll sind es: 365ml | Max. Füll-Menge ist jedoch m.E.: (bis ca. 1/2 des Siebes gefüllt): 260ml | (unterer Siebrand) 80ml.

Sie gießt zügig ab, besser als ich über die Kyusus von Watanabe Tozo bisher gehört hatte - ich hatte schon Bedenken; auch die Tülle tropft nicht. Wenn ich die maximale Menge Tee für mehrere Schalen zubereite (ca. 260ml & je nach Tee 5-6g) muss ich lediglich zu Beginn mit langsamen Schwenkbewegungen abgießen (sonst bockt sie bis zum Ende). Ab dem 1. abgegossenen Drittel muss ich dann nicht mehr so aufpassen und kann flott in die Schale(n) einschenken. Der schwere Deckel sitzt dicht. Dichtheitsprüfung geht nicht, aufgrund der besonders originellen Gestaltung der Luftzufuhr im Deckel, aber solange mir beim Abgießen nichts daneben geht ist diese Prüfung sowieso nur eine lustige Spielerei für mich. Die Form des in den Ton gestochenen Siebes ist auch anders als bei den Kyusus, die ich so kenne, weder Ball noch Sasame. Wie nennt man diese Art?

Interessant ist vielleicht noch der hohe Eisenanteil von ca. 30%; doch Akira sagte mir, dies sei eine Schätzung von ihm. Dafür spricht das hohe Gewicht der Kanne: 385g (Kyusu) + 45g (Deckel) = Gesamtgewicht: 340g - obwohl die Wände recht dünn gearbeitet sind*. Innen ist die Kanne natürlich nicht so glatt wie außen durch das Namamigaki* (das Glätten mit diversen Metall und/oder Bambuswerkzeugen). Die Oberfläche ist dadurch himmlisch samtig mit einem dezent seidenmatten Schimmer. Auch das Farbenspiel der Kanne fasziniert mich, da es je nach Lichteinfall, von Orange bis rötlich (Fuchs)braun changiert, und ich nicht sagen könnte, welche Farbe die Kanne nun genau hat.

Bis jetzt habe ich Sencha, Kabusecha & Gyokuro verkostet, und bin sehr glücklich mit der Kanne. Toll war der Uji Sencha Jubuzan (宇治煎茶 鷲峰山) aus einem „wilden“ Teegarten(Dschungel).

 

* Jetzt glaube ich auch schön langsam folgende Aussage: „Mumyoi ware shrinks about 30%* from the shaping process through the drying stage. As a result, the ware is strengthened and hardened while being fired.“ Die Fotos von den 3 Bechern sind stark (auf 1/2 der Seite scrollen) —> https://www.gyokudou.com/en/mumyoiyaki-en/

** Ich habe vor einiger Zeit ein ca. 5-minütiges Video gefunden, indem die Frau von Watanabe Tozo die Kunst des Namamigaki demonstriert. Unglaublich dieses handwerkliche Können - und extrem zeitintensiv. --> 

 

 

 

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  • 2 Wochen später...

Die zur Mumyoi Kyusu passende Samashi ist gestern eingetrudelt. @goza War nur 10 Tage unterwegs, in ein paar Stunden durch den Zoll und zum Glück auch unter der Zollfreigrenze 😃

@KlausODiesmal gleich die Details: Samashi 300ml (lt. Akira Hojo), Randvoll: 330ml, max. benutzbare Füllmenge: 260ml (passt damit genau zur Kyusu; ca. 1,5 cm unterhalb des Schnabels steht dabei das Wasser).

large.192155793_DSC8955_KyusuundSamashi_Mumyoi_WatanabeTozo.png.36f85adedc77b0cc1617565cae599346.png large.1072190571_DSC8948_Samashi_Mumyoi_WatanabeTozo.png.5d0fba935c51af7031e1e4e9d2ecda4b.png

 

und hier noch der unterschlagene Link ... Ich habe vor einiger Zeit ein ca. 5-minütiges Video gefunden, indem die Frau von Watanabe Tozo die Kunst des Namamigaki demonstriert. Unglaublich dieses handwerkliche Können - und extrem zeitintensiv. -->

茶器·急須 生磨き実演 The demonstration of Namamigaki“ by Watanabe Tozo’s wife

 

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    • Von Shibo
      Es ist ein viel diskutiertes Thema. Allein hier im Teetalk lassen sich unzählige Aussagen über verschiedene Tonarten in Kombination mit jeder nur erdenklichen Teesorte finden. Dabei scheinen sich auf den ersten Blick viele Aussagen zu widersprechen, was angesichts der Unübersichtlichkeit der Thematik nicht verwunderlich ist.
      Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion rund um den Ton nochmal eine Bündelung vertragen kann. Insbesondere könnte man hier mit einer breiteren Perspektive starten, als in diesem ergiebigen, aber mittlerweile doch schon älteren Thread über Yixing-Kannen. In der Zwischenzeit sind bestimmt viele Erfahrungswerte der Teetalk-Mitglieder hinzugekommen und auch die Informationsgrundlage im Netz ist heute eine andere: Es gibt mehr Fragen und weniger definitive Antworten. Ein sicheres Zeichen für Fortschritt in der Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema .
      Ich starte einmal damit, ein paar Aussagen des amerikanischen Töpfers Mark Mohler stichpunktartig, wiederzugeben. Sie stammen aus einem sehr empfehlenswerten Interview, das teilweise ziemlich tief in die Materie einsteigt und mir in Erinnerung gerufen hat, dass ich diesen Thread schon länger erstellen wollte.
      Kenne man lediglich die Tonart, ließen sich kaum generelle Aussagen über ein aus ihr hergestelltes Tongefäß treffen: "Selbst aus dem Grundstoff für Porzellan kann man ein poröses Gefäß herstellen." Resultierend aus Punkt 1: Die Art der Verarbeitung habe einen größeren Einfluss auf das Gefäß, als der Ton selbst. Der Ton gebe allerdings vieles vor: Die Temperatur, bei der ein Ton verglast, sei ausschlaggebender, als die tatsächliche Temperatur, mit der gebrannt wurde. Mangels Wissen über die konkreten chemischen Vorgänge auf Molekularebene, geht Mohler für sich von einem anderen, besonders wichtigen Faktor für das Zusammenspiel von Ton und Tee aus: Wärmerückhaltevermögen [er spricht in diesem Zuge aber auch Wärmeleitfähigkeit an]. Dies sei wiederum von drei zentralen Eigenschaften des gebrannten Tons abhängig: Oberfläche: z.B. sehr viel größere Oberfläche bei Tonsorten mit mikroskopisch feiner, kristalliner Oberflächenstruktur, als bei glatteren Tonsorten. Wandstärke Dichte bzw. Porösität. Gerade anfänglich habe ein poröserer Ton ein höheres Wärmerückhaltevermögen, da die im Ton eingeschlossene Luft isolierend wirkt. Als zusätzlicher Faktor komme die Absorption von Tee durch porösere Stücke hinzu, die sich über die Temperaturfrage hinaus auswirkt. Diese Aussagen stellen keine erschöpfende Heuristik o.Ä. dar, ich habe sie lediglich als ersten Anreiz für einen Austausch hier gesammelt. Für mehr Kontext empfehle ich das Interview.

      Was mich besonders interessiert: Worauf basiert ihr eure Entscheidungen, welches Gefäß ihr für welchen Tee benutzt? Wie verläuft der gedankliche Prozess hinter einer solchen Entscheidung? Inwiefern lasst ihr euch von rationalen Überlegungen oder vielleicht auch von rein intuitiven oder ästhetischen Aspekten leiten? Eigentlich wollte ich selbst noch etwas dazu schreiben, aber damit der erste Beitrag nicht noch länger wird, gebe ich den Stift erst einmal ab.
    • Von Joaquin
      Das Forum Tee-Aufgussgefässe ist mit der Zeit gewachsen. Um es übersichtlicher zu gestallten, wurde es nun aufgeteilt in:
      Tee-Aufgussgefässe allgemein
      Allgemeine Tee-Aufgussgefässe, welche in kein anderes Tee-Aufgussgefässe-Forum gehören. Henkelteekannen - Kleinvolumig (Yixing, Chaozhou usw.)
      Henkelteekannen. Kleinvolumige Teekannen aus Yixing, Chaozhou, Nixing, Jianshui usw. oder aus anderen Materialien oder Herstellungsorten. Kyūsu
      Kyūsu, das traditionelle, japanische Aufgussgefäß. Regulär bekannt als Seitengriffteekanne. Gaiwan
      Gaiwan, das chinesische Aufgussgefäß.
    • Von MichaW75
      Hallo zusammen.
      Ich benutze zur Zeit eine Kyusu aus Tokoname Ton und bereite in ihr überwiegend Gyokuro und Sencha zu. Da ich mir nun erstmals einen Tamaryokucha zugelegt habe, möchte ich diesen auch in der Kyusu zubereiten und bin mir aber nicht sicher, ob das sinnvoll ist. Auf der Verpackung steht, dass er in der Pfanne geröstet wurde.
      Benötige ich eher eine separate Kyusu für Tamaryokucha oder hat es keinen Einfluss auf den Geschmack von Gyokuro? 
    • Von Toko
      Kyusu + Samashi Watanabe Tozo 渡辺陶三
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