Empfohlene Beiträge

In den meisten Punkten bin ich bei Dir - die Besonderheiten verschiedener Anbaugebiete wie Erntebeginn, regionale Spezialitäten (Tamaryokucha kenne ich eigentlich nur von Kyûshu) etc würde ich auch eher in späteren Ergänzungskapiteln behandeln.



Aber Aracha habe ich damals (15 Jahre her) nie im Einzelhandel gesehen, sondern kannte es nur als das Produkt, welches die Teebauern an die Großhändler / Blender verkauft haben. Erst bei den Großhändlern wurden dann die Demono aussortiert und dann die bereinigten Tees als Sencha, Gyokuro whatever weiterverkauft. Da war es ganz klar, dass Aracha der Rohtee ist.



Nun ja, in den Jahren seit 1998 wird sich einiges getan haben - vermutlich hat der damals einsetzende Trend regionaltypischer Produkte zu einer weiteren Diversifizierung des Teeangebotes beigetragen, so dass ich mir durchaus vorstellen kann, dass man auch einen Aracha an interessierte Endverbraucher in Fachgeschäften verkaufen kann. Dazu kommt natürlich auch, dass meine Erfahrungen aus Shizuoka stammen, wo zu der Zeit kaum ein Teebauer seine Erzeugnisse direkt an Endverbraucher verkauft hat - dort ging damals fast alles über Fabriken und Zwischenhändler. Das wird in Uji mit seinem stärkeren Tourismus sicher anders sein - dort wollen vermutlich die Touristen oft "direkt vom Teegarten" schöne und berühmte Souvenirs einkaufen.



Mit Seika auf Kyûshu, ckaden in Kyôto / Uji und mir in Shizuoka haben wir ja auch ganz unterschiedliche Eindrücke des japanischen Teeanbaus, die hier zusammenkommen.


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

für aracha kenn ich nur zwei anbieter, der grössere ist keiko.



der tee wird nach dem dämpfen und antrocknen nur einmal gerollt/getrocknet, und weist daher eine rel. grosse restfeuchte auf.



ich halt mich in dem thema aber jetzt zurück, denn es geht ja um anderes. :)


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Danke! Klar, nur zu. Feedback zu bekommen ist schon schwer genug, brauchbares Feedback ist noch viel seltener.

Kein Problem. :) Etwas generelles vorab. Du scheinst dich ja speziell auf das Anbaugebiet Uji und Kyoto im erweiterten Sinne zu beziehen. Kann es sein, dass dort Begriffe teilweise anders gebraucht werden? Ich kann das nicht beurteilen, da ich mich mit der Region nicht gut genug auskenne. Falls das so ist, faende ich es sehr interessant mehr darueber zu erfahren. In der (japanischen) Literartur wird sich ja meist auf Shizuoka bezogen, weil es das groesste Anbaugebiet ist und viele Organisationen und Forschungseinrichtungen dort sitzen.

Ich habe mich vorerst auf das Basiswissen konzentriert, dass Leute ansprechen soll, die sich einen ersten Überblick über japanischen Tee verschaffen wollen, aber ohne dass zu oberflächlich ist. Quasi ein solides Fundament. Die unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden sind wohl eher Thema für Spezialartikel. Ich werde das weiterverfolgen, wenn ich ein paar Bücher aus Japan bekommen habe.

Das kann ich nachvollziehen. Allerdings waere es doch gerade fuer den Einstieg interessant zu erfahren, was z.B. einen japanischen Gruentee von einem chinsischen unterscheidet. Und das ist doch (etwas pauschalisiert) die Verarbeitungsmethode. Wenn es dir in der Uebersicht zu unuebersichtlich wird, weurde ich es mit einem Satz irgendwo erawaehnen, dass die Bedaempfungsmethode in Japan erfunden wurde, und heute die vorherrschende Methode darstellt.

Ähnliches gilt für Hojicha aus ichiban-sencha: Gibt es, aber ist relativ selten, zumindest in Kyoto/Uji. Ich will nicht sagen, dass Hojicha aus Ichiban-Sencha Verschwendung wäre, aber weit davon entfernt ist es nicht. Wird halt eher in Privathaushalten gemacht, wenn man den Sencha nicht schnell getrunken hat :D Nach gängiger Definition ist Hojicha einfach Bancha. Aber was ich definitiv erwähnen kann ist, dass Hojicha auch oft aus Sencha geröstet wird.

Ich glaube hier kommen wir auf keinen gruenen Zweig mehr. ;) Brauchen wir aber auch nicht, denn erstens ist es dein Blog und an einer einheitlichen Definition von Bancha beissen sich auch die japanischen Teeexperten die Zaehne aus. Evtl. gibt es da auch regionale Unterschiede oder beziehst du dich auf Kyobancha? In allen Buechern, die ich bisher gelesen habe, werden Bancha und Hojicha seperat aufgefuehrt, da Hojicha ein durch Roesten weiterverarbeiteter Gruentee ist. Als Ausgangsmaterial dafuer kommt prinzipiell alles in Frage, von Bancha ueber Kukichia (aus der Bancha- und Sencha -Produktion) bis hin zu Sencha. Existenzielles Wissen ist das aber mit Sicherheit nicht. B)  

Über den bin ich auch ab und zu gestolpert, spielt aber keine große Rolle. Ist aber definitiv im Hinterkopf, jetzt erst recht.

Solltest du unbedingt mal probieren, falls du es nocht nicht getan hast. An der Teeproduktion Gesamtjapans ist der Anteil sicherlich gering, aber in den Anbaugebieten Kumamoto und Saga macht gut ein Drittel wenn nicht mehr aus. Kann ich verstehen, wenn du ihn erstmal weglaesst.

Ja, aber in dem Artikel habe ich mich bewusst auf die Region Kyoto/Uji konzentriert. 1) weil ich mich damit am besten auskenne, quasi mein Teeumfeld und 2) weil Uji das älteste Anbaugebiet in Japan ist und die ganzen Begriffe eben von dort stammen.

OK, das ist mir beim Lesen nur nicht ganz klar geworden, da du dich in anderen Abschnitten auf ganz Japan beziehst. Zumindest habe ich es so verstanden.

Aracha ist ein eigenes Produkt und wird schon weiterverarbeitet, aber die Blätter werden nicht zerschnitten oder gemischt oder sonstwas. Daher auch das erste Kanji im Namen, ara 荒, was "wild, grob" heißt und darauf hinweist, dass der Tee noch relativ in seiner ursprünglichen Form vorhanden ist (ganzes Blatt, aber gedämpft, getrocknet und gerollt).

So kenne ich Aracha auch: gedaempft (oder geroestet), getrocknet und gerollt. Allerdings nicht als eigenstaendiges Produkt, sondern wie gero geschrieben hat, als Zwischenprodukt, das die Haenlder von den Teebauern kaufen.

Edit: Du schreibst auf deinem Blog, dass bei der Sencha Verarbeitung die Blaetter 15 bis 20 Minuten gedaempft wuerden, um den Oxidationsprozess zu stoppen. Tippfehler, oder meinst du den Mega-mushi Sencha? ;) Angaben zur Bedampfungszeit kenne ich eigentlich nur in Sekunden. 

Die Seite ist zwar japanisch, aber veranschaulicht den Prozess ganz gut.

bearbeitet von seika

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Kein Problem. :) Etwas generelles vorab. Du scheinst dich ja speziell auf das Anbaugebiet Uji und Kyoto im erweiterten Sinne zu beziehen. Kann es sein, dass dort Begriffe teilweise anders gebraucht werden? Ich kann das nicht beurteilen, da ich mich mit der Region nicht gut genug auskenne. Falls das so ist, faende ich es sehr interessant mehr darueber zu erfahren. In der (japanischen) Literartur wird sich ja meist auf Shizuoka bezogen, weil es das groesste Anbaugebiet ist und viele Organisationen und Forschungseinrichtungen dort sitzen.

Beispiele für Begriffe?

Das kann ich nachvollziehen. Allerdings waere es doch gerade fuer den Einstieg interessant zu erfahren, was z.B. einen japanischen Gruentee von einem chinsischen unterscheidet. Und das ist doch (etwas pauschalisiert) die Verarbeitungsmethode. Wenn es dir in der Uebersicht zu unuebersichtlich wird, weurde ich es mit einem Satz irgendwo erawaehnen, dass die Bedaempfungsmethode in Japan erfunden wurde, und heute die vorherrschende Methode darstellt.

Das Problem ist: ich kenne mich nur mit japanischen Tee aus und weiß rein gar nichts über chinesischen Tee, deswegen will ich nichts über chinesischen Tee schreiben. Aber die Herstellungsmethoden werde ich im Hinterkopf behalten, mit denen habe ich mich bisher nicht großartig beschäftigt. Mir ging es erstmal darum, klar zu trennen, wann was zu welchen Tee in Japan wird.

Ich glaube hier kommen wir auf keinen gruenen Zweig mehr. ;) Brauchen wir aber auch nicht, denn erstens ist es dein Blog und an einer einheitlichen Definition von Bancha beissen sich auch die japanischen Teeexperten die Zaehne aus. Evtl. gibt es da auch regionale Unterschiede oder beziehst du dich auf Kyobancha? In allen Buechern, die ich bisher gelesen habe, werden Bancha und Hojicha seperat aufgefuehrt, da Hojicha ein durch Roesten weiterverarbeiteter Gruentee ist. Als Ausgangsmaterial dafuer kommt prinzipiell alles in Frage, von Bancha ueber Kukichia (aus der Bancha- und Sencha -Produktion) bis hin zu Sencha. Existenzielles Wissen ist das aber mit Sicherheit nicht. B)  

Gut, im Prinzip sind mir Definitionen relativ egal, Hojicha ist Hojicha, egal wo man es einordnet. Aus Bequemlichkeit ordne ich fast alles unter Bancha ein, weil es eben nicht Sencha/Gyokuro/Matcha ist, quasi als 4 große Gruppen. Oder eben, weil der Begriff "Alltagstee" sich ziemlich gut eignen, um alle Tees unter einen Hut zu bringen, die man mit 90°-100° heißen Wasser aufkocht und keine großen Umstände machen. Aber Hojicha werde ich in der Übersicht vielleicht nochmal herausstellen.

Edit: Du schreibst auf deinem Blog, dass bei der Sencha Verarbeitung die Blaetter 15 bis 20 Minuten gedaempft wuerden, um den Oxidationsprozess zu stoppen. Tippfehler, oder meinst du den Mega-mushi Sencha? ;) Angaben zur Bedampfungszeit kenne ich eigentlich nur in Sekunden. 

Tippfehler. Korrigiert und danke.

 

Die Seite ist zwar japanisch, aber veranschaulicht den Prozess ganz gut.

Ja, die Seite habe ich auch schon ins Visier genommen ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Falls ich nerve :P oder du die Diskussion lieber an anderer Stelle (pm) fuehren moechtest, sag mir bitte bescheid. Es ist nicht so, dass ich hier irgendwas verbessern will. Ich befinde mich selber noch im Lernprozess und erhoffe mir durch den Austausch mein groesstenteils angelesenes Wissen zu ueberpruefen und zu erweitern. Ich erhebe weder einen Anspruch auf Richtigkeit noch Allgemeingueltigkeit mit meinen Aussagen. Das wuerde ich mir bei meinem limitierten Wissen nicht anmassen.



Bitte fasse das daher nicht als Kritik an dir persoenlich oder deinem Blog auf. Deinen Blog finde ich sehr informativ und auch optisch sehr ansprechend gestaltet. Vielleicht ist es einfach nur der Wunsch, nach einer Seite mit umfasssenden und fundierten Informationen zum Thema japanischer Gruentee im Internet. :wub:  Bisher habe ich noch nichts in deutscher Sprache (wikipedia ist da auch keine Ausnahme) gefunden, das diesem Anspruch genuegt. Entweder sind meine Erwartungen zu hoch, oder aber, was noch viel wahrscheinlicher ist, ich habe nicht richtig gesucht.



Zu den regional unterschiedlich gebrauchten Begriffen faellt mir unter anderem Bancha ein, ;) in einigen Dialekten ist damit Hojicha gemeint. Weitere Beispiele: in Kumamoto wird mit Aoyagicha ein pfannengeroesteter Bergtee bezeichnet. Guricha scheint ebenso regional verschiedene (wenn auch nicht allzu abweichende) Bedeutungen zu haben, entweder ist ein gedaempfter oder ein pfannengeroesteter Tamaryokucha oder aber Tamaryokucha ganz allgemein gemeint.



Jemanden, der zeitweise als Uebersetzer taetig war, und sich nicht nur einmal den Kopf zermatert hat, wie man Begriffe in eine Sprache uebertraegt, in der es das hinter dem Begriff stehende Konzept nicht gibt, hat da vielleicht eine andere Herangehensweise. Manche Begriffe lassen sich nicht eins zu eins uebertragen, darueber bin ich mir im klaren. Die Eindeutigkeit sollte aber meiner Meinung nach gewahrt bleiben, d.h. das man bei der Rueckuebersetzung wieder auf das Ursprungswort kommt. Ansonsten wird es konfus. OK, ich schweife etwas vom Thema ab. Sorry.



Wenn man auf Deutsch Informationen zu japanischen Gruentee sucht, stoesst man immer wieder auf den Begriff „Alltagstee“, meist in Bezug auf Bancha. Gegen den Begriff an sich habe ich nichts, aber ich frage mich halt, worauf sich dieser Begriff bezieht, woher er kommt? Im japanischen Wort 番茶 weist jedenfalls nichts auf eine Bedeutung Alltag hin. Liegt es vielleicht an den Trinkgewohnheiten der Japaner, dass diese im Alltag, also oft, Bancha trinken? Aufgrund der Produktionsmenge von Gruentee in Japan kaeme dafuer eigentlich nur Sencha in Frage, der 60-70% der Gesamtproduktion ausmacht. Ich weiss natuerlich nicht, was 127 Millionen Japaner zu Hause trinken, aber aufgrund der Produktionsmenge, dem Angebot der Haendler und meiner persoenlichen Erfahrungen wuerde ich behaupten, dass ueberwiegend Sencha konsumiert wird und dieser somit der Bezeichnung „Alltagstee“ am naechsten kaeme.



Und das bringt mich zurueck zur Baustelle "Definition". Ist ein Sencha aus zweiter oder dritter Ernte noch ein Sencha oder schon ein Bancha? Finde es macht daher schon Sinn, eine Definition zu haben, sonst redet man ueber Aepfel, waehrend man Birnen meint.



Abschliessend, ich kenne mich mit chinesischem Tee auch nicht aus. Die Relevanz Chinas oder zutreffender chinesischem Tee erklaert sich aber ganz einfach daraus, dass Tee ein Kulturimport aus China ist, welcher in Japan weiterentwickelt wurde (Matcha und Sencha sind hier zwei Stichworte). Das ist, um im gleichen Kulturkreis zu bleiben, so, als ob man ueber das japanische Schriftsystem spricht und aussen vor laesst, dass es auf den chinesischen Schriftzeichen basiert.



So...genug in deinem Thread gespamt. :D  Ich warte einfach mal ab, wie sich dein Blog entwickelt und freue mich auf neue Eintraege. In dem Sinne 頑張って! Einen Leser mehr hast du auf jeden Fall.


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Zu Bancha: In einem Buch habe ich mal die Erklärung gelesen, dass es sich dabei um Tee des einfachen Volkes handelt, der stark von der regionalen Kultur geprägt ist. Hintergrund dabei ist, dass bei der Sencha-Herstellung die armen Bauern (wie eigentlich immer) die Reste bzw. Blätter anfingen zu verwerten, die für die normale Sencha-Herstellung nicht infrage kamen. Das macht auch Sinn, denn wie seika schon richtig sagte, gibt es in ganz Japan viele verschiedene Interpretationen dieses Tees. Mal handelt es sich einfach nur um neue Triebe späterer Ernten, mal sind es Blätter, die viel zu groß und bitter sind, um für Sencha verwendet zu werden. Erntezeiten, Blattwahl und Verarbeitung sind also nicht einheitlich, daher würde ich den Begriff als Kategorie bezeichnen.


Ich kann mir gut vorstellen, dass Bancha früher Alltagstee war. Mittlerweile ich einfacher Sencha so günstig, dass sich das jeder locker leisten kann. Vielleicht war Sencha früher so besonders und teuer, dass er nicht für den täglichen Konsum infrage kam?


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

hab gerade in meiner rohausarbeitung nachgesehen (geordnete stichworte sind das): 1.+2. ernte sencha, 3.+4. bancha (wobei es aber auch sonderformen gibt).



"ban" hab ich als "reihenfolge" bei mir übersetzt stehen (natürlich nicht von mir übersetzt), mit der bedeutung, dass bancha aus nachgewachsenen/in der reihenfolge späteren blättern besteht, während für sencha die  obersten blätter der sprossachse verwendet werden.


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Falls ich nerve :P oder du die Diskussion lieber an anderer Stelle (pm) fuehren moechtest, sag mir bitte bescheid. Es ist nicht so, dass ich hier irgendwas verbessern will. Ich befinde mich selber noch im Lernprozess und erhoffe mir durch den Austausch mein groesstenteils angelesenes Wissen zu ueberpruefen und zu erweitern. Ich erhebe weder einen Anspruch auf Richtigkeit noch Allgemeingueltigkeit mit meinen Aussagen. Das wuerde ich mir bei meinem limitierten Wissen nicht anmassen.

Bitte fasse das daher nicht als Kritik an dir persoenlich oder deinem Blog auf. Deinen Blog finde ich sehr informativ und auch optisch sehr ansprechend gestaltet. Vielleicht ist es einfach nur der Wunsch, nach einer Seite mit umfasssenden und fundierten Informationen zum Thema japanischer Gruentee im Internet. :wub:  Bisher habe ich noch nichts in deutscher Sprache (wikipedia ist da auch keine Ausnahme) gefunden, das diesem Anspruch genuegt. Entweder sind meine Erwartungen zu hoch, oder aber, was noch viel wahrscheinlicher ist, ich habe nicht richtig gesucht.

Genau dieser Abschnitt nervt :P Lass das mal weg, solange es mit meiner Seite bzw. mti Themen zu tun hat, die auf meiner Seite behandelt werden, ist das völlig ok für mich und ich bin da auch dankbar.

Jemanden, der zeitweise als Uebersetzer taetig war, und sich nicht nur einmal den Kopf zermatert hat, wie man Begriffe in eine Sprache uebertraegt, in der es das hinter dem Begriff stehende Konzept nicht gibt, hat da vielleicht eine andere Herangehensweise. Manche Begriffe lassen sich nicht eins zu eins uebertragen, darueber bin ich mir im klaren. Die Eindeutigkeit sollte aber meiner Meinung nach gewahrt bleiben, d.h. das man bei der Rueckuebersetzung wieder auf das Ursprungswort kommt. Ansonsten wird es konfus. OK, ich schweife etwas vom Thema ab. Sorry.

Ja, das Problem kenne ich auch -_-

Wenn man auf Deutsch Informationen zu japanischen Gruentee sucht, stoesst man immer wieder auf den Begriff „Alltagstee“, meist in Bezug auf Bancha. Gegen den Begriff an sich habe ich nichts, aber ich frage mich halt, worauf sich dieser Begriff bezieht, woher er kommt? Im japanischen Wort 番茶 weist jedenfalls nichts auf eine Bedeutung Alltag hin. Liegt es vielleicht an den Trinkgewohnheiten der Japaner, dass diese im Alltag, also oft, Bancha trinken? Aufgrund der Produktionsmenge von Gruentee in Japan kaeme dafuer eigentlich nur Sencha in Frage, der 60-70% der Gesamtproduktion ausmacht. Ich weiss natuerlich nicht, was 127 Millionen Japaner zu Hause trinken, aber aufgrund der Produktionsmenge, dem Angebot der Haendler und meiner persoenlichen Erfahrungen wuerde ich behaupten, dass ueberwiegend Sencha konsumiert wird und dieser somit der Bezeichnung „Alltagstee“ am naechsten kaeme.

Hm, da hast du recht. Vielleicht, weil Bancha normalerweise in Restaurants serviert wird und daher "nichts besonderes" darstellt, was bei Sencha ja total anders sein kann. Aber ich bestehe auch nicht auf den Begriff Alltagstee.

Und das bringt mich zurueck zur Baustelle "Definition". Ist ein Sencha aus zweiter oder dritter Ernte noch ein Sencha oder schon ein Bancha? Finde es macht daher schon Sinn, eine Definition zu haben, sonst redet man ueber Aepfel, waehrend man Birnen meint.

Was wir hier diesbezüglich definieren ist eigentlich eh völlig egal. Wenn die denken, aus der dritten Ernte noch einen Sencha machen zu können, dann können wir hier soviel definieren wie wir wollen, es ändert nichts daran :P Ich denke, wir sollten hier bei der Qualität bleiben - aus welcher Ernte der Tee nun letztendlich kommt, ist ne Randinformation bzw. Allgemeinwissen. Die Extreme sind ja klar: Ichibancha kann kein Bancha sein und in Yonbancha wird garantiert kein Sencha mehr rauskommen. Über die fragilen Zwischenstufen sollten wir uns nicht beharken.

"ban" hab ich als "reihenfolge" bei mir übersetzt stehen (natürlich nicht von mir übersetzt), mit der bedeutung, dass bancha aus nachgewachsenen/in der reihenfolge späteren blättern besteht, während für sencha die  obersten blätter der sprossachse verwendet werden.

Ja, "ban" heißt nicht direkt Reihenfolge (das wäre "junban"), aber in der Kombination "Zahl + Ban" bezieht es sich durchaus auf eine Reihenfolge.

Hier die überarbeitete Übersichtsgrafik, bei der die Übersicht langsam flöten geht :P Ist noch nicht final, aber schonmal zum diskutieren freigegeben. Kann auch direkt dort kommentiert werden.

https://docs.google.com/file/d/0B7ZMFANj1gVpQlhqLVlTUTFBVmc/edit?usp=sharing

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Leider funktioniert die Kommentierfunktion mit meinem Browser nicht. Deshalb hier.



Inhaltlich finde ich die Uebersicht gelungen. Da ist alles drin. Wenn du es noch schaffst, das irgendwie uebersichtlich hinzubekommen, waere es fuer den Einstieg in meinen Augen perfekt. :)  



Ich denke, dass es dem "Organigrammwahn" verschuldet ist, daher die Kritik nur unter Vorbehalt. Die Ebene "Lange Beschattung" und "Kurze Beschattung" wuerde ich produktionstechnisch vor der Ebene "Aracha" ansiedeln. Eventuell gewinnst du mehr Uebersicht, wenn du den Strang fuer roten und oishita trennst, also zwei Mal Aracha einbaust. Musst du mal schauen, was man da machen kann.



Als letzten vernachlaessigbaren Punkt, in der Uebersicht ist die japanische Schreibweise teilweise unterschiedlich 釜炒製 und 釜炒茶. Das wuerde ich vereinheitlichen. Welche Schreibweise du dabei waehlst ist natuerilich dir ueberlassen, praeferieren wuerde ich die Schreibweise mit hiragana, da sie verbreiteter scheint. (Ist so auch leichter als kun-Lesung zu erkennen) Also 蒸製 anstatt 蒸製. Wie gesagt, das ist nur eine Kleinigkeit, die nicht so wichtig ist, da sich deine Seite ja vornehmlich an deutsche Leser richtet.


Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Schaubild überarbeitet: https://docs.google.com/file/d/0B7ZMFANj1gVpczJiQ1V5ZXU1YVE/edit?usp=sharing



Ich denke, dass es dem "Organigrammwahn" verschuldet ist, daher die Kritik nur unter Vorbehalt. Die Ebene "Lange Beschattung" und "Kurze Beschattung" wuerde ich produktionstechnisch vor der Ebene "Aracha" ansiedeln. Eventuell gewinnst du mehr Uebersicht, wenn du den Strang fuer roten und oishita trennst, also zwei Mal Aracha einbaust. Musst du mal schauen, was man da machen kann.


Dafür hätte ich auch den Kasten Dämpfung zweifach haben müssen, was zuviel geworden wäre. Ich habe jetzt einfach ein Sternchen * hinzugefügt, unter dem ich dann nochmal darauf hinweisen werde, dass sich die Beschattung noch auf die Zeit während des Anbaus bezieht und nicht erst so spät in der Produktion vorkommt. Für etwas mehr Übersicht auch die fertigen Produkte farblich markiert.



Als letzten vernachlaessigbaren Punkt, in der Uebersicht ist die japanische Schreibweise teilweise unterschiedlich 釜炒製 und 釜炒茶. Das wuerde ich vereinheitlichen. Welche Schreibweise du dabei waehlst ist natuerilich dir ueberlassen, praeferieren wuerde ich die Schreibweise mit hiragana, da sie verbreiteter scheint. (Ist so auch leichter als kun-Lesung zu erkennen) Also 蒸製 anstatt 蒸製. Wie gesagt, das ist nur eine Kleinigkeit, die nicht so wichtig ist, da sich deine Seite ja vornehmlich an deutsche Leser richtet.


Korrigiert, darauf habe ich einfach noch nicht geachtet.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich bin seit Anfang November und noch bis zum 29. November in Japan. Über Tee gab es zwar noch nicht soviel (dafür erstaunlich viel über Ramen :D ), aber wer sich für Japan allgemein interessiert, kommt auf seine Kosten. Sicherlich auch durch die vielen kleinen Updates auf der Facebook-Seite von Japan-Kyoto.de - die Artikel an sich brauchen leider viel Zeit und werden seit dem 17. November im 3-Tages-Rythmus veröffentlicht, um etwas den Druck rauszunehmen.

Webseite: Japan-Kyoto.de
Facebook: Satori Nihon Japan

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Endlich wieder was vernünftiges in der Teetasse! Am Montag kam meine lang erwartete Sendung aus Japan an. Was ist alles dabei?
1) Nach längerer Durststrecke gibt es nun wieder hochwertigen Grüntee, genauer gesagt Kokyu (=high quality) Sencha von JA Yamashiro, meine aktuelle Teeempfehlung. Ein Hersteller, der mit verschiedenen Bauern aus der Region Wazuka zusammen arbeitet.
2) Aoarashi-Matcha von Marukyu-Koyamaen
3) Und was ich mir auch schon lange gewünscht habe, ein schmaler, länglicher Chasen (Matcha-'Besen') - passend für meine Tsutsu-Matcha-Schale, die ebenso hoch und schmal ist. Hergestellt von Chikumeido, einem Traditionshersteller für Chasen in der Nara-Präfektur. -> www.chikumeido.com

IMG_20170307_164310 (1).jpg

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden