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  1. 9 points
    SoGen

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Nach der grünen Pflichtübung heute vormittag - ein Meng Ding Gan Lu des aktuellen Jahrgangs, zu dem ich mich vielleicht demnächst mal äußern werde - war ich am Nachmittag in abenteuerlicher Stimmung. Also eine Wundertüte geöffnet - mein Dealer in Shanghai verehrt mir gelegentlich irgendwelche Proben von Tees, die er gar nicht im Programm hat (und ich folglich auch nicht ordern könnte, wenn mir die Probe zusagt) und wo ich dann 'rate mal, welcher Tee heute in der Tasse ist' spielen kann. Die heutige Überraschung war wenigstens mit einem Hinweis beschriftet: - wenn auch keinem sonderlich aufschlussreichen. Ein prosaisches "80er-Jahre-Tee". Die Werbeabteilung der Firma braucht offensichtlich dringend mal fachmännischen Rat ... Leider kein Oolong, wie sich nach dem Öffnen herausstellte (war eh nur eine sehr schwache Hoffnung gewesen), sondern offensichtlich ein Pu. Schaut aus wie der gehäckselte Heckenschnitt vom Vorjahr, der sich seitdem auf dem Komposthaufen ausgeruht hat: Die Hälfte der Probe (etwas über 7 gr) auf 120 ml Black Forest bei knapp 100° C, aufgegossen im innen glasierten Kännchen von Bero. Schmeckt, als hätte man eine Suppe aus gut abgelagertem Waldboden mit reichlich Reisig und Moos gekocht (nicht, dass ich das schon ausprobiert hätte - aber so stelle ich mir das vor). Zwar nicht wirklich mein Fall - aber immerhin keine Hefe-, Pilz- oder gar Schimmelnoten. Nicht mal Moder. Schöne klare, bernsteinfarbene Tasse, weiche Textur. Also - so meine laienhafte Vermutung - wohl kein Shu. Auch keinerlei Bitterkeit, nicht einmal nennenswerte Adstringenz. Wenig Entwicklung, es passiert eigentlich nichts spannendes. Bei den ersten drei Aufgüssen schwach ein paar eigenartige, unidentifizierbare Aromen in der Nase - lediglich eines davon erinnerte mich ein wenig an den Lieblingskaugummi meiner Kindheit: Bubble Dubble. Nun, ein Proust bin ich nicht, aber eine Art Madeleine-Effekt war das schon ... Etwa ab dem 5. Aufguss lässt der Geschmack und auch die Farbe allmählich nach. Generell verliert er seine Ecken und Kanten; wird 'runder' aber auch ein wenig langweilig. Das erstaunlichste: der Abgang / Nachhall lässt deutlich weniger nach und bleibt recht kräftig, was dann bei den späteren Aufgüssen zur eigenartigen Wahrnehmung führt, dass die Geschmacksempfindung mit Verzögerung einsetzt. Nach dem 11. Aufguss war mein Interesse mehr als hinreichend befriedigt - der Tee hatte zwar noch etwas Reserven, aber es passierte nichts Neues mehr. Das ausgelaugte Blatt sah dann auch nicht ästhetisch ansprechender aus als das trockene: Kleine offtopic-Anmerkung noch: über solche Frivolitäten wie Tea Pets bin ich natürlich erhaben, bei mir überwacht eine Trinität veritabler Tea GODs die Liturgie der Teesitzung, thronend auf ihren mythischen Reittieren Schnappi und Speedy ... _()_
  2. 8 points
    SoGen

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Einer kürzlich eingetroffenen Bestellung von Oolongs war eine Probe beigefügt, die mich zu einem kleinen Vergleichstest inspirierte. Zunächst die Probe: Wie dem Label 福鼎 白茶 (Fuding Bai Cha) zu entnehmen ist, ist die Herkunft Fuding in Fujian, also (zusammen mit dem benachbarten Zhenghe) das 'klassische' Terroir für weißen Tee (no offense intended, ihr Yunnan-Fans ...). Auf der Rückseite des Wrappers stand noch (hier nicht abgebildet) 松压老白茶 - song ya lao bai cha, 'leicht gepresster gealterter weißer Tee'. Wie der Umverpackung des Händlers zu entnehmen 7 Jahre alt, also wohl Jahrgang 2013. Die als Portionsgröße angegebenen 6 gr sind etwas hochstaplerisch; meine (geeichte) Feinwaage zeigte ohne Wrapper 4,4 gr an. Wobei es natürlich auch sein kann, dass als Giveaway / Werbeproben eigens untergewichtige Portionen aussortiert wurden. Bei 6 gr / Portion käme ein Preis von € 33,33 / 100 gr heraus. Hier nun die 'Konkurrenz': - ebenfalls ein Lao Shou Mei (dem Blattgut nach zu urteilen handelte es sich auch bei der Probe um einen Shou Mei), deutlich flacher und - wie sich beim Aufgießen zeigte - auch stärker gepresst. Laut Packungsaufschrift am 28.04.2012 gelesen und am 08.05.2019 verpackt. Also ebenfalls 7 Jahre alt. Das Tütchen ist innen aluminiumbeschichtet und luftdicht verschweisst. Zwar nicht vakuumiert, aber ein weiterer Reife- / Alterungsprozess dürfte damit zuverlässig unterbunden sein. Was mich zu der Überlegung führte, ob 7 Jahre Lagerung eine Art Optimum für Shou Mei ist; Lagerung bringt ja neben positiven Effekten unweigerlich auch einen zunehmenden Verlust leichter flüchtiger Aromen mit sich. Produzent ist der in Fuding ansässige Weißteespezialist Jubaitang Tea Company, Vertrieb in den Westen durch DTH. Die Tütchen werden als Gebinde von 10 Stück verkauft und enthalten exakt 4 gr pro Tütchen, was einen Preis von $ 50 bzw. knapp € 46 pro 100 gr ergibt - ohne Transportkosten. Wenn man dies und die aufwändigere (und teurere) Verpackung in Betracht zieht, sind also beide Tees in der gleichen Preisstufe. Um möglichst gleiche Bedingungen zu haben, habe ich beide Tees nicht parallel verkostet, sondern nacheinander im gleichen Aufgussgefäß - einem innen glasierten 90 ml - Gaiwan. Also deutlich kräftiger dosiert, als vom Händler Nan Yi vorgeschlagen. Die vorgeschlagenen Zeiten (90 / 60 / 60 / 120 / 150 / 180 Sekunden) habe ich übernommen und als Ausdauertest noch einen 7. Aufguss von 300 Sekunden hinzugefügt. Um es gleich vorwegzunehmen - man kann sich diesen Aufguss sparen, man verpasst da nichts. Die vorgeschlagene Aufgusstemperatur von 90° C ist nach meinem Geschmack deutlich zu niedrig; ich habe meinen Wasserkocher stattdessen auf 98° C eingestellt, also knapp unter dem Siedepunkt. Hier der vierte Aufguss des Nan Yi - Tees (oben) und der dritte des Jubaitang. Die Aufgussfarbe unterschied sich zwischen beiden Tees nur minimal; zu wenig, als dass dies auf einem Foto hier erkennbar wäre. Sie war über die ganzen Sitzungen auch bemerkenswert konstant. Lediglich der vierte (der ja auch doppelt so lange zog) war in der Farbe bei beiden noch einen Tick kräftiger als der dritte. Farbe wie auch Geschmack verblassten dann bis zum 6. Aufguss kaum merklich. Der Tee von Nan Yi kam sehr voll und rund daher, mit bemerkenswerter Süße - auch wenn ich da beim besten Willen keinen Honig assoziieren konnte. Weiches Mundgefühl, null Adstringenz geschweige denn Bitterkeit. Shou Mei war bei mir lange off list, wegen der eigenartigen, (mich) an altes Laub erinnernden Aromen und dem ausgesprochen trockenen Mundgefühl - eine Charakteristik, die bei Mudan und erst recht Yin Zhen nur angedeutet bzw. zu erahnen ist, die ich hingegen beim jungen Shou Mei als penetrant empfinde. Davon (bei beiden Tees) keine Spur mehr. Der von Nan Yi - so angenehm er sich trinken lässt - ist freilich recht eindimensional. Auch von einer Entwicklung ist nichts zu schmecken, wenn man von der sehr allmählich nachlassenden Intensität absieht, die nach dem 6. Aufguss (ich hatte es schon angedeutet) dann allerdings deutlich abfällt. Beide sind nach 6 Aufgüssen für meinen Geschmack definitiv ausgereizt. Der von Jubaitang war im Vergleich deutlich leichter, wenn auch kaum weniger weich. Dezentere Süße, dafür deutlich komplexere Aromenstruktur, wobei speziell in den Aufgüssen 3 und 4 überraschend würzige Nuancen auftauchten. Die Grundnote erinnerte mich ein wenig an das 'muscatel flavor' besserer 2nd flushs aus Darjeeling. Im 5. und 6. Aufguss näherten sich beide Tees einander zunehmend geschmacklich an - der von Nan Yi verlor seine Kraft, der Jubaitang dafür seine Komplexität. Generell gefiel mir der Jubaitang besser - wobei der Nan Yi zweifellos ein toller Tee ist. Aber im direkten Vergleich wirkte er ein wenig plump. Das Blattmaterial zeigte beim Nan Yi (unten links) einen etwas höheren Stengelanteil, was vermutlich für den kräftigeren Geschmack und die tiefere Süße verantwortlich ist; dass dies an der nur unerheblich größeren Menge (okay, immerhin 10% ...) des aufgegossenen Blattguts lag (0,4 gr) glaube ich nicht so recht. Wobei der unterschiedliche Jahrgang 2012 / 2013 natürlich auch eine Rolle spielen könnte. Ansonsten zeigte das Blattgut einen hohen Anteil kaum beschädigter Blätter (vermutlich Handpflückung) sowie auch einige Knospen. Der Jubaitang sah da deutlich mitgenommener aus, was aber vielleicht auch an der stärkeren Pressung lag. Die - da sich die Blätter des Chips (片 pian - mir fällt keine bessere Übersetzung ein) hier langsamer voneinander lösten - wohl auch für den insgesamt etwas zurückhaltenderen Charakter mit verantwortlich war. Mitverantwortlich wohl auch ein etwas höherer Anteil an Knospen bzw. 'two leaves and a bud'. Zusammenfassend: beide Tees sind mE ihren nicht gerade bescheidenen Preis wert. Ob man nun dem wuchtigen, intensiven von Nan Yi oder dem vergleichsweise fragilen von Jubaitang mit seinen subtilen Aromanuancen den Vorzug gibt, ist mE eher eine Sache persönlicher Präferenzen als objektiver Kriterien. _()_
  3. 8 points
    Anima_Templi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Eine Teepremiere gab es heute: 2019er Ming Jian GABA Oolong Mein erster! GABA Oolong überhaupt. Der Händler ist schon ein feiner Kerl. Ehrlich, boden- und anständig. Das schätze ich sehr. Auf die sagenhaften gesundheitlichen Vorzüge von GABA Oolong angesprochen meinte er nur, er würde dem nicht zu viel bei messen... Er trinkt den Tee halt einfach, weil er toll schmeckt. Und das tut er! Pflaumenkompott an Weihnachten, mehr gibt es nicht zu sagen. Und nicht dezent, sondern volle Kanone! Wer das nicht schmeckt, nein, wem das nicht ins Gesicht springt, dessen Geschmackssinn ist nicht mehr zu retten. Gibt es hier Liebhaber kitschiger Vintage-Teekeramik aus China? Nun, mit diesem Stück bin ich einer geworden. Dieser Gaiwan ist geil. Punkt.
  4. 7 points
    SoGen

    Aufgüsse und Gesundheit

    Hallo Peter, aus den ersten Reaktionen hier wurde wohl schon deutlich, dass hier im Forum einige Vorbehalte zu dieser Webseite existieren. Meine persönliche Einschätzung: man kann dort ein paar gute und brauchbare Informationen finden - aber insbesondere für einen Neuling ist es schwierig, diese von reinem bullshit zu trennen, der sich dort reichlich findet. Grundsätzlich wäre zu der Seite aus meiner Sicht anzumerken, dass der Betreiber zwar zu Recht einen Doktortitel hat - aber kein Mediziner oder Naturwissenschaftler ist. Seine Fachkompetenz ist eher das Marketing und seine Verlinkungen speziell auf den Händler Sunday.de sind kein Zufall. Dass die Geschäftsbeziehung zwischen Dr. Schweikart und Sunday.de nicht offengelegt wird, finde nicht nur ich zumindest grenzwertig hinsichtlich Seriosität. Die Webseite, auf die Du Dich beziehst, ist eben keine reine Informationsseite, sie ist vor allem eine verdeckte Werbeplattform für das Unternehmen des Doktors. Wobei das hauptsächliche Werbeargument der Aspekt 'Gesundheit' ist - der bei Grüntee zweifellos gegeben ist, aber für die meisten Foristen hier (vermute ich mal) nur eine nachrangige Rolle spielt. Und die 'Claims', die in Hinsicht Grüntee gemacht werden, sind nicht immer so hieb- und stichfest, wie da der Anschein erweckt wird. Nach dieser umständlichen Einleitung: Tee - insbesondere Grüntee - sollte man so oft aufgießen, wie er einem schmeckt. Da entwickelt jeder, der das längere Zeit macht, unweigerlich seine eigene Methode und Präferenzen. So hat z.B. die Anzahl der Aufgüsse, die man macht, nicht nur etwas mit der speziellen Teesorte zu tun, sondern (in Grenzen) auch mit den Parametern Menge (Tee/Wasser), Aufgusstemperatur und Ziehzeit(en). Mein Standard bei 'Japanern' sind beispielsweise vier Aufgüsse, wobei ich allerdings auch recht großzügig dosiere und dem ersten Aufguss meist nur 60 Sekunden gebe und den 3. und 4. mit etwas höherer Temperatur aufgieße. Der Herr Doktor würde nun meine Aufgüsse wahrscheinlich als "unharmonisch" abtun, weil sie schwerpunktmäßig unterschiedliche Aspekte des Tees betonen, aber das ist mir ziemlich schnurz. Für mein Harmoniebedüfnis reicht's. Was nun den gesundheitlichen Aspekt angeht, so ist keiner von diesen Aufgüssen in irgendeiner Weise bedenklich, wenn man nicht mit dem Magen empfindlich auf die sog. 'Gerbsäure' des Tees reagiert. Eine solche Überempfindlichkeit ist dann entweder genetisch bedingt oder durch eine anderweitig verursachte Schädigung. Gesundheitsschädigend ist Tee (vorausgesetzt, er ist nicht pestizidbelastet) nicht, egal wie oft man ihn aufgießt. Gesundheitlich schädigende Auswirkungen sind mW lediglich von schwarzem Tee bekannt, wenn er als Dekokt zubereitet (also ausgekocht) wird, wie das z.B. in Tunesien üblich ist. Da gibt es auch entsprechende, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen. Die 'Hinweise' Dr. Schweikarts sind mE auf Leute gezielt, die weder die Zeit noch die Sorgfalt aufbringen wollen oder können, einen Tee angemessen zu behandeln. Das "Fazit" am Schluss des Elaborats, das Du verlinkt hast - "einmalige Zubereitung mit 50-60 Grad Celsius (je nach Teequalität) und einer exakten Ziehzeit von 2 Minuten" zu empfehlen - ist mE blühender Unsinn. Sowohl in gesundheitlicher als auch in gustatorischer Hinsicht. _()_
  5. 7 points
    GoldenTurtle

    Pu Erh Lagerung

    Auf meiner Suche nach preiswerten aber dennoch guten Langzeit-Lagermethoden für Sheng und Shou habe ich mich, auch aufgrund der Empfehlung von Pu'Er Produzent Yu, ziemlich fix auf Bambus ausgerichtet. Eigentlich wird zwar traditionell das Bambusblatt verwendet, aber ich glaube durch die ausgezeichnete feuchtigkeitsregulierende Funktion vom Bambusholz bin ich damit nicht schlechter dran. Ich hab vor Jahren schon etliche Bambuskörbe aus China für mich und einen Teefreund importiert, die absichtlich für die Pu'Er Lagerung konzipiert wurden. Aber so billig war das nicht, und da hatte es auch nur für je etwa 6 Fladen Platz. Also hab ich mal weitergesucht ... gefunden habe ich bereits vor einer Weile Wäschesammler aus Bambus, die zumindest teilweise ungefärbt sind ... vom nachfolgend abgebildeten Modell von Zeller habe ich nun endlich einmal ein Stück zum Testen geordert ... schön dicht gearbeitet, auf das achte ich eben auch. Ein winziges bisschen Luftaustausch sollte schon da sein, aber eben auch nicht viel ... 35cm Durchmesser, 60cm Höhe ... da sollten also etwa 10, 12 grössere Beeng drin Platz haben ... auf den Fladen gerechnet also etwa 3€ für die Lagerung. Im Vergleich zu was da sonst so bei meinen Teefreunden als Lagermedien kursiert - ob es jetzt japanische Kirschholzrindendosen oder Yixing Tontöpfe sind - ist dies ein geradezu lächerlicher Preis pro Fladen. Und sieht auch noch hübsch aus. Finde ich zumindest. Ich hoffe lediglich auf einen natürlichen Duft, wartet deshalb besser mal noch auf mein Feedback diesbetreffend ...
  6. 7 points
    seika

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute im Homeoffice mal wieder den Kōshun. Eigentlich fast zu schade, um ihn nicht mit der ihm gebührenden Aufmerksam zu trinken. Aber was nicht ist, kann nach Feierabend noch werden. 😁
  7. 7 points
    Anima_Templi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Dem Wunsch der Kröte entsprechend bleibt das Kännchen beim Panda: 16er BHT Hin und wieder so einen Dragon Ball zu brühen hat schon was. Es ist erfrischend anders den Höhepunkt eines Tees erst ab einer hohen Aufgusszahl zu erleben, bei denen viele andere schon die Segel streichen. Die Entwicklung dahin, inkl. der ersten leichten Aufgüsse, wenn der Ball noch nicht ganz geöffnet ist, schafft eine tolle Erlebniskurve. Die Kopfnoten sind etwas dezenter als beim GFZ DB, dafür der Körper noch satter und verweilender. Erst ab dem 8. oder 9. Aufguss dreht er richtig auf. Dann haben wir satte Frucht, mit einer erhabenen Bitternis als Sahnehäubchen und etwas von gebrannten Mandeln. Das Qi ist intensiv, aber nicht so plättend wie beim GFZ, oder gar dem Bulang vom Jeep. Vielmehr wirkt es beruhigend und ausgleichend. Kopflastig, dann aber schön in den Körper abfließend, macht happy! Ein super Tee, top verarbeitet, mit spitzen Ausdauer. Man beachte den Farbunterschied der einzelnen Aufgüsse: auf dem Bild mit rundem Pitcher ist im Pitcher Aufguss 8, in den Schälchen Aufguss 7. Auf dem letzten Bild ist der 12.! Aufguss zu sehen.
  8. 7 points
    nemo

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Das Kyoto-Set der Gyokuro von Yutaka Tee erwies sich für mich als absoluter Glücksgriff. Bisher hatte ich höchstens eine handvoll Gyokuro in der Schale, aber irgendwie hatte ich Lust, auch mal etwas in diese Richtung zu probieren. Dankenswerterweise bekam ich auf Anfrage auch eine Empfehlung hinsichtlich der Verkostungsreihenfolge und schlürfte mich dann von Tee zu Tee durch. Die zwei, die mir am besten gefallen haben, waren der Shimooka Saemidori und der Kobayashi Master Blend. Ersterer aufgrund seiner frischen Noten, letzterer, den ich gerade nochmal genieß, wegen des unglaublichen Facettenreichtums im Geschmack. Einen eindeutigen Favoriten könnte ich nicht nennen. Da mich die Qualität aller Tees überzeugt hat, wurden gleich die schon erhältlichen Shincha geordert und auch hier entsprach der erste, frisch aus dem Paket, gerade voll meinem Geschmack. Morgen kommen dann mit dem neuen Probenset von Peter mal wieder die gewohnteren Geschmacksnoten dran, es war aber sicher nicht die letzte Bestellung bei Yutaka Tee. Vielen Dank auch hier nochmal für die sehr zuvorkommende Beratung und alles, @cml93
  9. 7 points
    Diz

    Die hohe Schule des wahren Genusses

    Das höre ich von jedem 08/15 Kiffer wenn er einen Jolly dreht.
  10. 7 points
    Vorerst zum letzten Mal, der Gyokuro Uji-Hikari von yutaka-tee. Ein wunderbarer Tee, den ich sicherlich wieder bestellen werde. An alle Mamas im Forum, ich wünsche Euch einen wunderschönen Muttertag.
  11. 7 points
    Heute zur besonderen Erbauung für @doumer : Premium Oriental Beauty in Klärschlick garniert mit Augenkrebs . Ich lieeeeebe es 😂
  12. 7 points
    Anima_Templi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    2014er Mang Zhi Hübscher Mini-Cake, der ganz anders als der Jingmai von gestern wirkt. Der Jingmai war schillernd und farbenfroh. Dieser Tee ist still und geerdet, was nicht heißen soll, dass er nicht überzeugt. Die Kopfnoten sind eher zurückhaltend und gedämpft. Die wahre Entfaltung folgt im Mund nach dem Schlucken. Sehr satter Körper, mit unglaublich intensiver Wirkung auf das Zahnfleisch. Mundwässernd- und füllend. Man spürt richtig, wie die Energie vom Mund in den Kopf fließt. Zum Glück nicht beissend, sondern kontrolliert, jedoch nicht minder intensiv. Hat der Jingmai gestern beflügelt, holt einen dieser wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Manchmal braucht man solche Tees und generell finde ich sie auch wichtiger... Ansonsten ist der Tee sehr sauber und klar. Man schmeckt noch die Jugend, aber die Brücke zur Reife ist schon ein Stück überquert. In jedem Fall hat er eine tolle Lagerung erfahren. Nicht zu trocken, und ganz bestimmt nicht zu feucht.
  13. 6 points
    Anima_Templi

    Sakura-No Shincha 2020

    Hallo Zusammen, gestern hat mich mein erster Shincha der diesjährigen Ernte erreicht, der Sakura-No Shincha von Familie Matsumoto aus der Präfektur Kumamoto. Der erste Eindruck war sehr positiv. Aus der frisch geöffneten Tüte kommt ein herrlich fruchtiges Aroma, was typisch für den verwendeten Yabukita-Kultivar ist. Sehr intensive Ananas. Das Blattgut ist recht kleinteilig, was mich etwas verwundert hat, da auf der Seite des Shops erwähnt wird dass die Blätter nur kurz gedämpft wurden. Das mag aber auch daran liegen, dass bei dieser Ernte nur die ersten sehr feinen Triebe geerntet werden und diese einfach noch sehr klein sind. Die eigentliche erste Ernte erfolgt erst etwas später. Die Aufgüsse sind intensiv grün und recht nebulös, da viele kleine Partikel mitkommen. Ich bin tendenziell gegen ein Filtern des Aufgusses während des Abgießens und praktiziere dies überhaupt nicht mehr. Dies ist wohl mit ein Grund, warum ich stark gedämpfte Grüntees nicht sonderlich mag. Trotz des relativ trüben Aufgusses überzeugt er mich doch geschmacklich. Typisch für Yabukita ist der Tee sehr ausgewogen. Kräftiges Umami sucht man vergeblich, was ich schätze. Lässt dies doch tiefer auf den eigentlichen Geschmack dieser Varietät blicken. Im Mund ist der Tee klar und weich, sehr fein und filigran. Die für diesen Kultivar typische Fruchtigkeit kommt deutlich nach dem Schlucken zur Geltung. Intensiv süß-fruchtig, kein Hauch von Bitternis oder einer grasigen Note. Er ist mit Bedacht und sauber produziert. Kein Sencha der in eine bestimmte Richtung polarisieren will, sondern einfach nur gefallen möchte. Ich empfehle unbedingt die Schlucke lange auszukosten! Für mich bringt er die Geschmacksstruktur eines klassischen Shinchas, wie ihn viele Verbraucher wohl erwarten und schätzen, sehr gut auf den Punkt. Ich finde ihn in jedem Fall gelungen und denke, dass er insbesondere für Neulinge auf diesem Gebiet sehr interessant ist, da er enorm zugänglich ist. Ich würde mich über Eure Eindrücke freuen, solltet Ihr Euch auch für diesen Tee entscheiden.
  14. 6 points
    etwas OT, aber zum Regen muss ich mich melden: leider nicht so viel Regen wie erhofft, die Waldboden ist teilweise immer noch pupstrocken (Soonwald bei Stromberg), immerhin hab es schon ein paar Rotfüsse bei der ersten erfolgreichen Pilzjagd heute nachmittag und eine kleiner Freund der mir den richtigen Weg gezeigt hat: Ontopic: Jasmintee von Nanuoshan und TGY aus eigenem Lager
  15. 6 points
    Paul

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Nach dieser schönen Beschreibung des 2015 er LinCang - die auch noch stimmt - paßt der 2012 er Mengsong von prSK: Ein Tee, der nur ganz kurze Zeit auf der Seite von https://www.pu-erh.sk/filter/?categories=sheng-pu-erh zu finden war. Ich meine mich zu erinnern, daß auch nur 15 Stück im Lager waren. An was es auch immer lag, ich bin einer der Glücklichen, die einen Bing mit 250 gr. haben. Ach ja, ich sollte den Preis nennen, denn er ist nicht ganz unwichtig: 32,00 €! Ich habe ihn mit 4 gr im 100 ml Kännchen probiert, in einem Schälchen (grau) von J. Duchek und einem Schälchen (blau) von M. Randova. Und diese beiden Schälchen könnten unterschiedlicher nicht sein. Das erste: klar, schneidend, hell, grell, rücksichtslos alle Aspekte (die Guten wie die Schlechten) ins grelle Licht der Aufmerksamkeit ziehend; das zweite: warm, rund, vermittelnd, freundlich, nachsichtig, ausgleichend, die Gesamtheit der Nuancen betonend. Zwei harte Prüfer - jedes auf seine Art. Ich hatte in den ersten Aufgüssen angenehme Bitternis, die sich wandelte zu Süße, Anklänge von Zitrone, Menthol und Kampfer, schöne Alterungsnoten neben einer merkwürdigen jugendlichen Sprunghaftigkeit. Durchgängig durch alle Aufgüsse ein Pulsieren auf der Zungenspitze. Zum Ende hin kamen kräftig mineralische Töne. Ein schöner Tee gut gealtert - leider habe ich nur einen Bing. Aber deswegen trinkt man ja Pu um an die Endlichkeit erinnert zu werden.
  16. 6 points
    Nach einem ausgiebigen Bad über Nacht ist die "neue" Julunzhu Wuhuini Yixing nun einsatzbereit.
  17. 6 points
    Paul

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Wuliang 2010 von Yu
  18. 6 points
    Shibo

    Eure neuste Tee-Anschaffung

    Erste Bestellung bei @teekontorkiel. Ein Probensammelsurium mit Oolong von Atong Chen, sowie Pu-Erh von Yu und von Agent 00Schneider. Ursprünglich wollte ich nur die hübsche Vase von Michiko Shida bestellen, plus zwei Pröbchen von Atong, um keine Versandkosten zu zahlen. Den Rest könnt ihr euch denken...
  19. 6 points
    goza

    Die hohe Schule des wahren Genusses

    Genuss ist Wertschätzung. Egal welches Produkt, egal welche Qualität, wenn ihm Wertschätzung entgegengebracht wird, genießt man es. Gegenteilig, schätzt man es nicht wert, kann man es nicht genießen. Genuss ist Entbehrlichkeit. Die inflationäre Verfügbarkeit eines Produkts, der häufige Konsum dessen, verhindert die Genussfähigkeit. Man benötigt Abstand, Begierde muss wachsen. Sonst ist es nur noch ein alltägliches Konsumgut. Genuss ist Unvernunft. Wer genießt, soll keine Gedanken an Gesundheit, Zeit oder Geld verschwenden. Genuss funktioniert nicht mit angezogener Handbremse oder der nörgelndem Stimme im Hinterkopf „das ist aber nicht gut für dich!“ Genuss ist Hingabe. Freude an Utensilien und Handlungen zur Verwendung oder gar Nutzungsfähigkeit als essentiellen Bestandteil anzusehen und sie sogar zu zelebrieren statt als Notwendigkeit oder Lästigkeit wahrzunehmen ist ein essentieller Bestandteil zur Genussfähigkeit.
  20. 6 points
    Heute Nachmittag war ich auf der dunkeln Seite des Tees, es gab gefälligen, samtigen 2015 Bulang Shan ( produziert von Jinsong Yu). Ich mag diese dunkle Walnuss- Note. Das ist, wie wenn man in die leere NussSchale hineinriecht ... Leider hatte mein CraqueleeKännchen im Winter einen Unfall und seither einen kleinen Sprung. Nun benutze ich sie für Shou, da tritt kein Tee aus dem Haariss und ich hoffe auf den Zahn der Zeit, sprich auf die Kraft der Patina, die sich als sanften Schleier des Vergessens in den Korpus legt...
  21. 6 points
    Shibo

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    "Shui Xian" Oolong aus Ming Jian, Taiwan Ernte: Dezember 2018 Kultivar: Four Seasons Dieser Tee wurde wohl in erster Linie für den taiwanesischen Markt produziert, um die dortige Nachfrage nach Oolong im Yancha-Stil zu günstigen Preisen zu bedienen. Er lag als Sample einer Bestellung bei What-Cha bei und kommt mit einigem Bruch im maschinell gepflückten Blattgut. Das sorgt natürlich erstmal nicht für Begeisterungsstürme. Eigentlich lasse ich das Sieb gerne in der Kommode, hier war es aber unverzichtbar. Ich mag es auch nicht, wenn die Teekrümel unter dem Deckel vom Kännchen kleben und sich dann, beim Abnehmen des Deckels, auf dem Teetablett verteilen. Sieht dann aus wie auf einem Schlachtfeld. Und weil das niemand sehen möchte, habe ich auf ein Foto vom Setup verzichtet und stattdessen mal in den wunderschönen Duchek Pitcher geknipst. Die Craquelé Glasur könnte ich mir stundenlang anschauen. Wenn das Gesamtbild nichts hermacht, einfach in den Details verlieren. Letzten Endes hat der Tee mir dann aber doch eine nette Session beschert. Der Oxidationsgrad lag etwas höher, als nach dem Lesen der Beschreibung angenommen. Das sorgt für eine angenehme Balance aus fruchtigen und floralen Noten. Darüber liegt ein sahnig-süßer Charakter, der ihn von einem Shui Xian aus dem Wuyi Gebirge abhebt, den ich gerade parallel offen habe. Dieser hier ist milder, gefälliger, aber auch etwas langweiliger. Am Gaumen nicht überwältigend, aber besser als gedacht mit einer ordentlichen Struktur und einer leichten Röstnote im Abgang. Unpassend zum Weichei-Aromenprofil gibt es eine leichte Bitterkeit, die ich auf den Bruch zurückführe. Der Tee liegt bei ~10€ für die 100g Packung. Für diesen Preis habe ich schon viel schlechteres getrunken. Wenn man auf der Suche nach einem gefälligen Daily Drinker wäre, wäre das hier ein echter Kandidat. Mir persönlich reicht das Sample.
  22. 5 points
    Natürlich, aber das empfinde ich nicht als negativ. Ich like zum Beispiel fast jeden Beitrag von @doumer, was primär an seinen stets interessanten Verkostungen liegt, aber vor allem auch daran, weil wir uns privat mittlerweile besser kennen und ich die Hintergründe seiner Aussagen sehr gut nachvollziehen kann. Es besteht einfach eine "Vertrautheit", wie ich sie z.B. mit Dir nicht haben kann, weil ich Dich nicht persönlich kenne. (Was nicht heißen soll, dass ich Deine Beiträge nicht schätze ...) Ebenso verhält es sich mit @Paul, @TeeStövchen, @Frau Mahlzahn, @teekontorkiel, @Teelix um noch ein paar weitere zu nennen. Ich freue mich natürlich insbesondere von diesen, mir persönlich bekannten Teefreunden, zu lesen. Weiß Ihre Gedanken beim verfassen Ihrer Beiträge gut einzuordnen und bin dann freilich auch Like-freudiger. Daran ist nichts auszusetzen, finde ich.
  23. 5 points
    SoGen

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Am Vormittag gab es den Pinglin Bai Mao Hou von @teekontorkiel - bemerkenswerter Tee, der mir noch ein Stück besser gefällt als der Sanxia Bi Luo Chun. Übrigens - der 'echte' (Dongshan) Bi Luo Chun, ein Mingqian Teji von EFUTON, am 29.03. geordert, ist tatsächlich am Freitag in Frankfurt eingetroffen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder ... Bin mal gespannt, wie lange mich der Zoll jetzt noch warten lässt. Jedenfalls - beim ersten Tee des Tages lasse ich mich ja grundsätzlich nicht durch Fotografieren oder ähnlich profane Tätigkeiten ablenken, aber am Nachmittag gab es heute den 1993er Anxi Tie Guan Yin von @chenshi-chinatee. Was nicht heisst, dass der keine volle Aufmerksamkeit verdienen würde. Ein äußerst leckerer, vielschichtiger Tee. Leicht karamelartige Grundnote, darüber nicht näher identifizierbare gewürzartige Töne. Eine wunderschöne Alterungsnote; die leichte Holzkohlenröstung ist perfekt integriert. Wie es sich gehört, in Yixing aufgegossen. Gut 7 gr / ca. 110 ml / 95°C. Nach der langen Lagerung geht er nicht mehr so stark auf wie junge TGYs, so dass man ihn noch etwas stärker dosieren könnte, ohne dass es den Deckel lupft - braucht er aber mE nicht. Leider nicht übermäßig ausdauernd; ab 5. Aufguss werden die Konturen undeutlich und die Intensität beginnt stark nachzulassen. Mit 8 Aufgüssen ist er nach meinem Geschmack ausgereizt (was ja auch durchaus ganz ordentlich ist). Seine (bemerkenswerten) Stärken entfaltet er allerdings in den ersten vier Aufgüssen - da überrascht jeder mit neuen Nuancen, sowohl in der Nase wie auf der Zunge. Leider seit ein paar Minuten vergriffen , sorry. Habe vorsichtshalber Nachschub bestellt, bevor ich ihn hier öffentlich über den grünen Klee lobe, womöglich bin ich ja ein Influenza oder wie das auf Neudeutsch heisst. Selbst gerade mal noch die letzten 30 gr erwischt. Wer zu spät kommt ... _()_
  24. 5 points
    Anima_Templi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    2004 Fuhai 7576 Ein wirklich hübscher Shu, welcher Gnade vor der besseren Hälfte findet. Sie ist nämlich vernarrt in diese Art Tee!
  25. 5 points
    goza

    today's wee dram (ich trinke gerade...)

    warum nicht auch den Konsum flüssiger Genussmittel außer Tee hier vorstellen? noch schnell den hier, bevor die Flasche ganz leer ist:
  26. 5 points
    Anima_Templi

    Pu Erh Lagerung

  27. 5 points
    Shibo

    Eure neuste Tee-Anschaffung

    Ich schon wieder, mit einer Bestellung von farmer-leaf.fr Der Tee ist mit der transsibirischen Eisenbahn von Yunnan nach Frankreich gerollt, weil William angesichts der weltweit unklaren Situation hinsichtlich Vertrieb und Transport das französische Lager wieder auffüllen wollte. Irgendwie ein hübsches Bild, das mit der transsibirischen Eisenbahn. Klingt romantisch, als hätte der Tee eine abenteuerliche, entrückte Reise hinter sich. ...schon albern, was man sich so zusammen assoziiert, um den Kauf zu rechtfertigen. Tatsächlich wollte ich den Huangpian Cake schon im chinesischen Shop bestellen, war aber nicht schnell genug. Daher habe ich mich gefreut, dass er aus Frankreich verfügbar war. Die beiden Weißtee-Samples werden einem Vergleich mit dem 19er Frühlings Moonlight unterzogen, den ich sehr gerne mag. Der Shou ist dabei, weil er dabei ist.
  28. 5 points
    Anima_Templi

    Tee Memes

  29. 5 points
    Paul

    Verkaufe zwei klassische Gaiwane aus Porzellan

    Na @GoldenTurtle Deine Probleme scheinen ja nicht nur theologischer Art zu sein. (da fällt einem kein Smiley ein für, höchstens ...)
  30. 5 points
    Vielen Dank und gerne. Wie man vielleicht schon erkennt, ist diese Kanne ein älteres Modell aus der späten Qing frühen ROC-Zeit. Die Form nennt sich Julunzhu (JLZ), was wörtlich übersetzt Wagenrad bedeutet, was sich wiederum auf die Forms des Deckels bezieht, der einem solchen gleicht. Die genaue Bestimmung des Tones ist schwierig bis unmöglich, da das Reduktionsbrennen die Spuren verwischt. In den allermeisten Fällen wurde entweder Zini oder Duanni verwendet, wobei das bei dieser Art keine Rolle mehr spielt, da sich durch diese spezielle Art des Reduktionsbrandes - Wuhuini = "mit Asche bedeckt" - ein ganzes neues Verhalten auf den Tee ergibt. Wuhuini beschreibt also nicht den Ton, sondern die Brennart. Beim Wuhuini-Verfahren wurden die Kannen ein zweites Mal gebrannt und dabei mit Asche bedeckt. Das Resultat ist ein dunkles Grau, das Einschläge ins Grün aufweist, im Gegensatz zum Wuni in schwarz-metallisch-grau. Moderner Heini aus Yixing ist meist kein natürlich vorkommender Ton, sondern mit Zusätzen künstlich gefärbt. Das Wuhui-Verfahren reduziert die Erfolgsquote für perfekte Kannen, stellt also ein Verlustrisiko dar für die Werkstätten, resultierend in einem höheren Wert für solche Kannen. Zur Frage des Künstlers: Er, oder Sie ist unbekannt. Die Tonaufbereitung wurde früher in privaten Studios organisiert, mit individuellen Methoden und Quellen, d.h. nicht zentral organisiert wie in der späteren Yixing Fabrik N.1. Das Fassungsvermögen beträgt ca. 120-130ml, also eine schöne Größe.
  31. 5 points
    Der Tee schmeckt dann nicht.
  32. 5 points
    80's CNNP Red Label Der kann schon was...
  33. 4 points
    @SoGen Ich packe das mal hier rein. Heute bin ich dazu gekommen Bilder von der Hagi Hōhin zu machen. War gar nicht so einfach zu fotografieren. Besonders im Inneren spiegelt sich das Licht. Ich hoffe, man kann trotzdem erkennen, was sich getan hat. Aussen haben sich aufgrund der Dicke der Glasur nur wenig Risse (kannyū) gebildet. Im Inneren, am Fuss und auf dem Deckel dafür umso mehr. Auch hat sich der Scherben an mehreren Stellen verfärbt, Deckel Unterseite, Fuss und an der Tülle. Genug der Worte, hier die versprochenen Bilder. 😀
  34. 4 points
    enjoi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Kono "Jô Sencha" von Yukata. Seit längerem mal wieder einen Sencha am Morgen. Ein toller Uji-Grüntee für den täglichen Genuss, mit kleinem Preis.
  35. 4 points
    enjoi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Yiwu Gua Feng Zhai 2008 von TKK. Feiner unkomplizierter Sheng für den Sonntagnachmittag mit neuem Teeboot von A. Bero und Tasse von J. Duchek.
  36. 4 points
    miig

    Pu Erh Lagerung

    @GoldenTurtle , sag ehrlich: wie viele davon hast du wirklich bestellt?
  37. 4 points
    Mr. Tee

    Schon wieder Bochum...

    Hallo liebes Forum, ich bin ja jetzt schon ein paar Wochen hier zugegen und komme hiermit einer etwas überfälligen aber sicherlich wichtigen Geste nach: mich vorzustellen. Ich vergrößere wie schon im Titel angedeutet die hier ansässige Schar von Teebegeisterten aus dem Ruhrgebiet und noch präziser, aus Bochum. Ein paar Informationen über mich sind ja schon anhand meiner Beiträge zu Euch durchgesickert: Ich vertrage keine zu lang oxidierten oder fermentierten Teesorten (obgleich ich ihren Wert, Geschmack und die Faszination dafür sehr gut schätzen und nachempfinden kann), bin passionierter Grüntee-, Weißtee- und Matcha- Trinker und übe mich darin, das trinken von Tee, sowie alles andere im Leben richtig genießen und bewusst erleben zu können. Angefangen mit Tee habe ich vor ca. 6 Jahren. Etwa zeitgleich hatte ich angefangen regelmäßig zu meditieren. Damals habe ich feststellen können, dass Kaffee mich eher unruhig und nervös macht, während grüner Tee mich einfach nur ein wenig wach macht und daher ungleich angenehmere Bedingungen dafür bot, sich gänzlich zu entspannen und dabei bewusst und klar zu bleiben. Zunächst habe ich den Tee tatsächlich "benutzt" um mir eine extra Portion Energie zu verleihen. Kräftige Sencha- Sorten und ab und zu ein starker Gyokuro wurden damals recht unfachmännisch und vergleichsweise lieblos „konsumiert“. Über die Zeit jedoch habe ich festgestellt, dass ganz intuitiv mein Zugang dazu, wie man sich einem Tee richtig nähern kann, das Spiel mit Temperatur, Ziehzeit und Teemenge, sowie das benutzten schöner und hochwertiger Instrumente zur Zubereitung immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Es ist wohl wie mit allem im Leben: Je mehr Aufmerksamkeit man einer Sache widmet, desto mehr Details und Fassetten werden erfahrbar und umso mehr wird einem der Reichtum an erlebbarem bewusst. Ich bin fasziniert von dem Gedanken dies auf die Gesamtheit alles Erfahrbaren ausdehnen zu können (ja ich kenne die Position, dass es eine Menge an Dingen gibt, die man garnicht so detailliert erfahren möchte -> darüber kann man aber gerne mal diskutieren). Meistens halte ich mich kurz, wenn es um Selbstdarstellung geht. Ich bin der Meinung, die Menschen erhalten ein ausreichendes Bild von mir, wenn sie schauen über was und wie ich darüber rede, wie ich mit anderen umgehe bzw. im Allgemeinen, wie ich handele. Die Idee davon, wer ich bin und die daraus resultierende Darstellung meiner Selbst, halte ich eher für die Konstruktion einer fiktiven Person, als für die Beschreibung von etwas wirklich vorhandenem. Die Beschreibung von dem was und wer ich wirklich bin, überlasse ich anderen, die Spaß daran haben, sich in einem solchen Prozess auszutoben. Das Gesicht mit dem ich derzeit herumlaufe könnt ihr auf meinem Profilbild sehen. Zu meinem "Eintritt" ins Forum: Den Namen "Mr.Tee" habe ich in einer zugegeben schrecklich uninspirierten Minute ausgewählt und ich glaube er passt denkbar wenig dazu, wie ich gewöhnlich im Umgang mit anderen verfahre. Da ist eigentlich wenig "Rambo" dabei, wie es die Nähe zu Mr.T aus dem A-Team nahelegt. Wer möchte kann mich gerne Niko nennen, denn diesen Namen haben mir einmal zwei sehr liebe Menschen gegeben und er passt sicher besser zu mir als Mr.Tee . Zunächst habe ich mich hier tatsächlich angemeldet um einfach nur meinen Pu'erh Tee zu verkaufen. Ich neige dazu alles was ich tue, wie oben schon angedeutet, recht intensiv zu tun, immer voll in das involviert mit dem ich mich gerade beschäftige. Dazu passend hatte ich, nachdem ich die Welt des Pu's für mich entdeckt hatte, mein erstes Gehalt bei der neuen Arbeitsstelle (Projektarbeit im sozialen Bereich), direkt in eine fette Ladung dieser Tees investiert. Der Gedanke war, dass ich diese ja über die nächsten Jahre trinken würde, da ich ganz anständige Bedingungen für die Lagerung vorbereitet hatte. Nachdem ich allerdings in den ersten Monaten meines jungen Pu'erh-Lebens immer wieder feststellen musste, dass ich für den Genuss des Tees mit einem bis zu 6 Tagen anhaltenden Kater-zustand bezahlen muss, habe ich schließlich den Entschluss treffen müssen, mich von dem Tee wieder zu trennen. Da ich den Tee gerne an Menschen weitergeben wollte die ihn wirklich zu schätzen wissen würden, habe ich mich hier angemeldet, anstatt den Tee über eBay zu verkaufen. Mittlerweile genieße ich den Austausch über Tee hier im Forum sehr, habe bereits viel gelernt, neue Dinge kennengelernt und wurde in vielerlei Hinsicht inspiriert, seitdem ich hier bin. Jetzt gehe ich also nicht mehr so schnell wieder weg wie es aussieht... lieben Gruß aus dem Ruhrpott! Niko
  38. 4 points
    Lateralus

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Wa Long von ZSL aus 2015 Aus meiner Sicht noch einer der besseren Shengs, auch wenn diese Teesorte einfach keine Begeisterung in mir weckt. Zum nebenbei trinken im Home Office reicht es aber 😉
  39. 4 points
    doumer

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    2015er XiaoShu LinCang von prSK Es muss nicht immer Gushu sein - daran erinnert mich dieser Tee jedes mal, wenn ich ihn trinke! Der grundlegende Charakter hat sich gegenüber dem letzen Eintrag nicht verändert, man merkt jedoch dass schon wieder (fast) zwei Jahre vergangen sind: der Tee ist etwas mehr Spätsommer als Hochsommer (um bei dem Bild von letzem mal zu bleiben) und insgesamt etwas dunkler geworden. Für meinen Geschmack sind hier deutliche Parallelen zu dem "Räucher-Obst" des 2011er Yiwuzhengshan Dashu Tea Green Tree zu erkennen, auch wenn das Obst hier noch frisch ist und beim BGT eher getrocknet. Roh und ungezähmt - und doch mit spannenden Facetten unter all dem Schutz und Rauch: so lieb ich meine Shengs! Auch wenn der Shibo von Ferdinand die Kanten etwas abschleift (wenn auch nur leicht - das Schälchen ist zum Glück überraschend neutral) passt dieser vom Charakter her ganz wunderbar zu solchen Tees. Wo er sich allerdings anderen (teuren Gushu-)Shengs geschlagen geben muss ist das Qi: zwar vorhanden und angenehm (was nicht selbstverständlich ist - schon gar nicht für ein Xiaoshu!) kann es nicht mit einem Kaliber wie dem 2012er Baotang von EoT mithalten. Für mich dennoch einer der besten Shengs die ich kenne - ich würde ihn JEDEM Sheng von z.B. Chanting Pines vorziehen - und dazu gleichzeitig einer der preiswertesten (0,08€/g, leider aber schon längst ausverkauft) hat dieser Tee wohl die Preis-Leistungs-Krone auf unabsehbare Zeit sicher.
  40. 4 points
    nemo

    today's wee dram (ich trinke gerade...)

    Die aktuelle Core-Range kenne ich noch gar nicht. Meinungen sind daher auch von mir gern gesehen Mit den Devils Punch Bowl II und III hat sich Arran gleich mit zwei Abfüllungen in meine All-Time-Top-10 gebrannt. Je eine Flasche wartet bestimmt auch noch eine ganze Weile auf eine besondere Gelegenheit Nicht alles aus dem Haus gefällt mir, aber den Brennereicharakter mag ich sehr. Dass ein guter Tropfen wirklich nicht viel kosten muss, beweist mir seit Jahren die folgende Abfüllung von Glenmorangie. Die typische Milde der Brennerei mit schöner Fruchtigkeit kombiniert, machen den Malt regelmäßig zum gern gesehen Gast im Whiskyschrank.
  41. 4 points
    doumer

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    2014 Bang Wei Zheng Shan von Chanting Pines Von allen Puerhs von Chanting Pines ist das (bisher) der, der mir am besten gefällt: er erinnert mich sehr an den tollen 2014er Long Lan Xu von EoT - der im Grunde ja auch ein Bangwei des selben Jahrgangs ist. Generell ist Bangwei eine Region, von der mir bisher alle Shengs gut gefallen haben - aber seltsamerweise auch eine Region, aus der eher selten Shengs angeboten werden - ich frage mich warum? Zum Tee: Was dem Tee sicherlich auch gut tut, ist dass hier die brotige Storage-Note von Chanting Pines kaum vorhanden ist (ohne diese fühlt sich der Tee irgenwie deutlich "sauberer" an) - im Aroma des nassen Blatts ist sie leicht wahrnehmbar aber im Aufguss selbst quasi nicht mehr. Die ersten Aufgüsse haben interessanterweise einen leichten Hagebutten-Duft, der sich mit zarten Herbstnoten mischt. Geschmacklich startet der Tee eher sanft mit eben jenen Herbstnoten, die sich dann aber schnell in eine angenehm holzige Süße entwickeln und immer von einer initialen Bitterkeit begleitet werden, die das ganze interessant und facettenreich hält. Schnell stellt sich auch eine sehr schöne, wenn auch dezente Fermentations-Note in Aroma und Geschmack ein - genau diese ist es, die gute mittelalte Shengs für mich ausmacht! Als einziges Manko könnte man aufführen, dass der Tee kein ausgeprägtes Qi hat und sehr leicht in Körper und Textur ist, was durch eine subtile Menthol-Note noch verstärkt wird, dem Tee andererseits aber zusammen mit dem herbstlichen Charakter das Gefühl eines befreienden Spaziergangs an einem sonnigen Herbsttag gibt. Das wiederum wiegt die Kritikpunkte für mich auf und das ist es auch, weshalb mich der Tee so an die tollen EoT-Shengs von 2012 und 2014 erinnert! Allerdings hat der Tee auch seinen Preis - hier sind wir in einer ganz anderen Liga als beim 2008er Yiwu. Schöner Tee, mal schauen, was er heute Abend noch so macht!
  42. 4 points
    Gestern hatte ich Gelegenheit die Kanne von @Pauleinzuweihen. Paul war so nett etwas Tee beizulegen. Von diesen Beilagen wurde es der Mengsong Winter 2016 Raw. Der Geruch des Tees erinnert mich an Heu, Pilze und Waldboden. Der Tee ist angenehm mild und eine in den ersten Aufgüssen vorhandene Astringenz verschwindet langsam. Den Geschmack kann ich nur schwer zuordnen. Da ist ein Gewürz, vielleicht Nelke? Wäre der Tee älter würde ich außerdem von Lederansätzen oder leichtem Tabak sprechen. Der Tee hat mich neugierig auf Mengsong gemacht. Davon hatte ich bisher nur eine Teeprobe aus 2003 (glaube ich). Ich mag die Kanne. Sie liegt gut in der Hand und fühlt sich angenehm an. Experimente mit weiteren Tees folgen sicher. Wie sich die Kanne auf den Tee auswirk kann ich nach nur einem Einsatz selbstverständlich nicht sagen.
  43. 4 points
    Lateralus

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute gibt es den wunderbaren Bi Lo Chun 2020 Sanxia als Einstieg in den Home-Office-Tag. Bei grünen Tees könnte ich teilweise stundenlang die Nase in die Packung halten, diesen Drang, und auch diese tolle Entdeckungsreise, habe ich bei sonst keiner Teesorte. Dabei ist es egal ob es japanischer oder chinesischer Grüntee ist. Bei diesem hier finde eine spitze Zitrusnote im fertigen Tee, die mich letztes Jahr noch an einen Darjeeling erinnert hat, sehr spannend. Zumindest an den einen ernst zu nehmenden Darjeeling den ich bis dato hatte. Heuer triggert dieser Duft eine Assoziation an Zitronenmelisse in mir.
  44. 4 points
    Shibo

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Vintage Tieguanyin 1997 Herkunft: Longjuan, Anxi produziert von Meister Chen Kultivare: Mischung aus Ben Shan und TGY Sehr gespannt war ich auf diesen gelagerten Oolong. Er ist einer von drei gelagerten TGY desselben Teemeisters, die ich bei nannuoshan gekauft habe. Anders als der kräftig geröstete, zu Kugeln gerollte 2000er (über welchen ich zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas schreiben werde), hat das offene Blatt des 97ers eine dezentere Röstung erfahren. Das schlägt sich im überraschend braven, milden Geruch nach Pfirsich, Honig und Bienenwachs nieder. Bienenwachs ist die dominante Note und eine sehr interessante dazu. Hatte ich so bisher in keinem anderen Tee und hätte sie auch eher im neuen "today's wee dram" Thread im Zusammenhang mit Clynelish verortet. Obwohl diese Note einem ihre Anwesenheit förmlich ins Gesicht schreit, konnte ich sie auch nach einigem Grübeln nicht selbst benennen und musste mir mit einem Klick auf die Produktseite behelfen, um dem Elefanten im Raum endlich einen Namen zu geben. An dieser Stelle einmal Respekt an Gabriele bzw. das Team von nannuoshan. Mir ist jetzt schon mehrfach aufgefallen, dass deren Verkostungsnotizen exzellent sind: sehr konkret, dabei trotzdem übersichtlich und vor Allem treffend. Überrascht hat mich die milde, fruchtige Nase deshalb, weil ich sie nicht unbedingt mit einem über 20 Jahre alten Tee in Verbindung gebracht hätte. Hätte mir jemand gesagt, der Geruch gehöre zu einem 2017er Oolong, hätte ich es ohne Weiteres geglaubt. Überrascht heißt nicht gestört: Ein Tee mit einem solchen Profil hat bei mir generell gute Karten. Am Gaumen geht's honigsüß los, aber dann dominieren plötzlich knackige Tannine. Nun mag ich solche, den ganzen Mundraum belegenden Tannine an sich sehr gerne. Letztens noch, hatte ich sie bei einem sehr harmonischen, mittelalten Factory Sheng von Chris, und es war mir eine reine Freude! Aber sie müssen eben passen. Hier irritieren sie mich eher und wirken seltsam fehl am Platz neben den zarten fruchtig-süßen Noten. Im Abgang allerdings, können die Tannine ihre Stärke ausspielen, denn der ist laaang und komplex. Die Pfirsischnote kommt hier immer wieder durch und der Nachgeschmack oszilliert zwischen süß und knackig trocken. Für mich ist das ganz klar das Highlight des Tees und hier macht sich auch bemerkbar, dass es sich um einen gereiften Oolong handelt. Zumindest ist mir solch ein Abgang noch nie bei einem jungen Vertreter untergekommen. Meine Erfahrung mit gereiften Oolongs beschränkt sich auf nun genau zwei probierte Exemplare, muss dazu gesagt sein. Unterm Strich lässt mich dieser Tieguanyin etwas ratlos zurück. Die sehr unterschiedlichen Charakteristika scheinen nicht integriert. Könnte das an der Mischung von zwei verschiedenen Kultivaren liegen, die bei diesem Tee das Rohmaterial bildet? Das kommt mir eher unwahrscheinlich vor. In der Whiskyherstellung heißt es, dass nach dem Vatting (dem Zusammenführen von Destillaten aus unterschiedlichen Fässern) mindestens einige Monate zur "Vermählung" der Bestandteile im neuen Fass notwendig sind, um ein harmonisches Endprodukt zu erhalten. Wenn man das als Analogie heranziehen wollte, würde man davon ausgehen, dass der Tee in den 23 Jahren genug Zeit hatte, seine innere Mitte zu finden. Leider ist das 6g Sample nun erschöpft, sodass ich dem Ganzen nicht noch tiefer auf den Grund gehen kann. Es bleibt eine zwar nicht uneingeschränkt genussvolle (größtenteils schon, versteht mich nicht falsch), aber doch tolle und interessante Erfahrung.
  45. 4 points
    doumer

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @Frau Mahlzahn na immerhin gibt's Schokolade 🤣 Spaß bei Seite: Auch wenn es nicht mein Fall ist durchaus spannendes Teeset und da ich ja weiß, dass du eine Oolong-Expertin bist, die einen guten Oriental Beauty zu schätzen weiß sieht das in der Tat nach einer sehr schönen Teerunde aus! 🙂 @topic: Bei mir gibt es heute den 2012er Qi Sheng Gu von Chanting Pines. Trotz des selben Namens und des selben Jahrgangs hat dieser Tee wenig Ähnlichkeit mit seinem Pendant von EoT - allerdings ist Qi Sheng Gu (齊聖谷) auch keine Ortsangabe sondern ein Kunstwort ("Heilige alte Schlucht" oder etwas ähnliches? (Chinesisch Experten vor!) Die Zeichen von der EoT-Version kann ich für einen Vergleich leider nicht entziffern). Auch das Blatt hat wenig gemeinsam - zwar haben beide durchaus einen gewissen Anteil an flauschigen, hellen Knospen aber ist hier das Material sehr fest gepresst, was zum einen in mehr Bruch und zum anderen in deutlich grünerem Material resultiert - der EoT Qi Sheng Gu war da schon vor 4 Jahren weiter. Geschmacklich liefert der Tee vor allem brotige und saure Fermentationsnoten, ohne dabei jedoch die Derbheit ("Stallcharakter") zu zeigen, die ich so schätze. Insbesondere kräftig gebrüht überwiegen hier die Schwächen - etwas zurückhaltender gebrüht kommt immerhin eine leichte Süße durch, insgesamt bleibt es aber ein eher etwas enttäuschender Brot-Trunk. Zu Gute halten muss man jedoch, dass sich immerhin ein entspannendes, wenn auch recht dezentes Qi einstellt. Sicherlich kein schlechter Tee, aber wie bei vielen von Chanting Pines irgendwie zu langweilig oder nicht mein Fall - schade.
  46. 4 points
    Anima_Templi

    Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    2019 ManNuo by prsk Kaum zu glauben, dass ich diesen Tee nach einer ersten Probe fast nicht gekauft hätte. Letztes Jahr hab ich ihn mit Abstand als den für mich am wenigsten ansprechenden der Ernte deklariert. Mittlerweile mag ich ihn sehr. In dem Jahr ist er runder und ein wenig voller geworden. War eine wirklich tolle Session, mit Tetsubin vor der Arbeit.
  47. 4 points
    seika

    today's wee dram (ich trinke gerade...)

    Heute was gutes aus Yamagata
  48. 4 points
    Da es in einem Parallelthread angesprochen wurde - natürlich ist Tee eine (freilich recht subtil wirkende) psychoaktive Droge. Das liegt nicht nur am Alkaloid Koffein, auch an den (in freilich geringerer Konzentration vorhandenen) Alkaloiden Theophyllin, Theobromin, Xanthin und Adenin. Eine besondere Rolle spielt jedoch die Kombination des Stimulantiums Koffein mit der Aminosäure L-Theanin, die als Monopräparat sedierend wirkt. Nun wirken Koffein und Theanin im Tee nicht als wechselseitige Antagonisten (wodurch die Wirkungen aufgehoben oder reduziert würden); durch die Kombination werden sowohl Sympathikus als auch Parasympathikus aktiviert (im Idealfall in harmonischem Gleichgewicht), was subjektiv als entspannte und ruhige, aber konzentrierte, wache Aufmerksamkeit erfahren wird. Dies hat natürlich eine entsprechende Auswirkung auf die sensorische Wahrnehmung des Tees, aber auch auf die Selbstwahrnehmung, also die Wahrnehmung der durch den Tee modifizierten physischen und psychischen Konstituenten des Teetrinkers (was sich mit dem Konzept 'Qi' beschreiben lässt). Wer seinen Timothy Leary gelesen und noch im Hinterkopf hat, der weiss, dass bei psychoaktiven Drogen die Wirkung wesentlich durch zwei Faktoren bestimmt wird: 'set' und 'setting'. Nun ist das 'setting' entweder durch Übung und Erfahrung oder durch Messungen der für die Aufbereitung der Droge maßgeblichen Parameter (im wesentlichen Aufgusstemperatur, Aufgussdauer und Mengenverhältnis Trockenmaterial / Wasser) kontrollierbar bzw. reproduzierbar. Wie hier schon erwähnt, bringen da (Tisch-)Wasserfilter aufgrund ihrer inkonsistenten Leistung eine unkontrollierbare Variable ein, doch dies nur nebenbei. Variabel ist vor allem das 'set' ('mindset') des Teetrinkers. Das betrifft nicht nur die Sensibilität des Geschmacks- und Geruchssinnes (die u.a. durch die genossene Nahrung, die Qualität des nächtlichen Schlafs, die Reinheit der Luft, evt. Reizungen der oberen Atemwege usw. usf. beeinflusst wird), es betrifft nicht zuletzt auch die mentale Verarbeitung der gustatorischen Sinnesreize. Für meine Praxis des Teetrinkens habe ich daraus die Konsequenz gezogen, eine konstante Erfahrungsqualität trotz gleichen Teematerials und gleichen Zubereitungsparametern (also gleichem 'setting') gar nicht erst zu erwarten - obwohl ich mich da durchaus um Konstanz (also die Reproduktion als optimal empfundener Erfahrungswerte) bemühe. Das 'set' ist hingegen schon deutlich schwieriger zu regulieren - aber bis zu einem gewissen Grad geht das schon, was dann mit etwas Übung auch die Abweichungen vom Erwartungswert verringert. Wobei eben diese Abweichungen durchaus ihren Sinn haben - sie geben dem Teetrinker Aufschluss über seine momentane Konstitution; er lernt dadurch etwas über sich und seinen Zustand. _()_
  49. 4 points
    TeeStövchen

    Cha Qi / Tea- Drunkenness

    Das stimmt sicherlich! Gilt aber auch für vieles andere, wie z. B. Ein ordentlich gebrautes Bier, in Maßen genossen, schadet selbst in großen Mengen nicht! 🤣 😂
  50. 4 points
    Matcha Ogurayama - Yamamasa Koyamaen Eine Probe die meiner Matcha-Bestellung anbei lag. Guter, günstiger Usucha-Matcha. Kann mir einer der Japan-Spezialisten ( @seika, @theroots ) sagen, was es mit dieser Marke auf sich hat? Bisher kannte ich nur Marukyu Koyamaen.
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