• Ich hätte gerne einen echten, richtigen Grüntee bitte.


    Joaquin

    Im TeeTalk wird viel darüber diskutiert und philosophiert, was einen echter, richtiger und guter Grüntee ist. Aufwendige, ausschweifende und kontroverse Diskussionen ergeben sich immer wieder zu dieser Frage. Dabei fällt die Antwort recht einfach aus. Dies konnte ich zumindest beim Besuch einer TeeGschwendner-Filiale, in bemerkenswerte Art und Weise feststellen.

    Vor mir an der Kasse stand eine Dame, welche genau diese Frage dringend zu klären hatte. Ihr Wunsch ein Grüntee. Diesem Wunsch konkretisierte sie gegenüber der Verkäuferin im Detail und nannte ganz explizit das maßgebliche Kriterium für den einzig wahre und richtigen Grüntee. Der Grüntee sollte ein echter sein, einer welcher weder blass, noch hellgrün, orange oder gar gelb schimmernd in der Tasse daher kommen sollte. Er sollte wie es sich für einem Grüntee geziemt, in einem echtem Grün in der Tasse schimmern, eben ein Grüntee.

    So wie der Sinn des Lebens einfach in der Zahl 42 begründet ist, so einfach lässt sich die Frage nach dem echten, richtigen und einzig wahren Grüntee, mit der Farbe Grün beantworten. Punkt!

    So einfach kann das Leben sein, wenn man sich nicht allen Komplikationen des Lebens hingibt und der Perfektion im Detail hinterher jagt. Grün, ... passt!

    Wo mir als Laie und ausgewiesener Teeanfänger nur das Bild eines Matcha in den Sinn gab, gab die freundliche Verkäuferin ehrlich an, hierzu den Rat des Filialleiters einholen zu müssen. Dieser beantwortete die Fragen professionell mit dem Hinweis auf einige der teuren japanischen und einem koreanischen Vertreter des Grüntees.

    Bei der Frage, welcher es denn nun genau sein dürfe, bat die Dame um etwas Bedenkzeit, trat von der Ladentheke zurück, zückte ein Buch aus ihrer Handtasche hervor und begann dann fleißig darin zu blättern. Aus dem Augenwinkel konnte ich das Buch als so etwas wie einen Teealmanach ausmachen, war jedoch nicht in der Lage, hier weitere Einzelheiten zu erkennen. Trotz Neugier wartete ich auch nicht die Entscheidung der Dame ab, sondern bezahlte meinen zuvor ausgesuchten Ostfriesentee und verließ den schon recht vollen Teeladen.

    Sicher mag der ein oder andere, angesichts der Farbe Grün als Kriterium für einen Grüntee schmunzeln, aber die Dame schien sich gewissenhaft mit dem Thema auseinander zu setzen. Sie hatte schon Grüntees getrunken und wollte nun weitere Erfahrung sammeln. Anhand der Farbe bekam sie nun eine weitere Auswahl über die sie sich vor dem Kauf selbst in ihrem Buch informierte. Auch wenn ihr Vorgehen auf dem ersten Blick naiv erscheint, so führt sie dies doch auf den richtigen Weg, mit dem Probieren zahlreicher Tees und dem Lesen von Fachliteratur. Theorie und Praxis sind oft der Schlüssel zum Erfolg.

    Bemerkenswert war hier auch das Personal dieser TeeGschwendner-Filiale, welches trotz dort vorherrschender Hektik und angesichts solche einer Frage, sich ruhig, freundlich und hilfreich zeigte, wo ich mir ein Lachen verkneifen musste :$

    Aber vor allem sollt es uns eines zeigen, jeder von uns war mal ein Anfänger, hat dumme Fragen gestellt, musste seine eigenen Erfahrungen sammeln und war über jede ehrliche und zielführende Hilfe dankbar :)

    bearbeitet von KlausO

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    Rückmeldungen von Benutzern


    Der Antwort würde ich zwar nicht zustimmen, soweit es aber jemanden dazu bewegt die anfängliche Blockade zu überwinden, sich genauer mit der Thematik zu beschäftigen und selbst praktische Erfahrungen zu sammeln, scheint der Rat in der Tat nicht so schlecht und durchaus zielführend.  ;)

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    Gut, warum nicht statt Geschmack denn einzige echten grünen Grüntee suchen. Die Dame wollte sicherlich einen ganz natürlichen unverfälschten, nicht im Sinne von Bio, Grüntee. Ich glaube wir könnten uns über diese Thema trefflich streiten. Vielleicht sollten wir eine Umfrage starten um den einzig wahren Grüntee per Erfahrung durch das Abstimmen in der Umfrage festzulegen? ;)

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    Ganz ehrlich, die Dame hätte ich sein können :D

    Den letzten Absatz nehme ich mir zu Herzen. Ich steige ja auch gerade erst in die Teewelt ein und habe bisher nur eine Hand voll Tees probiert. Da kommen sicher noch ein paar dumme Fragen ;) 

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    Vielleicht aber gar nicht der schlechteste Punkt um an die Sache heranzugehen. Viele Grüntees sind ja anfangs recht grün, und liegen dann lange in Teeläden herum, und werden immer gelber und fahler. Da scheint es mir gar nicht die unguteste Idee zu sein, erstmal bei grünen Grüntees zu bleiben.

    Wenn man dann etwas Erfahrung hat kann man es ja ohnehin für sich entscheiden, ob ein Tees was taugt, und dann braucht man die Farbe nicht mehr als Stütze.

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    Ich hätte ihr vielleicht einen praktisch unoxidierten, ungerösteten Taiwan Hochland Oolong empfohlen. Ich finde ganz ehrlich, dass solche teilweise das schönste und edelste Grün aller Tees in die Tasse zu zaubern vermögen (wenn es einem um die Tassenfarbe geht ...).

    bearbeitet von GoldenTurtle

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    Einmal Gyokuro, immer Gyokuro ;)

    Sicher, neue Tee probieren wäre immer mal spannend, aber ich habe meinen absoluten Lieblingstee für mich gefunden. Gäbe es auf der Welt keinen anderen Tee, ich würde nichts vermissen.

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      Bildquelle
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      Übrigens: Wenn man qualitativ hochwertigen und gekonnt gerösteten Kaffee richtig zubereitet, kommt einem nicht einmal die Idee, dass Zucker fehlen könnte - der Kaffee pur kann bei gezielter Zubereitung sogar schon natürlich süss wirken, indem man durch die richtige Temperatur die gewünschten Aspekte betont (gelernt ist gelernt).
      Die unterschiedlichen Wirkungen geben mir allerdings etwas zu denken: Kaffee hat ganz klar eine sanfte, aber dennoch leicht drogenähnliche Wirkung (zumindest, wenn er von mir gelagert wird [kleiner Scherz]). Es zeigt sich schon in der triebhaften Haltung, die vor dem Kaffeekonsum bei Kaffeetrinkern häufig festzuhalten ist. Es kann eine emotionelle Sucht sein und diese hat mMn nichts mit dem Koffein zu tun.
      Aber feinsinniger, und um was es wirklich geht: Kaffee ist ein weniger in sich gekehrtes Getränk.
      Der Konsum an sich ist i.d.R. weniger wichtig als das dadurch erlebte, die geschmackliche Erkundungstour spielt eine viel geringere Rolle als im Gegensatz zu gewissen Tees, welche einen auf eine viel feinsinnigere, detailliertere, höhere Aufmerksamkeit erfordernde Weise durch filigrane Aromenspielereien zu bezaubern verstehen.

      Bildquelle
      Diese Worte nur einmal als erste Anregung, um dieses grosse Thema anzureissen.