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doumer

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    doumer hat eine Reaktion von teekontorkiel erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Ich geb es zu: ich steh total auf die Werke von Martin Hanus - dieses archaische, ungezwungene hat einfach etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Und trotz aller Grobheit haben die Stücke immer dezente Feinheiten, die sie wirklich besonders machen ohne dabei aufgesetzt zu wirken: sei es das Spiel mit der Textur des Tons, eine leicht asymmetrische Form wie bei dem pummerligen Kännchen von ihm, Abdrücke/Risse oder wie bei diesem Kännchen hier einen ganz leichten Bogen von Tülle zu Griff wodurch sie (zumindest für Rechtshänder) super in der Hand liegt. Daher konnte ich auch bei diesen beiden Stücken nicht widerstehen: aus seinem super groben braunen Ton gearbeitet aber viel filigraner als man denkt: insbesondere der kleine (70ml) Shiboridashi ist ein absolutes Fliegengewicht aber auch das Kännchen ist für seine Größe (120ml) überraschend leicht! Beide sind innen glasiert, was sie universal einsetzbar macht - insbesondere bei dem Kännchen, das mit 120ml für mich schon relativ groß ist ein Vorteil, FALLS mal ein Nicht-Pu darin landen sollte 😉




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    doumer reagierte auf GoldenTurtle in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @Anima_Templi Verstehe, aber schön wenn die deinen Geschmack (bisher zumindest) so gut trifft.
    @topic: gereifter Shou von etwas in die Jahre gekommenen Bäumchen, produziert vom alten Kameraden (Lao Tong Zhi): Bingliang Zhou

    Verziert mit etwas frisch gefallenem Hagel.

    Der Tee ist an mir gewachsen. Die ersten paar Sessions in den vergangenen Monaten waren für mich eher langweilig, erdig, typisch - beinahe als Fehlkauf klassifiziert. Nun tut sich mir darin etwas auf. Der gute Bingliang weiss halt doch was er tut. Es ist wie in der Kunst - der persönliche Zugang ist manchmal nicht leicht zu finden, gewisse Kunstwerke hingegen die schnell begeistern, die dafür gemacht sind, bei denen schwindet auch oft rasch wieder der blendende Schein.
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    doumer reagierte auf Anima_Templi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2019 Luo Die
    Recherchen ergaben, dass sich dieser Ort / diese Region genau mittig zwischen Puerh City und Kunming befindet, also nordwestlich von Xishuangbanna gelegen.
    Wieder sticht die wunderschöne Farbe und Klarheit des Aufgusses heraus, das Gold ein wenig heller als beim gestrigen Tee. 
    Geschmacklich trifft der Tee genau meinen Nerv; eine leckere Fruchtigkeit mit schöner Süße, die pure Süffigkeit in der Schale, ganz toll! Absolut keine Off-Noten! Im Nachhall wirkt eine erhabene Adstringenz, die sich anfühlt, als wäre der Mund in Watte gepackt.
    Das Qi ist wunderbar entspannend, glücklich machend und baut sich langsam über die Aufgüsse verteilt auf, um dann zu verweilen. Ein super Tee!
    Edit: @GoldenTurtle, der Bin Dao war der einzige Tee in OVP, deswegen würde ein Sammelbild nichts bringen.




  4. Thanks
    doumer reagierte auf Anima_Templi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    雨婷 Yu Ting heisst die Marke, benannt nach ihr selbst. Es gibt keinerlei Online-Präsenz, geschweige denn Shop und die Dame spricht kein Wort Englisch.
    Wie bei vielen kleinen Händlern, die sich aufs Premium-Segment spezialisieren, konzentriert sich auch dieser rein auf den inländischen Markt, was ich auch vollkommen nachvollziehen kann. Kundschaft gibt es genügend und es wird auch zu wenig Menge vertrieben, als dass sich ein expandieren gen Westen lohnen würde.
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    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @Anima_Templi interessant - magst du was zu der Marke sagen? Ich nehme mal an, dass es sich bei den 3 Zeichen links auf dem Wrapper, die sich auch auf dem Neifei wieder finden, um den Markennamen handelt: 雨婶宗 = Yu Shen Zong, wörtlich Regen/Herbst | Tante (die Frau des jüngeren Bruders des Vaters) | Klan/Schule/einfach ein Nachname. 婶 könnte aber auch 婷 (ting) sein und somit "anmutig" bedeuten? So oder so kann ich mir da nicht wirklich einen Reim drauf bilden  
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    doumer reagierte auf GoldenTurtle in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    ... dabei kam mir in den Sinn, das scheint ja ein Klassiker oder zumindest ein moderner Klassiker zu sein.
    Scott hat ja am 1. Januar dieses Jahres als wohl einer der ersten Pu'Er weltweit einen vermeintlichen Frühlings Gushu Shou von diesen Dörfern (Bingdao, Di Jie, Nuo Wu, Ba Wai + Nan Po) gepresst - nicht günstig wohlgemerkt, mit 80$ auf 200g mWn gar der teuerste Shou, den er bisher überhaupt je produziert hat:

    Ich probier den jetzt aber nicht auch noch, hab genug.
    Von der Aufgussfarbe her kombiniert mit den verschiedenen Shou die ich von Scott kenne kann ich mir das Resultat relativ gut vorstellen.
    Erwähnenswert finde ich es dennoch, wobei man sich wie stets über den Sinn von Gushu Shou, insb. mit Material aus aromatisch eher milderen Gegenden unterhalten könnte.
    PS @Anima_Templi: Frag doch bitte mal deine befreundete chinesische Händlerin, ob es von der Produzentin Bild- oder Videomaterial gäbe ...
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    doumer reagierte auf Anima_Templi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2020 Bing Dao 5 villages blend
    Gestern erreichte mich ein schönes Pu-Probenpaket einer befreundeten Chinesischen Händlerin. 
    Alle Tees stammen wiederum von einer Freundin von Ihr, die Ihren Teehandel quasi als "One-woman-show" betreibt und jedes Jahr selbst nach Yunnan reist um auf eigene Faust Tee zu sourcen. Boutique-Sheng in Reinkultur, sozusagen.
    Dieser Tee ist ein preiswerter Blend aus Material von 5 verschiedenen Dörfern der Region Bing Dao. Bemerkenswert ist das Kuchengewicht von 100gr, in diesem Fall aber mit sehr großem Durchmesser, also eine sehr dünne, aber ausladende Disc. Der Kuchen ist recht fest gepresst, durch die geringe Dicke lassen sich Stücke aber ohne Probleme herauslösen.
    Eine wunderbare honiggoldene Aufgussfarbe, gepaart mit einem feinfruchtigen Duft machen große Lust auf den ersten Schluck.
    Geschmacklich gefällt mir der Tee sehr gut! Ein schöner, weicher Körper mit einem tollen Aromenmix aus Stein- und Zitrusfrucht. Eine unterschwellige Bitternis bereichert den Tees sehr positiv. Qi ist vorhanden, aber eher dezent, wobei ich das bei diesem Preis auch nicht erwarte, bzw. voraussetze, der bei ca. 30-40$ liegen dürfte.
    Fest steht, dass der Tee geschmacklich mehr bietet als eine Herbsternte und das PL-Verhältnis super ist. Vergleichbare Eigenproduktionen europäischer Händler würden für ein vielfaches verkauft und gekauft werden. Auf jeden Fall ein toller Einstand!






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    doumer hat eine Reaktion von Shibo erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2016 Chafang Lao Cha von prSK
    Nachdem sich die beiden 2020er Thailand-Shengs von Peter nach etwas "Lernen" als ziemlich gut herausgestellt haben, hatte ich von dem Laocha auch nochmals einen Bing geordert. "Lao" (老, zu Deutsch "alt") ist hier natürlich relativ: älter im Vergleich zu den 2020ern ist natürlich richtig, alt im "absoluten" Sinne naja - wann ein Sheng als "alt" bezeichnet wird, liegt natürlich im Auge des Betrachters (würde ich bei 5 Jahren noch nicht) aber ich vermute, dass es sich hier unter anderem um ein Wortspiel handelt: Laocha (老茶) vs. Maocha (毛茶), da hier das Maocha 4 Jahre im ungepressten Zustand gealtert ist, nachdem es vom ursprünglichen chinesischen Käufer nicht abgeholt wurde. Auf jeden Fall eine sehr interessante Möglichkeit, ein Vorschau darauf zu bekommen, wie sich die 2020er Tees entwickeln können.
    Und auch wenn 4 Jahre Unterschied nicht so viel sind, merkt man diese doch deutlich: der Tee ist viel milder und runder als die 2020er - geschmacklich startet er mit sehr schönen Noten von Karamell-Schokolade und Datteln gepaart mit schwer zu definierenden "parfümigen" Noten (in Anführungszeichen, da nicht das unangenehm floral-parfümige von manchen chinesischen Shengs). Im Laufe der Aufgüsse wandelt sich der Tee jedoch beachtlich: der primär süßen Start wird zunächst durch bitter-adstringente Komponenten etwas rauer - durch eine leichte Nussigkeit aber trotzdem interessant (der Mandel-Vergleich von Peter ist hier durchaus passend) - und erst relativ spät geht es wieder in eine süße, jetzt eher holzige Richtung. Wie bei den anderen Thailand-Shengs steht aber auch hier klar die Sauberkeit/Klarheit des Tees im Vordergrund, was natürlich deutlich schwieriger zu interpretieren ist, als die Geschmacksebene und auch wenn der Tee nicht die Energie des Danzhus hat, hat er doch einen angenehm subtil-entspannenden Effekt. Besonders interessant, nachdem ich letzte Woche den 200er Dao Jian Zhong Qin Bing hatte: der dort sehr prägnanten Petrichor- und Geosmin-Duft des nassen Blattes ist auch hier klar vorhanden, wenn auch nicht so ausgeprägt - ob das eine Besonderheit von gereiften Thailand-Shengs ist? Ich hoffe, der Bing hält noch eine Weile, damit ich sehen kann, wie sich der Tee entwickelt! Auf jeden Fall ein schöner Tee, der sich einem zwar nicht so offenkundig erschließt wie z.B. der 2020er Ku Cha aus Chiang Rai, der voll auf die Geschmacksebene setzt und daher leicht "zu lesen" ist, aber vom Charakter her in die Kategorie "ruhig, ohne nennenswerte Besonderheit, aber trotzdem gut weil in sich stimmig und harmonisch" (oder so ähnlich) fällt, zu der ich mich in letzter Zeit immer mehr hingezogen fühle.



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    doumer reagierte auf Paul in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Stimmt genau! Das ist auch mein Eindruck von dem Tee; dieses: "ruhig, ohne nennenswerte Besonderheit, aber trotzdem gut weil in sich stimmig und harmonisch" findet man nicht oft. Es hat etwas zu tun mit Losgelöstheit, mit dem ruhigen einverstandenen Zusehen wie die Zeit vergeht.
  10. Like
    doumer hat eine Reaktion von Paul erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2016 Chafang Lao Cha von prSK
    Nachdem sich die beiden 2020er Thailand-Shengs von Peter nach etwas "Lernen" als ziemlich gut herausgestellt haben, hatte ich von dem Laocha auch nochmals einen Bing geordert. "Lao" (老, zu Deutsch "alt") ist hier natürlich relativ: älter im Vergleich zu den 2020ern ist natürlich richtig, alt im "absoluten" Sinne naja - wann ein Sheng als "alt" bezeichnet wird, liegt natürlich im Auge des Betrachters (würde ich bei 5 Jahren noch nicht) aber ich vermute, dass es sich hier unter anderem um ein Wortspiel handelt: Laocha (老茶) vs. Maocha (毛茶), da hier das Maocha 4 Jahre im ungepressten Zustand gealtert ist, nachdem es vom ursprünglichen chinesischen Käufer nicht abgeholt wurde. Auf jeden Fall eine sehr interessante Möglichkeit, ein Vorschau darauf zu bekommen, wie sich die 2020er Tees entwickeln können.
    Und auch wenn 4 Jahre Unterschied nicht so viel sind, merkt man diese doch deutlich: der Tee ist viel milder und runder als die 2020er - geschmacklich startet er mit sehr schönen Noten von Karamell-Schokolade und Datteln gepaart mit schwer zu definierenden "parfümigen" Noten (in Anführungszeichen, da nicht das unangenehm floral-parfümige von manchen chinesischen Shengs). Im Laufe der Aufgüsse wandelt sich der Tee jedoch beachtlich: der primär süßen Start wird zunächst durch bitter-adstringente Komponenten etwas rauer - durch eine leichte Nussigkeit aber trotzdem interessant (der Mandel-Vergleich von Peter ist hier durchaus passend) - und erst relativ spät geht es wieder in eine süße, jetzt eher holzige Richtung. Wie bei den anderen Thailand-Shengs steht aber auch hier klar die Sauberkeit/Klarheit des Tees im Vordergrund, was natürlich deutlich schwieriger zu interpretieren ist, als die Geschmacksebene und auch wenn der Tee nicht die Energie des Danzhus hat, hat er doch einen angenehm subtil-entspannenden Effekt. Besonders interessant, nachdem ich letzte Woche den 200er Dao Jian Zhong Qin Bing hatte: der dort sehr prägnanten Petrichor- und Geosmin-Duft des nassen Blattes ist auch hier klar vorhanden, wenn auch nicht so ausgeprägt - ob das eine Besonderheit von gereiften Thailand-Shengs ist? Ich hoffe, der Bing hält noch eine Weile, damit ich sehen kann, wie sich der Tee entwickelt! Auf jeden Fall ein schöner Tee, der sich einem zwar nicht so offenkundig erschließt wie z.B. der 2020er Ku Cha aus Chiang Rai, der voll auf die Geschmacksebene setzt und daher leicht "zu lesen" ist, aber vom Charakter her in die Kategorie "ruhig, ohne nennenswerte Besonderheit, aber trotzdem gut weil in sich stimmig und harmonisch" (oder so ähnlich) fällt, zu der ich mich in letzter Zeit immer mehr hingezogen fühle.



  11. Like
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2016 Chafang Lao Cha von prSK
    Nachdem sich die beiden 2020er Thailand-Shengs von Peter nach etwas "Lernen" als ziemlich gut herausgestellt haben, hatte ich von dem Laocha auch nochmals einen Bing geordert. "Lao" (老, zu Deutsch "alt") ist hier natürlich relativ: älter im Vergleich zu den 2020ern ist natürlich richtig, alt im "absoluten" Sinne naja - wann ein Sheng als "alt" bezeichnet wird, liegt natürlich im Auge des Betrachters (würde ich bei 5 Jahren noch nicht) aber ich vermute, dass es sich hier unter anderem um ein Wortspiel handelt: Laocha (老茶) vs. Maocha (毛茶), da hier das Maocha 4 Jahre im ungepressten Zustand gealtert ist, nachdem es vom ursprünglichen chinesischen Käufer nicht abgeholt wurde. Auf jeden Fall eine sehr interessante Möglichkeit, ein Vorschau darauf zu bekommen, wie sich die 2020er Tees entwickeln können.
    Und auch wenn 4 Jahre Unterschied nicht so viel sind, merkt man diese doch deutlich: der Tee ist viel milder und runder als die 2020er - geschmacklich startet er mit sehr schönen Noten von Karamell-Schokolade und Datteln gepaart mit schwer zu definierenden "parfümigen" Noten (in Anführungszeichen, da nicht das unangenehm floral-parfümige von manchen chinesischen Shengs). Im Laufe der Aufgüsse wandelt sich der Tee jedoch beachtlich: der primär süßen Start wird zunächst durch bitter-adstringente Komponenten etwas rauer - durch eine leichte Nussigkeit aber trotzdem interessant (der Mandel-Vergleich von Peter ist hier durchaus passend) - und erst relativ spät geht es wieder in eine süße, jetzt eher holzige Richtung. Wie bei den anderen Thailand-Shengs steht aber auch hier klar die Sauberkeit/Klarheit des Tees im Vordergrund, was natürlich deutlich schwieriger zu interpretieren ist, als die Geschmacksebene und auch wenn der Tee nicht die Energie des Danzhus hat, hat er doch einen angenehm subtil-entspannenden Effekt. Besonders interessant, nachdem ich letzte Woche den 200er Dao Jian Zhong Qin Bing hatte: der dort sehr prägnanten Petrichor- und Geosmin-Duft des nassen Blattes ist auch hier klar vorhanden, wenn auch nicht so ausgeprägt - ob das eine Besonderheit von gereiften Thailand-Shengs ist? Ich hoffe, der Bing hält noch eine Weile, damit ich sehen kann, wie sich der Tee entwickelt! Auf jeden Fall ein schöner Tee, der sich einem zwar nicht so offenkundig erschließt wie z.B. der 2020er Ku Cha aus Chiang Rai, der voll auf die Geschmacksebene setzt und daher leicht "zu lesen" ist, aber vom Charakter her in die Kategorie "ruhig, ohne nennenswerte Besonderheit, aber trotzdem gut weil in sich stimmig und harmonisch" (oder so ähnlich) fällt, zu der ich mich in letzter Zeit immer mehr hingezogen fühle.



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    doumer hat eine Reaktion von Paul erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Heute im Kännchen: der 2020 Is a Gift von W2T
    Den Namen kann man natürlich auf vielfältige Art und Weise sowohl unpassend/zynisch (2020 war dank Corona ein echt mieses Jahr; zu dem Preis ist der Tee nicht unbedingt ein Geschenk; etc.) als auch passen (immerhin war 2020 ein Jahr bzw. wir haben es erlebt - dank Corona und den Vollpfosten, die in der Welt an der Macht sind/waren (Trump, Johnson, der kleine Dicke aus Nordkorea und wie sie alle heißen) war das alles andere als klar; die Bestellung des Unicorn-Bings (wovon dieses Sample ein Teil war) ist angekommen; Weihnachten!; etc.) interpretiert werden, erschien mir insgesamt aber doch sehr passend für heute - in diesem Sinne: frohe Weihnachten allerseits
    Nun aber zu dem Tee: Bei diesem Tee handelt es sich wie bei dem 2018er Lucky Puppy um ein qualitativ hochwertigen Blend aus verschiedenen Regionen, allerdings mit anderem Fokus - preislich sind sie aber nahezu identisch. Sehr lobenswert ist, dass sich bei dem Tee ein roter Faden klar abzeichnet, der sich auch durch alle Aufgüsse zieht: Der Tee ist primär floral-süß mit starken frisch-adstringenten Facetten und leicht bitter-nussigen Noten, wobei sich die Verhältnisse untereinander je nach Aufguss verändern und so für viel Veränderung während der Session sorgen. Womit Paul auf jeden Fall Recht hat, ist dass der Tee eine sehr charakteristische Note hat, die sich nicht nur im Duft sondern vor allem im Nachhall wiederfindet: der Hui Gan (man könnte YS-mäßig hier noch "fast" dazu packen, aber das fasse ich mittlerweile eher als Beleidigung auf, weil gefühlt JEDER Sheng "fast hui gan" hat) wandelt sich nach ein paar Atemzügen von süß zu intensiv floral, fast schon parfümig-penetrant mit einer leicht scharfen Kante - sehr spannend, wenn auch nicht ganz mein Fall. Zudem hat der Tee auch einiges an Kraft - man merkt dass das Qi im Kopf arbeitet, jedoch weniger auf die entspannende Art sondern etwas, als man in Watte gepackt wird. Es ist natürlich müßig zu raten, woher das Material des Tees stammen könnte, auf Grund der kraftvollen floral-nussigen Facetten würde ich aber tippen, dass auf jeden Fall etwas Yibang dabei sein muss. Insgesamt merkt man dem Tee auf jeden Fall an, dass es sich um qualitativ hochwertiges Material handelt (auch wenn es optisch nicht ganz so viel her macht, da recht kleinteilig) und der Tee ist in sich stringent - allerdings ohne dabei seine Mitte zu finden, wie es bei regionsübergreifenden Blends leider fast immer der Fall ist. Es wird viel geboten, dem aber etwas die Tiefe fehlt - zwar gefällt mir der Tee besser als der Lucky Puppy und deutlich besser als der 2016er We go high aber von einem single origin Tee wie dem 2020er Unicorn ist er leider trotzdem meilenweit entfernt - aber das ist natürlich immer Sache der persönlichen Vorlieben.



  13. Haha
    doumer hat eine Reaktion von Paul erhalten in Tee als Dekoration   
    Also ich find ja Tongs durchaus dekorativ - und wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, schimmeln die auch nicht  
  14. Haha
    doumer hat eine Reaktion von TeeStövchen erhalten in Tee als Dekoration   
    Also ich find ja Tongs durchaus dekorativ - und wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, schimmeln die auch nicht  
  15. Haha
    doumer hat eine Reaktion von Shibo erhalten in Tee als Dekoration   
    Also ich find ja Tongs durchaus dekorativ - und wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, schimmeln die auch nicht  
  16. Haha
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Tee als Dekoration   
    Also ich find ja Tongs durchaus dekorativ - und wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, schimmeln die auch nicht  
  17. Haha
    doumer hat eine Reaktion von Anima_Templi erhalten in Tee als Dekoration   
    Also ich find ja Tongs durchaus dekorativ - und wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, schimmeln die auch nicht  
  18. Haha
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Denke er meint "Mr Mopar", Urgestein auf Steepster
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    doumer hat eine Reaktion von Paul erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Ich geb es zu: ich steh total auf die Werke von Martin Hanus - dieses archaische, ungezwungene hat einfach etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Und trotz aller Grobheit haben die Stücke immer dezente Feinheiten, die sie wirklich besonders machen ohne dabei aufgesetzt zu wirken: sei es das Spiel mit der Textur des Tons, eine leicht asymmetrische Form wie bei dem pummerligen Kännchen von ihm, Abdrücke/Risse oder wie bei diesem Kännchen hier einen ganz leichten Bogen von Tülle zu Griff wodurch sie (zumindest für Rechtshänder) super in der Hand liegt. Daher konnte ich auch bei diesen beiden Stücken nicht widerstehen: aus seinem super groben braunen Ton gearbeitet aber viel filigraner als man denkt: insbesondere der kleine (70ml) Shiboridashi ist ein absolutes Fliegengewicht aber auch das Kännchen ist für seine Größe (120ml) überraschend leicht! Beide sind innen glasiert, was sie universal einsetzbar macht - insbesondere bei dem Kännchen, das mit 120ml für mich schon relativ groß ist ein Vorteil, FALLS mal ein Nicht-Pu darin landen sollte 😉




  20. Like
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2019 Yesheng Huazhu 'pop_peek' Wild von prSK
    Da sich bei Nicht-Pus im Laufe der Zeit nicht so viel (positives) tut (Oolong teilweise ausgenommen) schreibe ich eher selten ein Update bei Tees wie einem Hongcha - aber bei den Hongchas von Peter aus Sheng-Material könnte das ggf. auch spannend sein. Heute mal von unterwegs: zwar ist die Wassertemperatur nicht ganz optimal, da ich nur eine Thermosflasche dabei hatte und keine portable Feuerstelle (was am Waldrand auch rechtlich gesehen eher schwierig sein dürfte), aber die Haupt-Charakteristika von der letzten Notiz sind da: das Blatt hat ein einzigartiges fruchtiges Trauben-Aroma während der Aufguss ohne störende Malzigkeit an Rotwein erinnert. Nach wie vor einer der besten Hongchas, die ich kenne - aber eine große Veränderung konnte ich in dem Zeitraum bislang nicht feststellen. Macht aber nichts: schöner Tee, schöne Aussicht, schöner Tag 😊
    Ich hoffe, auch Ihr konnten den sonnigen Tag heute trotz der allgemeinen Lage genießen!

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    doumer hat eine Reaktion von hats erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Ich geb es zu: ich steh total auf die Werke von Martin Hanus - dieses archaische, ungezwungene hat einfach etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Und trotz aller Grobheit haben die Stücke immer dezente Feinheiten, die sie wirklich besonders machen ohne dabei aufgesetzt zu wirken: sei es das Spiel mit der Textur des Tons, eine leicht asymmetrische Form wie bei dem pummerligen Kännchen von ihm, Abdrücke/Risse oder wie bei diesem Kännchen hier einen ganz leichten Bogen von Tülle zu Griff wodurch sie (zumindest für Rechtshänder) super in der Hand liegt. Daher konnte ich auch bei diesen beiden Stücken nicht widerstehen: aus seinem super groben braunen Ton gearbeitet aber viel filigraner als man denkt: insbesondere der kleine (70ml) Shiboridashi ist ein absolutes Fliegengewicht aber auch das Kännchen ist für seine Größe (120ml) überraschend leicht! Beide sind innen glasiert, was sie universal einsetzbar macht - insbesondere bei dem Kännchen, das mit 120ml für mich schon relativ groß ist ein Vorteil, FALLS mal ein Nicht-Pu darin landen sollte 😉




  22. Thanks
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Soweit ich weiß arbeitet Martin Hanus nur im Holzbrand - mit ein Grund, warum es nur relativ wenig Stücke von ihm gibt, da dieser nur ein paar mal im Jahr befeuert wird. 
    Auf den letzten Bilder leider nicht gut zu erkennen, daher hier nochmals eine Detailaufnahme: der Shibo hat ganz dezente Rillen - daher gießt er eher langsam ab, für mich aber völlig in Ordnung :) 

  23. Like
    doumer hat eine Reaktion von Toko erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Nachtrag: hier sieht man den angesprochenen "Bogen" besser:

  24. Like
    doumer reagierte auf Anima_Templi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2019 Astro Kittens by w2t
    Die Probe stammt von @doumer, dafür herzlichen Dank!
    Ein angenehm bitterer Vertreter seiner Art, läuft geschmacklich auf der gleichen Schiene wie der Bulang von EoT, allerdings deutlich weniger komplex, weniger Körper und Qi. 
    Nichtsdestotrotz ein interessanter Tee. Die Bitternis erinnert mich zu Anfang an Grapefruit mit einer angenehmen Frische, die übrigens beständig im Nachhall zur Geltung kommt, auch bei späteren Aufgüssen.
    Ab dem dritten Aufguss öffnet er sich und zeigt sich deutlich komplexer. Schönes Spiel zwischen bitter-saueren Fruchtnoten, wobei bitter-spritzig es vielleicht besser trifft. Die Bitternis ist maßgebend und vorherrschend, aber darunter verbirgt sich ein feines Aromen- und Körperkonstrukt, was diesen Tee erst wirklich interessant und genießbar macht. 
    Selbst die bessere Hälfte hält tapfer durch, Aufguss für Aufguss.
    "Der ist so bitter, dass man fast eine Gänsehaut bekommt."
    Recht hat sie! Aber die Tatsache, dass die Bitternis die richtigen Regionen anspricht und die subtilen süßen Aromen nicht komplett überlagert werden, machen aus ihm mehr als nur eine Bitterkeule.
     


  25. Like
    doumer reagierte auf Getsome in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @doumer: Den 2020 Thailand Chiang Rai Old Tree Ku Cha hatte ich vor ein paar Wochen auch und schmeckte, anders als du, die Grapefruit nicht heraus. Weißt du noch wie du dosiert hast? Recht kräftig, nach den Fotos zu urteilen.
     
    Die "Besuche" alter Bekannter am Teetisch der letzten Woche kamen nicht ohne Experimente aus. Vier Da Hong Paos aus meinem neuen Kännchen sollten es sein.

    Die ersten vier stammen von Die Kunst des Tees.
    Felsen Da Hong Pao (original) 2013:
    Geruch: Nuss, dunkle Schokolade, dezent Röstung, Essig?, Sägespäne?
    Geschmack: Nuss, Gewürze, mineralisch, flüchtige unbestimmbare Frucht , Karamell? Das Gewürz ist vermutlich Kardamom. Es erinnert mich an Kardamom-Schwarztee den ich von Persern kenne. Auf der Homepage wird auch Anis erwähnt, aber das einzieht sich mir. Die Kanne tut dem Tee wirklich gut, sie "zieht" den Tee etwas auseinander, wodurch die Gewürze zum Vorschein kommen. Mein neuer Favorit aus diesen drei.
    Da Hong Pao #105 traditionell 2012 Herbst:
    Geruch: Kaffee, leichte Röstung
    Geschmack: Röstung, Holz, (Wal)Nuss, mineralisch, kräftig (kräftig bedeutet hier, dass der Tee nicht von der Kanne "auseinandergezogen" wurde), ab und zu blumig im Nachgeschmack, hat am ehesten Noten von dunkler Schokolade
    Der Effekt der Kanne ist nur minimal.
    Da Hong Pao#105 leicht geröstet 2012:
    Geruch: Röstung, Karamell, nur leicht dunkle Schokolade, blumig, Röstung klingt schnell ab
    Geschmack: der frischeste Vertreter der drei bisherigen. Blumig, kaum Röstung zu schmecken, etwas (Karamell)Süße, ab und zu Frucht oder Nuss. Das war mein bisheriger Favorit aus den dreien und auch hier hat die Kanne einen Effekt, aber der Gaiwan ist genau so gut.
    Aged Da Hong Pao Shizu 1993 von @chenshi-chinatee:
    Geruch: Kaffee, Asche, Essig
    Geschmack: Erde, Asche, leichte Süße, geröstete Nüsse, dunkle Schokolade

    Der Aged Da Hong Pao ist ein Tee für sich. Beim Schreiben, klingt dieser Tee schlechter als er tatsächlich ist. Die Kanne "öffnet" ihn zwar ein wenig, aber gerade die ersten Aufgüsse sind noch ein Rätsel für mich. Bei anderen Aged Da Hong Paos haben mich lang gezogene Aufgüsse (ab 6 oder 7) mit einer frischen. Bei diesem bleibt die Süße dezent und von nussiger Schokolade begleitet.
     
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