Terrakotta-Krieger

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    Terrakotta-Krieger reagierte auf RobertC für ein Blogeintrag, Kintsugi Gehversuch (Teil 1)   
    Es lässt sich einfach nicht vermeiden! Eine kleine Unachtsamkeit und schon ist es passiert - das geliebte Teezubehör landet unsanft im Spülbecken oder auf dem Boden. Handelt es sich dann um etwas Besonderes sitzt zunächst der Schock tief. Aber manchmal kommt eine Reparatur mittels Kintsugi in Frage, was hier im Forum auch schon an verschiedenen Stellen berichtet und ausprobiert wurde.
    Bei dieser traditionellen japanischen Technik, die mittels Urushi Lack arbeitet, erhalten die reparierten Stücke durch die golden oder silbern verzierten Linien über den Bruchstellen einen eigenständigen Charakter. 
    Wer viel Geduld aufbringen kann darf sich gerne an Frau Watanabe aus Berlin wenden. Erst kürzlich habe ich im englischen Teeforum eine sehr positive Referenz bezüglich der Qualität und Preise ihrer Arbeiten gelesen, was sicherlich zu noch längeren Wartezeiten führen dürfte.
    http://www.teachat.com/viewtopic.php?f=36&t=21568&p=288993&hilit=kintsugi#p288993
    Der geneigte Teefreund, der neben Geduld auch noch etwas Neugier mitbringt, darf sich natürlich auch selbst ausprobieren. So kam ich zu meinem ersten Kintsugi Gehversuch. Mit einem in Japan bestellt Repair Kit sowie meinem ersten "Opfer", einer handgemachten Porzellan Teeschale einer Künstlerin aus Heilbronn.
    Mit etwas Mehl, Wasser und dem Urushi Lack wird zunächst eine klebrige Masse angerührt. Dabei entsteht ungefähr die Konsistenz von Zahncreme oder Haargel. Diese wird mit einer Spachtel auf beide Seiten der Bruchstellen aufgebracht bevor diese zusammengeklebt werden. Überflüssiges Klebematerial kann mit Zahnstochern entfernt werden. Diese Schritte sind je nach Anzahl der Bruchstücke zu wiederholen. Die zusammengesetzte Tasse habe ich dann mit Kreppband fixiert.
    Danach muss der Urushi Lack aushärten. Dies passiert am besten bei mindestens Raumtemperatur und sehr hoher Luftfeuchtigkeit (über 80%). Daher habe ich mir einen sogenannten Muro gebaut. Eine kleine verschließbare Kiste, am besten isoliert, feuchte Tücher rein, ggf. ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchte und die reparierte Keramik am besten so lagern, dass auch von unten Luft heran kommen kann. So kam ich auf in der Spitze 92% Luftfeuchtigkeit. Nach gut zwei Wochen war meine reparierte Teetasse ausgehärtet. Allerdings zeigten sich auch erste Anzeichen von Schimmel auf den feuchten Küchentüchern. Dies nur als Warnung an die Freunde der schnellen Pu Lagerung mit aktiver Befeuchtung.
    Da Urushi wie gesagt durch Feuchtigkeit aushärtet empfiehlt sich grundsätzlich Terpentin-Ersatz zum Saubermachen. Außerdem sollte beachtet werden, dass wohl manchen Menschen auf Urushi allergisch reagieren - also am besten Handschuhe tragen.
    Nach dem Aushärten und Entfernen des Kreppbandes können die reparierten Bruchstellen vorsichtig mit einem Messer, sehr feinen Schleifpapier oder Terpentin von überflüssigem Material befreit werden. In meinem Fall hat hier nur eine Kombination sowie viel Geduld geholfen. Durch das Schleifpapier kann ein feiner Übergang an den Bruchstellen erzielt werden.
    Mit dem Zwischenergebnis bin ich schon sehr zufrieden, aber mir ist klar, es liegt noch ein weiter Weg vor mir!







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    Terrakotta-Krieger reagierte auf RobertC für ein Blogeintrag, Seminar mit Meister Atong Chen   
    Liebes digitale Teetagebuch,
    am Sonntag 12.6. fand in Frankfurt organsiert vom Teehaus Schnorr das Seminar zur Thema Geruch und Geschmack von Oolong statt. Aufgrund verschiedene Anfragen möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen.
     
    Allgemeines
    Geschätzte 30 bis 35 Teeliebhaber aus Deutschland und der Schweiz fanden sich an diesem verregneten Sonntagmorgen im Schnorr Seminarraum in einem Industriegebiet am Rand von Frankfurt ein. Menglin Chou vom Teehaus Shui Tang aus Zürich hat für Meister Atong Chen übersetzt. Neben den Mitarbeitern von Schnorr und Shui Tang waren aber auch sämtliche mir bekannte andere mit Atong verbundeamn Händler und Großhändler aus dem deutschsprachigen Raum vertreten. Die Teilnehmer saßen jeweils zu 5 bis 7 Personen an runden Tischen. Die Tees wurden jeweils mit 3g in einer Reisschüssel pro Tisch mit kochendem Wasser aufgegossen, die Teilnehmer konnten mit einem Teelöffel aus Metall in ihre kleine Schale abfüllen und natürlich am Löffel riechen. Dieses Setup erlaubte es, die Tees nach ca. 5 bis 10 Minuten frisch zu probieren während Atong gerade über diesen Tee sprach. Es war aber auch möglichst später nochmal zu probieren und zu vergleiche. Es wurde übrigens Volvic Wasser verwendet, woraus ich schließe, dass entweder Atong oder der Veranstalter Schnorr dieses Wasser für Oolongs dem Frankfurter Leitungswasser für überlegen hält.
     
    Geruchs- und Geschmacksvielfalt von Taiwan Oolongs
    Im ersten Teil des Seminar wollte uns Atong eine möglichst breite Übersicht des Geruchs- und Geschmacksspektrums der Taiwan Oolongs aufzeigen. Es wurden hier über ca. 3 Stunden insgesamt 9 Tees verschiedener Regionen Taiwans und aus unterschiedlichen Kultivare aufgegossen, wobei zu beidem keinerlei Angaben gemacht wurden. Daher werde ich im Folgenden die Tees beschreiben sowie mit Punkten auf einer Skala von 50 (schlecht) bis 100 (außerordentlich) bewerten.
    Tee 1: ein grüner Oolong, sehr vegetal, leicht süß, 80-84. Ich denke Atong wollte uns mit diesem Tee testen, denn nachdem wir alle probiert haben sollten sich alle die Hand heben, denen der Tee geschmeckt hat. Es waren mehr als 90% der Hände oben, aber ich habe keine Hand gesehen, die ich aus dem Teetalk kenne  Wenn man diesen Tee nach über einer Stunde in der Reisschüssel nochmal probiert hat war er wirklich untrinkbar, definitiv ein Test von Atong
    Tee 2: Oriental Beauty Art, reifer Pfirsich, Lychee, Honig, sehr rund und süß, 91-94. Was für ein Unterschied zu dem Tee davor!
    Tee 3: stark gerösteter Oolong, stärker oxidiert, Honig, Kräuter, Schokolade, Karamell, 91-93.
    Tee 4: Kugeloolong, blumig, leicht, Orchideen, Frische, etwas Osmanthus, heller Karamell, 90-92.
    Tee 5: Kugeloolong, sehr ähnlich zu 4, deutlichere Orchideen, 91-94.
    Tee 6: Kugeloolong, sehr ähnlich zu 5, andere florale Noten, 91-94.
    Tee 7: Meiner Meinung nach ein Hong Cha (obwohl es ja nur Oolongs sein sollten)?!, Kräuter, Zitrone, Mal, Karamell, Dörrobst, Zimt, sehr rund, 91-93.
    Tee 8: Gui Fei, tropische Früchte, aber leichter off-taste 89-90.
    Tee 9: Gelagerter Zwirbeloolong, leicht floral, rund, blumig, Honig, Dörrobst, ölig, 92-95.
     
    Anbaugebiete in Taiwan
    Im zweiten Teil des Seminar haben wir uns, nach einem schönen Mittagessen, mit den unterschiedlichen Regionen und Anbaugebieten genauer beschäftigt. Diesmal waren alle Tees aus dem Qingxin Kultivar und die jeweiligen Anbaugebiete wurden genannten und genauer vorgestellt.
    Tee 1: Baozhong aus Pinglin, Spinat, Erbsen, ölig-dichte Textur, 92-94. In Pinglin, sagte Atong, könne er selbst seine Tees nur von einem Großhändler, aber nicht direkt beim Erzeuger einkaufen.
    Tie Guan Yin aus Muzha (ist ja kein Qingxin, haben wir daher nicht probiert) sollte bernsteinfarben sein und nach reifen Obst schmecken. TGY kam wohl 1919 von China nach Taiwan.
    Tee 2: La La Shan, sehr rund, leichte Röstung, tropische Früchte, sehr langer Nachgeschmack, 92-95.
    Tee 3: Mingjian, mild, Pfirsich, frisch, 90-92. Ebenes, tiefer liegendes Gebiet mit viel Sonne, meist Erntemaschinen. Hier liegen sämtliche Teegärten von Atong, die sich im Familienbesitz befinden. 
    Tee 4: Dong Ding, Zwirbelblatt, sehr ausgewogen rundes Mundgefühl, Karamell, Nuß, würzig, 92-94.
    Tee 5: Ali Shan, leicht geröstet, rund, fruchtig frisch, aber nicht so gut wie der La La Shan, 90-92.
    Tee 6: Li Shan, mild, helles Obst, sehr ausgewogen und langanhaltend, 92-94. Früher wurde in Li Shan Apfel- und Birnenanbau betrieben.
    Tee 7: Qi Lai Shan, sehr ähnlich zum Li Shan, aber etwas grüner produziert, 91-93.
    Tee 8: Gangkou "Meeresoolong", angenehm bitter (ähnlich wie Sheng), grün, langanhaltend, 90-92. Kommt ganz aus dem Süden von Taiwan und wird im Wok geröstet ähnlich wie Grüntee.
    Tee 9: als Zugabe gabe es dann noch einen gelagerten Oriental Beauty aus Atongs privater Schatzkammer, Rosen, Honig, Lychee, wundervoll ausbalanciert und langanhaltend, 94-97+.
     
    Was ich sonst noch aus dem Seminar über Oolong mitgenommen habe
    Ein höherer Oxidationsgrad führt zu einem facettenreicheren Tee
    Ein blutroter Blattrand ist ein gutes Indiz für einen guten, höheren Oxidationsgrad
    Grasiger Geruch (wie frisch gemähter Rasen) -> negativ, zu wenig gewelkt oder oxidiert
    Ölgeschmack -> nicht gut bei neuem Tee, aber gut bei gelagertem Tee
    Eine starke Röstung braucht eine entsprechende Oxidation
     
    Insgesamt eine für mich gelungene Veranstaltung, dank neuem Teewissen und persönlichen Teekontakten.
     






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    Terrakotta-Krieger reagierte auf Dao für ein Blogeintrag, Vom Samen zum Keimling - Teil 1   
    Hallo zusammen,
    da es seit mindestens 10 Jahren voll out ist keinen Blog mehr zu haben ziehe ich auch mal nach .
    Hauptsächlich wird es darum gehen Camellia Sinensis und für die Teeproduktion geeignete verwandte Arten anzubauen.
    In den letzten Monaten habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt und zuletzt eine Keimrate von 80% geschafft zu erzielen.
    Wohlwissen, dass alles schief läuft, sobald andere zugucken, werde ich es trotzdem mal versuchen und euch live davon berichten wie es läuft.
    Für den Versuch habe ich 400 Samen bestellt. Da der Händler meines Vertrauens jedoch "nur" 250 Samen vorrätig hatte werden wir erst mal damit vorlieb nehmen.
    Die anderen 150 Samen werden jedoch in ein paar Wochen ankommen und dann nachziehen.
    Für die grässliche Bildqualität entschuldige ich mich schon mal. Die wird wohl auch in der nächsten Zeit nicht mehr besser werden, da ich zurzeit nur meine drittklassige Laptopkamera habe.
    So sehen die hübschen aus bevor sie gefoltert werden:

    Was gefoltert?! Spinnst du Dao?
    Nun, um die Samen zum Keimen zu bringen müssen sie Wasser aufnehmen. Daher werden wir erst mal die Wände der Samen ordentlich anrauen. Zuerst habe ich dafür ein Marmeladenglas genommen und Schleifpapier so hineingetan, dass die Wände von innen damit abgedeckt waren. Wenn man dann Samen hineintut und das Glas in kreisenden Bewegungen schwingt werden die Wände schon recht schnell angeraucht - verglichen damit, dass man auch jeden Samen einzeln anrauen kann.
    Noch schneller geht es jedoch so:

    Man packt ein Handtuch auf den Tisch um den Schall zu dämmen, damit die bessere Hälfte oder die Nachbarn nicht genug von euch und eurer Teesucht haben .
    Nun klemmt man Schleifpapier fest, nimmt ein paar Samen und legt den Deckel vom Marmeladenglas drauf. Der Deckel soll dabei nur auf den Samen, nicht auf dem Papier aufliegen. Nun reibt man ein paar Sekunden über dem Schleifpapier. Die Samen sollen lediglich ein wenig heller an manchen Stellen werden. Die Samen müssen nicht überall angeraut sein.
    Samen mit einer aufgebrochenen Wand haben kaum eine Chance zu keimen, daher darf man nicht zu fest drücken oder zu lange schleifen. Da ich mir bei der Kamera Bildvergleiche sparen kann, sollte jeder vorher mal einen Samen einzeln schleifen und beobachten wie sich der Samen dabei farblich verändert.
    Als nächstes packen wir die angerauhten Samen in einen Socken:

    Beizmittel sollen zwar helfen, aber mein Fußschweiß ist vielleicht doch ein bisschen zu krass . Daher eine saubere Socke die zuletzt ohne Gegenstück aus der Waschmaschine aufgetaucht ist. Die binden wir einfach zu und versenken sie in einem Wasserbad bei Zimmertemperatur. Dann legen wir noch etwas zum beschweren darauf, sodass auch alle Samen abgedeckt sind.

    Nun müssen wir ein bis 2 Tage warten. Das Wasser wird sich dabei bräunlich färben und meist schwimmt eine dünne ölige Schicht auf dem Wasser.
    Damit ihr schon mal was richtiges zum gucken habt, hier ein paar Ultra-HD Bilder von meinem letzten geglückten Versuch: 


    Die Pflanzen in den einzelnen Zellen wachsen in einer Mischung aus Anzuchterde, Sand und Vermiculit. Das habe ich im Verhältnis 1:1:1 gemischt.
    Das Vermiculit nimmt Wasser auf, gibt viele Nährstoffe über sehr lange Zeit ab und lockert die Erde auf. Das ist besonders wichtig, da die Wurzeln etwas Sauerstoff brauchen.
    Stark verdichteter Boden wie man ihn auf den meisten Maisäckern findet ist daher auch ungeeignet.
    Der Sand sorgt für genügend Drainage, sodass die Pflanzen keine Staunässe erleben müssen. Bei Staunässe haben die Pflanzen schnell mit Pilzen und Schimmel zu kämpfen, was die größte Gefahr für eure Pflänzchen wäre.
    Die Pflänzchen im Eimer wachsen auf Vermiculit ohne Beimischung von Sand oder Erde. Das war ein geglücktes Experiment, was aus Mangel an Erde und einer unerwartet hohen Keimrate entstanden ist. Die Pflänzchen haben dort einen etwas langsameren Wuchs, was jedoch daran liegen kann, dass die Pflanzen weniger Sonne kriegen.
    So, das war es für heute. Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen und ich werde mich dann bald mit dem nächsten Schritt melden, sobald die Pflänzchen lange genug im Wasser gelegen haben.

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    Terrakotta-Krieger reagierte auf Hypnozyl für ein Blogeintrag, Der erste Tee   
    "Wer den Kopf stets senkt, erkennt keinen Horizont."
    Edith Linvers (dt. Schriftstellerin)

    Mit welchem Tee fange ich denn nun an? Auf schwarzen, bzw. roten Tee hatte ich mich schon eingestellt. Aber diese Eingrenzung hilft einem nicht weiter, bei der Masse an verschiedenen Sorten, Anbaugebieten, usw. . Die Recherche im Forum brachte mich auch nur bedingt weiter, da die Geschmäcker viel zu verschieden, und die unterschiedlichen Bezugsquellen schier unendlich sind. Was also sollte ich tun? Den Weg über (noch) einen Thread im Forum, in dem ich nach guten Tees frage, wollte ich mir sparen. Nicht nur, dass ich wie gesagt viele verschiedene Meinungen bekäme, nein auch die anderen Forenuser haben derart Fragen schon oft und ausgiebig genug beantwortet.
    Glücklicher Weise schien @Terrakotta-Krieger meine Hilflosigkeit zu erahnen. Er kontaktierte mich und nebst ein paar netten Worten empfahl er mir einen bekannten Online Shop aus Neu-Isenburg. Darüber hinaus machte @Terrakotta-Krieger mir eine besonders große Freude, indem er mir seinen ersten Gaiwan inkl. Trinkschalen überließ. Die Teezange konnte damit wieder in der Schublade verschwinden. Zu dem Gaiwan gesellten sich im Übrigen auch noch ein paar Teeproben (roter Tee, Darjeeling und ein Oolong) und die dazu passenden Zubereitungsarten. Abschließend hat er mir noch zwei herbe Schwarztees aus o. g. Shop empfohlen.
    Ich muss wohl nicht extra betonen, dass ich @Terrakotta-Krieger für seine Hilfe überaus dankbar bin. Ich tue es an dieser Stelle trotzdem: Danke!  
    Parallel hatte ich noch beschlossen, ein aktives und scheinbar sehr erfahrenes Forenmitglied mit meinen Fragen zu löchern. Aufgrund der örtlichen Nähe habe ich mich dazu entschlossen @Key nach Tipps und Tricks rund um Schwarztee zu fragen. Dieser ließ sich natürlich nicht lange bitte und stellte mir prompt eine Auswahl zusammen, die es selbstverständlich alle in der Teegasse gibt  
    Bestellt habe ich dann einen Assam, einen Darjeeling, einen roten Tee und einen Milky Oolong.
    Soweit so gut. Ich hatte nun also eine aus meiner Sicht beachtliche Sammlung von Proben, eine Teezange und einen Gaiwan. Dem Teegenuss sollte nun also nichts mehr im Wege stehen. Terrakotta-Krieger hat mich in weiser Voraussicht noch darauf hingewiesen, dass ich mit dem Gaiwan erst einmal üben sollte. Vorzugsweise mit kalten Wasser. Was soll ich sagen? Der Tipp war Gold wert! Meine erster Schüttversuch endete in einer mittelschweren Überschwemmung. Den Weg in die Trinkschale haben letzten Endes nur wenige Tropfen gefunden. Also gut, Lappen holen, aufwischen, nochmal versuchen. Das Spielchen trieb ich einige Male mit dem immer gleichen Ergebnis. Meine Frau beobachtete mich und kam irgendwann zu dem Schluss, dass ich komplett unfähig sei. Ich wollte ihr an dieser Stelle nicht widersprechen...
    Aber was machte ich falsch? In diversen Youtube Videos sah es doch immer so einfach aus: Deckel etwas schräg drauf, Gaiwan und Deckel gut festhalten und dann schütten. Ich konnte den Fehler in der Anwendung nicht finden. Zu allem Überfluss versuchte es meine Frau auch einmal. Ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten, füllte Sie das Trinkschälchen mit dem Wasser. Wie hat sie das gemacht, dieses Teufelsweib?! Nach zwei weiteren Demonstrationen meiner Frau bemerkte ich, dass sie wesentlich schneller schüttete als ich. Konnte das der Schlüssel zum Erfolg sein? Ja, das ist der Schlüssel zum Erfolg. So einfach und doch so schwer... Zwar gingen immer noch ein paar Tropfen daneben, aber ich konnte den Gaiwan leeren, ohne den Tisch wieder unter Wasser zu setzen. Endlich, dachte ich. Man reiche mir den Tee, es sollte losgehen.
    Mein erster Tee mit dem Gaiwan hat mir direkt die Schuhe ausgezogen. Gar kein Vergleich zum Tee, der mit der Zange zubereitet wird. Der Tee schmeckt wesentlich kräftiger und voller, und genau das macht mich an. Genau das habe ich gesucht. Die Assam Harmutty Goldspitzen waren derart kräftig im Geschmack, dass ich mich auf Anhieb verliebt habe. Das ist doch mal eine Alternative zu meinem schwarzen Kaffee!
    Aber auch die anderen schwarzen, bzw. roten Tees waren sehr lecker. Allerdings war der Assam mein Favorit. Die Darjeelings waren selbstverständlich gut, aber trotz unterm Strich waren sie mir zu lieb. Klar, ich kann sie höher dosieren, womit sie natürlich auch wesentlich kräfter werden, aber der Assam hatte die Nase vorn. Roter Tee hat dagegen einen Geschmack, der in eine ganz andere Richtung geht. Anders, aber trotzdem lecker. Alle drei Richtungen sagten mir zu, aber Darjeelings würde ich wohl vorerst noch hinten anstellen.
    Als Schmankerl hatte ich zum einen noch den Milky Oolong und eine Oolong Probe (Tie Guan Yin) von @Terrakotta-Krieger. Der Milky Oolong war vielleicht nicht die beste Wahl. Geschmacklich erinnerte er mich Kohl, woran auch die mehrere Aufgüsse nichts änderten. Er duftete wirklich lecker, aber der geschmacklich konnte er mir nicht überzeugen. Dachte ich mir doch, dass ich wohl ein Schwarzteetrinker werde. Für die gute Wahl zum Einstieg klopfte ich mir (gedanklich) auf die Schulter. Doch dann probierte ich den Oolong von Terrakotta-Krieger und war überrascht, wie lecker Oolong sein kann. Bestimmen konnte ich den Geschmack noch nicht, dafür waren meine Geschmacksnerven einfach noch zu grob. Aber mit jedem Aufguss schmeckte mir dieser Oolong besser. Das gedankliche Schulterklopfen nahm ich wieder zurück. Auf einmal wollte ich mich nicht mehr nur auf Schwarztee beschränken. Wieso auch? Es gibt doch so viele verschiedene Tees. Und ich will sie alle probieren. Denn:
    Wer den Kopf stets senkt, erkennt keinen Horizont.
     
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    Terrakotta-Krieger reagierte auf Hypnozyl für ein Blogeintrag, Der Einstieg in die Welt des Tees   
    "Da steh' ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor!"
    (Faust - Johann Wolfgang von Goethe)
    Nanu? Ist dieser Hypnozyl nicht einer von den Neuen hier im Forum? Was könnte der schon Interessantes, oder gar Erleuchtendes schreiben wollen?
    In erster Linie möchte ich diesen Blog führen, um für mich meinen eigenen Werdegang in der Welt des Tees zu dokumentieren. Das könnte ich zweifelsfrei auch für mich alleine machen, aber vielleicht findet sich in meinen Ausführungen ja auch der ein oder andere Neuling wieder. Vielleicht findet sogar einer von den vielen Profis in diesem Forum Gefallen an den Gehversuchen eines noch unwissenden Teeinteressierten. Stufenweise werde ich hier künftig meine Werdegang niederschreiben. Mal sehen ob ich hier auf Interesse stoße.
    Ich fange mit der Frage an, wie ich überhaupt zu Tee komme.
    Als Kampfsportler und Wasserballer aus dem Ruhrpott, der am Wochenende gerne auf der Tribüne im Fußballstadion steht, Bier tinkt und seine Mannschaft gröhlend anfeuert wirke ich auf den ersten Blick bestimmt nicht wie jemand, der sich mit der sanften und teils lieblichen Natur des Tees auseinander setzt. Ich hatte in meinem bisherigen Leben wenig Berührungspunkte mit Tee. Hier und da mal einen Beutel mit Kräuter- oder Früchtetee, oder auch mal einen schwarzen Tee. Zu  mehr reichte es bislang nicht. Für mich gab es immer nur Kaffee. Entsprechend meiner eigenen natur, stark, schwarz, ungesüßt. Andere Kaffeetrinker mussten sich meinen gekochten Kaffee stets mit Wasser und Milch verdünnen. Ich mag es halt kräftig und rau. Selbst beim Wetter stehe ich auf raues Klima. Skandinavien wird dem Mittelmeerraum vorgezogen, ich mag kühle Temperaturen, bei denen ich nicht schwitze. Kälte statt Hitze. Wasserball statt Yoga. Schäferhund statt Chihuahua.
    Aber wieso denn Tee, wenn es doch gar nicht zu meiner eigenen Natur zu passen scheint? Die Frage ist pragmatisch einfach zu beantworten: Im Büro gibt es einfach keinen guten Kaffee.
    Ich habe die Abteilung gewechselt und die Kaffeemaschine in der neuen Abteilung hat, obschon ihres jungen Alters, ihre besten Tage bereits hinter sich. "Irgendjemand wird sich schon drum kümmern" scheint hier bei knapp 20 Mitarbeitern der allgmeine Gedankengang zu sein, wenn das Thema Reinigung der Kaffeemaschine aufkommt. Nun gut, ohne mich. Eine Alternative muss her. Kaffee vom Bäcker? Kaffee in der Thermoskanne von zu Hause? Alles nicht das Wahre. Aber wir dürfen am Platz eigene Wasserkocher betreiben. Ist vielleicht Muckefuck die Lösung? Nein, schmeckt grauenvoll. Relativ schnell bin ich beim Tee gelandet. Liegt ja auch auf der Hand. Beutel in die Tasse, heißes Wasser drauf und fertig. Halt stop! Wieso nicht direkt vernünftigen Tee? Diese ganzen Beuteltees schmecken doch letzten Endes alle gleich. Nein, ich will etwas Neues. Ich will richtigen Tee!
    Ich dachte mir, es kann ja nicht all zu schwer sein, einen guten Tee zu bekommen und zu trinken. Tee trinken ist ja keine Wissenschaft. Aber wie fange ich an? Welchen Tee nehme ich? Ach, ist doch einfach. Es gibt (bei damaligem Kenntnisstand) schwarzen und grünen Tee, Kräuter- und Früchtetees und irgendetwas mit Roiboos. Letzteres könnte aber auch einfach nur eine Unterkategorie sein... Irgendwo muss ich anfangen, ich starte mit dem klassischen Schwarzen. Bei der Kleiderwahl macht mit dem kleinen Schwarzen ja auch selten etwas falsch. Aber welchen schwarzen Tee nehme ich? Es gibt ja die ein oder andere Sorte. Assam habe ich schonmal getrunken, Dajeeling ist ein Begriff und auch Ceylon hat man schon einmal irgendwo gehört oder gelesen. Nach kurzer Recherche im Internet wird mir aber bewusst, dass ich von Tee überhaupt keine Ahnung habe.
    Plötzlich wird mir klar, dass es eben nicht nur schwarzen und grünen Tee gibt. Was zum Teufel ist denn Pu Erh, Oolong oder Matcha? Roten Tee gibt es auch? Ach ne, das ist eigentlich auch schwarzer Tee, aber aus China stammend. Wieso dann diese Differenzierung?! Und Kräuter- und Früchtetees sind gar keine Tees? Letztlich bin ich zu folgender Schlussfolgerung gekommen: Ich brauche Hilfe.
    Ich suchte mir im Internet einen Laden in der näheren Umgebung, in dem ich mich beraten lassen konnte. Schnell wurde ich fündig und machte mich auf den Weg.
    Ich schilderte dem Händler meine Situation (Kaffeetrinker, stark und rau, sucht Alternative, 0 Erfahrung, würde gerne mit Schwarztee starten). ich wollte von ihm wissen, welcher Tee für jemanden wie mich ein guter Einstieg wäre. Seine unermessliche Kompetenz offenbarte mir der Händler mit seiner ersten Gegenfrage: "Welchen Tee trinken Sie denn gerne?"
    Bitte was? Ist die Frage sein Enst?! "Nun, bisher schmeckte mir Jagertee ganz gut. Für den Arbeitsalltag ist das allerdings keine Option, auch wenn es vieles erträglicher machen würde..."
    Der Händler setzte noch einen oben drauf: "Da muss ich mal eben telefonieren, ich wüsste jetzt nicht, welcher Tee für Sie geeignet wäre".
    Oh man, wo bin ich hier nur gelandet? Naja, sein Gesprächspartner am Telefon hatte ihm nahegelegt, mir einen Assam zu empfehlen. Darüber hinaus würde wohl auch eine georgische Teemischung eine geeignete Option für mich darstellen. Beide Sorten hielt er mir hin um daran zu schnuppern. Höflich habe ich eine Nase voll genommen, aber als Anfänger kann man mit den Gerüchen halt noch gar nichts anfangen. Nun gut, die beiden teste ich, auch wenn ich wenig überzeugt war.
    Zu Hause wollte ich sofort loslegen, aber da stieß ich schon auf die nächsten Schwierigkeiten: Wie brühe ich den Tee jetzt auf? Ich brauche ja irgendeinen Filter oder so. Ein schneller Blick in dieses Forum brachte mich zunächst nicht weiter. Hier unterhielt man sich über Gaiwan, Kyiushu, Gong fu Cha und was weiß ich nicht noch alles. Das war mir alles noch zu viel, ich wollte doch nur diese beiden Tees trinken. Da fiel mir ein, dass ich doch irgendwo noch ein altes Teesieb in der Schublade hatte. Es handelte sich dabei um eine Teezange wie ich später herausfand. Damit startete ich nun also meine ersten Gehversuche. Nach einigen Versuchen mit unterschiedlichen Teemengen und Ziehzeiten kam ich zu meinem ersten Ergebnis: Der Assam war ok, die georgische Mischung dagegen schmeckte überhaupt nicht. Aber das kann es ja jetzt noch nicht gewesen sein. Ich brauchte mehr Input.
    Ich suchte mir also den nächsten Teeladen aus, bei dem die Beratung ja nur besser werden konnte. Unterm Strich machte der zweite Händler einen wesentlich kompetenteren Eindruck, aber die große Erleuchtung blieb auch dieses mal aus. Dieser Händler schickte mich mit einem schwarzen Tee von/aus Java und einem mit Karamell und Sahne aromatisierten Schwarztee nach Hause. Bei letzterem habe ich mich bequatschen und vom Duft betören lassen. Die Erfahung, die ich mit diesen beiden Tees machte sind hier aber auch nicht unebdingt der Rede wert.
    Meine ersten Gehversuche waren nicht besonders eindrucksvoll. Das konnte und sollte es aber nicht gewesen sein. Ich muss mich einfach ein bisschen mehr mit Tee auseinander setzen, Blogs lesen, in Foren stöbern und viel probieren. Ich änderte also meine Strategie. Weg von schlechten Beratungen in Teeläden hin zur Onlinerecherche. Ich verbrachte einige Tage damit, vor allem das Teetalk Forum zu durchstöbern. Ich war relativ schnell an einem Punkt angekommen, an dem ich glaubte meine Mitmenschen über Tee aufklären zu können. Unterscheiden konnte ich relativ schnell zwischen 6 verschiedenen Teesorten (schwarz, grün, weiß, gelb, Pu Erh, Oolong), sowie den Teeähnlichen Aufgussgetränken wie "Kräuter- und Früchtetees". Ich wusste sogar inzwischen wobei es sich um einen Gaiwan handelt, oder was Gongfu cha bedeutet und wieso schwarzer Tee aus China eigentlich als roter Tee bezeichnet wird. "Dann kann ich ja jetzt ein paar Tees bestellen" dachte ich mir. Aber nein, so einfach war es immer noch nicht. Es gibt einfach viel zu viele verschiedene Sorten alleine bei Assam Tees. Von Darjeeling, Ceylon usw. mal ganz zu schweigen.
    Schnell kam ich zu der Erkenntnis: Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!
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    Terrakotta-Krieger reagierte auf Entchen19 für ein Blogeintrag, Pu Erh? Das ist doch dieser Abnehmtee!?   
    Das war meine erste Berührung mit dem Thema ...
    Da in meiner Familie nur meine Mutter in der beneidenswerten Position ist, einen super Stoffwechsel und den entsprechenden Körperbau zu haben, wurde der Rest der Familie in meiner Kindheit und Jugend in mehr oder weniger großen Abständen mit den diversen unterstützenden Mitteln für Gewichtsabnahmen bekannt gemacht.
     
    Hier gab es irgendwann Mitte bis Ende der neunziger Jahre auch das Thema Pu Erh und prompt wurde er für uns gekauft.
    Die meisten werden wissen, was jetzt kommt:
    Er wurde unter Protest heruntergwürgt ...
     
    Denn rückblickend behaupte ich, war das 99% Müll und vielleicht 1% Ähnlichkeit mit dem, was Pu Erh sein kann.
     
    Bis Mitte letzten Jahres war Pu Erh für mich auch gar keine Art, Tee zu verarbeiten, sondern rangierte in der Assoziation irgendwo bei „sowas wie Roiboos, Honeybush und so“, also irgendeine Baumrinde oder so, die zu Tee verarbeitet wird.
     
    Dass es tatsächlich aus echten Teepflanzen gewonnen wird und auch noch schmecken kann, ist mir erst seit einigen Monaten bekannt.
     
    Inzwischen kann ich, nachdem ich auch Pus in der Tasse hatte, die die Bezeichnung verdienen, und mit meinem gewachsenen Geschmacksbewusstsein (*g*) sagen, dass ich Pus als Tee toll finde.
    Aber ich habe sehr wenig Erfahrung noch damit.
     
    Trotzdem würde ich diesen Blogeintrag nutzen und einmal aufschreiben, was ich bisher gekostet habe und was noch darauf wartet.
     
    Hierbei berücksichtige ich die Pus, bei denen ich Namen und Herkunft halbwegs kenne.
     
    Zuerst einmal zwei Shengs:
    Manzhuan Gushu 2014 --> er hat mir persönlich nicht so gut geschmeckt wie andere Pu, er war mir zu flach und den Preis von 29,50€ pro 50gr einfach nicht wert für das doch seichtere Geschmackserlebnis
    Mengla Mao Cha 2013 --> Ein „Rohtee“ (wobei ich nicht weiß, was das bedeuten soll) mit two leaves and a bud von wilden 300 Jahre alten Teebäumen. Er hat mir recht gut geschmeckt, er war ausgewogen im Geschmack, hatte aber eine schöne Bandbreite an Geschmäckern, von einer fruchtigen bis hin zu einer leichten Holznote. Er könnte ein Nachkaufkandidat sein, wenn es ihn dann noch gibt. Auch fand ich ihn mit 9,90 für 50gr vom Verhältnis her völlig akzeptabel.
     
    Bei Teavivre habe ich mir ein Probensortiment bestellt, aber noch nicht getestet.
    Daher nur der Vollständigkeit halber hier schon einmal die Pus, die Bewertung folgt dann. Ausführliche Beschreibungen des Pflückdatums, der Herstellung und Herkunft erhält man auf der Seite, das finde ich sehr vorbildlich dargestellt hier.
    Für 180gr (jeweils 2x10 gr Packungen) habe ich hier 29,80$ bezahlt, für Proben aus meiner Sicht ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, auch wenn ich die Qualität hier gar nicht beurteilen kann.
    Ich wollte einfach etwas breiter einmal in einen Test gehen (und hatte bestellt, bevor Cha-Shifu sein Probenpaket angepriesen hatte ...)
    Von der Verpackung dem Versand kann ich auch nur positives berichten, ich werde hier also, sofern die Teequalität mir zusagt, sicher wieder bestellen.
     
    Menghai Golden Buds Tribute Ripened Pu-erh Cake 2009 --> ok, kein Nachkauf
    Fengqing Ancient Tree Spring Chun Jian Raw Pu-erh Cake Tea 2012 --> ok, kein Nachkauf
    2006 Fengqing Raw Pu-erh Tea Tuocha --> schön, potenzieller Nachkauf
    Fengqing Raw Pu-erh Cake Tea 2006 Paddy Flavor --> irgendwie keine Notizen gemacht, muss noch nachgeholt werden bei den letzten 10gr
    Ripened Aged Pu-erh Mini Tuocha 2007--> ok, kein Nachkauf
    Fengqing Arbor Tree Ripened Pu-erh Cake Tea 2010 --> ok, kein Nachkauf
    Fengqing Ripened Tribute Pu-erh Cake Tea 2013 --> ok, kein Nachkauf
    Fengqing Old Tree Raw Pu-erh Cake Tea 2013 --> hmm ... kein Nachkauf
    Fengqing Wild Tree Yesheng Raw Pu-erh Tea Cake 2013 --> sehr schön, potenzieller Nachkauf
     
    So, im nächsten Blog wird es um die Oolongs gehen, auch hier habe ich eine Probe von TeaVivre abgestaubt und daneben noch einige andere versucht.
     
    Bis dann :-)
     
    LG
    Entchen
     
    Update vom 25.07.2015:
     
    So, nachdem ich die ersten Pu's getestet habe, gibt es einen aktuellen Status von mir.
    Ich glaube, auch in diese Art Tee muss man hineinwachsen.
    Ich mag bei den Pu's, die mir dann auch schmecken, dieses "Bauchgefühl", was sie im Magen auslösen.
    Es ist irgendwie ein angenehmes spüren des Magens (ich kann es nicht besser beschreiben )
     
    Der Manzhuan Gushu, den ich bei Erstellen dieses Eintrages noch etwas zu flach fand, kann ich inzwischen mehr abgewinnen, ich entdecke andere Tiefen in ihm, wenn ich ihn auch nicht so abwechslungsreich finde, wie den Mao Cha.
     
    Zwischenzeitlich hatte ich einen 2005er Pu Erh der Shennong Tea Lounge in Düsseldorf erstanden.
    Dies soll ein grüner Pu Erh sein, mehr Informationen habe ich leider nicht erhalten.
     
    Bei diesem merke ich, dass er deutlich "zickiger" hinsichtlich der Wassertemperatur ist als andere Pu's, die ich bisher in der Tasse hatte.
    Er kann den hohen Temperaturen nichts abgewinnen, sondern entfaltet bei gemäßigten 80 Grad den besten Geschmack.
     
    Heute hatte ich 5gr des Fengqing Ripened Tribute Pu-erh Cake Tea 2013 in der Tasse.
    Die Beschreibung lautet wie folgt:
    Produced in Fengqing (凤庆), Lincang, Yunnan, China Made from 100% pure leaves from 50 to 100 years old Large-leaf Arbor Tea Trees Leaves Hand-picked between March and May in 2006. Choose high quality leaves during process Mellow earthy sweet taste with flowery flavor Manufacture: Yunnan Fengqing Sanning Tea Industry Co., Ltd. Production Date: Nov 8, 2013

    This Ripe Pu-erh Cake Teavivre choose is from the representative Pu-erh production area Fengqing. Fengqing is the original place of the world-wide famous Dian Hong Tea. And it is also a classic place of Yunnan Pu-erh. It is a place in Lingcang which is one of the four famous Pu-erh production areas. The taste of Fengqing Pu-erh is mellow and sweet, deeper than Pu-erh in other production area. And it usually has the flowery flavor of Dian Hong Tea. The tea leaves used to make this Ripened Tribute Pu-erh Cake Tea are all pure leaves hand-picked from 50 to 100 years old Large-leaf Arbor Tea Trees.
     

    Bei diesem Pu merkt man deutlich den erdigen Geschmack, der nicht unangenehm, aber eben präsent ist, er hat für mich diesen besonderen Pu Erh Geschmack. Dabei ist er aber nicht streng, sondern fast lieblich.
    Ich mag ihn gerne, auch wenn ich ihn vermutlich nicht als Cake nachkaufen würde. Der Preis für einen Cake beläuft sich momentan auf 42$.
     
    Aufgegossen habe ich ihn nach kurzer Rinse mit kochendem Wasser dann bei Temperaturen zwischen 85 - 95 Grad. Die Ziehzeiten variierten von 5 bis 20 Sekunden.
    9 Aufgüsse a ~175ml überstehen die genutzten 5gr locker.
     
    Alles in allem also: Die Probe war es wert, verkostet zu werden und 15gr habe ich noch übrig, um mehr von diesem Tee zu erfahren.
     
    So, sobald ich weitere Pus verkostet habe, werde ich den Bericht weiter vervollständigen.
     
    Zu den Oolongs komme ich noch, Schande über mich, aber ich habe es bisher nicht geschafft.
     
    LG und bis dahin.
     
    Update vom 01.08.2015:
    Heute habe ich den Fengqing Ancient Tree Spring Chun Jian Raw Pu-erh Cake Tea 2012 von TeaVivre im Yixing Kännchen, 5gr.
    Wasser zwischen 95 und 80 Grad, Ziehzeiten bis max. 30 Sekunden.
     
    Die Beschreibung ist wie folgt:Produced in Fengqing(凤庆), Lincang, Yunnan, China Made of 100% pure one bud with one to three tea leaves from 500 to 1000 years old ancient Large-leaf Species. Pressed into well-proportioned cake shape. Leaves Hand-picked between March 10, 2012 and April 20, 2012. Bright yellowish green color, taste soft of first sip, smooth, quick sweet after-taste. Dark green and bloom Manufacture: Yunnan Fengqing Sanning Tea Industry Co., Ltd. Production Date: July, 2012

     

     

    It tastes soft of first sip. The flavor after is light bitter. Then it comes the sweet aftertaste after the swallowing of the liquid, which will stay in your mouth for a long time. If you are talking at that time, it will only take you few minutes to find that your mouth can’t help secreting saliva, and the aroma of the teas lingers there. 

    Im Grunde genommen kann ich das unterschreiben.
    Der Tee schmeckt zuerst mild, dann kommt ein leicht bitterer Geschmack, den ich persönlich ja nicht so mag. Danach füllt er den Mund aber schön aus mit seinem Aroma.
    Angeblich soll er 15 Aufgüsse durchhalten, ich hatte so 8 bei den 5gr Tee.
    Es war ein schöner Pu Erh, aber nicht mein Favorit, er wurde zu den letzten Aufgüssen hin etwas zu flach für meinen Geschmack.
    Kein Nachkaufkandidat für 58$ pro Cake.
     
    Update vom 03.08.2015:
    Heute war der 2006 Fengqing Raw Pu-erh Tea Tuocha von TeaVivre in meinem Kännchen, 4gr auf 150ml, aufgegossen ca. 9mal, Wassertemp von 90 - 95 Grad, Ziehzeiten bis max. 20 Sekunden.
     
    Die Beschreibung ist wie folgt:
    Produced in Fengqing(凤庆), Lincang, Yunnan, China Made of 100% pure one bud with one to three tea leaves from 50 to 150 years fengqing large tea-leaf speices Pressed into well-proportioned nest shape, which is tight and even. Leaves Hand-picked around April 1 to 10, 2006. Bright yellowish color, taste strong flavor of first sip, quick sweet after-taste. Soft and bright tea leaves after brewing Manufacture: Yunnan Fengqing Sanning Tea Industry Co., Ltd. Production Date: July, 2006.

     

    Aufgrund des Alters habe ich schon ein paar Erwartungen gehabt, genauso aufgrund der Pflückung.
    Und ich wurde nicht enttäuscht, der Tee hat mir gut geschmeckt, er war zwar Pu Erh typisch im Geschmack, aber nicht zu dominant und ich konnte tatsächich das fruchtig-süße herausschmecken.
     
    100gr kosten hier 12,90$ und das wäre der erste potenzielle Nachkaufkandidat für mich.
     
    Update vom 10.08.2015:
    Am Wochenende habe ich zweimal je 5gr vom Menghai Golden Buds Tribute Ripened Pu-erh Cake 2009 verkostet.
     
    Die Beschreibung ist wie folgt:Original Place: Man’en Village (曼恩村), Mengzhe, Menghai, Yunnan Harvest Time: 2009 Production Date: September 9, 2009 Tea Tree: Yunnan large leaf species. Appearance: exquisite, small, tidy cake with glossy surface. Tea Liquid: dark red color. Flavor: carries a typical strong aroma of ripened pu-erh, tastes mellow, smooth, thick with sweet aftertaste. Tea Leaf: fat and glossy after brewed. Tea Manufacturer: Menghai Ju Ming Tea Factory

     

    200gr kosten hier 24,90€.
    Bei diesem Tee bin ich zwiegespalten.
    Die Bitterkeit war in meinen Augen recht dominant und mir fehlten die Nuancen im Tee.
    Vielleicht schmecke ich sie auch einfach nicht.
    Man konnte den Tee trinken, aber nachkaufen würde ich ihn jetzt nicht.
     
    Da hat mir der weiße Tee, den ich danach getrunken habe, viel mehr zugesagt irgendwie, der hatte Nuancen im Geschmack
     
    Update 12.08.2015:
    Heute gabs nach einem sehr schönen Oolong einen überraschend schönen Pu, den Fengqing Wild Tree Yesheng Raw Pu-erh Tea Cake 2013, 5gr auf 150ml, aufgebrüht mit 95 Grad, ca. 6x
     
    Die Beschreibung lautet:
    Origin Place: Fengqing (凤庆), Yunnan Fresh Leaves: wild tree leaf; one bud with two leaves Harvest Time: March to May, 2013 Flavor: newly made tea with strong and powerful taste; can have better flavor after one year’s storage. Manufacturer: Fengqing Sanning Tea Company Ltd. Production Date: May 18, 2013

     

    Der Tee war für mich eine Überraschung. Dieser typische Pu Erh Geschmack war nur ganz im Hintergrund zu schmecken, stattdessen hatte er eine fast angenehme Süße, kaum Bitterkeit und war ins ich irgendwie rund.
    Auch die Farbe der Tasse mit einem hellen gelb war für mich überraschend, hatte ich jetzt doch viele Pus, die eine sehr dunkle Tasse hatten.
     
    Dieser Pu wäre für ich definitiv ein Nachkaufkandidat, er kostet 62$ für einen Cake.
    Ich freue mich auf die drei Aufgüsse, die ich noch hier habe :-)
     
    Update 16.08.2015:
    Heute gabe es den Ripened Aged Pu-erh Mini Tuocha 2007.
     
    Die Beschreibung lautet:Tea leaves harvested in April 2007 in Simao, Pu’er, Yunnan, China Flaked Pu-erh tea leaves compressed into birds nest shape and individually wrapped Tea brews up a rich mahogany color A complex mellow earthy flavor with a comforting woodsy aroma Low caffeine (less than 10% of the caffeine in a cup of coffee)

     

    Aufgebrüht bei 95 Grad, 5gr auf 150ml.
    Wie beschrieben ist der Aufguss sehr dunkel, fast schwarz.
    Es gibt einen deutlichen erdigen Geschmack, aber nicht muffig oder bitter, eben nur sehr präsent.
    Das muss man mögen, mein Fall ist es nicht so 100%, mir gefallen die leichteren Pus anscheinend mehr.
    Aber er war gut trinkbar, aber kein Nachkaufkandidat, wenn er auch für 8,90$ auf 100gr sehr günstig ist ...
    Dafür habe ich doch zu wenig Spaß beim Trinken.
     
    Update 17.08.2015:
    Heute durfte der Fengqing Old Tree Raw Pu-erh Cake Tea 2013 ins Tässchen.
    Die Beschreibung lautet:
    Origin: Fengqing (凤庆), Yunnan Harvest Time: April 10 - 28, 2013 Age of Tea Trees: 300 to 800 years Appearance: beautiful and smooth, has complete leaves both on the surface and inside. Tea Liquid: yellow with nice aroma Flavor: powerful, typical raw pu-erh’s strong flavor; quick sweet aftertaste, aromatic and lively. Manufacturer: Fengqing Sanning Tea Company Ltd. Production Date: May 18, 2013

    Ich muss sagen, von diesem Tee hatte ich mir mehr erwartet, nachdem mir die anderen Fengqing ja teilweise gut geschmeckt haben.
    Aber obwohl der Tee jetzt nicht direkt zu bitter ist, ist er nichtssagend unscheinbar.
    Weder zu bitter, noch zu erdig, noch zu fruchtig, einfach ... hmmm, und das wars?
     

    Also kein Nachkaufkandidat für mich für 42,90$ pro Cake (400gr).
     
    Heute Abend gab es dann auch den Fengqing Arbor Tree Ripened Pu-erh Cake Tea 2010.
    Die Beschreibung lautet:
    Produced in Fengqing, Lincang, Yunnan, China Made from 100% pure leaves from 50 to 100 years old Large-leaf Arbor Tea Trees Leaves Hand-picked on 2008. Choose high quality leaves during process Dry Storage, pure taste Mellow earthy sweet taste with flowery flavor Manufacture: Yunnan Fengqing Sanning Tea Industry Co., Ltd. Production Date: 2010

     
    Er ist mir, wie auch die anderen Pus, die jetzt nicht auf meiner Nachkaufliste stehen, einfach zu "puig", d.h. zu erdig.
    Er schmeckt nicht bitter oder muffig, sondern eben dieses typische Pu Erh ist mir zu dominant.
     
    Daher kein Nachkaufkandidat.
    35$ für einen Cake (375gr).
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    Terrakotta-Krieger reagierte auf Entchen19 für ein Blogeintrag, Tee - Die Faszination unendlicher Facetten   
    Nun ist es also soweit ...

    Ich habe mich Jahre gesperrt ...

    Ich habe nie einen Sinn darin gesehen, einen Blog zu schreiben, denn was sollte ich hier festhalten?
    Welches meiner Hobbys wäre spannend genug und so detailliert betrieben, dass es jemanden interessieren könnte und mein Blog echten Mehrwert bieten könnte?

    Und doch bin ich jetzt hier gelandet, in meinem ersten eigenen Blog.

    Im Grunde genommen geht es mir in diesem Blog mehr darum, meine Erfahrungen mit der Welt des Tees für mich selbst festzuhalten.
    Die ganzen vielen Eindrücke, die ich mit verschiedenen Tees gesammelt habe und hoffentlich noch sammeln werde, festzuhalten und zu speichern, so dass ich immer wieder zurückblicken kann und sagen: "Ja, dieser Tee war prima, den werde ich noch einmal bestellen."
    Aber vielleicht sind meine Informationen dann doch auch für andere interessant, die gerade ihre Reise in die Welt des Tees begonnen haben und sich hier ein paar einfache Eindrücke abholen möchten.
    Ich würde mich freuen, wenn sich ein paar interessierte Leser finden, die auch etwas aus meinen Blogs mitnehmen könnten :-)

    Und da es nun einmal so ist, finde ich, einen Blog kann man nicht mit so profanen Informationen wie der Bewertung eines einzelnen Tees beginnen.
    Es braucht schon mehr.

    Daher wird dieser erste Blogeintrag der Versuch sein zu beschreiben: Warum überhaupt Tee?

    Als ich über die Frage nachdachte, was mich an Tee so fasziniert und warum er mich seit meiner Kindheit begleitet, konnte ich mich nicht entscheiden, denn es sind so viele Dinge, die der Tee für mich symbolisiert:

    Er ist der erlösende Seufzer, mit dem man sich nach einem langen Tag auf die Couch setzt und für 5 Minuten einfach nur sein darf.
    Er ist der Seelentröster, wenn man seinen Geruch einatmet und die Spannung von einem abfällt und einen tiefe Ruhe überkommt.
    Er ist die Pause und das Durchatmen an einem langen Arbeitstag.
    Er ist die Vorfreude, wenn man eine Bestellung aufmacht und alleine daran denkt, was einen wohl erwarten könnte.
    Er ist die tägliche Überraschung, die er einem bereitet.
    Er ist die Geschmacksexplosion im Mund, die nie gleich ist.
    Er ist ein Stück Heimat, ein vertrauter Geschmack an einem verregneten Tag, der Balsam für die Seele ist.
    Er ist die Erinnerung an viele schöne und traurige Tage, die er begleitet hat.
    Er ist immer dabei gewesen. Bei Hochzeiten, bei Taufen, bei Richtfesten, bei Trauerfeiern ...
    Er kann so besonders sein und so alltäglich.
    Er kann ein treuer Freund oder ein überraschender Gast sein.
    Er ist der Wecker am Morgen und die frische Energie am Nachmittag.
    Er ist der Stimmungsaufheller auf dem Weg nach Hause, wenn der Gedanke an eine Tasse Tee den Arbeitstag vergessen macht.

    Man sieht, Tee bedeutet vieles für mich.

    Dabei war mein Weg zu ihm, die erste Berührung, im Grunde so profan.
    Denn er war eine Alternative.
    Zu den Säften, den Erfrischungsgetränken, dem Kaffee, die ich alle nur in Maßen mochte, wenn überhaupt.
    Er war die unendliche Alternative zum endlosen Wasser.

    Aber inzwischen ist er so viel mehr geworden.

    Jeden Tag lerne ich dazu, erkenne neue Eigenheiten und Feinheiten am Tee.
    Nicht nur in der Zubereitung, auch im Genuss.

    Tee ist so unendlich dankbar und großzügig und kann doch so zickig sein.
    Mancher Tee verzeiht es, wenn man ihn schlecht behandelt.
    Anderer schmollt fürchterlich dabei.
    Er kann wunderschöne Erinnerungen und Empfindungen hervorzaubern oder einfach nur ohne große Aufregung mit einem den Tag durchleben.

    Tee ist ein treuer Begleiter, einer, der einen immer wieder überraschen kann.
    Man muss ihn nur seinen Zauber wirken lassen.

    Entchen