OstHesse

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Über OstHesse

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    Tee-Genießer
  1. Ich sehe mir oft und gern den YouTube-channel von Sergey Shevelev an! Der Mann hat vor allem eine Riesenauswahl an "Tee -Abennteuer", seine Reisen, Landschaftsaufnahmen und der Herstellungsprozess von Tee selbst. Man kann seine Videos, im Unterschied zu anderen vergleichbaren Formaten, einfach so schauen auch wenn man kein Wort Russisch und/oder Mandarin versteht (dürfte für die meisten eh einerlei klingen ), denn seine Videos, wie ich finde, sind im höchsten Maße selbsterklärend. Es gibt z.B. einen rein britischen Begriff, builder brew oder builder's tea, ein starker Milchtee der vorzugsweise von Bauarbeitern konsumiert wird. Kräftig, kratzig, erfrischend. Und hier hat der herr Shevelev als einziger auf YouTube das yunnanesisch-chinesische Pendant dazu vor die Kamera bekommmen! Sheng PuErh mit der Konsistenz und Textur von Heizöl! Die Naturaufnahmen sind aber immer wieder eine Genuss!
  2. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Ich möchte an der Stelle aber ausdrücklich sagen dass es mir fern liegt einen neuen Hype a lá "deutsches Porzellan is best!!!" auszulösen! Die ein Paar Grad höhrere Kerntemperatur machen weder Yixing noch Silber irgendwelche Konkurrenz, man kann auch einen großen dicken Gaiwan genauso hoch heizen, nur wird man ihn dann nicht anfassen und benutzen können ohne sich die Finger zu verbrühen. Wenn man es bildlich formuliert, nimmt die "Triptis" die Lücke zwischen dickwandigen Gaiwans und Silberteekannen ein, für Leute die es einen Tick heißer mögen als im typischen Gaiwan, aber ohne Geschmacksbeeinflussung einer Yixing und ohne die Brutal-Hitze einer Silberkanne welche dann Noten und Aromen aus dem Tee herausholt die man nicht wirklich haben will. Und das glasierte Porzellan ist komplett neutral, denn selbst Silber ist laut einigen Reviews nicht so geschmacksneutral wie man es oft erzählt bekommt. Und letztendlich ist es die Vielseitigkeit. Wenn ich z.B. einen Yencha oder alten Sheng habe der Hitze braucht, heize ich hoch mit 95°C, wenn's z.B. junger zarter Yiwu sein soll dann 95°-93°C Wasser ohne Vorheizen und im Falle des Dian Hong kein Vorheizen und <90°C Wasser. Alles im denselben Gefäß. Spart Wasser, Zeit und liefert anständig. Relativ billig und in rauhen Mengen verfügbar, bei Bruch und Scherben ist's nicht Schade drum. Mehr ist's halt nicht.
  3. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Keine Ahnung. Am besten einfach ausprobieren! Bei mir war es ein kompletter Zufallsfund.
  4. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Tja, ein Jahr ist's her und hier sind 3 Top Gründe warum die "Triptis" entgültig zu meinem besten Gefäß aufgestiegen ist! 1). Sie bringt eine um ein Paar Grad höhrere Kerntemperatur selbst bei ganz normalem Aufgießen, ohne Vorheiz-Orgien 2). Wenn ich einen Tee habe welcher richtige Hitze benötigt, kann ich bis in den Yixing bzw. unteren Silber - Bereich hoch heizen 3). Die Form der Tasse lässt das Teeblatt sich besser entfalten, was die Extraktion verbessert Etwas höhere Kerntemperatur + bessere Entfaltung bringt die beste und schnellste Extraktion mit sich, was sich im intensiveren, breiteren und stärkeren Aufguss niederschlägt. Eben das was ich persönlich bevorzuge, weniger die langsame Entfaltung die bei der klassischen Gongfu-Cha erwünscht ist. Das soll nur (mal wieder) verdeutlichen warum ich Pauschalempfehlungen im Bereich Teegeschirr eher kritisch eingestellt bin.
  5. Anmeldungen für die Teezui 7 in Kassel

    Ich habe mir voriges Jahr fest vorgenommen mich in 2019 anzumelden, leider kollidiert das Teezui-Wochenende bei mir mit einem relativ kurzfristig festgelegten Krankehausaufenthalt. Aber nächstes Jahr...
  6. Noch eine Quelle... https://www.youtube.com/watch?v=PyZ0z9rp8R0&t=36m24s Ein russischer Tee-Historiker hält einen Vortrag über die Geschichte des Tees in Russland und zeigt die Kopie einer Preisliste aus einem St. Petersburger Teegeschäft aus dem Jahr 1833 (time tag im Link)! Die Liste hat vier Kategorien (Schwarztee, "Blumentee", Weißtee und Grüntee) und von jeder Kategorie gibt es ungefähr ein halbes Dutzend Angebote. Der billigste Tee heißt "ordinärer Schwarzer" und macht 6 Rubel, derweil der teuerste Weißtee einem mit 50 Rubeln (!!!) zu Buche schlägt. Bermerkenswert ist auch die Tatsache dass die Provinz Fujian auf dieser Listen eine besondere Rolle spielt, denn da kommen die besten und teuersten Tees. Es wird in dieser Vorlesung auch eine Karte gezeigt wo anhand historischer Quellen rekonstruiert wurde wo genau die Europäer (Niederländer, Russen, Engländer, usw.) ihren Tee bezogen haben - es sind Fujian, Zhejiang, Anhui, Hunan, Hubei und Guangdong - wobei Fujian hochwertigen Schwarzee (Oolongs und Hongcha) und Hunan/Hubei eher billigen "ordinären" Schwarzen geliefert hat, alles Tees die sich in Europa der meisten Nachfrage erfreuten.
  7. Mythos Yixing?

    Ein kleines Update... Ich habe in letzter Zeit intensiv weißen Tee verkostet, und zwar abwechselnd in der Duanni Yixing Teekanne und dem Triptis-Gaiwan, um festzustellen wieviel des Teegeschmackes biochemisch durch den Ton beeinflusst wird, unabhängig von den thermischen Eigenschaften des Tons! Das Ergebnis; die ersten drei Aufgüsse sind in der Triptis deutlich bitterer und von der Textur her "dünner", ab dem vierten Aufguss verschwindet dieser Unterschied dann aber fast komplett wenn sich die Mineralien aus dem Tee ordentlich zu lösen beginnen. Von daher kommt mein Eindruck, dass so um 60% der geschmacksverbessernden Eigenschaften des Tons (Yixing, Chaozhou, Jianshui, etc.) allein auf seine thermischen Eigenschaften entfallen. Der biochemische Einfluss des Tons kann bei verschiedenen Tonmaterialen sehr unterschiedlich ausfallen, bei Duanni ist er relativ groß, aber z.B. beim generellen Zini Zisha eher zweitrangig. Zumindest laut meinen eigenen Beobachtungen.
  8. Ich grße alle Teekenner! Die Vorgeschichte ist die. Grüner Tee ist für mich ein perfekter "Muntermacher", so dass ich mir frühmorgens die Zeit nehme welchen zu machen. Gut wenn man Zeit hat, beim Frühdienst wirds knapp, denn ich bin ein furchbarer Frühaufsteher. Sprich, es gibt hier zwei Faktoren, Zeit und Qualität des Aufgusses, und beim letzten bin ich absolut nicht gewillt faule Kompromisse einzugehen. Deswegen hab ich mich über verschiedene Aufgussgefäße und Zubereitungsmethoden schlau gemacht und kam dabei auf Silber-Kannen als eine Möglichkeit weniger Tee zu nehmen, ihn schneller auskochen aber keine Geschmacksnachteile einzugehen. Hab recherchiert, experimentiert und festgestelllt dass bei all dem Hype ums Silber der Yixing-Ton doch schwer bis kaum zu schlagen ist. Wenn man 95°C heißes Wasser nimmt, Silber auf Punkt 95°C aufheizt und die 2-3° subtrahiert, die das bereits mehrmals aufgegossene handwarme Teeblatt wegnimmt, kommt man beim Silber rein rechnerisch auf 92-93°C effektive Kerntemperatur. Das ist recht viel, eine Yixing-Kanne kommt bei denselben Aufgussparametern auf zwischen 89 und 91°C wenn man sie anständig vorheizt. Ob jetzt die 1 bis 2° so viel Unterschied ausmachen ist, glaube ich, eine reine Religionsfrage. Die Sache ist jedoch, der Ton ist nicht chemisch neutral, im Gegensazu zu Silber und glasierter Keramik, deswegen hab ich nach Alternativen gesucht und eher durch den glücklichen Zufall das Triptis-Porzellan entdeckt, welches mir 88-90°C Kerntemperatur abliefert und 5g Sheng nur in 6 Aufgüssen "leersaugt" (entsprechende Vorheizung vor jedem Aufguss vorausgesetzt). Dabei beobachte ich Effekte die oft dem Silber zugeschrieben werden - der Geschmack des Tees wird breiter, intensiver, reicher, die Fehler des Tees werden aber umso stärker hervorgehoben. Presiwerter Tie Guanyin wird z.B. wirklich reicher, cremiger, floraler, aber die säuerliche Bitterkeit wird dabei aus dem Hinter- in den Vordergrund gerückt. Natürlich habe ich auch Isolierkannen-Glaskörper getestet, wo gar beständige 94°C Kerntemperatur herrschen, mit dem Ergebnis dass derartige Hitze viele florale Noten unterdrückt und dem Tee (Sheng, gerösteter Taiwanese, etc.) ab dem 3 Aufguss eine weniger angenehme Note verleiht (gekochtes Gras) die ich in meinem Tee nicht haben will. Damit ergeben sich für den Stark- und Schnelltee die optimale Kerntemperatur von 90°C plusminus 2 Grad, und die Tatsache dass Silber zwar für bestimmte Tees ganz cool ist, der gute alte Yixing-Ton ist, eben wegen seiner mehr als dreifachen Wärmekapazität Silber gegenüber, kaum zu schlagen. Wie kombiniert man aber die thermischen Eigenschaften von Yixing und die chemische Neutralität von glasiertem Porzellan? Es gibt ja teilglasierte Yixing - Ware wo die mit dem Wasser in Kontakt kommende Innenfläche des Gefäßes eben glasiert ist. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gefäßen? Halten die was sie versprechen? Ich bin zwar vom Triptis-Porzellan bergeistert und bin hochzufrieden, eine teilglasierte 120ml Yixing im Xishi-Stil wäre eine perfekte Ergänzung für meinen Arbeitsplatz, denn ich finde Gaiwane auf der Arbeit generell nicht so dolle. Grüße, OstHesse
  9. Woher bezieht ihr euren Alltags Grüntee?

    @doumer https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/Steuern/Verbrauchsteuern/Tabellen_Bier.html Laut zuverlässigster Quelle die wir haben, dem Statistischen Bundesamt, trinkt ein deutscher Bürger etwa 94 Liter Bier pro Jahr und verqualmt dabei 900 Zigaretten. Die beliebtesten Biere Deutschlands schlagen im Billigbereich mit 0,70€ pro Liter und bei 94 Liter mit 66€ pro Jahr zu Buche. Bei den 900 Zigaretten werden nur die versteuerten/gekauften erfasst, nicht die selbstgedrehten, so dass wir bei den aktuellen Preisen von 216€ pro Jahr ausgehen müssen. Das macht insgesamt 282€!!! Wenn wir von den Medien oft berichtete Zahl von 28 Liter Wein pro Kopf in Deutschland nehmen und Wein für 12€ annehmen (qualitatives und preisliches Mittelfeld), werden das bei 0,75 Liter Flaschen 448€ pro Jahr, bei preiswerten und gut trinkbaren Weinen für 8€ pro Flasche werden es gar nur 298€ sein! Wenn ich also einen Budget von 282€ pro Jahr hätte und guten Tee für 30€/100g anschaffen würde, müsste die tägliche Ration 2,6 Gramm sein = eine klassische Grüntee-Portion für eine Session! Bi Luo Chun, Sencha, Anji Bai Cha, sogar mit Dian Hong und Shu PuErh lässt sich bei der Menge was machen! Aus meiner Sicht gibt es selbst für ALG II - Empfänger keine Ausrede warum guter Tee "teuer" sein soll, mann muss halt nur mit Alk und Zigaretten aufhören.
  10. Woher bezieht ihr euren Alltags Grüntee?

    Auf die Gefahr dass mein Post ein "rant" sein wird... Ich stehe mit der Frage nach dem Preis ein wenig auf Kriegsfuß! Die genussferne und mengenorientierte Konsument hat vom Tee die typische Vorstellung vom einfachen braunen Wasser womit man Süßigkeiten und Kuchen herunterspült oder welches man mit anderen Sachen aufbessert (aromantisiert), von daher herrscht bei den meisten Menschen der westlichen Welt die Vorstellung dass dieses braune Wasserlein BILLIG sein muss! Dementsprechend reagiert man verwundert wenn Teaheads wie wir für 100g Tee mehr als 2€ ausgeben. Wenn man den Menschen die Sache mit dem Tee erklärt und Parallelen zu teuren Weinen und Zigarren zieht, wird man schon als "reicher Snob" beäugt, mit Kommentaren wie "Ich kann mir so etwas nicht leisten!..." Es kommt einem echt vor als ob die meisten Menschen tatsächlich daran glauben bzw. erwarten dass aufwendig und sorgfältig produzierte Qualitätsware billig sein kann. Wenn wir 40€ pro 100g guten Sheng Pu Erh bezahlen, 7 Gramm entnehmen (=2,80€, soviel wie ein Kinder-Döner) und diese in einem 120-150ml Gefäß mit 7-8 Aufgüssen in 1000ml Tee verwandeln, wird ein halber Liter diesen Tees uns 1,40€ kosten - interessanterweise genauso viel wie eine Flasche von Deutschlands beliebtesten Discounter-Bieren plus drei Zigaretten aus der typischen 6€ Packung je 25 Stück!!! Und siehe da, jeder kann sich sein Bierchen und die drei Kippen täglich leisten, keiner meckert dass diese ach so teuer sind, beim guten Tee, der im Endeffekt GENAUSO VIEL kostet, wird ein Riesenaufstand gemacht. Ich messe meine Tees nicht am Preis per se, sondern am Preis-zu-Genuss-Verhältnis! Beispiel. Ich trinke Tee nur einmal pro Tag (normalerweise), dafür erwarte ich ein Geschmacks- und Aromaerlebnis, Durstlöschung, Mineralien und Nährstoffe, ästhetische Befriedigung sowie eine psychoaktive Wirkung, Eigenschaften die mich alle zusammen für die nächsten 24 Stunden zufrieden stellen. Grüntee - ich hatte bisher keinen Grünen unter 30€/100g welcher all diese Kriterien erfüllt hat. Weißer - ein Bai Mudan in Kombination mit Yixing hat bereits für 9€/100g anständig geliefert. Oolong - wenn Darjeeling FF mitgezählt wird dann sinds 20€/100g, darunter hats bei mir noch nie einer geschafft. Sheng Pu Erh - für das volle Pu-Erlebnis müssen es bei mir Tees aus dem 35-40€/100g Segment sein. Dadurch ergibt sich rein statistisch ein für mich optimales Preissegment zwischen 30 und 40€, alle Tees die darunter liegen werden umso sorgfältiger ausgesucht und alle die darüber liegen müssen entsprechend liefern, da muss mich der Tee schon vom Hocker reißen und gegen die Wand pfeffern damit ich für 100g die 150-200€ überhaupt in Erwägung ziehe. Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Ansprüche, der Tee muss für DICH nach DEINEN Vorstellungen liefern, und das hat einfach immer einen Mindestpreis der nicht verhandelbar ist! Es sei denn man erwartet vom japanischen und chinesischen Teebauern dass er Verluste unserer wegen macht oder gar für umsonst arbeitet! Zeit + Arbeit = Qualität. Qualität hat immer ihren Preis. Grundregel der Wirtschaft! [/rant]
  11. Die höchste verfügbare Bild-Auflösung im 18 Jh! Das erste Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Tee-Gemälde von Jean-Étienne Liotard (Anfang 1780er) und der zweite ein Tee-Service, gemalt von Philippe Mercier um 1745, und es ist offenkundig dass keines dieser Tees ein Milchtee ist! Bei Liotard sieht man an dem Löffel eindeutig dass der Tee transparent ist, und die leuchtende Farbe erinnert einen schon kräftig an moderne Yencha und Dancong (Shui Xian, Rou Gui, Qi Lan). Mercier malt uns einen deutlich dunkleren Aufguss, die Lichtquelle befindet sich hinten links und man sieht klar und deutlich dass die dem Licht entgegen stehende Innenwand der Tasse es immer noch schafft etwas Licht durch den Aufguss hindurch zu reflektieren. Von der Farbe her kann man vermuten dass es sich um einen großzügig geräucherten Tee im Zhengshan Xiaozhong - Stil handelt. Der Punkt ist hier - Milchtees, ob Ostfriesentee, British tea, indischer Chai oder Hong Kong Milchtee sind komplett undurchsichtig! Es wird gern und oft behauptet dass die Europäer bzw. Briten "schon immer und grundsätzlich" Milch in den Tee gekippt haben, es gibt diesen jahrzehntelangen typisch britischen Streit über die Reihenfolge von Tee und Milch in der Tasse, aber die Quellen legen interessanterweise nahe dass diese ganze Milch-Sache wohl recht stark überbewertet wird.
  12. Russische Fotos vom Teetrinken aus dem späten 19. und frühem 20 Jh. https://visualhistory.livejournal.com/432734.html Die typischen Vorstellungen vom russischen Teetisch basieren überwiegend auf bekannten Bildern wie z.B. dem Klassiker von Kustodiev man muss aber wissen dass diese üppigen und romantisch verklärten Samowar-Bilder vorwiegend in den 1920ern und 1930ern entstanden sind! Die zeitgenössischen Fotos zeigen da etwas Obst, ein wenig Gebäck, was zum Schmieren, aber bezeichnenderweise keine Kuchen oder Torten. Dafür aber fette Katzen...
  13. Naja, weil so schön war... https://comestepbackintime.wordpress.com/2011/08/17/afternoon-tea-with-mrs-beeton/ Es gab eine ganze Auflagenserie des Originalwerkes, der Originaltext wurde immer erweitert so dass am Ende "Mrs. Beeton" zu einer Art Eigenbezeichnung wurde, ähnlich dem Herrn "Knigge". Was uns die 1915-er Auflage aber vermittelt ist wie Tee im frühen 20 Jh. gemacht wurde bzw. was die Menschen als guten Tee erachtet haben. Man nehme weiches Wasser, bringe es zum Kochen und verwende es umgehend, langes Kochen macht Wasser hart und es ist besser neues frisches Wasser audzufüllen anstatt altes schon gekochtes zu nehmen. Ein voller Teelöffel Tee (3-4 Gramm laut eigenen Messungen) reicht für zwei kleine Teeteassen (historische Teetassen der kleineren Sorte sind so um 100-120 ml effektive Füllhöhe, hab recherchiert!), was ein Tee-Wasser-Verhältnis im Schnitt von 1g Tee auf 64 ml oder 1,6g pro 100ml ergibt. Wenn wir aber nur knapp 30 Jahre in die Zukunft reisen, haben wir folgendes Bild: https://www.youtube.com/watch?v=vnvYymrCn4g https://www.youtube.com/watch?v=y2nXLA8gmmo Es wird CTC Schwarztee verwendet, 10 Minuten lang ziehen gelassen, aber viele der Tipps und das Geschirr sind immer noch weitgehend diesselben wie bei Mrs. Beeton. 1960er: Da fängt's nämlich an... https://www.youtube.com/watch?v=rgqL3dKAYjQ Es sind tatsächlich die 1970er wo die Teebeutel und die Mugs massiv in die Mode kommen, was durch zahlreiche Werbespots wie dieses oder jenes perfekt in Szene gesetzt wird. Das Teegeschirr wird nur auf die Teekanne reduziert und in den späteren Jehrzehnten sehen wir oft nur noch Tassen und Mugs. Es gibt da noch einen ganzen Haufen an Büchern und Film da draußen, aber das sprare ich mir mal zwecks Anschaulichkeit - die gegenwärtige "Westliche Teebeutel-Kultur" so wie wir sie kennen, ist also knappe 50 Jahre alt und die Zubereitungsverfahren die auf CTC Assam spezialisiert sind, lassen sich nur bis in die 1940er zurückverfolgen! Die ebenfalls penetrante Gewohnheit des Westens einen Haufen Süßigkeiten zum Tee zu verzehren scheint seinen Anfang ungefähr in den 1930ern zu nehmen, bis dahin zeigen meiste Fotos und Bilder recht überschaubare Snacks wie ein Paar Kekse, belegte/beschmierte Pemme, ein Paar Früchte etc. Man könnte da annehmen dass CTC Assam Schwarztee, der sich exzellent mit Süßigkeiten trinken lässt, eines der Hauptgründe gewesen sein könnte warum das Teetrinken bei den Russen und Briten zum "cake p0rn" verkommen ist, wo eben die Fresserei und nicht der Tee selbst im Vordergrund steht. Es gibt aber noch viel mehr in der "westlichen Kultur" was als "schon immer so gewesen" verstanden wird, laut Quellen aber kaum ein Jahrhundert auf dem Buckel hat. Und ja, ich sage es mal laut - was wir heute als Teefans machen ist im Grunde nichts weiter als die Wiederbelebung der originalen europäischen Teekultur des 17-19 Jh. die wiederum stark von der Chinesischen beeinflusst wurde! In diesem Sinne fühle ich mich nicht viel mehr "chinesischer" oder "westlicher" als die Teetrinker die schon vor 300 Jahren genau denselben Pfad gingen. Grüße, OstHesse
  14. Das archäologisch ergrabene Tee-Inventar eines Kaffeehauses, welches zwischen 1740ern und 1770ern in London existiert hat! https://www.cam.ac.uk/research/news/calfs-foot-jelly-and-a-tankard-of-ale-welcome-to-the-18th-century-starbucks-0 https://www.cam.ac.uk/research/features/a-tale-of-38-teapots-an-intimate-portrait-of-18th-century-sociability https://www.theguardian.com/science/2017/dec/18/claphams-coffeehouse-cambridge-archaeologists-hundreds-items-unearthed ... und jep, wir werden gleich frontal von einer Yixing-Kanne angestarrt! Nur ein weiterer Hinweis dass die europäische Teekultur des 18 Jh. sehr wenig bis nahezu gar nichts mit modernen Tee-Gewohnheiten der westlichen Bevölkerung des 20/21Jh. gehabt hatte.
  15. @GoldenTurtle Ich achte seit zwei Jahren besonders auf meine Elektrolyte (Magnesium, Kalium, Natrium, etc.), dies mag sehr wohl damit was zu tun haben!