OstHesse

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Über OstHesse

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    Tee-Genießer
  1. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute getrunken, vorgestern auch, fast jeden zweiten Tag, schon seit einem Jahr habe ich einen Favoriten, welcher zu meinen absoluten Lieblingstees gehört! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die lieben @teekontorkiel für ihren wundervollen Dian Hong, welcher in Kombination mit einer gut patinierten und "wohlerzogenen" Duan Ni Yixing Tonkanne einfach den besten Hongcha liefert den ich kenne. Und das kommt von jemandem der seit seiner Kindheit "Schwarztee" hassen gelernt und bisher jeden anderen Hongcha abgewiesen hat, wenn dieser auch nur einen Hauch der hölzernen Astringenz eines Assam Schwarztees zeigte.
  2. Mein "Gral"? Ich bin immer noch auf der Suche nach meinem Gongfu Cha bzw. Pin Cha Traum-Set fürs Unterwegs, bzw. ich bin dabei mir einen zusammen zu stellen. Da ich ein Wanderfreund bin und hin und wieder bei anderen Leute mit meinen "Teekünsten" vorbeischaue, ist es auf Dauer lästig alle Utensilien irgendwie zusammen stopfen zu müssen, von der Geschirrbruchgefahr ganz zu schweigen. Robuster Rucksack - check, Holz- oder Pappbox mit Geschirr eingewickelt in Luftpolster-Folie, - check, Platz für Wasserkocher und/oder Isolierflasche, alles relativ gut lösbar, wofür ich bis heute keine Lösung fand ist das passende Tee-Tablett! Es gibt viele kleinere Tabletts da draußen, diese sind für meine Zwecke eben leider zu klein. Die größeren sind oft zu groß, und wenn sie gerade richtig sind, ist ihr Wasseraufnahmevolumen ziemlich begrenzt. Natürlich gibt es viele Travel Sets zu kaufen, da ich aber mein eigenes Geschirr bevorzuge, find ich diese von vornherein problematisch. Die praktischste Lösung wäre ein Plastikbehälter für Wasser wo auch das Geschirr liegen würde, aber Plaste... bei einer stimmungsvollen Gongfu-Session... NEIN! Selbst ich als Bauern-Cha Anhänger habe Standards! Oder gibt es gar eine Lösung ganz ohne klassisches Tablett?
  3. Temial-Teegerät

    Die Frage und diese Diskussion ob nun ein Temial-Teegerät Sinn macht oder überflüssig ist... ...erinnert mich irgendwie an die sehr ähnliche Situation um die Yixing-Teekannen. Ist der Ton "echt" oder "unecht"? Vom Meister 100% per Hand gefertigt oder nicht? Alter der Teekanne, Patina, "seasoning", es werden in der Teewelt da draußen erbitterte Debatten geführt ob jetzt nun die Tatsache, dass eine Kanne nur in Handarbeit gefertigt wurde, sich auch geschmacklich im Tee niederschlägt. Es gibt z.B. eine Fraktion die stets behauptet dass "handgemacht" immer "besser" sei, und eine andere, welche die Meinung vertritt dass solange die technische/biochemische Funktion einer Teekanne gewährleistet ist, es gelinde gesagt wurscht ist, ob diese nun halb-maschinell oder komplett mit den Händen eines weißhaarigen Meisters hergestellt wurde. Es gibt Leute die diesselben 500 Euro locker für eine Yixing mit dem Handarbeit-Prädikat ausgeben würden, welche aber rein teezubereitungs-technisch einer 80€ Gebrauchskanne kaum bis gar nicht überlegen ist. Der Preis erschließt sich diesen Käufern größtenteils aus dem sentimentalen Wert der Kanne, und nur bedingt aus rein technischen Eigenschaften, denn Sauberkeit der Verarbeitung, Deckel-Anpassung, etc. sind mittlerweile auch bei halbmaschineller Fertigung kein Thema mehr. Gehört dieser Teegerät VS Klassisches Teegeschirr - Streit vielleicht ebenfalls in diesselbe Sparte?
  4. Ich persönlich kann mit Mengenangaben wie "ein Teelöffel" oder "Kannenboden bedecken" leider gar nichts anfangen, denn ich kam schon relativ früh mit Tees in Berührung, die sich weder löffeln noch schütten lassen. Auch sind mir diese Angaben viel zu relativ und subjektiv. Was ich als total praktisch erachte sind Teeblatt zu Wasser-Verhältnisse, denn diese lassen sich sehr simpel umrechnen. Beispiel: Ich trinke Heicha im 1:20 Verhältnis, d.h. 1 Gramm auf 20ml Wasser, oder 5g pro 100ml. Wenn sich aber die gewünschte Teemenge ändert, wenn ich eine andere Teekanne stehen habe, sagen wir mal ich brauche 120ml auf drei 40ml Tassen. 5g mal 1,2 - wenn man so fit im Kopfrechnen ist, sei's den Leuten nicht genommen, aber bei der 1:20 Angabe sinds nur 120:20=6 Gramm! Jetzt sind mehr geworden, 150ml benötigt, 150:20=7,5g. Oder meine Oolongs und Hongcha, 1:24, 150ml benötigt, 24*6=144ml. Diese Umrechnungen sind viel einfacher und schneller als "ich trinke 2,5g auf 100ml, möchte nun für 3 Freunde 180ml Tee machen, also 2,5*1,8"... warum nicht einfach 1:40 merken, 200:40=5g, und statt 5 Gramm ein kleines bisschen weniger nehmen? Bei mir sinds 1:17 für Weißtees und kugelgerollte Oolongs, 1:20 für alles Postfermentierte, 1:24 für nahezu alle Oolongs und Hongcha und 1:34 für Grüntees. ... und wenn man die Teeblatt- und Teemenge kennt, lässt sich die Gefäßgröße auch schnell berechnen, siehe Signatur
  5. Eure neuste Tee-Anschaffung

    Eine schlichte Dehua "Azure Ru Yao" von Teewald ... Es ist eines dieser Momente wo man eine Kanne nimmt und diese absolut traumhaft in die Hand passt, Deckel sitzt sehr gut, gießt schnell und sauber ab und die Balance ist, wie man so schön sagt, "spot on". Was mich aber vor allem begeistert hat sind die thermischen Eigenschaften die nahezu exakt diesselben sind wie bei meiner Triptis; da diese aber nur 120ml fasst ist sie ein purer Solo-Gaiwan, die Dehua mit ihren 200ml hat da deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten. Freu!
  6. @Sungawakan Es gibt zwei Größen die dabei wichtig sind; die Wassertemperatur und die Aufgusszeit. Je heißer das Wasser, je länger das Aufgussgefäß diese Hitze halten kann und je länger aufgegossen wird, desto schneller verläuft die Extraktion. Beispiel. Ich hab ein Gefäß das im Grunde eine Isolierkanne ist, es hält die Hitze extrem gut, wenn ich 5,5g aufgussstarken Gushu Sheng dort mit 120ml Wasser für 1 bis 3 Minuten aufgieße, sinds nur 4 Aufgüsse dann ist das Blatt "herutergetrunken". Derselbe Tee hält min. 8 Aufgüsse in einem 70ml eher dünnwandigen Gaiwan welcher relativ schnell auskühlt.
  7. Optimale Größe Gaiwan und Kyusu

    Hier ist meine Gefäß-Größen-Rechnung! Experimentell hab ich festgestellt dass das Teeblatt nach 3 bis 4 Aufgüssen sich komplett re-hydriert hat und im Schnitt ziemlich genau das 4-fache des Trockengewichtes wiegt. 1 Gramm Tee wird also 3 Gramm Wasser absorbiert haben, diese Wassermenge macht 3 cm³ bzw. 3 ml. Die Schüttgutdichte von fein zerkrümeltem CTC bzw Pulvertee im Trockenzustand beträgt im Schnitt 0,4g/ml, d.h ein Gramm Tee wird 2,5ml oder 2cm³ an Raumvolumen benötigen. 3 + 2,5 ergeben 5,5ml pro 1 Gramm Tee an Gefäßvolumen! Das ist insofern interessant wenn man ein bestimmtes Gramm pro Milliliter - Verhältnis einhalten will. Nehmen wir mal 1g pro 15ml Gefäß-Totalvolumen, was heute in der PuErh Szene so der Standard zu sein scheint. Man hat eine klassische 180ml Xishi Kanne und haut 12 Gramm Tee rein. Der tatsächliche Tee-Output wird also um 110-115ml sein, keine 150 oder 170, was heißt damit lassen sich nur zwei Leute bedienen, keine vier, wie das Totalvolumen von 180ml suggerieren könnte. Sprich, die wichtigsten Entscheidungen sind 1). wie stark soll der Tee werden? und 2). welcher Tee-Output pro Aufguss soll's denn sein? Man will, sagen wir mal, 5 bis 8g Solo genießen, mit 80ml Teeflüssigkeit pro Aufguss. 5,5x5 bzw.8=~30-40ml Teeblattvolumen + 80ml Wasservolumen sind 110 bzw. 124ml. Eine Teekanne von 120ml Totalvolumen wäre also hier die optimale Wahl! Bei 12g Teeblatt aber demselben Tee-Output wäre ein 150ml Gefäß fällig. Je mehr Teeblatt, desto stärker wird der Tee. Drei Personen die mit 15g Teeblatt und denselben 80ml Tassen alle gleichzeitig bedient werden, würden ein Gefäß von 350ml erfordern.
  8. http://deathbytea.blogspot.com/2019/08/no-one-cares-whats-in-your-closet.html My Tea Collection generally feels inferior to others. - Ich habe keine. Was bei mir im Schrank steht ist mein Teevorrat, den ich bis zum letzten Krümel austrinken werde. Nichts davon wird jahrelang gehegt oder "gesammelt". It’s so frustrating to see some people always have good tea. - "Guter Tee" ist nun mal Ansichtssache. Für mich gibt es z.B. keinen 'guten' Shu, denn ich mag ihn einfach nicht. Was für mich "gut" ist, mag z.B. für unseren verehrten Gülden Kroet eben "schlecht" sein. Und umgekehrt. Die in der heutigen Gesellschaft herrschende Neigung in absoluten Kategorien zu denken ist in der Tat sehr bedenklich. It somehow doesn’t seem fair that some people seem to have the good tea connections. - Wenn man welche will, dann sollte man auf die Leute bzw. Szene zukommen. Bitte nicht falsch verstehen, aber besonders unter den Millennnials/Generation Y befinden sich zu viele Individuen die irgendwie die Vorstellung haben dass Kontakte, Erfolg, die Traumfrau- bzw. mann usw. irgendwo auf einen warten um ihm/ihr einfach so in den Schoß zu fallen. Ohne Arbeit, ohne Mühe. Helikopter-Eltern und Bulldozer-Erziehung sage ich nur... I wish I could purchase the teas that some of my friends do. - Sparen, sparen und nochmals sparen. Wenn man etwas sehr gern haben will aber die Finanzen stimmen nicht, dan spielt man auf Zeit. Wenn man sich aber zu sehr an sofortige Belohnung gewöhnt hat, tja, harter Tobak Jungs und Mädels, da muss man durch. Many of my tea friends have better tea than me. - Ob sie diesen auch verstehen und tatsächlich angemessen genießen können, ist ein ganz anderes Thema. Ist so ähnlich wenn man einen befreundeten Messersammler besucht und seine japanischen Kochmesser und Survival-Messer sieht, wohlwissend dass dieser Sammler weder die grundlegende Koch-Schnitttechnik besitzt noch das nötige Equipment hat um seine Elmax und CPM 3V - "Superstähle" anständig zu schärfen. Many of my tea friends are happier with their tea collection than me. - Dem berüchtigten "Instagram-Grinsen" auf irgendwelchen social media ist grundsätzlich zu misstrauen. My tea collection is better than that of my friends. - Ob die Reste von Christians 1997er Fu Zhuan ausreichen um sich elitär zu fühlen...
  9. Das Leben ist schön

    Was die Goldkanne betrifft... https://www.researchgate.net/profile/Zoe_Laughlin/publication/251621596_Tasting_spoons_Assessing_how_the_material_of_a_spoon_affects_the_taste_of_the_food/ Halbwegs wissenschaftliche Geschmackstests haben ergeben dass Gold tatsächlich das Neutralste unter allen Geschirr-Metallen ist, eng gefolgt vom guten alten rostfreien Edelstahl (18/8, 18/10). Kupfer und Zink verändern erwartungsgemäß den Geschmack des Essens bzw. das Mundgefühl erheblich, und Silber scheint ebenfalls keine allzu großen Unterschiede zu Edelstahl zu zeigen. Aaaaaber... es gibt Reviews ( z.B. da und da ) von Besitzern einiger Silber-Teekannen (990 bis 999er Reinheit), die unabhängig voneinander behaupten dass Silber dem Teearoma in manchen Fällen eine "metallische" Note zu verleihen scheint. Auch beschweren sich diesselben Leute dass die Silberkanne die zarten dezenten Aromen mancher Tees nicht zur Geltung kommen lässt. Die ultimative Geschmacksneutralität des Goldes mag in historischen Zeiten seine Berechtigung gehabt haben, aber heute ist der rostfreie lebensmittelechte Edelstahl kaum zu schlagen. Da ich persönlich auf geschmacksintensive Oolongs stehe (plus einige Hongcha und ausgesuchte sehr junge Sheng) habe ich lange mit dem Gedanken gespielt mir eine Silberkanne anzuschaffen. Inzwischen habe ich davon Abstand genommen, denn 1). es lässt sich kaum vorhersagen wie Silber konkret auf meine Tees reagiert, 2). ob der vermeintliche oder tatsächliche metallische Beigeschmack für mich OK ist. Wenns dicke kommt, könnte eine Silberkanne sich leicht zu einem 300 bis 400€ teuren Fehlkauf entwickeln. Ich vermute dass diesselben Bedenken auch für Goldkannen gelten. Ob Gold oder Silber, meine Erfahrung ist, Edelstahlgefäße sind kaum zu schlagen. Komplett geschmacksneutral, pflegeleicht, und selbst wenns um thermische Leitfähigkeit des Silbers geht, gibt es moderne doppelwandige Isolier- Flaschen und Teekannen, die denselben Effekt für viel weniger Geld abliefern. Gold ist cool, klar, ist aber in meinen Augen mehr Gimmick als zweckmäßiges Utensil.
  10. Anfänger-Fragen zu Grünem Tee

    Oh... Wenn Sie wüssten was ich mit meinen Grünen mache... Ich finde die folgende Methode am hilfreichsten, zumindest wäre es für mich wo ich Anfänger war... Es gibt Teehändler die Packungen anbieten wo sich mehrere anonyme Tees von derselben Sorte aber unterschiedlichen Herstellern und Qualitätsstufen befinden. Der Sinn dabei ist dass der Käufer von diesen Tees keinerlei Information besitzt und sich nun allein aufgrund des Geschmacks orientieren muss. Der Placebo-Effekt wird dadurch stark minimiert. Es ist aus meiner Sicht sinnvoll dass der Anfänger sich gleich am Anfang mehrere Tees besorgt. Bsp. Grüntee. Man kaufe sich zuerst die üblichen Grünteebeutel aus dem <1€/100g Preissegment, dann einen losen Grüntee aus einem Teeladen im 2 bis 5€/100g und anschließend etwas aus der >20€/100g Sparte. Dann sollte man das alles zusammen nach- oder nebeneinander verkosten und die Unterschiede auf sich wirken lassen! Bei mir war es damals der Fall, wenn auch etwas zufällig - Grünteebeutel, preiswerter Sencha und ein recht guter und entsprechend preislastiger Long Jing. Dadurch war die berühmte "Preisfrage" für mich gleich erledigt. Wenn man die preis- und herkunftsbedingten Qualitätsunterschiede erst vor den Augen hat, gestaltet sich die Suche nach dem "Traumtee" viel leichter. Zumindest in meiner persönlichen Erfahrung.
  11. Es gab eine ganze Auflagenserie des Originalwerkes, der Originaltext wurde immer erweitert so dass am Ende "Mrs. Beeton" zu einer Art Eigenbezeichnung wurde, ähnlich dem Herrn "Knigge". Was uns die 1915-er Auflage aber vermittelt ist wie Tee im frühen 20 Jh. gemacht wurde bzw. was die Menschen als guten Tee erachtet haben. Man nehme weiches Wasser, bringe es zum Kochen und verwende es umgehend, langes Kochen macht Wasser hart und es ist besser neues frisches Wasser audzufüllen anstatt altes schon gekochtes zu nehmen. Ein voller Teelöffel Tee (3-4 Gramm laut eigenen Messungen) reicht für zwei kleine Teeteassen (historische Teetassen der kleineren Sorte sind so um 100-120 ml effektive Füllhöhe, hab recherchiert!), was ein Tee-Wasser-Verhältnis im Schnitt von 1g Tee auf 64 ml oder 1,6g pro 100ml ergibt. Ich möchte dazu noch eine viel konkretere Quelle angeben: http://www.raggedsoldier.com/measurments.pdf Es geht um die Maße des 19. und frühen 20 Jh., wobei wir auf S.21 explizite Angaben haben was ein "voller Teelöffel" und "kleine Teetasse" im damaligen Verständnis gewesen sind. Zitat: "1 small tea-cup = 1/2 cup or 4 ounces" (= 120ml) und "1 fluid drachm (dram) = 1/8 oz. or 1 teaspoon, or 60 grains" sowie "1 scruple = 20 grains, or 1/24 ounce, or a generous 1/4 teaspoon" Ein voller Teelöffel wäre damit 60 bis 80 oder durchschnittlich 70 grains, was 4,5 Gramm entspricht. Eine kleine viktorianische/edward'sche Teetasse wäre um 120ml. Damit lässt sich meine bisherige Rechnung ganz gut bestätigen, und wenn wir eben "a generous teaspoon" oder 80gr/5,2g Tee nehmen würden, wäre das Verhältnis gar 1g auf 46ml, also im Bereich von anständigem Grüntee nach chinesischem Vorbild. Ein spannender Fakt nebenbei... Etwa 1km entfernt von meiner Wohnung befindet sich ein altes Gebäude, Jugendstil, erbaut um 1900. Trotz der ganzen Jahre Jahre hat es keiner geschafft die in die Mauer eingelassene Werbetafel eines Lebensmittelgeschäftes so richtig zu entfernen, so dass man immer noch lesen kann was in diesem Geschäft vor 120 Jahren so verkauft wurde. Und eines der angebotenen Waren war eben "Chin.Thee" Zu denken, dass der Tee, den ich jetzt trinke, vor 120 Jahren einen Katzensprung von mir zu kaufen war, hier in den Untiefen der westsächsischen Provinz, und die Hausfrau von nebenan eben diesen "nach Mrs. Beeton" zubereitet hätte...
  12. Dieser Artikel hat meine Einstellung zum japanischen Chadō wirklich etwas verändert, denn für Menschen mit Angststörungen, Phobien oder anderweitigen stressverbundenen Problemen werden eben Achtsamkeitsübungen und Meditation seit Jahren empfohlen. Und Chadō ist wohl der meditativste Weg Tee zu trinken den man sich denken kann. Ich kenne gar Leute die davon richtig profitieren könnten. Für mich persönlich ist der japanische Chadō leider nichts, ich bin einfach kein Mensch für ritualisierte repetitive und theatralisch anmutende Handlungen die Stunden dauern können ohne einen einzigen Schluck Tee
  13. Optimale Größe Gaiwan und Kyusu

    In der Tat ein oft unterschätztes Thema... Das Totalvolumen bei Teekannen wird am einfachsten wir folgt gemessen. Kanne komplett mit Deckel auf die Waage stellen, Waage auf Null stellen oder das Gewicht schriftlich notieren. Kanne runter von der Waage, Deckel runter, komplett mit kaltem Wasser bis zum Überschwappen füllen und den Deckel wieder draufmachen. Due Kanne wieder wiegen, mit dem ganzen Wasser drin. Da 1ml Wasser ziemlich genau 1g wiegt, ist der Unterschied zwischen voll und leer ist dann das Gewicht des Wassers und somit das Volumen. Beim Gaiwan im Prinzip dasselbe anwenden, mit dem einzigen Unterschied dass der Gaiwan bis zu jener gedachten Linie mit Wasser gefüllt werden soll, wo die Kante des Deckels die Wände des Gaiwan berührt. Sprich wenn der Deckel zu ist, darf kein Wasser am Deckelspalt hervor quellen. Immer wieder etwas Wasser abgießen bis nichts mehr hervor quillt, abwiegen, den Gewichtsunterschied in Gramm feststellen, und da hat man wieder das Totalvolumen. Es ist aber tatsächlich so dass dieses Totalvolumen nicht 1 zu 1 als "sich daraus ergebene Teemenge" verstanden werden soll. 6 Gramm Teeblatt sind bei mir je nach Teeart und Qualität so um 18g (±4) schwer wenn sie komplett re-hydriert sind, in meinem "everyday Gaiwan" (120ml Totalvolumen) sind das bei 6g Teeblatt 100 bis 110ml Tee die daraus kommen (sprich nur etwa 80% vom Totalvolumen). Das heißt, damit können nur zwei Menschen mir zwei 50ml Trinkschälchen per Aufguss serviert werden! Wenn ich also 4 Personen sitzen habe, die ihren Tee z.B. nach Ostfriesen-Art gern haben (120ml Teetassen), dann brauche ich 4x120=480ml Tee. Die 480ml durch 0,8 teilen und da hat man schon das benötigte Aufgussgefäß-Totalvolumen für diese Session! Das Totalvolumen ist vor allem wichtig das Wasser zu Teeblatt - Verhältnis schätzen zu können. Eine sehr bekannte Zahl ist z.B. 1 Gramm Tee auf 15ml Totalvolumen, auf 120ml sind es 8 Gramm. Es gibt aber Leute die eben 1g pro 20 oder 30ml nehmen, das muss man für sich selbst entscheiden. Mein persönlicher Goldstandard ist 1g auf 20ml. Bei obiger Runde aus 4 Personen und dem landläufigen Gewohnheits-Standard von 2g Teebeutel-Tee auf 230ml Mug (1g auf 115ml) werde ich 5 bis 6g Tee in der 500 bis 600ml Kanne zubereiten. Soll am Ende heißen, der persönliche Mengenbedarf an Tee entscheidet über die Größe des Aufgussgefäßes