OstHesse

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    Tee-Trinker
  1. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Solange die Kannen nicht bruchsicher sind, kann ich diesen Titel nicht annehmen. Erst wenn ich auf die Idee komme mir eine 100% stoßfeste Silberkanne anzuschaffen, dann könnt ihr euch Sorgen machen. Apropos Silber - hat jemand Erfahrungen mit Silbergeschirr in Verbindung mit Tee?
  2. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    PS: Falls jemand fragt wie sich das verträgt, ich hab spezialisierte Teekannen stehen, meckere aber gleichzeigig über zuviel Utensilien; Duanni ist einfach nötig weil mir sonst der Koffeingehalt zu schaffen macht, die Expansion der kugelgerollten Oolongs verlangt nach einer entsprechenden Teekanne, Glas für Gyokuro, usw. Es sind alles Notwendigkeiten die ich am liebsten weg hätte.
  3. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Mein allererster Tea Taster cup hat sich inzwischen umbemerkt zum "ultimativen Arbeitspferd" gemausert! Ich gehöre nun zu den Leuten die jede Teekanne einem bestimmten Tee zuordnen. Meine Duanni ist für den Bai Mudan reserviert, meine Keramik-Xi Shi ist nur für kugel-gerollte stark expandierende Oolongs gedacht, in die Glaskanne kommt nur Gyokuro rein, usw. Wenn es aber um Darjeeling, PuErh, Dancong, Wuyi-Oolongs, Schwarztee allgemein, Grüntee-Proben und Dongfang Meiren geht, für das alles ist der Taster zuständig. Es ist für mich einfach die perfekte Kombi aus Gaiwan und Teekanne; man gibt Tee rein, gießt auf und rührt das Blatt mit dem Deckel um, exakt wie bei einem Gaiwan. Die Handgriffe beim Abgießen sind exakt diesselben wie bei einer Teekanne, und das Tollste ist, der Taster lässt sich problemlos mit heißem Wasser wie eine Teekanne begießen, was eine viel bessere Temeraturkontrolle erlaubt! Und im Gegesatz zu Teekannen lässt sich das Ding genauso leicht reinigen wie ein Gaiwan, weder beim Aufbrühen noch beim Reinigen ist irgendwelche Fingerakrobatik vonnöten. Ich schaue mir immer wieder gern die Videos von Yunnan Sourcing an, und es ist mir vor kurzem aufgefallen dass Scott Wilson ein- und denselbe Silber-Teekanne benutzt in die er alles reinpackt, von Shu über Tie Guan Yin bis Schwarztee. Ein Vorgehen, was irgendwie total in meinem Sinne ist... Sache ist, ich empfinde dass mir jede weitere Verkomplizierung des Teegenusses echt lästig ist, noch mehr Utensilien und noch mehr Gefäße bringt mich total auf die Palme, darum wohl dieses Interesse am "bäuerlichen" und "unverkünstelten" Teegenuss mit so wenig Ausrüstung wie möglich aber keinerlei Kompromisse beim Geschmack. Ist das "normal"? Hatte jemand auch eine vergleichbare "Teemönch" - Phase? Grüße, OstHesse
  4. Anfängerfreundliche Aufgussgefäße

    Habe ein wenig über die Herkunft und Geschichte des Tea Taster Sets recherchiert. So hat man in Europa um 1880 Tee verkostet A Tasting Room in Canton, John Thomson, ca. 1880 Bei den Chinesen sieht man die Gaiwans in Reih und Glied, wobei vor jedem dieser Gaiwans eine Trinkschale steht, in Europa verkostet man mit Löffel direkt aus den Schalen mit Tee - eine Methode die in Europa es anscheinend bis zum Anfang 20 Jh. geschafft hat. Wenn wir aber nach Sri Lanka am Ende 19 Jh. schauen (damals noch "Ceylon"), sehen wir bereits Tea Taster der ersten Generation. Grüße, OstHesse A Tasting Room in Canton ( detail ), John Thomson, c1880
  5. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @phoobsering Genau diesselben Gedanken verfolgen mich wenn ich die gegenwärtige Preisentwicklung in Yiwu beobachte.
  6. sie sind wieder da - flugtees

    @teekontorkiel Ja, ich beurteile nur aus der Gongfu-Sicht. Hätte ich vielleicht ganz am Anfang hervorheben sollen. @phoobsering Könnte Zufall sein, keine Ahnung, aber es hat sich halt so bei mir ergeben, mir schmeckten durchgehend bis 2017 Jungpana, Badamtam, Happy Valley, Steinthal und Soom besnoders gut. In diesem Jahr wird sich das aber ändern.
  7. sie sind wieder da - flugtees

    Es ist Mai Habe schon viele Proben beisammen, und da ich eindeutig voreingenommen bin, anonymisiere ich jede Probe und verkoste die quasi blind. Wenn der Tee eintrifft, fülle ich 5 Gramm in einen versteckt markierten Doypack um, der dann zu den anderen Proben in meine "Probenkiste" kommt. Ich greife dann einfach in die Kiste, fische ein Doypack raus, mache eine komplette Gongfu-Session, wenn meine Meinung über den Tee "ausgereift" ist wird die Identität des Tees enthüllt. Das mache ich weil nahezu alle meine Darjeeling FF - Favoriten bisher aus dem Nordteil der Darjeeling-Tee-Region stammten, ich bin da eindeutig parteiisch. Hab bisher auf diese Weise vier Darjeeling FF 2018 verkostet. Leider... war bisher nur ein einziger Tee dabei von dem ich sage "kaufe ich wieder!" und dieser stammt nicht (!) aus dem Nordteil. Das Problem ist immer das Gleiche; die Tees fangen gut an, mild, grasig-fruchtig, leicht und elegant, aber schon nach dem 4-ten Aufguss ist Schluss. Es fehlt insgesamt an Mineralität, der Geschmackskörper gibt nicht viel her, da helfen auch keine 95°C. Zwei von diesen Tees stammen ausgerechnet aus dem Nordteil, aus Teegärten die ich schon in einer ganz anderen Form erlebt habe. Meine Probekiste ist aber noch recht voll, ich gehe mal davon aus dass ich "die richtig Guten" noch vor mir habe. Der bisher einzige "kaufe ich wieder" Tee z.B. ist deutlich auf der milderen Seite, liefert aber 10 Aufgüsse, anständige Mineralität und ein wundervolles floral-fruchtiges Bouquet. Werde berichten... Grüße, OstHesse
  8. Das Leben ist schön

    Ich war in letzter Zeit ein wenig auf einem historischen Forschungs-Trip ... und da ich einen Shui Xian Oolong im Wuyi-Stil nun mal da habe, dachte ich mir, machste mal den Test. Sowohl das Aussehen als auch die Geschmackseigenschaften eines "Bohea" ("smells/tastes like burnt/drie'd hay", "brackish taste", "dark tinge", "big black leaves" etc.) waren alle da, vor allem der tatsächlich heu-artige Geruch und die ausgesprochene Astringenz schrien nach Milch und Zucker. Der Tee an sich hat ein leichtes Karamell-Aroma, wenn gebraut nach Gongfu-Cha, dieses ist ab der 3. Aufguss verflogen und der Tee schmeckte im Grunde weitgehend als das, was der Otto Normalkonsument als "Schwarztee" begreift. Der einzige Unterschied ist eben die relativ dezente Röstung und das Fehlen der assam-typischen derben Holznote. Was würde passieren wenn ich diesen Shui Xian Oolong mit Milch und Zucker wie einen Ostfriesentee zubereite??? Das Resultat ist sehr interessant geworden! Moderne Ostfriesentee-Mischungen auf Assam-Basis ergeben mit Sahne und Kluntje einen Geschmack der eher in Richtung Schokolade oder Kakao geht (je nach Mischung), mein Shui Xian "Bohea" schlug mit Sahne und Zucker hingegen voll in die Karamellrichtung! Leichte Honig/Karamell-Note + Röstung + Sahne + Zucker + Astringenz ergaben alle zusammen ein Getränk das mich stark an selbstgemachte Karamelllbonbons erinnerte. Vom Geschmackskörper her war das Gebräu aber deutlich milder als der moderne Assam-Schwarztee, die Röstnote war immer im Hintergrund präsent und verlieh dem ganzen eine kaffee-ähnliche Note. Wenn ich es mit einem modernen Heißgetränk vergleichen würde - milder leicht wässriger Karamell-Cappuccino! Auf jeden Fall kann ich sagen dass Wuyi Shui Xian oolongs durchaus gut mit Milch und Zucker schmecken, höchstwahrscheinlich richig gut wenn man den Shui Xian besonders kräftig braut! Grüße, OstHesse
  9. Das Problem mit exakten Angaben ist wiederum, fast jede Webseite, Teehaus und Teeexperte sagen etwas Anderes was Ziehdauer und Teemenge angeht, es gibt quasi genausoviel Meinungen dazu wie Teetrinker. Dies führt dazu dass der Anfänger einfach nicht weiß was er glauben soll, er wird mit widersprüchlichen Angaben förmlich erschlagen. Ich glaube es ist einfach logischer und zweckdienlicher Ziehzeit, Teemenge und Anzahl von Aufgüssen nicht als exakte Zahlen sondern als Spektrum darzustellen. Hier ist das A-Set in vorläufiger Endfassung. Selbst bei richtig kräftigem Schwarztee kann man mit der geringsten Menge (2g), Temperatur (80°C) und Ziehzeit (halbe Minute) absolut nichts falsch machen, auch wenn man statt Tee braunes Wasser raus bekommt wird der Anfänger der Reihe nach Temperatur, Ziehzeit und Teemenge anpassen bis ihm der Tee persönlich zusagt. Sonst haben wir wieder die Gefahr der Enttäuschung - der Anfänger folgt die vorgegebenen exakten Zahlen penibelst genau, und das Ergebnis ist pfui. In unserem Fall hier hat jeder genug Spielraum um weiter zu versuchen. Grüße, OstHesse
  10. begriffsklärung "bohea tee"

    Einfach mal noch mehr Quellen... Laut o.g. Quellen waren es Bohea und Singlo, die Tees die während des 18 Jh. den größten Anteile des Teexportes aus China ausmachten, wobei Singlo ein Grüntee war. Laut gegenwärtiger Quellenlage war Singlo ein Sammelbegriff für Tees die aus dem Huangshan - Gebiet im heutigen Anhui stammten. QUELLE (siehe Fußnoten). Wenn man das beschriebene Aussehen des Singlo heranzieht (z.B. das von Milburn), sowie seine georafische Herkunft, dann wäre Huangshan Maofeng der moderne Nachfolger des Singlo. Bohea wird in den Quellen meist wie folgt beschrieben. 1). schwarzes großes Blatt, 2). riecht leicht verbrannt, 3). färbt Wasser dunkelrot. Wenn man dieser Beschreibung folgt und eine moderne Entsprechung sucht, wird mehr oder weniger mit Shui Xian - Züchtungen fündig! Billigere leicht zu züchtende Varietäten haben ein eher großes, grobes und relativ preiswertes Blatt, in der Wuyi-Oolong-Herstellung weit verbreitet und gastronomisch sehr flexibel, denn man liest oft dass billigere Shui Xian Oolongs sich mit meisten Gerichten, Zucker und sogar Milch sehr gut vertragen. Als Geschmacksbeschreibung begegnet man oft Sätzen wie "slightly burnt taste" und "heavy honey aroma". Es gibt eine gewisse chinesische Publikation, die eine Karte des berühmten "Teeweges nach Europa" enthält. Da ich kein Mandarin kann, konnte ich leider die Publikation selbst weder finden noch lesen, dieses Bild wird aber oft gepostet, besonders im Zusammenhang mit dem "russischen Karawanentee". Bemerkenswert ist aber dass sowohl die Route in Richtung Russland, genauso wie die Route in Richtung Canton (und somit Niederlande und England) von der Provinz Fujian ausgeht, die mit dem großen roten Punkt markierte Haupthandelsstelle befindet sich laut dieser Karte irgendwo im südöstlichen Wuyi Shan. ... mit all der Information, lassen sich theoretisch (!) die modernen Nachfolger bzw. Entsprechungen jener Tees ermitteln, welche im 18 Jh. den europäischen Teegeschmack am meisten geprägt haben! Es ist und allen bewusst dass die historischen Tees willkürliche Blends darstellten, aber wenn man sozusagen den "allgemeinen Grundgeschmack" dessen, was im Europa des 18 Jh. so als Tee bevorzugt wurde, erleben will, wäre mit folgenden modernen Tees wohl am besten bedient. Bohea ~ presiwerte Shui Xian Oolongs im Wuyi-Stil Singlo ~ Huangshan Maofeng Und natürlich noch ein Bild von Johann Philipp van der Schlichten, 1. Hälfte des 18 Jh., welches einen ziemlich dunklen Tee zeigt, welcher wohl mit Zucker aber ohne Milch getrunken wird. Überhaupt scheint der Bohea in den Bildquellen klar zu dominieren, zumindest mein Eindruck. Grüße, OstHesse
  11. Das Leben ist schön

    @theroots Irgendwo schon... Deswegen wäre das beste einfach das gesamte Spektrum zur Geltung kommen zu lassen. Ich für meinen Teil popularisiere gern die "Bauer-Cha" denn ich habe einfach das bestimmte Gefühl dass dieser nicht so richtig beachtet wird. @SoGen Für mich wäre "sloppy style" wenn jemand den Tee wie Wasser herunter stürzen würde, ohne den Geschmack zu würdigen. Dasselbe gilt wenn guter Tee mit Zucker & Süßigkeiten förmlich erstickt wird. Die Art der Zubereitung ist für mich insofern von Bedeutung solange sie das beste aus dem Tee herausholen kann. Was die Qualität der Tee-Mittrinker angeht, ich glaube gar die Chinesen & andere Ethnien aus China sind von ihrer Kultur her relativ ablenkend, wenn zusammen am Tisch... https://www.youtube.com/watch?v=SfzCZ2nTuUU
  12. Das Leben ist schön

    Storm chasing by Pecos Hank: https://www.youtube.com/watch?v=erJLqKMeN-4 Zu diesem Video, sowie den meisten anderen von diesem YouTuber empfehle ich Dayi 8582.
  13. Das Leben ist schön

    @Anima_Templi Ja, sicher! Der Grund meinerseits ist die gewisse "Steretypisierung" des Tee-Genusses in der westlichen Welt. Du hast entweder die breite Masse der Teebeuteltrinker, die von der großen weiten Welt des Tees nicht die blasseste Ahnung haben, und auf der anderen Seite sitzen die Gong-Fu-Puristen, die jede noch so geringe Abweichung vom Ritual als Sakrileg empfinden. Beides sind m.M.n. Extreme, die man vermeiden sollte, und das beste Vorbild das wir haben sind eben die Völker in China selbst. Ich bin keinesfalls gegen das Zelebrieren von Tee, noch habe ich was gegen Gongfu-Cha in ihrer gehobenen Form, es ist nur so dass zwischen dem Teebeutel und der feinsten Gongfu-Cha Zeremonie eine ganze Welt liegt, die man für sich entdecken kann! Wenn man nur bei den Extremen bleibt, verpasst viel. Persönliches Beispiel, gemäß dem Titel dieses threads... Wenn die Leute von der Arbeit nach Hause kommen, müssen sie dies und das noch erledigen, bevor sie sich hinsetzen können. Dann trinkt man sein Bier, raucht ein Paar Zigaretten, schaut TV und spielt mit seinem Smartphone bevor es ins Bett geht. Ich nutze diese zwei Stunden VOLL zum Teetrinken! Mein Tee-Set, ein weicher Sessel/harter Stuhl (je nach Bedarf), ein Bildschirm und ein Paar Videos/Artikel/Berichte/Studien über spannende faszinierende Sachen, wie Urwälder des Ural, Methan in der Marsatmosphäre, Köhlerhandwerk, etc. Die Genussfacetten des Tees verschmelzen dann mit den Inhalten auf eine absolut irrsinnige Art und Weise, man wird in ferne Welten entführt und lernt eine ganze Menge Neues. Elaboriertes Tee-Zubehör und traditionelle Gongfu-Cha sind da komplett redundant. Hier ein Tipp. Trinkt mal einen richtig guten Alishan-Oolong und schaut währenddessen DAS HIER an. Grüße, OstHesse
  14. Das Leben ist schön

    Na hätte ich genau das Richtige: https://www.youtube.com/watch?v=9EL9AS7vP2k&t=16m25s Allzweck-Tisch mit abgeschlagenen Kanten, Aschenbecher und Kippen, unpassende Tassen und Bings einfach auf diesen Tisch offen abgelegt. Wenn man aber den Untertiteln folgt, bekommt man mit dass an eben diesem Tisch Händler sitzen welche die Reichen des Landes mit feinsten Yiwu-Tees versorgen, zu entsprechenden Preisen. An eben diesen Tischen werden feinste (!) Tees gehandelt, gekauft, schwindelerregende Preise herbeispekuliert und es ist nett to know dass wohl der teuerste PuErh-Tee, den es überhaupt auf dem Markt gibt, auch mal beim Teebauern unter genauso einem Tisch in einem staubigen Plastiksack verweilte, bevor er im Privatpalast eines Neureichen der erlesendsten Teezeremonie aller Zeiten zugeführt wurde. Das was ich als "Bauerstil" bezeichne, ist für mich einfach die beste Art Tee zu trinken. Einfach, frei und unverkünstelt. Auf diese Art und Weise kriege ich einfach die Ruhe die ich brauche um den Tee richtig zu genießen. Ich weiß nicht ob Christian auch so denkt, aber seine Videos sind mir in dieser Hinsicht sehr nahe. Grüße, OstHesse
  15. Das Leben ist schön

    Habe gerade ein Video entdeckt.... Auf irgendeinem Arbeitstisch neben Schere, Marker, Klebeband und Kleber, reingehackt, Tee in die Kanne, Wasser drüber, ohne Filter ins Glas. Die Teepartikel im Glas sind selbstverständlich, so wie Teestaub in allen Ecken und die Flecken auf dem Tisch. Und als Sahnehäubchen, eine Keramikkanne. BAM! Teezeremonie im "Bauern-Stil".