OstHesse

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    Tee-Probierer
  1. @Manfred Hab einige Quellen gewälzt, und folgendes gefunden: Koffein als Stoff ist chemisch tatsächlich immer eindeutig, gehört aber zur Stoffgruppe der Xanthine/Purinalkaloide, zu welchen eine ganze Reihe an Stoffen gehört wie Xathin, Theophyllin, Theobromin, etc. Die Wirkungen dieser Stoffe können unterschiedlich sein, siehe die Wirkung von Koffein im Vergleich von Theophyllin. Sowohl Theophylline als auch mehrere Xanthine wurden im Tee chromatografisch detektiert (HIER und HIER), und die Biosynthese des Koffein in der Kaffeepflanze - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC157891/pdf/1110747.pdf - stellt sich als recht spannend heraus da Xanthin als eine wichtige Synthese-Zwischenstufe betrachtet wird. Ich muss also meine Vermutung insoweit korrigieren; es könnte sein dass eben die Vielfalt der Herstellungsverfahren des Tee auf dessen Gehalt an Purinalkaloiden Einfluss nimmt! Wir wissen fast gar nicht welche Xanthine es im Teeblatt genau gibt, wie diese wirken und wie die Herstellungsmethode des Tee die Koffeinsynthese beeinflusst - viele Xanthine wie z.B. Theophyllin haben eine partiell koffein-ähnliche Wirkung, sind dennoch anders genug! Ob all diese Purinalkaloide bei den Koffeingehalt-Tests auch hinreichend berücksichtigt wurden?... Grüße, OstHesse
  2. Ich glaube das ist der Tatsache geschuldet dass der Tee-Typ, welcher bisher am besten erforscht wurde, Grüntee ist. Auf mich wirkt guter frischer Grüntee dem Kaffee recht ähnlich, er ist aufpeitschend und bringt einen um den Schlaf, was auch der Grund ist warum ich kein Grünteetrinker bin. Weißer Tee am Beispiel des Bai Mudan wirkt da deutlich schonender, schafft es aber immerhin meinen Schlaf durch sehr lebendige Träume unruhig zu machen. Ich habe mich in die Materie noch nicht "hineingefilzt" und möchte von daher keine Behauptungen aufstellen, aber es könnte doch so sein dass die typischen Koffeinarten des Grüntee, aus welchem Grund auch immer, einfach auf alle anderen Camellia sinensis - Produkte als "typisches Teekoffein" übertragen weden. Vielleicht ist es aber wie bei z.B. Chilis; man hat Jalapeno, Habanero, Bhut Jolokia, Trinidad Scorpion, Scotch Bonnett... und je nach Züchtung ist die Schärfe tatsächlich anders! Objektiv kann (! muss nicht) der Capsaicingehalt einer Jolokia-Schote genau derselbe sein wie der einer Fatalii, der stechende Schärfe einer Fatalii wird aber schlimmer wahrgenommen als die einer Jolokia. Es gibt superscharfe Chilis die ihre Schärfe sehr langsam aufbauen, es gibt aber solche die einen im ersten moment regelrecht umhauen. Das alles hat damit zu tun dass Capsaicinoide eine Stoffgruppe sind, die alle etwas verschieden wirken, es gibt weder "DAS Capsaicin" noch ist die rein objektive Menge an Capsaicinoiden (= Scoville Skala) hinreichend aussagekräftig für die tatsächlich erlebte Schärfe. Die Herstellungsmethoden des Tee ist sehr vielfältig, so sind auch die biochemischen Prozesse im Teeblatt. Es kann durchaus sein dass die Koffeinstruktur des z.B. Oriental Beauty und der gängigen Pu Erh sich soweit von jener des Grüntee unterscheidet, dass die Wirkung auch eine bedeutend andere sein wird. Nur eine Vermutung, muss mich dazu erstmals belesen. Grüße, OstHesse
  3. Nur recht indirekt, würde ich sagen, hab mal eine Facharbeit über die ernährungswissenschaftliche Forschung geschrieben.
  4. Qualität und Entwicklung bei mittelreifem Sheng

    Ich muss gestehen dass ich bisher eine recht ambivalente und komplexe Beziehung mit den gereiften Shengs führte... Ich habe schon manchen Sheng durchprobiert, mein ältester Sheng war bisher 13 Jahre alt. Letztendlich bin ich bei sehr jungen Shengs (max. 2 Jahre alt) stehen gebleiben. Die Ursache dafür ist; die meisten reifen Shengs die ich probierte waren an und für sich gar nicht schlecht, ...aaaber es ist eben dieser mehr oder weniger vorhandene "urige Bauernhof" der nun mal gar nicht meinem Tee-Geschmack entspricht. Es gab natürlich Ausnahmen, die Mehrheit meiner reifen Shengs war aber eher... Meine bisherigen reifen Shengs waren gehaltvoll, komplex und an und für sich eher die obere Reihe des guten Geschmacks, das urige Bauerhof-Aroma im Vordergrund (auch wenn nur ein bisschen) macht mir jedoch beim Genuss den Strich durch die Rechnung. Bisher erlebte ich nur eine einzige Ausnahme wo ein jahrzehnt-alter Sheng mich mehr oder weniger überzeugt hat. Meine Frage wäre; wie oft trifft man denn auf ordentlich reife Shengs "ohne Bauernhof"? Oder muss man sich in der Welt der reifen Shengs eben auf "das Urige" einfach einstellen und es als "Teil des Genusses" akzeptieren? Bin ich ein viel zu empfindlicher Teetrinker? Grüße, OstHesse PS: Wenn ich "Bauernhof" sage, meine ich keinen Mist oder vergammelten Fisch (der schlimmste Gestank den es für mich gibt ) sondern das Aroma von Holz dass durch jahrzehntelange Nutzung und Kontakt mit Tieren entsprechend beeinflusst wurde. Alte Balken in einem Kuhstall, z.B.
  5. Richtig, damit wären wir beim Thema "Studien-Design". Richtig gut aufgebaute klinische Studien, die nicht nur doppelblind sind und über ein halbes Dutzend Kontrollgruppen verfügen sondern die auch pharmakologische Untersuchungen beinhalten, sind schweineteuer, um es drastisch zu formulieren. Weniger rigorose Versuche sind selbstverständlich billiger, aber auch weniger aussagekräftig. Deshalb ist es ja so wichtig Studien zu lesen und zu verstehen um deren Beweiskraft einordnen zu können. Es bleibt aber nach wie vor Fakt, dass klassische klinische Studien der erste Schritt überhaupt sind, wenn wir von "wissenschaftlichen Beweisen" in der Ernährungswissenschaft sprechen wollen. Um beim Tee zu bleiben; es wird z.B zu Zeit an der Pharmakologie des EGCG geforscht, um zu verstehen wie der Stoff wirkt. Der damit verbundene finanzielle und wissenschaftliche Aufwand kann unmöglich in einer einzigen Studie aufgebracht werden.
  6. Da ich vor Jahren ebenfalls "wissenschaftlich und quellenbezogen" in Geschichts- und Ernährungsforen unterwegs war, glaube ich das Problem mehr oder weniger zu kennen. Es ist eben der an sich recht grobe, aber für die Allgemeinheit paradoxerweise zu subtile Unterschied zwischen epidemiologischer Untersuchung und klinischem Versuch. Bei epidemiologischen Untersuchungen, auf denen dann epidemiologische Studien fußen, werden unterschiedliche Ereignisketten mithilfe statistischer Methoden untersucht um zeitliche und räumliche Zusammenhänge aufzudecken. Beispiel: Die Schneemenge und die Erkältungsrate der Bevölkerung lassen sich als Funktionen bzw. Kurven darstellen; x-Achse sind die Monate, y-Achse die Menge an Schnee-Niederschlag in mm oder die Prozentsatz der Erkälteten gemessen an der Gesamtbevölkerung. Wenn man diese beiden Kurven übereinander legt und sich nur an der x-Achse (Zeit) orientiert, sind sie sich äußerst ähnlich im Verlauf, wenn das eine steigt, steigt das andere und umgekehrt. Dieses Verhältnis wird Korrelation genannt. Diese beweist keine Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen Schnee und Erkältungen! Klinische Versuche hingegen sind experimentell so ausgelegt, dass zwischen zwei Ereignisse keine bloße Korrelation sondern ein Ursache-Wirkung-Verhältnis nachgewiesen werden kann. Dabei werden, grob gesagt, alle Bestandteile der beiden Ereignisse einzeln untersucht, dies geschieht experimentell, unter Verwendung von Kontrollgruppen und oft sind solche Versuche blind oder gar doppelblind ausgelegt. Beispiel; nach dem Genuss von Kraut X haben die Probanden den Effekt Y. Das Kraut wird so gut wie es geht in seine Bestandteile zerlegt, alle infrage kommenden Stoffe so gut wie es geht isoliert, und dann werden diese pur an Probanden getestet. So findet man das Alkaloid Z, was eben den Effekt Y eigentlich v e r u r s a c h t ! ... nun, was die Medien und die "Ernährungsszene" (Fruitarier, Veganer, Low Carb, Paleo, etc.) angeht, wird gerade dieser grobfeine Unterschied zwischen Epidemiologie und klinischem Versuch viel zu oft verwischt und verdreht. Die am meisten durch Medien und Ernährungs-Gurus zitierten Studien überhaupt sind eben epidemiologische Untersuchungen, die dann aber als Ursache-Wirkung-Beweis hingestellt werden!!! Wer aus bloßer Korrelation weitreichende kausale Schlüsse zieht und versucht diese gar als "wissenschaftlicher Beweis" zu verkaufen, betreibt astreine Pseudowissenschaft, denn Korrelationen belegen weder kausale Zusammenhänge noch sind sie geeignet irgendwelche Ernährungsempfehlungen zu tätigen. Ich habe in meinem Leben eine Unmenge an reißerischen Ernährungs-Artikeln der Mainstream-Medien lesen müssen, und fast immer (gefühlte 90-95%) haben wie es mit recht nüchternen (sprich un-sensationellen) epidemiologischen Untersuchungen zu tun, die dann mit Schaum vorm Maul "Wissenschaft hat bewiesen!!!1!!11!!eins!eins" kreuz und quer als Nachweis kausaler Verbindungen zwischen A und B propagiert werden. In fast allen Fällen ist es nicht mal die Studie an sich, es ist die z.T. absolute Unfähigkeit der Medien und der "Gurus" die Ergebnisse korrekt zu interpretieren. Grüße, OstHesse
  7. Liebe Teegemeinde, der Test hat stattgenfunden! BingDao Gushu Sheng Pu-Erh (2015), 7g pro 100ml Wasser, 12 Aufgüsse, 95-98° Wassertemperatur, kurze Aufgusszeiten von 20-30 Sekunden, der Betroffene hat ingesamt ~450ml verzehrt, verteilt auf eine halbe Stunde Gongfu-Session. Der Betroffene ging drei Stunden nach der Session ins Bett und schlief ohne aufzuwachen 9 Stunden lang. Es sind keine Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder sonstige unerwünschten Erscheinungen aufgetreten, der einzige Nachteil war dass das Aufwachen am Morgen sich ähnlich problematisch gestaltet hat wie bei anderen "Einschlafkräutern" auch wenn nicht so drastisch. Der Betroffene hat selbstverständlich Kenntinis von den hier geäußerten Tipps und wird diese nach und nach durchprobieren; es geht nach wie vor um temporäre Linderung bis sich belastbare Erfolge durch anderweitige Maßnahmen einstellen. Der Betroffene hat noch nie einen Sheng probiert, hat nicht mal den Begriff "pu-erh" gehört, dementsprechend war seine eher sachliche Beurteilung der Wirkung des Sheng - "Macht dumm im Kopf wie billiger Sh/t". FAZIT ist, ein ordentlicher Gushu kann tatsächlich als Schlafmittel und echte Alternative zu den üblichen "geistigen Entspannern" (Alk & Kippen) dienen. Ich selbst habe schon unzählige Male verschiedene Pu Erhs vorm Schlafengehen genossen und nicht einmal irgendwelche koffein-bezogene Probleme gehabt: Ich bin übrigens eine sehr koffein-sensitive Person welcher selbst milder Cappucchino stark zusetzt. Grüße, OstHesse
  8. Vielen Dank!! Der Zufall will es dass ich zu Zeit einen zweijährigen Bingdao Gushu Sheng mein Eigen nenne, welcher sehr reichhaltig, nicht aufpeitschend aber doch ziemlich psychoaktiv ist, zumindest bei mir. Wir werden es mal zuerst mit diesem Gushu versuchen. Yin Zhen probieren wir ebenfalls aus, aber halt im nächsten Jahr, wenn die ganz frische Ware eintrifft. Ich werde die verehrten Teetalker über den Ausgang dieser Experimente selbstverständlich informieren. Joggen gehört schon seit Jahren zum Lebensstil des Betroffenen, bringt ihm aber kaum was.
  9. Nun gut, etwas detallierter... Unter "Tee" meine ich ausschließlich Camellia sinensis und assamica. Die Dritte Person mit Schlafstörungen ist männlich, Mitte 30, vom Beruf her Webdesigner, mäßig sportlich, Raucher, kein Übergewicht. Die Schlafstörungen haben sich vor etwa 6 Jahren eingesetzt, als Auslöser werden Studium-Stress und Stress/Konflikte in der Familie angenommen, d.h. es ist höchstwahrscheinlich psychisch bedingt. Die Person arbeitet dran, will die Schlafstörungen aber soweit mit natürlichen Mitteln mildern, bis sich belastbare Therapieerfolge einstellen. Psychofarmaka kommen nicht in Frage. Hauptproblem ist, die üblichen beruhigenden Kräuter (nahezu alle wurden schon in diesem Thread genannt und von der Person ausprobiert) haben einen nachteiligen Effekt - die "knocken" ihn zwar aus, bringen aber keine gute Schlafqualität mit sich. Die Person fühlt sich am nächsten Morgen wie gerädert und hat besonders nach Johanniskraut und Melisse Schwierigkeiten sich aus den Federn zu kriegen und einen klaren Kopf zu bekommen. Dasselbe mit Sport - Körper komplett müde, das Gehirn will trotzdem nicht ruhen, was als sehr belastend empfunden wird. Was bisher gewirkt hat ist ein schönes Ambiente mit beruhigender Musik, Duftkissen und eben Sachen die einem nicht "beruhigen" sondern "weg-beamen" bzw. "volldröhnen". Die Person berichtet über den besten Schlaf den sie kriegen kann wenn sie eben diese Dinge "angewendet" hat. Baldrian, Melisse, Johanniskraut, Hopfen, Salbei funktionieren zwar per se, führen jedoch nicht zur erhofften Schlafqualität und werden eher als Knockout-Kraut empfunden. Ich habe Erfahrungen mit "Teetrunkenheit", ein sehr junger Sheng Pu-Erh hats bei mir mehrmals geschafft. Deswegen auch der Gedanke dass es auch bei der Zielperson funktionieren könnte. Die Zielperson hat schon mal einen Bai Mudan probiert, dieser hat leichte Kopfschmerzen hervorgerufen. Gibt es evtl. andere Sheng Pu-Erh Sorten/Marken welche eine besonders starke "Teetrunkenheit" hervorrufen? OstHesse
  10. Ich grüße alle Teekenner! Es geht nicht um mich sondern um eine dritte Person. Diese hat Probleme mit Ein- und Durchschlafen; der Schlaf ist nicht tief genug und wird ständig durchs Aufwachen unterbrochen. Die Ursache scheint jahrelanger Stress zu sein, berufs- als auch familiär bedingt. Die üblichen Empfehlungen ziehen so gut wie gar nicht (warme Milch, Johanniskraut, etc.), aber die Person selbst hat immer wieder festgestellt dass Sachen die einen sozusagen "stoned" machen (Alkohol, gewisse Kräuter, usw. ) da durchaus helfen und zu einen viel besseren und erholsamen Schlaf verhelfen. All diese Sachen können wegen ihrer Haupt- und Nebenwirkungen leider keine echte Dauerlösung sein ohne die Gesundheit auf Dauer zu gefährden. Ich habe schon Vieles über die psychoaktiven Wirkungen des Tees gehört und es wird immer wieder berichtet dass gewisse Tees Menschen in einen ruhigen/entspannten Zustand versetzen der oft eben als "stoned" (="tea drunk") beschrieben wird. Als Erklärung werden üblicherweise L-Theanin und Katechine aufgeführt. Da die Person von der ich rede viel Wert auf Gesundheit legt, wordurch saufen & kiffen eben nicht in Frage kommen, wäre ein Tee eine gesunde Alternative. Kennt vielleicht jemand aus eigener Erfahrung einen Tee, welcher auf die oben geschriebene Weise Menschen ernsthaft "stonen" (entspannen, beruhigen ) kann ohne ihn wie Kaffee oder Grüntee "aufzupeitschen"? Eine substantielle Wirkung ist erwünscht, "ein bisschen" hilft da leider wenig. Danke im Voraus! OstHesse
  11. Teezui 5 - Interview mit Teelix

    Same here!
  12. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Innendrin. Besonders auf dem Deckel und unter der Tülle. Der Taster ist sauber, gebe ich zu aber nur deshalb weil das Putzen bei ihm der einfachen Konstruktion wegen sehr schnell und leicht ist. Die Duanni ist noch zu jung um eine nennenswerte Patina vorweisen zu können. Das stimmt. Und gilt besonders für die Yixing-Ware. Zwar sind nicht alle Leute ausgrprägte Sammler die ihre Stücke eben sammeln und nicht wirklich verwenden, es gibt aber doch gewisse Grenzen für Exklusivstücke im Sinne der Ersetzbarkeit. Ich nutze z.B. meine Duanni sehr oft zu Hause, würde die aber nie auf Arbeit bringen da ich im öffentlichen Dienst tätig bin und es viele Menschen gibt die mein Teegeschirr mit oder ohne Absicht beschädigen könnten.Der Rest meiner Tee-Garde ist voll ersetzbar - ich hab in meiner Virtrine 6 Tea Taster in Reih und Glied stehen, wenns Scherben gibt ist es überhaupt nicht schlimm. Wenns aber meine Duanni erwischt...
  13. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Ich grüße alle Teekenner! Als Tee- und Teegeschirr-Fans reden und schreiben wir oft viel über die tollen, besonderen und exklusiven Aufgussgefäße, ihre Eigenschaften, Material, ihre Eignung für bestimmte Teesorten und andere interessante Sachen. Was aber meist zu kurz kommt, sind unsere "Zug-Rinder" bzw. "Arbeitspferdchen", die Teekannen, Aufgussgefäße und Wasserkocher die wir im Alltag verwenden. Sie sind oft nicht schön und nicht teuer, voll Kalk und brauner Ablagerungen, versorgen uns aber jeden Tag mit unserem Lieblingstee und lassen sich den Ruhm und Ehre durch schöne und teure aber fast nie benutzte Sammelstücke schamlos stehlen Ich fang mal an. Hier sind meine "Arbeitspferde" die mich durch den Alltag begleiten... Von links nach rechts. Die 0,45l Glaskanne für den großen Darjeeling-Durst; die 0,4l Porzellankanne für großen Durst auf so ziemlich alles; eine einfache no-name 0,2l Pozellankanne made in China für den Normaldurst auf alles; eine 150ml Duanni für Schwarztee und ein 120ml Tea-Taster für wirklich alles! Grüße OstHesse
  14. Grüße aus dem Osten!

    Ich mag einfache aber genial effektive Multitalente wie Tea Taster und Teekannen aus Glas, dazu Wasserkocher vom denselben Schlag (möglichst komplett aus metall, gleichmäßige Erhitzung, etc.) Daneben bin ich auf der Suche nach dem "ultimativen Gaiwan", die Vielfalt der Gaiwane (Größe, Wanddicke, Material, Gefäßform, etc.) ist eine ganze Welt für sich wo es ständig was zu entdecken gibt.
  15. Mythos Yixing?

    Richtig! Ich teste meine Hypothesen gern, und habe kein Problem Überzeugungen zu verwerfen, die keiner empirischen Überprüfung standhalten. Wie kommen wir denn sonst zu fundierten Erkenntnissen? Das ist auch richtig. Dass Metalle wie Kalium, Natrium und Kalzium aus dem Ton ins Wasser übergehen ist chemisch gesehen unvermeidlich. Und da wir schon dabei sind, ich hätte da wieder eine neue Hypothese. Bis heute habe ich nicht gewusst dass Tannine, welche chemisch gesehen Phenole sind, als Rostumwandler verwendet werden! Eine Tannin-Mischung in Form einer dicken braunen Brühe wird auf den Rost aufgetragen, Tannine reagieren mit Eisenoxid zu Eisen-Tannin-Verbindungen und deaktivieren den Rost dadurch. Die dabei entstehenden Eisen-Tannin-Komplexe sind z.T. wasserlöslich. Der typische Rost, wie wir ihn kennen (rot und krümelig), ist Fe²O³. Nun, die von mir verlinkte Studie zur chemischen Zusammensetzung der historischen Yixing-Stücken zeigt uns dass diese durch die Bank durchweg hohe Werte an eben diesem Fe²O³ zeigen; Table 1 der Studie zeigt zwischen 4% und 10%! An der Stelle könnten wir "hypothetisieren" dass das, was wir als Tee-Patina an Zisha-Tongeschirr kennen, aus chemischer Sicht Tannin-Eisen-Komplexe sein könnten, bzw. Tanninverbindungen von Magnesium, Natrium, Kalzium und Kalium.Tannine und andere chemisch verwandte sekundäre Pflanzenstoffe verbinden sich mit Metallen der wasserlöslöichen Oxide (Siliziumoxid ist übrigens auch bedingt wasserlöslich und macht wie die Table 1 zeigt 60-70% der Gesamtnmasse der getesteten Yixing-Ware), schwemmen diese als Tannin-Metall-Komplexe aus der Kanne raus und verlieren ihre astingierenden Effekte eben dadurch dass die OH-Gruppen dieser Stoffe bereits durch o.e. Metalle besetzt sind. Welche der Tannin-Eisen/Natrium/Magnesium/Kalzium/Kalium/Silizium - Verbindungen wasserlöslich sind und vom Verdauungstrakt verwertet werden können, ist glaube ich eine Studie für sich. Tja, wie ich sagte, es wird immer spannender...