OstHesse

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    Tee-Genießer
  1. Teejahr 2018

    Gibt es auch einen guten Grund dafür? Ich höre seit mittlerweile Jahrzehnten dass grüner Tee unbedingt kühler aufgegossen werden muss da er dann zu bitter wird, in der Praxis habe ich aber schon eine Menge der bekannten Grünen (Anji Bai Cha, Huang Shan Mao Feng, Shincha, Bi Luo Chun, Gyokuro, etc.) in meiner Triptis gehabt, diese mit 90°C heißem Wasser traktiert und bei 80-85°C Kerntemperatur 1-2 Minuten ziehen lassen, und hatte noch nie irgendwelche Probleme! Auf der anderen Seite hatte ich schon einen Weißtee der selbst bei 50°C wie verrückt bitterte. Und gleichzeitig hat man die Dancong, kräftig und robust auf den ersten Blick aber mitunter sehr temperaturempfindlich... Es wird in der Teewelt halt so Vieles so richtig kategorisch behauptet
  2. Teejahr 2018

    Ich muss aber klarstellen dass ich mit 80°C die Kerntemperatur im Gaiwan/teekanne, nicht die Temperatur des Wassers meine. Aber ja, ich gebe zu, ganz am Anfang gehörte ich auch zu den Verirrten die ihre Shengs fast wie Grüntee behandelten
  3. Überblicks-Schwierigkeiten

    Hallo @Mauritius In der Tat kann die Welt des Tees oft sehr verwirrend sein. Die beste Klassifikationsidee von Tee im "westlichen" Sinne, die ich bisher fand war, ist das S.C.O.P.E. von Mei Leaf. S steht für "season" = die Jahreszeit wo der Tee gepflückt wurde (Frühjahr, Spätfrühling, Sommer, Herbst, etc.), C steht für "cultivar" = die Züchtung/Sorte der gepflückten Teepflanze, O steht für "origin" = Herkunft, der Ort der Teeplantage bzw. Teebäume, P steht für "picking & processing" = Pflückungs- und Herstellungsmethode (Blätter, Knospen oder beides, im welchen Verhältnis etc., Art von Tee, Röstung, Lagerung, etc.) und E steht für "elevation" = die geologische Lage der Teepflanze über dem Meeresspiegel und die dazugehörige Klimazone.
  4. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Jetzt benutze ich seit Monaten nur noch den Triptis-Gaiwan für alle meine Oolongs, Shengs und Hongcha, der Rest der Kannen und Taster steht nur noch rum, Yixing ausgenommen. Man hat fast alle Vorzüge eines Gaiwans, wenn ich aber die Tasse anständig vorwärme, sind die thermischen Eigenschaften quasi diesselben wie bei Yixing (siehe meine Kerntemperaturmessungen)! So krieg ich alles Gute aus meinen Tees raus ohne den Geschmack durch zuviel Hitze zu beschädigen, und ja, ich brühe darin auch meine Grüntees! Funktioniert wunderbar, solange man auf die richtige Wassertemeratur achtet. Zuletzt war ein japanischer Grüntee drin, ist sehr gut geworden. Hand aufs Herz - ein Stück Lieblingsgeschirr, etwas ganz Besonderes und Ungewöhnliches, das muss doch einfach sein!!
  5. Teejahr 2018

    Mein 2018 Dieses Jahr wurde ganz klar von sehr jungen Shengs wie Jingmai 2017 und taiwanesischen Oolongs wie Alishan dominiert. Das Besondere ist, ich dürfte diese Tees quasi zweimal kennen lernen, zuerst beim Normal-Aufgießen, und dann nochmal, bei meinen Hochtemperatur-Experimenten! Besonders die Shengs offenbarten oft ganz neue Facetten wenn man sie mit 90°C anstatt 80°C begrüßte. Der Tee-Höhepunkt des Jahres war ganz klar der Anji Bai Cha von @nannuoshan Und die lieben @teekontorkiel haben es trotz allem geschafft drei Darjeeling FF anzubieten mit denen ich super zufrieden war, denn alle meine üblichen Darjeeling-Quellen haben 2018 leider versagt. Als ich vor Kurzem einen richtig guten Dian Hong zu mir nahm, schickte mich dieser auf einen "Trip" - er erinnerte mich an irgendeine Süßigkeit aus meiner sozialistischen Kindheit, aber ich konnte nicht sagen welche genau... Kindergarten, zweite Hälfte 1980er Jahre, ich war für etwa 5 Minuten so richtig wieder dort! Hat bisher so kein Tee geschafft.
  6. Tja, die Gewissheit ist da... Aber wie sage ich das nur... Die Zeit schreitet voran, so auch die Menge an probierten Tees, von sündteuren Shengs bis zum preiswerten Weißen, von Taiwan bis Japan, von Kenia bis Indien, je mehr Tees man probiert desto besser versteht man die eigenen Präferenzen und Vorlieben, ähnlich einem Bild das immer wieder mit mal zu mal besser werdender Auflösung erscheint. Jetzt ist die Auflösung hoch genug um eines zu erkennen: Ich bin kein PuErh - Typ! Die PuErhs denen ich was abgewinnen konnte waren bisher die sehr jungen fruchtig-floralen Shengs, diese sind aber grundsätzlich etwas schwierig zu finden, besonders jene die sehr jung gut trinkbar sind. Ob Sheng oder Shu, PuErhs sind eine sehr komplexe Welt, deren Geschmacksvielfalt ist enorm, aaaaaber PuErhs und Heicha haben alle (die ich probierte) diese charakteristische reife gealterte Geschmacksnote die ich an und für sich einfach nicht mag. Frisch, floral, fruchtig, mineralisch, geröstet, das ist meine Welt, alles was mich an altes Holz, altes Papier, Möbel und betagte Textilien erinnert, stellt eine geistige und geschmackliche Anstrengung dar. So, ich habs gesagt... /duckt sich/
  7. Wasser zur Teezubereitung, welches nehmt ihr?

    Ein Artikel welcher den Einblick in die chinesischen Vorstellungen vom "reinen Wasser" gewährt! https://www.beijing-kids.com/blog/2016/10/03/lets-literally-test-the-waters-shall-we/ Es scheint dass was wir hier in Europa "weich" nennen, ist "rein" in China. Vieles was in diesem Artikel die "höchste Reinheit" aufweist ist mit ihren 1 bis 6 µg/ml (= 1 - 6 mg/L) verdächtig dem nahe, was wir als destilliertes Wasser kennen. Auch der vieldiskutierte Grundsatz von Lu Yu dass der Tee und das Wasser aus derselben Region stammen müssen denn nur dann passen sie zueinander... Kann es denn sein dass es daran liegt dass die Camellia sinensis von Hause aus schlechten Tee liefert wenn das von ihr konsumierte örtliche Wasser nicht gut war, so dass sich die Regionen mit "schlechtem" Wasser als Anbauflächen für Tee schlichtweg nicht eignen? Damit wäre Camellia sinensis schon an sich eine "Anzeigepflanze" für weiches und passend mineralisiertes Wasser.
  8. Welcher Tee für Einsteiger?

    Hallo @Andi2211 Willkommen in der Teewelt!! Ich würde die Sache nach dem Motto "den Menschen dort abholen wo er steht" angehen. Du hast bisher vorwiegend lose Früchtetees getrunken: Welche Früchte? Was war bisher dein Lieblingstee? Was erwartest du vom Tee - Genuss? Muntermacher? gesundheitliche Effekte? Man braucht wenigstens ein grobes Bild deiner kulinarischen Vorlieben für eine halbwegs vernünftige Empfehlung. Und gerade für die zahlreichen Unsicherheiten welche Neulinge haben, haben wir hier ein Leitfaden entworfen, den Link findest du in meiner Signatur. Grüße, OstHesse
  9. Mythos Yixing?

    Schönen 2. Advent 2018 allerseits! Im Lichte meines Mineraltests habe ich noch mal meine Duan Ni Tonkanne mit ordentlich Bai Mudan geladen und gründlich verkostet. Meine subjektive Wahrnehmung hat 1). nichts herausgeschmeckt was mich an die knackig-harte Kalziummineralität erinnern würde, 2). dieses besondere Plus an Mineralität hat einen trocknend-astringierenden Charakter, 3). die Aromen werden, wenn überhaupt, nur geringfügig beeinflusst und 4). der Geschmack und die Textur verändern sich in Richtung "weniger komplex, dafür aber satter & cremiger". Meine Duan Ni ist nun aufs Monat genau anderthalb Jahre alt, hat eine tiefe und goldig-glänzende Patina, und ich meine mich zu erinnern dass ihre Wirkung vor 1,5 Jahren deutlich gröber bzw. aggressiver war als heute, sprich sie hat damals mehr an Geschmack und Aroma "heruntergeschliffen" als es jetzt der Fall ist.
  10. Wasser zur Teezubereitung, welches nehmt ihr?

    Gerade eben entdeckt... https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/coca-cola-gewinnt-den-goldenen-windbeutel-fuer-smartwater,RBF0yQQ
  11. Wasser zur Teezubereitung, welches nehmt ihr?

    Ich habe den "Natriumtest" einfach für redundant gehalten, da jeder von uns täglich kulinarische Erfahrungen mit Natriumchlorid in Form von Kochsalz macht. Sollte ich hier falsch liegen, kann ich den Natriumtest noch mal nachlegen.
  12. Wasser zur Teezubereitung, welches nehmt ihr?

    Der Mineraltest Testwasser: Leitungswasser (Kalzium 22,3 Natrium 5 Kalium 0,4 Magnesium 5,7 Chlorid 5,5 Sulfat 29 pH 7,7 °dH 4,4), ViO, Bad Brambacher, Volvic Testtee: Darjeeling First Flush 2018, Jingmai Gushu 2017, Dongfang Meiren 2017 Wasserhärteformel: (Ca * 1,4 + Mg * 2,307) / 10 1). Kalzium Ich habe die ViO (°dH 8,3) und Bad Brambacher (°dH 4,6) miteinander verglichen, wie sie auf oben genannte Tees wirken, der Gedanke war dabei dass die Zusammensetzung der beiden Mineralwässer bis auf ihren Kalziumgehalt einander sehr ähnlich sind, so dass die pure Kalziumwirkung von anderen Bestandteilen deutlich abgegrenzt werden kann. Der vierfache Kalziumgehalt des ViO bewirkte im Vergleich zu Bad Brambacher folgendes: Der Tee bekam eine knackig-erfrischende mineralische leicht astringierende Note, leider wurde das Aroma stark reduziert und der Geschmack wurde mehr oder weniger eindimensional. Soweit hat sich Kalzium und kalziumbedingte Wasserhärte als der stärkste Dämpfer fürs Teearoma erwiesen. 2). Kalium Mein Leitungswasser mit Kaliumchlorid versetzt, neue Werte waren somit Chlorid 22mg/L und Kalium 17mg/L. Diese Kaliumwasser wurde mit Volvic verglichen um sicher zu stellen dass der Chloridgehalt nicht dazwischenfunkt. Tat er nicht. Die Wirkung von Kalium: Das Aroma wurde nur leicht beeinflusst, der Tee bekam eine trocknend-astringente Mineralität und die bitteren Geschmackselemente wurden drastisch reduziert. Der Geschmack des Tees wurde am stärksten beeinflusst, er wurde flach, es war nahezu unmöglich Nuancen heraus zu schmecken. 3). Magnesium Mein Leitungswasser mit Magnesiumcitrat versetzt, neue Werte waren somit Magnesium 70mg/L, °dH 19 und der pH-Wert reduzierte sich leicht. Die Wirkung von Magnesium: Trotz der hohen Härte von °dH 19 hatte das Magnesiumwasser die geringsten Auswirkungen auf den Geschmack und Aroma von Tee, deutliche trocknend-astringente Mineralität, Aroma fast unberührt, Geschmack leicht flach. Ich kann meine Ergebnisse wie folgt zusammenfassen: Kalzium ist die Nummer 1 der Aromakiller wenn "überdosiert", ab ~30 mg/L wird mir das Wasser zu hart, Aroma & Geschmack werden blockiert. Definitiv nichts für Leute die Komplexität und Nuancen des Tees schätzen, als erfrischender kalter Energy-Drink durchaus reizvoll. Kalium ist wiederum der Geschmackskiller wenns davon zuviel gibt, er bekämpft zwar effektiv die Bitterkeit des Tees, ist dafür ein zweischneidiges Schwert wenn es um Geschmack geht. Alles über 20mg/L ist für mich nicht genießbar. Und Magnesium ist das "mildeste" Mineral von allen, er verursacht bei Aroma & Geschmack keine "Zerstörungen" wie seine Vorgänger, hat aber trotzdem seinen "Preis"; wenn über 100mg/L werden die trocknend-astringente Mineralität und deutlich flacher Geschmack durchaus lästig. Die Moral von der Geschichte ist, auf jeden Fall für mich, es ist die konkrete mineralische Zusammensetzung des Wassers die es gut für bestimmte Tees macht, eine Fixierung auf Härte oder pH allein ist absolut unzureichend. Es gibt Mineralwässer im Handel die zwar weich und pH neutral sind, ihr Kaliumgehalt aber so groß ist dass sie die meisten Tees schlichtweg demolieren werden. Ich für meinen Part habe durch den Test folgende simple Regeln aufgestellt: Tees mit komplexen Aromen brauchen sehr kalziumarmes Wasser stark bittere Tees wie z.B. junge Shengs würden von einer vorsichtigen Prise Kalium profitieren Magnesium ist weniger kritisch, kann u.U. kalziumarmen Wässern ein extra an Mineralität verleihen und trotzdem das Aroma schonen Es kommt aber letztendlich immer auf den Tee an, denn verschiedene Tees reagieren oft deutlich anders auf dieses oder jene Spurelement. Dies zeigt vor allem der Wassertest von @Manfred wo gerade der niedrigmineralisierte Black Forest bei weißem Tee abgeräumt und Volvic sich mit seinem extra Bissl mehr an Kalium und Magnesium als guter Allrounder bewiesen hat. Grüße, OstHesse
  13. Wasser zur Teezubereitung, welches nehmt ihr?

    Ich nehme mein normales Leitungswasser mit folgenden Parametern (mg/L): Kalzium 22,3 Natrium 5 Kalium 0,4 Magnesium 5,7 Chlorid 5,5 Sulfat 29 pH 7,7 °dH 4,4 Diese Angaben sind im direkten Vergleich dem Volvic recht ähnlich, mit dem Hauptunterschied dass Volvic mit seinen °dH 3,4 weicher ist als mein Leitungswasser und weniger Kalzium mit sich führt. Meine persönliche und sehr subjektive Erfahrung ist; als Oolong- und Sheng -Trinker bevorzuge ich leicht härteres Wasser (4-5 °dH), für aromatische grüne Tees ist selbst °dH 4,4 eigentlich OK aber dennoch leicht zu hart, die feineren Aromen kommen dabei eingeschränkt zur Geltung (z.B. bei Gyokuro ganz deutlich). Bei jungem Sheng ist Volvic mit seinen Gesamtmineralgehalt von 130mg/L, pH 7 und °dH 3,4 irgendwie zu weich, die Mineralnote des Tees ist zu schwach und die Bitterkeit und Astringenz sind deutlich erhöht. Destilliertes Wasser und Mineralwässer die diesem sehr nahe kommen, sind für mich nicht als Teewasser geeignet, schon mal wegen diesem penetranten "Regenwassergeschmack". Ich habe da einfach Glück gehabt dass mein Leitungswasser fast perfekt zu meinem Oolong- und Shenggeschmack passt Wenn ich jetzt all die Wässer, die bei mir am besten funktionierten, in Zahlen zusammenfasse, dann: für Grüntee mag ich Gesamtmineralgehalt 50-100 mg/L und °dH 2 bis 3, für Oolongs 100-150 mg/L und °dH 3 bis 4 und für Sheng 100-200 mg/L und °dH 4 bis 5. Alles höchst subjektiv, keine Gewähr! Volvic ist für mich dabei der beste Allrounder den ich kenne, Grüntees, Oolongs, Darjeeling etc. gelingen mir damit sehr gut, nur bei PuErh lässt Volvic zu wünschen übrig, was aber mit einer Yixing-Kanne sehr gut kompensiert werden kann bzw. mit einer kleinen Beimischung an hartem Leitungswasser, falls dieses zur Verfügung steht.
  14. Ein herzliches Hallo an alle Teefans! China ist kein ethnisch homogenes Land und es gibt dort zahlreiche mitunter sehr alte regionale Traditionen und Gebräuche was die Zubereitung von Tee betrifft. Wenn man die (vor allem westliche) Teeszene und die Medien betrachtet, kann für den unbedarften Bürger der Eindruck entstehen dass die Chinesen schon seit 5000 Jahren nur Gongfu Cha betreiben und das eben diese Methode der Teezubereitung schon immer und für alle Chinesen als "Standard" gegolten hat. Tatsache ist jedoch, dass die moderne Volksrepublik China, als Geburtsland der Teekultur, viel heterogener ist wenn es um Teekultur(en) geht. Es gibt drei Grundmethoden Tee zu bereiten. I. Kochen - Tee wird als Pulver, Fannings oder ganzes Blatt im Wasser geköchelt, II. Aufgießen - Tee wird mit Wasser versetzt und als Ganzes getrunken (engl. steep) und III. Brühen - Tee wird eine gewisse Zeit lang in Kontakt mit Wasser gebracht, dann werden beide Zutaten wieder getrennt (engl. brew). Die Begriffe habe ich übrigens so genau wie möglich nach ihrem deutschen Verständnis bzw. Definition gewählt, die auch weitgehend ihren englischen Pendants entsprechen. Methode 1). wird gemeinhin mit der Tang-Dynastie assoziiert (gewiss durch die Bekanntheit von Lu Yu's Werk), Methode 2). mit der Song-Dynastie (der Ursprung des japanischen chadō ist in dieser Periode zu suchen) und Methode 3). wird oft mit den Ming in Verbindung gebracht. Bis heute wird Tee in VR China nach allen drei Methoden zubereitet: der tibetische Yak-Buttertee wird gekocht, der Lei Cha ist eine pulverisierte/zermörserte Mischung aus Teeblatt, Nüssen, Getreide, Gewürze, etc.die dann im heißem Wasser zu einer Art "Suppe" aufgelöst und getrunken wird, der Grüntee wird im Glas mit Wasser versetzt und getrunken ohne Abgießen, dann das klassische Brühen in Gaiwans und Teekannen - alle drei Grundmethoden der Teezubereitung existieren heute noch in China, im echten täglichen Gebrauch und nicht als bloße Touristenattraktion! Eine hochinteressante und kulinarisch wertvolle Vielfalt, die leider in den Medien nahezu kleine Erwähnung findet. Viele der mitlesenden Teefans haben da viiiiiel mehr Ahnung als ich, viele haben auch direkte China-Erfahrung und wohl auch Kontakt zu diesen regionalen Traditionen. Lasset uns in diesem Thread all die speziellen regionalen Teetraditionen, die Ihr so kennt, zusammentragen! Grüße, OstHesse
  15. Ich drücke es mal so vorsichtig aus wie es nur geht... Was haben die Briten mit den Deutschen gemeinsam? Die einen sind für ihre Teekultur und die anderen für ihre Bierkultur bekannt! Diese kamen selbstverständlich nicht aus dem Nichts, sondern fußten auf jahrhundertelanger Expertise; Braumeister aus Deutschland und Teeexperten aus Großbritannien hatten einen ausgezeichneten Ruf und lieferten eben das was kein anderes Land zu liefern vermochte. Nun, dadurch existiert in den Köpfen vieler Deutschen und Briten bis heute die stereotype Annahme, über Tee bzw. Bier besser bescheid zu wissen als jede andere Nation, der eigene Tee- bzw. Biergeschmack wird dabei viel zu oft als eine Art "Goldstandard" verstanden. Das sieht man im Netz viel zu deutlich, wenn sich Briten mit anderen Nationen um die "real British cuppa" und "milk first/last" streiten und unsere Hans & Fritz sich in zahlreichen Foren ums Bier verbal die Köppe einschlagen. Dieses Treiben hat jedoch einen sehr banalen Hintergrund... 1). Nicht nur dass die Briten immer weniger Tee konsumieren, 70% allen britischen Tees wird in Form von Teebeulteln konsumiert 2). Der deutsche Biermarkt befindet sich seit Jahrzehnten fest im Griff des Massen-Pilsner Die meisten Briten trinken seit Jahrzehnten genau denselben Beuteltee wie jeder andere westliche Konsument und die meisten Deutschen trinken im Prinzip dasselbe Industriebier was heutzutage überall auf der Welt auf denselben Anlagen mit denselben Zutaten nach derselben Technik gebraut wird. Der traditionell überlieferte Anspruch auf Tee- und Bier"expertise" der Briten und Deutschen ist gegenwärtig (leider) mehr Wunschdenken als Realität. Da aber gerade in solchen Ländern wie Großbritannien und Deutschland die tee- bzw. bierromantische Werbetrommel am kräftigsten gedreht wird, unter lautstarker Berufung auf "Lord Earl Grey" und "Reinheitsgebot", entsteht der lästige Eindruck dass eben solche Begriffe wie "best tea ever!" und "bestes Bier der Welt" kaum mehr sind als hohle Etiketten, unter welchen nur übliche Massenware zu finden ist. Im Falle des schottischen Tees würde ich selbstverständlich allzu gern eines Besseren belehrt werden! Grüße, OstHesse