OstHesse

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Über OstHesse

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    Tee-Genießer
  1. Ich grße alle Teekenner! Die Vorgeschichte ist die. Grüner Tee ist für mich ein perfekter "Muntermacher", so dass ich mir frühmorgens die Zeit nehme welchen zu machen. Gut wenn man Zeit hat, beim Frühdienst wirds knapp, denn ich bin ein furchbarer Frühaufsteher. Sprich, es gibt hier zwei Faktoren, Zeit und Qualität des Aufgusses, und beim letzten bin ich absolut nicht gewillt faule Kompromisse einzugehen. Deswegen hab ich mich über verschiedene Aufgussgefäße und Zubereitungsmethoden schlau gemacht und kam dabei auf Silber-Kannen als eine Möglichkeit weniger Tee zu nehmen, ihn schneller auskochen aber keine Geschmacksnachteile einzugehen. Hab recherchiert, experimentiert und festgestelllt dass bei all dem Hype ums Silber der Yixing-Ton doch schwer bis kaum zu schlagen ist. Wenn man 95°C heißes Wasser nimmt, Silber auf Punkt 95°C aufheizt und die 2-3° subtrahiert, die das bereits mehrmals aufgegossene handwarme Teeblatt wegnimmt, kommt man beim Silber rein rechnerisch auf 92-93°C effektive Kerntemperatur. Das ist recht viel, eine Yixing-Kanne kommt bei denselben Aufgussparametern auf zwischen 89 und 91°C wenn man sie anständig vorheizt. Ob jetzt die 1 bis 2° so viel Unterschied ausmachen ist, glaube ich, eine reine Religionsfrage. Die Sache ist jedoch, der Ton ist nicht chemisch neutral, im Gegensazu zu Silber und glasierter Keramik, deswegen hab ich nach Alternativen gesucht und eher durch den glücklichen Zufall das Triptis-Porzellan entdeckt, welches mir 88-90°C Kerntemperatur abliefert und 5g Sheng nur in 6 Aufgüssen "leersaugt" (entsprechende Vorheizung vor jedem Aufguss vorausgesetzt). Dabei beobachte ich Effekte die oft dem Silber zugeschrieben werden - der Geschmack des Tees wird breiter, intensiver, reicher, die Fehler des Tees werden aber umso stärker hervorgehoben. Presiwerter Tie Guanyin wird z.B. wirklich reicher, cremiger, floraler, aber die säuerliche Bitterkeit wird dabei aus dem Hinter- in den Vordergrund gerückt. Natürlich habe ich auch Isolierkannen-Glaskörper getestet, wo gar beständige 94°C Kerntemperatur herrschen, mit dem Ergebnis dass derartige Hitze viele florale Noten unterdrückt und dem Tee (Sheng, gerösteter Taiwanese, etc.) ab dem 3 Aufguss eine weniger angenehme Note verleiht (gekochtes Gras) die ich in meinem Tee nicht haben will. Damit ergeben sich für den Stark- und Schnelltee die optimale Kerntemperatur von 90°C plusminus 2 Grad, und die Tatsache dass Silber zwar für bestimmte Tees ganz cool ist, der gute alte Yixing-Ton ist, eben wegen seiner mehr als dreifachen Wärmekapazität Silber gegenüber, kaum zu schlagen. Wie kombiniert man aber die thermischen Eigenschaften von Yixing und die chemische Neutralität von glasiertem Porzellan? Es gibt ja teilglasierte Yixing - Ware wo die mit dem Wasser in Kontakt kommende Innenfläche des Gefäßes eben glasiert ist. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gefäßen? Halten die was sie versprechen? Ich bin zwar vom Triptis-Porzellan bergeistert und bin hochzufrieden, eine teilglasierte 120ml Yixing im Xishi-Stil wäre eine perfekte Ergänzung für meinen Arbeitsplatz, denn ich finde Gaiwane auf der Arbeit generell nicht so dolle. Grüße, OstHesse
  2. Woher bezieht ihr euren Alltags Grüntee?

    @doumer https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/Steuern/Verbrauchsteuern/Tabellen_Bier.html Laut zuverlässigster Quelle die wir haben, dem Statistischen Bundesamt, trinkt ein deutscher Bürger etwa 94 Liter Bier pro Jahr und verqualmt dabei 900 Zigaretten. Die beliebtesten Biere Deutschlands schlagen im Billigbereich mit 0,70€ pro Liter und bei 94 Liter mit 66€ pro Jahr zu Buche. Bei den 900 Zigaretten werden nur die versteuerten/gekauften erfasst, nicht die selbstgedrehten, so dass wir bei den aktuellen Preisen von 216€ pro Jahr ausgehen müssen. Das macht insgesamt 282€!!! Wenn wir von den Medien oft berichtete Zahl von 28 Liter Wein pro Kopf in Deutschland nehmen und Wein für 12€ annehmen (qualitatives und preisliches Mittelfeld), werden das bei 0,75 Liter Flaschen 448€ pro Jahr, bei preiswerten und gut trinkbaren Weinen für 8€ pro Flasche werden es gar nur 298€ sein! Wenn ich also einen Budget von 282€ pro Jahr hätte und guten Tee für 30€/100g anschaffen würde, müsste die tägliche Ration 2,6 Gramm sein = eine klassische Grüntee-Portion für eine Session! Bi Luo Chun, Sencha, Anji Bai Cha, sogar mit Dian Hong und Shu PuErh lässt sich bei der Menge was machen! Aus meiner Sicht gibt es selbst für ALG II - Empfänger keine Ausrede warum guter Tee "teuer" sein soll, mann muss halt nur mit Alk und Zigaretten aufhören.
  3. Woher bezieht ihr euren Alltags Grüntee?

    Auf die Gefahr dass mein Post ein "rant" sein wird... Ich stehe mit der Frage nach dem Preis ein wenig auf Kriegsfuß! Die genussferne und mengenorientierte Konsument hat vom Tee die typische Vorstellung vom einfachen braunen Wasser womit man Süßigkeiten und Kuchen herunterspült oder welches man mit anderen Sachen aufbessert (aromantisiert), von daher herrscht bei den meisten Menschen der westlichen Welt die Vorstellung dass dieses braune Wasserlein BILLIG sein muss! Dementsprechend reagiert man verwundert wenn Teaheads wie wir für 100g Tee mehr als 2€ ausgeben. Wenn man den Menschen die Sache mit dem Tee erklärt und Parallelen zu teuren Weinen und Zigarren zieht, wird man schon als "reicher Snob" beäugt, mit Kommentaren wie "Ich kann mir so etwas nicht leisten!..." Es kommt einem echt vor als ob die meisten Menschen tatsächlich daran glauben bzw. erwarten dass aufwendig und sorgfältig produzierte Qualitätsware billig sein kann. Wenn wir 40€ pro 100g guten Sheng Pu Erh bezahlen, 7 Gramm entnehmen (=2,80€, soviel wie ein Kinder-Döner) und diese in einem 120-150ml Gefäß mit 7-8 Aufgüssen in 1000ml Tee verwandeln, wird ein halber Liter diesen Tees uns 1,40€ kosten - interessanterweise genauso viel wie eine Flasche von Deutschlands beliebtesten Discounter-Bieren plus drei Zigaretten aus der typischen 6€ Packung je 25 Stück!!! Und siehe da, jeder kann sich sein Bierchen und die drei Kippen täglich leisten, keiner meckert dass diese ach so teuer sind, beim guten Tee, der im Endeffekt GENAUSO VIEL kostet, wird ein Riesenaufstand gemacht. Ich messe meine Tees nicht am Preis per se, sondern am Preis-zu-Genuss-Verhältnis! Beispiel. Ich trinke Tee nur einmal pro Tag (normalerweise), dafür erwarte ich ein Geschmacks- und Aromaerlebnis, Durstlöschung, Mineralien und Nährstoffe, ästhetische Befriedigung sowie eine psychoaktive Wirkung, Eigenschaften die mich alle zusammen für die nächsten 24 Stunden zufrieden stellen. Grüntee - ich hatte bisher keinen Grünen unter 30€/100g welcher all diese Kriterien erfüllt hat. Weißer - ein Bai Mudan in Kombination mit Yixing hat bereits für 9€/100g anständig geliefert. Oolong - wenn Darjeeling FF mitgezählt wird dann sinds 20€/100g, darunter hats bei mir noch nie einer geschafft. Sheng Pu Erh - für das volle Pu-Erlebnis müssen es bei mir Tees aus dem 35-40€/100g Segment sein. Dadurch ergibt sich rein statistisch ein für mich optimales Preissegment zwischen 30 und 40€, alle Tees die darunter liegen werden umso sorgfältiger ausgesucht und alle die darüber liegen müssen entsprechend liefern, da muss mich der Tee schon vom Hocker reißen und gegen die Wand pfeffern damit ich für 100g die 150-200€ überhaupt in Erwägung ziehe. Verschiedene Menschen haben unterschiedliche Ansprüche, der Tee muss für DICH nach DEINEN Vorstellungen liefern, und das hat einfach immer einen Mindestpreis der nicht verhandelbar ist! Es sei denn man erwartet vom japanischen und chinesischen Teebauern dass er Verluste unserer wegen macht oder gar für umsonst arbeitet! Zeit + Arbeit = Qualität. Qualität hat immer ihren Preis. Grundregel der Wirtschaft! [/rant]
  4. Die höchste verfügbare Bild-Auflösung im 18 Jh! Das erste Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Tee-Gemälde von Jean-Étienne Liotard (Anfang 1780er) und der zweite ein Tee-Service, gemalt von Philippe Mercier um 1745, und es ist offenkundig dass keines dieser Tees ein Milchtee ist! Bei Liotard sieht man an dem Löffel eindeutig dass der Tee transparent ist, und die leuchtende Farbe erinnert einen schon kräftig an moderne Yencha und Dancong (Shui Xian, Rou Gui, Qi Lan). Mercier malt uns einen deutlich dunkleren Aufguss, die Lichtquelle befindet sich hinten links und man sieht klar und deutlich dass die dem Licht entgegen stehende Innenwand der Tasse es immer noch schafft etwas Licht durch den Aufguss hindurch zu reflektieren. Von der Farbe her kann man vermuten dass es sich um einen großzügig geräucherten Tee im Zhengshan Xiaozhong - Stil handelt. Der Punkt ist hier - Milchtees, ob Ostfriesentee, British tea, indischer Chai oder Hong Kong Milchtee sind komplett undurchsichtig! Es wird gern und oft behauptet dass die Europäer bzw. Briten "schon immer und grundsätzlich" Milch in den Tee gekippt haben, es gibt diesen jahrzehntelangen typisch britischen Streit über die Reihenfolge von Tee und Milch in der Tasse, aber die Quellen legen interessanterweise nahe dass diese ganze Milch-Sache wohl recht stark überbewertet wird.
  5. Russische Fotos vom Teetrinken aus dem späten 19. und frühem 20 Jh. https://visualhistory.livejournal.com/432734.html Die typischen Vorstellungen vom russischen Teetisch basieren überwiegend auf bekannten Bildern wie z.B. dem Klassiker von Kustodiev man muss aber wissen dass diese üppigen und romantisch verklärten Samowar-Bilder vorwiegend in den 1920ern und 1930ern entstanden sind! Die zeitgenössischen Fotos zeigen da etwas Obst, ein wenig Gebäck, was zum Schmieren, aber bezeichnenderweise keine Kuchen oder Torten. Dafür aber fette Katzen...
  6. Naja, weil so schön war... https://comestepbackintime.wordpress.com/2011/08/17/afternoon-tea-with-mrs-beeton/ Es gab eine ganze Auflagenserie des Originalwerkes, der Originaltext wurde immer erweitert so dass am Ende "Mrs. Beeton" zu einer Art Eigenbezeichnung wurde, ähnlich dem Herrn "Knigge". Was uns die 1915-er Auflage aber vermittelt ist wie Tee im frühen 20 Jh. gemacht wurde bzw. was die Menschen als guten Tee erachtet haben. Man nehme weiches Wasser, bringe es zum Kochen und verwende es umgehend, langes Kochen macht Wasser hart und es ist besser neues frisches Wasser audzufüllen anstatt altes schon gekochtes zu nehmen. Ein voller Teelöffel Tee (3-4 Gramm laut eigenen Messungen) reicht für zwei kleine Teeteassen (historische Teetassen der kleineren Sorte sind so um 100-120 ml effektive Füllhöhe, hab recherchiert!), was ein Tee-Wasser-Verhältnis im Schnitt von 1g Tee auf 64 ml oder 1,6g pro 100ml ergibt. Wenn wir aber nur knapp 30 Jahre in die Zukunft reisen, haben wir folgendes Bild: https://www.youtube.com/watch?v=vnvYymrCn4g https://www.youtube.com/watch?v=y2nXLA8gmmo Es wird CTC Schwarztee verwendet, 10 Minuten lang ziehen gelassen, aber viele der Tipps und das Geschirr sind immer noch weitgehend diesselben wie bei Mrs. Beeton. 1960er: Da fängt's nämlich an... https://www.youtube.com/watch?v=rgqL3dKAYjQ Es sind tatsächlich die 1970er wo die Teebeutel und die Mugs massiv in die Mode kommen, was durch zahlreiche Werbespots wie dieses oder jenes perfekt in Szene gesetzt wird. Das Teegeschirr wird nur auf die Teekanne reduziert und in den späteren Jehrzehnten sehen wir oft nur noch Tassen und Mugs. Es gibt da noch einen ganzen Haufen an Büchern und Film da draußen, aber das sprare ich mir mal zwecks Anschaulichkeit - die gegenwärtige "Westliche Teebeutel-Kultur" so wie wir sie kennen, ist also knappe 50 Jahre alt und die Zubereitungsverfahren die auf CTC Assam spezialisiert sind, lassen sich nur bis in die 1940er zurückverfolgen! Die ebenfalls penetrante Gewohnheit des Westens einen Haufen Süßigkeiten zum Tee zu verzehren scheint seinen Anfang ungefähr in den 1930ern zu nehmen, bis dahin zeigen meiste Fotos und Bilder recht überschaubare Snacks wie ein Paar Kekse, belegte/beschmierte Pemme, ein Paar Früchte etc. Man könnte da annehmen dass CTC Assam Schwarztee, der sich exzellent mit Süßigkeiten trinken lässt, eines der Hauptgründe gewesen sein könnte warum das Teetrinken bei den Russen und Briten zum "cake p0rn" verkommen ist, wo eben die Fresserei und nicht der Tee selbst im Vordergrund steht. Es gibt aber noch viel mehr in der "westlichen Kultur" was als "schon immer so gewesen" verstanden wird, laut Quellen aber kaum ein Jahrhundert auf dem Buckel hat. Und ja, ich sage es mal laut - was wir heute als Teefans machen ist im Grunde nichts weiter als die Wiederbelebung der originalen europäischen Teekultur des 17-19 Jh. die wiederum stark von der Chinesischen beeinflusst wurde! In diesem Sinne fühle ich mich nicht viel mehr "chinesischer" oder "westlicher" als die Teetrinker die schon vor 300 Jahren genau denselben Pfad gingen. Grüße, OstHesse
  7. Das archäologisch ergrabene Tee-Inventar eines Kaffeehauses, welches zwischen 1740ern und 1770ern in London existiert hat! https://www.cam.ac.uk/research/news/calfs-foot-jelly-and-a-tankard-of-ale-welcome-to-the-18th-century-starbucks-0 https://www.cam.ac.uk/research/features/a-tale-of-38-teapots-an-intimate-portrait-of-18th-century-sociability https://www.theguardian.com/science/2017/dec/18/claphams-coffeehouse-cambridge-archaeologists-hundreds-items-unearthed ... und jep, wir werden gleich frontal von einer Yixing-Kanne angestarrt! Nur ein weiterer Hinweis dass die europäische Teekultur des 18 Jh. sehr wenig bis nahezu gar nichts mit modernen Tee-Gewohnheiten der westlichen Bevölkerung des 20/21Jh. gehabt hatte.
  8. @GoldenTurtle Ich achte seit zwei Jahren besonders auf meine Elektrolyte (Magnesium, Kalium, Natrium, etc.), dies mag sehr wohl damit was zu tun haben!
  9. Seit Monaten trinke ich wieder Grüntee, und bisher keinerlei Magenprobleme, im Gegensatz zu früher. Ich vertrage wieder Grüntee!!! Obe es an den grünen Shengs lag, die meine Darmflora möglicherweise "optimiert" haben???
  10. Beichtet Eure Tee-Sünden!

    Ein gesundes Neues Jahr allerseits! Der Jahresbeginn ist gewöhnlich die Zeit der guten Vorsätze und auch ein Anlass so maches von der Seele zu schütteln! Die Welt des Tees ist voll mit Weisheiten, Regeln und Normen die jeder kennt, wie z.B. eine Yixing-Kanne pro Teeart, Grüntee kühl aufgießen, Bergquellwasser ist das beste Teewasser, soviel Gramm pro soviel Aufgussgefäßvolumen, Einhaltung der Zeremonie-Regeln beim Teetrinken, etc. Aber wir alle wissen, dass wenn die Sonne untergeht es Leute unter uns gibt, welche ihren Tee oder Teegeschirr auf eine Art und Weise verwenden wo selbst der heiligste Teemeister verzweifeln und vom Glauben abfallen könnte! Meine schlimmste "Sünde"... Ich nehme 8 Gramm Bai Mudan (alle Qualitätsstufen!), tue das in eine 180ml Duanni Yixing - Kanne, wärme diese mit 95°C Wasser und haue dasselbe Wasser sofort in die Kanne! Dann warte ich etwa 1 Minute lang und erhöhe die Brühzeit mit jedem Aufguss. Aufgüsse 4 bis 7 mache ich mit richtig kochendem Wasser und lasse die Kanne 3-4 Minuten stehen! Spaß muss ein. Was sind denn Eure Tee-, Teegeschirr- und Aufgussgewohnheiten die völlig gegen den Mainstream gehen??? Grüße, OstHesse
  11. In den Kommentaren zum Video Nr. 2 stand folgendes: Diese Person versteht wohl Mandarin und sagt dass der Herr Chen sagt der Tee wird zuerst bei 50-60°C einmal "aufweckt" und dann nochmal bei 60-70°C "das zweite mal aufweckt". Sprich, was wir da in den Videos sehen ist erst der Waschvorgang der mit niedriger Wassertemperatur vollzogen wird. Der Aufgussvorgang selbst wird im Video wohl nicht erläutert, aus welchem Grund auch immer. Ich hatte lange die Angewohnheit den "Waschvorgang" beim Tee durchzuführen wenn das Wasser so zwischen 70 und 80°C war, der Gedanke war dass mäßig heißes Wasser nicht zuviel extrahiert und ich so beim Waschvorgang so wenig Tee-Inhaltsstoffe "verschwende" wie möglich. Geht die Douji-Methode in diesselbe Richtung?
  12. Teejahr 2018

    Gibt es auch einen guten Grund dafür? Ich höre seit mittlerweile Jahrzehnten dass grüner Tee unbedingt kühler aufgegossen werden muss da er dann zu bitter wird, in der Praxis habe ich aber schon eine Menge der bekannten Grünen (Anji Bai Cha, Huang Shan Mao Feng, Shincha, Bi Luo Chun, Gyokuro, etc.) in meiner Triptis gehabt, diese mit 90°C heißem Wasser traktiert und bei 80-85°C Kerntemperatur 1-2 Minuten ziehen lassen, und hatte noch nie irgendwelche Probleme! Auf der anderen Seite hatte ich schon einen Weißtee der selbst bei 50°C wie verrückt bitterte. Und gleichzeitig hat man die Dancong, kräftig und robust auf den ersten Blick aber mitunter sehr temperaturempfindlich... Es wird in der Teewelt halt so Vieles so richtig kategorisch behauptet
  13. Teejahr 2018

    Ich muss aber klarstellen dass ich mit 80°C die Kerntemperatur im Gaiwan/teekanne, nicht die Temperatur des Wassers meine. Aber ja, ich gebe zu, ganz am Anfang gehörte ich auch zu den Verirrten die ihre Shengs fast wie Grüntee behandelten
  14. Überblicks-Schwierigkeiten

    Hallo @Mauritius In der Tat kann die Welt des Tees oft sehr verwirrend sein. Die beste Klassifikationsidee von Tee im "westlichen" Sinne, die ich bisher fand war, ist das S.C.O.P.E. von Mei Leaf. S steht für "season" = die Jahreszeit wo der Tee gepflückt wurde (Frühjahr, Spätfrühling, Sommer, Herbst, etc.), C steht für "cultivar" = die Züchtung/Sorte der gepflückten Teepflanze, O steht für "origin" = Herkunft, der Ort der Teeplantage bzw. Teebäume, P steht für "picking & processing" = Pflückungs- und Herstellungsmethode (Blätter, Knospen oder beides, im welchen Verhältnis etc., Art von Tee, Röstung, Lagerung, etc.) und E steht für "elevation" = die geologische Lage der Teepflanze über dem Meeresspiegel und die dazugehörige Klimazone.
  15. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Jetzt benutze ich seit Monaten nur noch den Triptis-Gaiwan für alle meine Oolongs, Shengs und Hongcha, der Rest der Kannen und Taster steht nur noch rum, Yixing ausgenommen. Man hat fast alle Vorzüge eines Gaiwans, wenn ich aber die Tasse anständig vorwärme, sind die thermischen Eigenschaften quasi diesselben wie bei Yixing (siehe meine Kerntemperaturmessungen)! So krieg ich alles Gute aus meinen Tees raus ohne den Geschmack durch zuviel Hitze zu beschädigen, und ja, ich brühe darin auch meine Grüntees! Funktioniert wunderbar, solange man auf die richtige Wassertemeratur achtet. Zuletzt war ein japanischer Grüntee drin, ist sehr gut geworden. Hand aufs Herz - ein Stück Lieblingsgeschirr, etwas ganz Besonderes und Ungewöhnliches, das muss doch einfach sein!!