OstHesse

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  1. @Joaquin Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?
  2. Es ist Frühling, der Flieder blüht überall, und es gibt dazu einen frischen exakt einjährigen Sheng, den 2019-er Nannuo Shan Er fängt relativ harmlos an, die Aromen sind dezent, floral, fruchtig, süß, jedoch ab dem dritten Aufguss entwickelt er eine ungeahnte mineralisch-süße Wucht und Tiefe, besonders wenn man diesem Tee genügend Hitze gibt. Ich finde, besonders beim jungen Pu Erh wie dieser Nannuo, kann es durchaus sinnvoll sein das Blatt nach je drei Aufgüssen aus der Kanne zu kippen und durchlüften lassen. Vielleicht ist es nur ein riesiger Placebo-Effekt, aber ich habe den Eindruck dass soweit (fast) jeder Tee durch diese Prozedur intensiver "ausgebrüht" wird und der allerletzte Aufguss nicht so wässrig rüber kommt. Ich werde noch bestimmt einen Blindtest arrangieren, denn, man kann ja nie wissen... 🤔
  3. @Michael Hofmann Schaue mal in diesem Thread vorbei, da gibt es einiges an Quellen und Abbildungen. Um es kurz zu fassen, das was wir als Teefans mit chinesischem Tee, Geschirr und Gongfu-Methode machen, hatten wir bereits im 17 Jh. Es wurde nicht nur bloßer Tee exportiert, da standen auch Yixing-Teekannen auf dem Tisch von denen die sich das leisten konnten, und Verkostungen nach den chinesischen Vorbild waren in der feinen Gesellschaft durchaus keine Seltenheit. Die gegenwärtige - "hauptsache braun und pelzig im Geschmack" - Teebeutelkultur hat sich so in der Form erst in den 1970ern herausgebildet.
  4. https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4 (Rober-Koch-Institut COVID-19 Germany) @Joaquin Ich glaube angesichts der gegenwärtigen Lage, die alle bisherigen Schätzungen und Vorstellungen bei weitem übersteigt, bleibt einem nichts anderes übrig. Der Verlauf der "Kurve" zeigt deutlich dass wir das "bis zum Sommer wirds scho!" getrost vergessen können.
  5. @Random Wenn man in eine kalte Kanne aus handelsüblichem Porzellan gerade aufgekochtes Wasser eingießt, sinkt die Temperatur innerhalb der nächsten 5 Min. bis auf ca. 69-74°C. Die Änderung der Wasserdichte ist dabei viel zu gering (von 0,96 auf 0,97g/ml) um einen deutlichen Volumenabfall zu verursachen. Es ist der Teebeutel der das ganze Wasser aufsaugt. Finde die Frage übrigens gar nicht so doof, wenn man bedenkt dass solche alltagsphysikalischen Fragestellungen heute kaum bis gar keine Beachtung in unseren steuergeldfinanzierten Bildungseinrichtungen finden. Man verwendet die Zeit und Geld lieber zur "Akademisierung" und "Eliteförderung", was immer das sein mag, angesichts der Tatsache dass sogar Studenten hierzulande selbst bei Grundrechenarten ins Taumeln kommen
  6. Als ich mich so richtig ins "Gongfu-Land" begeben haben und besonders intensiv verschiedenste Tees ausprobierte, hörte ich auch viel von Schwarztees mit malzig-aromatischen Noten, deswegen habe ich über Jahre hinweg einen ganzen Haufen an verschiedenen Assams ausprobiert. Leider muss ich berichten dass diese Suche meinerseits mit dem kompletten Aufgeben der Assams endete, denn meinem Geschmack nach ist der Assam Schwarztee zu einem komplett einheitlchen Produkt geworden, ähnlich dem Massen-Pilsner wo überall dasselbe drin ist und sich nur die bunten Etiketten mit fett gedruckten "Reinheitsgeboten" und möglichst langen "Brautraditionen" freudig abwechseln. Ob Schwarztee-Beutel aus dem Supermarkt oder loser 20€/100g Blatttee von einem der bekannten Großhändler, der Unterschied war - für mich - immer viel zu gering um die teilweise krassen Preisunterschiede zu rechtfertigen. Immer derselbe Geschmacksprofil, immer diese astringent-holzige Assamnote die alles andere vereinnahmt. Es gibt selbstverständlich auch Assamtees bei den Händlern unseres Vertrauens, abseits des "Massenmarktes", die zahlenmäßige und geschmackliche Auswahl dieser ist jedoch sehr begrenzt. Diese Geschmacksuniformität lässt sich in meinen Augen nur durch den ständig härter werdenden Preiskampf erklären, wo immer billiger angeboten wird und der qualitätsorienierter Kunde zugunsten des Massenkonsumtenten (und seines statistisch-durchschnittlichen Geschmackes) aufgegeben werden muss. Es wird dementsprechend produziert. Es soll sich jeder mal Gedanken machen, wie es sein kann, dass eine Packung Schwarzteebeutel von einem sehr populären Hersteller für den umgerechneten Preis 0,86€ pro 100g zu haben ist! Und das ist erst der Endpreis in Deutschland, nicht der eigentliche Herstellungspreis... Klimatische Veränderungen spielen gewiss eine Rolle, aber so wie ich die Sache sehe, ist es die Herstellungsmethode welche den "Malz" aus so vielen Assams verschwinden ließ, genauso wie die Monopolisierung und Vereinheitlichung der Getränkeindustrie die Vielfalt des Bieres drastisch einschränkte. Kunden wie @SchwesterH sind einfach zu wenige und nicht profitabel, deswegen kann man deren Geschmack vernachlässigen. IMHO
  7. Ich würde gern eine interessante Beobachtung zur Diskussion stellen... Ich habe meine Duanni Yixing nun seit fast 3 Jahren, diese wurde zwei Jahre lang für Bai Mudan und andere Weißtees gebraucht, danach aber nur für Hongcha. Der Letzteren, vor allem durch Dian Hong repräsentiert, gaben der Kanne den letzten "Schliff" und die markante Patina. Seit einiger Zeit merke ich auch einen Effekt, den ich noch nie in der Form irgendwo beschrieben sah. Man liest oft genug dass der Ton einen positiven Einfluss auf den Tee hat, dieser ist definitiv da, aber was ich beobachte ist dass ich zunehmend weniger Teeblatt brauche um denselben, Geschmack, Konsistenz und Mineralität zu erreichen! Sprich, früher hat die Kanne beim denselben Dian Hong die Astringenz und Bitterstoffe abgestumpft und die satten malzig-schokoladigen Aromen in den Vorgergrund gestellt, heute kommt's mir aber so vor als ob sie die Ergiebigkeit des Tees erhöht beim gleichbleibenden Geschmacksergebnis. Wir haben ja alle die Geschichte gehört dass man in eine alte gut "durchtränkte" Kanne nur blankes Wasser reinfüllen muss um Tee zu bekommen Der Effekt den ich beobachte könnte aber durchaus der Punkt sein wo diese Legende entstand, oder? Es würde mich interessieren ob jemand ebenfalls einen solchen Effekt beobachten konnte.
  8. Ich nehme (endlich!) teil. 🥰 An beiden Tagen, Fr. und Sa.
  9. @Eodas Da mir vor Tagen eine sehr schöne und unbehandelte Holzplatte in die Hände kam, dachte ich mir es sei die perfekte Gelegenheit einen Imprägniertest zu machen! Das Holz habe ich zuerst für 16 Stunden in reichlich Weißöl (= Paraffinöl) eingelegt um es richtig vollsaugen zu lassen. Da Weißöl streng genommen gar keins ist, sondern ein Kohlenwasserstoffgemisch, deswegen härtet es nicht aus. Man hat dann richtig wasserfestes Holz, es muss aber regelmäßig nach geölt werden und auf der Oberfläche findet sich immer ein Schmierfilm, egal wie sehr man das Holz abwischt oder mit heißem Wasser spült. Für das Teegeschirr ist es natürlich nicht gut... deswegen hab ich das Holzbrett nochmals mit Leinöl behandelt. Kein Ölbad, eine anständige Schicht aufgetragen und verrieben, nach 5 Minuten den Prozess wiederholt und das Brett an einem warmen Ort für 24 Stunden aushärten lassen. Die Idee ist also dass das Paraffinöl das Ganze temperatur- und wasserfest macht und die ausgehärtete Leinölschicht auf der Oberfäche das Holz quasi versiegelt und den Schmierfilm verhindert. Gerade eben hab ich die Platte für eine Session verwendet, wenn die Platte nass wird hat die untere nasse Seite des Teegeschirrs für einige Augenblicke einen deutlichen Eigengeruch + diesen typische nussig-holzigen Leinölnote. Da muss man aber gezielt an der Platte oder Geschirr rumschnuppern, die Luft drumherum bleibt komplett neutral, und erfahrungsgemäß wird dieser Geruch mit der Zeit weggehen. Das Abstellen von trockenen Gegenständen wie Teeschälchen ist kein Problem, keine nenenswerten Interferenzen mit Teearoma oder Geschmack. Ich werde diese Holzplatte über einen längeren Zeitraum benutzen und hier wieder berichten. Mal sehen wie sich das entwickelt....
  10. Von meiner Seite 100% Zustimmung und jede Menge Lob an @Teelix und @teekontorkiel für ihre Tee Taster Sets! 🏆 🥇 Wir hatten hier doch mal eine Thread wo wir Ideen sammelten bezüglich eines Leitfadens für Anfänger, und da ist es, eine professionelle Umsetzung der grauen Theorie! Teeproben, universelle und benutzerfreundliche Tea Taster - Tasse, Trinkschale und Proben mit Aufgussanleitungen, im Prinzip kann jeder sofort nach dem Auspacken durchstarten, den Anweisungen auf der Verpackung folgen und dadurch stabile Ergebnisse bekommen, was für Anfänger sehr wichtig ist. Ich werde all diese auf jeden Fall erwerben und verschenken, sobald sich eine Gelegenheit ergibt (Geburtstag, Jubiläum, etc.).
  11. Es gibt noch ein lebensmittelechtes Öl was sowohl wasser- als auch sehr temperaturresistent ist, das gute alte "Ballistol"! Wäre doch nicht dieser legendäre Gestank...
  12. Ich persönlich merke den Unterschied wenn ich den Oolong richtig heiß aufgieße, mit Kerntemperatur um 90°C. Die allermeisten Hongcha die ich probiert habe vertrugen solch Hitze nur bedingt bis schlecht, die Oolongs entwickelten dabei aber ein ganz neues Eigenleben. Damals, bei meinem ersten Tieluohan hab ich's zu kalt aufgegossen und war nicht sonderlich begeistert, bis mir dieses Forum die nötige Info zuspielte. Dann war der "Eiserne Mönch" aber viel zu schnell wieder ausgetrunken.
  13. Nach einem halben Jahr wieder mal einen Nilgiri Flugtee 2019 von @teekontorkiel Das eine Jahr Lagerung hat den Tee beruhigt, die frühlinghaften Geschmacksspitzen sind so gut wie weg, dafür hat der Tee deutlich an Würze zugelegt, der zitrus-artige Nachhall ist noch deutlicher und der Abgang ("aftertaste") hält bedeutend länger an. So wie ein Lagerfeuer - klassisch und scheinbar banal, aber immer wieder so verdammt angenehm und lecker wenn es im richtigen Augenblick kommt.
  14. Vor Jahren habe ich ein Holzblasinstrument aus Ahorn für mich anfertigen lassen, was ich dann anschließend selbst mit Leinöl behandelt habe. Einen Tag lang schön im Öl schwimmen lassen damit es das Holz ordentlich durchzieht, dann rausgenommen, hab's abtropfen und dann mehrere Tage an der freien Luft aushärten lassen. Die Holzteile haben jahrelanges Benutzen unter extrem feuchten Zuständen ohne Risse und Verzug ausgehalten, die habe ich immer noch. Der einzige Nachteil von Leinöl ist der Eigengeruch, und VORSICHT! nur reines Speise-Leinöl kein Leinöl-Firnis aus dem Baumarkt nehmen, denn dieses härtet zwar schneller aus enthält aber gewisse Schwermetalle die der Gesundheit schaden können. Auch neigt Leinöl zur Selbstentzündung wenn damit durchgetränkte Lappen und Schwämme liegen gelassen werden. Ich hatte jedoch auch gewisse professionelle Pflegeöle für Holsblasinstrumente die genauso gut funktionierten, vielleicht sind diese auch ein Überlegung wert? Diese sind natürlich bedeuten teurer als Speise-Leinöl, bringen jedoch normalerweise keine Probleme mit dem Eigengeruch.
  15. Es ist irgendwie banal, aber auch verwunderlich zugleich, warum die Teebeutel und alle Arten von Tee-Extrakt bis heute nicht durch andere und ebenbürtige Aufguss-Arten abgelöst wurden, die zudem auch das heutige Klimaschutz-Bedürfnis der Menschen befriedigen! Wenn ich z.B. eine Geschäftsidee vorlegen müsste welche die Welt der "Teebeuteltrinker" revolutionieren soll, dann wäre es mit Sicherheit nichts aus der Reihe o.e. Produkte. Warum nicht einfach die gute alte Tea Taster - Deckeltasse nehmen, die etwas größer machen (200ml) und den Deckel so verändern dass er sich durch eine Drehung fest mit der Tasse arretieren lässt und so nicht herunter fallen kann? Diese können in rauhen Mengen produziert werden, nur ein Paar Euro kosten und sind einfach genial zu reinigen - Deckel runter, Teeblatt mit einem einzigen Ruck in die Tonne, fertig. Daran gemessen sind selbst Kaffeemaschinen schon fast zu kompliziert... Das wäre doch die "Teerevolution" in Büros und Gastronomie! Die Idee kommt aber irgendwie keinem, stattdessen werden jedes Jahr komplexe Gimmicks auf den Markt geworfen die immer dasselbe versprechen - super einfach, super schnell und lecker! - und dabei immer wieder das Rad neu erfinden. Ich persönlich fand Teebeutel (in meinem Falle gefüllt mit Spitzwegerich-Kraut) NIE so besonders "schnell" oder "einfach", schon mal wegen ihrer Eigenschaft den Tisch und die Dienstpapiere zu versauen wenn kein Extra-Geschirr und Küchenpapier zu ihrer Entsorgung bereit steht. Extrakt-Krümeltee tendiert von Natur aus nach "nix" zu schmecken aufgrund der Herstellungsweise. Ich sehe bei den Teaballs einfach nichts fundamental Neues, vor allem fehlt mir die Zielgruppe des Produktes!