OstHesse

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  1. Teezui 5 - Interview mit Teelix

    Same here!
  2. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Innendrin. Besonders auf dem Deckel und unter der Tülle. Der Taster ist sauber, gebe ich zu aber nur deshalb weil das Putzen bei ihm der einfachen Konstruktion wegen sehr schnell und leicht ist. Die Duanni ist noch zu jung um eine nennenswerte Patina vorweisen zu können. Das stimmt. Und gilt besonders für die Yixing-Ware. Zwar sind nicht alle Leute ausgrprägte Sammler die ihre Stücke eben sammeln und nicht wirklich verwenden, es gibt aber doch gewisse Grenzen für Exklusivstücke im Sinne der Ersetzbarkeit. Ich nutze z.B. meine Duanni sehr oft zu Hause, würde die aber nie auf Arbeit bringen da ich im öffentlichen Dienst tätig bin und es viele Menschen gibt die mein Teegeschirr mit oder ohne Absicht beschädigen könnten.Der Rest meiner Tee-Garde ist voll ersetzbar - ich hab in meiner Virtrine 6 Tea Taster in Reih und Glied stehen, wenns Scherben gibt ist es überhaupt nicht schlimm. Wenns aber meine Duanni erwischt...
  3. Eure "Arbeitspferde" für den Alltag

    Ich grüße alle Teekenner! Als Tee- und Teegeschirr-Fans reden und schreiben wir oft viel über die tollen, besonderen und exklusiven Aufgussgefäße, ihre Eigenschaften, Material, ihre Eignung für bestimmte Teesorten und andere interessante Sachen. Was aber meist zu kurz kommt, sind unsere "Zug-Rinder" bzw. "Arbeitspferdchen", die Teekannen, Aufgussgefäße und Wasserkocher die wir im Alltag verwenden. Sie sind oft nicht schön und nicht teuer, voll Kalk und brauner Ablagerungen, versorgen uns aber jeden Tag mit unserem Lieblingstee und lassen sich den Ruhm und Ehre durch schöne und teure aber fast nie benutzte Sammelstücke schamlos stehlen Ich fang mal an. Hier sind meine "Arbeitspferde" die mich durch den Alltag begleiten... Von links nach rechts. Die 0,45l Glaskanne für den großen Darjeeling-Durst; die 0,4l Porzellankanne für großen Durst auf so ziemlich alles; eine einfache no-name 0,2l Pozellankanne made in China für den Normaldurst auf alles; eine 150ml Duanni für Schwarztee und ein 120ml Tea-Taster für wirklich alles! Grüße OstHesse
  4. Grüße aus dem Osten!

    Ich mag einfache aber genial effektive Multitalente wie Tea Taster und Teekannen aus Glas, dazu Wasserkocher vom denselben Schlag (möglichst komplett aus metall, gleichmäßige Erhitzung, etc.) Daneben bin ich auf der Suche nach dem "ultimativen Gaiwan", die Vielfalt der Gaiwane (Größe, Wanddicke, Material, Gefäßform, etc.) ist eine ganze Welt für sich wo es ständig was zu entdecken gibt.
  5. Mythos Yixing?

    Richtig! Ich teste meine Hypothesen gern, und habe kein Problem Überzeugungen zu verwerfen, die keiner empirischen Überprüfung standhalten. Wie kommen wir denn sonst zu fundierten Erkenntnissen? Das ist auch richtig. Dass Metalle wie Kalium, Natrium und Kalzium aus dem Ton ins Wasser übergehen ist chemisch gesehen unvermeidlich. Und da wir schon dabei sind, ich hätte da wieder eine neue Hypothese. Bis heute habe ich nicht gewusst dass Tannine, welche chemisch gesehen Phenole sind, als Rostumwandler verwendet werden! Eine Tannin-Mischung in Form einer dicken braunen Brühe wird auf den Rost aufgetragen, Tannine reagieren mit Eisenoxid zu Eisen-Tannin-Verbindungen und deaktivieren den Rost dadurch. Die dabei entstehenden Eisen-Tannin-Komplexe sind z.T. wasserlöslich. Der typische Rost, wie wir ihn kennen (rot und krümelig), ist Fe²O³. Nun, die von mir verlinkte Studie zur chemischen Zusammensetzung der historischen Yixing-Stücken zeigt uns dass diese durch die Bank durchweg hohe Werte an eben diesem Fe²O³ zeigen; Table 1 der Studie zeigt zwischen 4% und 10%! An der Stelle könnten wir "hypothetisieren" dass das, was wir als Tee-Patina an Zisha-Tongeschirr kennen, aus chemischer Sicht Tannin-Eisen-Komplexe sein könnten, bzw. Tanninverbindungen von Magnesium, Natrium, Kalzium und Kalium.Tannine und andere chemisch verwandte sekundäre Pflanzenstoffe verbinden sich mit Metallen der wasserlöslöichen Oxide (Siliziumoxid ist übrigens auch bedingt wasserlöslich und macht wie die Table 1 zeigt 60-70% der Gesamtnmasse der getesteten Yixing-Ware), schwemmen diese als Tannin-Metall-Komplexe aus der Kanne raus und verlieren ihre astingierenden Effekte eben dadurch dass die OH-Gruppen dieser Stoffe bereits durch o.e. Metalle besetzt sind. Welche der Tannin-Eisen/Natrium/Magnesium/Kalzium/Kalium/Silizium - Verbindungen wasserlöslich sind und vom Verdauungstrakt verwertet werden können, ist glaube ich eine Studie für sich. Tja, wie ich sagte, es wird immer spannender...
  6. Mythos Yixing?

    Kannst Du Punkt 3 ... belegen ohne Hörensagen? Ich hätte da ein Experiment zu bieten. Ich schrieb früher dass ich keine Yixing-Ware mehr besitze, nun, es hat sich was verändert. Ich habe mir vorige Woche eine Duanni-Kanne angeschafft, speziell für Tie Guan Yin, Dong Ding & Konsorten. Die Wahl fiel auf Duanni weil diese Tonmischung eben den stärksten Einfluss auf den Geschmack hat, und ich war einfach soweit dass ich besonders bei mittelmäßigen Oolongs diesen grasig-astringenten leicht bitteren Nebengeschmack weg haben wollte. Wenn sich also Oxide von Kalium, Kalzium und Natrium aus dem Ton lösen, reagieren sie mit H²O zu Basen, welche den pH-Wert des Teewassers erhöhen müssten. Ich nahm mein ganz normales 85°C Teewasser in meiner üblichen Thermoskanne und maß den pH-Wert mittels Teststreifen. Dann kam dasselbe Wasser in die Duanni, verblieb dort eine Viertelminute, und wurde ebenfalls mit Teststreifen überprüft. Ergebnis - KEINE Veränderung des pH-Wertes! Es wird immer geheimnisvoller...
  7. Mythos Yixing?

    Genau deswegen bin ich weder auf den abstract noch auf die Schlussfolgerungen dieses Artikels eingegangen. Es sind die Analyseergebnisse bzw. die Rohdaten welche wertvoll und interessant sind, sie zeigen uns was in unserem Zisha-Ton erst einmal so alles steckt. Die Eigenschaften der entdeckten Stoffe habe ich dann separat recherchiert da der Artikel darauf nicht wirklich eingeht. Und was den Nutzen dieser Rohdaten bzw. Erkenntnis angeht - ich gehöre zu einem großen Teil der Menschheit die schlichtweg Wert darauf legen zu wissen was sie da eigentlich essen oder trinken, und das Wissen dass der Tee durch die Kanne z.B. kaliumreicher wird, ist schon mal an sich nützliches diätologisches Wissen. Ups, mein Fehler... Der Artikel stammt vom Önologen Volker Schneider und hier ist ein ergänzender Artikel dazu, inklusive einer Literaturliste: http://www.schneider-oenologie.com/downloads/rotwein-adstringens-schoenung.pdf
  8. Mythos Yixing?

    Ich weiß, trockene Wissenschaft verdirbt für viele den mythischen Flair aber hier sind ein Paar harte Daten in Bezug auf die historische Yixing-Ware... https://www.researchgate.net/profile/Mao_Lin_Zhang/publication/257107515_An_analysis_of_the_chemical_composition_performance_and_structure_of_China_Yixing_Zisha_pottery_from_1573_AD_to_1911_AD/links/5700cc0e08aee995dde82351.pdf Wir haben hier ein Paar Dutzend Proben aus verschiedenen zeitlichen Epochen, welche ausgiebig auf ihre chemische Komposition getestet wurden. Es sind fast ausschließlich verschiedene Oxide, den Hauptbestandteil bilden die Aluminium- und Siliziumoxide (~Kaolinit). Nun, wenn man all diese Oxide nach ihren chemischen Eigenschaften sortiert, fällt auf dass fast alle von denen wasserunlöslich sind, selbst die Oxide von Titan, Strontium und Mangan, die theoretisch beim Verschlucken bzw. Einatmen zu Gesundheitsschäden führen könnten, sind schlichtweg in viel zu geringen Mengen vorhanden und gehen wegen ihrer Wasserunlöslichkeit eh nicht in den Tee über. Die Hauptbestandteile des Tons werden selbst bei Verschlucken unverändert wieder rektal ausgeschieden. Unter all den Oxiden gibt es aber drei, welche 1). in signifikanten Mengen vorhanden sind und 2). auch ausreichend wasserlöslich sind. Das sind CaO, Na²O und K²O. Kalziumoxid löst sich eher bescheiden auf und ist auch nicht so üppig vorhanden, Natriumoxid löst sich besser ist aber nur unwesentlich mehr vorhanden als Kalzium. Es ist wohl Kaliumoxid, was sowohl in signifikant großer Menge vorhanden ist, aber sich auch entsprechend gut in Wasser löst! Man kann also sagen dass unsere Yixing-Kannen unser Teewasser vor allem mit Kalium anreichern dürften, wenn man davon ausgeht dass historische und moderne Yixing-Ware von der chemischen Zusammensetzung her weitgehend identisch ist. Und wie es so ist... Man kann also definitiv sagen dass die Geschmacksveränderung des Tees durch den Zisha-Ton durchaus wissenschaftlich fundiert ist, es sind die üblichen Spurelemente wie Kalium, Natrium und Kalzium welche ins Teewasser übergehen und mit den Tanninen bzw. anderen Pflanzenstoffen reagieren. Haben wir damit den "Mythos" geknackt?
  9. Grüße aus dem Osten!

    Ich habe ursprünglich meine "Teereise" mit Sencha und Longjing angefangen, leider hat sich schnell herausgestellt dass mir der Grüntee zu sehr auf den Magen geht. Auch wirkt der Grüntee-Koffein auf mich nicht viel anders als Koffein aus dem Kaffee. Deswegen habe ich meinen Grüntee-Konsum schon vor Jahren beendet. Aber wer weiß es schon, vielleicht gibt es doch irgendwo einen Grünen den ich vertrage...
  10. Hier ist sehr aufschlussreicher Blog-Eintrag, welcher das ganze Problem perfekt illustriert: http://verdanttea.com/qianjiazhai-old-puer-tea-tree-yunnan-ancient-tea-trees-qian-nian-gu-shu/ Ich weiß, der Autor ist kontrovers, aber er bringt es auf den Punkt! Es ist also so dass die üblichen Altersangaben der Teebäume Schätzungen sind, die sich aus der Breite und Höhe der Stämme ergeben und welche sich wiederum auf wissenschaftliche Daten berufen die durch Wissenschaftler gewonnen wurden. In diesem Kontext werden wissenschaftliche Untersuchungen erwähnt die angeblich 2500-2700 Jahre alte Bäume zweifelsfrei belegen. Die Frage, die sich jeder stellen sollte ist natürlich - wo ist die wissenschaftliche Quelle, die Grundlage jener Schätzungen??? Idealerweise sollte es eine denrochronologische Publikation sein, basierend auf Proben bzw. Bohrkernen und nicht auf physischen Abmessungen des Baumes. Ich trank Tee und übte fleißig google-fu, bis ich endlich was Konkretes gefunden habe: http://baike.baidu.com/item/镇沅千家寨野生古茶树 Das ist die mehr oder weniger detallierte Beschreibung dessen was die Experten des Tea Research Institute der chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften gemacht haben um das Alter der Bäume fest zu stellen. Eine Expertenkommission hat im Jahre 1996 anhand der Analyse der morphologischen Eigenschaften der Bäume das Alter eingeschätzt! Weder in diesem Artikel noch in anderen Internet-Quellen ist je von Dendrochronologie die Rede... Mein Wissensstand lautet also; das Alter der Teebäume wird geschätzt, auf Basis der morphologischen Merkmale des Stammes (Breite, Höhe, Umfang, etc.), wobei diese Daten mit jenen der Experten des Tea Research Institute abgeglichen werden. Die Daten dieses Institutes wurden mit genau denselben Methoden gewonnen. Keine präzisen Datierungsmethoden wie Dendrochronologie oder C-14 wurden angewendet, zumindest ist mir keine Primärquelle einer solchen Untersuchung begegnet. Schätzungen der Experten in Ehren, aber Zahlen wie 2500 und 2700 erfordern schon entsprechende Beweise, welche nur durch präzise Datierungsmethoden erbracht werden können. Grüße, OstHesse
  11. Grüße aus dem Osten!

    Ich grüße alle Teekenner und Teetrinker! Eine ganze Zeit lang war ich der stille Mitleser dieses Forums, doch irgendwann ist man soweit dass man als Teefan mitquatschen möchte. Ich bin bekennender Oolong-Fan, inklusive Darjeeling first flush, daneben mag ich junge bis sehr junge Sheng PuErh. Ich bin Kaffee-NICHT-trinker. Und ich habe eine brennende Passion für Teegeschirr, die mir mindestens genauso viel Freude bereitet wie der Tee selbst! OstHesse
  12. Anfängerfreundliche Aufgussgefäße

    @chenshi-chinatee Ich bin bereits chenshi - Kunde, und wenn Du diese Art von Gaiwan in deinem Shop anbietest, dann schlage ich voller Dankbarkeit zu! Bin halt einer dieser Teefans die ihren Oolong (inklusive Darjeeling first flush) sehr kräftig, aromatisch und "dick" bzw. "cremig" mögen, und dafür entsprechend etwas mehr Tee und Hitze benötigen. Soll heißen, dünnwandige Gefäße liefern da nicht die Egebnisse die ich will. Aber das bin halt nur ich, deswegen die etwas merkwürdigen Wünsche... Und Hand aufs Herz, besoffen oder nicht, ich finde dein Chinesisch total beeindruckend! Ich selbst bin Zweisprachler, mir seien die beiden Sprachen in die Wiege gelegt worden ohne dass ich dafür hart arbeiten müsste. Wer es aber als Erwachsener so weit schafft, Respekt. Grüße, OstHesse
  13. Anfängerfreundliche Aufgussgefäße

    @chenshi-chinatee Dein Video "Besuch einer Pu-erh Teefabrik" beinhaltet eine Teerunde, wo PuErh in einem Gaiwan zubereitet wird, und ab der 16-ten Minute machst du eine schöne Nahaufnahme. Diesen Gaiwan hätte ich nur allzu gern... Mein Herz schlägt eben für einfache, robuste und praktische Multitalente.
  14. Anfängerfreundliche Aufgussgefäße

    @KlausO Wo kaufst du deine billigen Dicken? Würd mich jetzt echt interessieren! In den letzten Tagen habe ich auch einige "Teefabrikant" - Videos von z.B. Don und Christian (Menné) angeschaut und aufgepasst was für Gaiwans benutzt werden. Die Logik dahinter ist, wenn jemand weiß wie man Tee am Besten verkostet, dann sinds die Hersteller selbst. Jep, es sind fast immer genau die dicken robusten Gaiwans, welche da in Grunde genauso wie Tea Taster benutzt werden. Aber wie gesagt, wenn es eine Quelle gibt wo man dicke robuste Gaiwans aus weißem Porzellan beziehen kann, bin ich absolut dafür diese zusammen mit Tea Tastern jedem Anfänger zu empfehlen.
  15. Ich grüße alle Teetrinker! Es gibt eine brodelnde Kontroverse um den Begriff bzw. Status "Gushu", welcher ja nicht nur von der Camellia - Varietät sondern maßgeblich vom Alter des individuellen Teebaumes abhängt. Es werden immer wieder Angaben zum Alter bestimmter Teebäume gemacht, dabei werden Stammumfang, Wurzeltiefe und Angaben der Teemeister bzw. lokaler Behörden und was alles nicht als Beleg daher gebracht. Diese Angaben werden auch genauso schnell angezweifelt wie sie gemacht werden. Ich habe versucht die Camellia sinensis zu recherchieren und zwar in Bezug auf dendrochronologische Studien, denn, Stammumfang und die Überlieferungen der Teemeister in Ehren, die einzige wissenschaftliche Methode welche das Alter eines Baumes genau bestimmen kann, ist die Entnahme eines Bohrkerns aus dem Stamm, welcher dann dendrochronologisch und evtl. mit der C-14-Methode untersucht werden kann. Leider finde ich so gut wie gar nichts, weder auf Deutsch noch auf Englisch. Ich kann nicht einmal eine Angabe finden wie alt eine Camellia sinensis aus biologischer Sicht überhaupt werden kann! Es kommt mir so vor als ob wir, Teefans, in Bezug auf alte Bäume und den "Gushu" - Status komplett im Trüben fischen. Wie steht es mit anderen in diesem Forum? Habt ihr irgendwelche wissenschaftliche Quellen zur Biologie des Camellia sinensis oder gar irgendwelche dendrochronologische Studien? Grüße, OstHesse