nemo

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  1. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ein schönes Kännchen, @Anima_Templi
  2. Schön, dass Du den Kessel nun wieder verwenden kannst Mich würde der Rost auch nicht stören und er hat in der Tat auch etwas Schmuckhaftes. Hat den Grüntee-Trick mit der antioxidativen Wirkung, die sich auf Rost auswirken soll, von Euch mal jemand in der Praxis ausprobiert? Man liest es ja immer wieder als Tip, wenn es um die Pflegen von Gusseisenkessel geht, aber ich vermute, dass hierbei, wie sooft, selten wirklich eigene Erfahrungen im Hintergrund stehen. Ich habe es bei meinem ersten Kessel, der wirklich schnell Rost ansetzte, versucht: Richtiges Auskochen von Grüntee über 30min oder so im Kessel selbst und das Abwischen mit einem grünteegetränkten Lappen auf der noch heißen Oberfläche. Das Ganze auch mehrfach. Zu beobachten war tatsächlich eine Schwarz- oder zumindest Dunkelfärbung. So weit so gut. Problem nur: Das hat den Rost nicht entfernt, wie die schlauen Tips es postulieren. Nach zwei-, dreimal Wasserkochen war die dunkle Färbung verschwunden und das roströtliche wieder da. Ob der alte Rost nur abgedunkelt wurde und dann wieder zum Vorschein kam oder sich direkt neuer gebildet hatte, kann ich nicht sagen. Daher auch meine Frage nach Euren tatsächlichen Erfahrungen. Diesen ersten Kessel nutze ich übrigens inzwischen nicht mehr und an meinem zweiten habe ich nur relativ geringe Roststellen im Inneren, die keiner Behandlung bedürfen. Und zweite Frage an die Runde, die mir gerade noch einfällt: Man liest ja oft "Tetsubin" als Bezeichnung für die gusseisernen Kessel. Und auch wenn sie wohl wirklich oft aus Japan stammen, würde mich doch mal die chinesische Bezeichnung dafür interessieren. Hat die zufällig gerade jemand parat?
  3. Philosophie am Teetisch

    Viel Zustimmung meinerseits, @SoGen, vor allem auch für die Frage nach Sinn. Ich habe ihn vor allem neutral, im Weberschen Sinne im Zusammenhang mit dem Handlungsbegriff verwendet. Und wollte noch gar nicht einmal auf den Sinn des Lebens oder die Suche nach einem solchen hinaus. Ich persönlich habe mit dem Begriff des Glaubens erst einmal gar kein Problem, einfach weil ich ihn neutral und bewusst ohne Absolutheitsanspruch verwende. Hier spreche ich nicht nur, aber auch, von religiösem Glauben. Vielleicht ist ein Kernproblem der Diskussion "Wissen vs. Glauben", dass beide Begriffe häufig eben nicht wertneutral verwendet werden. Mit "wissenschaftlich belegt" oder ähnlichen Formulierungen fängt man heute einfach mehr Menschen als mit postulierten Glaubensgrundsätzen. Und genau deshalb finden sie inflationär Verwendung und so mancheR WissenschaftlerIn wundert sich dann darüber, wie die eigenen Ergebnisse von anderen Menschen (miss)interpretiert oder zweckentfremdet werden. Wissenschaftliche Datenerhebung ist ja auch das eine, die Interpretation das andere. Und die Anwendung dessen wieder etwas Drittes. Auch wenn der Buddhismus ein kleiner Baustein meines Philosophienebenfachstudiums war, bin ich hier zugegebenermaßen hier nicht ganz so fit, aber Deiner Beschreibung kann ich ebenfalls gut zustimmen. Die, wie Du sie genannt hast, heilsame Wirkung einer Handlung, die sich in der eigenen Lebenswelt entfalten sollte, finde ich auch in anderen religiösen Systemen wieder. Ich persönlich sehe beispielsweise das Christentum (inzwischen) gar nicht als so sehr jenseitsorientiert, sondern als lebensbejahend an. Am deutlichsten formuliert in dem Ziel der Verwirklichung des Reiches Gottes hier auf Erden. Auch im Daoismus, der zwar natürlich Aspekte beinhaltet, die zeit- und räumlich über das Hier und Jetzt hinausgehen, ist eine deutliche Lebensbejahung erfahrbar. Klar, man hat die Wahl gemäß oder wider das Dao zuhandeln, aber die Zuwiderhandlungen hinterlassen halt doch auch ihre Spuren im Diesseits, wie es auch das daogemäße Handeln tut. Vielleicht haben wir hier doch einen Funken von absoluter Wirklichkeit, der sich in den einzelnen Systemen als Facette zeigt
  4. Philosophie am Teetisch

    Mein Nachmittagsschälchen Tee lässt mich gerade der Meinung sein, dass es gar nicht um die Frage geht, was ist Wissenschaft und was ist Glauben. Relevanter scheint mir die Frage, was wird mit wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Glaubensüberzeugungen letztlich angefangen. Und das vor dem Hintergrund, dass, wie z. B. auch in der o. g. Sendung schön gesagt wurde, die Ergebnisse der Naturwissenschaften, der Hilfswissenschaft der Mathematik, etc. nur dann sinnvoll angewand werden können, wenn sie im Kontext mit Sozialwissenschaften und Philosophie betrachtet werden. Im Alltag kommt es auch nicht darauf an, ob ich mein Handeln auf den Glauben an wissenschaftliche Ergebnisse stütze oder z. B. religiösen Glauben. Dem subjektive Sinn hinter dem Handeln ist sein Ursprung egal. Und häufig ist es halt doch nur ein Glauben an wissenschaftliche Sachverhalte, der Handeln prägt. Wer liest schon Studien, etc. im Original oder nimmt eigene Falsifikationsversuche vor? So schön die Dichotomie von Wissen und Glauben in einem philosophischen Teeschalengespräch ausgewälzt werden kann, im Alltag ist die Trennlinie mindestens löchrig.
  5. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ah, ok. Danke. Ich habe Dein " fast alle wirklich guten Yixing Kannen" dahingehend (miss-)verstanden, dass sie "besseren" Tee liefern sollen, als es kleinere Kännchen tun. An den Aspekt des gemeinschaftlichen Teekonsums aus edleren, größeren Kannen hatte ich dabei nicht gedacht. So etwas also wie das berühmt-berüchtigte gute Silberbesteck, das nur dann auf die Tafel kommt, wenn Gäste da sind oder es einen feierlichen Anlass gibt
  6. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Hast Du eine Theorie dazu, @GoldenTurtle? Dein "teilweise" lässt den Schluss zu, dass Du zumindest etwas vermutest Ich trinke ja gern aus einer sehr kleinen Kanne. Diese dann aber nicht vollgestopft, sondern auch hier nur mit einer relativ harmlosen Dosierung. Im Vergleich mit meiner größeren Kanne oder dem größeren Gaiwan verfolge ich gerade nebenbei u. a. ein wenig die These, dass es nicht nur (!) an der (Herstellungs-)Qualität des Aufbrühgefäßes liegt, sondern auch schon allein an dessen Volumen. Meine Beobachtung geht in die Richtung, dass in einer kleinen Kanne die Aufbrühergebnisse von Session zu Session häufiger und deutlicher variieren als bei einer größeren Kanne oder einem größeren Gaiwan. Mag aber auch gern alles nur Einbildung sein Meine Überlegung dazu: In einem kleineren Aufbrühgefäß sind weniger Teeblätter drin als in einem großen. Einzelne Teeblätter unterscheiden sich geschmacklich auch bei Nicht-Blends, z. B. auch der Rand des Teekuchens vom stärker gepressten Mittelteil, etc. oder es variiert der Stängelanteil von Session zu Session. Je mehr Ausgangsmaterial ich verwende, umso mehr geschmackliche Einzelkomponenten vermischt sich in der Kanne und bildet einen gewissen facettenreichen Durchschnitt. Je weniger Ausgangsmaterial ich verwende, desto größer können die geschmacklichen Differenzen sein, weil die geschmacklichen Einzelkomponenten an sich stärker zu Tage treten. Macht das Sinn?
  7. Philosophie am Teetisch

    Gestern Abend gab´s bei Scobel eine (zumindest für mich) ganz interessante Sendung zum Thema Wissenschaft und Wahrheit, die noch in der Mediathek verfügbar ist, falls es jemanden von Euch interessiert.
  8. Auch von mir ein leicht verspätetes "Herzlich Willkommen!" Deine Regel 1 halte ich unbedingt für unterstützenswert: Ausprobieren, sich selbst Zeit lassen, um eigene Erfahrungen zu sammeln und keinen Kopf machen. Bezüglich Tee und Whisky bist Du hier im Forum auch nicht der einzige, der bei beidem Parallelen erkennt Und weil weil ich gerade dran denken musste, als ich einerseits von Deinen Motivationen und andererseits von Deinem Beruf gelesen habe: Technische Präzision durch Werkzeuge braucht´s meiner Meinung nach beim Teegenuss nicht. Teetrinken mit Waage, Thermometer und Timer ist wie Fahrradfahren mit Stützrädern. Sie mögen am Anfang durchaus hilfreiche Werkzeuge sein und geben Halt und Orientierung. Ich persönlich (!) bin sehr froh, sie irgendwann weggelassen zu haben. Manchmal legt man sich ohne sie auf die Nase, aber als Belohnung erhält man mehr Freiheit und eine direktere Beziehung zum Tee
  9. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Je nach nachdem, welche Art Chrysanthemen Du trinkst, kann dieser deutlich variieren, @Anima_Templi. Ebenso soll das auf die zugeschriebene medizinische Wirkung zutreffen. Die kleinen, (fast noch) geschlossenen mag ich richtig gerne. Aber auch nicht als Tee-Mischgetränkt, sondern reinen Blütenaufguss. Den Geschmackseindruck zu beschreiben fällt mir schwer. @Diz hatte mich netterweise, als ich die Blüten mal an anderer Stelle hier angesprochen hatte, darauf hingewiesen, dass es eine gute Auswahl z. B. auch ganz in der Nähe zu erwerben gibt Mit den großen, bereits geöffneten Blüten kann man übrigens auch einen tollen Sirup einkochen, habe ich mal in einem kreativen Koch-Anfall festgestellt, der hervorragend zu mit Klebreis gefüllter Lotuswurzel passt. Falls jemand also mal nach einem süßen Nachtisch sucht...
  10. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Bevor es gleich nach einer anstrengenden Arbeitswoche an entspannende Gartenarbeit geht, landete ein Sheng aus 2017 vom Nannuoshan in der Schale, der als Probe meiner letzten Bestellung im Cha Dao beilag. Er präsentierte sich als sauberer, klarer Tee, bei dem es geschmacklich so manches zu entdecken gab. Da ich nur genug Blattmaterial für zwei ordentliche Sessions hatte, kann ich nicht sagen, inwiefern meine Eindrücke sich auch bei häufigerem Genuss bestätigen würden. Selbst bei den beiden Runden mit ihm zeigte er sich abwechslungsreich und wandlungsfähig. Heute rangen eine dezent herbe Mineralität und etwas Kampher mit Frische und einer leicht klebrigen, rohrzuckerartigen Süße um die Vorherrschaft im Mundraum. Seltsamerweise finde ich diese Art von Süße zur Zeit in einigen Tees. Und ich glaube nicht, dass das nur am „objektiven“ Geschmack der Tees liegt. Lustig daher zu bemerken, wie sehr Gehirn und zuvor erlebte und eingeübte Geschmacksmuster die eigenen Sinneseindrücke steuern können. Hoch lebe die Subjektivität! Aber zurück zum Tee: Was mir am meisten gefällt, ist dass die Süße nicht nur während des Trinkens präsent ist, sondern sich wiederkehrend an Gaumen und den Zungenrändern zeigt. Und während ich das hier so schreibe glaube ich, ich mache gleich noch eine Runde mit einer anderen Probe. Der Tag ist ja noch jung und die Arbeit läuft nicht weg
  11. Beratung für die erste Tonkanne

    Ein wirklich schönes und lesenswerte Thema hat sich hier entwickelt, das weit mehr als nur Tips zum Kannenerwerb behinhaltet. Was die konkrete Kaufberatung angeht, wie auch generell und überhaupt, unterschreibe ich @Pauls Hinweis voll und ganz: Als Ergänzung, keineswegs als Widerspruch zu den anderen Kauftips oben, möchte ich gerne noch erwähnen, dass ich persönlich mit meinen beiden preisgünstigen Yixing-Kännchen (1 und 2) von @chenshi-chinatee immer noch hoch zufrieden bin und gerne Tee mit ihnen aufgieße. Die erste wird für alle Sheng-Puer genutzt, die zweite für Wulong. Das Bedürfnis nach sortenspezifischer Kannennutzung konnte ich bei mir bisher noch nicht feststellen Und noch eine Bemerkung zur Kannengröße: Im Alltag, wenn ich z.B. meinen Feierabend-Sheng alleine genieße, nutze ich ein kleines Jianshui-Drachenei. Das hat nur 60ml und füllt jedes Mal genau ein Schälchen, was natürlich den Nachteil hat, dass die Flüssigkeitsmenge insgesamt nicht allzu hoch ausfällt. Der mir aber viel wichtigere Vorteil: Ich kann aufgrund der geringen Blattmenge qualitativ hochwertige Tees als Alltagstee nutzen, die dann durchaus auch einen etwas höheren Preis haben können.
  12. Hallo aus Celle

    Herzlich Willkommen auch von mir
  13. Das Quellwasser-Thema

    Im Quellwasser zum Teekochen? Die Dinger sind relativ hitzeempfindlich, soweit ich weiß, und überleben Kochen nicht. Eine kurze Recherche ergab auf der Seite der Uni Würzburg die Temperaturangabe von 60°C. Sollte also kein Grund zur Sorge sein, oder? Keime da schon deutlich eher, wenn es wirklich eine echte Quelle ist, die nicht ständig kontrolliert wird, oder ein (Lauf-)Brunnen mit Zufluss aus überwachten Stollen.
  14. Puerh bings mit Gammel

    Nein, nie feucht gelagerte Tees zu trinken würde ich so nicht sagen. Rein geschmacklich tendiere ich inzwischen tatsächlich eher zur trockneren Lagerung, aber nicht wegen möglichem Pilzbefall. Wenn ich aber sehe, da wächst was auf meinem Tee, ist es eine Frage des Vertrauens, ob ich es probieren würde. Vertrauen in die Quelle die mir sagt: "Das gehört so", in den Händler, in die Person, die ihn anbietet, etc. Kann ich pauschal nicht beantworten.
  15. Puerh bings mit Gammel

    @GoldenTurtle: Ich habe das zugegebenermaßen überspitzt formuliert, um meinen Standpunkt ganz deutlich zu machen. Und ich gebe Dir absolut Recht, übermäßige Besorgnis ist eher kontraproduktiv und kann auch körperlich krank machen, Vieles im Leben ist nicht kontrollierbar und sollte daher gelassen gesehen werden. Jetzt das große Aber, ebenfalls überspitzt: Iss mal gelassen einen verschimmelten Joghurt und schau was passiert. Ich glaube nicht, dass Du gesünder bleibst, als die Person, die ihn direkt entspannt wegwirft und sich einen neuen kauft Was Deine Frage nach den Pilzen angeht, von denen ich schrieb: Mein Hauptinteressensgebiet sind (immer noch) die sog. Großpilze. Da gehören Speisepilze dazu, aber natürlich ganz genauso Giftpilze, und "nebenbei" bekommt man dann natürlich auch immer noch was von anderen Pilzen mit, wie z. B. auch vom Schimmel, von der abgefahrenen Gattung Ophiocordyceps, usw.. Mykologie ist einfach ein extrem spannendes Hobby und ein extrem weites Feld. Genau wie Tee. Da reicht ein Leben nicht aus Das angesprochende leichtsinnige Verhalten bezog sich dabei auf Erfahrungen mit Menschen beim Pilzesammeln im Wald, aber auch beim Umgang mit Pilzen vom Markt oder aus dem Geschäft, schimmeligen Lebensmitteln und, falls Du das meintest, auch den kleinen Zauberpilzen. Aber zu denen schreib ich hier nix =)