nemo

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  1. nemo

    Malziger Assam

    Ich versuch es mal themenbezogen. Hatte mich dran erinnert, neulich über einen Assam gestolpert zu sein, der das Malzige sogar im Namen trägt. Eine kurze Suche hat diesen hier zu Tage gefördert. Falls er Dir also noch nicht auf anderem Wege empfohlen wurde... Selbst kenne ich ihn nicht, da ich nur ganz selten schwarzen/roten Tee trinke. Und etwas über den Tellerrand blickend: Muss es denn unbedingt ein Assam sein? Bei so manchem gut gerösteten Wulong, insbesondere bei Felsentees hatte ich schöne Malzaromen geschmeckt.
  2. Danke fürs Verschieben finde es tatsächlich gerade interessant und amüsant, mir die zwangsweise arbeitsfreie Zeit mit so einer eigentlich höchst belanglosen Teematik zu vertreiben. Vielleicht kann mir jemand bei der Frage helfen, ob die chinesischen Bezeichnungen für Tee "damals", zu Beginn des Teeimports nach Europa, schon Sammelbegriffe für verschiedenste Aufgüsse waren, wie sie es heute sind. Dazu hab ich bislang keine Quelle gefunden, die mir zugänglich wäre. Einzig dies hier, was zwar interessant, aber nicht weiterführend ist: "As tea may have originated from Sichuan, where the native Yi people speak Loloish languages, Sagart (1999) suggests that the Old Chinese item was possibly originally borrowed from Proto-Loloish *la¹ (“tea”), from Proto-Sino-Tibetan *s-la (“leaf; tea”). Schuessler (2007) traces its ultimate origin to Proto-Austroasiatic *sla (“leaf”) (compare Proto-Mon-Khmer *slaʔ). Alternatively, Qiu (1988) suggests that it might be a semantic extension of 荼 (OC *l'aː, “bitter plant”)." Spannend fand ich auch den Blick in die "Leitsätze für Tee, teeähnliche Erzeugnisse, deren Extrakte und Zubereitungen" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, auch wenn rechtliche Regelungen natürlich nochmal eine ganz andere Ebene darstellen als linguistische Zusammenhänge. Beruhigt hat es mich natürlich trotzdem, dass, auch wenn Pfefferminz ihnen zufolge rein definitorisch kein Tee ist, ich aber trotzdem mit den Leitsätzen konform gehe, wenn ich die ganzen oder zerkleinerten, getrockneten Blätter und Teile der oberen Sprossachse von Varietäten von Mentha[x]piperita L. aus der Familie der Lippenblütler als Pfefferminztee bezeichne. Ein Hoch auf die deutsche Kleinkariert... ähm Genauigkeit 😄
  3. Hatte ganz vergessen mich für den Hinweis aufs DWB zu bedanken. Das sei hiermit nachgeholt, da das dann wohl die Antwort auf meine anfängliche Frage darstellt
  4. Die Etymologie hatte ich ja selbst schon angeführt und auf die allgemeine Übersetzungsmöglichkeit von cha für alle Arten von Infusionen hingewiesen. Aber ich sehe ein, dass es wohl für Manche eine sprichwörtliche heilige Kuh ist, über die wir uns unterhalten. Ich bleibe weiterhin bei Kräutertee, Sojamilch, Apfelwein und Malzkaffee, auch auf die Gefahr hin, sprachlich nur "normal" zu sein
  5. Ja, in die Richtung hatte ich auch überlegt. Würde dann bedeuten, man hat eine Pflanze als "die Teepflanze" erstbezeichnet und dann das von ihr stammende Aufgussgetränke namentlich abgeleitet. Glaube ich irgendwie nicht dran. Aber letztendlich ist es ja auch egal, solange man weiß, wovon gesprochen wird und da sehe ich auch beim Kräutertee kein Problem😄
  6. Woher kommt eigentlich die Regel, dass nur "echter" Tee auf Deutsch "Tee" genannt werden darf? Ich persönlich sehe kein Problem in einem entspannten Umgang mit dem Begriff. Fach- versus Allgemeinsprache schön und gut, daher lässt Duden Online wohl auch teeähnliche Aufgussgetränke unter der Bezeichnung "Tee" zu. Klar, das heißt noch lange nichts. Also hab ich mir bei Wikipedia mal die Etymologie des Begriffes Tee angeschaut. Ganz interessant. Anschließend wurde es dann analog und ich hab in meinem alten Fuchsenberger unter "cha" nachgeschaut und war erneut erstaunt, dass auch hier ganz allgemein "Brühgetränk" als mögliche Übersetzung vorgeschlagen wird. Kommt die Trennung also aus dem englischen oder iberischen Sprachraum und wurde im Deutschen nachgebildet? Anders gefragt, wenn "Tee" aus dem chinesischen kommt und dort caoyaocha caoyaocha heißt, wieso darf Kräutertee nicht Kräutertee heißen?
  7. Hier im Forum findest Du einige Themen zur Reinigung von unglasierten Tonkannen etc. Ich persönlich würde zunächst einfach mal mit heißem Wasser, kurzem Einweichen und einem sanften Schwamm anfangen. Ein Klassiker zur Entfernung von Teeablagerungen ist Backpulver, das bei mir auch schon mal eingesetzt wurde und gut funktioniert hat. Einfach drüberstreuen heißes Wasser drauf, kurz warten, dann abspülen und abwischen. Insbesondere bei schwarzem JianShui-Ton hat es bei mir aber auch schon mal einen weißen Film hinterlassen, als ich es etwas zu gut gemeint hatte der konnte seinerseits aber wiederum mit Wasser, Schwamm und etwas Geduld abgewaschen werden. Also alles auf eigene Gefahr und ohne Gewähr Da Du bei dem Teller wohl nicht so sehr auf Geschmacksneutralität achten musst, wie bei Kannen oder Schälchen, könntest Du ggf auch auf andere Reinigungsmittel zurückgreifen, aber da hab ich keine Eigenerfahrung zu bieten.
  8. In dem von Dir verlinkten Artikel finde ich den letzten Satz am relevantesten: "Do not let thick, unsightly tea stains or water stains build up, that is not real patina.. just tea stains." Mir scheint Dein Teller als ein Teeboot genutzt worden zu sein, auf dem ein Kännchen stand und mit Wasser bzw Tee übergossen wurde. Insofern halte ich die Ablagerungen für tea stains. Mich meinem Vorredner anschließend würde ich auch sagen, wenn es Dir gefällt, lass es drauf, ansonsten mach den Teller sauber. Wabi Sabi hin oder her. Und auch wenn man dem Prinzip des WuWei folgen zu versucht, darf man sein Teegeschirr sauber halten Alles andere wäre ein Missverständnis.
  9. nemo

    Pu Erh Lagerung

    Klingt gut, danke für die Rückmeldung Ich halte es ähnlich intuitiv und habe ein paar eher filigrane Kuchen (wenn man das über PuEr überhaupt sagen darf *g) von den eher intensiven oder ruppigeren Vertretern separiert. Wobei separiert eigentlich in Anführungszeichen zu setzen ist, da ich die unangebrochenen Kuchen in Bambusbehältnissen in einer Vitrine habe, die ja noch deutlich offener sind als Tontöpfe. Bin mit diesem einfachen Umgang bislang aber sehr zufrieden.
  10. nemo

    Pu Erh Lagerung

    Zwei schöne Töpfe sind das Folgst Du mit der Trennung in älter und jünger einer bestimmten Teeorie? Ich hatte irgendwo gelesen alt und jung sollten gemischt werden, damit sie sich positiv beeinflussen. Umgekehrt aber auch schon irgendwo anders, dass zusammen gelagerte Tees sich geschmacklich annähern würden und an Ende alles einen gleichen Grundgeschmack trägt.
  11. An dieser Stelle auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum. Den von Dir gezeigten Tee mochte ich auch recht gerne und die beiden bereits empfohlenen haben auch mir gut gefallen. Grundsätzlich würde ich aufgrund eigener positiven Erfahrungen gerne grundsätzlich noch Teamania und Tea Urchin als Bezugsquellen für ordentlichen Wulong nennen. Ab wann würdest Du denn von "aged" sprechen? Die Entwicklung von Wulong zu beobachten, macht mir persönlich Spaß und scheint mir im Vergleich zu Puer teilweise frühzeitiger zu "positiven" Veränderungen zu führen. In einem anderen Faden hier wurde ja gerade die Röstung als Einflussgröße thematisiert. Aber auch nicht so stark geröstete Tees gefallen mir nach zwei, drei Jahren, wie zum Beispiel ein Oriental Beauty aus gutem Ausgangsmaterial mit seinem dann irgendwie melancholischem Geschmack. Wieso also nicht auch selber mittelfristig etwas guten Wulong "agen"?
  12. Weil ich gerade darüber gestolpert bin, noch ein Nachtrag zum Thema Corona. Wer hätte gedacht, dass vorläufig der Versand in die "umgekehrte" Richtung eingestellt wird?
  13. Heute traf wie gerufen eine kleine Bestellung von Cha Camelia aus Portugal ein. Der Beitrag von @GoldenTurtle vor einer Weile erinnerte mich an deren Grüntee-Projekt und den im Portweinfass gelagerten Wulong, die beide meine Neugier geweckt hatten. Vor Ort waren letztes Jahr die beiden gerade nicht verfügbar, aber da ich sie neulich im Shop sah, hab ich kurzerhand je eine Packung bestellt. Eben landete dann direkt der Pipa Cha im Seladon-Gaiwan. Hohe Erwartungen hatte ich keine, sondern sah das Ganze mehr als reines Kuriosum. Beim Öffnen der Packung begegnete mir direkt der liebgewonnene Geruch eines Portweinkellers mit einer Unzahl gefülltert Fässer. Wer schon einmal durch solche Reihen schlenderte, weiß, welchen ich meine. Dazu gesellten sich aber auch sofort die kakaoartigen Aromen eines gerösteten Wulong in schöner Harmonie. Geschmacklich setzte sich dieses wirklich angenehme Zusammenspiel fort, jedoch fiel der Röstgeschmack deutlich geringer aus als es der Geruch der unaufgegossenen Blätter mich zunächst vermuten ließ. Und auch der Fasseinfluss (hätte nie gedacht das mal nicht über einen Scotch, sondern über einen Tee zu schreiben *g) war nie überpräsent, wie man es von so manchem sherryfassgelagertem Brand kennt, der den Namen Whisky eigentlich gar nicht mehr verdient. Insgesamt ein geschmacklich überraschend positives Teeerlebnis und mehr als nur eine einfache Kuriosität. Genauere Infos zum Ausgangsmaterial gibt es im Shop nicht und ich hatte auch nicht danach gefragt. Einen richtigen Premium-Wulong würde ich hier natürlich nicht vermuten und die Blätter weisen optisch teilweise eine unterschiedlich starke Röstung auf. Ob der Tee nach der Fasslagerung vielleicht nochmals nachgeröstet wurde? Dennoch: Den befürchteten Eindruck, dass die spezielle Lagerung Minderwertigkeit im Ausgangsmaterial überdecken soll, hatte ich in keinem Moment. Fazit: Hätte ich ohne zu wissen was ich aufgieße herausgeschmeckt, was ich da trinke? Wohl eher nicht. Konnte ich geschmacklich trennen, was der eigentliche Tee mitsamt seiner Röstung und was das Fass zum Gesamtgeschmack beiträgt? Ehrlich gesagt auch nicht. Aber gerade das empfinde ich als insofern gelungenes Lagerungsexperiment, das mir viel Spaß bereitet hat. P.S.: Der Nachgeschmack klebt immer noch im Mundraum und weckt Erinnerungen an und Vorfreude auf Porto