SoGen

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  1. weiß + gelb

    Gelber Tee wird ähnlich wie grüner aufbereitet, jedoch mit einem zusätzlichen Produktionsschritt, dem men huang ( 悶黄, 'gelb dämpfen') zwischen Ersterhitzung (zur Verhinderung der Oxidation) und abschließender Erhitzung (zur Reduzierung der Blattfeuchtigkeit). Dabei wird der Tee leicht gedämpft und dann mit Tuch abgedeckt, so dass der Tee die durch das Dämpfen freigesetzten Aromen wieder aufnehmen kann. Neben Verstärkung des Aromas dient das auch der Verringerung von Adstringenz. Das men huang kann dabei mehrfach wiederholt werden. Die Produktion von weißen Tees ist eher mit der Produktionsweise von Schwarztees verwandt. Nach dem Pflücken lässt man das Blattgut welken, dann wird es langsam mit Heissluft bei niedriger Temperatur getrocknet ('gebacken'). Anders als bei Schwarztees ist die Oxidierung nur sehr leicht. Die beiden genannten Tees haben lediglich den Pflückstil gemeinsam - Knospen oder maojian-Pflückung, die zu 'Silbernadeln' (Yin Zhen) verarbeitet werden. Dadurch sehen sie sich ziemlich ähnlich. Der (weiße) Bai Hao Yin Zhen stammt aus Fujian, der (gelbe) Jun Shan Yin Zhen aus Hunan. _()_
  2. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Hopfentee ...
  3. Mythos Yixing?

    Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, dass Shudei dichter ist als Zhuni. Wie auch immer - mein Eindruck ist der, dass durch Banko-Keramik die Aromenstruktur von Grüntee etwas definierter ist, was meinem persönlichen Geschmacksideal entgegen kommt. Yixing neigt nach meinem Empfinden eher zum 'blenden' der Aromen, was möglicherweise auf eine höhere Aufnahmefähigkeit des Materials zurückzuführen ist (die wiederum mit der Materialdichte zusammen hängen dürfte). Das kommt der Harmonisierung speziell fruchtiger und mineralischer Noten bei Oolongs entgegen. Wie weit sich solch subjektive Präferenzen tatsächlich objektivieren lassen ist allerdings, wie schon angedeutet, eine andere Frage ... _()_
  4. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @doumer: könntest Du bitte noch etwas zur Keramik schreiben? _()_
  5. Mythos Yixing?

    Ich denke, das sind ausgesprochen subjektive Zugänge und wenn man das in Betracht zieht, auch nicht lohnender Gegenstand von Kontroversen. Zumal das Material der Wahl auch immer etwas von der Art des Tees abhängt. Bei Grüntee ist bei mir Banko das Material der Wahl (nicht nur für die Kyusu, auch für den Yuzamashi, was dann schon ein wenig spleenig ist ). Obwohl ich sehr wenig Japaner trinke. Bei Guangdong- und Fujian-Oolongs darf es hingegen Yixing sein (einschließlich Chahai) - und um es mit dem Aufwand nicht zu übertreiben und die 'Reintönigkeit' (hinsichtlich Teeart) der unglasierten Keramik nicht zu beeinträchtigen, ansonsten Porzellan oder glasierte Keramik. Wobei da die Wahrnehmung von Unterschieden schwierig von rein autosuggestiven Effekten zu trennen ist ... _()_
  6. Chaxi in Europa

    Mehr als nur nett - auch wenn er natürlich an die literarische Vorlage nicht heranreichen kann, ein unerfüllbarer Anspruch. Eine der besten Rollen der Palmer (IMHO) und in einer bemerkenswerten Nebenrolle die Thalbach, die wenig später ebenfalls die (junge) Lotte im Film spielen sollte. Um nicht allzu sehr ins offtopic abzudriften und vom alten Geheimrat wieder die Kurve zum Chaxi und insbesondere dem 1. Titelvorschlag zu kriegen, lasse ich ihn an meiner Statt kommentieren: Klassisches Maß versus romantischer Überschwang ... oder: Lu Cha versus Pu'er Cha . _()_
  7. Chaxi in Europa

    Na ja, die jungen Leute haben es eben eher mit der Romantikschiene (bittersüße Entsagung, und so) aber ob man das jetzt noch korrekt gendern muss - ich weiss nicht ... Mit Nr. 1 konnte ich nun gar nichts anfangen außer der Assoziation 'Historismus'. Passt gar nicht mal so schlecht, wenn da nicht die Chinoiserie mit der Vase wäre. _()_
  8. Koreanischer Tee und Weiterbildung

    Ich versuche, mich auf einen kurzen Kommentar zu beschränken. Ich kann es verstehen (d.h. auch nachvollziehen), dass @Frau Nickel sich hier vergrault fühlt. Darüber, ob in anderen Foren die Atmosphäre mehr oder weniger newbie-friendly ist als hier zu diskutieren, finde ich wenig hilfreich. Fragen wir uns hier einfach, ob wir es begrüßen oder bedauern, wenn Frau Nickel sich anderweitig umsieht. Und ob wir das Gefühl haben, zu@Frau Nickels Sichtweise in der einen oder anderen Art beigetragen zu haben. Ist das der Fall, kann man etwas daraus Lernen. _()_
  9. Chaxi in Europa

    Angesichts Vase (die natürlich perfekt zur Blume passt) und dem Häkel(?)schutzdeckchen (oder Klöppelspitze?) darunter sowie der Präsentation des Familiensilbers in durchaus vornehm zurückhaltender Form ist es zweifellos eine Hommage an eine Person, die den Namen 'Hortensie' mit Stil und Würde tragt und die ich mit Freuden 'Tante' nennen würde. Auch, wenn sie mit links einschenkt. Der so gar nicht klassische Faltenwurf der Decke gibt freilich Minuspunkte. Passt nicht zu Tante Hortensie. Danke für's Teilen! _()_
  10. Einstieg in den Teegenuss

    Daran, dass er sich mehrfach aufgießen lässt. Spass beiseite - Geruch und Aussehen des Blattgutes geben da vorab schon Hinweise. Geruch ist bei Online-Kauf natürlich nicht zu prüfen, aber die meisten Online-Händler zeigen zumindest Abbildungen ihres Tees. Hier Schraders Bio-Sencha neben einem Standard-Sencha, den ich gestern in der Tasse hatte (war eine Probe). Der war für drei Aufgüsse gut (mit deutlichen Abstrichen beim dritten). Kostet aber auch gut das doppelte ... Letzlich erweist sich die Qualität natürlich erst in der Tasse. Umgekehrt wird ein Schuh draus: die Qualität ist (neben Anbaugebiet) ausschlaggebend für den Preis. Liegt vermutlich daran, dass Tees von guter oder hoher Qualität stärker nachgefragt werden als solche minderer Qualität . Hinzu kommt, dass es einen Zusammenhang zwischen (teurem) manuellem Aufwand und Qualität gibt. Weitgehende Mechanisierung von Ernte und Verarbeitung senkt zwar den Deckungsbeitrag und ermöglicht damit günstigere Preise, geht aber auf Kosten der Qualität. Ja - wenn auch nur begrenzt. Die Bilder vom Blattgut sagen halt nicht alles und ein hoher Preis bedeutet nicht notwendig entsprechende Qualität. Deswegen ist es wichtig, bei Teehändlern mit Teeverstand einzukaufen - d.h. Händlern, die einen Sinn für ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis bei Tee haben (und dann auch nicht jede Mode mitmachen). Das lernt man mit der Zeit. Ansonsten sollte man schon wissen, was man einkauft. Bancha z.b. wird aus den Massenpflückungen des Sommers (und frühen Herbstes) gefertigt - eine geschmackliche Qualität wie bei den Frühlingspflückungen kann man da schlicht nicht erwarten. Es ist ein einfaches Alltagsgetränk, das man wegen seines niedrigen Koffeingehalts auch Kindern als Durstlöscher zu trinken gibt. Bei Genmaicha oder auch den meisten anderen aromatiserten Tees ist das Teematerial ebenfalls von bescheidener Qualität. Was auch sinnvoll ist - die Aromatisierung würde feinere Aromen, so sie denn vorhanden wären, ohnehin überdecken. Anders als bei Genmaicha kann man bei besseren Bancha auch noch einen zweiten Aufguss machen (kochendes Wasser, 10 - 15 Sek. Ziehzeit) - das ist dann aber eher etwas für die sparsame Hausfrau ... Trotzdem einfach mal versuchen. _()_
  11. Einstieg in den Teegenuss

    Regeln sind oft etwas sehr persönliches. Ich benutze seit schätzungsweise 2 Jahrzehnten als Allrounder für Grüntee eine Banko-yaki mit Panoramasieb. Kommt mit allen Blattgraden zurecht und gießt dabei sehr schnell und präzise (wenig Nachlauf) ab. Der Edelstahl nimmt relativ schnell Patina an, aber nur sehr dünn - das Sieb bleibt also uneingeschränkt durchlässig. Gespült wird in der Gegenrichtung zum Abgießen - also durch die Tülle. Mit im Sieb hängenbleibenden Blattresten habe ich bei Kannen mit Keramiksieb deutlich mehr Probleme. _()_
  12. Aged Black Tea "Grusinische Mischung"

    Frisch war der mal für Zubereitung im Samowar gut; also als (verdünntes) Dekokt. Obwohl ... "Qualitätsklasse IV" - da bot selbst die sozialistische Mangelwirtschaft besseres, wenn auch nicht immer. Jedenfalls ist das Angebot ja auch eher als museales Ausstellungsstück für Ostalgiker gedacht. Was den "Yunnan Aged" angeht, so ist das für mich ein schönes Beispiel für Marketingsprüche und ihre Funktion. "Aged" - früher mal hätte man das "hoffnungslos überlagert" genannt und bestenfalls als organischen Dünger entsorgt. Naheliegende Vermutung: das war mal Massenproduktion (CTC sagt eigentlich schon alles) für den Markt der Sowjetunion und infolge der Wirtschaftskrise (Zusammenbruch der Planwirtschaft) konnte man dort den Import nicht mehr bezahlen. Dann gammelte die unverkäufliche Charge irgendwo in einer Lagerhalle herum, bis man beim Aufräumen (oder dem Abriss der Lagerhalle) auf sie stieß und sich irgendein cleverer Vertriebsspezialist dachte "das können wir bestimmt noch den Langnasen verkaufen, 'aged' zieht da immer. Wenn das nicht klappt, können wir das Zeug immer noch wegschmeißen." Wie nun auch immer gelagert - ich vermute stark, wenn man die beiden Tees gegeneinander antreten ließe, ließe sich kein großer Qualitätsunterschied feststellen. Immerhin ist der Yunnan deutlich billiger. Aber so billig, dass ich mir einen 28 Jahre alten CTC-Schwarztee kaufen würde, kann der gar nicht sein. Auch, wenn die letzten Tage hier über Chawangshop einiges Positive geschrieben wurde - so etwas weckt bei mir schon gewisse Zweifel an der Seriosität des Händlers. _()_
  13. Fundstücke - Originell, Skurril, Absurd...

    Du bist auf dem Pfad des Teetrinkers Deinem Wampum begegnet. Ab jetzt wirst Du an den Lagerfeuern und Teetischen bekannt sein unter dem Namen "Er, dessen Füße nach Nanaminze riechen". Ich habe gesprochen! Howgh!
  14. Auch ich stelle mich vor (mit halbem Roman)

    Meist eher mehr als weniger. Konnte ich gerade letzte Woche wieder in einer Filiale von 'Palais des Thés' feststellen. Den Lu Mudan, wegen dem ich eigentlich gekommen war, hatte man nicht da (dafür muss man anscheinend extra ins Hauptgeschäft nach Paris fahren), ebenso wenig den 2018er Ming Qian Longjing. Stattdessen diente mir die Verkäuferin den Standard-Longjing an. Bodensatz in einem Blechkanister, der mal 5 Kilo enthalten hatte. Vor drei oder vier Jahren, wahrscheinlich. Ich machte, dass ich da 'rauskam ... Die Verkäuferin hat sich wahrscheinlich noch gewundert, dass ich bei dem tollen Angebot nichts gefunden habe, das ich kaufen wollte .... In einem anderen Laden, der das Sortiment von Dammann Frères anbot, lief es ähnlich. Um meine Zeit nicht ganz verplempert zu haben, ging ich da mit einem 100g-Tütchen Guzhang Maojian wieder raus. Nichts umwerfendes, aber wenigstens frisch und ein halbwegs vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis. Aus dieser Perspektive finde ich @Frau Nickels Eifer, sich vor einer Karriere als Teehändlerin erst einmal fortzubilden, überaus löblich ... _()_