SoGen

Mitglieder
  • Gesamte Inhalte

    379
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

3 Benutzer folgen diesem Benutzer

Über SoGen

  • Rang
    Tee-Liebhaber

Letzte Besucher des Profils

1.339 Profilaufrufe
  1. D'accord. Man kann auch mit understatement protzen . Okay - das war jetzt gemein, das nehme ich zurück ... Ascheaufmeinhauptstreu ... _()_
  2. Um mal hier auf dem Altar des Diskurses mir zu hoch hängende Trauben zu opfern - Silber (oder Gold) halte ich wegen des unvermeidlich damit verbundenen ökomischen Aufwands (um nicht boshaft von einem Protzfaktor zu sprechen ) für disqualiziert. Wobei ich kein Problem mit Leuten habe, die sagen: Metall ist Metall, entscheidend sind alleine die Materialeigenschaften und damit der Effekt auf den Tee. Kosten spielen keine Rolle ... Okay, die antibakteriellen und antimikrobiellen Effekte sind bei Silber gegeben (was allerdings auch auf die leichte Toxizität des Materials verweist); der zusätzliche hygienische Effekt (zusätzlich zum Abkochen) auf das Aufgusswasser ist allerdings wohl eher vernachlässigbar. Dann könnte man natürlich auch mit Wärmeleitfähigkeit bzw. Wärmerückhaltefähigkeit des Materials argumentieren - auch da überwiegen meine Zweifel, ob das nicht auch weniger kostenaufwändig ginge; soo einzigartig scheinen mir da die Eigenschaften von Silber nicht. Bleibt also der ästhetische Gesichtspunkt - und wenn das passt, mag auch der Aufwand gerechtfertigt sein. Hängt halt davon ab, wem das passt ... Meine persönliche Einstellung habe ich ja eingangs schon kundgetan, mir passt das nicht. Falsche Größe. Wobei Aufwand von Material zwar das Handwerk des Teeaufgießens erleichtern mag - was dann umgekehrt heisst, dass mangelnder Aufwand an Material mit höherem Aufwand an technischer Fertigkeit kompensiert werden muss. Das ist gar nicht mal so schlecht, wie es sich anhört ... Die Werbebotschaft von Teeweg-Missionaren lautet daher auch hier: Geld spielt keine Rolle. Anders und ganz profan gesagt: es gibt billigere Methoden, ein wenig Teewasser heiß zu machen, wenn man denn weiß, wie das geht. Das macht dann auch Ressourcen (wessen sind da wirklich unbeschränkt?) frei, die man in Tee (was sonst?) investieren kann. Mit diesem Tee dann sein hoffentlich irgendwo verborgenes Talent zum Handwerk durch Übung zu fördern, bringt mE mehr Gewinn als ein teurer Staubfänger. _()_
  3. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Herzlichen Dank für diesen Hinweis. Ich bin kein Freund von (nach meinem Geschmack) zu präsentem Umami, aber gerade einen leichten Shincha mag ich gelegentlich ganz gerne. Meine Standardheransgehensweise sind da beim ersten Kennenlernen 70°, bei denen es dann meistens auch bleibt, wobei die 'Ausreißer' auch nicht mehr als +/- 5° danebenliegen. Wobei das dann auch nicht Oberklasse, sondern eher gediegener Standard ist, was man dann vielleicht unterwegs auch mal in einem Teegeschäft in Deutschland findet und als Souvenir mitnimmt (da nach chinesischen Spezialitäten zu fragen, habe ich mir abgewöhnt). Aber das nächste Mal werde ich sicher auch versuchen, die in Punkt Hitze etwas zu fordern und zu schauen, was sich da noch herauslösen löst. _()_
  4. Tee-Maschinen

    Das Stichwort ist hier in marketingsprech -"Bedürfnisweckung". Konkret Nutzung des addiktiven Potentials der Pflanzendroge 'Kaffee' für die Propagierung entwickelter Zubereitungstechniken, die natürlich ihren Preis haben - und dafür ihrem Zielpublikum einen erhöhten sinnlichen Genuss versprechen. Und wenn (und solange) Leute nicht wissen, was sie mit ihrem Überschuss an Ressourcen anfangen sollen, finden die ihren Weg in die Produktion von Kultur, was zur Hypertrophierung der Wirtschaft führt. Natürlich stecken wir als Teeleute genau so mit drin - und das Interesse, Teemenschen zum Ziel marketingtechnischer Tricks zu machen, wächst natürlich mit ebendieser Zielgruppe. Nur deswegen hatten bzw. haben die Kaffeejunkies einen schrumpfenden Vorsprung. Noch. Da kommst Du auch gar nicht raus - aber erträglich hält man es, wenn man als Teetrinker dem Prinzip 'keep it simple' folgt. Heisst ja nun nicht gleich, dass es die Simplizität des Teebeutels sein muss. Und - diesem Unfug mit den Kapseln muss man als Teemensch in den entsprechenden ökologischen Fußabdrücken nicht wirklich folgen. Solange man seinen Tee eigenhändig besser als eine Maschine machen kann, sollte man das auch tun. Das wäre jedenfalls meine Empfehlung, falls es jemanden interessieren sollte. Die Teemaschine, die sich mit 'Deep Blue' vergleichen lässt (die Schachmaschine, die '96 Kasparow geschlagen hat) ist noch lange nicht in Sicht - und ich hoffe, dass ich deren Ankunft nicht mehr erlebe. Ein bißchen Luft nach oben hätte ich im Zweifelsfall wohl auch noch. Der nächste Schritt ist dann womöglich, dass diese Dinger den Tee auch gleich selbst verkosten, mitttels Gaschromotografie analysieren und auf dieser Basis ein digitales Geschmacksprofil erstellen, dass man in der Cloud ablegen und jederzeit gegen eine kleine Gebühr herunterladen kann. Und RTL klärt uns auf, wie die hochinteressanten Geschmacksprofile der nächsten Saison aussehen werden und was welcher Promi der Woche so schlürft, wenn keiner hinguckt. Schöne, neue Welt, die solche Bürger trägt ... _()_
  5. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute ohne Klang und Bild ... Nutzt halt euer Kopfkino ... Nachdem ich die letzten 7 Tage wegen Rohatsu täglich in Genuss einer Sarei-Zeremonie kam (allerdings mit Kräutertee - unser Dojo ist strict drugfree zone ) waren heute nach Heimkehr und Auspacken des Koffers erst einmal opulentere Genüsse angesagt. Zunächst der Enshi Yu Lu von DTH. Ich habe mir diesmal auch ein 20 g - Pröbchen dieser Teesorte von grüntee-direkt kommen lassen und will die Tage dann mal schauen, was der doch recht deutliche Preisunterschied bringt (wobei mir natürlich klar ist, dass chinesische und deutsche Preise nicht 1:1 vergleichbar sind und auch nicht sein können). Bin mal gespannt; der letzte Versuch mit einer höherpreisigen Sorte (von TT, die eigentlich einen guten Ruf zu genießen scheinen) erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht. Mein Fehler. Besser, erst mal nix erwarten - das nützt auch der Objektivität des Geschmacksurteils. Der nun zur Neige gehende DTH-Tee jedenfalls ist auch dieses Jahr seinen Preis mE mehr als wert. Übrigens eine (feucht-warme) Empfehlung für Leute, die vom japanischen Grüntee her kommen und einen Einstieg in den chinesischen Stil suchen, da er - ganz altmodisch - gedämpft aufbereitet wird. Kommt beim Aufguss mE am besten mit um die 80° zurecht - für Japanfreunde beim Aufgießen vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Wegen des angedeuteten Nachholbedarfs dann nach sehr gemächlichem Herbstspaziergang mit dem Hund (auch die Katze wollte mit und die lässt sich nun mal nicht hetzen) gleich noch eine weniger formelle Sitzung mit einem Mitbringsel vom letzten Vorbeischauen bei einem alten Teefreund, ein Cui Yu aus Nantou. Locker im Yixing-Gaiwan mit 95° aufgebrüht, der eigentlich hauptsächlich für TGY gedacht ist und in dem sich dieser stark gerollte Oolong gut entfalten kann, wobei er allerdings nicht ganz so stark aufgeht wie TGY. Taiwan ist nicht nur Hochlandoolong und Oriental Beauty aus Pinglin und Xinzhu; auch die mittleren Höhenlagen Nantous haben Interessantes zu bieten. Der Kultivar ist für größere Höhen gar nicht geeignet (das Holz zieht zu viel Wasser dafür, Frost tut ihm nicht gut) - entsprechend sehr saftig-vegetabil schmeckend. Hinsichtlich aller (in manchen Oolongs für meinen Geschmack zu sehr) gefälligen Aromen dafür eher zurückhaltend. Trotzdem sehr rund und weich. Weckt bei mir Assoziationen mit frisch-saftigem Laub. Nicht notwendig jungem Frühlingslaub. Ein ausgesprochen tropisch anmutender Tee. Genau das richtige Kontrastprogramm zum Wetter. _()_
  6. Offen gesagt will mir nicht so recht einleuchten, was an einer Teesitzung mit Elektrokochplatte und Tetsubin / Chagama nun "meditativer" sein soll als an einer mit Wasserkocher. Den Effekt vermag ich auch nicht zu sehen, wenn man die Elektrokochplatte gegen einen klassischen Furo tauscht bzw. eine Kombi Dobin / Ryoro benutzt. Auf die geistige Haltung / Einstellung bei der Teesitzung muss das ja keinen Einfluss haben. Und wenn es den doch gibt, dann stimmt mE gerade mit dieser Haltung / Einstellung etwas nicht so ganz ... So eine Sitzung ist mE eine Kommunikation zwischen Tee und Trinker. Aleìjos spricht in seinem immer noch lesenswerten Büchlein 'T'u Ch'uan' (dt. Übersetzung Braumüller, wien 1977) von einer "Transmission geistiger Potenzen". Auf die Werkzeuge dieser Kommunikation kommt es dabei lediglich insoweit an, als sie diese nicht behindern sollen. D.h. sie sollten effektiv und einfach in der Handhabung sein - nicht als Selbstzweck, sondern um die Konzentration auf das Wesentliche, den "Dialogpartner", nicht zu stören. Auch der ästhetische Aspekt des Werkzeugs sollte nicht von diesem Wesentlichen ablenken, sondern allenfalls die Harmonie des Dialogs befördern. Just my 2 cents ... _()_
  7. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @doumer - Schönes Set. Masaki Tachi? _()_
  8. dünnwandige Teetasse

    Richtig. Ich habe zwei davon (eine in Reserve) als Teil meines Reisesets. Dazu gehört noch ein Teetuch, das auch zum Auspolstern dient. Die Tasse ist nicht zu empfindlich und wenn es trotzdem Bruch geben sollte, ist das bei dem Preis zu verschmerzen. Wobei es mir allerdings auch schon reicht, wenn ich mir gelegentlich an einem Gaiwan die Pfoten verbrenne - bei wirklich dünnem Porzellan empfiehlt sich aus gutem Grund ein Henkel. Und damit habe ich persönlich ein größeres ästhetisches Problem als mit etwas massiverem Porzellan. Apropos Ästhetik - w2tea ist da ja ein Thema für sich, und zwar ein kontroverses. Von wegen Gral und so ... Also ich bin da eher der konservative Typ ... _()_
  9. Grüner Tee = Algengeschmack?

    Darauf wollte ich nicht hinaus. Ich kenne diese speziellen drei Tees nicht, aber die Etiketten sind durchaus vielversprechend und ich habe eine grobe Vorstellung, was sie gekostet haben. Und ich habe keinen Anlass zu der Vermutung, dass Deine Teehändlerin Dich hereinlegen wollte - der Tee dürfte seinen Preis schon wert sein. Worauf ich aufmerksam machen wollte: Du kannst Dir ja mal ausrechnen, wieviel Chun Mee Du für das, was Du da für die 300g hingelegt hast, etwa bei ALDI bekommen hättest - 250g für schlappe 2,49 € (der Gunpowder bei Rossmann gleicher Preis). Oder bei DM 200g für 1,95 €. Natürlich gibt's auch Leute, die den teurer verkaufen. Der Gunpowder von Kusmi Tea kostet zwar unverfrorene 13,00 € für 125g - schnitt aber bei Stiftung Warentest tatsächlich noch schlechter ab als der von Rossmann. Schlechter nur noch der CAP Special Gunpowder - allerdings auch nur 1,09 € für 125g. Das vorteilhafteste, was die Stiftung Warentest zu diesen Tees sagen konnte, war, dass sie nicht radioaktiv sind. (Stand - auch Preise - 2015, da wurden die von Stiftung Warentest untersucht) ... Übrigens kostet (aktuell) der Gunpowder 'Temple of Heaven', der als beste Gunpowder-Qualität gilt, derzeit bei Tee Gschwendner ebenfalls 13,00 € - allerdings für 250g und in Bio-Qualität. Etwas billiger (11,65 € / 250g, ebenfalls Bio-Qualität) ist dort der Chun Mee. Mehr als das sollte man für diese Sorten auch nicht ausgegeben - besser wird da nur noch die Verdienstspanne des Händlers. Also: der Vorschlag, mal zu probieren, ob Dir chinesischer Grüntee eher zusagt als japanischer, ist ja durchaus angebracht. Für einen sinvollen (faieren) Vergleich solltest Du dann aber auch bereit sein, in etwa dasselbe dafür auszugeben. Gunpowder und Chun Mee würde ich eher als Badewasserzusatz empfehlen ... Übrigens: größter Absatzmarkt für Gunpowder ist Nordafrika, was nicht zuletzt etwas mit der dortigen Kaufkraft zu tun hat. Und dort überdeckt man die ziemlich ordinäre, grobe Bitterkeit dieses Tees mit Zusatz von Pfefferminze und reichlich Zucker, so gut es geht ... _()_
  10. Oolong Tee = Beauty Tee

    ... nur nicht zu stark aufsetzen, sonst zaubert die Adstringenz nicht nur die Falten weg, sondern man kriegt auch noch Schlitzaugen ...
  11. Zoll und chinesischer Tee

    Die gibt es, auch wenn das eher Glückssache ist. Bei mir läuft gerade der Ankauf der Winterkollektion mit drei Bestellungen aus Shanghai (drei wegen Beachtung der Zollfrei - Grenze). Die ersten beiden Sendungen wurden beim Zoll praktisch durchgewinkt (laut Sendungsverfolgung 1 Tag Verweildauer); ich hoffe, die dritte läuft genau so. Ich habe allerdings auch schon erlebt, dass die Ware drei oder vier Wochen beim Zoll herumgammelte, bis sie freigegeben wurde. Einmal hatte ich bei der Freigrenze nicht aufgepasst und konnte die Zollgebühr beim Postboten berappen (plus Gebühr für DHL, versteht sich) - so etwas ist allerdings goodwill. Einmal musste ich zum Zollamt fahren (ca. 35 km) und die Sendung auslösen. War erwartbar (da über Freigrenze), aber aus Japan und vorwiegend Keramik. Darüber bewahrt man in einem öffentlichen Forum besser Stillschweigen. Ansonsten kann ich das bestätigen. Trotzdem halte ich mich an die 150 € Obergrenze, falls die beim Zoll mal den Überweisungsbeleg sehen wollen. Sonst gibt's wirklich Ärger. _()_
  12. Grüner Tee = Algengeschmack?

    Mit Verlaub - wenn man da einen Vergleich ziehen soll, dann sollte der Tee auch in etwa dasselbe Qualitätsniveau haben. Und damit auch ein vergleichbares Preisniveau. Für das, was @Teeschorsch für die oben abgebildeten 300g Tee vermutlich ausgegeben hat, kannst Du Dir mit Chun Mee oder Gunpowder den ganzen Verwandten- und Freundeskreis zum Feind machen. Die sind das chinesische Äquivalent von Raddegiggl. _()_
  13. Oolong Tee = Beauty Tee

    Wenn es hier einen facepalm-Button gäbe, würde das ja auch reichen ...
  14. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Das würde Dir den Ruf eines Exzentrikers einbringen - aber sonst weiter nichts. Black Forest ist ein guter Tip. Wenn's billiger sein soll und Plastik sein darf, tut es auch die Hausmarke von LIDL (Saskia) - vorausgesetzt, das Wasser stammt aus der Quelle Kirkel. Abhängig vom Standort des Lagers zapfen die auch aus anderen, weniger für Tee geeigneten Quellen (Wörth, Leissling, Jessen ... ). Steht auf dem Etikett. Ich verwende hauptsächlich die Hausmarke von REAL, die preislich irgendwo dazwischen liegt. Leider auch Plastikflasche (immerhin zu mindestens 50% aus Recycling-Material), aber wenigstens kurzer Transportweg (Quelle und Abfüllanlage ca. 40 km Luftlinie von meinem Wohnort). Volvic schmeckt irgendwie immer nach Volvic ... _()_
  15. Grüner Tee = Algengeschmack?

    John Blofeld (vielleicht ist der Name dem einen oder anderen hier bekannt) schrieb in seinem Büchlein 'The Chinese Art of Tea' (in deutscher Übersetzung unter dem mE etwas unglücklich gewählten Titel 'Das Tao des Teetrinkens' erschienen) Folgendes über japanischen (Grün-)Tee: Das trifft, wie ich finde, den Nagel auf den Kopf. Man trifft da häufig auf 'maritime' Aromen (fischig, algig ...). Das kann man durchaus mögen (und auch viel Geld dafür ausgeben), muss man aber nicht. Jedenfalls haben die meisten japanischen Grüntees einen speziellen (eben japanischen) Charakter, der sie deutlich von chinesischen Grüntees oder auch beispielsweise grünen Darjeelings unterscheidet. Das hat etwas mit den verwendeten Kultivaren der Teepflanze zu tun und natürlich auch mit der Aufbereitung des frisch gepflückten Tees. Bevor Du also Grüntee generell abschreibst, würde ich Dir empfehlen, es einmal mit chinesischem zu versuchen. Ich persönlich trinke nur selten mal einen Japaner - zur Abwechslung und dann auch durchaus mit Genuss. Grundsätzlich ziehe ich jedoch chinesische Tees vor. _()_