SoGen

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  1. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @Frau Mahlzahn: Danke für den Hinweis, das hatte ich in der Tat übersehen. Was auch bei einem anderen Anbieter der Fall ist, wo sich der Preis für 100 g von 14,00 € auf bescheidene 13,50 € ermäßigt. Was immer noch eine bemerkenswerte Preisspanne ist ... @GoldenTurtle: Deine Einwände sind nachvollziehbar, wobei ich allerdings stark bezweifle, dass in dieser Qualitätsklasse (pauschal als Erste Ernte / First Flush beworben) ein paar Tage Unterschied im Pflückdatum ursächlich für derartige Preisdifferenzen sind - geschweige denn für Qualitätsdifferenzen, die sie rechtfertigen würden. Dein Hinweis auf Darjeeling ist sicher richtig - aber es ist ein Unterschied, ob ein Tee von derselben Großplantage über verschiedene Großhändler kommt (idR unterschiedliche Lots) oder vom selben Großhändler / Importeur in identischer Verpackung. Wie ansonsten die Konditionen für den Einkauf des jeweiligen Händlers bei Marimo waren (Menge, Zeitpunkt des Einkaufs ...), darüber lässt sich nur spekulieren. Was implizit heisst, dass ich mit der flapsigen Qualifizierung "gierig" jemandem Unrecht getan haben könnte, dem möglicherweise lediglich kaufmännisches Ungeschick vorzuwerfen wäre. Mea culpa, ich entschuldige mich dafür, zumal ich da auch noch den Mengenrabatt für 100 g übersehen hatte ... Allerdings sind diese Einkaufskonditionen für den Endverbraucher auch herzlich uninteressant; den interessiert, was er selbst zahlen muss. Die "eher unschöne Gechichte mit den Marimo Jungs" war vor meiner Zeit, da müsste ich erst etwas recherchieren ... _()_
  2. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ja, ziemlich. Zumindest bei drei der vier genannten Tees (inklusive teuerster und billigster) kann man sich die Originalverpackung anschauen; beim Teekontor über eine externe Verlinkung. https://www.teeshop.de/bio-cui-lue-china-hubei.html Und die ist jeweils identisch - offensichtlich stammen die alle aus derselben Quelle (Großhändler). Pflückdatum, Grade o.ä. ist auf der Verpackung nicht angegeben und in dieser Liga auch nicht üblich. _()_
  3. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @Paul hatte mir liebenswürdigerweise ein kleines Präsent mit drei Proben sehr unterschiedlicher Tees zugesandt, mit deren Verkostung ich heute morgen begonnen habe. Und zwar mit dem preislich unspektakulärsten Tee, einem Cui Lü aus dem Bezirk Enshi im westlichen Hubei, einer bio-zertifizierten Frühlingspflückung. Bezugsquelle war @teekontorkiel, wobei ich diesen Tee auch schon bei anderen deutschen Anbietern gesehen habe, z.T. deutlich teurer (11,90 € oder 14,00 € / 100g statt 9,90 € - in einem Fall sogar gierige 15,90 €). Um ein Ergebnis der Verkostung gleich vorweg zu nehmen: diese Preisspanne gibt dann m.E. auch die Eckdaten für ein gutes, ein angemessenes und ein unbefriedigendes bzw. unverschämtes Preis-Leistungsverhältnis vor. Da der aus demselben Anbaugebiet stammende gedämpfte Yu Lu zu meinen persönlichen Favoriten gehört, war ich hier recht gespannt auf das Ergebnis. Der Empfehlung des Händlers von 70° - 75° C Aufgusstemperatur bin ich nicht gefolgt; bei der Erstverkostung chinesischer Grüntees halte ich mich grundsätzlich an einen Standard von 7,5 g / 180 ml weiches Quellwasser mit einer Temperatur von 80° C, was ca. 150 ml fertigen Aufguss ergibt. Beim Aufguss ist die Kanne in einem "Boot" (d.h. im Wasserbad), um die Temperatur möglichst konstant zu halten. Die 7,5 g sind auf vier Aufgüsse von ca. 20'', 30'', 50'' und 1'20'' ausgelegt, also auf eine Ziehzeit von insgesamt 3'. Einleitend eine kurze (ca. 5'') Wäsche mit reduzierter Temperatur. Dieser Standard hat den Vorteil, dass er nach meinem Geschmack für die meisten chinesischen Grüntees 'passt' und sich auch bei den 'Abweichlern' ein halbwegs objektiver Vergleichsmaßstab ergibt. Das Trockenmaterial hatte einen angenehm frischen, fruchtigen Geruch mit einer deutlich süßlichen Note. Dieser erste Eindruck fand sich auch im Duft des ersten Aufgusses bestätigt, der einen angenehmen, vollen Geschmack hatte. Das Geschmacksprofil war stärker vegetabil als der Geruch, aber ausgewogen, wenn auch nicht allzu differenziert (was in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten war). Das 'Terroir' des Yu Lu war für mich identifizierbar, was allerdings auch eine durch meine Erwartungshaltung erzeugte Selbsttäuschung sein könnte. Der Kultivar scheint mir jedenfalls ein anderer zu sein. Ansonsten ist anzunehmen, dass auch der Cui Lü den für Tees aus der Enshi-Region typischen hohen Selen-Gehalt aufweist. Der zweite Aufguss fiel im Vergleich zum ersten sowohl in der Nase wie auf Gaumen und Zunge leider auffallend blass aus - das meiste Pulver war schon im ersten Aufguss verschossen. Das Geschmacksprofil nun schon recht verschwommen / 'breit' - aber immer noch angenehm zu trinken. Eine Überraschung brachte der sehr ähnliche dritte Aufguss dann noch im Nachgeschmack - sehr angenehme und unaufdringliche, anhaltende Herbheit, wenn auch leider ohne süßliche Noten (auch dies in dieser Preisklasse nicht zu erwarten). Leichte Adstringenz, die nicht nur auf der Zunge spürbar war, sondern ein sehr 'fülliges', samtiges Mundgefühl erzeugte. Der vierte Aufguss war dann erwartungsgemäß eine (deutlich) verdünnte Variante des dritten, der dann auch nichts Neues mehr brachte. Auch energetisch war der Tee bemerkenswert; wobei die Sensibilität für das Qi natürlich auch immer von der Tagesform des Trinkers abhängt und ich eine zweitägige Tee-Zwangspause hinter mir hatte. Wem das mit dem Qi zu esoterisch ist - der Cui Lü scheint mir einen recht kräftigen Koffein- (worauf auch das dunkelgrüne Blattgut hindeutet) und Theobromingehalt zu haben; er erzeugte jedenfalls eine angenehm entspannte Wachheit. Trotz der oben erwähnten Herbheit bei fortschreitender Auslaugung gut magenverträglich (ich hatte den Tee morgens auf nüchternen Magen verkostet). Noch zum Thema Blattgut - die abgegossenen Blätter sehen deutlich nach Maschinenlese aus, was ich persönlich gar nicht schlecht finde. In diesem Preissegment ist eine angemessene Entlohnung für Handpflückung auch in China m.E. nicht mehr möglich. Irgendein Pflückstandard war jedenfalls nicht zu identifizieren. Fazit: Aufguss mit der vom Händler empfohlenen Temperatur von 70° - 75° C (eher 70°) dürfte sinnvoll sein, um die Schwächen des Tees (insbesondere die schwache Nachhaltigkeit) etwas zu kaschieren. Für Gongfu-Methode weniger geeignet (was nicht überraschen sollte); zwei lange Aufgüsse (2' / 3') dürften sinnvoller sein. Sicher auch für 'Grandpa-style' gut geeignet. Also empfehlenswert als Alltagstee (nicht zuletzt wegen der Bio-Zertifizierung, was auch immer die wert sein mag) und m.E. auch eine gute Empfehlung für Grüntee-Einsteiger, die nicht gerade im untersten Preissegment ihre ersten Erfahrungen sammeln wollen. _()_
  4. Bunte Teetasse mit ähnlichem Muster

    https://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw=Wan+Shou+Wu+Jiang&_osacat=0&_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw="Wan+Shou+Wu+Jiang"&_sacat=0
  5. Bunte Teetasse mit ähnlichem Muster

    Ich vermute, Du meinst die Tasse auf der linken Seite. Das Dekor nennt sich Wan Shou Wu Jiang (万寿无疆), Untertyp Bao Xiang Hua (宝相花). Es wurde insbesondere in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in Massen produziert und exportiert, vor allem die rote Variante. Neben dem blau-weißen Reiskorn-Porzellan Standardausstattung z.B. für Chinarestaurants. Findet man immer wieder z.B. bei Ebay. _()_
  6. Revanchiere mich mit einer Empfehlung, die zumindest hinsichtlich Chinareisen für ein sorgenminderndes Briefing (so heisst das wohl heute) geeignet ist: https://www.rowohlt.de/taschenbuch/christian-y-schmidt-bliefe-von-dlueben.html Ist zwar nicht mehr taufrisch aber hinreichend aktuell. Habe es erst kürzlich auf einem Grabbeltisch entdeckt und dann prompt an einem Tag weggelesen ... Und nein - Tee wird da leider nicht thematisiert. Und Suppen auch nicht ... _()_
  7. Also - ich selbst habe das Problem nicht. Aber wenn - da gibt es diese praktischen Mehrzweckbehälter in verschiedenen, aktuellen Farben: @Angelika_77: ist natürlich nur Spass. Willkommen im Forum! _()_
  8. Ja, das sind Schoten (die Früchte der Vanilla planifolia ). Ich wusste nicht, dass die auch als 'Stangen' gehandelt werden. Wenn Du Deine bei dem verlinkten Anbieter gekauft hast und so, wie sie da abgebildet sind, dürfte das schon die Ursache des Problems sein. Ähnlich wie bei Tee ist das Aroma flüchtig, weshalb Vanilleschoten bis zum Verbrauch möglichst luftdicht verpackt sein sollten. Wenn die Ware dann auch noch überlagert ist ... Ansonsten gibt es bei Vanille auch Qualitätsunterschiede, die sich auch im Preis niederschlagen. Die Qualität bemisst sich (von der Frische mal abgesehen) nach dem Vanillingehalt. Der natürliche Vanillingehalt kann zwischen 1,5 und 2,4 % liegen - das ist schon ein erheblicher Unterschied. _()_
  9. Vanille kenne ich eigentlich nur in Schoten, nicht in Stangen (mit Zimt verwechselt?). Wenn ich Vanille verwende (bei Tee tue ich das allerdings nicht ...) schneide ich die Schoten auf und kratze das Mark heraus. Die Schoten kann man dann ggf. noch mitkochen (in Milch z.B.) und anschließend entfernen. Das Vanillearoma entstammt allerding vorwiegend dem Mark. _()_
  10. Absoluter Beginner

    Bei uns gibt es in Bezug auf Wein die Bezeichnung Drei-Männer-Wein. D.h. um den runterkriegen, müssen einen zwei Männer festhalten, während der dritte einem das Zeug einflößt ... _()_ Das Preisniveau hat in den letzten Jahren kräftig angezogen und liegt bei vergleichbaren Qualitäten mittlerweile sogar deutlich über Xihu Longjing. Zweifellos ein toller Tee - aber doch mE deutlich überteuert. Eine Sache der Nachfrage und geschickten Marketings ... _()_
  11. Absoluter Beginner

    @phoobsering: Ich kann dem meisten, was Du da schreibst, zustimmen. Natürlich fließen in den Preis viele Faktoren ein und die Relation Preis / Qualität ist auch nicht linear, sondern steigt eher exponentiell. Trotzdem gibt es in der Beziehung Preis und Qualität einen grundlegenden Faktor, der nicht willkürlich ist, sondern durch die Kostendeckung bestimmt ist. Da spielen nun wiederum verschiedene Aspekte eine Rolle: Klima und Kleinklima, Bodenqualität, Zeitpunkt der Pflückung, Einsatz von Dünger, Pflanzen- und Insektenschutzmittel (bzw. Verzicht darauf). Das hat direkten Einfluss auf die Ertragsmenge. Ein zunehmend wichtiger werdender Kostenfaktor ist der Einsatz manueller Arbeit bei Pflückung und Verarbeitung. Dabei spielen nun auch soziale Bedingungen in der Erzeugerregion eine Rolle - anders gesagt, die Kosten menschlicher Arbeit und damit der Mechanisierungsdruck. Die genannten Faktoren haben alle nicht nur maßgeblichen Einfluss auf die Produktionskosten und damit den Preis, sondern auch auf die Qualität des Produkts. Das sind die objektiven Kriterien für die Qualität, die ich angesprochen hatte. An diesen Kostenfaktoren kommt man als Kunde nicht vorbei. Mit einiger Erfahrung kann man die weiteren, den Preis bestimmenden Faktoren minimieren. Z.B. indem man sich auf bestimmte Hypes nicht einlässt - da wird der Preis in einem nicht gerechtfertigten Ausmass durch Nachfrage bestimmt (Anji Bai Cha ist mE derzeit so ein Fall). Z.B. indem man das Angebot unterschiedlicher Händler vergleicht und die gierigeren unter ihnen aussortiert usw. usf. Eine andere Sache ist der persönliche Geschmack. Mir schmeckt z.B. der relativ teuer gehandelte Zhu Ye Qing nicht sonderlich und ich ziehe generell chinesische Tees den bei vergleichbarer Qualität teureren Japanern vor. Was aber nicht heisst, dass ich deren Qualität nicht einzuschätzen und zu würdigen wüsste. _()_ Vorschlag: lies einfach noch mal nach, was da tatsächlich steht und verlasse Dich nicht auf Dein Gedächtnis. Wenn Du in der Hinsicht fündig wirst, kannst Du ja mal die Zitierfunktion benutzen, statt mir Dinge einfach in den Mund zu legen. _()_
  12. Absoluter Beginner

    Die Erfahrung haben sicher schon die meisten hier gemacht. Am besten verbucht man das unter 'Lehrgeld' - man kann daraus lernen, seriöse und sachverständige Händler von solchen zu unterscheiden, die nur geschäftstüchtig sind. Und seinem persönlichen Urteilsvermögen mehr zu vertrauen als Preislisten. Ja, natürlich: ein hoher Preis ist keine Garantie für hohe Qualität. Richtig ist aber auch, dass Qualität ihren Preis hat. Bei einem Tee am untersten Ende der Preisskala kann man auch nur ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis erwarten. Also entsprechend einen Platz am untersten Ende der Qualitätsskala. Wenn man hier meint, man müsse es mir krumm nehmen, dass ich einen solchen Tee nicht für eine sinnvolle Empfehlung für jemanden halte, der nicht ausdrücklich nach dem billigsten Tee auf dem Markt sucht, sondern will - ich kann damit leben. Falls das hier: auf mich gemünzt war - es gibt hier zunächst einmal eine Qualitätsdiskussion. Wie kann man eine ausdrücklich als persönliche Meinung gekennzeichnete Äußerung - als Anspruch auf eine "Geschmackshoheit" missverstehen? Für Qualität gibt es auch bei Tee objektive Kriterien - für Geschmack nicht. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Über anderes schon. Wenn man etwa beim 8 - 10fachen von 1,95 € / 200 g auf kommt. Ich hab's nachgerechnet und komme selbst bei großzügigem Aufrunden allenfalls auf die Hälfte ... für einen "einigermaßen wohlschmeckenden" Tee, wohlgemerkt - nicht für einen gerade mal "genießbaren". _()_
  13. Absoluter Beginner

    Nunja ... "trinkbar" ist (für mich) noch mal eine andere Kategorie als Und ja - als ich noch durch berufliche Tätigkeit daran gehindert war, der Zubereitung und dem Genuss von Tee jederzeit die angemessene Sorgfalt angedeihen zu lassen, reichte zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes beim Schwitzen über Akten auch schon ein "trinkbarer" Tee in der von Dir genannten Preisklasse. Zum nebenher während der Arbeit Wegsüffeln im grandpa-style einen besseren Tee zu nehmen, wäre mir respektlos erschienen. Bei mir auch - Nobelpreisträgern sieht man vieles nach . Und die Zweckdienlichkeit der von mir nicht kommentierten Ratschläge will ich gar nicht bestreiten. Da will ich nicht mal am Papierfilter herummäkeln ... _()_
  14. Moin aus Saarbrücken

    Jeder, wie er's mag. Ich bevorzuge derzeit (wenn schon) Schwarztee mit Inländer-Rum (auch als Jagatee berüchtigt) und an meinen Laphroaig Quarter Cask mit dem typischen Aroma eingelegter Moorleichen kommen allenfalls ein par Tropfen Teewasser ... _()_