SoGen

Mitglieder
  • Gesamte Inhalte

    404
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

3 Benutzer folgen diesem Benutzer

Über SoGen

  • Rang
    Tee-Liebhaber

Letzte Besucher des Profils

1.420 Profilaufrufe
  1. Nun ja - Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden beispielsweise würde ich nun nicht als "Primitive" bezeichnen ... Aber dessenungeachtet auch meinerseits Danke für all die sachdienlichen Hinweise ... _()_
  2. Amazon Tee und Zubehör

    Da fehlt dann aber was. Glattes ist China Krauses eher Afrika - auch bei eBay.
  3. Amazon Tee und Zubehör

    Ich fürchte, wir haben in Bezug auf Tee sehr unterschiedliche Vorstellungen von "etwas gutes". Ein freundlich gemeinter, grundsätzlicher Hinweis: guter Tee muss nicht unbedingt teuer sein, aber ein halbes Pfund "Erstklassiges chinesisches Da Hong Pao" für 8,67 € ist als Angebot in etwa so seriös wie eine Flasche "erstklassigen" schottischen Single Malt zum selben Preis. Für das Geld kriegst Du keinen guten Whisky und genau so wenig einen guten Tee, schon gar keinen erstklassigen. Das gilt auch für die angebotenen Pu Erhs. Zweifellos gibt es Leute, denen auch so etwas schmeckt (chacun à son goût ...) - aber auch welche, die das Zeug (falls sie es denn geschenkt oder sonstwie aufgedrängt bekämen) allenfalls als Badewasserzusatz verwenden würden. Es hat seine Gründe, dass "etwas Gutes" seinen Preis hat. Etwa das Verhältnis Angebot - Nachfrage oder dass wirklich gute Produkte auch einen entsprechenden Produktionsaufwand voraussetzen - und damit entsprechende Produktionskosten. Wenn 0,10€/g Deine Schmerzgrenze ist, dann ist das völlig in Ordnung. Dafür kriegt man durchaus etwas Trinkbares, wenn auch nicht in gehobener oder gar Spitzenqualität. Bei Amazon allerdings eher nicht. _()_
  4. Bei 'Röstung' ist zu unterscheiden zwischen shaqing (殺青, wörtl. 'Töten des Grün') und beihuo ( 焙火, 'Rösten [über] Feuer). Shaqing ist das Stoppen enzymatischer Oxidation des frischen Blattgutes durch Erhitzung. Die Erhitzung kann durch kurzzeitiges Dämpfen (蒸青, zhengqing), durch 'Backen' (烘青, hongqing) oder durch 'rösten', also trockenes Erhitzen in Pfannen (炒青, chaoqing) stattfinden, grundsätzlich auch durch Besonnung (曬青, shaiqing). Durch chaoqing (was Du hier vermutlich mit 'Röstung' meinst) fixierte Grüntees schmecken nicht nach Rauch, auch wenn dabei andere Aromen entwickelt werden als beim zhengqing, häufig nussige oder in Richtung Kastanien gehende. Das passende Stichwort ist hier Maillard-Reaktion. Richtig ist, dass in China die Fixationsmethode des zhengqing während der Qing-Dynastie weitgehend durch (vorwiegend) chaoqing und hongqing abgelöst wurde, während in Japan noch hauptsächlich mit zhengqing gearbeitet wird. Das beihuo ist nun ein späterer Verarbeitungsschritt, der bei Grüntee in aller Regel gar nicht stattfindet. Eine bekannte Ausnahme ist etwa Hojicha - ein japanischer(!) Tee, der nach dem Dämpfen(!), Rollen und Trocknen auch noch geröstet wird. Und auch der schmeckt nicht nach Rauch. _()_ Isst Du auch Dein Schnitzel roh, um die Geschmacksverfälschung durch das Braten zu vermeiden? _()_
  5. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @Shibo: ein Kultivar, der in großen Höhenlagen (Dong Ding, Li Shan ...) hervorragende Ergebnisse bringt, mag zwar in mittlerer Höhenlage eine sehr frühe Pflückung zulassen - ob das dann allerdings ebenfalls solche Ergebnisse bringt, ist eine andere Frage ... Da fehlt dann wohl ein wenig die klimatische Herausforderung, die mE den Charakter eines Tees ganz wesentlich formt. Deine Vermutung, es könne sich da um ein Experiment handeln, scheint mir plausibel zu sein. _()_
  6. Vergleich von Unterschieden in der Shengproduktion

    Ergänzend noch als Nachtrag zur Diskussion über objektive Qualitätsbeurteilung hier der Verweis auf ein anderes Modell (über die Kriterien appearance, tincture, liquid color und aroma), das bei taiwanesischen Tees Verwendung fand. Das scheint zunächst nicht allzu kompliziert - aber die Auswertung der Rohdaten ist alles andere: https://core.ac.uk/download/pdf/81925843.pdf Wessen mathematischen Horizont das zumindest auf Anhieb übersteigt, der bzw. die findet 1. sich in guter Gesellschaft (nämlich meiner) wieder und 2. zumindest auf der drittletzten Seite der Arbeit eine schöne Tabelle mit den 69 in Taiwan am häufigsten eingesetzten Kultivaren. Leider nur in Transliteration. _()_
  7. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Sicher ein verführerischer Gedanke - aber bei realistischer Einschätzung nicht umsetzbar. Bin nicht mehr der Jüngste und auch nicht der Gesündeste und habe überdies eine Frau, der es ähnlich geht. Da ist man dann auch aufeinander angewiesen. Im Moment richtet sich unser Ehrgeiz auf eine Frühlingswoche in Venedig (da muss man halt hin, so lange es noch steht ...) mit Besuch des Teatro La Fenice (es wird natürlich Verdi gegeben, Rigoletto). Ist zwar deutlich unspektakulärer, aber sicher auch weniger stressig ... On topic: heute (natürlich) wieder der Autumnal vom Lu Shan in der Tasse. Hat eine in der Aufgussfolge zunehmend deutlicher hervortretende "silbrige" edelbittere Grundtönung (neige sonst eher nicht zu Synästhesien). Kräftiger 'Minzeffekt' auf der Zunge (mit Pfefferminze nicht geschmacklich, aber hinsichtlich des kühlenden Effekts vergleichbar). Als Autumnal hat er erwartungsgemäß weniger 'Kanten' (aber auch weniger Struktur) als eine Frühlingspflückung. 'Spitze' Noten (bei billigen Yun Wus die Regel) sind bei einem top grade natürlich ohnehin nicht zu erwarten; die erwähnte bittere Grundtönung ist weich und harmonisch in breite, vegetabile Aromen eingebunden. Die Herbstpflückung macht bei einem Tee dieses Stils durchaus Sinn ... _()_
  8. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @nannuoshan: der Sinn des Zitates von @GoldenTurtles Anfrage erschließt sich mir nicht so recht - da fehlt vermutlich noch was? Ich möchte mich jedenfalls der Anfrage anschließen und ebenfalls Interesse bekunden. Für mich ist der Lu Shan 'locus classicus' des Yun Wu (was ja im Wesentlichen lediglich eine Form des Kleinklimas beschreibt) und ich wäre durchaus interessiert zu erfahren, was andernorts aus solchen Anbaubedingungen herausgeholt werden kann - zumal der von @GoldenTurtle eingestellte Link auf eine deutlich andere Verarbeitung als im Lu Shan hinweist. Andererseits ist Fujian für mich mit seinen Ooolongs aus Anxi (wo es ja auch nicht nur Tie Guan Yin gibt) und Wu Yi sowie den Weißen aus Fuding ziemlich abgedeckt. Hinsichtlich Grüntee für mich ein großer weißer Fleck auf der Karte. Um mein Interesse ein wenig zu begründen ... _()_
  9. Teekanne Fehlkauf?

    Hallo, ergänzend zu @GoldenTurtle- der Name des Produzenten steht doch da ganz deutlich : ja unendlich. _()_
  10. Vergleich von Unterschieden in der Shengproduktion

    Danke - und auch Danke für den Tip. Wobei ein Kilopreis von 940,- € (beim Kauf von 1/4 lb) ja schon eine Hausnummer ist. Der o.g. vom Lu Shan kostet regulär nicht einmal die Hälfte (ca. 447,- €/kg, wobei nur 50g-Packungen angeboten werden) - was ja auch nicht gerade ein Schnäppchen ist. Dazu wurde er dank einer Rabattaktion, bei der ich nur zwei Päckchen voll bezahlte und drei mit einem Rabatt von 80% bekam. Waren drei komplizierte Bestellungen - mehr als 150 $ Warenwert (um den Rabatt zu bekommen), dabei aber unter 150 €, um die Zollfreiheitsgrenze nicht zu überschreiten ... Jetzt aber Schluss mit offtopic ... _()_
  11. Vergleich von Unterschieden in der Shengproduktion

    Wenn ich mich hier mal 'reinhängen darf - da wurde ja Einiges angesprochen, was nicht nur für Shengs relevant ist (über die ich als Pu-Muffel wenig zu sagen wüsste), sondern mE generell für Tee. @GoldenTurtle: ich denke, das 'Profil' von Polyphenolen (die bzw. deren Derivate Probleme im Magen bereiten können) bestimmt einen Tee ganz wesentlich - insbesondere seine 'Bekömmlichkeit'. Grundsätzlich ließe dies eine empirische (und in diesem Sinn objektive) Beschreibung zu. Das Problem liegt natürlich im Detail - das bedürfte einiger Untersuchungen zur Bestimmung dieser Polyphenole und ihrer relativen quantitativen Verteilung beim jeweiligen Tee sowie ihrer jeweiligen (potentiellen) Wirkung auf die menschliche Magenschleimhaut (was wiederum die Erstellung einer auf ausreichend großer Datenmenge beruhenden Statistik voraussetzen würde). Neben der praktischen Umsetzung (wie gut bzw. schlecht dies bei gesundheitlichen Aspekten funktioniert, lässt sich gerade bei Tee gut beobachten) gibt es jedoch weitere Komplikationen. Zum einen ist eine Bewertung nach dem Kriterium 'Bekömmlichkeit' doch recht eindimensional - und andere Qualitätskriterien sind in eher geringerem Ausmaß einem empirischen Zugang offen. Das ist übrigens auch bei Wein so - eine sensorische Prüfung zur Qualitätsbestimmung ist auch da nicht durch empirische Daten ersetzbar. Wobei ein guter Verkoster durchaus zwischen "gut gemacht" und "schmeckt mir" unterscheiden kann und beides nicht notwendig zusammenfallen muss. Wenn man persönlich Qualität vorrangig nach ästhetischen Kriterien beurteilt, ist man vollends auf eine subjektive Perspektive festgelegt - auch, wenn sich solche 'Qualitätsurteile' unterschiedlicher Subjekte durchaus decken können. Dann haben wir solche Nerd-Klüngel wie hier ... Wobei auch 'Bekömmlichkeit' eine stark subjektive Komponente hat (an das obige anküpfend: ausgedrückt durch die statistische Stichprobenvarianz). Noch dazu ist diese subjektive Komponente zeitabhängig variabel. Beispielsweise musste ich die letzten beiden Tage wegen Magenproblemen auf meinen Tee verzichten. Heute dann ein vorsichtiger Wiedereinstieg (nach einem leichten Frühstück, nicht wie sonst auf nüchternen Magen) mit einem Lu Shan Yun Wu. Top grade, ein Autumnal, am 06.09. letztes Jahr gepflückt und verarbeitet. 10g/180ml/85°C, sechs Aufgüsse. Drei Tage war der Kerl so krank, jetzt säuft er wieder, Gott sei Dank! _()_
  12. Milch und Tee

    Hallo zurück, zur ersten Frage: Leute, die Teeblätter einer Sorte (beispielsweise Assamica-Varietät, gerne auch mit CTC-Häcksler bearbeitet und zu Schwarztee oxidiert) aufbrühen, die dann Bitterstoffe erstens in reichlicher Menge und zweitens von geschmacklich eher unerwünschter Qualität entwickeln. Diese Bitterstoffe kann man praktischerweise chemisch abpuffern - dazu dient das Fett in der Milch. Zur zweiten Frage: Zucker (der die verbliebene Bitterkeit so gut es geht verdeckt und kaschiert - allerdings auch noch ein bißchen mehr) ist zu Milch eher die Regel. Konkret gibt es hinsichtlich des "wie" unterschiedliche, z.T. recht elaborierte Gebräuche, worüber beispielsweise eine Googlesuche tieferen Aufschluss geben könnte, falls sich hier keine auskunftsfreudigen Experten finden lassen sollten. Um auch mit meiner persönlichen Meinung nicht hinterm Berg zu halten: dann schon lieber Schnaps in den Tee kippen. Das hebt die Laune noch'n Tick besser. _()_
  13. Da stimme ich Dir grundsätzlich zu, zumal Gusseisen deutlich reaktionsfreudiger ist als Kupfer. Wobei es im Zweifelsfall einer Definition bedürfte, was wir jeweils unter einem "äußerst guten gustatorischen Sinn" verstehen. Muss aber nicht sein ... Es ist gerade der deutliche Einfluss des Kesselmaterials auf das Aufgusswasser, gegen den ich Bedenken habe. Ich persönlich halte Wasser vor der Aufgussphase gerne möglichst frei von geschmacksbeeinflussenden Materialeinflüssen. Da ist Glas und Edelstahl das inerte Material der Wahl; bei einer offenen Feuerung würde ich auch eher zu einem traditionellen Keramikkessel als zu Gusseisen tendieren. Der Gusseisen-Effekt mag durchaus positiv ('effektvoll') sein, aber ich habe da (bei häufiger oder gar ausschließlicher Verwendung einer Tetsubin) die Vorstellung eines gewissen Maggi-Effekts. Wer diese klassische, umamilastige und nach gedoptem Liebstöckel schmeckende universell einsetzbare Gewürzsoße klassischer deutsch-bürgerlicher Küche wie ich noch aus Zeiten kennt, als sie (neben chronisch verstopften oder wahlweise leeren Salz- und Pfefferstreuern sowie einigen Zahnstochern) zur Grundausstattung eines deutschen Wirtshaustisches gehörte, weiss, wovon ich rede. Übrigens - ich liebe Allgäuer Kässpatzen mit reichlich Maggi. Wohl als Folge irgendeines frühkindlichen Traumas. Aber alle Tage möchte ich es nicht haben ... _()_
  14. Nur mal so als vielleicht sachdienlicher Hinweis: ich habe selbst keine Erfahrung mit Kupferkesseln. Was jedoch Kochgeschirr im Allgemeinen angeht, so ist Kupfer immer noch das Material, mit dem die meisten Profis bevorzugt arbeiten. Üblich ist bei diesem Geschirr heute eine Edelstahlauskleidung. Die Auskleidung ist nötig, weil Kupfer mit verschiedenen Lebensmitteln wechselwirkt und in Überdosierung (wobei die Schwelle allerdings für ein Schwermetall recht hoch liegt) toxisch ist. Die technische Herausforderung des Herstellers liegt darin, die Auskleidungsschicht (die auf das Kupfer aufgewalzt wird) möglichst dünn zu halten, um die Wärmeleitfähigkeit des Kupfers optimal zu nutzen. Das hat seinen Preis, der bei Profigeschirr in einer ganz anderen Liga spielt als bei dem vorgestellten Kessel. Eine Klärung, ob er ausgekleidet ist, würde ich auf jeden Fall vor einem Kauf herbeiführen. Wenn er ausgekleidet sein sollte, würde ich bei dem Preis nicht allzuviel Zeitgewinn beim Erhitzen erwarten. Wobei sich bei unbeschichtem Kupfer hingegen die Frage stellt, wie denn nun Wasser mit Kupfer interagiert. Geschmacklich dürfte das eher unauffällig sein, insbesondere wenn der pH-Wert des Wassers nahe beim Neutralpunkt liegt. Aber wer die Eisenionen bei einer Tetsubin herausschmeckt, wird wohl auch da etwas finden ... _()_
  15. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute nachmittag ein weiterer Oolong aus der Sendung von @chenshi-chinatee: ein holzkohlegerösteter Tie Guan Yin Jahrgang 1993. Dieser sowie ein '98er Da Hong Pao waren der eigentliche Grund meines Kaufs; der gestern erwähnte Songzhong hat lediglich als Ablösung meines den Weg alles Irdischen gegangenen Milan Xiang gedient. Da wären Viele in Frage gekommen (was dem Milan Xiang nicht das beste Zeugnis ausstellt). Mir ging es hauptsächlich um den Abschluss meines Projektes, mir ein Geschmacksurteil hinsichtlich gelagerter Oolongs zu bilden. Anders gesagt: haben wir es da lediglich mit gehypten ehemaligen Ladenhütern zu tun oder lohnt sich der Aufwand an Lagerung (Lagerkosten - die natürlich mit eingepreist werden) tatsächlich? Einen sehr instruktiven Einstieg hatte ich Dank der diesjährigen TeaTravelBox-Aktion und da speziell @wu.chia.yu's Formosa-Oolongs. Nochmals Danke dafür. Jetzt sind abschließend die Fujian-Oolongs dran. Der Tie Guan Yin heute ist zunächst irritierend, weil die Aufgussfarbe Röstnoten verspricht, die aber schon lange verflogen sind. Ein schöner, gut eingebundener Alterungston - aber ich musste unweigerlich an diesen Zettel an der Kaffeemaschine meiner ehemaligen Arbeitsstätte denken: Lachen Sie nicht über unseren Kaffee - auch Sie werden einmal alt und schwach ... Anders gesagt - das Aromaspektrum ist insgesamt sehr harmonisch, sehr weich, durchaus komplex, aber auch sehr "leise", so dass die Komplexität eher zu erahnen als tatsächlich zu riechen oder zu schmecken ist. Dosiert hatte ich 6g auf ca. 180ml bei 95°. Ich frage mich, wie dieser Tee auf eine Nachröstung reagieren würde ... Insgesamt ist mein Eindruck zwiespältig - sowohl speziell bei diesem Tie Guan Yin als auch generell, was gelagerte Oolongs angeht. Das erwähnte "Geschmacksurteil" dürfte auf ein entschiedenes "es kommt darauf an ..." hinauslaufen. _()_