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  1. Geschirr, China Grüntee, Yuuki-Cha

    Die Ernte beginnt im März. Pflückungen vor dem Frühlingsbeginn um den 20. März (Chun Fen, 春分) gibt es nur bei wenigen hochwertigen Tees (Longjing z.B.) und wenn die Witterung es zulässt. Entsprechend sind diese als She Qian (社前) bezeichneten Tees extrem selten und teuer. Häufiger findet man schon Pflückungen, die zwischen Chun Fen und Qing Ming (清明, um den 5. April) geerntet werden - die werden dann als Ming Qian (明前 - oder englisch 'pre - Qing Ming') angeboten. Die Standard-Frühlingspflückung findet dann zwischen Qing Ming und Gu Yu (谷雨, 'Getreide-Regen' um den 20. April) statt. Das ist dann der Yu Qian (雨前, 'Vor-dem-Regen'). Die Unterschiede zwischen diesen Pflückungen sind in erster Linie durch das zunehmende Tempo des Wachstums der Büsche bedingt. Alle drei sind Spitzenqualitäten. Nach Gu Yu - also gerade jetzt - setzt verstärkt Regen ein und damit die Massenpflückungen. _()_
  2. Geschirr, China Grüntee, Yuuki-Cha

    Auch ich würde von Gschwendner abraten - da Du bei japanischen Tees bereits Erfahrungen mit gehobener Qualität hast, dürfte Dir das Angebot dort eher weniger zusagen. Gehobene Qualität bieten sie nur unter dem Label 'Edmon's' an - und da ist als einziger chinesischer Grüntee lediglich der Anji Bai Cha dabei. Und wenn ich mir da auf der Webseite das Foto vom Blattgut anschaue, scheint mir der etwas überteuert ... Grundsätzlich empfiehlt es sich mE ohnehin, mit den 'Klassikern' anzufangen. Einige der wichtigsten findest Du bei Cha Dao (Xihu Longjing, Dongting Biluochun, Huangshan Maofeng, Xinyang Maojian, Taiping Hou Kui, Lu'an Gua Pian). Die bilden auch eine ziemliche Spannweite unterschiedlicher Stile ab. Etliche davon sind derzeit allerdings vergriffen und die, die es nicht sind, sind natürlich noch 2017er Pflückung (leider ist es immer noch eine Ausnahme, dass Händler, wie es Cha Dao tut, das Jahr der Ernte angeben). Wobei ich bei kleineren Mengen 2017er (noch) nicht allzu große Bedenken hätte - die pfannengerösteten Grüntees sind nach meiner Erfahrung grundsätzlich etwas besser lagerfähig als gedämpfte. _()_
  3. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wo ich die Tasse mal her hatte. Ich habe sie ein paar Jahre nur als 'Reisetasse' im Urlaub benutzt bis mir kürzlich auffiel, dass sie eigentlich ganz gut zu dem Gaiwan von Bero passt. _()_
  4. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Beim letzten Ausflug in die große Stadt (Trier - brauchte ein paar neue Wanderstiefel) auch mal bei Gschwendner 'reingeschaut und etwas Baihao Yinzhen mitgenommen, der dann heute aufgegossen wurde. In Stimmung für weißen Tee bin ich eher selten, aber heute hat's gepasst.
  5. "außergewöhnliche" Kräutertees?

    Ja, leider ein etwas unglücklicher Start. Aber wir sind ja nicht nachtragend, oder? Und @Kotti hoffentlich auch nicht ... _()_
  6. "außergewöhnliche" Kräutertees?

    Hallo Kotti, Da ist es angebracht, sich zunächst ein wenig einzulesen, sich die Regeln (beachte insbesondere Nr. 9) anzuschauen usw. Was ersteres angeht, merkt man dann recht schnell, dass der Schwerpunkt des Interesses der Teilnehmer hier bei hochwertigen Tees liegt und weniger bei Massenware und / oder Kräuteraufgüssen. Was zweites angeht, so ist es eine sehr sinnvolle Regel, dass sich Händler hier als solche outen. Das ist einfach eine Sache von Offenheit und Transparenz. Ansonsten gibt es hier dieses Unterforum. Ich habe mir Deinen Blog mal angeschaut; viel steht da ja noch nicht - was jetzt selbstredend keine Kritik sein soll. Den einen Artikel über Chun Mee (oder Zhenmei) finde ich allerdings nicht sonderlich informativ - im Gegenteil liest sich das wie eine der üblichen Warenanpreisungen in einem Shop. Von einem Blogartikel mit dem Anspruch, ohne kommerzielles Interesse Wissen über Tee zu vermitteln, würde ich deutlich mehr erwarten. Der eher beiläufige Hinweis, dass dieser Tee (für chinesische Grüntees eher ungewöhnlich) gedämpft wird, ist natürlich wichtig und auch der, dass er anschließend einfach der Sonnentrocknung ausgesetzt wird. Bei letzterem wäre es dann auch sinnvoll anzumerken, dass dies eine vor allem billige Aufbereitungsmethode ist, die ein gehobenes Qualitätslevel gar nicht erst zulässt. Wenn Du in Deinem Blog schreibst "Chun Mee ein wahrer Liebhaber unter den Teekennern" dann ist das - von der verunglückten Grammatik einmal abgesehen - schlicht Unsinn. Chun Mee ist ein billiges Massenprodukt (gleich, ob er aus Jiangxi, Anhui, Zhejiang oder Taiwan kommt), das vor allem für den Export produziert wird, wobei die Hauptabnehmer neben der EU vor allem West- und Nordafrika sowie der Nahe Osten sind. Ein Verweis auf die Qualitätsgrade hätte dies verdeutlichen können - die höchste Qualitätsstufe (41022 AAA) kostet im Einzelhandel hier in Deutschland typischerweise um 3,50 € / 100 g. Entsprechende Qualität kann man dann auch erwarten. Erst recht bei den 6 niedrigeren Qualitätsstufen (9371 - 9366) bis hin zu den Abfällen (Dust und Fannings), die als 9380 gehandelt werden und sich dann als "Feinster Grüner Tee" in Teebeuteln wiederfinden. Von daher kommt Dein Blogartikel bei mir genau als "kommerzielle Werbung" an (auch, wenn Du momentan noch keinen Chun Mee anbietest) und und nicht als "Wissen" über Tee. Sorry - nimm mir diese offene und ehrliche Kritik nicht übel. Ich würde mich bei dieser Sache gar nicht so sehr aufhalten, wenn nicht gerade Chun Mee (neben Gunpowder) für den schlechten Ruf chinesischen grünen Tees bei manchen Verbrauchern hierzulande verantwortlich wäre - das ist eben die Qualität, die sie kennengelernt haben und deswegen hinsichtlich chinesischem Grüntee für repräsentativ halten. Nur mal so als Hinweis - für meinen Alltagstee, den ich tagsüber während der Arbeit so nebenher wegsüffle, liegt meine Schmerzgrenze nach unten hinsichtlich Preisniveau etwa beim doppelten dessen, was ein Top Grade - Chun Mee kostet. Und das ist dann immer noch ein ganzes Stück weit von dem entfernt, was ein "Teekenner" und "Liebhaber" chinesischer Grüntees als Genussmittel so konsumiert ... _()_
  7. Welcher Pu Erh ist das?

    Nun - ganz identisch ist der Taobao-Bing nicht, die Zeilen über der Rezeptnummer auf den beiden Wrappers sind jeweils unterschiedlich. Identisch ist mit ziemlicher Sicherheit der Ebay-Bing; bei dem Amazon-Bing ist der Wrapper verdeckt - Jahr und Chargennummer stimmen jedoch überein (merkwürdigerweise das Gewicht nicht). Wenn der Taobao-Bing tatsächlich in derselben Qualitätsklasse liegt, wäre die (grob) Verzehnfachung des Preises im Vergleich chinesischer / US-Markt allerdings schon recht sportlich ... _()_
  8. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Beeindruckend, solch ein unerschrockener Forschungsgeist. Meine Sache sind solche Selbstversuche eher nicht - das rangiert bei mir in derselben Klasse wie fritierte Mehlwürmer. Interessant, dass man so etwas essen kann. Gut, dass man es nicht essen muss. Und seit 'Breaking Bad' assoziiere ich habituellen Steviagebrauch ohnehin mit schwerwiegenden Charaktermängeln ... _()_
  9. Welcher Pu Erh ist das?

    Aufschlussreicher ist mE der orangefarbene Beipackzettel, der auf dem Foto leider reichlich unscharf ist. Jedenfalls ein Bing (饼) aus dem Trockenlager (干仓) 'Sieben Söhne (?)' (七子) in Menghai (勐海). Das (komplett: 勐海干仓七子饼) steht oben auf dem Beipackzettel. Darunter steht, wie auch groß auf dem Wrapper (das mittlere Zeichen tlw. verdeckt durch das rote Band): 老普洱 - also "alter Pu Erh". Nichtsdestotrotz wohl eher ein Shou, nur gelagert. Auf dem Beipackzettel entziffere ich trotz Unschärfe das Gewicht (357 g) und das Jahr der Abpackung (2006). Auch die Batch-Nummer 601 verweist auf 2006. Wie die "Rezeptnummer" auf dem Wrapper (66?6) zeigt, ist der Produzent jedoch wohl nicht die Menghai Tea Factory (da müsste die letzte Ziffer eine '2' sein), sondern evt. (?) die Fu Hai Tea Factory (Fu Hai Cha Chang 福海茶场) oder ein CNNP-Nachfolger. Ich vermute (wie auch @digitalray), die Rezeptnummer ist 6666. Weitere Angebote von Bings dieser Art findet man hier und und auch hier auf Amazon. Bei Taobao (erster Link) werden umgerechnet bescheidene 1,70 € für den Bing verlangt, woraus bei amazon.com schon 22 $ geworden sind (merkwürdigerweise ist der Bing dort etwas kleiner, 330 g). Auch auf ebay wird man mit einem etwas älteren Bing für 19 $ fündig. _()_
  10. Was ist nur immer mit "Qi" gemeint.

    Finde ich jetzt ein wenig zu pauschalisierend. Was "Bitternis" angeht, so schätzen auch Chinesen ku (苦) im Tee nicht sonderlich und unterscheiden es deutlich von se (涩) und gan (甘) ebenso wie ein "westlich geprägter Geschmack", insbesondere wenn diese Prägung durch etwas Schulung in Weinsensorik unterstützt wurde, bei adstringierenden Noten durchaus zwischen 'herb', 'grob', 'pelzig' und 'grün' unterscheiden kann - wobei ersteres eine Menge Freunde hat. Was nun Muff- und Schimmeltöne angeht, so werden sie allerdings bei Wein als Fehler eingeschätzt und ich persönlich mag sie im Tee ebenso wenig wie im Wein. 'Fäule' ist hingegen noch einmal eine andere Liga. Damit würde ein Chinese vermutlich eher einen reifen Epoisses oder Neufchatel assoziieren, denen ich nun wiederum wie viele westliche Geschmäcker gar nicht ablehnend gegenüber stehe ... Geschmacksurteile sind sicher bis zu einem gewissen Grad kulturell geprägt. Vor allem aber sind sie individuell und in diesem Kontext von "Schwächen" zu sprechen finde ich unangebracht. De gustibus non est disputandum. Mit der Sensorik hat das mE recht wenig zu tun. Das liegt eine Ebene tiefer. _()_
  11. Was ist nur immer mit "Qi" gemeint.

    Grundsätzlich ist das cha qi meines Erachtens hinreichend definiert als Auslöser der pharmakologischen, d.h. unmittelbaren psychologischen und physiologischen Wirkung des Teegenusses. Ob man diese Wirkung nun einer esoterischen Energie zuschreibt (die womöglich durch Lagerung und Reifung speziell von Pu Erhs und Oolongs noch akkumuliert werden kann) oder naturwissenschaftlich nüchtern den diversen, im Tee enthaltenen chemischen Verbindungen, ist mE eher unerheblich. Sicherlich kann diese Wirkung je nach Teeauf- und zubereitung hinsichtlich Intensität und auch Qualität unterschiedlich sein. Das ist der objektive Aspekt. Von der subjektiven Seite her ist die Sensibilität des Konsumierenden für die Wirkung ein entscheidender Faktor (was z.B. durch ein 'zeremonielles' Setting und die damit verbundene Achtsamkeit gefördert werden kann). Wie jeder weiss, der ernsthaft Taijiquan und / oder Qigong praktiziert, kann man diese Sensibilität schulen. Was dann allerdings auch dazu führen kann, dass die beobachteten Wirkungen zumindest teilweise (autosuggestive) Placebo-Effekte sind. Aber auch Placebo-Effekte sind Wirkungen ... Persönlich nehme ich bei grünen und weißen (insbesondere Baihao Yinzhen) Tees, eine gewisse Mindestqualität vorausgesetzt, cha qi sehr deutlich wahr; bei Oolongs und gelbem Tee in geringerem Ausmass und bei schwarzem Tee kaum - es scheint da einen Zusammenhang mit dem Oxidationsgrad zu geben. Zu Pu Erh habe ich aus sensorischen Gründen keinen rechten Zugang und kann dazu nichts sagen. Dass im Zusammenhang mit cha qi vor allem von Pu Erh die Rede ist, scheint mir (pardon) marketingbedingt zu sein und auch etwas mit Moden zu tun zu haben - früher hat man da z.B. im Zusammenhang mit grünem und vor allem weißem Tee gerne die TCM-Pharmakologie als Verkaufsargument bemüht. Die Nachfrage gesundheitsbewusster Konsumenten hatte dann auch für eine unerfreuliche Preissteigerung bei Da Bai - Tees gesorgt. Mariage Frères tat sich damals damit hervor, echten Yinzhen für den 'anspruchsvollen' Gaumen auch noch mit künstlichen Aromen (Kirsche z.B.) aufzuhübschen - wie wenn man Kindern die Medizin mit einem Löffel Zucker verabreicht. Ich sehe solche Hypes daher nicht sonderlich wohlgefällig ... Die Wirkung selbst würde ich als eine parallele Anregung sowohl des Sympathikus als auch des Parasympathikus (die eigentlich antagonistisch arbeiten) beschreiben. Das - also eine sowohl ergotrope (vor allem durch das Koffein und Theobromin) wie auch trophotrope Wirkung (durch die Catechine, was in der TCM als der 'kühlende' Effekt von Grüntee beschrieben wird) - kann man subjektiv als eine 'Energetisierung' bzw. Anhebung des persönlichen Energielevels empfinden. Das ist durchaus vergleichbar mit der subjektiv empfundenen Wirkung von Qigong. _()_
  12. Teebibliothek

    Noch ein Willkommen von einem weiteren Greis in der Runde (schon etwas jenseits der 60) . _()_
  13. Das halte ich für einen guten Ansatz (es wirkt wirklich natürlicher) und ich denke, Du setzt das auch ganz gut um. Mal so als Idee - Du hast ja dieses Mal auch einige Nahaufnahmen eingeblendet. Vielleicht könntest Du die Schnittstellen mit solchen Einblendungen (Nahaufnahmen des Tees, der Geräte usw. ...) überdecken - der Ton kann ja dabei weiterlaufen. _()_
  14. Teevorstellung: Bio Bancha Miyazaki Yanagicha

    @Paul: Danke für den sehr interessanten Artikel. _()_
  15. Da kann man durchaus unterschiedlicher Auffassung sein. Ich persönlich schätze bei den meisten Tees den dritten (wenn ich das Blanchieren als ersten Aufguss zähle) am meisten. Ein chinesisches Sprichwort lautet: Die erste Tasse für deinen Feind, die zweite für deine Frau, die dritte für dich selbst. Dabei dürfte mit "erste Tasse" der erste Aufguss gemeint sein, der weggeschüttet wird. Grundsätzlich haben verschiedene Aufgüsse unterschiedliche aromatische Profile. Interessante Untersuchung dazu (leider nur mit koreanischen Grüntees) findet sich hier. Welches von diesen Profilen nun das "Beste" ist, ist eine Frage rein subjektiver Bewertung - und nicht zuletzt auch von der Teesorte abhängig. Wobei ich gerne einräume, dass bei den wenigsten Teetrinkern der vierte oder gar ein noch späterer Aufguss ein aussichtsreicher Kandidat für die Einstufung als 'Bester' ist. Was nun die Geschmacksintensität angeht, ist dies eher eine Sache der Zubereitungstechnik und hat nicht notwendig etwas mit Wohlgeschmack zu tun. Man kann problemlos einen dritten Aufguss produzieren, der so intensiv ist, dass es einem die Zehennägel hochrollt . Generell halte ich es für sinnvoll, eine in etwa gleichmäßige Intensität der Aufgüsse anzustreben, was zumindest bei drei Aufgüssen auch nicht allzu schwierig ist. Wobei ich das nun ausdrücklich auf chinesische Grüntees beziehe. Dass bei der Frage Blanchieren und Wegschütten oder nicht die Verarbeitungsmethode des Tees (und damit idR die Herkunft China oder Japan) eine Rolle spielt, wurde ja schon erwähnt. Bei einem ersten Aufguss von ca. 5 Sekunden gibt es wohl kaum "eine Menge" zu verpassen - die reichen gerade Mal, um den Tee 'aufzuschließen'. Und um den folgenden, 'richtigen' Aufguss, vor störenden Aromen zu bewahren. Jedenfalls einen nichtgedämpften, vor allem wegen der deutlich geringeren Restfeuchtigkeit der Teeblätter. Zumal, wenn die Blätter weitestgehend intakt sind - da liegen beispielsweise zwischen den 'Spatzenzungen' eines Huangshan Maofeng und dem intensiv gerollten / aufgebrochenen Blattgut eines Gyokuro Welten ... _()_