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  1. Teedose Stempel

    Schwer zu entziffern, da sehr unsauber gemarkt. Eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn hilft ein wenig. Ich entziffere da (von oben nach unten und rechts nach links): 香港加工 - "Hongkong Endfertigung". Ohne Garantie (und mit Fantasie). Das heisst, die Bemalung wurde in Hongkong erstellt. Der Porzellanrohling hingegen wurde als Halbfertigprodukt importiert - vom Festland (VR China) oder aus Japan. Ist nach gotheborg.com in die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zu datieren. _()_
  2. Zoll und chinesischer Tee

    @doumer: was den "bürokratischen Schwachsinn" angeht, so geht das beliebte EU-bashing oder das Maulen über die angeblich so typisch deutsche Regelungswut etwas an der Sache vorbei. Deswegen habe ich ja mal versucht aufzuzeigen, wie das umgekehrt in China aussieht. Nämlich noch stärker reguliert als hier. Nicht zuletzt, was die Sprache angeht - die begnügen sich auch nicht mit Englisch. De facto ist das spätestens seit 2011 (EU-Verordnung Nr. 1169/2011) ein Problem. Den Verweis auf die Rechtsgrundlage hast Du ja selbst gepostet, konkret steht das in Art. 15: Sicher kann man unterschiedlicher Auffassung sein, ob nun Englisch in Deutschland "leicht verständlich" ist. Für viele Menschen trifft das sicher nicht zu. Für Menschen, die per Internet im nichteuropäischen Ausland bestellen, wohl eher schon. Insofern wäre da zweifellos eine Ausnahmeregelung für den in Art. 14 geregelten Fernabsatz sinnvoll. Der Punkt ist jedenfalls - die Schuld liegt beim Gesetzgeber, den gewählten Volksvertretern. Und nicht beim deutschen Zoll. Im Gegenteil, erfreulicherweise schauen die da häufig durch die Finger. Nicht jeder Zollbeamte ist ein sturer Paragraphenreiter, was ja auch der @sthinbetween gegebene Hinweis auf ein mögliches 'Schlupfloch' zeigt. So bedauerlich das für uns als Kunden ist - die Bringschuld haben hier die Händler. Wobei man als regelmäßiger Stammkunde ja vielleicht anbieten könnte, die englischen Angaben ins Deutsche zu übersetzen, so dass der Händler (wenn er selbst kein Deutsch kann) zumindest die Kosten für einen Übersetzer spart. Natürlich ist das alles für den Kunden ärgerlich - auch ich kaufe hauptsächlich in China und bin jedes mal erleichtert (und für die Inkompetenz oder freundliche Nachsichtigkeit des zuständigen Zollbeamten dankbar), wenn die Sendung ohne Probleme durchgegangen ist. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass dieser ganze bürokratische Firlefanz einem durchaus sinnvollen Zweck dient (ich hatte schon darauf hingewiesen) - dem Verbraucherschutz. Wobei auch hier 'gut gemeint' nicht notwendig 'gut gemacht' bedeutet. _()_
  3. Zoll und chinesischer Tee

    @MB77: Grundsätzlich gibt es da keinen Unterschied. Lebensmittel (nicht nur, aber eben auch importierte) werden stichprobenartig untersucht, insbesondere auf Belastung mit Pestiziden, Fungiziden und Schwermetallen. Nennt sich Verbraucherschutz - so ärgerlich das im Einzelfall für den Verbraucher sein mag, wenn man ihn auf diese Weise schützt. Speziell China ist dafür berüchtigt, dass da viele Produzenten zur Ertragssteigerung bedenkenlos mit der Giftspritze draufhalten. Anscheinend hat man in letzter Zeit beim Zoll zunehmend die Kleinmengen privater Besteller im Auge - wohl auch, weil da das Gesamtvolumen wächst bzw. die Wahrnehmungsschwelle überschritten hat. Handelsunternehmen geben idR zusätzlich selbst solche Rückstandskontrollen in Auftrag, um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein. Mit ein Grund, warum man beim Internethändler in China billiger einkaufen kann als beim Händler hier vor Ort - so was ist nicht billig und lohnt als freiwilliger Auftrag dann auch nur bei größeren Chargen. Übrigens apropos Kaffee - da gelangen Pestizidrückstande nicht ins Getränk, anders als bei Tee (ca. 10% der Belastung des Blattguts). Belastet sind da nämlich fast ausschließlich die Schalen der Bohnen und den Rest erledigt die Röstung. Wovon allerdings die Umwelt in den Anbauländern und insbesondere die Arbeitskräfte auf den Plantagen nichts haben ... Aber vielleicht mit ein Grund, warum bei Tee möglicherweise öfter oder genauer hingeschaut wird als bei Kaffee. _()_
  4. Zoll und chinesischer Tee

    Bei Getränken mit einem Mindestalkoholgehalt von 10 Volumenprozent ist die Angabe des MHD nicht verpflichtend. Egal, woher der Stoff kommt. Gemäß der seit Juli 2017 in Deutschland gültigen Verordnung zur Durchführung unionsrechtlicher Vorschriften betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung LMIDV) zur Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) der EU vom 13.12.2014 sind folgende Angaben verpflichtend: die Bezeichnung des Lebensmittels (idR Handelsname, etwa "Penfolds Grange"), Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe, die gem. Anhang II der LMIV Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können (idR steht da lediglich "enthält Sulfite"), ggf. die Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten (z.B. bei Glühwein), die Nettofüllmenge, Name oder Firma und Anschrift des Lebensmittelunternehmers, Ursprungsland oder Herkunftsort sowie die Angabe des Alkoholgehalts in Volumenprozent. Könnte man jetzt sagen: typisch EU-Bürokratie. Wenn jetzt z.B. ein Wein von der Mosel nach China ausgeführt wird, läuft das hingegen folgendermaßen: anzugeben sind Bezeichnung des Lebensmittels (idR Handelsname, etwa "Kröver Nacktarsch"), Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe ( z.B. Schwefel oder Sorbinsäure), die Nettofüllmenge,, Name und Anschrift des Herstellers sowie Name und Anschrift des Importeurs/Händlers, Ursprungsland sowie Angabe des Alkoholgehalts in Volumenprozent. Außerdem Traubenjahrgang und Abfülldatum, die "Quality Guarantee Period" (idR 10 Jahre, bei hochwertigen Qualitätsweinen bis zu 25 Jahre üblich), Los- bzw. Chargennummer, Lagerungsbedingungen (z. B. liegend, kein Tageslicht), Qualitätsstufe / Produktstandard, ggf. Produktart (z. B. "sweet wine"), Zuckergehalt und ein gesundheitlicher Warnhinweis. Immerhin kann auch hier bei alkoholischen Getränke mit 10 Vol.% oder mehr auf ein Mindesthaltbarkeitsdatum verzichtet werden ... Selbstverständlich ist diese Kennzeichnung in chinesischer Sprache erforderlich, wobei die Angaben in chinesischer Umschrift (Pinyin) oder einer Minderheitensprache erfolgen können. Zweisprachig (etwa Englisch / Chinesisch) ist erwünscht, wobei die Fremdsprache kleiner sein muss als die chinesischen Schriftzeichen. Dabei dürfen nur Kurzzeichen und nicht die in Hongkong, Taiwan und Singapur üblichen Langzeichen Anwendung finden. Falls sich jemand jetzt fragt - ja, ich war in einem früheren Leben Beamter ... _()_ Zu meiner Rechtfertigung - kein EU-Bürokrat, sondern vermessungstechnischer Dienst der Landwirtschaftsverwaltung ...
  5. Philosophie am Teetisch

    Das ist mit Sicherheit richtig, @nemo. Trotzdem zwei subjektive Anmerkungen dazu. Relevant ist für mich, die Folgen meines Handelns möglichst zuverlässig abschätzen zu können. Sowohl in konkret materieller wie auch in ethisch-moralischer Hinsicht. Da treffen nun Wissenschaft und religiöser Glaube (sofern dieser Fundament persönlicher ethischer Überzeugungen ist) zusammen und es ist aus meiner Sicht gut, wenn man beides nicht als Gegensätze, sondern als Komplemente begreift - und, was leider zu selten der Fall ist, als gegenseitige Korrektive. Wobei ich mit dem Begriff 'Glaube' aufgrund des erwähnten Absolutheitsanspruchs ein Problem habe. Im Buddhismus wäre ein grobes Äquivalent Śrāddha, das von der Bedeutung eher in Richtung 'Vertrauen' geht. Eines Vertrauens, das unter dem Vorbehalt der Bewährung in der religiösen Praxis steht - d.h. deren heilsame Wirkung muss konkret in der eigenen Lebenswirklichkeit erfahren werden, nicht in einer wie auch immer gearteten Transzendenz. Dieser Punkt ist auch direkt mit dem zweiten, den ich herausgreifen möchte, verknüpft: der Sinnfrage, die Du ansprichst. Meine Erfahrung ist, dass die 'Lösung' dieser Frage darin liegt, dass sie sich einem zunehmend weniger stellt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt der Ungemütlichkeit des Daseins liegt mE in der Sinnlosigkeit der Bestrebens, in ihm einen Sinn zu finden. _()_
  6. Philosophie am Teetisch

    Genau - ich zum Beispiel . Es gibt zwar zwischen Glauben und wissenschaftlicher Theoriebildung eine gewisse Ähnlichkeit, dessenungeachtet sind die Unterschiede deutlich gravierender. Anders als Glaube sind wissenschaftliche Theorien strikt an Empirie ("Wissenschaftsergebnisse") gebunden. Das heisst, zum Einen beruhen sie auf reproduzierbaren(!) Beobachtungen und Messungen und erkären Zusammenhänge zwischen diesen. Zum Anderen dürfen sie auch nicht in Widerspruch zu anderen empirischen Daten stehen; ein solcher Widerspruch falsifiziert sie. Daraus ist wissenschaftstheoretisch die Forderung der theoretischen Falsifizierbarkeit abgeleitet (Poppers 'Kritischer Rationalismus'); d.h. dass eine Theorie durch bestimmte empirische Daten, wenn sie beobachtet oder gemessen werden, widerlegbar / falsifizierbar sein muss, wenn sie als wissenschaftlich gelten soll. Der Glaube, dass ein jüdischer Wanderprediger des ersten Jahrhunderts drei Tage nach seiner Hinrichtung vom Tod wieder zum Leben erwacht ist, zum Himmel aufgefahren ist und damit die Menschheit erlöst hat, ist nicht falsifizierbar. Die 1687 von Isaac Newton veröffentlichte Theorie, dass jeder Massenpunkt auf andere Massenpunkte eine anziehende Kraft ausübt, deren Vektor die Verbindungslinie beider Massenpunkte ist und die in ihrer Stärke proportional zum Produkt der jeweiligen Massen sowie umgekehrt proportional zum Abstand der Massen ist, ist durch hinreichend genaue Messungen falsifizierbar - und sie wurde auch falsifiziert, indem durch empirische Beobachtungen festgestellt wurde, dass sich mit ihr lediglich Näherungswerte (allerdings ziemlich genaue) in schwachen Gravitationsfeldern berechnen lassen. Was im Bereich technischer Anwendung idR auch völlig ausreichend ist - ansonsten haben wir seit 1915 Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, deren berechnete Vorhersagen empirischer Messungen deutlich präziser sind. Richtig ist, dass die meisten Menschen hinsichtlich wissenschaftlicher Theorien mangels persönlicher Sachkompetenz auf deren Richtigkeit schlicht vertrauen. Was ja auch nicht ungerechtfertigt ist, weil (wenn man die Qualifizierung "wisenschaftlich" ernst nimmt) solche Theorien nicht nur von Menschen mit eben solcher Sachkompetenz aufgestellt sondern auch kritisch überprüft werden (peer control). Es kommt zwar immer wieder (wenn auch selten) vor, dass empirische Daten gefälscht werden (z.B. durch ökonomisches Interesse geleitet) oder aufgrund von Messfehlern zu falschen Schlüssen führen und auch die peer control versagt gelegentlich. Darauf beruhende Theorien haben aber in aller Regel eine recht kurze Halbwertszeit - jedenfalls verglichen mit der Beständigkeit des oben erwähnten Glaubens trotz seit nun seit fast zwei Jahrtausenden ausgebliebener Parusie. Auch, wenn es - wie schon eingangs erwähnt - eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem (nicht immer gerechtfertigten) Vertrauen auf wissenschaftliche Autorität und Glaube gibt, so erheben wissenschaftliche Theorien - anders als Glaube - allenfalls den Anspruch, Wahrheit auf Widerruf zu sein, ein Provisorium. Glaube hingegen, sofern es sich dabei nicht nur um auf eingestandenem Un- oder Halbwissen beruhende Vermutungen handelt (was etwas Anderes ist), hat einen ungerechtfertigten Absolutheitsanspruch. Das ist es, "was die meisten Menschen nicht wahrhaben wollen". Was früher oder später zu unangenehmen Kollisionen mit der Realität führt. Zwar hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und seinen eigenen Glauben - aber nicht auf seine eigenen Fakten. Das wird gerne verwechselt ... _()_
  7. @seika: alle drei Stücke sehr schon. Besonders gefällt mir die farblich dezente Hasenfell-Glasur. _()_
  8. Philosophie am Teetisch

    Vorschlag: ein Henri Bardouin. Der geht sogar auch mal pur bei Zimmertemperatur als Digestif nach einem etwas zu üppigen Mahl, ohne dass einem wie beim 51 oder Ricard (mit denen man sich so etwas nur aus ernsten medizinischen Gründen zumuten sollte) die Gesichtszüge Gefahr laufen, zu entgleisen. Wegen dem Bardouin (und dem Marc de Bourgogne von Gabriel Boudier, den ich zur Affinage von Epoisses benötige) suche ich gelegentlich eine Filiale von Jacques' Wein-Depot auf, die haben beides im Sortiment. Eis würde ich weglassen; Wasser mit Kühlschranktemperatur reicht. Natürlich dasselbe, das man auch seinem Tee zumutet. Dazu bei sonnigem Wetter eine Runde Pétanque mit den richtigen Mitspielern ist nicht nur gesünder als hechelnd durch die Landschaft zu hetzen, sondern verschafft einem auch das Äquivalent von mindestens vier Semestern Philosophiestudium an Lebensweisheit (um hier ontopic zu bleiben). Und nein, ich kriege für dieses product placement keine Prozente auf meinen nächsten Einkauf ... _()_
  9. Versuch mal, ob dir japanischer Bancha schmeckt. Der ist ziemlich koffeinarm, in Japan kriegen den auch Kinder zu trinken. _()_
  10. Teejahr 2018

    Asche auf mein Haupt - ich hatte das aus dem Fokus verloren. Dein Gedächtnis funktioniert offensichtlich besser als meines, also Danke für die Erinnerung und Entschuldigung wegen des Wartens. Den wesentlichen Punkt hatte ich vor einer Weile schon einmal in einem anderen Thread beschrieben - Achtsamkeit. Die Teezubereitung, insbesondere morgens nach Morgentoilette und vor dem Frühstück, ist für mich eine meditative Übung, der ich etwa eine Stunde widme. Wobei ich das Glück habe, mittlerweile im Ruhestand zu sein und dies auch täglich ohne Zeitdruck tun kann. Zumindest diese erste Teesitzung des Tages findet dann in aller Regel auch in konzentrierter Stille statt, also ohne Musikberieselung und auch ohne optische Ablenkung - d.h. beim Riechen und Schmecken des Tees sind die Augen in der Regel geschlossen (und es wird auch keine Kamera zwischendurch bedient). Die Bewegungen bei der Teezubereitung und beim Verkosten des Tees sind standardisiert und eingeübt - was nach außen als rituell oder zeremoniell erscheinen und entsprechend missverstanden werden kann. Es geht dabei jedoch vielmehr darum, ohne Überlegung oder Reflexion zu handeln und zu empfinden; sich in reiner Wahrnehmung zu üben. Die Bewegungen werden sparsam ausgeführt und mit dem Atemfluss koordiniert - es ist in etwa vergleichbar mit einer Taijiquan-Form (ich habe das einige Jahre recht intensiv praktiziert). Wichtig ist dabei die Körperhaltung; ich sitze zwar nicht im Lotossitz (da spielen die Knie nicht mit) oder im klassischen japanischen Seiza, aber doch auf einem sog. Seiza-Bänkchen. Dabei formt der Atem auf natürliche Weise die Körperhaltung, insbesondere einen aufgerichteten Oberkörper. So kommt das Qi ins Fließen und auch das spezielle Qi des Tee kann seine Wirkung entfalten. Es entsteht so eine wache, anhaltende Aufmerksamkeit, verbunden mit ruhiger Gelassenheit und nicht zuletzt auch körperlicher Entspannung. _()_
  11. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Die sonntägliche Morgensonne wurde heute mit einem Sencha von dem eher selten erhältlichen Kultivar Sakimidori begrüßt. Ein Mitbringsel von meinem letzten Besuch in Worms (und bei meinem alten Teefreund und langjährigem Dealer 'Kuki' in der Zornstraße). Leider hatte ich vor lauter Geplauder versäumt, nach dem Anbaugebiet zu fragen. Was dem Teegenuss allerdings keinen Abbruch tat. Der erste Aufguss hier war noch ein wenig blass; bei den folgenden entwickelte sich ein leuchtendes Gelbgrün.Vielschichtiges Aroma Richtung Gemüsebrühe, aber sehr leicht und duftig. Zurückhaltendes Umami (kein 'Maggi-Effekt'), wie ich es mag. Im 3. Aufguss trat eine delikate, an Räucherfisch erinnernde Note hinzu. Der 4. Aufguss dann immer noch sehr subtil und komplex, der 5. dann (den ich mir zukünftig sparen werde) zu leicht. Ein wunderbarer Start in einen vielversprechenden Frühlingstag. _()_
  12. Hallo @sebastian, zunächst mal auch von mir ein 'Willkommen'. Zu @KlausO und @Cel: es geht ja hier um Anfängerfragen und da ist eine Neuauflage der Kontroverse 'Waschgang - ja oder nein und wenn ja, wo, wie lange und wie oft' wenig hilfreich bzw. etwas offtopic. Auf dem Einsteigerlevel (womit auch die Qualitätsstufe der Tees gemeint ist, mit denen man da sinnvollerweise arbeitet) ist die Technik sicher verzichtbar, weil der Effekt (so es denn einen geben sollte) sehr subtil ist. Um mit abgewogenem Urteil entscheiden zu können, ob und bei welchen Tees man damit arbeitet (oder ob das nur überflüssige Umstandskrämerei ist) braucht man erst einmal einen geschulten Geschmack. Sorry, wenn das jetzt arrogant oder schulmeisterlich 'rüberkommt, aber so ist es nicht gemeint. First things first. Den genannten Preisen nach urteilen kann man mit diesen Tees zwar Gongfu-Technik üben, aber entsprechende Geschmacksergebnisse sollte man nicht erwarten. Zwei Aufgüsse sind da mE eine realistische Erwartung - und da ist dann auch die 'westliche' Methode sinnvoller. D.h. Teemenge reduzieren, erster Aufguss 2 Minuten, zweiter 3 Minuten. Das sind jetzt erst einmal grobe Ausgangswerte, wo man dann nachregulieren kann. Dabei wird der 2. Aufguss qualitativ gegen den ersten schon deutlich abfallen. Bitter sollte er allerdings nicht sein (allenfalls angenehm herb). Falls doch, ist die Teemenge noch zu groß - oder der Tee taugt nichts. Auch für 'Grandpa-Style' sind solche Tees idR gut geeignet, wobei das nun auch mehr mit Durstlöschen zu tun hat als mit Teegenuss. Positiv ist doch schon einmal, dass du mit diesen Tees bei relativ großer Menge und kurzer Ziehzeit wenigstens einen guten Aufguss hinbekommst und damit eine Vorstellung hast, in welche Richtung die Reise auf dem Teeweg geht. Ansonsten: 80° sind für Bi Luo Chun idR (da gibt es recht unterschiedliche Herkunftgebiete) passend, wenn der Gaiwan gut vorgeheizt ist. Beim Pouchong dürften es mE durchaus 10° mehr sein. Was das Warmhalten des Aufgussgefäßes angeht, so ist das bei Grüntee nicht ganz so wichtig - wobei man auch da die Pausen zwischen den Aufgüssen nicht so sehr ausdehnen sollte, dass das Aufgussgefäß zu sehr abkühlt. Bei Oolongs arbeite ich grundsätzlich mit Wasserbad (sog. 'Teeboot') - wobei ich das Wasser für das Boot vor jedem Aufguss neu aufkoche und das Aufgussgefäß damit von außen auf Temperatur bringe. Dafür muss das Aufgussgefäß natürlich im Wasser stehen und nicht - wie bei modernen Teebooten häufig - auf einem kleinen Podest über dem Wasser. Wer so etwas produziert, hat die Funktion des Teeboots schlicht nicht verstanden. Grundsätzlich sind Wasserkessel mit Temperaturvorwahl nützlich, aber notorisch unpräzise. Besonders für Grüntee ist es mE empfehlenswert, mit einem Abkühlgefäß (jap. Yuzamashi) zu arbeiten. Dabei muss man natürlich herausfinden, wie effektiv das verwendete Abkühlgefäß arbeitet - jedes ist da anders. Dabei ist ein Teethermometer eine große Hilfe. Wenn man 'sein' Gerät kennengelernt hat, kann man darauf verzichten - und mit Thermometer geht das schneller als mit trial-and-error-Methode. Es ist vor allem bei Grüntee sinnvoll, mit der Aufgusstemperatur ein wenig zu experimentieren - ich mache das bei jedem neuen Tee in meinem Sortiment, um die für mich optimale Temperatur herauszufinden. Mit etwas Erfahrung braucht es da nicht mehr als 2 oder drei Versuche. Die optimale Aufgusstemperatur ist durch den Tee selbst (Kultivar und die Art, wie er aufbereitet wurde) bedingt - nicht durch die Teemenge oder die Ziehzeit (die wiederum in einer Wechselbeziehung stehen). Insofern ist die für einen speziellen Tee empfohlene Aufgusstemperatur für alle Aufgussmethoden gleich geeignet. Wobei man diese Temperatur eben auch nur als Empfehlung sehen sollte, von der man ruhig abweichen kann - entscheidend ist da der persönliche Geschmack. _()_
  13. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Die Chrysanthemen? Nö ... Gemeint war sicher @chenshi-chinatee, nicht ich. _()_
  14. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Kann ich mir, offen gesagt, auch nicht vorstellen, dass das zusammenpasst ... Wobei 'Snow Chrysanthemum' (auch als 'Snow Daisy' gehandelt) botanisch wieder eine andere Geschichte ist. Erinnert mich an ein Rezept aus Loriots 'Großem Ratgeber' (in Deinem Alter kennt man den wohl noch): "Ungeschälte Bananen auf Brot verschaffen Ihnen den Ruf der Originalität, sonst nichts". _()_