SoGen

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Alle erstellten Inhalte von SoGen

  1. Mein Beileid. Ging mir übrigens vor einigen Jahren (das Shuitang existierte da noch gar nicht) bei Madame Tseng genau so - Betriebsferien 🥺. Dammann Frères an der Place des Vosges war kein wirklicher Ersatz. Damals war der Gesundheitshype mit weißem Tee auf dem Höhepunkt - als man mir einen mit Kirsche aromatisierten Yin Zheng (der noch ein wenig mehr kostete als ein unverhunzter) andienen wollte, machte ich, dass ich da wieder 'rauskam ... _()_
  2. Wer's denn braucht ... Also ich für meinen Teil muss nicht einen Teelöffel Salz oder Zucker in den Mund nehmen, um ein "konkretes Bild" davon zu bekommen, wie salzig oder süß schmeckt. Oder einen kräftigen Schluck Essig trinken, um mir klar zu machen, was konkret 'sauer' ist. Bei 'bitter' wäre mein Tip vergälltes Ethanol (wegen des zur Vergällung benutzten Denatoniumbenzoats) . Aber okay - eine Möglichkeit wäre das schon. Das Problem dabei ist allerdings, dass die Reizwahrnehmung von 'umami' physiologisch etwas anders funktioniert als bei den anderen vier Geschmäckern - und dass Mononatriumglutamat nicht alleine Auslöser der Empfindung ist. Wer mal Gutamatwürze pur probiert hat (wie in dem Zitat von Dir angeregt), hat das sicher festgestellt - das Ergebnis ist eher enttäuschend. In aller Regel macht es erst die Kombination mit Inosin und / oder Guanosin, die die umami-Empfindung des Mononatriumglutamats gewissermaßen potenzieren. Zur Vertiefung dazu hier etwas (leider nur auf Englisch). Speziell für Dich von Interesse vielleicht die 'Definitionsversuche' der Mitglieder eines Sensorik-Panels, beginnend auf der ersten Seite unten. Ich persönlich gehe solche Dinge bevorzugt anders an - auf eine Weise, die man mE mit größerer Berechtigung "konkret" nennen kann: 1/2 Pfund Shiitake waschen, zusammen mit getrockneten Tomaten kleinhacken und in Butter anbraten, mit einem kräftigen Schuss Sojasoße und 100 ml Crème double ablöschen. Eine ordentliche Portion frischgeriebenen Parmesan (er sollte wenigstens 24, besser 36 Monate gelagert sein) dazu und unter Rühren köcheln lassen, bis der Parmesan geschmolzen bzw. gelöst ist. Hitze auf geringsten Grad reduzieren und ziehen lassen. Währenddessen Tagliatelle oder Fettucine (bevorzugt natürlich frische) abkochen, dann die Shiitake-Soße über die Pasta geben und darüber etwas schwarzen Pfeffer aus der Mühle. Für's Auge noch etwas gehackte Petersilie und etwas gehobelten Parmesan darüber. Salzen sollte wegen der Sojasoße und des Parmesan in aller Regel nicht notwendig sein. Der Grundgeschmack bzw. -charakter dieses Gerichts ist 'umami' - verantwortlich dafür sind die Shiitake (höchster Glutamingehält bei Pilzen), die getrockneten Tomaten, der Parmesan (durch die Fermentation höchster Glutamingehalt bei Käsen), die Petersilie und natürlich auch die Sojasoße. Wer noch einen draufsetzen will, sollte Pasta aus Vollkorn-Weizenmehl nehmen. Nicht-Vegetariern bieten sich da natürlich noch andere Möglichkeiten ... _()_
  3. Ich bin sonst kein großer Freund von kaltem Tee - aber heute, nach einer 12 km - Runde im Soonwald bei über 30° (bei der ich mich nicht mit einer Wasserflasche belastet hatte) war der hier genau richtig: Mizucha 'Miumori', eine Cuvée von Asatsuyu (Kabuse), Yabukita (Roji) und Kanayamidori Matcha - Dank @teekontorkiel für die Probe. Schön abgestimmt, lecker und erfrischend. Mizucha ist ja eher für Express-Kaltaufguss gedacht; ich habe ihn stattdessen ca. 5 Std. im Kühlschrank ziehen lassen. Habe nicht den Eindruck, das ihm das geschadet hat ... _()_
  4. Gleichfalls - ist jetzt für ein virtuelles Anstoßen nur einen Tick zu spät. Habe gerade eine Session mit Anji Bai Cha (2020er Mingqian Teji) hinter mir und drücke mich jetzt erst mal vor dem Spülen ... Vielleicht etwas später, wenn der Hund und ich ihren Auslauf hatten - ein anderer Thread hier hat mir Lust auf den 1993er Tie Guan Yin von @chenshi-chinatee gemacht. In diesem Sinne: Prost! _()_
  5. Zu unkompliziert sollte man mit Details auch nicht umgehen. Dass Glutamat aus Protein besteht, ist Unsinn. Glutamate sind Salze (und Ester) der Glutaminsäure, die wiederum eine proteinogene Aminosäure ist - d.h. sie ist ein "Eiweissbaustein". Also wird umgekehrt ein Schuh draus: Protein besteht aus Aminosäureketten, die über Peptidbindungen Makromoleküle bilden. Da kann - muss aber nicht - Glutaminsäure beteiligt sein; nicht jedes Protein enthält auch Glutaminsäure. Beteiligt sind mindestens zwei Aminosäuren (sog. Dipeptide), bei dem Protein Titin (wichtig für die menschliche Muskulatur) sind ca. 34.000 Aminosäuren verknüpft. Von den unnötig verkomplizierenden Details nun zum relevanten. Du hattest behauptet, der umami - Geschmack von Grüntee sei "lediglich eine Imitation des Protein Geschmacks". Das ist schlicht falsch. Das, was für die Geschmacksempfindung 'umami' ursächlich ist, ist Glutaminsäure bzw. Gutamat. Bei Grüntee wie bei Proteinen. Bei der Wahrnehmung spielt dann tatsächlich ein Protein eine Rolle - allerdings ein körpereigenes, nämlich das Rezeptorprotein der für die Empfindung 'umami' spezialisierten Sinneszellen. Näheres dazu hier. _()_
  6. Kleine Anmerkung zum Thread-Titel: Pater Lassalle war Jesuit und mit einem Missionierungsauftrag der katholischen Kirche in Japan. "Zen-Buddhist" war er nie. Und "Zenmeister" ist jeder, der genug Leute dazu bringt, ihn so zu nennen ... Anders gesagt: ein solcher Titel hat den Vorteil, dass es keine objektiven Kriterien dafür gibt, wer sich so nennen (oder nennen lassen) darf. Zen studiert hat Pater Lassalle auch nicht in einer zen-buddhistischen Einrichtung (dafür hätte er auch keinen Dispens seiner Oberen bekommen), sondern im Rahmen der Laienorganisation Sanbo-Kyodan, die wiederum zu den 'Shinshūkyō' zählt. Es gibt zwischen christlichen Zen-Adepten und Zenbuddhisten einen grundsätzlichen Unterschied im Verständnis von Zen. Näheres dazu (und zu Sanbo Kyodan, Pater Lassalles 'Stall') in diesem schon etwas älteren Blogartikel. Für die Gegenposition - wen es denn interessiert - mag dieser Studienbericht eines evangelischen Pfarrers, der - etwas bescheidener - 'nur' als Zen-Lehrer (Sensei) und nicht gleich als 'Meister' firmiert stehen. _()_
  7. Da melde ich schon mal deutlichen Widerspruch an. Ohne jetzt tiefer in die Problematik einzusteigen habe ich zumindest im Gedächtnis, dass die Empfindung 'umami' in erster Linie mit der Glutaminsäure (bzw. deren Salz Glutamat) als auslösender Neurotransmitter in Verbindung steht. Nun findet sich diese zu den Aminosäuren zählende Substanz reichlich in Proteinen, aber eben auch in bestimmten Pflanzen - Pilzen etwa, Tomaten (wo sie durch Trocknung intensiver erschmeckt werden können), Algen oder eben auch Tee. Neben anderen Aminosäuren, wie vor allem dem (nicht-proteinogenen) L-Theanin. Interessanterweise erinnert das umami in japanischen Grüntees häufig an Algen oder Fischprotein (mich jedenfalls) - bei chinesischen Grüntees mit deutlichem umami assoziiere ich hingegen eher das Einweiss eines frischen gekochten Hühnereis ... Das dürfte aber nun eher damit zusammenhängen, mit welchen Aromen das Glutamin jeweils assoziiert ist. In diesem Zusammenhang würde ich dem oben abgebildeten Aromarad ein Defizit bescheinigen, das in dieser Hinsicht lediglich ein kleines 'marines' Spektrum (mit 'fish' und 'seaweed') aufweist. _()_
  8. Umami ist umami ist umami ... Was soll denn 'salzig', 'bitter', 'sauer' oder 'süß' konkret für einen Geschmack darstellen? _()_
  9. SoGen

    <30€ Kyusu

    Hey - in den Laden bin ich kürzlich 'reingestolpert (verlängertes Wochenende am See, nach Besuch der Reichenau ein wenig Bummeln in Radolfzell). Schöner Laden, sehr netter Inhaber 👍. Habe mir zur gelegentlichen Auffrischung der Urlaubserinnerungen einen Shincha 88yanotsuyu aus Shizuoka mitgenommen, bislang noch nicht verkostet - die aus Miyazaki von @teekontorkiel sind noch nicht weggeschlabbert .... _()_
  10. Das hier: .... ist für den Anfang schon mal ganz brauchbar (bitte selbst übersetzen; die Arbeit nimmt Dir hier keiner ab ...). Das alleine ist jedoch nur die halbe Miete. Über Textur und Mundgefühl muss man da auch etwas parlieren können - zur Einführung in die Terminologie hier was. Wobei zu ergänzen wäre, dass es nicht reicht, über oral-trigeminale Wahrnehmung schwadronieren zu können, man sollte - gerade bei Grüntee - auch akribisch zwischen ortho- und retronasal wahrgenommenen Komponenten differenzieren können. Wenn in der Runde nicht gerade jemand dabei ist, der von Tee wirklich etwas versteht, kommt man damit nicht nur ganz gut durch - bei Leuten, die noch weniger Ahnung von der Sache haben als man selbst, kann man dann mit etwas Eloquenz problemlos Eindruck schinden. Über Geschmack haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen - aber das ist glücklicherweise simpel. Bekanntlich gibt es ja nur 5 "Geschmacksnoten" (das Bildchen da oben zeigt 'Aromen') und die kennst Du sicher. Achtung! Bei japanischen Grüntees unbedingt "umami" erwähnen. Wenn Dir keines auffällt, einfach bemäkeln, dass es zu schwach ist. Ansonsten kann man auch da mit ein wenig Hintergrundwissen beim smalltalk punkten _()_
  11. Eine toll gemachte und sehr benutzerfreundliche Anwendung, Respekt. Habe früher gelegentlich beruflich auf solche Daten (insbesondere exakte Weinlagenabgrenzung) zugreifen müssen und dann natürlich Rebflächen-Online des Geoportals der LWK Rheinland-Pfalz benutzt. Die gibt noch einiges mehr an Daten her, dafür ist die Benutzerschnittstelle nicht gerade intuitiv bedienbar - und die Daten sind auch auf Rheinland-Pfalz beschränkt. _()_
  12. Connoisseurs Choice auch bei der Musik - 'Famous Blue Raincoat' und 'Dress Rehearsal Rag' sind meine Lieblingssongs von ihm ... Meine Lieblingsplatte von ihm ist allerdings die 'Live Songs'; die Aufnahmen stammen von der Tournee, von der auch ich einen Auftritt erlebt habe. Anfang der 70er, im Ludwigshafener Pfalzbau ... Ontopic (aber ohne Foto): im Glas heute abend was Bodenständiges, ein Naheland-Grappa von der Brennerei Dotzauer in Oberstreit (etwa 10 km von hier). Gebrannter Trester von Spätlese- und Auslese-Rieslingtrauben, selbstverständlich entrappt und im Eichenfass gereift. Da kommen Heimatgefühle auf ... _()_
  13. Ja, die Pflege von Pflanzen hat schon was - etwas, das auch ohne jegliches Einkalkulieren eines Nutzeffektes zu spüren ist. Bzw. gerade dann - auch wenn die Erzeugung eines wirklich guten Tees eine höchst schätzenswerte Kunst ist. _()_
  14. Tee & Schnee in Zhejiang: Ich vermute mal, Kälte dürfte weniger ein Problem sein als Trockenheit. Zum Vergleich Klimagraphen von Hangzhou (oben) und Worms (unten) - man beachte die unterschiedlichen Skalen: _()_
  15. Danke für den Tip - kannte ich noch nicht. _()_
  16. Nur die üblichen Verdächtigen - Gschwendner und Ronnefeldt. Dazu ein paar Unabhängige, aber mW nix, was da aus dem Durchschnitt herausstechen würde. Eine bemerkenswerte Adresse findet sich dafür im nahen Plankstadt. Nicht für Tee, aber für Teehäuser. Wenn man denn über das nötige Kleingeld verfügt: http://www.drixler-japanische-häuser.de/japanisches-teehaus-kaufen-bauen.html _()_
  17. Hatte da im Mai Oolongs gekauft, Zhengyan Rou Gui und Ya Shi Xiang. Netter Kontakt, tolle Tees - allerdings auch gesalzene Preise ... Dauerkunde werde ich da wohl eher nicht. Zumal ich das Angebot an (chinesischen) Grüntees jetzt nicht sonderlich attraktiv fand, mal davon abgesehen, dass es im Mai noch keine 2020er gab (woanders in Deutschland natürlich auch nicht ...). _()_
  18. Ja, deswegen auch "pestizidfreie Produktion". Ja, ich denke, ein solcher Preis ist durchaus machbar, auch wenn die Gewinnspanne dann sicherlich äußerst knapp kalkuliert sein muss. Ich vermute hier ein ausgesprochenes Werbeangebot, das nicht groß (falls überhaupt) Profit bringen soll, sondern dazu gedacht ist, neue Stammkunden anzuwerben bzw. solche mit anderen Interessensschwerpunkten an Wuyi Yancha heranzuführen (um nicht "anzufixen" zu schreiben ...). Ansonsten - entscheidend ist natürlich wie immer, was in der Tasse ist und nicht, was auf der Verpackung steht. Wobei das natürlich schon der Wahrheit entsprechen und nicht geflunkert sollte. "Große Namen" sind erst einmal nur ein Versprechen, das nicht immer auch eingehalten wird. Jedenfalls freue ich mich, dass Du da anscheinend ein schönes Schnäppchen gemacht hast. Wenn meine Nerven durch die diesjährigen drei Bestellungen bei DTH nicht schon reichlich ramponiert wären (die letzte ist mittlerweile, nach 7 Wochen Warten, endlich eingetroffen) wäre ich glatt in Versuchung ... Wobei ich derzeit mit diesem etwas untypisch produzierten und entsprechend interessanten Shui Xian eigentlich durchaus zufrieden bin. Auch wenn er, obwohl kein Zhengyan, etwa das Doppelte kostet ... Jetzt reicht's aber wirklich, ist schließlich ein Grüntee - Thread hier. _()_
  19. Ich kann verstehen wenn auch nicht unbedingt nachvollziehen, wenn man angesichts des in der Tat niedrigen Preises den Verdacht einer Falschdeklaration und damit eines Betrugs am Kunden äußert. Obiges liest sich allerdings wie eine Tatsachenbehauptung. Nun weiss ich nicht, wie das in der Schweiz ist, aber in Deutschland kann, wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, zu einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe verurteilt werden, wenn diese Tatsache nicht erweislich wahr ist (§ 186 StGB, üble Nachrede). Die Beweislast (dass "diese Tatsache erweislich wahr ist") liegt bei dem, der die Tatsachenbehauptung aufgestellt hat - ich vermute mal, einen solchen Beweis müsstest Du schuldig bleiben. Nun wird Dich DTH sicherlich nicht wegen Deines letzten Postings hier verklagen - aber offen gesagt, für moralisch zweifelhaft halte ich so etwas schon. Entschuldige meine Offenheit. Reden wir doch mal über den "Preisunterschied", wobei man sinnvollerweise nicht die Preisgestaltung in Europa ansässiger Nobelhändler zum Maßstab nehmen sollte. Zunächst einmal grundsätzlich: wie schon angedeutet, ist Shui Xian bei Yancha eher am unteren Ende des Qualitätsspektrums oder doch zumindest des Preisspektrums einzuordnen, schließlich gehören sie auch nicht zu den Si Da Ming Cong (die 'eigentlichen' Yancha, auf die sich deren Ruf gründet). Die Bezeichnung 'Lao Cong' soll in der Regel bei Shui Xian eine gehobenere Qualität andeuten; bei den Si Da Ming Cong - Varietäten ist mir ein solcher Zusatz noch nie untergekommen; die haben das nicht nötig. Jedenfalls ist das kein definierter Begriff, die Büsche können über 10 Jahre alt sein oder auch über 100; so lange der Produzent oder Händler kein konkretes Alter der Büsche angibt (was DTH nicht tut), ist der Zusatz nicht mehr als schmückendes Beiwerk beim Namen (wie 'Dancong' bei Fenghuang Oolongs). Zhengyan allerdings steht für eine exakt definierte Herkunft, überdies für eine pestizidfreie Produktion. Für topgrade Zhengyan Shui Xian habe ich nun Großhandelspreise nicht vorliegen, nur für 'normalen' Wuyi (also Waishan) topgrade - da sind es 7,50 $ / 100 gr. Zhengyan (dann allerdings supergrade, kein simpler topgrade) wird hingegen für 22 $ / 100 gr und 26 $ / 100 gr angeboten (Jiangtea Wholesale, Stand März 2020). Damit hat der von DTH einen vergleichsweise immer noch sehr günstigen Einzelhandelspreis - aber nicht so eklatant günstig, dass das die Behauptung eines Betruges am Kunden rechtfertigen oder gar beweisen würde. Man kann bei dem Großhändler übrigens auch einen Shui Xian für 123 $ / 100 gr kaufen - das ist dann allerdings nicht einfach ein Zhengyan, sondern einer aus der Hui Yuan - Senke. Zhengyan ist nämlich nicht notwendig gleich Zhengyan, innerhalb dieses Gebietes von immerhin ca. 70 km² gibt es qualitativ unterschiedlich bewertetete (und bezahlte) Terroirs, was beim Preis eine erhebliche Rolle spielt. Der oben genannte Großhandelspreis von 22 $ / 100 gr für einen supergrade ist da sicherlich noch nicht das untere Ende der Preisskala, schon gar nicht für einen Aufkäufer größerer Mengen direkt beim Produzenten. Was nicht nur auf Jiangtea zutrifft, sondern bei den Eigenabfüllungen auch auf DTH. _()_
  20. Zunächst - ich habe keine Veranlassung, DTH in Schutz zu nehmen oder gar zu lobpreisen, zumal sich meine Expertise speziell bei Yunnan Weißtees und Pus schon darin erschöpft, dass ich weiss, dass sie mir nicht sonderlich zusagen. Woran auch ein paar gutgemeinte Proben von (dem Handelspreis nach zu urteilen) gehobener Qualität (und von anderen Anbietern als DTH) bislang nichts geändert haben. Soweit ich gesehen habe, sind die entsprechenden von DTH angebotenen Produkte auch keine Eigenproduktionen, sondern solche fremder (größerer) Marken wie Kunming Hongde (Dr. Pu'er), Haiwan oder CNNP. Die vermutlich billiger gehandelt werden als 'Boutique-Shengs' oder von 'sourcern' ausgewähltes Material. Zumal in den Mengen, die DTH einkauft - was entsprechende Preise für den Endverbraucher ermöglicht. Ob und wie weit das nun mit Qualität korreliert, dazu kann bzw. möchte ich mir kein Urteil bilden - und da ich mir die Angebote mangels Interesse nicht anschaue, weiss ich auch nicht, ob bzw. wie sie "angepriesen" werden. Ich kaufe dort einen guten Teil meiner Grüntees wegen des breiten Angebotes an Sorten und Qualitätsgraden sowie wegen des Preis-Leistungsverhältnisses, das ich bislang immer zumindest angemessen gefunden habe. Und auch wegen eines ordentlichen Mengenrabatts. Übertriebene oder gar sachlich unrichtige Anpreisung konnte ich zumindest in diesem Segment des Angebotes bislang nicht feststellen. Allenfalls, dass die für Kunden mit größeren Orders angebotenen Member-Preisnachlässe (bis zu 80%) auf bestimmte Spezialangebote auf einen mE unrealistischen Normalpreis bezogen sind. Was nun das Angebot an Oolongs bei DTH angeht, so kaufe ich dort nach einigen Versuchen keinen mehr; das Preis-Leistungsverhältnis war bei den von mir getesteten meiner Einschätzung nach grundsätzlich angemessen, aber auch nicht mehr. Was nun den von Dir angesprochenen Yancha angeht, so beschränkt sich da die Anpreisung auf die Bezeichnung "top grade Zhengyan Lao Cong Shui xian". Nun kann man zweifellos geteilter Meinung darüber sein, wo "top grade" anfängt bzw. aufhört. Wobei ein 'top grade' ja auch noch kein 'special grade' ist; solche Feinheiten bekommt man erst mit der Zeit spitz ... Dafür, die anderen Angaben ('Zhengyan' und 'Lao Cong') alleine wegen des verlangten Preises in Zweifel zu ziehen, sehe ich eigentlich keine Veranlassung. Shui Xian ist nicht gerade die nachgefragteste (und höchstbezahlte) Varietät bei Yancha und 'location' alleine macht noch keine Spitzenqualität. Was man schon alleine daran sieht, dass DTH auch einen Lao Cong Shui Xian ohne das prestigeträchtige 'Zhengyan' in der Herkunftsbezeichnung anbietet - für ca. 58 € / 100 gr ... _()_
  21. Danke für den Hinweis, das wurde in der Tat geändert. Wobei die zeitliche Nähe ein Indiz dafür ist, dass das mit der Diskussion hier zusammenhängt. Auf jeden Fall erfreulich. _()_
  22. Ich würde so weit gehen zu sagen: immer ein schlechtes Zeichen. Gerade aus Zhejiang kommen einige der besten chinesischen Grüntee-Klassiker - aber auch eine Unmenge billigster Massenware wie Chun Mee, Gunpowder oder halt auch diese minderwertigen gedämpften Tees - die außer der Verarbeitungsmethode mit richtigem Sencha so wenig zu tun haben, dass man ihnen mit der Bezeichnung "Imitat" schon zu viel Ehre angedeihen lässt. Der Händler lässt es ja nicht bei "Edel" bewenden. Selbstredend handelt es sich um einen "Klassiker", um einen "Blatt-Tee der Oberklasse". Und der Händler macht seiner Kundschaft die Ware dann noch mit sachdienlichen Informationen wie dieser schmackhaft: "Sencha ist die meistgetrunkene Teesorte Chinas". Das Einzige, was da an Verkaufsförderung noch halbwegs Sinn macht, ist das Öko-Zertifikat - auch das Einzige, was den Preis von 7,22 € / 100 gr noch halbwegs rechtfertigt. "Oberklasse" kommt bei Grüntees aus Zhejiang beim ca. fünffachen Preis allmählich in Sichtweite - nur zur groben Einordnung. Ich finde diese Art der Anpreisung ausgesprochen abstoßend. Da wird ohne jede Scham auf die Unwissenheit der Kundschaft gesetzt. Hanseatische Seriosität ist das nun wirklich nicht. Alleine deswegen schon ist ein solcher Händler für mich definitiv off list - bei jemandem mit solchem Geschäftsgebaren kaufe ich nicht. Basta. _()_
  23. Dann wollen mir mal die Kröte beruhigen und zum Thema zurückkehren ... DTH, mein Hauptlieferant für grünen Tee, hat dieses Jahr verstärkt den Auslandsvertrieb für top grades einheimischer Marken übernommen - es scheint mittlerweile ein genügend großer Stamm an nicht-sinophonen Auslandskunden zu existieren, die daran interessiert sind. Hier drei special grades (teji, 特级) von 2020er Mingqian-Pflückungen. In der Mitte ein Anji Bai Cha der Marke Tian Xiang, die zur Zhejiang Tea Group gehört. Dieser Konzern hat diverse Handelsmarken - so ist z.B. 'Camel' im wesentlichen Massenware, mit der der nordafrikanische Markt bedient wird, unter Gande Longxin wird Tie Guanyin aus Fujian verkauft, Shi Feng ist (natürlich) die Marke für Longjing (unter der aber auch Anji Bai Cha angeboten wird), während unter Tian Xiang der (einzige) rote Tee Zhejiangs, der Jiu Qu Hong Mei verkauft wird - sowie eben Anji Bai Cha. Rechts ein Dongting Bi Luo Chun, links ein Huang Shan Mao Feng, beide von EFUTON, mittlerweise dem größten Internet-Einzelhändler für Tee in China, dazu hier ein (englischsprachiger) Artikel, wenn's interessiert. . Packungsgröße jeweils 125 g, hatte jeweils 2 Stück geordert. Auf drei Bestellungen verteilt, zur Zollersparnis. Die zweite Dose Huangshan Maofeng kommt noch mit der dritten Bestellung, zusammen mit einer Abfüllung von DTH selbst, einem Jinjiang Huiming (ebenfalls aus Zhejiang). Die ist immerhin seit Mittwoch wenigstens schon mal in Frankfurt - nachdem sich der Spediteur über einen Monat Zeit für den Transport von Shanghai nach Frankfurt gelassen hatte. Nennt sich Express Mail Service ... Gute Nerven braucht man derzeit bei Bestellungen in China schon. Die ersten Verkostungen diese Woche haben mich glücklicherweise dafür entschädigt. _()_
  24. Bei den Kollegen von der Chanoyu - Fraktion ist Bambusholzkohle (Miyabi) oder Kohle aus Harteiche / Ubame (Binchotan) das Heizmaterial der Wahl. Wobei mE Kokosnuss ein brauchbarer und billigerer Ersatz ist, der als Shisha-Holzkohle hierzulande überdies problemlos zu bekommen ist. Wobei man über den bekannten Internethändler mittlerweile auch Binchotan bekommt ... _()_
  25. "very ungay" - ich schmeiss mich wech ... Da soll noch mal einer sagen, Proletkult sei tot. Ist das tatsächlich Vladimir Putin, der da den Angus-Bullen reitet? Die Sorte Stunt passt jedenfalls zu ihm ... Bei mir ist heute ein eher bourgeoiser Abendlektüre-Begleiter im Glas - ein Carlos Primero Imperial X.O. Brandy. Ein Solera Gran Reserva, in alten Sherry-Fässern ausgebaut. _()_