xióngmāo

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  1. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Eine Mischung aus entspanntem Sonntagmorgentee, Tee-Kennenlernen und Experiment gab es heute früh mit dem 2003 Long Yuan Hao Meng Song Gu Shu. Ein angenehm, entspannter Tee, der rustikale „ländliche Aromen“, oder anders geschrieben, Bauernhof / Stall-Aromen mit einer an aschigen Torfrauch erinnernde Noten sowie Euykalyptus, altem Buchpapier und einem Hauch von oxidierter Bananenschale mischt. Mitten hinein in diese Geschmackswelt mischt sich manchmal eine leichte und für mich schwer zu definierende Säure. Ein Aspekt des experimentierfreudigen Anteils war, den Tee, nach bisherigen Wasserkocher-Sessions, mal Tetsubin-Wasser auszusetzen, um ein besseres Gefühl für das ob und wie der Wirkung von Tetsubin-gekochtem Wasser zu bekommen. Ein zweiter Aspekt war der Versuch, den Tee, nach der Zubereitung in der Jian Shui Kanne, sowohl aus der Tonschale von Jiri Duchek als auch aus der Porzellanschale gegeneinander zu probieren. Der Tee kam geschmacklich bei mir in beiden Varianten deutlich verschoben ins hohe Geschmackstonspektrum an, was mir sehr zusagt. Der Unterschied zwischen Ton- und Porzellanschale schien mir dann auch nochmal die letzte Feinstellschraube für das Geschmacksspektrum zu sein. In Porzellan war es noch ein Stück höher, klarer und das Wenig an vorhandener Säure betonend. Im Ton dann etwas breiter, für mich insgesamt noch harmonischer mit der Verschiebung durch das Tetsubin-Wasser in höhere Töne und dem Weichzeichnen in der Schale.
  2. Alter Tee ist ...

    Vorab, der folgende Text schildert eine Momentaufnahme, ein Work in Progress, unter der Kenntnis von begrenztem, akkumuliertem Teewissen, und noch dazu, unerhörter Weise, einen äußerst subjektiven Eindruck. Ich vermute, dass sich das über viele Jahre als Vorspann eigentlich immer voranführen lässt, oder aber auch gleich ganz weglassen. Des Weiteren habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen; im Gegenteil, es fühlt sich oft an, als würde ich mit der kleinen Kuchengabel ein paar Brösel vermeintlicher Weisheit aufsammeln, von denen ein beträchtlicher Teil zwischen den Spießen durchrieselt, um dann Jahre später erst in den Couchrinnen der Erinnerungen wiedergefunden zu werden. Genug Abschweifungen, ohne Umschweif nun der Frevel, den ich hiermit an die Beitragstür nageln werde: Alter Tee ist und bleibt ... alter Tee. Um dem ungehörten Skandal in dieser Aussage nochmal aufs Pferd zu helfen: Für mich verliert gereifter Pu Erh prinzipiell ebenso viel, wie er gewinnt. Als unwissender Westler darf ich das ohnehin behaupten, und noch dazu fühle mich vom wohlig wärmenden Strom aus westlichem Marketingflausch auch richtig davon getrieben in meiner Welt. Und noch viel Schlimmer ... was bleibt mir denn anderes übrig, ohne mich zu ruinieren? Und um jetzt wieder etwas die Schärfe aus dem Gesagten zu nehmen, nochmal etwas rationaler eingeordnet in die Bildbände meiner Geschmacksbilbliothek: Ich weiß den Geschmack von gereiftem Pu Erh, soweit ich bisher welchen probieren konnte, den Koryphäen des Elements sowie Pu Erh Allwissende aus Gegenden Chinas, die nach mindestens mehreren Jahrzehnten Reifezeit verlangen, noch als Aged oder Semi-Aged zulassen würden. Allerdings ist der springende Punkt in meinem Widerwillen himmelhochjauchzend in den Lobesgesang alten Shengs oder einfach nur kopfnickend in das Mantra des Alt ist besser einzustimmen, eben der, dass da eben im Alten Tee so viel weniger in Wilde Richtungen entspringt. Es ist herrlich in die Welt der Aromen von Leder, altem Pergament, Herbstlaub, Kampfer und Krypta-Weihrauch Mystik einzutauchen. Aber auch wenn es hier durchaus große Unterschiede gibt, und manchen Tees das Aufstoßen der Pforte in diese Hallen des gereiften Geschmacks verwehrt bleiben mag, im Grunde bleibt für mich diese Geschmackswelt der große Gleichmacher der ungestümen Vielfalt eines lebendigen und faszinierenden Guts, wie es junger und älter werdender Sheng nunmal sein kann. Da sprießt aus der Jugend des Tees so viel Herkunft, Terroir, Weisheit und Perfektion der Verarbeitung, gewollte Beeinflussung von natürlicher Entwicklung des jungen Tees, ungestüme Bitterkeit und erstaunliche Süße, dass es mir schwer fällt eine ähnliche Vielfalt in den reifen Jahren zu finden. Das hat mitnichten mit Komplexität in meiner Wahrnehmung zu tun, die noch eher steigen kann, aber nicht muss. Es hat mit Vielfalt zu tun, die sich auf einen engeren geschmacklichen Bereich einengt mit dem Alter. Die geschmacklichen Diskussionsrunden des Alters sind über die Vielfalt der Jugend im Vergleich doch in engerer Runde verbunden. Höre ich mich richtig, ist alt jetzt schlechter als jung? Das frage ich mich kopfschüttelnd. Ich habe mit Interesse wahrgenommen, was James von TeaDb dazu zusammenfassend aus Zhang Jinghongs Puer Tea: Ancient Caravans and Urban Chic vorzutragen hat. Konsequenterweise hat sich jenes Buch auch ganz oben auf meinen eigentlich nach First Come First Served abzuarbeitenden Buchturm zu Babel gemogelt. Kurz gesagt, scheint es durchaus auch im Reich der Mitte diverse Meinungen dazu zu geben. Auf die unterschiedlichen Meinungen und korrespondierenden Gruppierungen und die Frage, ob das bei Tee-Farmern eine freiwillige Entscheidung zu jung Getrunkenem ist, das Diktat der Erfahrenen es andersherum vorgibt, oder es bei erst jüngst erschlossenen Zielgruppen schlichtweg Unwissenheit sein muss, gehe ich nicht weiter ein, weil mir die Buchstaben ausgehen und ich es gerade ohnehin hinreichend getan habe. Nun dann, ich lasse mich gerne von weiteren Tees, insbesondere gereiften, auch weiter vom Gegenteil überzeugen. Ich glaube aber in meinem Zustand der augenblicklichen Überheblichkeit nicht daran, dass es so leicht machbar wird. Vielmehr scheint mir das momentan mit dem gereiften Tee vielmehr so zu sein, wie mit dem Leben und der Weisheit an sich, ganz pathetisch, ganz allegorisch, ganz überheblich. Trinke ich jungen Tee, so bewundere ich all die Kraft und frühen Mut und Vielfalt, die er mit sich bringt und erwische mich dabei, daran zu denken, wie er sich wohl weiterentwickeln mag, über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Trinke ich älteren Tee, bin ich begeistert, ob der gesetzten Weisheit und manchmal überrascht, ob der festgefahrenen Engstirnigkeit und frage mich, mit Wehmut, wie er wohl jung war und was da noch alles dahinter steckte und was ihn zu dem gemacht hat, das er ist. Ich frage mich, was seine Lebensgeschichte ist und denke mir Geschichten aus, weil ich sie nicht kenne. Was ich mir noch ausmale ist, einen Tee über Jahre zu trinken, und diese Geschichten zu erleben, die frühe Überheblichkeit und lauten Töne, die Wehmut der vergangenen Jugend und den Stolz auf das gelungene älter werden zu kennen und das Erreichen gesetzter Weisheit zu verstehen. Und das bringt mich zu meiner These: Alter Tee ist Alter Tee. Umgekehrt gilt das auch. Mit einem Tee zu Altern, das ist großes Kino. Was soll ich jetzt schon in Wehmut verfallen, indem ich mein Tee-Budget überschwänglich für Weisheit ausgebe, über die ich nur fabulieren kann. Und wie das so ist, mit solchen Erkenntnissen, sind sie meist nicht die Bits Wert, in denen sie geschrieben sind.
  3. Anmeldungen für die Teezui 7 in Kassel

    Wenn möglich, wäre ich am 22.06. gerne dabei.
  4. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Bei mir hat sich heute der Hai Lang Hao „Star of Bu Lang“ 2008 mit ca. 6g auf irgendwas zwischen 80 und 100ml in den Gaiwan begeben. Es war ein interessantes erstes Kennenlernen. Es fing an mit einer deutlichen Tabaknote, die von einem säuerlichen Ton begleitet wurde - eine Kombination, die ich an bisher getrunkenen Shengs aus Bada gemocht habe habe. Dann war da eine deutliche Holznote, Herbstlaub, alte Buchseiten in einer Krypta und auch noch etwas Lagerfeuer, das gar nicht da sein dürfte. Während der Tee kaum wirklich bitter zu kriegen ist, sind noch manch medizinische Anklänge vorhanden. Und etwas algig wird es zwischendrin. Sehr schön ist die lang bleibende Süße, die relativ bald einsetzt und etwas nussiges, das langsam mit der Süße verhallt. Während all das, gerade auch im Wechsel der Geschmacksnoten, durchaus gefallen hat, hätte ich mir gewünscht, dass da etwas mehr Körper im Geschmack wäre … mehr Volumen … mehr Wumms … mehr Lametta. Oder sind es auch mit wieder die „hohen Noten“, die mir zur Perfektion fehlen. Mal wieder keine eierlegende Wollmilchsau? Noch sind ja etwas weniger als 20g da, um einzuschätzen, ob sich ein Kuchen lohnen kann.
  5. @Paul Vielen Dank für diesen tollen Tipp - wurde von mir soeben, nach kurzem Einschmökern, im Rahmen eines freudig getätigten Impulskaufs bestellt.
  6. Eure neuste Tee-Anschaffung

    Die Lieferzeit war erstaunlich kurz - am 18.01. (Freitag) abends bestellt. Am darauffolgenden Montag versandt und jetzt nach anderthalb Wochen eingetroffen. Probiert habe ich leider noch nichts davon. Ich muss mich leider damit anfreunden, dass ich ab Nachmittags lieber darauf verzichte noch ne Session zu machen, weil ich sonst unweigerlich in der Nacht jede Menge Zeit habe noch viel über den (hoffentlich) leckeren Tee nachzudenken, während ich schlaflos bleibe. Aber nun gut, man sagt der Vorfreude ja tolle Eigenschaften nach.
  7. Eure neuste Tee-Anschaffung

    Grundsätzlich war ich auf der Suche nach einer netten Auswahl an etwas älterem Sheng in interessanten Sample-Größen, die dann preislich auch verhältnismäßig vertretbar bleiben sollten. Die Suche hat mich dann zu Camellia Sinensis geführt. Ich habe gerade nochmal nachgeschaut; ich habe für die Samples dort umgerechnet 9,60€ Versand gezahlt. Bei um 30€ wäre ich dem sicher ferngeblieben. Weiß nun allerdings nicht, wie das mit größeren Bestellmengen dann skaliert.
  8. Eure neuste Tee-Anschaffung

    Der Heimweg durchs Schneegestöber hat sich heute mehrfach gelohnt - 3 zu ziemlich unterschiedlichen Zeitpunkten bestellte Lieferungen aus Kannada und China haben es am gleichen Tag zu mir geschafft. Dabei sind: Yunnan Sourcing 2004 „Millennial Old Tree“ Big Snow Mountain Mengku 2006 Changtai Tian Xia Tong An 2007 Bo Nan Mountain „Yun Wu Yuan Cha“ 2007 CNNP „8891“ Red Label 2007 Xiaguan „FT“ #4 2008 Hai Lang Hao „Star of Bulang“ 2011 Yunnan Sourcing Ba Da Mountain 2014 Yunnan Sourcing Impression 2015 Yunnan Sourcing Impression 2018 Yunnan Sourcing He Kai Camellia Sinensis 1983 Menghai 1998 Menghai 7542 2007 Lao Ban Zhang 2009 Bada Shan Du Yun Mao Ytan (Gratis-Sample) Dragon Tea House 2003 Long Yuan Hao Wild Yiwu Mengsong Da kommt reichlich Probier-Vorfreude auf und ein wenig Verzweiflung, womit bloß anfangen?
  9. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    @Helmi das sieht in der Tat köstlich aus Wenn das mal keinen Bestellreflex triggert.
  10. Danke für den Hinweis und die Erläuterungen. Weniger heiße wakeup-Gänge klingen nachvollziehbar, das ist mal einen Versuch wert; bin gespannt. Nebenbei: Im ersten Video lässt sich die automatische Übersetzung mit deutschen Untertiteln aktivieren - schon erstaunlich, was man da dann so erfährt
  11. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Bokuryo 2018 Spring NanNuo BaMa GuShu Duftet wunderbar aus dem Gaiwan nach Honig, würzig, etwas blumig. Während den ersten Aufgüssen zeigt er auch genau das im Geschmack, sowie Säure und fruchtiger Geschmack von Passionsfrucht und Heu. Er wird intensiv, wenn etwas länger gezogen und recht schnell leicht bei kurzen Aufgüssen. Die längere Ziehzeit quittiert er mit einer nicht zu intensiven, aber auch nicht allzu beeindruckenden Bitterkeit und Adstringenz. Nach 5-6 Aufgüssen wird er relativ abrupt ein gutes Stück dünner, oder ist es das etwas abgekühlte Wasser? Mit wieder erhitztem Wasser erholt er sich, lässt aber über die folgenden 2 Aufgüsse dann doch wieder nach. Gefiel mir ganz frisch noch besser, weil intensiver, oder Tagesform von Tee, Mensch bzw. Gedächtnis spielen ihr Spiel - es bleibt aber ein angenehm zu trinkender Sheng.
  12. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Bei mir gab es den Changtai Yu Pu Zhi Dian 2003. Nach meinem Rückblick auf das Teejahr 2018, habe ich meine beiden Schlussfolgerungen aus 2018 genommen und für mich mal frisch hinterfragt. Deswegen wanderte heute besagter Tee in den Gaiwan. Was kam war staubige Erde, Leder, altes Papier und etwas Menthol, zu dem sich bei langen Aufgüssen die Bitterfruchtigkeit von Apfelschalen gesellte, und zunehmend getrocknete Aprikosen, Kräuter, sowie auch Süße sich hervortrauten. Manchmal hat man den Eindruck dass sich der Vorhang soweit hebt, dass man gerade erahnen kann, wie der Tee noch vor der Übernahme der tiefen Töne geschmeckt haben muss. In diesem Momenten gefällt mir der Tee am besten. Für mich trifft der Tee mein Verständnis von semi-aged, mit eben jenem Geschmacksprofil, das deutlich tiefentöniger ist, ein gewisses Alter schmecken lässt, aber dennoch noch Bitterkeit herauskitzeln lässt. Die hohen Töne fehlen bis auf leichte Anklänge, jung ist er nicht mehr - verschlossen ist er auch nicht (mehr), ebenso dominiert nicht mehr das junge Geschmacksprofil. Meine Vorbehalte was das von mir undifferenziert als „zu weich“ eingestufte Profil (vielleicht trifft es eher „stark tieftönig dominiert“), der mir bisher bekannten semi-aged Pu Erhs, sind ein wenig relativiert. Trotzdem, die hohen Töne, die hier fast gänzlich ausbleiben, runden für mich (im Moment) dann doch irgendwie auch ein Geschmacksprofil noch ab.
  13. Teejahr 2018

    Dann will ich mich mit meinem Teejahr 2018 mal einreihen. Für preislich nicht außerordentlich herausstechende Tees habe ich vorerst eingestellt Samples zu bestellen. Das hat zwar zu einer Inflation der Cakes geführt, aber es scheint mir interessanter einen Pu über viele Sessions und über die Zeit zu trinken und kennenzulernen. Ich weiß nicht ob sich das halten lässt, denn bereits jetzt ist deutlich mehr Tee-Zuwachs als Verbrauch da. Vorerst bleibt der Cake mein Sample - mal sehen. Mittlerweile kann ich einordnen, dass ich einfach gerne noch recht frische Pus trinke. Deutliche Bitterkeit sowie Noten von Heu und junger Süße kann mir einfach durchaus sehr gefallen. Einige ältere Pus, die ich probiert habe, waren mir zu weich, auch wenn einiges dabei war, das zu begeistern wusste. Und auch unter Huang Pians habe ich mehr finden können, das gefällt, als ich gedacht habe. Tees im Detail, die mir in Erinnerung sind der Zheng Si Long - 2016 Man Lin, weil er schrecklich stimmig ist, der Yunnan Sourcing Big Snow Mountain 2016, weil er ein wunderbares PLV für einen wirklich tollen Daily Drinker hat und ein Lao Man E Huang Pian von 2018 von Crimson Lotus Tee (Stone Lion), weil er eine so durchdringende und facettenreich umschmückte Bitterkeit hat.
  14. Teejahr 2018

    Moin zusammen, mir ging heute mein persönliches Teejahr 2018 durch den Kopf; Tees, die auf ihre Art besonders waren, weil besonders gut oder weil sie einfach etwas neues waren und Tees, die ein erstaunliches PLV hatten, solide Daily Drinker und sowas wie tolle Tee-Momente, weil Moment, Ort etc. und Tee einfach zusammen passten. Was waren aus Eurer Sicht die Tees, die Euer 2018 am maßgeblichsten geprägt haben?
  15. Honig rein während er zieht?

    Don't feed the troll ...