blindblend

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    blindblend reagierte auf Eodas in Grüße aus Oldenburg   
    Moin,
    Nachdem ich schon einige Monate anonym mitlese, wollte ich mich langsam auch mal hier vorstellen. Es hat mich vor einiger Zeit beruflich aus dem Rheinland in den Norden nach Oldenburg geschlagen wo es mir gut gefällt, ich aber bis jetzt privat noch nicht wirklich angekommen bin.
    Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Teetrinker habe mich aber lange nicht aus der Welt der Japanischen grünen und einfachen schwarzen Tees hinausgewagt. Die leider eher minderwertigen Oolong oder Pu´erh Tees die ich vor Jahren probiert hatte haben eher wenig Lust auf weitere Experimente gemacht.
    Zum Glück hat dann irgendwann die Neugierde wieder gesiegt und neue Versuche mit bedeutend besseren Tees haben bei mir eine neue Begeisterung ausgelöst die dazu geführt hat das ich sehr vieles neu entdeckt und sehr viel über Tee, Ton und mich gelernt habe. 
    Mittlerweile schätze ich die enorme Vielfalt von gutem Tee und was bevorzugt in der Kanne oder Gaiwan landet ändert sich immer ein bisschen je nach Jahreszeit und Laune. Natürlich hat sich mein Geschmack über die Zeit auch gewandelt und manche Tees werden von mir stark bevorzugt, und andere wecken nur noch selten mein Interesse (sind dann aber auch manchmal für positive Überraschungen gut). An vielen Stellen sehe ich mich aber auch noch ziemlich am Anfang meiner Reise und freue mich darauf weiter zu lernen und zu entdecken und andere Teebegeisterte kennen zu lernen und gemeinsam zu trinken.
  2. Thanks
    blindblend reagierte auf OstHesse in Das Leben ist schön   
    Was die Goldkanne betrifft...
    https://www.researchgate.net/profile/Zoe_Laughlin/publication/251621596_Tasting_spoons_Assessing_how_the_material_of_a_spoon_affects_the_taste_of_the_food/
    Halbwegs wissenschaftliche Geschmackstests haben ergeben dass Gold tatsächlich das Neutralste unter allen Geschirr-Metallen ist, eng gefolgt vom guten alten rostfreien Edelstahl (18/8, 18/10). Kupfer und Zink verändern erwartungsgemäß den Geschmack des Essens bzw. das Mundgefühl erheblich, und Silber scheint ebenfalls keine allzu großen Unterschiede zu Edelstahl zu zeigen. Aaaaaber... es gibt Reviews ( z.B. da und da ) von Besitzern einiger Silber-Teekannen (990 bis 999er Reinheit), die unabhängig voneinander behaupten dass Silber dem Teearoma in manchen Fällen eine "metallische" Note zu verleihen scheint. Auch beschweren sich diesselben Leute dass die Silberkanne die zarten dezenten Aromen mancher Tees nicht zur Geltung kommen lässt.
    Die ultimative Geschmacksneutralität des Goldes mag in historischen Zeiten seine Berechtigung gehabt haben, aber heute ist der rostfreie lebensmittelechte Edelstahl kaum zu schlagen. Da ich persönlich auf geschmacksintensive   Oolongs stehe (plus einige Hongcha und ausgesuchte sehr junge Sheng) habe ich lange mit dem Gedanken gespielt mir eine Silberkanne anzuschaffen. Inzwischen habe ich davon Abstand genommen, denn 1). es lässt sich kaum vorhersagen wie Silber konkret auf meine Tees reagiert, 2). ob der vermeintliche oder tatsächliche metallische Beigeschmack für mich OK ist. Wenns dicke kommt, könnte eine Silberkanne sich leicht zu einem 300 bis 400€ teuren Fehlkauf entwickeln. Ich vermute dass diesselben Bedenken auch für Goldkannen gelten.
    Ob Gold oder Silber, meine Erfahrung ist, Edelstahlgefäße sind kaum zu schlagen. Komplett geschmacksneutral, pflegeleicht, und selbst wenns um thermische Leitfähigkeit des Silbers geht, gibt es moderne doppelwandige Isolier- Flaschen und Teekannen, die denselben Effekt für viel weniger Geld abliefern.
    Gold ist cool, klar, ist aber in meinen Augen mehr Gimmick als zweckmäßiges Utensil.
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    blindblend reagierte auf doumer in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @GoldenTurtle 2017 wüsst ich jetzt auch nicht aber 2018 auf jeden Fall, ja  Den Jiliang von ihm kann auf jeden Fall auch empfehlen!
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    blindblend reagierte auf doumer in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @Tobias82 interessant, ist das ein Tee ähnlich diesem hier? Hatte vor einer Weile auch einen Oolong direkt aus dem Ursprungsland bekommen - der aber mit diesem Grünen so gut wie identisch war/ist  Auf jeden Fall mag ich beide ganz gerne da wie du sagst sehr derb, in meinem Fall recht rauchig (ohne Aschenbecher) und fast schon etwas an Sheng erinnernd  
    @topic: Heute ist der 2007er Wuliang im Kännchen, den ich vor einiger Zeit bei Terre de Ciel erworben habe (@michi: lustiger Zufall, hab deinen Post erst gesehen als ich hier mit Schreiben angefangen habe ), allerdings keine Eigenproduktion ist.
    Zu Beginn ist der Tee für einen Wuliang überraschend kräftig mit einer schönen ausgewogenen Mischung aus Alterungs-, bitteren und holzigen Noten allerdings lässt das bereits ab dem dritten Aufguss deutlich nach und da der Tee leider keinen sonderlich interessanten Körper hat sind die weiteren Aufgüsse eher schwach - lediglich eine nette leicht zimitge Note bleibt noch von Interesse.



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    blindblend reagierte auf doumer in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Auch wenn es "nur" Schalen sind für mich trotzdem eine tolle Entdeckung: Diese Schalen stammen von einem mir bislang unbekannten Künstler aus Tschechien: Ferdinand Hovančík, der unter anderem in Japan und Korea bei Meister Park Yong Il gelernt hat und zusammen mit seinem Bruder Erich in Tschechien einen Holzbrandofen betreibt und dabei nur lokale Rohstoffe verwenden (sehr nette Geschichte). Porzellan mit Celadon-Glasur klingt für mich zunächst mal sehr langweilig aber diese Stücke haben mich eines besseren belehrt: Sie sind eher grob gearbeitet, die Glasur wirkt sehr natürlich und nicht zu perfekt wie es bei klassischen Cleadon-Stücken oft der Fall ist und vor allem weißen sie durch den Holzbrand typische Unregelmäßigkeiten auf, die den Stücken einen einzigartigen Charakter geben. Archaisch, schlicht und ehrlich - genau mein Geschmack, so gefallen mit auch Celadon-Stücke (und das ganze zu einem extrem fairen Preis)!



  6. Thanks
    blindblend reagierte auf Paul in Anfänger sucht schwarzen Tee als Kaffeeersatz   
    @Der-Große-Shu Ich denke wir sollten Milde walten lassen mit dem jungen Probanden, er scheint Humor zu haben, und das ist mehr als man erwarten kann.
    @blindblend @miig weiß sicherlich noch wo er die Shou/Shu Geschichte her hatte
  7. Thanks
    blindblend reagierte auf miig in Anfänger sucht schwarzen Tee als Kaffeeersatz   
    Irgendwie find ichs im Forum grad nicht - aber darum gings ja, oder?
     
    https://www.teaguardian.com/about/shou-cha-or-shu-cha/
     
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    blindblend reagierte auf Anima_Templi in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    Ich möchte euch gerne meine Neuanschaffungen von Jiri Lang zeigen.
    Es handelt sich um zwei Yunomis + eine Shiboridashi nebst passender Schale.
    Bei den Yunomis hat mir die helle Craquele-Glasur sofort gefallen. Man sieht die Farbe des Tees darin perfekt.
    Außerdem wollte ich schon lange eine naturbelassene Shibo, ganz ohne Glasur. Das Handling der kleinen Schönheit gefällt mir schon mal sehr gut.  














  9. Thanks
    blindblend hat eine Reaktion von KlausO erhalten in Zoll und chinesischer Tee   
    So, hatte jetzt ebenfalls einen roten Aufkleber auf das Paket bekommen und musste beim Zollamt vortanzen. (einfach mal hier als weiteres Fallbeispiel gepostet)

    Die Dame war  sehr nett und entgegenkommend; und sie wollte mir den Tee auch durchwinken, was sie letztlich auch tat - wenn auch das lockere Gespräch recht langs dauerte und ich an mehrerern Stellen abgeklopft wurde.

    Dennoch: Laut Software-System wäre das wohl nicht einfach so gegangen. Und das betraf nicht nur die Kategorie 'fermentierter Tee' (hatte selber fast nur Pu-Erh und etwas Hei Cha im Karton), sondern auch die Kategorie 'grüner Tee', mit der sie es nach der ersten Blockade im System versuchte.
    Schließlich fand sie aber eine Lösung, den Tee als etwas irgendwie noch möglich anderes laufen zu lassen.
    Aber eine andere Person, jemand sehr nach Form handelnder, eine andere Laune vielleicht o.a., und man hätte es ohne weiteres nicht durchgehen lassen können - so mein Gefühl beim Verlassen des Zollamtes.
    Wie ich meinte herausgehört zu haben, ist es wohl der Aspekt 'Pestizide' (aber ohne Garantie), der hier von Bedeutung ist. Die Schranke wurde wohl, so die Dame, in Hinblick auf größere Liefermengen eingebaut.
    Dass es sich nur um geringe persönliche Liebhabermengen handelte, sprach für sie dann für ein Umgehen der Schranke. (Vielleicht hilft der letzt Satz ja jemandem mal in einem möglichen Vor-Ort-Problem-Gespräch)
     
  10. Thanks
    blindblend hat eine Reaktion von miig erhalten in Zoll und chinesischer Tee   
    So, hatte jetzt ebenfalls einen roten Aufkleber auf das Paket bekommen und musste beim Zollamt vortanzen. (einfach mal hier als weiteres Fallbeispiel gepostet)

    Die Dame war  sehr nett und entgegenkommend; und sie wollte mir den Tee auch durchwinken, was sie letztlich auch tat - wenn auch das lockere Gespräch recht langs dauerte und ich an mehrerern Stellen abgeklopft wurde.

    Dennoch: Laut Software-System wäre das wohl nicht einfach so gegangen. Und das betraf nicht nur die Kategorie 'fermentierter Tee' (hatte selber fast nur Pu-Erh und etwas Hei Cha im Karton), sondern auch die Kategorie 'grüner Tee', mit der sie es nach der ersten Blockade im System versuchte.
    Schließlich fand sie aber eine Lösung, den Tee als etwas irgendwie noch möglich anderes laufen zu lassen.
    Aber eine andere Person, jemand sehr nach Form handelnder, eine andere Laune vielleicht o.a., und man hätte es ohne weiteres nicht durchgehen lassen können - so mein Gefühl beim Verlassen des Zollamtes.
    Wie ich meinte herausgehört zu haben, ist es wohl der Aspekt 'Pestizide' (aber ohne Garantie), der hier von Bedeutung ist. Die Schranke wurde wohl, so die Dame, in Hinblick auf größere Liefermengen eingebaut.
    Dass es sich nur um geringe persönliche Liebhabermengen handelte, sprach für sie dann für ein Umgehen der Schranke. (Vielleicht hilft der letzt Satz ja jemandem mal in einem möglichen Vor-Ort-Problem-Gespräch)
     
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    blindblend reagierte auf OstHesse in Leitfaden für Anfänger (Einstieg in die Welt des Tees für Jedermann)   
    Der Test-Wahn hat nun ein Ende!
    Ich hab mich jetzt eine gaaanze Weile mit Yixing, Tea Tastern, Silber, Kaffetassen und Gaiwanen beschäftigt um einfach mal experimentell deren thermische Eigenschaften herauszufinden. Der eigentliche (geheime  ) Zweck war von Anfang an die Formulierung einer fundierten Empfehlung für Anfänger, die in die Welt des Tees eintauchen wollen, um gleich vom Tsunami des zum Teil sehr spezifischen Teewissens weggespült zu werden. Tausende Experten, tausende sich widersprechende Angaben. Meine Idee war ein simpler Grund-Leitfaden  und ein Stück Geschirr welches sich überall in deutschen Haushalten findet. Am Ende war nur noch die Kaffeetasse übrig, es erfolgte eine Phase der Recherche und der Temperaturtests mit all meinem Teegeschirr (Yixing, Gaiwan, Tea Taster, etc.). Und jetzt ist es endlich soweit, der Gewinner ist.... ..... ....

    Die Befunde sind: wenn ich 95°C heißes Wasser in die kalte Tasse mit gewaschenem Teeblatt gebe, dann habe ich schon mal 80°C plusminus zwei Grad Kerntemperatur, wenn die Tasse handwarm ist, sinds schon mal 84-85°C. Wenn ich aber die Tasse durch ersten 95°C Aufguss vorwärme, das Blatt kurz (1 min max.) lüfte und dann wieder 95°C rein gebe, kriege ich 88-90°C! Bei normalem Gongfu-Cha - Vorgang, ohne Eile, hält die Tasse 86-88°C Kerntemperatur über mehrere Aufgüsse hinweg, ohne dass ich mein Wasser wieder erhitzen oder die Tasse begießen muss.
    Tja, das glich den Temperatur-Werten meiner Yixing doch viel zu sehr, deswegen hab ich nochmal den Test von Stéphane durchgeführt, 150ml Wasser wurden verwenden. 95°C heißes Wasser, nach 5 Sekunden in der kalten Tasse waren es 87,5°C und nach fünf Minuten bei geschlossenem Deckel 75°C. Die Werte von Stéphanes Hung Ni Shui Ping im oben verlinkten Artikel, bei 165 ml Wasser waren es 88°C nach 5 Sekunden und nach 5 Minuten 76°C, bei ansonsten denselben Parametern. Man könnte also sagen, die Werte sind fast identisch!
    Ob es nun an einem speziellen Porzellanrezept liegt oder an was anderem, die gute alte ostdeutsche Triptis-Porzellan -Tasse liefert genauso wie meine Yixing eine beständige Kerntemperatur im Schnitt um 86-88°C, je nach Wassertemperatur, und bietet auch ohne Vorheizen (Begießen mit Wasser) ein sehr vergleichbares Ergebnis, wenn man den temperatur-unabhängigen Einfluss des Tons auf Aroma und Geschmack ausklammert.
    Ich will damit zeigen, dass die Wahl einer Kaffeetasse als Aufgussgefäß nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene nicht nur geeeignet sondern auch gar zu empfehlen ist!! In Verbindung mit dem Leitfaden ergibt sich hier eine sehr kosten- und zeiteffektive Kombo für jeden der in die Welt des Tees eintauchen will, ohne Kopfschmerzen und Verwirrung.
    Ich für meinen Teil habe all mein Teegeschirr blitzeblank gereinigt und in den Schrank verstaut - jetzt ist erst mein Triptis-Gaiwan dran, für alle Tees die ich habe!
    Grüße, OstHesse
  12. Like
    blindblend reagierte auf doumer in Teetrinken mit Peter Stanik (prSK)   
    Hallo zusammen,
    ich stehe gerade mit Peter Stanik von prSK in Kontakt, da er evtl. dieses Jahr nach Deutschland kommen würde und angeboten hat, an einem Wochenende im September ein paar Tastings zu veranstalten, wenn Interesse von uns besteht. Er bringt seine Tees und Utensilien mit, man kann jederzeit kommen und gehen, keine Kosten, einfach nur zusammen Tee trinken und sich austauschen.
    Das ist bislang nur eine spontane Idee, da wir uns auch so mal treffen wollten, d.h. Details müssten noch geklärt werden, aber da das evtl. auch noch andere hier interessieren könnte, dachte ich, ich frag mal nach
    Je nach Interesse würde sich eine Stadt mit ordentlicher Anbindung anbieten, die einigermaßen zentral gelegen ist wie z.B. Frankfurt (oder evtl. auch Kassel), damit zum einen Peter gut hinkommt und zum anderen Interessenten nicht ganz in den Süden müssen – Aichwald ist da leider etwas suboptimal gelegen
    Wie schaut's aus? Besteht daran generell Interesse? Zeit und Ort für alle vertretbar? Falls ja würde ich ihm das entsprechend zurückmelden und man könnte etwas detaillierter planen.
    PS: ich hoffe das Thema ist hier an der richtigen Stelle, sonst einfach verschieben, danke!
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    blindblend reagierte auf OstHesse in begriffsklärung "bohea tee"   
    Einfach mal noch mehr Quellen...
    Laut o.g. Quellen waren es Bohea und Singlo, die Tees die während des 18 Jh. den größten Anteile des Teexportes aus China ausmachten, wobei Singlo ein Grüntee war. Laut gegenwärtiger Quellenlage war Singlo ein Sammelbegriff für Tees die aus dem Huangshan - Gebiet im heutigen Anhui stammten. QUELLE (siehe Fußnoten). Wenn man das beschriebene Aussehen des Singlo heranzieht (z.B. das von Milburn), sowie seine georafische Herkunft, dann wäre Huangshan Maofeng der moderne Nachfolger des Singlo.
    Bohea wird in den Quellen meist wie folgt beschrieben. 1). schwarzes großes Blatt, 2). riecht leicht verbrannt, 3). färbt Wasser dunkelrot. Wenn man dieser Beschreibung folgt und eine moderne Entsprechung sucht, wird mehr oder weniger mit Shui Xian - Züchtungen fündig! Billigere leicht zu züchtende Varietäten haben ein eher großes, grobes und relativ preiswertes Blatt, in der Wuyi-Oolong-Herstellung weit verbreitet und gastronomisch sehr flexibel, denn man liest oft dass billigere Shui Xian Oolongs sich mit meisten Gerichten, Zucker und sogar Milch sehr gut vertragen. Als Geschmacksbeschreibung begegnet man oft Sätzen wie "slightly burnt taste" und "heavy honey aroma".
    Es gibt eine gewisse chinesische Publikation, die eine Karte des berühmten "Teeweges nach Europa" enthält. Da ich kein Mandarin kann, konnte ich leider die Publikation selbst weder finden noch lesen, dieses Bild wird aber oft gepostet, besonders im Zusammenhang mit dem "russischen Karawanentee". Bemerkenswert ist aber dass sowohl die Route in Richtung Russland, genauso wie die Route in Richtung Canton (und somit Niederlande und England) von der Provinz Fujian ausgeht, die mit dem großen roten Punkt markierte Haupthandelsstelle befindet sich laut dieser Karte irgendwo im südöstlichen Wuyi Shan.
    ... mit all der Information, lassen sich theoretisch (!) die modernen Nachfolger bzw. Entsprechungen jener Tees ermitteln, welche im 18 Jh. den europäischen Teegeschmack am meisten geprägt haben! Es ist und allen bewusst dass die historischen Tees willkürliche Blends darstellten, aber wenn man sozusagen den "allgemeinen Grundgeschmack" dessen, was im Europa des 18 Jh. so als Tee bevorzugt wurde, erleben will, wäre mit folgenden modernen Tees wohl am besten bedient.
    Bohea ~ presiwerte Shui Xian Oolongs im Wuyi-Stil
    Singlo ~ Huangshan Maofeng
    Und natürlich noch ein Bild von Johann Philipp van der Schlichten, 1. Hälfte des 18 Jh., welches einen ziemlich dunklen Tee zeigt, welcher wohl mit Zucker aber ohne Milch getrunken wird. Überhaupt scheint der Bohea in den Bildquellen klar zu dominieren, zumindest mein Eindruck.
    Grüße, OstHesse
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    blindblend reagierte auf OstHesse in begriffsklärung "bohea tee"   
    Nur um mal auch eine bildliche Quelle zu bringen...
    Ein Stillleben von Jean-Étienne Liotard, Anfang 1780er
    Liotard war ein Maler aus Genf, der im 18 Jh. dort lebte und wirkte. Das festgehaltene Teegeschirr umfasst Kanne, Teebehälter, eine Schüssel mit Zucker und Zuckerzange, sowie eine mit Tee gefüllte Tasse. Neben Zucker steht die Milchkanne. Die ganze Darstellung ist sehr detailliert und farbgetreu soweit es mit Ölfarben geht. Wenn wir und aber den Tee in der Tasse anschauen, sowie den Löffel der drin schwimmt, sehen wir einen Tee der 1). keine Milch intus hat und 2). von der Farbe her relativ hell und goldig, was eher an einen Yencha oder Dancong erinnert. Selbst wenn man typischen "Schwarztee" stark verdünnt, bleibt er ja deutlich braun, nicht goldig.
    Pieter Gerritsz. van Roestraeten: "Still-Life with Chinese Teabowls", 1670er
    Joseph Van Aken: "An English Family at Tea", um 1725
    Circle de André Bouys: Un goûteur de thé (Tea Taster), 18 Jh.
    Die in diesen Bildnissen sichtbaren Tees sind wiederum anständig braun.
    Ein Paar Bilder, nur um zu zeigen, dass die Teekultur des 20ten und des 21sten Jahrhunderts, dass Teegschirr und der Tee selber bei weitem nicht einfach so vergleichbar oder gar identisch sind mit dem, was im 18 Jh. an Tee und Teekultur da war.
     
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    blindblend reagierte auf OstHesse in begriffsklärung "bohea tee"   
    Sehr alter thread, ich weiß, aber ich betreibe gerade ein wenig Quellenarbeit...
    William Milburn's "Oriental Commerce" von 1813, S. 521 ff
    Goods From The East, Hrsg. Maxine Berg, 2015, ab Part IV
    Artikel basierend auf: Thomas Short, A Dissertation upon Tea, Explaining its Nature and Properties (London: W. Bowyer, 1730) (pp. 14-15)
    Sowohl die Originalquellen aus dem 18-19Jh. als auch die modernen Nachforschungen geben an dass der Bohea - Tee aus China mengenmäßig den größten Teil des Tees ausmachte der nach Europa von Briten und Niederländern verschifft wurde. Uns liegen zwei Quellen vor, von 1730 und 1813, und beide berichten dass Bohea ein presiwerter "Schwarztee" ist, neben anderen verwandten Sorten wie Pekoe, Congou und Souchong. Beide Quellen beschreiben ebenfalls das ungefähre Aussehen dieser Tees, wobei Bohea, der billigste und verbreitetste, ein eher großes Blatt besitzt und den Aufguss am stärksten färbt.
    Es ist auf jeden Fall spannend zu erfahren wie sehr sich der heutige nach CTC-Methode hergestellte in Assam maschinell gepflückte Schwarztee von dem "Schwarztee" unterscheidet, der vor 250 Jahren die britische und ostfriesische Teekulturen entscheidend prägte.
    Im Sinne der Frage "was versteht ihr unter "bohea tee"? -  Bohea, historisch gesehen, ist der typische presiwerte "Schwarztee" des 18 und 19 Jh., eingekauft in Guangdong (Canton), China von europäischen Kaufleuten (vor allem Briten und Niederländer), hergestellt in den heutigen Provinzen Guangdong und Fujian. Es war kein bestimmter Tee aus einer bestimmten Region, sondern eine Mischung aus eher mittelmäßigen hochoxidierten Tees bzw. aus Überresten der traditionellen Teeherstellung. In Worten von Milburn, ein Tee der wie verbranntes Heu riecht und rauh schmeckt. Derselbe Autor gibt auch an dass der Begriff Bohea von "Voo-Yee" stammt, einem Land welches sich in der Provinz "Fokien" befindet - von daher kommt die heutige Auffassung dass der ursprüngliche "Schwarztee", der die Europäer auf den Teegeschmack brachte, aus dem Wuyi - Gebirge stammt, in der heutigen Provinz Fujian.
    Grüße, OstHesse
    PS: Ein Wuyishan-Felsentee mit Milch und Kluntje???
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    blindblend reagierte auf AnTuras in Tee für Unterwegs! Welche Thermoskanne?   
    Also wenn es nur um heißes Wasser (!) geht, kann ich die Edel(?)stahlisolierflasche aus dem Standardsortiment von IKEA empfehlen. Diese Flasche kostet weniger als zehn Euro, fasst einen Liter und man kann sich auch nach fünf bis sechs Stunden Wanderung noch hervorragend die Finger an dem Wasser verbrühen.
    Nachteil ist, dass die Flasche recht groß und aufgrund des Materials auch leer nicht federleicht ist. Die Funktionalität ist aber sehr gut. Ich nehme die Flasche gerne auf Wanderungen mit, um mir gegen Mittag/Nachmittag mit meinem kleinen Reisegaiwan und -schälchen eine Teepause zu gönnen.
    Zum warmhalten von etwas anderem als Wasser habe ich die Flasche aber noch nicht benutzt. Sie taugt jedoch definitiv nicht, um darin direkt Tee zuzubereiten.
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    blindblend reagierte auf doumer in Eure neuste Tee-Anschaffung   
    Yeah, die ersten 2018er Pus sind eingetroffen!!
    Ein kleines Sample-Paket sowie ein Bing des 2018er Naka und des 2018er Bakanan von prSK – freu mich schon wahnsinnig darauf, die zu probieren, morgen aber erstmal noch den letzten 2017er aus der YS Sammelbestellung.