Gyokuro

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  1. Begriffsklärung Shincha

    @seika Verzeihung - ich dachte dieser Aspekt sei vollkommen klar. Natürlich muss ein jeder Shincha aus der ersten Ernte des Jahres sein. Ich habe mich übrigens flüchtig eingebracht, da ich spontan hier in das Forum gelangt bin, in dem ich bereits angemeldet war. Da ich gelernt habe, wollte ich nicht zu viel Zeit investieren, mir alle Beiträge durchzulesen. Shincha kann zudem noch vor April geerntet werden - je nach Cultivar und deren Reife. Ich möchte zudem anmerken, dass Shincha nicht einfach nur die direkte Übersetzung "Neuer Tee" ist. Japanisch kennt oft Wortbrücken, welche einen ganz neuen, vielseitigen Begriff formen - vielmehr ein Gefühl. Shincha steht vor allem für Frische, Frühling und nicht zu vergessen - der Tatsache, dass er damals nur dem Adel vorbehalten wurde. Somit wurde ihm etwas Heiliges zugesprochen - und viele Bauern sind (ob Shintoist oder Buddhist) sehr gläubig und missbrauchen dieses Wort nicht so einfach. Ein Matcha, Kamairicha Der Verkauf findet meist an Teekantoren statt, wo der Bauer manchmal einfach schnell verkaufen will und manchmal einen möglichst hohen Preis erzielen möchte. Ich persönlich habe einst mitbekommen, dass die Kantore den Begriff Shincha einsetzen, wo der Bauer doch nur einen Gyokuro (wenn auch keinen Dento-Hon) verkauft hat. Bedenkt man, wie günstig das Kilo bei einem Bauern verkauft wird, jedoch bereits um 300% höher dann von einem Kantor, wird dies auch schnell klar. Außerdem möchte ich anmerken, dass ein Bauer, bei dem ich gern einkaufe, jährlich einen Kabusecha anbietet, der sehr offensichtlich ein Shincha ist, jedoch nicht so benannt wird. Jeder der einst einige Bauern kennenlernen durfte merkt schnell, dass diese meist eher Bildung in der Landwirtschaft haben und übliche Vertragspartner zum Verkauf anlaufen. Solang mit nicht meine Patina versaut wird, ist mir dies auch ehrlich gesagt egal, wie etwas bezeichnet wird, solang es Wirkung und Aroma erzielen kann. Gehen wir in der Zeit mal etwas weiter zurück, stellen wir fest, dass die Anfänge von Shincha nicht das waren, was später folgte und heute nochmal etwas anderes darstellt. Tee wurde schon immer als Gesundheitselexier gehandelt und kurz nach jenen Anfängen war Shincha sogar noch recht feucht - dies sogar spürbar. Damit also sehr instabil und somit eine saisonale Seltenheit, für Shogune, Daimyo oder dem Tenno - so wie teils Samurai. Zusammengefasst will ich sagen, dass man sich weniger um den Begriff sorgen sollte, denn in diesem Forum gibt es zu viele Quellen und jede scheint andere Sichtweisen zu haben. Für mich bleibt die Erklärung simpel - Feuchtigkeit und erste Ernte - solang nicht gemahlen oder geröstet - und vor allem grüner Tee (logisch). @teekontorkiel Es obliegt am Ende dem Bauern und ist ein Hilfsbegriff. Im Westen wird er zu gern für Marketing verwendet, wo in Japan gern Alltagstee konsumiert wird, wie ein simpler Sencha. Da die Jugend in Japan immer mehr zu abgefüllten Produkten greift, ist dieser Begriff so oder so teils relevanter für die dort ältere Bevölkerung. Zudem vertraue ich selten Beiträgen und bevorzuge Worte von Bauern, Sommelieren und jene, aus meiner Lehre. Zudem hat Kamairicha erheblich mildere Röstaromen, im allgemeinen, als Subarten wie Long-Jing (bzw wuyian Lung Ching). Feuchtigkeit führt bei einer zu milden Röstung zu säuerlichen Aromen, wo doch die Oxalsäure abnimmt. Es mag sein, dass ein Bauer seinen Kamairicha als Shincha bezeichnet, doch wie gesagt, nutzen viele diesen Begriff gern, wie es ihnen beliebt. Ich kenne einen Bauern aus Chiran, der jährlich einen Shincha produziert hat, welcher unfassbar großartig ist, jedoch von ihm nie zu einem Wettbewerb getragen wird. Dieses Jahr bezeichnete der Bauer ihn lediglich als Sencha, da er ihn stärker trocknen musste - weshalb, bleibt mir offen. Außerdem trinke ich jeden Tag intensiv Tee - beobachte den Markt und kaufe manchmal gern Subarten einige Monate später erneut. Jedes Jahr finde ich Shincha, der auch noch im Dezember unverändert ist - in Konsistenz, Aroma und Wirkung. Dies dürfte bei einem Shincha eigentlich nicht der Fall sein - auch wenn es schön wäre. Bei Gyokuro, Kabusecha oder manchem Sencha ist dies oft sogar sehr angenehm, doch ein echter Shincha verliert stark an Wirkung und Charakter. Anders gesagt - sehe ich bei einem Shincha keine Veränderung, auch noch über 7 Monate, nach der Ernte, ist dies äußerst auffällig. Auch, wenn von mir nicht so beliebt und überaus überteuert, sind beide Shincha von Geschwender tatsächlich echt. Eben dies merkt man an der absteigenden Qualität, im Verlauf des Jahres. Hier verstehe ich den hohen Preis jedoch, da Herr Mack, Herr Holz, der junge Herr Gschwendner und der andere Herr, von dem ich den Namen leider vergessen habe, ganze Arbeit leisten. Bevor ich jetzt angefahren werde - ich weiß, dass Herr Holz nicht mehr in der Verkostung ist und der junge Herr Gschwender sich auf Kräuter, Blüten und Früchte spezialisiert hat. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Übrigens - alle Laboranten da draußen wissen um die geringe Wirkstoffmenge in einem Shincha. Wie mein Name verraten dürfte, lege ich meinen Gaumen vor allem in die Schatten. Shincha ist ganz nett - wie eine Assam-Saison - jedoch bin und bleibe ich "L-Theanin-Addict". ~ Ja ich weiß - die Menge macht das Gift.
  2. Begriffsklärung Shincha

    Ich weiß jetzt nicht, ob dies bereits erwähnt wurde, da ich mir nicht die Mühe gemacht habe, alle Beiträge zu lesen - doch habe ich eine simple Antwort dazu. Shincha wird zu gern falsch verwendet und tatsächlich ist der Begriff unfassbar simpel zu erklären, wie bereits im ersten Beitrag. Shincha hat eine prozentual betrachtet doppelt so hohe Feuchtigkeit, als jene Verarbeitungsarten, zu denen er verarbeitet werden kann, welche jedoch nicht als Shincha bezeichnet werden. Die Bauern haben hier einen ganz eigenen Spielraum, wie ähnlich bei der Regel von Gyokuro aus den südlichsten Teilen Japans. Hier wird er oftmals unter 16 Tagen vollbeschattet, jedoch nicht als Kabusecha bezeichnet, da er zuvor erheblich mehr Sonne erhalten konnte. Etwas verwirrend, jedoch vergleiche ich persönlich dies gern mit der Fütterung von Kühen, so Kühe mehr Futter erhalten, geben sie Milch und weniger, wenn sie keine Milch geben, wo man doch meinen müsste, sie müssten mehr erhalten, wenn sie keine geben, um wieder welche zu geben. Pauschal hat man mir oft gesagt, dass alles unter 10% Feuchtigkeit jener Tee ist, der er eben ist und alles über 10% Feuchtigkeit dann auch zusätzlich als Shincha bezeichnet werden darf. Ich weiß aber auch noch, dass Cultivare wie Asahi ja dank ihres zarten Blattes auch mit 8% Feuchtigkeit noch als Shincha bezeichnet werden und gröbere Cultivare wie Yabukita selbst mit 12% Feuchtigkeit noch als Sencha, Gyokuro oder wie auch immer bezeichnet werden. Nach allem, was ich lernen durfte, denke ich also, dass es sich hierbei um die Dehnbarkeit des Blattes handelt, welche im Zusammenhang mit der Feuchtigkeit und dem Cultivar steht. Wenn man Zweifel hat, einfach mal das Blatt etwas biegen. Ich denke, bei einer gefühlten 30° Krümmung, kann man von Shincha sprechen. Zusätzlich möchte ich aber noch sagen, dass ich auch ohne Wissen stark anzweifle, dass man Tencha, Matcha oder Kamairicha als Shincha bezeichnen würde, da hier eine höhere Feuchtigkeit oder Biegsamkeit der Qualität abträglich wäre. Matcha würde verkleben und Klumpen bilden, Tencha würde ein zu hohes Volumen und fleckenartig verteilte Feuchtigkeit aufweisen und Kamairicha würde säuerlich werden, während die Röstaromen und die durch die Röstung speziell floralen Noten viel zu kurz kommen. Ich glaube, was mir der Bauer sagt und hoffe, dass mein Händler mich nicht belügt. Im Gegensatz zu China oder Indien, sind die Japaner auch erheblich ehrlicher, beim Tee.
  3. Dento Hon Gyokuro

    Vielen Dank, für die Antworten. @cml93 Tatsächlich habe ich schon Gyokuro, von nativen Cultivaren probiert. @seika Es geht mir wirklich um die Form, da die Form beim Aufguss ja sehr viel ausmachen kann. Je mehr oder weniger Druck, je schneller oder je leichter das Blatt sich öffnet, desto unterschiedlicher die Ausgabe der Stoffe. @Cel Wenn ich richtig verstanden habe, kennst Du Gyokuro noch nicht so? Falls du neugierig bist, empfehle ich dir Gyokuro von Toshikazu Yamashita. Als Vorwarnung, trifft man auf hohe Preise und Tee von Yamashita ist keineswegs etwas für Anfänger. Für günstigeren Gyokuro, empfiehlt sich eine Farm in Wazuka, dessen Namen ich leider vergessen habe. Ich weiß nur, dass die Farm schon seit über 300 Jahren existiert, also noch vor der Erfindung von Gyokuro Tee angebaut hat. Gyokuro von Yamashita ist allerdings sehr einfach im Umgang. Jeder Aufguss kann bei 50°C geschehen und nur der erste, braucht seine ein, bis zwei Minuten, sofern man 5g pro 100ml nimmt. Alle folgenden Aufgüsse brauchen nur fünf, bis zehn Sekunden. Mein Rekord lag bei 16 Aufgüssen. @Paul Interessanter Link, danke. @Diz Daniel Mack sagte mir persönlich, dass all diese Bezeichnungen nur für den Kunden sind und in Deutschland keine Richtlinien existieren. Händler und Hersteller neigen zu falschen Angaben, was man ihnen aber nicht verübeln darf. Wissen um Tee ist gewaltiger, als ein Mensch in einem Leben erfassen könnte.
  4. Dento Hon Gyokuro

    Dento Hon Gyokuro bedeutet in der Übersetzung simpel, traditioneller Gyokuro. Tatsächlich steht das Wort Hon, im Zusammenhang mit Reisstroh, bildet aber im Gesamtbild ein neues Wort, in der Übersetzung. Deutsch ist eine recht unkompatible Sprache, was sowas betrifft. Dies ist ein Begriff, aus Hoshino, der für in ganz Japan produzierten Gyokuro gilt, sofern gewisse Anforderungen erfüllt werden. Dazu dürfen die Teebüsche nicht in Form geschnitten werden, sondern müssen natürlich wachsen. Das Blatt muss per Hand gepflückt werden. Die Beschattung muss mit Tana-Technik erfolgen, aus Reisstrohmatten. Darüber hinaus, muss das Blatt mindestens 16 Tage Vollbeschattung erfahren. Quellen habe ich leider nicht, sondern lediglich Erfahrung aus Gesprächen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass die Ursprungsform recht kugelig war und so der Name entstand. Mir geht es nun darum, ob es noch irgendjemanden gibt, der ihn in solcher Form produziert und verkauft.
  5. Dento Hon Gyokuro

    Ich suche schon seit langer Zeit einen Gyokuro, in seiner ursprünglichen Form. Bevor man ihn wie beim Sencha zu Nadeln formte, war Gyokuro zu Anfang seiner Zeit eher kugelig, wodurch er auch seinen Namen (Tau"Tropfen") erhalten hat. Ich frage mich nun, ob es solchen Gyokuro irgendwo gibt. Bevorzugt einer aus Uji.
  6. Chasen

    Verzeihung, dass ich so verspätet auf den Beitrag reagiere, doch ich habe mich angemeldet, um hier antworten zu können. Entgegen dem allgemeinen Glauben, gibt es keine klare Richtlinie, sondern nur grobe Empfehlungen, bezüglich der Utensilien. Der richtige Chasen, hängt in erster Linie von der Person ab, die ihn nutzt. Sicher halten weniger Pondate länger und sicher sind mehr Pondate für so manchen einfacher im Umgang. Mit einem Kusenaoshi, hält jeder Chasen länger und hochwertige sogar bis zu 6 Monate, bei täglicher Nutzung. Wichtig ist dabei, dass man einen Chasen mit mehr Pondaten kürzer, so wie einen Chasen mit weniger Pondaten länger einweicht. Das Einweichen sollte zwischen mindestens 70°C und nie unter 60°C, vor und nach der Nutzung geschehen. Welcher Chasen nun der richtige ist, entscheidet man dabei selbst. Mönche verwenden oftmals einen Chasen, mit unter 80 breiten Pondaten, da sie sich manchmal nicht mehr leisten können oder nicht mehr Zeit zur Arbeit am Chasen haben. Es gibt aber auch Chasen für, mit unter 80 Pondaten, welche sehr fein sind, wie auch Chasen mit über 100 Pondaten, die sehr grob sind. Die Frage ist, wie viel Gefühl man hat. Mancher spürt die Biegung der Pondate, mancher nur den Chawan und einige lediglich den Aufguss. Je mehr Feingefühl man sich zumutet, desto dünner können die Pondate sein, ob dünne oder dicke Konsistenz. Dann ist es auch eine Frage, wie oft man einen neuen Chasen organisieren möchte. Wie bereits gesagt, sind breitere Pondate logischer Weise langlebiger, doch gibt es so manchen, der sogar solch einen Chasen schnell abnutzt. In der Urasenke, wird die Zeremonie manchmal auch gar nicht wie im Bilderbuch ausgeführt. Die Zeremonie bindet sich nicht, an den Koicha. Zudem gibt es auch viele unterschiedliche Angaben, zu den Mengen und dessen Konsistenz. So hatte ich einst einen Tee, welcher nicht aus Tencha, sondern aus Gyokuro gewonnen wurde. Dieser konnte quasi ein Koicha sein, doch nur im wörtlichen Sinne, des starken Tee's. Die Konsistenz blieb sehr flüssig. Unabhängig davon, muss jeder seinen eigenen Weg finden und in der Zeremonie, geht es um den Moment, nicht um die Konsistenz. Hat man seinen gemahlenen Tencha gefunden oder zumindest einen engeren Kreis gebildet, kann man an den passenden Chasen denken.