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  1. Anima_Templi, der Verführer

    ich wollte mal meine Gehversuche der Teeproben von @Anima_Templi mit Euch teilen - auch um anderen Anfängern den Mund schön wässrig zu reden Er hatte mir ein Querbeet-Sortiment mit einem TGY, Da Hong Pao, Mingjian Huang Jin Gui, Bi Lo Chun und einem Sheng Pu Erh zukommen lassen. Ich bin mit einem gewissen Respekt an die Sache gegangen, nachdem ich ergooglet hatte, was das so war. "Perlen vor die Säue" war meine Befürchtung, "das kann ich doch noch gar nicht einordnen". Aber sogar mit absolut ungeübtem Gaumen konnte ich da schon sehr viel entdecken - und habe gleich den Unterschied zu "Normalo"-Tees erfahren können. In jedem Fall ein Erlebnis - Danke nochmal! TGY (vermutlich aged) was das genau war, wissen wir noch nicht. @chenshi-chinatee hatte den mal im Angebot und wir versuchen uns gerade mit Fotos ranzutasten, was das denn gewesen sein könnte. In jedem Fall verdammt lecker mit 3g auf 90 ml und 90°C nur kurz aufgegossen (max. 30 s) ist er zunächst noch verhalten mit würzigen und holzigen Aromen, in einem zweiten noch kürzen Aufguss dann pures Rosenwasser. Zuvor hatte ich einen kurzen Waschgang gemacht. Hier also mein erstes Erlebnis, wie ein zweiter Aufguss nicht nur bitter ist wie bei meinen ersten Tees, sondern im Gegenteil dann erst Vollgas gibt. Bei den weiteren Aufgüssen hab ich auch mal mit längeren Ziehzeiten experimentiert und nie, aber auch wirklich nie, ist da was bitter geworden. Mit der Zeit kommen noch Zimt oder Nelken dazu, wenn die Blumigkeit langsam schwindet. Ich glaube 6 Aufgüsse hab ich zaubern können. Westlich mit 1,5 g auf 250 ml hab ich auch ausprobiert, und ist in den ersten zwei Aufgüssen auch fein mit leichter Veränderung vom Blumigen zu etwas Würzigerem, danach ist es aber eigentlich recht monoton. Nicht schlecht, aber anders ist es einfach aufregender. Aged Da Hong Pao auch von @chenshi-chinatee selbe Zubereitung wie oben für leicht rauchige Würzigkeit, so Art Pumpernickel, dazu geröstete Nüsse, später Richtung Tabak, Baumrinde und leichter Blumigkeit. Dahinter verbirgt sich eine gewisse Süße wie Honig. Und auch hier nie unangenehme Bitterkeit. Bei diesen zwei Tees bin ich auch von Thermometer und Stoppuhr weggegangen. Es kommt unglaublich schnell ein Gefühl, wie der Tee ziehen muss und kaputt konnte ich hier gar nix machen. Mingjian Huang Jin Gui 2009 von Atong Chen Der hat sich mir erst bei einer zweiten Zubereitung am nächsten Tag erschlossen. Zunächst hatte ich nur was erdiges erkannt, würziger als Grüntee, viel sanfter als Schwarztee. Am nächsten Tag dann aber deutlich gebäckartige Noten, Nelken und die Fruchtigkeit von rosa Pfeffer und Ingwer (ohne die Schärfe). Mein Geschmackssinn war an diesem Tag wohl nicht so gut ausgeprägt oder hatte wohl kein Lust was zu erschmecken. Bi Lo Chun Sanxia 2019 von Atong Chen Ein Traum von Mango mit Vanille, Honig und dahinter anregender Würze. Hab noch nicht ganz rausgefunden, was das ist. Etwas vegetales. Bei westlicher Zubereitung hatte ich was maritimes mit Salzwasser und Austern dabei? War bei zweiten Aufguss aber nicht mehr - passt nicht so ganz zur Mango Yiwu Sheng Pu Erh 20214 von Yu fruchtige Erdigkeit, Pflaumenmus und später Seegras-Noten. Insgesamt habe ich noch nicht so auf den Pu-Erh-Zug aufspringen können. Die Tees sind schon gut, aber ich fühle mich derzeit arg den Grüntees und eher weniger stark oxidierten Oolongs hingezogen. Jetzt kenn ich auch die Intention von @Anima_Templi: das ist der Dealer, der den Kids am Schulhof kostenlose Drogenproben gibt. Und fixt sie damit an, dass sie voll drauf abfahren. Bin ich ihm böse? Nein! Nur mein Geldbeutel ist beleidigt, da der jetzt Hunger leiden werden muss, ob der kommenden Tee-Bestellungen
  2. mittlerweile konnte ich mich durch fast alle von @Anima_Templi geschickten Proben trinken und habe da schon arge Unterschiede in Geschmack und Qualität zu den ursprüngllichen Tees gefunden. Die Tees sind natürlich deutlich höherwertiger, auch vom Preisgefüge her, aber das sorgt auch für einen ganz anderen Genuss Bitterkeit oder anderen Unannehmlichkeiten? Fehlanzeige. Fein fein fein und danke nochmal
  3. och nö, eigentlich nicht. ich liebe es nur, derzeit so viel herumzuprobieren, da ich nie dachte, dass Tee so komplex sein kann! und das Wetter ist derzeit ja nicht für Urlaub gemacht (Nieselwetter, nur 12°C)
  4. zum Glück hab ich Urlaub. so kann ich den ganzen Tag mit der Teezubereitung experimentieren. Ich wollte wohl sofort auf die Überholspur, stattdessen hab ich nun doch nochmal zwei Gänge runtergeschalten und hab mich rechts eingeordnet. Man wird ja regelrecht mit Gong-fu erschlagen, wenn man sich in Teezubereitungen einliest: Gong-fu top, westlich flop, ist da häufig das Credo. nein, gar nicht! ich hab nun die Tees von oben alle mit verschiedenen Methoden und Tee-zu-Wasser-Mengen ausprobiert. Von westlich, über "semi-gong-fu" (mehr Tee/Wasser als westlich, aber nicht so viel wie für gong-fu) zu gong-fu. Ihr hattet recht: die westliche Zubereitung hat den Tees für mein Geschmacksempfinden (!) nichts abgetan. Und war wesentlich bequemer Das schöne ist, man kann auch den Tee während dem Ziehen immer mal wieder probieren, ob er schon weit genug ist, was bei 20 s Ziehzeit bei gong-fu nicht möglich ist; bis die Probe auf dem Aufguss kalt genug zum Trinken ist, sind ja schon wieder 100% der Zeit vergangen. Ein zweiter Aufguss ist zwar nur noch halb so stark/aromatisch, aber dafür hab ich mehr vom ersten (mengenmäßig). Die im ersten Aufguss gelösten Aromen werden nicht durch eine längere Ziehzeit überdeckt, dafür ist für Gong-fu bei den anderen Aufgüssen nix mehr da. Ich freue mich jetzt umsomehr auf die von @Anima_Templi so freundlicherweise bereitgestellten Proben, um mich da auf Entdeckungstour zu begeben.
  5. Danke Ich bin bemüht, bereits jetzt keine Wissenschaft daraus zu machen, auch wenn mir das als Ingenieur ein Stück weit in die Wiege gelegt wurde Zum jetzigen Zeitpunkt suche ich noch die Stellschrauben und ihre Wirkung. Je nach Relevanz werde ich diese sicherlich (hoffentlich) mit der Zeit "im Gefühl haben", oder einen Weg gefunden zu haben, sie nicht beachten zu müssen. Auch nochmal als Parallele zum Whisky: pipettierst du noch, oder trinkst du schon? Ich denke, der Spruch ist dann auch dem ein oder anderen geläufig
  6. Ich reagiere auch sensibel auf Koffein nach 16 Uhr, gebe aber die Teeblätter nach dem letzten heißen Aufguss in eine Karaffe mit kalten Wasser. So bekommt man nach ein paar Stunden ein mit Tee aromatisiertes Wasser, das ich bis in die späten Abendstunden trinken kann. und ich schlafe jedenfalls wie ein Baby.
  7. Hallo und vielen Dank für Eure Ausführungen! ich habe nun schon während der vergangenen Tage - und einigen Litern Tee intus - neue Erkenntnisse gesammelt. Das Ritual, den Tee zuzubereiten, hat schon einen festen Platz im Tagesablauf erhalten. Und durch die Übung bin ich die nächsten Schritte auf der Lernkurve weitergekommen. Das hellste Licht, das mir aufgegangen ist: man muss sich von den vielen Faustregeln und "Empfehlungen" lösen, die überall kursieren. Regel Nr. 1: do not talk about fight cl..äh nein sorry, das war was anderes, also Regel Nr. 1 ist, es gibt keine Regeln. Zum Einstieg in einen neuen Tee habe ich mir vorgenommen, mich nur an Temperaturempfehlungen (die kommen ja nicht von ungefähr), 1g/30 ml (hat sich scheinbar allgemein etabliert) und der Ziehzeit des ersten Aufgusses zu orientieren. Die Ziehzeit für den zweiten Aufguss reduziere ich bereits dramatisch. Bei den grünen Tees ähnelt das einem Waschgang: Gaiwan aufgießen, Deckel drauf, und schon wieder abgießen. Da wird dann bei den angesprochenen Tees nichts mehr bitter, auch wenn die filigransten Aromen nicht mehr wiederkommen. Ich denke, das ist dann wirklich den Tees selbst geschuldet. Nichtsdestotrotz bleiben es bessere Tees als alles, was ich davor als "Tee" getrunken habe. naja, ich dachte es macht Sinn, erstmal meinen aktuellen Stand kundzutun das möchte ich gar nicht abstreiten! nicht nur, was die konkreten Tees angeht, die ich hier habe, sondern auch mit den Aromen, die ich von Tee generell zu erwarten habe. Wie ich schon sagte, tu ich mir schon schwer mit "bitter" vs. "adstrigent". "Bitter" als Geschmack ist ja etwas anderes als "Adstrigenz" als Gefühl (chemische "austrocknende" Reaktion). Mir fehlt da ganz klar die Übung. Bei meinem anderen Hobby, Whisky, dauerte es auch erstmal eine ganze Weile und Tastings, bis man hinter manche Aromen stieg. Aber irgendwo muss ich ja anfangen und sehen wohin der Weg führt. Auf jeden Fall "scmecken" mir die Tees an sich schon sehr gut (abseits der obigen Problematik, wobei ich die nun schon besser in den Griff bekommen habe) und ich freue mich, da noch mehr kennenzulernen und zu entdecken. Ich würde gerne auch an Tee-Seminaren o.ä. teilnehmen, jedoch werden diese hier in der Region nicht angeboten. das verstehe ich. jedoch dachte ich, dass zumindest ein zweiter Aufguss mehr oder weniger problemlos möglich sein, wenn die ersten Aufgüsse unter einer Minute lagen. Damit bin ich weit unter der Ziehzeit für die westliche Methode, so dass noch genug Aromen im Teeblatt übrig geblieben sein sollten. Dass diese Tees nicht für so viele Aufgüsse geeignet sind und ein Aromenspektrum bieten, wie Tees mit kg-Preisen jenseits von 2-300 €, ist mir klar. vielen Dank, ich hätte nicht gedacht, solch ein Angebot schon nach meinem zweiten Beitrag zu erhalten. Ich melde mich sofort bei Dir, und sag mir bitte, wie ich mal revangieren kann! siehe Regel Nr. 1 ich habe vor einer Weile angefangen, Spanisch zu lernen. Wenn ich dann einem meiner Hobbies nachgegangen bin und mich meine Frau längere Zeit nicht in der Wohnung herumspazieren sah und fragte, was ich gerade mache, habe ich irgendwann nur noch mit "él goza" geantwortet, zu deutsch "er genießt"; meine Frau interessiert sich nicht so wahnsinnig für meine Hobbies [außer Tee, da trinkt sie gern mit], da sparen wir uns, dass ich genauer ins Detail gehen, was ich tatsächlich gerade mache . Da man Präpositionen auch einfach weglassen kann, ist es halt zu "goza" verkürzt worden. Man möge bitte entschuldigen, dass ich also dauernd in der dritten Person von mir spreche Mit deinem Nick dagegen habe ich sofort Animus und Templer assoziert. Auch nur ein Zufall? @SoGen geht ja auch darauf ein, die Waschgänge sind mir grundsätzlich bekannt, auch dass es gar nicht mehr ums Waschen und Desinfizieren geht. Soweit bin ich aber noch nicht. Ich hänge ja noch bei den grundsätzlichen Basics. Hoffentlich ändert sich das bald Der dritte ist nun bei mir immer noch deutlich kürzer als der erste. Und nur wenig länger als der zweite, also z.B. 20 s -> 5 s -> 8 s Die Tees sind auch so nicht langweilig, bei längeren Zeiten dagegen zu herb. vielen Dank! ich jedenfalls nehme das ganz sicher nicht arrogant auf. Stattdessen unterstützt es ja meine Herangehensweise, zunächst die Basics zu beherrschen zu wollen und deuten zu können. Vielleicht hier noch zum Hintergrund; zwei Motivationen treiben mich. Einerseits natürlich, guten Tee zu trinken, andererseits sagt mir auch dieses Ritual mit kleinen Gefäßen, mehrmaligen Aufgüssen usw. zu. Nicht nur Tee zuzubereiten, sondern die Art und Weise, wie der Tee zubereitet wird und nicht nur das Endprodukt zu erhalten. Für die genannten Tees hatte ich mich entschieden, da sie preislich deutlich über dem lagen, was ich bisher so in mich reingekippt habe, andererseits wusste ich natürlich, dass noch teurere Tees Perlen vor die Säue sind, wenn ich die Basics noch nicht beherrsche. Wie oben jedoch schon geschrieben, hoffte ich, dass jedenfalls ein paar Aufgüsse möglich seien. Sind es ja so gesehen ja auch, nur dass die einzelnen Aufgüsse von der Aromatik nichts außergewöhnliches mehr hergeben. Ich interpretiere es mal so rum: die westliche Methode wird also nichts verschleiern, wenn eh schon nicht mehr im Tee ist. Wenn man es überhaupt auf eine Preisklasse reduzieren kann: ab welchem Preis sprechen wir denn von Tees, die sich für Gong-fu (besonders) eignen? genau das passiert halt in dem sehr dünnwandigen Gaiwan. Der kühlt in der Viertelstunde ganz aus. Analog zum Waschgang: ich freue mich darauf, wenn ich sowas mal brauchen werde! Berufsbedingt beschäftige ich mich mit kalibrierten Mess- und Prüfmitteln. Unsicherheiten und Ungenauigkeiten sind mir (manchmal leider ) mehr als geläufig. Und mir ist klar, dass weder Wasserkocheranziege noch Thermometer präszise und genaue Werte liefern. Mindestens aber so genau, wie auf die "Augengröße" der Blubberbläschen beim Wasseraufkochen zu achten; sofern meine anfängliche Naivität diese Schlussfolgerung zulässt? Auf das letzte Grad Genauigkeit wirds es hoffentlich nicht ankommen? Regel Nr. 1 Dank und LG Sebastian
  8. Hallo aus Deggendorf

    Vielen herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme!
  9. Hallo Tee-Liebhaber, wie in meinem Vorstellungsthread angekündigt bin ich ja blutiger Anfänger, dessen Fragenbombardement nun Eurer heimeliges Forum heimsucht . Für den Einstieg bietet das Forum natürlich bereits einen enormen Fundus an Informationen, was man braucht und worauf grundsätzlich zu achten ist (vielen Dank an all die aktiven Mitglieder ), aber nach den ersten eigenen Schritten öffnet sich ja erst einmal das Tor der großen Unwissenheit, die ich hoffe, zumindest einen Teil bereinigen zu können. Ich habe mich entschieden, für meine Fragen nur einen Thread zu eröffnen. Vielleicht wird das ja auch eine Art Tee-Tagebuch? Andere Leser stolpern zudem vielleicht auf ähnliche Fragen. Zumindest war häufig mein Problem, dass man bei der anfänglichen Recherche auf etwas gestoßen ist, das auf den ersten Blick uninteressant, da schon zu tief in der Materie schien, ein paar Tage später aber genau diese Frage selbst aufkam und die Info dann in den Tiefen des Internets nicht mehr auffindbar war Bevor Diskussionen hier dann zu umfangreich werden, können wir diese ja auslagern? Ich fang mal jetzt einfach mal an: Ich habe nach dem vielen Lobgesang gleich zu Beginn einen kleinen Gaiwan besorgt und bereite den Tee nicht nach westlicher Methode zu. Als bequemes Mittelding hat sich auch die Opa-Methode herausgestellt und ich habe einen Tee aus dem lokalen Handel (einen Pai Mu Tan (~6,50 €/100 g) [ich schreib mal immer die Preise dazu, da diese ja zumindest eine grobe Richtung angeben, von welcher Qualität der Tee ist]), der sich damit sehr lecker trinken lässt - besser als westlich aufge"kocht" oder nach gong-fu-cha. Mir ist bewusst, dass sich Tees je nach Zubereitung unterscheiden und ihre Stärken und Schwächen offenbaren und gong-fu-cha - wie auch an dem (günstigeren?) Pai Mu Tan zu sehen - nicht das Optimum sein muss. Der Gaiwan ist der kleine, innen glasierte (oder Porzellan?) Ton-Gaiwan, der mit 120 ml Füllmenge angepreisen wird. Die Füllmenge, habe ich schnell herausgefunden, bezieht sich auf bis obenhin gefüllt. Tatsächlich füllt man ja auf etwa die Höhe der Deckelkante. Das sind dann in dem Gaiwan etwa 80 ml, und darauf möchte ich meine Mengenangaben beziehen. Ich habe noch einen zweiten Gaiwan (auch so ein Allerwelts-Standard-Ding), der etwas mehr als doppelt so viel fasst, da rechne ich dann hoch. Bislang bereite ich v.a. einen Pi Lo Chun (10 €/100 g) im Gaiwan zu und einen Pouchong (11 €/100 g). Ich gebe dafür bspw. 3g in den vorgewärmten Gaiwan und lasse diese im ersten Aufguss bei 80°C (Wassertemperatur VOR dem aufgießen, also kühler beim Ziehen) ca. 20 s ziehen. Die Zeit rechne von 1. Wasserkontakt bis zur vollständigen Leerung des Gaiwan (bis es nur noch tröpfelt). Das Wasser koche ich nicht auf und lasse es abkühlen, sondern erhitze mittels Temperatureinstellung am Wasserkocher nur bis zur Zieltemperatur. Dies am Rande, da es da ja schiere Glaubenskriege zu geben scheint. Das Wasser ist Brita-gefiltert. Der erste Aufguss ist ein wahr gewordener Traum: so wollte ich Tee schmecken . Jedoch ist der zweite Aufguss immer ein etwas abruptes Aufwachen aus dem Traum: die Tees sind deutlich herber (adstringent? den Unterschied muss ich noch erlernen), die süße Fruchtigkeit des Pi Lo Chun ist wie weggeblasen, das Blumige des Pouchong wird krautig/grasig. Dabei soll doch eben jener 2. Aufguss der Tee des guten Geschmacks sein? Auch die Halbierung der Ziehzeit des ersten Aufgusses für den zweiten bewirkt nur, dass der Tee nicht ganz so herb ist, filigrane Aromen scheinen aber schon ausgewaschen zu sein Ich habe auch schon mit anderen Temperaturen experimentiert (z.B. 90°C, was dann tatsächlich 80°C im Gaiwan entspricht (=empfohlene Temperatur der Shops für die Tees) [mir ist klar, dass höhere Temperatur mehr Bitterkeit bedeutet, wollte aber auf die empfohlene Temperatur eingehen]) und höheren als auch niedrigeren Teemengen und veränderte Ziehzeiten. Als Faustregel rechne ich die prozentuale Erhöhung der Teemenge um auf die Verringerung der Ziehzeit (also z.B. bei 4g statt 3g nur 15 s statt 20 s)., bin aber aus Testgründen auch deutliche Extreme (extrem kurz oder extrem lang ziehen lassen) eingegangen. Bei manchen Videos (v.a. asiatischer Herkunft) auf Youtube habe ich gesehen, dass bei den helleren Teesorten (weiß, grün) der Deckel beim Ziehen nicht ganz geschlossen wird, und zwischen den Aufgüssen auch heruntergenommen wird (damit der Tee nicht auskocht). Auch das habe ich probiert: ohne Deckel zwischen den Aufgüssen kommt mir dabei tatsächlich angenehmer vor (nur angenehmer, das grundsätzliche "Problem" bleibt bestehen). Kühlt dann aber der Tee/Gaiwan nicht zu sehr aus? Ich brauche ja so 5-15 min bis zum nächsten Aufguss und ein warmes Gaiwan ist doch besser für den nächsten Aufguss? Oder eben genau nicht, da der ausgekühlte Tee nicht so sehr nachzieht? Ist die empfohlene Aufgusstemperatur des Herstellers/Shops auch für Gong-fu-cha anwendbar, obwohl sie für die westliche Methode angegeben ist? Ich kenne auch das Brewing Chart von Mei Leaf, die Werte weichen aber teils erheblich von den Empfehlungen ab - sind ja aber auch nur Richtwerte. Selbstverständlich geht Probieren über Studieren, insbesondere in der Genußwelt - wer weiß außer mir schon, was und wie mir etwa schmeckt oder gefällt. Bevor ich mich aber "verrenne" und falsche Schlüsse folgere, würde ich mich freuen, ein bisschen Hifestellung zu bekommen. Sind die Tees vielleicht einfach nix, wobei ich mir das in der Preisklasse nicht vorstellen mag. Habe ich doch bewusst schon nicht das billigste Kraut genommen. So, jetzt wurde der Text schon länger als gedacht, mehr dann im weiteren Verlauf Vielen Dank, Sebastian
  10. Hallo aus Deggendorf

    Hallo Tee-Liebhaber, tja, nun ists passiert. Ich habe mich im Tee-Forum angemeldet Hat ja auch nur gut 1 Woche gedauert, bis ich nach den ersten Recherchen zu "gutem" Tee bereits die ersten Bestellungen des guten Online-Fachhandels erhalten habe, mich die letzten Tage mit Gong-fu-cha beschäftigt habe und - nach anfänglichen Erfolgen - nun in den Sog dieses herrlichen Genußmittels gezogen wurde. Mitlesen reicht nicht mehr, mir brennen Fragen auf der Zunge (zum Glück nicht schlimmeres wie heißes Tee-Wasser ). Ich bin Sebastian, etwas über Mitte 30 und wohne in Deggendorf. Der "Mount Stupid" ist überwunden (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt), ein wie ich für mich festgestellt habe, unausweichlicher Schritt meinerseits, wenn ich mich mit neuen Themen befasse, und ich kann mich befreit einem neuen Hobby hingeben. Nach Whisky und Zigarren endlich etwas, dem ich auch während der Arbeit im Büro nachgehen kann Neben mir steht ein Gaiwan (das kleine Anfänger-Ton-Ding), zu Hause für den Genuß mit der Frau auch ein größerer und eine Glaskanne als Pitcher, in der Schublade liegen grüne, weiße, Oolong und Pu-Er-Tees. Eine bunte Auswahl klassischer Tees, sowie Probier-Sets. Ich habe einen Wasserkocher mit Temperatureinstellung und eine gute Thermoskanne besorgt. Im Browser-Tab läuft ein Timer, eine Exceltabelle für Tastingnotizen ist eingerichtet. Ein Thermometer hab ich noch vom Grillen gehabt. Ich bin also voll infiziert. Dabei ist doch nur die Teedose, aus der ich mich den Winter über bedient habe, leer gewesen. Lust auf Supermarkt-Tee hatte ich nicht mehr, sondern wollte "besseres", was zu dem Zeitpunkt noch lediglich recht schnöde definiert war mit "bio, lose, nicht aromatisiert, keine Fruchtstückchen bitteschön". Und wenn ich mal anfange zu recherchieren, dann en detail. Ich habe mich in Teesorten eingelesen, habe schnell erfahren, wie Tee "eigentlich" zubereitet wird (und was ich demnach bislang immer falsch gemacht habe), wie wichtig Wasser und Temperaturen sind - und tada, da sind wir nun. Reichen 3g im Gaiwan, oder sollen es doch 4g sein? Ne, 90°C waren zu heiß, der Tee ist zu bitter, ich nehm das nächste Mal nur 80°C oder etwas weniger Ziehzeit. Oder liegt es doch an was ganz anderem? Und wie lange wird es eigentlich noch dauern, bis ein Tokoname oder Jixing-Kännchen auf dem Tisch steht? Und so werde Euch die nächste Zeit mit typischen "doofen" Anfängerfragen malträtieren - ein großes Pardon schon an dieser Stelle So long (reimt sich auf Oolong fällt mir eben auf), ich muss aufhören, mein Tee ist gezogen und ich muss abgießen... Sebastian