miig

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Reputationsaktivitäten

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    miig reagierte auf Komoreb für Ein Blogeintrag, Freestyle modellieren   
    Zwischenzeitlich habe ich mir tatsächlich endlich eine Töpferscheibe zugelegt. Leider ziemlich gleichzeitig auch eine chronische Sehnenscheidenentzündung.   Superdoof!  Deshalb wurde die Gute bis jetzt erst 2 mal benutzt, was mich immens ärgert. 
    Aber es hat mich doch ganz schön in den Fingern gejuckt, daher hab ich dann doch mal wieder eine kleine Session eingelegt. Ohne E-Scheibe. Nur einen kleinen Klumpen Ton, komplett freihand um die Handgelenke etwas zu schonen.
    Dabei herausgekommen sind ein kleines Yunomi im Chawan-Look, ein Yunomi oder Guinomi in Hammerschlag-Optik und eine Schale, ebenfalls mit "Hammerschlag".

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    miig reagierte auf Cel für Ein Blogeintrag, Echtes Kintsugi   
    Vielleicht haben sich einige von Euch gefragt ob ich überhaupt noch etwas mache. Kurz und bündig, ja. Ich arbeite noch immer an der Kanne von @Tobias82 und eigne mir nach und nach ein paar Fertigkeiten an. 
    Zwischenzeitlich habe ich ein sehr kurzes Projekt eingefügt, da meine Tochter eine Vase zerbrochen hat. Eigentlich unwichtig, jedoch stammt sie noch von meiner Omi. Also eine schnelle Reperatur. Das nächste Mal wird es noch etwas besser, hier habe ich etwas am Lack gespart...



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    miig reagierte auf Komoreb für Ein Blogeintrag, Der erste Brand - Erfreuliches und weniger erfreuliches tritt zutage.   
    Vor ein paar Tagen kamen meine ersten Werke aus der Brennerei...
    Zu meiner Freude kann ich sagen, wirklich alles hat überlebt. Kein einziger Riss oder ähnliches.
    Aber ein kleiner Wermutstropfen ist die Farbe nach dem Brand. Die fällt nämlich ganz anders aus als gedacht.
    Es sollte mal Cremefarben im Spektrum beige werden, ist jetzt aber eher terracotta- bis ziegelfarben, und versprüht den Charme einer deutschen Klinkersiedlung mit mediterranem Touch.
    Ich habe noch sehr sehr viel zu lernen. 
    Das Gießverhalten meiner Kannen ist echt sch....      
    Aber irgendwann werde ich mit Sicherheit etwas vernünftiges zustande kriegen, mit dem man auch arbeiten kann und will. Nur eine Frage der Zeit. 
     
    Nun ja, dann werden als nächstes einige Stücke Glasiert. Das wird auch noch mal spannend. 
     
    Hier noch eine Impression der Farbe nach dem brennen. Je nach Lichteinfall sehr gewöhnungsbedürftig bis geht so.  In echt hat es einen deutlichen orange-stich.

     
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    miig reagierte auf Komoreb für Ein Blogeintrag, Meine bisherigen Versuche. Eine Zusammenfassung.   
    Erster Versuch, wie man sieht alles noch sehr unbeholfen und schief:

     
    2te Sitzung, Technik etwas abgewandelt. Alles etwas gleichmäßiger:
     
    Dritte Sitzung, gewisse Sicherheit schleicht sich ein. Es wird experimentiert:
     
    Vierte Sitzung, wollte diesmal keinen Becher machen. Wagen wir mal was...

     
    Fünfter Versuch. Die Shiboridashis haben mich einige Nerven gekostet. Trotz alledem wollte ich endlich mal eine richtige Kanne probieren...

    Und ich muss zugeben: Die ist viel besser geworden als ich es mir zugetraut hätte! Da war ich echt richtig glücklich danach.
     
    Sechste Sitzung. Ich möchte eine neue Technik ausprobieren, es wird gespachtelt...
     

     
    Siebte Sitzung. Nicht mein Tag...bei der linken ist mir 2 mal hintereinander der Deckel runtergefallen. Brutal genervt lasse ich den Dritten so wie er ist, auch wenn ich nicht zufrieden bin. Mal 5 gerade sein lassen...
     
    Achte Sitzung, habe das Gefühl ich mache Rückschritte. Habe es etwas übertrieben mit dem experimentieren. Die linke Kyusu schaut ganz schön k.... aus. Habe nicht ganz den Effekt erreichen können den ich im Kopf hatte. Vielleicht kann man beim Glasurbrand was rausholen.
     
    Neunte Sitzung. Etwas neues soll her. eine andere Form...

     
    Elfte Sitzung. Meine Freundin hat mir neuen Ton geschenkt. Dieser ist diesmal ganz fein und lässt sich ganz anders verarbeiten. Ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig weil er schnell aus der form gerät, weil er viel weicher ist. Ich verzweifel bei meinem ersten Versuch damit und alles landet in der Tonne. Daher auch leider keine Bilder von der Zehnten Sitzung.

    Hatte den Ton diesmal etwas austrocknen lassen und danach neu durchgeknetet. Nun ließ er sich etwas besser verarbeiten, war aber immer noch viel weicher als der Alte...

    Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden. 

    Nun muss ich nur noch Verpackungsmaterial besorgen, damit ich meine Werke auch heil zur nächsten Brennerei bringen kann.
    Dort wird sich dann zeigen ob ich ordentlich gearbeitet habe und ob sich der Aufwand gelohnt hat.
    Ich bin gespannt bis zum geht nicht mehr!
    Falls dieser Bericht gut ankommt und auf Interesse stößt, würde ich in Zukunft hier regelmäßig meine Sitzungen dokumentieren.
    Wäre natürlich für mich sehr interessant, da ich so vielleicht auch noch konstruktive Kritik bekommen kann und auch erfahre ob für so etwas überhaupt ein Bedarf besteht.
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    miig reagierte auf Cel für Ein Blogeintrag, Die Kanne von Tobias nimmt Form an   
    Nachdem ich insgesamt drei Mal die Kanne zusammengebaut und auseinander genommen habe bin ich jetzt bei diesem Ergebnis. Ich habe nicht alle Kleinteile verwendet die @Tobias82 mir zu gesandt hat. Das liegt einzig und alleine daran, dass das Ergebnis immer schlechter wurde je mehr Teile ich verwendet habe. Es sind insgesamt zwei Teile über geblieben.
    Das Zusammenfügen hat mich manch Nerv beraubt und ist auch nicht an allen Stellen perfekt. Wer so etwas selber probieren will kann mir danach berichten ob er perfekte Ergebnisse erzielt.

    So sah die Kanne heute Morgen aus. Das Zusammensetzen habe ich gestern Abend das letzte Mal gemacht. Eigentlich wollte ich sie so nicht präsentieren, jedoch ist es einfach eine schmutzige Arbeit. Die Grundreinigung erfolgte direkt nach den Fotos. Jedoch sollte man sich im Normalfall Zeit lassen, da man nicht mit viel Druck arbeiten darf und die Haftung der Teile minimal ist.

    Wie @theroots erwähnt hat sollten Arbeiten mit Urushi ernst genommen werden, da der Lack ein sehr starkes Allergen ist. @GoldenTurtle hatte ja auch nahgefragt. Wie man sieht benutze ich Handschuhe, die ich nur nicht trage wenn es nicht anders geht. Teils wechsel ich diese auch mitten im Arbeiten wenn sie zu klebrig oder schmutzig werden.
    Vor ein paar Tagen habe ich mir auch noch die Zeit genommen und den Deckel von Tobias überarbeitet. Dieser ist noch nicht gereinigt. Jetzt ist auch erst einmal die Zeit die Teile aushärten zu lassen. Nur bei der Kanne muss ich nach und nach ein paar Fugen füllen die durch das Verschieben der Teile entstanden sind.

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    miig reagierte auf RobertC für Ein Blogeintrag, Die grüne Seite der Macht   




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    miig reagierte auf RobertC für Ein Blogeintrag, Kintsugi Gehversuch (Teil 2)   
    Leider hat es "etwas" länger gedauert, bis ich endlich dazu komme den abschließenden Teil meines Kintsugi Versuchs zu schreiben. Zunächst möchte ich mich bei Euch für das positive Feedback zu Teil 1 bedanken und hier auf die dort aufgekommen Fragen und Kommentare eingehen.
    @miig: An eine teurer Kannen hätte ich mich zu Beginn natürlich nicht herangewagt. Aber die wochenlange Arbeit mit einer eigentlich relativ einfachen Teetasse lehrt Demut und man hat dann umso mehr Respekt vor so tollen Arbeiten, besser Kunstwerken, wie z.B. von Frau Watanabe! Aus heutiger Sicht finde ich die mir bekannten Preise für eine professionelle Kintsugi Reparatur als extrem günstig
    @theroots Die geklebten Stellen scheinen bisher stabiler zu sein als ich das erwartet hätte. Alles Weitere wird natürlich nur die Zeit zeigen. Ich habe zunächst die Mischung zum Kleben mit Glutenmehl versucht, da dies oft empfohlen wird. Damit bin ich aber überhaupt nicht klar gekommen. Mit normalem Mehl habe ich sofort eine Konsistenz von Haargel erhalten und damit auch die Reparatur aus Teil 1 durchgeführt.
    @Raku Ich habe mir ein komplettes Reparatur Kit von Mejiro Japan bestellt (http://www.mejiro-japan.com/product/kintsugi-repair-kit) und mich grob an diesem Video orientiert: https://www.youtube.com/watch?v=UWa_MyLpZfQ
     
     
     
     
     
     
     
     
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    miig reagierte auf RobertC für Ein Blogeintrag, Kintsugi Gehversuch (Teil 1)   
    Es lässt sich einfach nicht vermeiden! Eine kleine Unachtsamkeit und schon ist es passiert - das geliebte Teezubehör landet unsanft im Spülbecken oder auf dem Boden. Handelt es sich dann um etwas Besonderes sitzt zunächst der Schock tief. Aber manchmal kommt eine Reparatur mittels Kintsugi in Frage, was hier im Forum auch schon an verschiedenen Stellen berichtet und ausprobiert wurde.
    Bei dieser traditionellen japanischen Technik, die mittels Urushi Lack arbeitet, erhalten die reparierten Stücke durch die golden oder silbern verzierten Linien über den Bruchstellen einen eigenständigen Charakter. 
    Wer viel Geduld aufbringen kann darf sich gerne an Frau Watanabe aus Berlin wenden. Erst kürzlich habe ich im englischen Teeforum eine sehr positive Referenz bezüglich der Qualität und Preise ihrer Arbeiten gelesen, was sicherlich zu noch längeren Wartezeiten führen dürfte.
    http://www.teachat.com/viewtopic.php?f=36&t=21568&p=288993&hilit=kintsugi#p288993
    Der geneigte Teefreund, der neben Geduld auch noch etwas Neugier mitbringt, darf sich natürlich auch selbst ausprobieren. So kam ich zu meinem ersten Kintsugi Gehversuch. Mit einem in Japan bestellt Repair Kit sowie meinem ersten "Opfer", einer handgemachten Porzellan Teeschale einer Künstlerin aus Heilbronn.
    Mit etwas Mehl, Wasser und dem Urushi Lack wird zunächst eine klebrige Masse angerührt. Dabei entsteht ungefähr die Konsistenz von Zahncreme oder Haargel. Diese wird mit einer Spachtel auf beide Seiten der Bruchstellen aufgebracht bevor diese zusammengeklebt werden. Überflüssiges Klebematerial kann mit Zahnstochern entfernt werden. Diese Schritte sind je nach Anzahl der Bruchstücke zu wiederholen. Die zusammengesetzte Tasse habe ich dann mit Kreppband fixiert.
    Danach muss der Urushi Lack aushärten. Dies passiert am besten bei mindestens Raumtemperatur und sehr hoher Luftfeuchtigkeit (über 80%). Daher habe ich mir einen sogenannten Muro gebaut. Eine kleine verschließbare Kiste, am besten isoliert, feuchte Tücher rein, ggf. ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchte und die reparierte Keramik am besten so lagern, dass auch von unten Luft heran kommen kann. So kam ich auf in der Spitze 92% Luftfeuchtigkeit. Nach gut zwei Wochen war meine reparierte Teetasse ausgehärtet. Allerdings zeigten sich auch erste Anzeichen von Schimmel auf den feuchten Küchentüchern. Dies nur als Warnung an die Freunde der schnellen Pu Lagerung mit aktiver Befeuchtung.
    Da Urushi wie gesagt durch Feuchtigkeit aushärtet empfiehlt sich grundsätzlich Terpentin-Ersatz zum Saubermachen. Außerdem sollte beachtet werden, dass wohl manchen Menschen auf Urushi allergisch reagieren - also am besten Handschuhe tragen.
    Nach dem Aushärten und Entfernen des Kreppbandes können die reparierten Bruchstellen vorsichtig mit einem Messer, sehr feinen Schleifpapier oder Terpentin von überflüssigem Material befreit werden. In meinem Fall hat hier nur eine Kombination sowie viel Geduld geholfen. Durch das Schleifpapier kann ein feiner Übergang an den Bruchstellen erzielt werden.
    Mit dem Zwischenergebnis bin ich schon sehr zufrieden, aber mir ist klar, es liegt noch ein weiter Weg vor mir!







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    miig reagierte auf RobertC für Ein Blogeintrag, Seminar mit Meister Atong Chen   
    Liebes digitale Teetagebuch,
    am Sonntag 12.6. fand in Frankfurt organsiert vom Teehaus Schnorr das Seminar zur Thema Geruch und Geschmack von Oolong statt. Aufgrund verschiedene Anfragen möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen.
     
    Allgemeines
    Geschätzte 30 bis 35 Teeliebhaber aus Deutschland und der Schweiz fanden sich an diesem verregneten Sonntagmorgen im Schnorr Seminarraum in einem Industriegebiet am Rand von Frankfurt ein. Menglin Chou vom Teehaus Shui Tang aus Zürich hat für Meister Atong Chen übersetzt. Neben den Mitarbeitern von Schnorr und Shui Tang waren aber auch sämtliche mir bekannte andere mit Atong verbundeamn Händler und Großhändler aus dem deutschsprachigen Raum vertreten. Die Teilnehmer saßen jeweils zu 5 bis 7 Personen an runden Tischen. Die Tees wurden jeweils mit 3g in einer Reisschüssel pro Tisch mit kochendem Wasser aufgegossen, die Teilnehmer konnten mit einem Teelöffel aus Metall in ihre kleine Schale abfüllen und natürlich am Löffel riechen. Dieses Setup erlaubte es, die Tees nach ca. 5 bis 10 Minuten frisch zu probieren während Atong gerade über diesen Tee sprach. Es war aber auch möglichst später nochmal zu probieren und zu vergleiche. Es wurde übrigens Volvic Wasser verwendet, woraus ich schließe, dass entweder Atong oder der Veranstalter Schnorr dieses Wasser für Oolongs dem Frankfurter Leitungswasser für überlegen hält.
     
    Geruchs- und Geschmacksvielfalt von Taiwan Oolongs
    Im ersten Teil des Seminar wollte uns Atong eine möglichst breite Übersicht des Geruchs- und Geschmacksspektrums der Taiwan Oolongs aufzeigen. Es wurden hier über ca. 3 Stunden insgesamt 9 Tees verschiedener Regionen Taiwans und aus unterschiedlichen Kultivare aufgegossen, wobei zu beidem keinerlei Angaben gemacht wurden. Daher werde ich im Folgenden die Tees beschreiben sowie mit Punkten auf einer Skala von 50 (schlecht) bis 100 (außerordentlich) bewerten.
    Tee 1: ein grüner Oolong, sehr vegetal, leicht süß, 80-84. Ich denke Atong wollte uns mit diesem Tee testen, denn nachdem wir alle probiert haben sollten sich alle die Hand heben, denen der Tee geschmeckt hat. Es waren mehr als 90% der Hände oben, aber ich habe keine Hand gesehen, die ich aus dem Teetalk kenne  Wenn man diesen Tee nach über einer Stunde in der Reisschüssel nochmal probiert hat war er wirklich untrinkbar, definitiv ein Test von Atong
    Tee 2: Oriental Beauty Art, reifer Pfirsich, Lychee, Honig, sehr rund und süß, 91-94. Was für ein Unterschied zu dem Tee davor!
    Tee 3: stark gerösteter Oolong, stärker oxidiert, Honig, Kräuter, Schokolade, Karamell, 91-93.
    Tee 4: Kugeloolong, blumig, leicht, Orchideen, Frische, etwas Osmanthus, heller Karamell, 90-92.
    Tee 5: Kugeloolong, sehr ähnlich zu 4, deutlichere Orchideen, 91-94.
    Tee 6: Kugeloolong, sehr ähnlich zu 5, andere florale Noten, 91-94.
    Tee 7: Meiner Meinung nach ein Hong Cha (obwohl es ja nur Oolongs sein sollten)?!, Kräuter, Zitrone, Mal, Karamell, Dörrobst, Zimt, sehr rund, 91-93.
    Tee 8: Gui Fei, tropische Früchte, aber leichter off-taste 89-90.
    Tee 9: Gelagerter Zwirbeloolong, leicht floral, rund, blumig, Honig, Dörrobst, ölig, 92-95.
     
    Anbaugebiete in Taiwan
    Im zweiten Teil des Seminar haben wir uns, nach einem schönen Mittagessen, mit den unterschiedlichen Regionen und Anbaugebieten genauer beschäftigt. Diesmal waren alle Tees aus dem Qingxin Kultivar und die jeweiligen Anbaugebiete wurden genannten und genauer vorgestellt.
    Tee 1: Baozhong aus Pinglin, Spinat, Erbsen, ölig-dichte Textur, 92-94. In Pinglin, sagte Atong, könne er selbst seine Tees nur von einem Großhändler, aber nicht direkt beim Erzeuger einkaufen.
    Tie Guan Yin aus Muzha (ist ja kein Qingxin, haben wir daher nicht probiert) sollte bernsteinfarben sein und nach reifen Obst schmecken. TGY kam wohl 1919 von China nach Taiwan.
    Tee 2: La La Shan, sehr rund, leichte Röstung, tropische Früchte, sehr langer Nachgeschmack, 92-95.
    Tee 3: Mingjian, mild, Pfirsich, frisch, 90-92. Ebenes, tiefer liegendes Gebiet mit viel Sonne, meist Erntemaschinen. Hier liegen sämtliche Teegärten von Atong, die sich im Familienbesitz befinden. 
    Tee 4: Dong Ding, Zwirbelblatt, sehr ausgewogen rundes Mundgefühl, Karamell, Nuß, würzig, 92-94.
    Tee 5: Ali Shan, leicht geröstet, rund, fruchtig frisch, aber nicht so gut wie der La La Shan, 90-92.
    Tee 6: Li Shan, mild, helles Obst, sehr ausgewogen und langanhaltend, 92-94. Früher wurde in Li Shan Apfel- und Birnenanbau betrieben.
    Tee 7: Qi Lai Shan, sehr ähnlich zum Li Shan, aber etwas grüner produziert, 91-93.
    Tee 8: Gangkou "Meeresoolong", angenehm bitter (ähnlich wie Sheng), grün, langanhaltend, 90-92. Kommt ganz aus dem Süden von Taiwan und wird im Wok geröstet ähnlich wie Grüntee.
    Tee 9: als Zugabe gabe es dann noch einen gelagerten Oriental Beauty aus Atongs privater Schatzkammer, Rosen, Honig, Lychee, wundervoll ausbalanciert und langanhaltend, 94-97+.
     
    Was ich sonst noch aus dem Seminar über Oolong mitgenommen habe
    Ein höherer Oxidationsgrad führt zu einem facettenreicheren Tee
    Ein blutroter Blattrand ist ein gutes Indiz für einen guten, höheren Oxidationsgrad
    Grasiger Geruch (wie frisch gemähter Rasen) -> negativ, zu wenig gewelkt oder oxidiert
    Ölgeschmack -> nicht gut bei neuem Tee, aber gut bei gelagertem Tee
    Eine starke Röstung braucht eine entsprechende Oxidation
     
    Insgesamt eine für mich gelungene Veranstaltung, dank neuem Teewissen und persönlichen Teekontakten.
     






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    miig reagierte auf TeaTime für Ein Blogeintrag, Drei Tees von Meßmer im Test   
    Liebe Teetrinker,
     
    heute möchte ich euch drei Tees von Meßmer vorstellen: Energie. Detox und einen Chaitee.
    Viel Spaß beim lesen .
     



    Vielen Dank an Meßmer für das bereit stellen der Tees.
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    miig reagierte auf TaoTeaKing für Ein Blogeintrag, Präludium   
    Noch mal kurz (stimmt nicht, ist ganz schön lang geworden) zusammengefasst einige grundsätzliche Gedanken zur Lagerung von Puerh.
    Die meisten von euch werden das alles schon wissen, aber dem ein oder anderen Neueinsteiger in die Materie könnte das vielleicht eine gute Einstiegshilfe bieten. 
    Ich glaube es gibt zwei typische Motivationen sich mit der korrekten Lagerung von Puerh zu beschäftigen. 
    Man will dass der Tee den man z.B. jetzt kauft, in ein paar Jahren noch ähnlich gut schmecken wird.
    — Lagerung um den Tee vor negativen Veränderungen zu schützen  Mann will die für Puerh typische „Reifung“ unterstützen, ermöglichen, oder sogar beschleunigen
    – Lagerung um positive Veränderungen zu begünstigen Besonders kompliziert wird das Thema ja, wie ich finde, durch die vielen unterschiedlichen, teils sich ziemlich wiedersprechenden, Standpunkte  die von verschiedenen Experten oder Teetrinkern (siehe letzter Teil) vertreten werden. 
    Die beiden wichtigsten Faktoren die es bei all dem jedenfalls immer zu beachten gilt sind… 
    Luftfeuchtigkeit Temperatur  So gibt es z.B. in Hong Kong  über das Jahr hin Werte von 17 ~ 28° C, bei einer Luftfeuchtigkeit von 72% bis zu 90%.
    Bei mir in der Wohnung (nähe Stuttgart) messe ich selten mehr als 55% Luftfeuchte und ca. ~ 19 bis 22° C  
    Entscheidend ist natürlich (logischer Weise) die Luftfeuchtigkeit und Temperatur an dem Ort wo genau der Tee gelagert wird. (Wobei schon mal jetzt zu erwähnen ist, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.) Die Werte können dabei natürlich innerhalb des Hauses, des jeweiligen Raumes in der Wohnung (Küche ist in der Regel ein schlechter Ort), oder auch nochmal in dem Schrank in dem der Tee liegt variieren. Klimaanlagen, Heizungen, Lüftungsgewohnheiten, Badezimmer etc. können die Faktoren Hitze und Luftfeuchtigkeit beeinflussen. 
    Konzentrieren wir uns nun auf Punkt 1. ( = Puerh vor neg. Veränderungen schützen)
    Es gibt sozusagen verschiedene Puerh Lager Schulen…
    ( Wer sich wohl mit Englisch fühlt hier auf TeaDb ebenso ein Text zu den "verschiedenen Schulen"  http://teadb.org/puerh-storage/ )
    1. Die „ich mache nichts bzw. nicht viel“ Schule  … bewahrt Bings an einem Ort auf an dem sie vor intensiven Gerüchen geschützt sind, vermeiden Sonnen-Licht, Wasserdampf, extreme Hitze oder Kälte. Machen sich wenig Sorgen. (man beachte: gigantisch großer Unterschied ob dieser Schule in Hong Kong oder in Stuttgart gefolgt wird)  
     2. Die „ich stelle eine Schale Wasser auf Schule“ … wollen ohne viel Aufwand dem austrocknen oder Sauer werden ihres Tee entgegen wirken… (Und ob Puerh wohl wirklich durch zu niedrige Luftfeuchtigkeit mit der Zeit sauer wird? Wer weiss ob das wirklich stimmt oder nur ein Gerücht ist?) 
    3. Die „ich verpacke meine Bings luftdicht Schule“ … entweder in Druckverschlussbeutel oder sie versiegeln sie sogar mit einem Vakuumierer/ Folienschweißgerät. 
    4. Die "ich bewahre meinen Tee in glasierten, mehr oder weniger luftdichten, Gefäßen auf“ ...und füge vielleicht noch einen Keramik-Tabakbefeuchter hinzu.
    (siehe dazu Cwyns Blog) 
    5. Die „ich betreibe einen Wahnsinnsaufwand um meine Bings bei einer bestimmten Luftfeuchtigkeit und bestimmten Temperatur zu lagern“  ...ohne dass sie von Schimmel befallen werden und ohne dass sie durch zu viel Ventilation (soll dem Schimmel entgegenwirken), Luftaustausch an Aroma verlieren. Diese Menschen bauen sich meisstens eine Art „Pumidor“… ein Kühschrank… ein Weinkühler, einer Massanfertigung aus Holz… der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. 
     
    "Storage Wars" - Zitate
    Folgende Zitate geben einen guten Einblick in die Diskussion und zeigen wie unterschiedlich die Einschätzungen in der "Szene" sein können: 
    Da ist z.B. ein Puerh begeisterter, der sehr viel Zeit in den Bau eines großen aufwändigen „Pumidors“ gesteckt hat… plötzlich überzeugt ist alle Cakes Vakuum versiegeln zu müssen. Er glaubt dass seine Bings, wahrscheinlich, so nimmt er an,  durch die viele Ventilation, die er installiert hat um dem Schimmel entgegenzuwirken, an Geschmack verloren haben.  
    LINK: http://listeningtoleaves.blogspot.de/2013/10/new-storage-experiment.html
    Wohlgemerkt ging es hier um den Aromaverlust, der sich, angeblich durch zu starke Ventilation eingestellt habe… nicht um Säure.
    Dennoch, das Luftdichte verpacken ist bei vielen Puerhtrinkern offensichtlich beliebt… 
    Auch @miig bedient sich offenbar laut einem teachat post der nahezu luftdichten „ziploc bags“ 
    Während ein uns ebenso hier gut bekannter Teefreund namens @GoldenTurtle schreibt:  
     Link zum Faden hier
    Dieser (@GoldenTurtle)  war es auch, der über die hier von Cwyn propagierte Methode:
     
    Gerne ausgiebig bei seiner nächsten Teerunde Tränen hat lachen wollen 
    Ähnlich kontrovers sind hier die Ansichten, wo sich Marshaln und Karyazen eine deftige Diskussion zum Thema Pro/ Contra  „sealing" vs. „open storage“ geliefert haben 
    MarshalN :
    kyarazen  : 
    Wie schon an anderer Stelle erwähnt war es auch Marshaln der hier  über die Bedingungen in Deutschland schrieb 
    Und zu guter letzt gibt es da einen Paul aka. TwoDog von White2Tea der es eher gelassen sieht und anmerkt, dass jeder Tee eben, entsprechend seiner Umgebung, ein einzigartiges Ergebnis hervorbringen wird… 
    Link: http://www.twodogteablog.com/tag/puer-storage/
     
    Wenn man jetzt noch den 2. Ausgangs-Punkt von oben (Puerh zur Reife bringen) beachtet… ergeben sich weitere Fragen… so z.B. kann man durch das vakuum verpacken von Bings diese vielleicht effektiv vor Aromaverlust schützen (ohne dass die Cakes, wie von GoldenTurtle befürchtet sauer werden?), verhindert so allerdings nahezu jegliches altern/reifen? 
    Aufgrund der vielen interessanten Fragen die dieses Thema mit sich bringt habe ich mich dazu entschlossen einige Experimente zu machen, unter anderem einen Pumidor zu "bauen" bzw. einen Kühlschrank in einen solchen umzubauen… aber dazu demnächst mehr.