seika

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  1. Was gibt's in Osaka?

    Kyoto ist nicht weit weg (ca. 30 min mit dem Zug). Ansonsten sollte es auch in Osaka in jedem guten Kaufhaus eine Tee- und Keramikabteilung geben. Mit mehr kann ich leider auch nicht dienen.
  2. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Nachtrag der Richtigkeit halber: der Gyokuro im obigen Post ist nicht der Kiwami, sondern der Mare. Gerade festgestellt.
  3. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Seit ein paar Tagen steigen die Temperaturen über 25 Grad, beste Voraussetzungen also für kaltgezogene (kōridashi) Tees. Den Anfang macht heute der Yame Gyokuro Kiwami. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich kaltes Umami liebe? Falls nicht möchte ich dies hiermit nachholen. Unglaublich lecker und erfrischend!
  4. @doumer Deine neusten Errungenschaften haben mich schwer zum nachdenken angeregt. Und zwar über die Frage, was (für mich) Porzellan ist und wie ich die von dir gezeigten Stücke einordnen soll. Den Bildern und deiner Beschreibung nach zu urteilen widersprechen sie so ziemlich allen Idealen, die ich über Porzellan gelernt habe. Aber auch das ist eben nur „ein“ Ideal, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Dieses Ideal vom weißen makellosen Porzellan hat in Zeiten, wo man billige Massenfertigung hinterher geschmissen bekommt, viel von seinem Glanz verloren. Welche Anstrengungen Generationen von Töpfern unternommen haben um in einem traditionellen mit Holz befeuerten Ofen Porzellan zu brennen, das diesem Ideal nahe kommt, lässt sich kaum noch erahnen. Für mich wirken deine Stücke daher ein wenig anachronistisch. Erinnern mich an Schalen aus dem 17. - 18. Jahrhundert, die ich mal in einem Museum gesehen habe. Einen gewissen Charme kann ich ihnen trotzdem nicht absprechen. Natürlich ist eine Beurteilung aufgrund von Bildern immer schwierig. In der Hand kommen andere Eindrücke hinzu. Auch wenn sich das etwas negativ lesen sollte, so ich finde es sehr interessant zu sehen, wie Porzellan hier interpretiert wird.
  5. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Vor ein paar Tagen geöffnet und zum wiederholten Male in der Schale gehabt: hatsukama matcha von Ryūōen. Ist, wenn ich es richtig verstanden habe, ein saisonaler Matcha, der in der ocha no yū zum ersten Tee-Treffen (chakai) im neuen Jahr getrunken wird. Hat eine ansprechende cremige Struktur, ist relativ süß und hat ordentlich Umami. Nichts leichtes, was zu dem derzeitigen frühlingshaften Wetter passen wäre, aber man kann ja nichts alles haben.
  6. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Hier ein paar Eindrücke zum Tangeshima Shinchas aus den vergangene 5 Sitzungen. Bei dem Tee handelt es sich um einen kurz bedampften (Asamushi) Sencha aus dem Kultivar Shōju von der Insel Tanegashima, die Teil einer Kagoshima vorgelagerten Inselgruppe ist. Aufgrund der klimatischen Bedingungen findet die Teeernte auf Tanegashima und der Nachbarinsel Yakushima ziemlich früh statt, und nicht wenige Teebauern rühmen sich damit den ersten Shincha zu produzieren. Eiichi Matsushita, der diesen Tee gemacht hat, ist da keine Ausnahme, auch er bedient sich dieses Verkaufsargumentes. Eine Anmerkung vielleicht noch, der Tee wurde, im Unterschied zu den handelsüblichen Tees, nicht final erhitzt, hat also kein hi-ire hinter sich. Herr Matsushita nenn ihn deshalb "nama shiage" oder "semi dried". Aufgrund der in den Blättern verbliebenen höheren Feuchtigkeit wird das Mindesthaltbarkeitsdatum mit einem Monat angegeben. Sortiert ist er aber, soweit ich das beurteilen kann. Ist also auch kein reiner Aracha. Schöne große Blätter, die ihn prädestinieren für meine Hagi Hōhin. Der erste Annäherungsversuch erfolgte mit etwa 75 Grad heißem Wasser und einer Ziehzeit von 45 Sekunden. Einwaage waren bei allen Versuchen jeweils ca. 4-5g. Das war nicht verkehrt. Als nächstes wollte ich ihn mit heißem, sprich 90 Grad heißem Wasser und minimaler Ziehzeit testen, da mir diese Methode bei kurz bedampften Uji Tees immer sehr gut gefällt. Als letztes dann und hier auf den Bildern abgelichtet ein Aufguss mit niedrigeren Temperaturen und längeren Ziehzeiten. Also ähnlich wie ich das mit einem Gyokuro mache, mit dem Unterschied, das ich ich beim Gyokuro mehr Blätter nehme. Von allen drei Herangehensweisen hat mir die erste doch irgendwie am besten gefallen. Das aber auch mit Abstrichen. Gefallen hat mir bei allen drei Versuchen die vorhandene Süße und eine pflanzliche Note, die mit den späteren Aufgüssen immer präsenter wurde. Dazu ein leichter Hauch von Vanille. Man schmeckt die Frische. So viel zum positiven. Was mir nicht so gefallen hat, war einmal der Duft, der war gelinde gesagt ziemlich schwach. Ausserdem fehlt mir noch irgendwas, vielleicht Umami. Weiss ich noch nicht so genau. Irgendwie macht er auch mich einen geschmacklich unausbalancierten Eindruck. Nichtsdestotrotz ein überaus interessanter Tee mit einem mir bis dato eher unbekannten Geschmacksbild. Was mir noch aufgefallen ist, und ich nicht so recht einordnen kann, ist das sich ab dem zweiten Aufguss ein grau-bräunlicher Schleier am Boden der Schale bildet. Ich habe versucht es so gut es geht festzuhalten, leider ist mir die Fokussierung nicht allzu gut gelungen. Hatte ich so in der Form auch noch nicht. Mein abschliessendes Zwischenfazit zu diesem Tee. Interessant ja, aber die richtig guten Tees kommen erst noch. Kannst also ganz beruhigt sein @Paul
  7. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Der frühe Vogel fängt den Wurm, heißt es. Ob das auf Shinchas auch zutrifft, bin ich mir nicht sicher. Sobald ich Zeit habe, werde ich zu dem Shincha ein paar ausführlichere Zeilen schreiben. Jetzt, nach einer Runde Sport, im Glas einen kaltgezogenen Nilgiri Kodanad BOP 2019. Schmeckt wie Eistee Zitrone, nur besser!
  8. Danke. Das werde ich der Gönnerin ausrichten. Mit diesem Geschenk hat sie auch meiner Meinung nach sehr guten Geschmack bewiesen. @SoGen Wenn ich es richtig verstanden habe, dann nennt man diese Art der Glasur insbesondere bei Shōdai-yaki namako gusuri oder namako yū (海鼠釉), auf deutsch (eher umschmeichelhaft) Seegurken-Glasur, da die dunkelblaue Farbe mit der hellen (weißen) Schattierung einer Seegurke ähneln soll. Nichts desto trotz dürfte es sich um eine ähnliche Technik wie bei der Hasenfell-Glasur (nogime yū) handeln. Jetzt brauch ich noch eine Schale für den Sommer, und eine für... Schrecklich ist das, wenn man einmal infiziert ist.
  9. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Heute per Post angekommen und gleich ab in die Hōhin, der erste 2019er Shincha aus Tanegashima (Kagoshima). Der erste Eindruck ist schon mal gut. Morgen werde ich mir etwas mehr Zeit nehmen und ihn ausführlicher testen.
  10. Ein kleines Update, was in letzter Zeit Neues gekommen ist. Ki-Seto Matcha Schale von Hamada Junri, einem Keramiker, der in seinen Werken zeitgenössischen Ansichten und Inspirationen aus der Momoyama-Zeit verbindet. Eine handgefertigte massive Teedose aus japanischem Schnurbaum. Mit Holzdosen, vor allem mit denen aus nicht-massiver Kirschbaumrinde, hatte ich eigentlich innerlich abgeschlossen, aber bei dieser konnte ich auch aufgrund der in Japan selten anzutreffenden Form nicht widerstehen. Meine neuste Errungenschaft ist eine Shōdai-yaki Matcha Schale von Takemiya-gama, hier aus Kumamoto. Die Form, die Farbgebung sowie der Verlauf der Glasur waren letztendlich für mich ausschlaggebend sie nach eine einstündigen Begutachtung 20 ähnlicher aber doch so verschiedener Schalen auszuwählen. Harte Arbeit... Eingeweiht wurde sie natürlich schon. Ist ein ganz anderes Gefühl als bei der Ki-Seto Schale, in erster Linie aufgrund der Haptik. Die eine rau und rustikaler, die andere glatt und auch etwas leichter. Hinzu kommt, dass die nach oben auseinandergehende Wände ein behutsameres Aufschlagen des Matchas erfordern.
  11. Hilfe: Was für ein Sencha ist das?

    Auf der Vorderseite steht groß „Tsuyuhikari“ und „Shizuoka-ken Kikukawa-shi“ als Ortsangabe. Auf der Rückseite neben viel Werbetexten, Informationen zur Menge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Aufbewahrung etc. auch der Hersteller: „fuji no en sandaime fukushima shūhei“ aka Shūhei Fukushima, der dritte Fujinoen. Hoffe es hilft weiter
  12. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Inspiriert von @SoGen habe ich heute auch mal meine Schale mit Deckel rausgeholt. Ebenfalls aus Arita, von der Manufaktur Kōransha gefertigt. Besonders angetan hat es mir neben der sehr delikaten Aufglasurmalerei die dunkelblaue Cobaltoxid Unterglasurfarbe, auch Lapislazuli Glasur genannt, mit der die Blätter der Begunia Grandis gemalt sind. Saisonal ist sie damit zwar im Herbst angesiedelt, aber ganz so warm ist es ja noch nicht. Dazu gibt es saisonal passend ein Kudzumanjū. Ach ja, Tee ist Sencha Asahi.
  13. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Interessant, dass du da differenzierst. Ganz so naturverbunden wie du es zu sein scheinst, bin ich nicht. Ich sehe aber bei jeder Keramik, von industrieller Massenware einmal abgesehen, durchaus eine Verbindung zur Natur durch die Elemente Erde, Wasser, Wind und Feuer derer sich eine Menschenhand bedient hat um sie zu erschaffen. Genug offtopic. Gerade in der Kanne ein Okumidori Schwarztee aus Asamiya (Präfektur Shiga), eine Empfehlung von @cml93. Ist sehr angenehm zu trinken, kaum bitter mit leichter fruchtiger Süße. Wenn er jetzt noch einen Schuss brotiges hätte, wär´s perfekt.
  14. Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3

    Ganz genau! Aber das nur eine unglasierte Kanne gut ist, wie von dir impliziert, sehe ich eben ob des angesprochenen Gesamterlebnisses anders. Ich schätze die Emotionen, die eine Kanne oder Keramik in mir hervorruft, und die mit ihr verbundene Geschichte mehr als irgendwelche angeblichen Effekte. Zum Thema Tassenfarbe. Mit dunklen Tassen, Matcha Schalen einmal ausgenommen, konnte ich mich bisher auch nicht so richtig anfreunden. Einzige Ausnahme ist ein Bizen-yaki Becher, den ich gerne für Hōji-cha und teilweise auch Senchas benutze. Der lebt von seiner urigen Haptik und tollen Wärmespeichereigenschaften. Ansonsten darf es neben weiß auch gerne ein helles blau, grün oder beige sein.
  15. Tea Sommelier App

    Nein, keine Erfahrungen. Wie bist du da drauf gekommen?