seika

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Beiträge erstellt von seika


  1. Es gibt in Japan, wie vermutlich überall auf der Welt, grosse regionale Unterschiede, gerade auch im Sprachgebrauch. Alleine bancha hat x-verschiedene Bedeutungen und Anwendungen. Hinzu kommt noch, dass wie in den meisten Hobbys, die Verrückten dazu neigen jede noch so kleine Nuance bezüglich ihres Objekts des Interesses sprachlich differenziert ausdrücken zu wollen, währen Otto-Normalverbraucher dafür mit einem Begriff auskommt. Das ryokucha als Synonym für eine bestimmte Sorte verwendet wird ist mir nicht bekannt, möchte das aber aus dem oben genannten Grund auch nicht ausschließen. 

     


  2. Hallo.

    緑茶 (ryokucha) ist die japanische Bezeichnung für Grüntee und als solcher wird er in Japan auch verwendet. Wenn Grüntee drin ist, steht auch Grüntee drauf. 😉 Spass beiseite, ich habe die Vorgaben, was die Auszeichnung von Lebensmitteln & Co. angeht, nicht genau im Kopf, meine aber, dass auf Packungen mit losem Tee als auch auf Fertiggetränken ist in der Regel immer eine Angabe zu den Inhaltsstoffen (jap = 原材料) zu finden ist. Diese beinhaltet in der Regel ob es sich um Grüntee (緑茶) , Schwarztee, Ōlongtee oder andere handelt, sowie Angaben zum geographischen Herkunftsort. Wenn Früchte, Kräuter oder Aromastoffe zugesetzt sind steht das ebenfalls da. Zusätzlich findet sich meist noch eine Angabe zur Bezeichnung, also Sencha, Gyokuro usw. Das muss aber nicht immer der Fall sein. In erster Linie sagt das also nur etwas über die Qualität des Tees hinsichtlich der Oxidation aus. 

    Im Einzelfall kann das dann alles mögliche sein, ein einfacher Sencha (seit Jahren schon der Alltagstee für die meisten Japaner), ein Gyokuro, Kubik-cha oder sogar ein Hōji-cha. Nun wird vermutlich jeder Hersteller oder Händler versuchen seinen Tee so teuer als möglich zu verkaufen und dementsprechend viele Bezeichnungen aufdrucken lassen, die eine hohe Qualität nahe legen. Aber auszuschliessen ist es nicht, das sich auch bei einem höhenwertigen Tee nichts weiter als ryokucha drauf findet.

    Umgangssprachlich sagt man meines Wissen einfach nur ocha (お茶), was in der Regel einen Grüntee impliziert. Warum fragst du eigentlich?  


  3. @Eodas Mit Aussehen und Konsistenz habe ich kein Problem, eigentlich „nur“ mit dem Geruch. Zur Not esse ich es auch, vermeide es aber, wann immer möglich. Ein wenig genieße ich auch meine Aussenseiterrolle, außer mir essen allen anderen Familienmitglieder sehr gerne und oft Nattō. Allerdings nur in der zerkleinerten Variante (hikiwari), die ganzen Bohnen sind dagegen wenig beliebt. 😅


  4. vor 28 Minuten schrieb doumer:

    Danke für den Link - aber mal ganz ehrlich: wer in solchen Touristen-Fallen was kauft, braucht sich doch nicht zu wundern, dass es teuer ist. Zumindest Marukyu Koyamaen unterhält in Uji ein zumindest von außen durchaus imposant wirkendes Gebäude mit dem selben Touri-Zweck - ich war zwar nicht drin, aber es würde mich nicht wundern, wenn die Preise dort auch höher sind als man sonst für Marukyu Koyamaen Tees bezahlt. Zumindest waren die Preise in den Flagship-Stores (nicht auf Tee bezogen sondern Kleidung, Elektronik etc.) in Shibuya DEUTLICH höher, als in normalen Läden - dank den größtenteils chinesischen Touristen scheint sich das aber trotzdem zu lohnen.

    Elektronik hat einen vom Hersteller zwar empfohlenen aber offenen Preis. Daher die Unterschiede. Für Koyamaen kann ich es nicht sagen, aber die anderen großen Uji Teehäuser verkaufen in ihren Flagshipstore den Tee zum gleichen Preis wie überall sonst auch. Mit Ausnahme vielleicht von Flughäfen. 
     

    @ topic 

    Einen 2020 Benifūki Schwarztee. Hat ordentlich Wumms. 😀


  5. Heute mal etwas sommerliches aus Akita: yuki no bosha. 80% akita sake komachi und 20% yamadanishiki, so viel zu den verwendeten Braureissorten. Yamadanishiki ist für Nihonshū in etwa das, was der Riesling für den deutschen trockenen Weißwein ist. Hier schmecke ich ihn kaum heraus, was aber auch an der Hefe liegen kann. Oder am Schälgrad? Gibt  einfach zu viele Variablen bei diesem Gesöff. Einerseits macht es das interessant, aber irgendwann will man ja auch mal etwas Licht im Tunnel erblicken. 😅

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  6. @Mr. Tee Interessante Schale. Magst du vielleicht etwas dazu schreiben? 
     

    Matcha Schalen sieht man hier leider nicht so oft. Um dem Trend etwas entgegenzuwirken, mein heutiger Matcha. Die Schale ist von Takemiyagama und hat eine mich immer wieder aufs Neue begeisternde Seegurken Glasur. Komischer Name, sieht aber dolle aus. 😅 Darin heute der Shincha Matcha Hatsuenishi von Marukyū-Koyamaen. Hmm... sehr cremig, viel Süße und Umami. Was ich ein wenig vermisse, wenn ich ehrlich bin, ist dieser frische Duft den der Shincha Matcha Hatsukaori letztes Jahr hatte. Den empfand ich generell als „leichter“, was aber nicht negativ gemeint ist. Wünsche euch ein schönes Wochenende! 😀

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  7. @SoGen Ich packe das mal hier rein. Heute bin ich dazu gekommen Bilder von der Hagi Hōhin zu machen. War gar nicht so einfach zu fotografieren. Besonders im Inneren spiegelt sich das Licht. Ich hoffe, man kann trotzdem erkennen, was sich getan hat. Aussen haben sich aufgrund der Dicke der Glasur nur wenig Risse (kannyū) gebildet. Im Inneren, am Fuss und auf dem Deckel dafür umso mehr. Auch hat sich der Scherben an mehreren Stellen verfärbt, Deckel Unterseite, Fuss und an der Tülle. Genug der Worte, hier die versprochenen Bilder. 😀 

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  8. Heute gibt es im Homeoffice den Marukyū Koyama Shincha Gokujō im nicht-japanischsprachigen Raum auch als "Gold" bekannt. Aufgegossen in der Takatori Hōhin mit kurz und knackig mit 95 Grad. Ein wunderbarer Duft, der mich glatt vergessen lässt, was für unnötige Arbeit ein kleiner Zahlendreher doch zur Folge haben kann. 

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  9. vor 5 Stunden schrieb GoldenTurtle:

    Traditionellerweise wurde die Grüntee Ernte in Tontöpfen (chatsubo) eingelagert bis im Herbst und dann erst angefangen zu konsumieren (chakiri).

    Notgedrungen, wie ich vermute, ohne elektrische Kühlschränke. Ich wage auch zu bezweifelten, dass die in Tontöpfen gelagerten Tees im Herbst dann noch so dolle geschmeckt haben. Zumal japanische Grüntees der Vorkriegszeit qualitativ nicht das waren, was man heute so kennt. 😉

    Übrigens, umChakiri oder Kuradashi wird im Herbst auch viel Tamtam gemacht. Und? 
     

    Mir persönlich gefallen Shinchas, sogar der Shincha Matcha. Aber ich denke da erzähle ich dir nichts Neues. Was mir gefällt: die Frische natürlich, der Duft aber auch das Vergängliche. Und mit der von dir geforderten Geduld warte ich dann auf die neue Saison. 😉
     

     


  10. @SoGen Die Hōhin ist eines meiner am meisten genutzten Stücke. Und wie du bereits vermutest hast, ist es die Haptik, die mich so begeistert. Viele Informationen zum Handwerker habe ich nicht. Der Ofen nennt sich Seiungama (栖雲窯)und seine Frau kommt jedes Jahr zur hiesigen Keramikmesse, wo ich auch diese Hōhin gekauft habe. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann machen sie ihren Ton selber. Um was für Ton, gibt ja mehrere Sorten in Hagi, es sich genau handelt und wie viel Sand beigemischt wird habe ich dagegen nicht mehr in Erinnerung. War anfangs jedenfalls sehr porös und hat ordentlich geleckt. Sollte sich die Gelegenheit (Messe oder der heiß ersehnte Ausflug nach Hagi) ergeben, werde ich mal nachfragen. Die Hōhin fasst etwa 150ml, und hat damit für meine Bedürfnisse in Sachen Sencha und Kamairicha genau die richtige Größe. Aktuelle Bilder vom Inneren und dem Fuss habe ich leider nicht, werde ich aber mal machen. Die Bilder in der Galerie zeigen den Zustand vor der ersten Benutzung. Seit dem hat sich optisch einiges verändert. 

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  11. Post aus Ashikita: 3 x Kamari-cha Kōshun und 1 x Miyama. Der Kōshun hat sich in den letzten Jahren zu einem meiner Favoriten herauskristallisiert. In diesem Jahr hat Herr Kajihara die alten Maschinen gegen neue ersetzt. Ich bin daher umso mehr gespannt, ob und wie sich das auf den diesjährigen Tee auswirkt. Dazu noch einmal den Miyama aus wildwachsenden Zairai Stäuchern, den ich schon einige Jahre nicht mehr hatte.

     In der zweiten Reihe etwas lokales aus Kyokushi. 

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  12. Gestern angetrunken, und heute wieder im Becher: Aiyama Junmei von Kitajima. Aiyama, so nennt sich die für diesen Nihonshū verwendete Reissorte, ist komplett neu für mich. Bei der Herstellung hat man sich an der traditionellen Braumethode orientiert, d.h. ungefiltert, nicht enderhitzt (Stichwort hi-ire), ist also ein namashū, außerdem ist er unverdünnt (genshū). Die satten 17% machen sich auch ganz gut bemerkbar. 🥳 Davon mal abgesehen, toller klarer Duft und eine sehr schöne Balance aus einer schweren Süße vom Reis und einer belebenden Säure im Hintergrund. Gefällt. 

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