seika

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Reputationsaktivitäten

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    seika hat eine Reaktion von Astronaut erhalten in Teegrüsse von unterwegs (Ausflug/Reise/etc.)   
    Heute mal Tee aus der Thermosflasche: Kyōbancha auf dem Mt. Tawarayama mit Blick auf den rauchenden Vulkan Aso. 

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    seika reagierte auf TeeStövchen in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Uji Bio Matcha Shirasagi 2019 Nakanishi von Teekontor Kiel
    Mit diesem Matcha dringe ich in für mich völlig neue Preisdimensionen vor. Aber das Pulver ist m. E. sein Geld wert.
    Neben seiner cremig sanften Textur verfügt dieser Tee über eine leckere, angenehme Herbe, ohne eine Spur bitter zu sein. Das schmeckt mir richtig gut, aber kein Wunder: ich mag ja auch herbes Pils ala Jever und Konsorten .
    Hier haben wir es jedenfalls mit einem Spitzenprodukt zu tun!





     
  3. Like
    seika reagierte auf Lateralus in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Als Start in den Tag gibt es den bereits hier gezeigten Sencha aus Kamatsuka. 
     

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    seika reagierte auf ruki in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Bei euren tollen Tees, traut man sich ja fast gar nicht, einen "ganz einfachen Matcha" zu Posten.
     
    Aber ich mache es dennoch. Soeben gab es auf den Balkon einen leckeren Chigi no Shiro von Marukyu Koyamaen (mein Everyday Matcha).
    Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend!

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    seika reagierte auf GoldenTurtle in Musik-Ecke   
    Psssst 🤫
  6. Thanks
    seika hat eine Reaktion von Konfusius erhalten in Fermentierte Lebensmittel - krass oder was?   
    Nicht nur einmal. Auf Tōfu mit der richtigen Soja-sosse (die im übrigen auch fermentiert ist) sehr lecker. Katusobushi wiederum hätte ich gar nicht mit fermentierten Lebensmittel assoziiert. Für mich das rote Tuch was fermentierte Lebensmittel angeht in der japanischen Küche ist (und bleibt vermutlich) Nattō. 🤢 
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    seika reagierte auf Lateralus in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Heute habe ich mich mit dem Guzhu Zi Sun 2020 von Nannuoshan beschäftigt.
    Erstaunlich ist der unglaublich intensive Geruch des Blattguts nach Maracuja. So einen intensiven Geruch habe ich noch nie erlebt. Auch an den feuchten Blättern riecht man sehr gerne und findet noch immer diesen höchst dominanten Maracuja-Geruch. In den lieblich weichen und recht filigranen Tee schaffen es nur noch dezente Nuancen davon.
    Die Aufgussempfehlung von 1,3g / 100ml / 80°C / 60s gefällt mir gar nicht und erzeugt einen, meiner Meinung nach, zu schwachen Tee der bestimmt auch Freunde findet.
    Besser waren schon die unten abgebildeten 4g / 100ml / 60°C / 90s aber der Sweet-Spot lag für mich bei 3g / 100ml / 70°C / 60s. 
    Ich denke das ist der ideale Tee falls man mal Gäste hat die Interesse an Grüntee signalisieren.
     



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    seika reagierte auf Shibo in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Ich trinke gerade den Yiwu Wang Bing Zi Yo Purple Tree 2017 von @teekontorkiel bzw. Olivier Schneider.
    ...und der ist richtig klasse!
    Zunächst aber - zwecks Schaffen einer Vergleichsbasis - ein paar Worte zum günstigeren Sheng Tai desselben Produzenten (ebenfalls 2017): Auch ein schöner Tee, mit einem sehr vordergründigen, fruchtig-floralen Aromenprofil. Er ist zwar am Gaumen nicht sonderlich voluminös, das macht er aber mit einem präsenten, fruchtigen Nachgeschmack wett (weniger Huigan, eher im Mundraum und besonders auf dem vorderen Teil der Zunge).
    Nun zum Zi Cha:

    Zuallererst lässt sich festhalten, dass dieser Tee einen schwereren, volleren Charakter besitzt. Er wirkt in vielerlei Hinsicht reifer, obschon er im selben Jahr geerntet wurde. Viel Struktur am Gaumen, dabei sehr weich. Das Huigan ist eher dezent.
    Es dominieren Aromen von Steinfrüchten (mit Zwetschge und Aprikose - siehe Beschreibung im Shop - gehe ich voll und ganz d'accord). Das Ganze riecht wie ein spätsommerlicher Obstkorb... macht einen Obstgarten draus! Will heißen, inklusive dem Geruch von Baumrinde und dem schweren Aroma von schon überreifen Früchten im taufrischen Gras. Und ja, auch dem von ein paar Wiesenblumen dazwischen. Sehr vielschichtig, sehr fesselnd, obwohl die häufig für ein komplexes Geschmackserlebnis so wichtigen Tannine hier kaum eine Rolle spielen.

    Dazu kommt noch die entspannende und gleichzeitig aufweckende Wirkung. Einer der schönsten Shengs in letzter Zeit!
    Beide Tees haben, was die vordergründigen Aromen anbetrifft, viele Gemeinsamkeiten. Ich weiß nicht, inwiefern ich den Zi Cha auf diese Art und Weise hätte wertschätzen können, wenn ich den Vergleich mit dem Standard Sheng Tai nicht gekannt hätte. Proben trinken macht Spaß und bildet Besonders für jemanden wie mich, der sehr viel mehr Lernender als Wissender ist.
     
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    seika reagierte auf Anima_Templi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Der letzte Rest des Matcha Choan von Koyamaen als Koicha.
    Als Koicha gefällt er mir deutlich besser, denn als Usucha. Im Gesamten betrachtet, finde ich ihn zu teuer. 




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    seika reagierte auf SoGen in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Heute mal ein crossover-posting: WTIHIET - Musikvideo - Lyrik - und auch ein wenig Botanik und Kulturgeschichte und Feminismus...
    Nach dem morgendlichen 2020er Kamairicha 'Kadota' von @teekontorkiel(den trinke ich z.Z. täglich, weil er als Aracha nach dem Öffnen schnell abbaut) war heute ein Fenghuang Dancong in der Tasse: der Ye Lai Xiang von @chenshi-chinatee. Ye Lai Xiang (夜来香) würde ich mal mit 'Duft der hereinbrechenden Nacht' übersetzen - es bezeichnet nicht nur einen Duft, sondern ist auch der Name der Blume, die ihn - vor allem am Abend - verströmt: der Telosma cordata.
    Statt einer Beschreibung von mir die eines Evergreens der 'Gelben Musik'. Nicht die wahrscheinlich immer noch populärste (wenn auch reichlich schmalzige) Coverversion der 1995 verstorbenen Teresa Teng, sondern die deutlich erträglichere Dub-Version von The Shanghai Restoration Project auf Basis des Originals von Li Xianglan (aka Yamaguchi Yoshiko / Ōtaka Yoshiko / Shirley Yamaguchi) aus dem Jahr 1944. Beides bemerkenswerte Frauen.
    https://www.youtube.com/watch?v=-Wc7U5_SbEM
    Der Südwind weht frisch und kühl
    sanft singt die Nachtigall
    im Mondlicht träumen die Blumen
    nur nicht der Ye Lai Xiang
    dessen Duft die Luft erfüllt.
    Ich liebe diese grenzenlose Dunkelheit
    und ich liebe das Lied der Nachtigall,
    doch am meisten liebe ich diesen duftenden Traum.
    Ich umarme den Ye Lai Xiang,
    ich küsse den Ye Lai Xiang.
    Ye Lai Xiang, ich singe für dich
    Ye Lai Xiang, ich denke an dich
    ich singe für dich, ich denke an dich
    Ye Lai Xiang ...
    Im Geiste von Johanna Theodolinde Erika Fuchs kommentiert: Scha-luchz

    _()_
  11. Like
    seika hat eine Reaktion von doumer erhalten in Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?   
    @SoGen Ich packe das mal hier rein. Heute bin ich dazu gekommen Bilder von der Hagi Hōhin zu machen. War gar nicht so einfach zu fotografieren. Besonders im Inneren spiegelt sich das Licht. Ich hoffe, man kann trotzdem erkennen, was sich getan hat. Aussen haben sich aufgrund der Dicke der Glasur nur wenig Risse (kannyū) gebildet. Im Inneren, am Fuss und auf dem Deckel dafür umso mehr. Auch hat sich der Scherben an mehreren Stellen verfärbt, Deckel Unterseite, Fuss und an der Tülle. Genug der Worte, hier die versprochenen Bilder. 😀 

  12. Like
    seika reagierte auf SoGen in Yixing & Grüntee - das traditionelle Gespann   
    Das ist zutreffend. In Japan entstand ab der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts der 'Bunjincha', der 'Tee der Literati', aus dem dann die verschiedenen Schulen des Senchadō hervorgehen sollten. Vorbild war die Teekultur der chinesischen Literati der Mingzeit. Dies war vor allem auch eine Gegenbewegung zum aristokratisch-elitären Chanoyu. Wichtigster Impulsgeber war Baisaō (1675–1763), ursprünglich ein Zen-Mönch der Ōbaku-shū, die durch den chinesischen Zenmeister Yinyuan Longqi (Jap. Ingen Ryūki, 1592 - 1673) im Jahr 1661 etabliert worden war. Ingen und seine chinesischen Begleiter hatten die mingzeitliche chinesische Art der Teezubereitung mitgebracht, wo sie am Manpuku-ji (noch heute Haupttempel der Ōbaku-shū) ausgeübt wurde. Dieser 'Import' setzte auch andere wichtige kulturelle Impulse in Japan - von der Kalligraphie bis zur Architektur.
    Die frühe Bunjincha-Bewegung hatte jedenfalls das Problem, dass es in Japan selbst weder eine Produktion von Sencha gab noch geeignete Geräte für die Zubereitung - beides wurde erst durch diese Bewegung initiiert. Tee und Geschirr wurde zunächst aus China über die in Nagasaki ansässigen chinesischen Kaufleute importiert. Wie durch hinterlassene Teegerätschaften nachgewiesen ist, war das für die Zubereitung von Sencha (im ursprünglichen Sinn eine generelle Bezeichnung für grüne Blatt-Tees, gleich welcher Herkunft) bevorzugte Material Yixing. Allerdings aufgrund der Abschottungspolitik der Tokugawa schwer erhältlich und teuer - schon in China selbst. Die sich mit der Popularisierung des Bunjincha und dann des Senchadō entwickelnde japanische Produktion sowohl von (grünem) Blatt-Tee als auch von dem dazu benötigten Teegeschirr entwickelte sich zunächst in enger Anlehnung an chinesische Vorbilder. Tokoname- und Banko-Keramik entstand so in enger Anlehnung an das Vorbild Yixing. Wichtigster Initiator war der Maler Kimura Kenkadō (1736 - 1802), ein Freund und Erbe einiger Teegeräte Baisaōs - viele hatte Baisaō vor seinem Tod vernichtet, vermutlich um einem "Reliquienkult" vorzubeugen. Kenkadō jedenfalls publizierte nicht nur ein Buch mit Zeichnungen von Baisaōs Teegeräten, er ließ auch einheimische Handwerker Kopien von Teegeräten Baisaōs anfertigen. Kimura Kenkadō und Ueda Akinari (1734 - 1809), ein Arzt und Schriftsteller, der zwei einflussreiche Arbeiten über grünen Tee verfasste ('Vermischte Kommentare zum Weg reiner Eleganz' 1794 und  'Trunkene Worte eines Teesüchtigen' 1807) waren dann die wichtigsten Wegbereiter des Senchadō.
     
     
    Links Yixing-Kanne aus dem Nachlass Ingen Ryūkis, rechts Yixing-Kanne (auch als Wasserkessel genutzt)aus dem Nachlass Baisaōs / Kenkadōs.
     
    Links Baisaō, genannt 'der alte Teehausierer', rechts Ueda Akinari.
    _()_
  13. Like
    seika hat eine Reaktion von teekontorkiel erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Elektronik hat einen vom Hersteller zwar empfohlenen aber offenen Preis. Daher die Unterschiede. Für Koyamaen kann ich es nicht sagen, aber die anderen großen Uji Teehäuser verkaufen in ihren Flagshipstore den Tee zum gleichen Preis wie überall sonst auch. Mit Ausnahme vielleicht von Flughäfen. 
     
    @ topic 
    Einen 2020 Benifūki Schwarztee. Hat ordentlich Wumms. 😀
  14. Thanks
    seika hat eine Reaktion von doumer erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Elektronik hat einen vom Hersteller zwar empfohlenen aber offenen Preis. Daher die Unterschiede. Für Koyamaen kann ich es nicht sagen, aber die anderen großen Uji Teehäuser verkaufen in ihren Flagshipstore den Tee zum gleichen Preis wie überall sonst auch. Mit Ausnahme vielleicht von Flughäfen. 
     
    @ topic 
    Einen 2020 Benifūki Schwarztee. Hat ordentlich Wumms. 😀
  15. Haha
    seika reagierte auf SoGen in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    So, wie Du das schilderst, muss das Gefühl so ähnlich gewesen sein wie im Bücherladen einen Hardcore-Porno zu kaufen ...
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  16. Like
    seika reagierte auf Paul in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Roter Tee - Rote Blumen!

  17. Like
    seika hat eine Reaktion von Lateralus erhalten in today's wee dram (ich trinke gerade...)   
    Heute mal etwas sommerliches aus Akita: yuki no bosha. 80% akita sake komachi und 20% yamadanishiki, so viel zu den verwendeten Braureissorten. Yamadanishiki ist für Nihonshū in etwa das, was der Riesling für den deutschen trockenen Weißwein ist. Hier schmecke ich ihn kaum heraus, was aber auch an der Hefe liegen kann. Oder am Schälgrad? Gibt  einfach zu viele Variablen bei diesem Gesöff. Einerseits macht es das interessant, aber irgendwann will man ja auch mal etwas Licht im Tunnel erblicken. 😅

  18. Like
    seika hat eine Reaktion von miig erhalten in Keiko Sencha schmeckt nicht, Alternative?   
    Da fragt jemand in seinem ersten Beitrag nach Grüntees, die nicht bitter schmecken, und @GoldenTurtle empfiehlt Shou Pu Erh. 😂 
    Stengeltees (kuki-cha, karigane usw.) sind in der Regel wenig bitter, ebenso einfache Sencha oder Banchas. An einem bestimmten Kultivar würde ich das weniger festmachen als an der Qualität. Die "einfachen" japanischen Grüntees sind meiner Erfahrung nach meist diejenigen, die sich auch mit kochend heissem Wasser aufgegossen nicht von ihrer bitteren Seite zeigen. 
  19. Like
    seika hat eine Reaktion von SoGen erhalten in today's wee dram (ich trinke gerade...)   
    Heute mal etwas sommerliches aus Akita: yuki no bosha. 80% akita sake komachi und 20% yamadanishiki, so viel zu den verwendeten Braureissorten. Yamadanishiki ist für Nihonshū in etwa das, was der Riesling für den deutschen trockenen Weißwein ist. Hier schmecke ich ihn kaum heraus, was aber auch an der Hefe liegen kann. Oder am Schälgrad? Gibt  einfach zu viele Variablen bei diesem Gesöff. Einerseits macht es das interessant, aber irgendwann will man ja auch mal etwas Licht im Tunnel erblicken. 😅

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    seika reagierte auf Shibo in today's wee dram (ich trinke gerade...)   
    Heute mit viel Zeit und Muße ein aufmerksames Whiskybroker Vertical. Fünf Single Cask Whiskies, abgefüllt in Fassstärke, ungefiltert und natürlich ungefärbt. Ich kondensiere meine Notizen mal ein wenig für's Forum, vielleicht hat ja jemand Interesse und Freude am Lesen

    Den Anfang machte der Auchentoshan. 17 Jahre gereift, den Großteil davon in einem Refill Hogshead. Das Finish im Oloroso Barrel sorgt für ein komplexes, fruchtiges Aroma mit deutlicher Pflaumennote. Am Gaumen und im Abgang weniger interessant. Man merkt ihm den Lowlander an. Hier hat das Finish gut funktioniert. Gutes Fassmanagement, weniger spannendes Destillat. Dann der Tobermory, der ist erstaunlich zitrisch-frisch für seine 24 Jahre. Dazu Noten von Stachelbeeren und Butterkeks. Die Nase ist wenig komplex. Dafür am Gaumen und im Abgang umso besser. Mild und ölig-gehaltvoll, braucht man hier trotz 53% Alkohol nicht zu verdünnen. Fast schon die Antithese zum Auchentoshan: ein inaktives Fass, aber ein ansprechender Grundstoff, der über die Jahre gemächlich gereift ist. Die Heimat der fast schon brutal rauchigen Ledaigs (ich liebe rauchige Whiskies, aber z.B. der Ledaig 10 ist gnadenlos, weil einem dort der Rauch so dreckig, trocken und direkt entgegen prescht) kann auch ganz brav und sanft. Der Aberlour ist zunächst sehr verschlossen. 24 Jahre und über 60% Vol brauchen Zeit im Glas. Nach einiger Zeit eine schöne Honignote und ein zart blumiger Charakter. Mit Wasser öffnet er sich, wird fruchtiger, aber leider geht der Honignote die Intensität etwas verloren. Gaumen und Abgang sind mir ob des hohen Alkoholgehalts zu harsch, und gleichzeitig geschmacklich zu wenig intensiv. Insgesamt nicht schlecht, aber ein wenig langweilig. Der Tropfen von der Speyside Distillery ist eine konservative, 23-jährige Refill-Sherry-Reifung. Eher Nuss (besonders Haselnuss!), Gewürze und Leder, denn Frucht. Etwas getrocknete Feige ist aber auch dabei. Schön klassisch. Ich habe das Gefühl, dass das Fass hier etwas zu sehr dominiert. Aber da es mein erster Whisky von der Speyside Distillery ist und ich somit keinen jungen Vergleichswert habe, bleibt das nur ein Gefühl. Den Tobermory fand ich richtig klasse. Aber der beste im Line-Up ist nochmal mit deutlichem Abstand der 18-jährige Arran. Den kannte ich schon vorher und hatte ihn hier nochmal zum Vergleich probiert. Der beste nicht nur, weil ich den Destilleriecharakter von Arran gerne mag, das alleine muss noch nichts heißen. Dies hier ist schlicht der beste Arran, den ich je im Glas hatte.
    Die typische Mischung aus Würzigkeit und exotischen Früchten kommt mit voller Wucht in der Nase und wird getragen von einer herzhaften Buttrigkeit und sogar ein wenig Rauch. Im Mund macht sich das Refill-Sherryfass stärker bemerkbar mit getrockneten Aprikosen, Rosinen, Nüssen und einer kräftigen Ladung Eiche. Im Abgang dann nochmal das gesamte Ensemble im Chor für ein fulminantes, komplexes und lange ausklingendes Ende.
    Ich bin keine fanatischer Single Cask Advokat. Aber wenn alles passt, kann gerade dieses Format wirklich Großartiges hervorbringen. Und das hier ist Whisky at it's best
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    seika hat eine Reaktion von Konfusius erhalten in Schräge/lustige Musikvideos   
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    seika hat eine Reaktion von Lateralus erhalten in Schräge/lustige Musikvideos   
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    seika hat eine Reaktion von miig erhalten in Schräge/lustige Musikvideos   
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    seika reagierte auf goza in Honyama-Tees   
    ich bin mit den Honyama-Tees von @Diz ein bisschen weitergekommen und fassehier mal meine Eindrücke zusammen. Einen hatte ich ja hier schonmal angesprochen:
     
    Ich konnte bei dem Tee mittlerweile auch eine zu Beginn zarte, in späteren Aufgüssen stetig zunehmende Algennote erkennen. Ansonsten bietet er alles, was ein komplexer Sencha braucht: Walnüsse, Kakao, feuchte Wiesen im Frühlich, leichte Gemüsebrühe. Die Algen sind der markanteste Unterschied zur "normalen Yabukita Sencha", die mich eine Weile lang vor eine Herausforderung stellte. Bewusst weiblich geschrieben, ist nämlich eine richtige Diva. Sie wollte sich ziemlich lange nicht zeigen, hat mich an der Nase herumgeführt, genug geteasert, dass ich nicht lockerlasse, aber mich nie rangelassen. Denn zu kühl (~50-55°C) aufgegossen bietet sie auch mit höherer Dosierung kaum Geschmack, zu hoch (und dann auch niedrig dosiert) kippt sie in die erschlagenden Bitter-Noten. Jetzt habe ich sie aber in die Kiste gekriegt, 65°C, nicht zu kurz ziehen lassen, sie braucht ihre Zeit (und gutes Zureden...). Dann gefällt sie mir (aufgrund der fehlenden Algen, die mag ich nicht so sehr) einen Hauch besser als der Temomicha, da sie auch herzhaftes umami von Rinderbrühe hat - an den abgegossenen Blättern gerochen dachte ich, da fehlen nur noch die Klößchen, die in der Wirtshaussuppe schwimmen.

     
    Der Okuhikari ist dann eher wieder von grundauf ehrlich:
    er offenbart sich als geröstet-nussig mit viel grüner Paprika, Minze und Traubenzucker-Süße am Gaumen.

     
    Die ganzen Tees haben ein cremiges Mundgefühl, schön vielfältig. Es werden bestimmt noch mehr Tees aus Honyama in meinen (und hoffentlich Euren) Kännchen und Schälchen landen, daher mach ich mal einen eigenen Thread für Besprechungen auf und für andere Regionen später dann auch mal.
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    seika reagierte auf Paul in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Hallo @Getsome am Anfang versucht man in den Tees etwas zu finden, was man kennt: Geschmacksnuancen, Bilder, Erinnerungen. Das ist ok, führt aber zu nix.
    Ein anderer Weg ist, darauf zu achten, was mit einem selber passiert, was der Tee mit einem macht. Wie war ich, als ich mit dem Tee angefangen habe, war ich fokussiert, schlechter Laune, hungrig, durstig, böse, freudig usw. Wie bin ich jetzt, Bauchgrimmen, Herzrasen, abschweifende Gedanken, Träume usw.
    Ein guter Tee hilft einem klar zu werden, fokussiert die Gedanken und erzeugt körperliches und geistiges Wohlbefinden.
    P.S. Gute Tees sind selten; aber irgendwann kommt er zu einem - ganz von selbst. Wichtig ist  zu lernen sich von störenden Gedanken und Wünschen zu trennen - klar und ruhig zu werden.
    Gedanken eines alten Mannes