GoldenTurtle

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  1. Like
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von Shibo erhalten in Teedokumentationen   
    Hallo liebe Teefreunde
    Das Thema Weisstee und sein Geburtsort, der Taimu Berg in Fuding hat mich kürzlich etwas interessiert ... dabei bin ich auf folgendes, meiner Meinung nach sehenswertes Video gestossen:
    Hier noch der Vollständigkeit halber die gesamte Teatrip-Playlist von dem Händler, habe bisher aber noch in wenige andere Videos von ihm ausführlich reingeschaut.
    PS: Ich kenne bisher keine Tees von dem Händler, aber er scheint um Authentizität geradezu vorbildlich bemüht zu sein.
  2. Haha
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von TeeStövchen erhalten in Temial-Teegerät   
    Stövchen, als "geschenkt" würde ich es für 450€ auch nicht bezeichnen.
  3. Like
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von Sungawakan erhalten in Temial-Teegerät   
    Stövchen, als "geschenkt" würde ich es für 450€ auch nicht bezeichnen.
  4. Thanks
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von Anima_Templi erhalten in Verkaufe Kyusu aus Tokoname von Gyokko   
    An alle Neulinge, das ist ein sehr empfehlenswertes Angebot!
    Eine hartgebrannte, dichte* Tokoname Kyusu ist meiner Meinung nach der Allrounder schlechthin für Grün-, Weiss-, Gelb- und Schwarztees (Rottees).
    Ein sehr guter Schritt, um anständig im unglasierten Bereich der Kannen zu beginnen.
    Und es würde auch reichen, man kann auch nur dabei bleiben und fährt schon nicht schlecht, wegen der relativ unporösen Dichte kann man Querbeet auch gleich alles darin aufgiessen, auch Oolongs und Pu gehen gut, nur finde ich gibt es für diese noch etwas besser geeignete Kannen, aber das ist dann optionale Optimierung, irgendwann.
     
    *was man den Fotos entnehmen kann
  5. Like
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von miig erhalten in Aufgüsse und Gesundheit   
    @KlausO Der gute Doktor?
    Du meinst wohl der liebe Doktor und das Vieh!
    Darauf hat die Welt gewartet, folglich sollte man jetzt wohl nur noch den gesündesten Aufguss trinken und den Rest besser wegkippen.
  6. Thanks
    GoldenTurtle reagierte auf nemo in Plädoyer für die Abschaffung der Like-Funktion   
    Zunächst ein kurzes Vorwort, damit meine Beiträge richtig eingeordnet werden können: Mein Interesse an dem Thema stammt noch aus meinem Studium. Es hat mich in der Soziologie außer den Grundlagen wenig so nachhaltig begeistert, wie der Bereich Konsum- und Mediensoziologie. Ich bitte daher meine Beiträge unter diesem Aspekt zu lesen und nicht zu denken, ich führe einen Feldzug gegen Like-Buttons Ich mag sie nicht, aber gehe einfach damit um, wie im ersten meiner Beiträge beschrieben.
    Auszusetzen ist an Deiner individuellen Handlung ist erst einmal gar nichts, @Anima_Templi. Das ist mir wichtig zu betonen.
    Was ich aber tatsächlich negativ finde, ist eine Verkürzung und Unschärfe der Kommunikation und des Informationsgehaltes, die sich aus der technischen Funktion zwangsweise ergibt. Hinter einem Like kann sich ganz viel verbergen, was man leider nicht sieht.  Stellen wir uns einen Beitrag mit Teebeschreibung samt Foto des Schälchens vor. Ein Like hierfür kann bedeuten: „Mir gefällt Deine Schale.“, „Mir gefällt die kreative Geschmacksbeschreibung des Tees.“, „Mir gefällt es, dass du eine Kanne von Duchek hast.“, „Da hast Du ein ästhetisches Foto gemacht“, „Mir gefällt, dass Du Dir die Mühe für so einen langen Text gemacht hast (auch wenn ich diesen Tee selbst gar nicht lecker finde)“, „Mir gefällt es, dass Du mal wieder ein Lebenszeichen von Dir gibst.“,…
    Jetzt kann man sagen, beispielsweise ein LOL o.ä. ist von genauso geringem Informationsgehalt. Dem stimme ich vollkommen zu. Aber die Konsequenz ist dann für mich nicht, die Buttons dadurch zu legitimieren, sondern die Verwendung des LOLs genauso zu „kritisieren“. Ich schätze einen kurzen inhaltsvolleren Beitrag sehr viel mehr und würde ihn immer bevorzugen.
    Die Likes sind darüber hinaus aus meiner Sicht auch nicht nur einfach eine verkürzte Form der Kommunikation, sondern haben eine noch ganz eigene Qualität. Am deutlichsten wird es vielleicht am Konzept des „Tagessieges“. Den mögen viele, mich eingeschlossen, gar nicht betrachten. Aber die Tatsache, dass keine LOLs gezählt und prämiert werden, zeigt diese andere Qualität und Funktion ziemlich gut. Und hier wären wir dann ganz schnell auch bei dem von @GoldenTurtle aufgeführten Effekt der „Like-Sucht“, des Einflusses der Herzchen und Pokalen auf das Selbstwertgefühl, etc.
  7. Thanks
    GoldenTurtle reagierte auf nemo in Plädoyer für die Abschaffung der Like-Funktion   
    Dem würde ich nicht gänzlich zustimmen. Es gibt zum einen nicht "die Community". Zudem kann ein "Gefällt mir" auch aus anderer Motivation heraus gegeben werden als einem Beitrag rein inhaltlich zuzustimmen. Außerdem gibt es Effekte, dass "Gefällt mir"s unabhängig vom Inhalt zwischen NutzerInnen hin- und hergeschoben werden. Quasi als unabgesprochener routinisierter Tausch. Es kommt also auch darauf an, wer etwas schreibt, nicht nur was genau geschrieben wird.
  8. Like
    GoldenTurtle reagierte auf nemo in Plädoyer für die Abschaffung der Like-Funktion   
    Es gibt ja noch weitere Argumente und negative Effekte, die diese Knöpfe mit sich bringen. Genauso wie positive (verkürzte Diskussionsverläufe, unkomplizierte und schnelle Meinungsäußering, etc). Das Netz liefert da ja einiges an Infos. Für mich überwiegen eindeutig die negativen, bzw bewerte ich einige Funktionen, die man auch als positiv werten könnte als negativ.
    Ich hatte mich daher vor einer Weile schon dazu entschlossen, hier und anderswo auf die Nutzung dieser Knöpfe zu verzichten. Mir persönlich reicht das, hätte aber auch nichts dagegen, wenn es die Funktion hier generell nicht mehr geben würde
    Leider finde ich die Studien gerade nicht mehr, die ich aufschlussreich fand, aber zumindest einen Artikel zum Einstieg in das Thema.
  9. Like
    GoldenTurtle reagierte auf Shibo in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Wie es allem Anschein nach auch bei @chenshi-chinatee der Fall ist, kann ich regnerischen Sonntagen durchaus etwas abgewinnen. Voraussetzung für einen angenehmen Sonntag bei garstigen Wetterverhältnissen ist, dass man nicht zu viel Unliebsames zu erledigen hat. Schon gar nichts Unliebsames außer Haus.
    Dann schadet es natürlich auch nichts, den passenden Tee parat zu haben. Und wenige Tees könnten passender sein, als der 2007er Bangwai von Six Famous Tea Mountains aus Chris' Sortiment.

    Er ist einer meiner Lieblingstees in letzter Zeit. Die sauberen, weichen Alterungsnoten lassen an einen Keller voll mit Weinfässern denken, in dem sich der Duft des Holzes und des süßlichen Rotweins zu einem betörenden Aroma vermischen.
    Im klaren, milden Geschmack eine schöne Balance aus dezenter Süße und kontrollierter, aber präsenter Adstringenz. Ich mag diese knackigen Tannine, die den Mundraum auf angenehme Weise belegen und für einen langen und intensiven Nachgeschmack sorgen, dabei aber nicht störend im Hals kratzen.
    Kein fancy Gushu Boutique Produkt. Einfach ein leckerer, wohltuender, sauber gereifter Sheng zu einem sehr fairen Preis. Klasse!
  10. Like
    GoldenTurtle reagierte auf enjoi in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Yiwu Gua Feng Zhai 2008 von TKK. Feiner unkomplizierter Sheng für den Sonntagnachmittag mit neuem Teeboot von A. Bero und Tasse von J. Duchek.

  11. Haha
    GoldenTurtle reagierte auf seika in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @GoldenTurtle Treffend analysiert. 😜 Heute waren es 29 Grad. ☀️ 
  12. Haha
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von seika erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @seika Deine Teepräferenz des Tages ist für mich sowas wie der Frosch im Glas für das japanische Wetter.
    Ein Nilgiri, kaltgezogen und dann auch noch mit Zitrone = ca. 30°+

  13. Haha
    GoldenTurtle reagierte auf doumer in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    2007 Lao Shu von Chanting Pines
    Ein qualitativ hervorragender Shu: Absolut sauber, keinerlei Shu-Muff (wo dui wei) und trotz sehr fester Pressung (oder "zusammenfermentiertem" Material) für ein Shu durchaus schönes, kräftiges Blatt. Wie bei seinem 9 Jahre jüngeren Namensvetter steht der Name auch hier nicht für die Herkunft sondern für das Alter der Teebäume, welche hier offensichtlich hübscher und teurer waren.
    Der Tee erlaubt sich keinen Fehler: schwere Textur, super weich und rund, alles sehr wertig und zum Glück kein penetrantes Chanting Pines Storage-Aroma. Und trotzdem ein Tee, der mich langweilt - wie bei leider zu vielen Chanting Pines Tees zeichnet sich der Tee vor allem durch freundliches Nichtssagen aus, als ob sie eine japanisch anmutende Angst davor hätten, sich als Individuum von der Masse abzuheben. Mag sein, dass der Claim des Händlers "One of the finest shou puerh teas you will ever drink." zutrifft, aber bereits morgen erinnere ich mich nicht mehr an den Tee, daher ist das leider wenig wert... auf jeden Fall nicht den aufgerufenen Preis.  
    (Oder ich bin einfach ein unverbesserlicher Shu-Banause )



  14. Haha
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von Shibo erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    @seika Deine Teepräferenz des Tages ist für mich sowas wie der Frosch im Glas für das japanische Wetter.
    Ein Nilgiri, kaltgezogen und dann auch noch mit Zitrone = ca. 30°+

  15. Thanks
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von miig erhalten in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Ich habe vorher das erste Mal wilden chinesischen Jujube Kräutertee probiert, @miig, das wär vielleicht auch was für dich für den Abend, ist echt nicht übel.

  16. Haha
    GoldenTurtle reagierte auf Anima_Templi in -12% Samstag und Sonntag   
    Ebenso, und ein gutes neues Jahr!
  17. Like
    GoldenTurtle reagierte auf SoGen in Die hohe Schule des wahren Genusses   
    Das sind zwei Aspekte, die auch ich als wesentlich betrachte. Zum "für sich selbst genießen": das bedeutet nicht zuletzt, dem eigenen Urteil zu vertrauen, mithin seine persönlichen Präferenzen als maßgeblich anzunehmen (und eben dies auch Anderen zuzugestehen). Eine solche 'Spezialisierung' begrenzt zwar das Spektrum an Erfahrungen, aber so kann man seinen Geschmack auch in Richtung einer zunehmend differenzierteren Wahrnehmung entwickeln. multum, non multa. Bei unserer Liebhaberei bedeutet das beispielsweise, die Tees, die man schätzt, wirklich gründlich zu studieren; die Auswirkungen unterschiedlicher Zubereitungsparameter auf sie zu erkunden - von Menge, Zeit und Temperatur über das Material der Gefäße, die Qualität des Wassers, der Lagerung bis hin zum Einfluss persönlicher Stimmungen, der Tageszeit des Genießens usw. Hier können auch synästhetische Erfahrungen entwickelt und ausgelotet werden, das Zusammenspiel gustatorischer Wahrnehmung mit Musik oder visueller Betrachtung. So entwickelt sich eine 'Kennerschaft' - nicht im Sinne einer Autorität für andere, eines 'arbiter elegantiae' (eine Versuchung, der man widerstehen sollte), sondern es ist letztlich eine Kennerschaft von sich selbst.
    Das "nicht ständig etwas Neues wollen" hängt damit zusammen. Das 'Sich bescheiden' schafft Raum und Zeit dafür, das, was man hat, auch wirklich zu ergründen; es auszuloten. Und das bedeutet dann auch, es wirklich wertzuschätzen. Nicht wegen seiner Seltenheit, seines Preises, des Prestiges, das der Besitz verleiht, sondern wegen seiner immanenten Qualität.
    _()_
  18. Like
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von SoGen erhalten in Traditionelle Tees und die vom Trinker geforderte Geduld   
    Gute Frage, ich denke es hängt von den Lagerbedingungen ab, es gibt ja nicht nur die Verflüchtigung der frischen Aromen, sondern durch die Weiterentwicklung werden auch neue Aromen gewonnen, resp. entwickelt ... wahrsch. ist das mit den 7 Jahren einfach aus der "traditionellen" Ansicht (obwohl Tee gemäss einem Teefreund ja noch gar nicht lange gelagert wird), aber so weit ich weiss wird Tee als Schatz angesehen ab einem Alter von 7 Jahren, als Medizin bereits ab 3 Jahren. Möglicherweise hat die Teelagerung ihren Ursprung also bei den chinesischen Kräuterapothekern. 🤣
    Momentchen mal ... ich hab jetzt kurz recherchiert ... Verdanttea spricht tatsächlich genau dafür:
  19. Like
    GoldenTurtle reagierte auf SoGen in Welcher Tee ist heute in eurer Tasse? Teil 3   
    Einer kürzlich eingetroffenen Bestellung von Oolongs war eine Probe beigefügt, die mich zu einem kleinen Vergleichstest inspirierte. Zunächst die Probe:

     

     
    Wie dem Label 福鼎 白茶 (Fuding Bai Cha) zu entnehmen ist, ist die Herkunft Fuding in Fujian, also (zusammen mit dem benachbarten Zhenghe) das 'klassische' Terroir für weißen Tee (no offense intended, ihr Yunnan-Fans ...). Auf der Rückseite des Wrappers stand noch (hier nicht abgebildet) 松压老白茶 - song ya lao bai cha, 'leicht gepresster gealterter weißer Tee'. Wie der Umverpackung des Händlers zu entnehmen 7 Jahre alt, also wohl Jahrgang 2013. Die als Portionsgröße angegebenen 6 gr sind etwas hochstaplerisch; meine (geeichte) Feinwaage zeigte ohne Wrapper 4,4 gr an. Wobei es natürlich auch sein kann, dass als Giveaway / Werbeproben eigens untergewichtige Portionen aussortiert wurden. Bei 6 gr / Portion käme ein Preis von € 33,33 / 100 gr heraus.
    Hier nun die 'Konkurrenz':

    - ebenfalls ein Lao Shou Mei (dem Blattgut nach zu urteilen handelte es sich auch bei der Probe um einen Shou Mei), deutlich flacher und - wie sich beim Aufgießen zeigte - auch stärker gepresst. Laut Packungsaufschrift am 28.04.2012 gelesen und am 08.05.2019 verpackt. Also ebenfalls 7 Jahre alt. Das Tütchen ist innen aluminiumbeschichtet und luftdicht verschweisst. Zwar nicht vakuumiert, aber ein weiterer Reife- / Alterungsprozess dürfte damit zuverlässig unterbunden sein. Was mich zu der Überlegung führte, ob 7 Jahre Lagerung eine Art Optimum für Shou Mei ist; Lagerung bringt ja neben positiven Effekten unweigerlich auch einen zunehmenden Verlust leichter flüchtiger Aromen mit sich. Produzent ist der in Fuding ansässige Weißteespezialist Jubaitang Tea Company, Vertrieb in den Westen durch DTH. Die Tütchen werden als Gebinde von 10 Stück verkauft und enthalten exakt 4 gr pro Tütchen, was einen Preis von $ 50 bzw. knapp € 46 pro 100 gr ergibt - ohne Transportkosten. Wenn man dies und die aufwändigere (und teurere) Verpackung in Betracht zieht, sind also beide Tees in der gleichen Preisstufe.
    Um möglichst gleiche Bedingungen zu haben, habe ich beide Tees nicht parallel verkostet, sondern nacheinander im gleichen Aufgussgefäß - einem innen glasierten 90 ml - Gaiwan. Also deutlich kräftiger dosiert, als vom Händler Nan Yi vorgeschlagen. Die vorgeschlagenen Zeiten (90 / 60 / 60 / 120 / 150 / 180 Sekunden) habe ich übernommen und als Ausdauertest noch einen 7. Aufguss von 300 Sekunden hinzugefügt. Um es gleich vorwegzunehmen - man kann sich diesen Aufguss sparen, man verpasst da nichts. Die vorgeschlagene Aufgusstemperatur von 90° C ist nach meinem Geschmack deutlich zu niedrig; ich habe meinen Wasserkocher stattdessen auf 98° C eingestellt, also knapp unter dem Siedepunkt.


    Hier der vierte Aufguss des Nan Yi - Tees (oben) und der dritte des Jubaitang. Die Aufgussfarbe unterschied sich zwischen beiden Tees nur minimal; zu wenig, als dass dies auf einem Foto hier erkennbar wäre. Sie war über die ganzen Sitzungen auch bemerkenswert konstant. Lediglich der vierte (der ja auch doppelt so lange zog) war in der Farbe bei beiden noch einen Tick kräftiger als der dritte. Farbe wie auch Geschmack verblassten dann bis zum 6. Aufguss kaum merklich.
    Der Tee von Nan Yi kam sehr voll und rund daher, mit bemerkenswerter Süße - auch wenn ich da beim besten Willen keinen Honig assoziieren konnte. Weiches Mundgefühl, null Adstringenz geschweige denn Bitterkeit. Shou Mei war bei mir lange off list, wegen der eigenartigen, (mich) an altes Laub erinnernden Aromen und dem ausgesprochen trockenen Mundgefühl - eine Charakteristik, die bei Mudan und erst recht Yin Zhen nur angedeutet bzw. zu erahnen ist, die ich hingegen beim jungen Shou Mei als penetrant empfinde. Davon (bei beiden Tees) keine Spur mehr. Der von Nan Yi - so angenehm er sich trinken lässt - ist freilich recht eindimensional. Auch von einer Entwicklung ist nichts zu schmecken, wenn man von der sehr allmählich nachlassenden Intensität absieht, die nach dem 6. Aufguss (ich hatte es schon angedeutet) dann allerdings deutlich abfällt. Beide sind nach 6 Aufgüssen für meinen Geschmack definitiv ausgereizt.
    Der von Jubaitang war im Vergleich deutlich leichter, wenn auch kaum weniger weich. Dezentere Süße, dafür deutlich komplexere Aromenstruktur, wobei speziell in den Aufgüssen 3 und 4 überraschend würzige Nuancen auftauchten. Die Grundnote erinnerte mich ein wenig an das 'muscatel flavor' besserer 2nd flushs aus Darjeeling. Im 5. und 6. Aufguss näherten sich beide Tees einander zunehmend geschmacklich an - der von Nan Yi verlor seine Kraft, der Jubaitang dafür seine Komplexität. Generell gefiel mir der Jubaitang besser - wobei der Nan Yi zweifellos ein toller Tee ist. Aber im direkten Vergleich wirkte er ein wenig plump.
    Das Blattmaterial zeigte beim Nan Yi (unten links) einen etwas höheren Stengelanteil, was vermutlich für den kräftigeren Geschmack und die tiefere Süße verantwortlich ist; dass dies an der nur unerheblich größeren Menge (okay, immerhin 10% ...) des aufgegossenen Blattguts lag (0,4 gr) glaube ich nicht so recht. Wobei der unterschiedliche Jahrgang 2012 / 2013 natürlich auch eine Rolle spielen könnte. Ansonsten zeigte das Blattgut einen hohen Anteil kaum beschädigter Blätter (vermutlich Handpflückung) sowie auch einige Knospen. Der Jubaitang sah da deutlich mitgenommener aus, was aber vielleicht auch an der stärkeren Pressung lag. Die - da sich die Blätter des Chips (片 pian - mir fällt keine bessere Übersetzung ein) hier langsamer voneinander lösten - wohl auch für den insgesamt etwas zurückhaltenderen Charakter mit verantwortlich war. Mitverantwortlich wohl auch ein etwas höherer Anteil an Knospen bzw. 'two leaves and a bud'.

    Zusammenfassend: beide Tees sind mE ihren nicht gerade bescheidenen Preis wert. Ob man nun dem wuchtigen, intensiven von Nan Yi oder dem vergleichsweise fragilen von Jubaitang mit seinen subtilen Aromanuancen den Vorzug gibt, ist mE eher eine Sache persönlicher Präferenzen als objektiver Kriterien.
    _()_
  20. Like
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von SoGen erhalten in Die hohe Schule des wahren Genusses   
    Zurück zum Genuss, ich möchte gerne 2 resp. 3 ineinander verflochtene, wesentliche Punkte herausarbeiten, die ich über viele Jahre überhaupt nicht verstanden hatte, welche ich als subtil, aber dennoch als besonders wichtig hinsichtlich des Genusses erachte:
    1. Wirklich für sich selbst geniessen
    Ich habe so viele Male das Verlangen wahrgenommen, wenn ich Vorfreude auf einen Tee hatte, oder mit Freude einen Tee aufgegossen habe, dann auch gleich davon zu berichten. Aber darin hatte sich irgendetwas eingeschlichen, beigemengt, und ich sage heute es ist Anerkennungsdrang. Ich merke wie sich das bei vielem bei mir einschleichen wollte, sei es beim Sport, bei Dingen die ich sage oder tue. Ich möchte lernen, Dinge für mich zu geniessen und auch sonst von Herzen das zu tun was ich wirklich möchte, ohne damit anderen gefallen zu versuchen.
    2. Nicht mehr ständig etwas neues wollen
    Ich habe bemerkt, wie die Vorfreude z.B. auf einen neuen, unbekannten Tee oder was auch immer einen gewissen Reiz des Unbekannten besitzt. Dieser Reiz für diesen oder jenen Tee, den man nicht hat. Wenn man den Tee dann aber besitzt, ist dieser Reiz dafür verflogen und setzt sich auf etwas das man noch nicht hat. Ich erachte diesen Reiz, diese Begierde nun als schlecht, als unechte Freude. Ich will lernen dankbar zu sein für was ich habe und das richtig geniessen zu lernen.
  21. Thanks
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von AndiTee erhalten in Pu Erh Lagerung   
    Auf meiner Suche nach preiswerten aber dennoch guten Langzeit-Lagermethoden für Sheng und Shou habe ich mich, auch aufgrund der Empfehlung von Pu'Er Produzent Yu, ziemlich fix auf Bambus ausgerichtet. Eigentlich wird zwar traditionell das Bambusblatt verwendet, aber ich glaube durch die ausgezeichnete feuchtigkeitsregulierende Funktion vom Bambusholz bin ich damit nicht schlechter dran.
    Ich hab vor Jahren schon etliche Bambuskörbe aus China für mich und einen Teefreund importiert, die absichtlich für die Pu'Er Lagerung konzipiert wurden. Aber so billig war das nicht, und da hatte es auch nur für je etwa 6 Fladen Platz.
    Also hab ich mal weitergesucht ... gefunden habe ich bereits vor einer Weile Wäschesammler aus Bambus, die zumindest teilweise ungefärbt sind ... vom nachfolgend abgebildeten Modell von Zeller habe ich nun endlich einmal ein Stück zum Testen geordert ... schön dicht gearbeitet, auf das achte ich eben auch. Ein winziges bisschen Luftaustausch sollte schon da sein, aber eben auch nicht viel ... 35cm Durchmesser, 60cm Höhe ... da sollten also etwa 10, 12 grössere Beeng drin Platz haben ... auf den Fladen gerechnet also etwa 3€ für die Lagerung. Im Vergleich zu was da sonst so bei meinen Teefreunden als Lagermedien kursiert - ob es jetzt japanische Kirschholzrindendosen oder Yixing Tontöpfe sind - ist dies ein geradezu lächerlicher Preis pro Fladen. Und sieht auch noch hübsch aus. Finde ich zumindest. Ich hoffe lediglich auf einen natürlichen Duft, wartet deshalb besser mal noch auf mein Feedback diesbetreffend ...

  22. Haha
    GoldenTurtle reagierte auf miig in Traditionelle Tees und die vom Trinker geforderte Geduld   
    @nemo
    de Mello hat eindeutig bei Babylon 5 abgeschrieben!
    Ich tu mir mir "traditionell" auch etwas schwer. Finde, du hast eloquent auf den Punkt gebracht, warum.
  23. Like
    GoldenTurtle reagierte auf nemo in Traditionelle Tees und die vom Trinker geforderte Geduld   
    Der Begriff der Tradition ist so eine Sache. Ich mag Traditionen. Jetzt das große Aber: Sie müssen sich in ihrem Fortbestand ständig legitimieren, sonst sind sie stumpfer Konservatismus und können positive Entwicklung behindern.
    Die Geschichte mit der Klosterkatze, die man u. a. Anthony de Mello zuschreibt, ist eine schöne Darstellung des Ganzen:
    Quelle
     
    Zum Teema:
    Ich könnte gar nicht sagen, was genau traditionelle Tees sind. Aber so manche derartig bezeichnete haben mir richtig gut gefallen. Der Rou Gui Old Style, z. B.. Aber ganz frische Grüne haben mich auch in ihren Bann gezogen (falls diese wirklich nicht traditionell sein sollten). Resümee: Traditionen ist auch bei Tee nicht das alleinige Kriterium.
  24. Haha
    GoldenTurtle reagierte auf Anima_Templi in Pu Erh Lagerung   
  25. Thanks
    GoldenTurtle hat eine Reaktion von TeeStövchen erhalten in Pu Erh Lagerung   
    Auf meiner Suche nach preiswerten aber dennoch guten Langzeit-Lagermethoden für Sheng und Shou habe ich mich, auch aufgrund der Empfehlung von Pu'Er Produzent Yu, ziemlich fix auf Bambus ausgerichtet. Eigentlich wird zwar traditionell das Bambusblatt verwendet, aber ich glaube durch die ausgezeichnete feuchtigkeitsregulierende Funktion vom Bambusholz bin ich damit nicht schlechter dran.
    Ich hab vor Jahren schon etliche Bambuskörbe aus China für mich und einen Teefreund importiert, die absichtlich für die Pu'Er Lagerung konzipiert wurden. Aber so billig war das nicht, und da hatte es auch nur für je etwa 6 Fladen Platz.
    Also hab ich mal weitergesucht ... gefunden habe ich bereits vor einer Weile Wäschesammler aus Bambus, die zumindest teilweise ungefärbt sind ... vom nachfolgend abgebildeten Modell von Zeller habe ich nun endlich einmal ein Stück zum Testen geordert ... schön dicht gearbeitet, auf das achte ich eben auch. Ein winziges bisschen Luftaustausch sollte schon da sein, aber eben auch nicht viel ... 35cm Durchmesser, 60cm Höhe ... da sollten also etwa 10, 12 grössere Beeng drin Platz haben ... auf den Fladen gerechnet also etwa 3€ für die Lagerung. Im Vergleich zu was da sonst so bei meinen Teefreunden als Lagermedien kursiert - ob es jetzt japanische Kirschholzrindendosen oder Yixing Tontöpfe sind - ist dies ein geradezu lächerlicher Preis pro Fladen. Und sieht auch noch hübsch aus. Finde ich zumindest. Ich hoffe lediglich auf einen natürlichen Duft, wartet deshalb besser mal noch auf mein Feedback diesbetreffend ...