T-Tester

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Reputationsaktivitäten

  1. Thanks
    T-Tester hat eine Reaktion von Paul erhalten in Alles über Matcha-Tee   
    Ich lass jetzt mal den ganzen anderen Schmuh weg, aber: Matcha gibt es schon längst in Europa zu kaufen. Hilfreich war an deinem Post m.E. gar nichts, und einen Blog einer potentiellen Mitbewerberin für eigene Werbung zu nutzen, gehört sich nicht.
  2. Thanks
    T-Tester reagierte auf Hyeongseo in Alles über Matcha-Tee   
    Ich denke es ist wichtig, dass man neben der evidenzbasierten medizinischen Therapie jedem Patienten die Chance gibt, dass er selbst etwas für seine Genesung tut. Sonst fühlen sich die Patienten selbst hilflos und ausgeliefert. Wir ermutigen Patienten deshalb stets, etwas für sich zu tun. Ob man das nun mit einer Tasse Tee oder mit einem leckeren Essen, einer Stunde Meditation oder leichtem Sport oder auch im Gespräch mit anderen Menschen tut, ist jedem selbst überlassen, solange es nicht mit der eigentlichen Therapie interferiert. Nicht umsonst ist die psychoonkologische Betreuung krebskranker Patienten so wichtig. Der Patient selbst muss das Gefühl haben, dass er zur Therapie etwas beiträgt, er muss das Gefühl haben, dass er mit dem Arzt zusammen die Therapie gestaltet. Und genau dieser Punkt ist es, wo "Superfoods" und "Wundermittel" ins Spiel kommen. Die Patienten lesen diese berauschenden Texte (s.o.) die sich mit Studien schmücken, als seien sie eine evidenzbasierte Therapie. Und irgendwann verschwimmt die Grenze zwischen lebenswichtiger Therapie und gutem Marketing von wirkungslosen Produkten, die tausende Jahre alt sind, und die nun als Wundermittel wiederentdeckt wurden. Und da wir ein freies Land sind, kann ja jeder selbst entscheiden, wie er sich behandeln lassen möchte.
    Ich bin grundsätzlich offen, Patienten in solchen Situationen unterstützend zu begegnen. Wir haben auch schon eine Patientin ihre Chemotherapie auspendeln lassen, da sie sich so sicherer gefühlt hat. Wenn es das braucht, damit sie mich ihre Chemotherapie geben lässt, dann soll sie sich gerne die 5 min nehmen. Auch wenn ich nicht daran glaube, interferiert es nicht negativ mit der optimalen Tumortherapie. In manchen Fällen kapituliert man auch lieber, anstatt stundenlang zu diskutieren.
    Aber es wird immer mehr zum Kampf, die Patienten für die jahrelang bewährten Therapien zu gewinnen, da im Internet Unsinn verbreitet wird, Einzelfälle in den Himmel gelobt werden (siehe Methadon bei diversen Tumoren, ein regelmäßiges Streitthema in meiner Ambulanz) und die Menschen immer mehr denken, hochspezialisierte Chemotherapien seien nur eine Geldmacherei der Pharmaindustrie, obwohl sie diese nichtmal zahlen müssen. Sie geben aber gerne mehrere tausend Euro für Vitamine aus Frankreich aus, die speziell auf sie abgestimmt wurden, da dies natürlich ist. Als Arzt ist man hilflos, man kann nur aufklären doch oftmals redet man gegen eine Wand, denn die meisten Patienten haben eine präformierte Meinung bereits bevor sie die Ambulanz betreten und sie wollen nur eine Bestätigung hören, dass man alles natürlich behandlen kann und wir die bösen Mittelchen der Pharmaindustrie gar nicht brauchen. Aber das ist falsch.
    Und genau deshalb macht mich der Beitrag oben so wütend. Studien werden aus dem Rahmen gerissen und fälschlich für den eigenen Nutzen zitiert. Welcher Patient liest schon die Studie nach? Die meisten denken sich oh, wissenschaftlich belegt, wunderbar. Und genau deshalb werde ich nicht aufhören meine Meinung dazu zu sagen.
    Es ist ein deutlicher Unterschied zwischen aggressivem Marketing mit geschönten Studienergebnissen und einem einfachen "Probier mal grünen Tee, vielleicht tut es dir gut".
  3. Like
    T-Tester reagierte auf teekontorkiel in Alles über Matcha-Tee   
    Ja, da hab ich gleich mal aus Neugierde geguckt.  Gibt es denn tatsächlich Leute die diese Aussagen glauben?

    The ONLY tea you will ever need!  ... und .... a matcha a day keeps the deadline away!!! Hey, demnach werde ich jetzt steinalt. 

     
  4. Thanks
    T-Tester reagierte auf Hyeongseo in Alles über Matcha-Tee   
    Uiuiuiui,
    interessante Studien, die du da vollkommen aus dem Kontext zitierst. Man sollte Studien auch LESEN und sich nicht mit einer Üerschrift begnügen, die die eigene Meinung zufriedenstellend untermauert.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2577676/   "Current research findings are not sufficient to validate the effects of green tea on cancer prevention as most evidence coming from cohort (grade III) and case-control studies (grade IV) is not consistent. [...] This review shows that the overall evidence for protective effects of green tea against cancer is inconclusive. Therefore, further prospective cohort studies and clinical trials are warranted. Adequate sample size, better descriptions of populations and/or clear definitions of green tea consumption may be required for conclusive studies. [...] Great efforts have been made to show the beneficial effects of green tea consumption on various cancers. Some epidemiological studies demonstrated protective effects of green tea consumption on gastrointestinal, breast, lung and prostate cancer. However, these findings have not been confirmed by other studies covered in this review. Future prospective studies are therefore warranted. "  Hier zeigt sich wieder: was eine Studie findet und als Wahrheit verkauft wird, sollte in mehreren Studien bestötigt werden. Wenn das nicht gelingt, sollste man sich fragen, welche Biases zu dem Ergebnis geführt haben. Zudem ist ein keine der Studien, die hier in der Metaanalyse eingeschlossen sind, keine randomisierten Doppelblind-Studien, der "Goldstandard" einer guten klinischen Studie.... Man kann sich nicht immer an den guten Studien entlanghangeln und die Studien, die die eigene Überzeugung widerlegen ignorieren. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17906191  Keine Studie, sondern ein Manuskript. https://draxe.com/matcha-green-tea-burns-fat-and-kills-cancer/   benutzt 1. als Quelle zu Aussagen bezüglich Krebs, zu Cholorophyll keine Quellenangabe https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15640470  eine Studie an 38 Japanern von denen die Hälfte 12 Wochen lang catechinhaltigen Oolong-Tee zusätzlich zu einem Diätprogramm genommen hat, die Kontrollgruppe hatte ebenfalls ein Diätprogramm mit catechinfreiem Oolongtee, immerhin doppelblind. Man sollte hierbei erwähnen, dass beide Gruppen abgenommen haben (-1,3 kg Kontrollgruppe vs. -2,4 kg Catechingruppe), die Ergebnisse bei der Catechingruppe jedoch stets etwas besser waren. Ich habe ewig nach deinem zitiertem Ergebnis bezüglich der Thermogenese gesucht, da das gar nicht Teil der Studie war, habe aber in Conclusion diesen satz gefunden " Dulloo et al (18) observed that the addition of 200 nmol EGCg/mL increased thermogenesis in brown fat tissue of rat and that there was a synergistic effect between caffeine and EGCg. " der zwar keine Zahlen oder Fakten bietet, aber den Spirit ganz gut einfängt. (anm.: Wir sind weder Ratten, noch haben Erwachsene braunes Fettgewebe, das haben lediglich Säuglinge) https://www.webmd.com/diet/news/20000322/drinking-green-tea-may-help-you-lose-weight#2  zitiert intressanterweise dieselbe Studie mit den Ratten und dem braunen Fettgewebe (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10702779), der bei 4. auch schon erwähnt ist und fügt hinzu: "They used [a particular type of fatty tissue] from rats and we don't really know how significant that tissue is in humans or if it is different in obese vs. non-obese people," says Sheri Zidenberg-Cherr, PhD. "It doesn't rule out the significance of the findings, and it is a good model to use to look at the effects of caffeine and the combination of caffeine and the [plant] compounds that are present in green tea, but until better clinical trials are done in humans, it's hard to say what the physiological significance of this actually may be." https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20088847 eine Studie zu Chronic Fatigue Syndrome bei Mäusen, was man nicht mit "Regenerationseffekt nach einem Workout" gleichsetzen sollte. "In the present study, chronic fatigue was produced in mice by subjecting them to forced swim inside a rectangular jar of specific dimensions for 6 min. daily for 15 days. Epigallocatechin gallate (EGCG; 25, 50 and 100 mg/kg, p.o.) was administered daily 30 min. [...] On the 16th day, after assessment of various behavioural parameters, mice were killed to harvest the brain, spleen and thymus. There was significant increase in oxidative-nitrosative stress and tumour necrosis factor-alpha levels in the brain of mice subjected to water-immersion stress as compared with naive group. These behavioural and biochemical alterations were restored after chronic treatment with EGCG. The present study points out that EGCG could be of therapeutic potential in the treatment of chronic fatigue." Und dieselbe Studie zitierst du weiter unten nochmal und attributierst "meditativer Fokus"? Wo genau in der Studie hat man bei der Begutachtung der Mäusegehirne einen meditativen Fokus gefunden? https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/diet/tea-fact-sheet  Eine Übersichtsarbeit mit Zitaten, die sich ebenfalls größtenteils auf Tierstudien beziehen "Tea polyphenols have also been shown to inhibit tumor cell proliferation and induce apoptosis in laboratory and animal studies. In other laboratory and animal studies, tea catechins have been shown to inhibit angiogenesis and tumor cell invasiveness" oder auf die externe Anwendung von grünem Tee. https://www.health.harvard.edu/heart-health/brewing-evidence-for-teas-heart-benefits ..... wo genau liest du hier "Eine Studie an der über 40.000 Japaner teilnahmen ergab, dass Menschen die regelmäßig Matcha trinken ihr Risiko an Bluthochdruck zu leiden um bis zu 65 %", das einzige, was ich hier lese ist "Blood pressure may also dip slightly in people who drink tea, but results from these studies have been mixed." https://www.kenkotea.com.au/blogs/news/57988869-skin-care-with-matcha-green-tea  Händler sind immer die besten Quellen https://academic.oup.com/jn/article/141/6/1202/4600312  Diese Studie ist interessant, da es die einzige "gute" Studie is, die hier zitiert wird. Doppelblind, Placebo-kontrolliert. Und sie hat wirklich Ergebnisse hervorgebracht. Dennoch gibt es hier Nachteile "Similarly, a longer term oral supplementation with 500 mg green tea polyphenols/d for 24 mo significantly reduced of overall solar damage at 6 mo and erythema and telangiectasias at 12 mo (26). At the end of 24 mo, however, the changes were not sustained. [...] We demonstrated that ingestion of green tea catechins improved skin hydration, TEWL, density, and elasticity. These observed skin changes were probably an outcome associated with long-term consumption of green tea polyphenols and not likely a transitory response over a 2- to 4-h period." Aber interessanterweise kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass man mit Kakao ebenfalls einen gleichwertigen Effekt erzielen kann, wenn man seine Hautdurchblutung verbessern will, also ist grüner Tee in der Hinsicht wohl nichts besonderes. "In the present study, cutaneous blood flow increased 29% in volunteers supplemented for 12 wk with a beverage enriched with green tea flavanols. In the short-term study, we also provided evidence that this was a transient effect that occurred almost immediately but was not dose dependent when GT extract (0.5–2.0 g) was administrated over a short period of time. In contrast, a single 0.33-g dose of cocoa-flavanols produced an acute increase in dermal blood flow that paralleled changes in plasma epicatechin (10)." https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1524-4725.2005.31731  Hier gibt es keine Kontrollgruppe, die eine Grüntee-freie Placebocreme/Kapsel erhalten hat. Das heißt, jede Creme/Kapsel könnte einen Effekt haben, ob sie nun Grüntee enthält oder nicht. Aber die Studie will ja von vorn herein nicht beweisen, dass es wirkt, sondern nur ob Kapseln oder Creme besser ist - man ist also wohl von seinem Produkt überzeugt. Aber der letzte Satz sagt zu der Glaubwürdigkeit dieser Studie wohl alles ... " THIS STUDY WAS SUPPORTED BY NU SKIN INTERNATIONAL, INC. DR. KIMBALL HAS SERVED AS A CONSULTANT TO NU SKIN AND HAS RECEIVED HONORARIA FOR SPEAKING." Und wer war der Leiter der Studie? Dr. Kimball Es ist wieder ein interessanter Fall wie Lügen verkauft werden, nur um Matcha als Wunderheilmittel an die Leute zu bringen. Aaaah. Genießt doch einfach den Geschmack vom Tee und bitte hört auf ihn in den Himmel heben zu wollen. Gesundheit ist das Resultat vieler Fakten. Wenn jemand schon gesund lebt und noch jeden Tag grünen Tee trinkt, kann er vielleicht davon profitieren. Aber wenn jemand schon krank ist, und all seine Hoffnung in dieses Pulver legt ohne seinen Lifestyle zu ändern, dann sollte man ihm das nicht als Wundermittel verkaufen.
    Und nochwas: Learn how to cite. Ein Doktorand von mir hätte dafür ne 6 bekommen.
     
    Lg,
    Hyeongseo
     
     
  5. Like
    T-Tester reagierte auf RobertC in Tie Luo Han Direktvergleich   
    Zu meiner Punkteskala hatte ich im Beitrag zum Atong Seminar kurz etwas geschrieben. Sie reicht von 50 bis 100, kennt also 51 Abstufungen. Das ist grob vergleichbar sowohl mit dem Schulnotensystem der USA als auch den Weinbewertungen nach Robert Parker (https://de.wikipedia.org/wiki/Parker-Punkte). Z.B. wären in diesem System 70 bis 79 Punkte durchschnittlich (siehe auch Wikipedia!), also nach deutschen Noten eine 3, wobei ich den Vorteil darin sehe eine 3 in insgesamt 10 Abstufungen geben zu können (aus meiner Schulzeit kenne ich nämlich sonst nur eine 3-,3 und die 3+). Der Bereich 80 Punkte und mehr entspricht also den Noten 1 und 2, d.h. gut, sehr gut bis hin zu außerordentlich. Damit verwundert es mich garnicht, fast ausschließlich Parkerpunkte im Bereich 80 und mehr zu sehen. Es sind auch nicht 20%, sondern etwas mehr als 41% (21 von 51 Abstufungen) der Skala. Denn warum sollte der "Weinpabst" durchschnittliche oder schlechtere (am Markt verfügbare) Weine regelmäßig trinken und dann auch noch deren Bewertung veröffentlichen? McDoof kommt meines Wissens auch nicht in Restaurantführern vor.
    Mir ist schon klar, dass es im Allgemeinen keine faire und perfekte Punkteskala geben kann und auch das ich mich damit immer angreifbar mache. Aber wenn ich ausschließlich mit beschreibenden Worten bewerte (quasi Waldorfschul-"Noten") und ggf. noch den Preis berücksichtige, dann ist eigentlich jeder Tee toll, so wie z.B. bei unseren Freunden von TeaDB. Ich hoffe aus der Kombination von Beschreibung mit einer Zahl die Tees soweit es geht vergleichbar zu machen und somit für Transparenz zu sorgen.
    Falls weiteres Interesse an Yancha Direktvergleichendieser Art besteht, lasst es mich einfach wissen, ich hätte noch interessante Rou Guis aus mindestens 3 Quellen (DKdT, Cindy Chen via Diz und von Cha-Shifu).
    PS Um es kurz zu machen, den TLH von Eugene fand ich noch etwas besser (92-95), etwas leichter geröstet und daher ausdauernder und hinten raus noch besser. Aber ich wollte hier im Blog nicht einfach unseren Vergleich von der Teezui wiederholen sondern lieber etwas neues präsentieren.
     
     
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    T-Tester hat eine Reaktion von teekontorkiel erhalten in Drei Tees von Meßmer im Test   
    ...dessen Wirkung allerdings sehr spät einsetzt, ist es doch 22 Monate niemandem aufgefallen.