Die Tees des nannuoshan Pu-Erh Projekts

  • Liebe TeeTalk-Gemeinschaft,

    vor einigen Monaten hat unser @GoldenTurtle die Liste der Tees publik gemacht, welche er im Zuge der Neuaufstellung des Sheng-Sortiments von @nannuoshan für den Shop selektiert hat. Ich, als notorischer Quer-Verkoster, war natürlich sofort angefixt und habe mir nun jeweils ein Sample von jedem Tee auf der Liste bestellt. Ausgenommen: Der '93er Yellow Mark, da es von diesem exklusiven Tee aktuell nur ganze Bings via nannuoshan zu kaufen gibt, und der Xi Banshan, welcher leider bereits endgültig ausverkauft ist. Vom Kuzhushan habe ich aufgrund eines attraktiven Newsletter-Rabattes einen ganzen Bing geordert, und würde an alle Interessierten Samples weitergeben (10g für 1,60€ zzgl. Briefversand, keine Gewinnabsicht!). Vielleicht haben ja einige von euch Lust, diesen und andere Tees der kröt'schen Selektion zu degustieren, und sich darüber auszutauschen. Für letzteres soll dieser Thread dienen. Bis meine Verkostungsnotizen hier nach und nach gepostet werden, könnte es noch ein Weilchen dauern. Fühlt euch davon bitte nicht abgehalten, bereits eure eigenen Eindrücke zu verewigen. Wenn ihr Lust habt, mitzumachen, dann ab zu nannuoshan.org und fröhliches Shoppen, bevor die Tees ausverkauft sind.

    Grüße, shibo


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    vor 2 Stunden schrieb Shibo: Ausgenommen: Der '93er Yellow Mark, da es von diesem exklusiven Tee aktuell nur ganze Bings via nannuoshan zu kaufen gibt

    Dazu nochmal die Bitte @nannuoshan (es sind mittlerweile bestimmt ein halbes Dutzend wenn nicht noch mehr daran interessiert):

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    Am 22.10.2021 um 20:54 schrieb GoldenTurtle: @nannuoshan Kannst du nicht 1 Beeng davon zu Mustern machen lassen? Ich empfehle nämlich (sofern dereinst verfügbar) ein Muster genau dieses Shengs zuzutun, damit man schmecken kann, wie sich ein Sheng mit knapp 30 Jahren trockener Lagerung entwickelt, und wie viel mehr die individuelle Note erhalten bleibt.

    Das ist ja ein relativ einfacher Factory-Sheng - trotzdem ist es mMn erhellend, ganz besonders für hiesige Sheng-Sammler und -Reifer, erleben zu können, wie auch solch ein einfacher Factory Sheng sich nach knapp 30 Jahren trockener Lagerung entwickelt hat (im Vergleich zu hochwertigen Produktionen kann man den Rest ungefähr hochrechnen).

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    vor 2 Stunden schrieb Shibo: Xi Banshan, welcher leider bereits endgültig ausverkauft ist.

    Dieser hat leider nicht ganz den Geschmack von Teefreund Anima getroffen (aber man muss auch festhalten, dass er verhältnismässig doch sehr preiswert ist) - vielleicht ist er ja so gnädig, irgendwann mal ein Stück davon gegen etwas anderes zu tauschen? Vielleicht gegen etwas schön fruchtiges im Yibang-Stil?

  • Ich hab den 2012 Kuzhu Shan und 2018 Da Yin probiert und bin noch am überlegen, ob ich einen Bing vom ersten kaufe (die newsletter-aktion hab ich nicht mitbekommen, gilt sie noch?).

    Ich finde den Kuzhu übrigens gar nicht bitter wie beschrieben, sondern eher würzig-süß, jedenfalls facettenreich.

    Das Youtube-Video mit den zwein, wo sie die Puer-Auswahl beschreiben ist auch sehr gelungen:

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    vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle: Dieser hat leider nicht ganz den Geschmack von Teefreund Anima getroffen

    Das stimmt, ist mir etwas zu trocken. Per se ist es aber kein schlechter Tee.


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    vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle: (aber man muss auch festhalten, dass er verhältnismässig doch sehr preiswert ist)

    Das hört sich so an, als wäre ich ein absolut versnobter Teetrinker, der nur das teuerste Zeug säuft... 🙈😅


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    vor 2 Stunden schrieb GoldenTurtle: vielleicht ist er ja so gnädig, irgendwann mal ein Stück davon gegen etwas anderes zu tauschen?

    Gnädig, naja... manchmal freundlich... /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" /> Wenn @Shibo den Tee probieren möchte, darf er gerne schreiben, dann schicke ich ihm etwas. /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 3 Stunden schrieb blickwinkel: die newsletter-aktion hab ich nicht mitbekommen, gilt sie noch?

    Soweit ich weiß ja, der Kuzhushan ist Tee des Monats im November. Falls du den Newsletter des laufenden Monats nach Anmeldung nicht bekommen solltest, könntest du sonst vielleicht auch Gabriele über das Forum oder per Mail fragen, ob du einen Code bekommst.

    @Anima_Templihey, mit dem Xi Banshan hatte ich gar nicht mehr gerechnet, das ist ja klasse! Eine PN ist im Anmarsch

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    vor 12 Stunden schrieb Anima_Templi: Das hört sich so an, als wäre ich ein absolut versnobter Teetrinker, der nur das teuerste Zeug säuft... 🙈😅

    Ganz recht, ganz recht!

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    vor 12 Stunden schrieb Anima_Templi: Gnädig, naja...

    Oh, oh ... ich hoffe Schizo ist sich nicht gerade mit dem 3. Account am anmelden ... das wäre wahrscheinlich nicht der optimale Zeitpunkt.

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    vor 14 Stunden schrieb Anima_Templi: Das stimmt, ist mir etwas zu trocken.

    Hehe, unser altes Thema ... dabei zeichnen sich mehrere der berühmtesten Dörfer genau durch eine explizite Trockenheit aus ...

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    vor 22 Stunden schrieb blickwinkel: Ich finde den Kuzhu übrigens gar nicht bitter wie beschrieben, sondern eher würzig-süß, jedenfalls facettenreich.

    Nachtrag zum 12er Kuzhu: Also ich weiss nicht wer wo was von besonders bitter geschrieben hat, also eine gewisse Bitterkeit hat der Sheng auf jeden Fall, aber nicht zu viel mMn. Ich hab den Sheng, da er ja auch noch von Shibo erwähnt wurde, heute mit dem fetten Vorsitzenden verkostet, welcher nach dem ersten Schluck konstatierte: "Aah, so einen Sheng habe ich bei dir ja schon lange nicht mehr getrunken!"

    "Würzig" - dabei würde ich dir auf jeden Fall recht geben, "süss" - naja, ich finde nicht sonderlich, dafür zu sagen wir 50% rustikal, wie ein Sheng aus der Vergangenheit, jedoch ohne das Übermass an Rauchigkeit und/oder Tabaknoten - also ein Sheng aus der Vergangenheit, der bereits mit einem Fuss in der Moderne steht. Dabei weisst er nicht im Übermass klassische Kräuternoten auf, nur dezente Menthol-Anklänge, und hin und wieder blitzt bei gewissen Aufgüssen eine sanfte Säure auf. Ich persönlich finde ihn ausgesprochen ausdauernd und er bietet auch eine beachtliche Wandlung über die Aufgüsse hinweg. Im Vergleich zu üblichen Shengs, die auf der einen Seite entweder blitzblank oder aber sehr tabakig/rauchig sind, finde ich macht er einen gelungenen Spagat zwischen den Welten, und ist somit mMn bei dem vergleichsweise freundlichen Preis durchaus eine Bereicherung in einer Teebibliothek, besonders wenn es jemand nicht allzu rustikal mag, mit expliziten Tabak-Noten etc. Und ... ich glaube, er hat die beste Zeit erst vor sich, meiner Einschätzung nach befindet er sich derzeit in einer Wandlungsphase, wo das Kräutrige mehr und mehr noch etwas abflacht und dafür etwas mehr Süsse zur Geltung kommen wird.

    PS: In der Selektion hat es mehrere Shengs, mit einem unterschiedlichen Grad an traditioneller Rustikalität - gewisse gehen da auch in die Vollen was tabakige Noten angeht. Jedoch sind solche Shengs aus einer besonders langfristigen Perspektive auch besonders interessant - für mich fehlt etwas bei alten Shengs, wenn sie diese Wildheit in ihrer Jugend nicht hatten.

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    vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle: Also ich weiss nicht wer wo was von besonders bitter geschrieben hat, also eine gewisse Bitterkeit hat der Sheng auf jeden Fall, aber nicht zu viel mMn.

    Auf der Webseite wird die Bitterkeit hervorgehoben, was ihm unrecht tut, auch wenn die leichte bitterkeit in Kombination ja grad interessant ist.

    https://nannuoshan.org/collections/pu…=39701146370216

    Deine Beschreibung der kräuternoten ist da passender, was auf der webseite wohl fehlt. Macht auf jeden fall lust deine beschreibung, du kennst deine puers halt..

    Ich find ja auch grad interessant , dass er nicht tabakig, rauchig ist. Da kann ich ja ein xiaguan trinken, soviel hab ich schon mitbekommen...

  • Den Startschuss für meine Verkostungsberichte macht ein Trio von drei losen Shengs: Wuliangshan 2014, Xiangzhuqing 2017 und Xiangzhuqing 2020. Letzterer wurde laut Liste zwar nicht von @GoldenTurtle selektiert, wird aber zwecks Vergleich zum '17er hier ebenfalls besprochen.

    Wuliangshan 2014 Im Doypack zurückhaltend würzig mit Anklängen von grüner Vegetation. Nach dem Aufgießen eine Note von deftigeren Küchengewürzen im Blatt. Tabak, das Holz eines Weinfasses. Die grünen Anklänge sind weiterhin vorhanden, rücken jedoch in den Hintergrund. Der Aufguss riecht süßlich mit Datteln, dahinter liegt eine pikante Würze. Am Gaumen Gewürze, Tabak, Kräuter und Holz. Interessanterweise spüre ich im Antritt zunächst eine kräftige Bitterkeit, die mit der Zeit im Mund mehr und mehr durch eine süße Note von kandierten Früchten abgelöst wird. Meistens ist es anders herum (d.h. der Tee wird bitterer, je länger man ihn im Mund behält). Der Körper ist voll und samtig, Adstringenz ist in keinem nennenswerten Ausmaß vorhanden. Im Abgang zeigt der Tee ein dezentes bis moderates Sheng Jin. Er ist tabakig und kräutrig im Nachgeschmack. Im Ausklang werden die süßen Aspekte durch ein präsentes Huigan noch einmal schön zur Geltung gebracht.

    Xiangzhuqing 2017 Disclaimer: Leider war in dem Single-Session-Sample sehr viel Bruch, sodass ich aussortieren und dadurch deutlich geringer dosieren musste als ich es bevorzugt hätte. Ich habe nicht nachgewogen, aber mehr als 4g/95ml waren das nicht. Dies nur zur Einordnung meiner Verkostungsnotizen.

    "Würzig" und "deftig" sind zwei Adjektive, die auch hier wieder gut passen, allerdings nicht zurückhaltend, sondern die volle Breitseite. Das trockene Blatt kann sogar mit einer rustikalen Stallnote aufwarten, die ich nach der Verkostung des jüngeren Jahrgangs (s.u.) überhaupt nicht erwartet hätte. Der Duft der nassen Blätter ist umwerfend und ungewöhnlich. Die erste Assoziation ist tatsächlich Leberpastete mit Wacholderbeeren. Daneben Lagerfeuer und wilde Vegetation. Im Aufguss kommen die Wacholderbeeren noch deutlicher raus, neben einer oxidierten Note in Richtung Datteln. Am Gaumen ist der Tee vollmundig mit einer ganz leichten, knackig-frischen Adstringenz. Nach der Leberpastete kommt hier nun eine andere würzig-kulinarische Note auf... Ich will jetzt nicht sagen Kaninchen ( an die Vegetarier unter uns), aber Estragon ist da auf jeden Fall dabei. Lecker! /emoticons/blush@2x.png 2x" title=":$" width="20" /> Im Abgang ein ordentliches Sheng Jin, eine mäandernde Stallnote und ein schönes Huigan.

    Oh man, der ist richtig gut! Schade, dass ich mit dem Sample etwas Pech hatte, aber wenn der Tee schon bei dieser Dosierung so überzeugt, spricht das natürlich Bände.

    Xiangzhuqing 2020

    Das trockene Blatt riecht floral mit kräftig-würzigen Anklängen. Maggi-Würze (Liebstöckl?) schiebt sich in den Vordergrund. Nach dem Aufgießen deftiger mit Lederpolitur und einer vegetabilen Note wie von blühenden Sträuchern. Der Aufguss ist deftig-süß, mit Betonung auf "süß". Rotkohl und Birne sind die primären Assoziationen. Dahinter weiterhin die blühenden Sträucher. Am Gaumen ist auch dieser Tee vollmundig. Er strotzt vor anregenden Tanninen, ist dabei auf der Zunge allerdings nicht sehr bitter. Die Süße erinnert an Honig und reife Papaya (welche ja gerne mal einen deftig-fleischigen Charakter hat). Maggi-Würze macht sich wieder bemerkbar. Vom grüneren Ende des Aromenspektrums grüßen Kamillenblüten und besagte Sträucher. Im Abgang ein kräftiges Sheng Jin, Kamillenblüten und Honig klingen nach. Das Huigan hat einen frischen Charakter. Der Tee wirkt angenehm energetisierend.

    Ein netter Tee, aber kein Showstopper. Die beiden Shengs der sélection krœt gefallen mir gut, besser als der '20er Xiangzhuqing. Während der Wuliangshan für meine Begriffe eher ein subtiler Tee ist (den ich mit Freude regelmäßig trinken würde) finde ich den '17er Xiangzhuqing in geschmacklicher Hinsicht spektakulär und einzigartig auf eine sehr positive Art und Weise. Guter Riecher, Kröte!

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    vor 19 Stunden schrieb Shibo: Die beiden Shengs der sélection krœt gefallen mir gut, besser als der '20er Xiangzhuqing.

    🤣👍 ... zur Verteidigung des 20ers ist aber zu sagen (der ja bestimmt vom gleichen Bauern stammt und wie der Wuliang übrigens beide relativ direkte Farmer-Tees sind), dass dieser besonders in seiner Eigenschaft als wilder Sheng, auch wenn es einer der milden Gattung ist, gerne noch zwei, drei Jährchen lagern möchte, bevor er richtig zu zeigen beginnt, was wirklich in ihm steckt.

    PS: Schön dass du beim 17er die individuellen Noten wahrnimmst - mir war es eben besonders wichtig, dass mit der Selektion ein breites Spektrum abgedeckt wird, und nicht einfach alles ziemlich ähnlich schmeckt, lediglich jeweils von anderen Dörfern ... ich denke du verstehst, was ich damit meine.

  • Weiter geht's.

    Da Yin 2018

    Im trockenen Blatt grüne Noten, dezent floral und würzig. Nach dem Aufgießen kommt auch bei diesem Tee eine gewisse deftig-kulinarische Note durch, vor allem aber saftige Vegetation und herbstlich-frischer Waldboden. Im Aufguss findet sich überraschenderweise einiges an Fruchtigkeit, die an reife Feigen denken lässt. Daneben viel frische Vegetation. Am Gaumen ist der Tee zuckerwattig süß im Antritt. Dann kommt eine knackig-grüne Bitterkeit hinzu, die jedoch zu keinem Zeitpunkt die Oberhand gewinnt. Der Körper ist ordentlich, nicht mehr und nicht weniger. Im Abgang dominiert die grüne Vegetation den Nachgeschmack. Der Tee hat ein deutliches Sheng Jin und eher wenig Huigan.

    Ein angenehmer und wenig aufdringlicher Tee. Geschmacklich vielleicht etwas eindimensional. Der bekommt das zweifelhafte Prädikat "Daily Drinker".


    Su Xin 2017 Aus dem Doypack duftet es sehr mild nach frischem Schnittlauch und karamellisierten Champignons. Im nassen Blatt gesellt sich eine deutliche Zitronengrasnote zu den Champignons. Das gefällt mir richtig gut! Der Aufguss riecht süß und mild. Anklänge von Datteln lassen auf ein gewisses Maß an oxidativer Reifung schließen. Der Schnittlauch ist weiter präsent. Am Gaumen zeigt der Tee viel Textur mit einer guten Portion flüchtiger Bitterkeit und zitroniger Adstringenz. Neben der Schnittlauchnote meine ich einen Hauch Cashew-Nuss zu erschmecken. Im Abgang ist Schnittlauch für mich weiterhin die dominante Assoziation. Nun erobert sich die Süße gegenüber der Bitterkeit Raum zurück. Der Tee hinterlässt ein persistierendes Sheng Jin und ein schönes, zitronengrasiges Huigan.

    Frisch, klar und einfach schön! Wenn ich das richtig interpretiere, scheint @GoldenTurtle diesen Tee besonders ins Herz geschlossen zu haben. Nach dieser einen Session kann ich zumindest erahnen, warum dem so zu sein scheint, und sage erneut: Guter Riecher, Kröte!

  • Der Kuzhushan 2012 ist ein unkomplizierter und dabei richtig schöner Sheng. Nach dem Xiangzhuqing 2017 und dem Su Xin gefällt er mir von den bisher probierten Tees am besten. Angesichts des guten Preis-Genuss-Verhältnisses freue ich mich darüber, mir von ihm einen ganzen Bing zugelegt zu haben.

    Nach einem ersten Antesten habe ich in der zweiten Session für meine Verhältnisse hoch dosiert: 7,5g auf 110ml. Der Tee trägt das sehr gut und wird dadurch nicht ruppig oder gerät in Dysbalance.

    Der Bing riecht mild wie ein trockengelagerter Bing zu riechen hat, und zeigt volle Wein- und Pflaumennoten. Im gelösten Blatt nehme ich eine Rooibos-Note wahr. Im feuchten Blatt sind nach dem Waschgang einige funky Noten zu entdecken. Ist das auch wieder so ein Tee, den sie neben der Leberwurst gelagert haben? Deftig, würzig, warm, durchaus lecker. Spätestens ab dem zweiten richtigen Aufguss geht's dann aber deutlich mehr in Richtung Rooibos. Rooibos findet sich auch im Geruch des Aufgusses selbst wieder, zusammen mit einer süßen Note von (Trocken-)Pflaumen. Am Gaumen haben wir wieder Rooibos, dazu etwas Weinfass und eine deftig-gemüsige Süße. Wenig Bitterkeit und ein moderates Maß an Adstringenz führen zusammen mit der weichen und vollen Textur zu einem milden Gesamteindruck. Im Abgang klingen vor allem der Rooibos und die Holzfassnoten nach, jetzt durchaus mit etwas Bitterkeit. Dazu gesellt sich ein wenig Pflaumenmus. Das Sheng Jin ist die ganze Session über sehr zurückhaltend, während sich das Huigan langsam steigert und mit seiner grünlich-frischen Süße tatsächlich ein bisschen an den namensgebenden Bambus erinnert.

  • Ebenso der Kuzhushan, habe hierfür meine 60er Hongni genommen. 5gr. auf 80ml.

    Das trockene Blatt überrascht mit leicht rauchigen Pfeifentabaksnoten, im vorgewärmten Kännchen, wohlgemerkt. Das nasse Blattgut zeigt dann dunkle Frucht und sauberes altes Holz. Später dann sogar Anklänge von Moschus, aber immer süß und umgarnend...

    Sehr gefälliger erster Aufguss. Weich und rund, nur im Nachhall etwas Rauch, welcher der Gefälligkeit etwas Charakter verleiht.

    Offensichtlich behutsam und in gutem Klima gereift. Absolut stimmige Lagerungsnoten, klarer Aufguss. Leichtes prickeln am Gaumen, minimale Adstringenz. Schön wärmende Fruchtnoten werden von einer feinen rauchigen Holzigkeit begleitet.

    Ein stringentes Beispiel guter Lagerung, sehr einsteigerfreundlich. Etwas mehr Charakter und Energie wäre schön.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • @Anima_Templidanke für deine Eindrücke, spannend zu lesen /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" /> Die konkreten, (bei mir stets betont) subjektiven Geschmacksassiziationen einmal außen vor gelassen, haben wir da glaube ich unterm Strich ein recht ähnliches Fazit gezogen.

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    vor 2 Stunden schrieb Shibo: Der Bing riecht mild wie ein trockengelagerter Bing zu riechen hat, und zeigt volle Wein- und Pflaumennoten. Im gelösten Blatt nehme ich eine Rooibos-Note wahr.

    Im feuchten Blatt sind nach dem Waschgang einige funky Noten zu entdecken. Ist das auch wieder so ein Tee, den sie neben der Leberwurst gelagert haben? Deftig, würzig, warm, durchaus lecker. Spätestens ab dem zweiten richtigen Aufguss geht's dann aber deutlich mehr in Richtung Rooibos. Rooibos findet sich auch im Geruch des Aufgusses selbst wieder, zusammen mit einer süßen Note von (Trocken-)Pflaumen. Am Gaumen haben wir wieder Rooibos, dazu etwas Weinfass und eine deftig-gemüsige Süße. Wenig Bitterkeit und ein moderates Maß an Adstringenz führen zusammen mit der weichen und vollen Textur zu einem milden Gesamteindruck. Im Abgang klingen vor allem der Rooibos und die Holzfassnoten nach, jetzt

    Der Kuzushan 2012 liegt bei 66 €/375 g

    Rotbusch gibt es bei TKK für 4,50€/100g

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    vor 15 Stunden schrieb Anima_Templi: Für den Preis wirklich empfehlenswert...! Gefällt mir besser als Xi- und Dong Banshan.

    Ah interessant, ich lerne langsam den beinahe unergründlichen Geschmackssinn von Anima besser verstehen. 😅👍

    Aber: Xi- und Dong Banshan sind auch explizit auf ihr Lagerpotential hin selektiert.

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