Werte Tee-Freunde,
heute möchte ich euch meine erste Tee-Verkostung präsentieren. Das "Opfer" war ein Yi Ching Cha. Das zumindestens glaube ich. Warum? Ich habe von einem chinesischen Kollegen ein paar Proben seiner Tees bekommen. Einer von denen war unter anderem der sogenannte Bittertee. Eine kurz und knappe Beschreibung des Tees findet sich auch hier.
Ich habe vier Aufgüsse durchgeführt, das war auch echt genug, denn ein richtiges Genussgefühl wollte nicht aufkommen.... Aber scheint ja getrunken zu werden.... von Anderen
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Die Fotos sind in der Reihenfolge sortiert, wie die Aufgüsse durchgeführt wurden. Das Kännchen habe ich nicht immer ganz voll gemacht, da ich nicht wusste für wieviel Wasser ein Röllchen reicht.
Tee im trockenen Zustand:
Wenn man den Tee mit einem warmen Atem anhaucht, dann kann man geräucherten Speck riechen. Das ist skurill. Zudem glänzt er leicht. Ein Leckprobe ergibt dann einen ungeheuren bitten Geschmack... Was ist das nur? Werde ich gesundheitliche Probleme bekommen? Ist das vielleicht ein Rest Schweißdraht.... ??
1. Aufguss - 75 °C, 45 Sekunden:
Nach einer Waschung des Tees ging es an den ersten Aufguss. Die Aufgussfarbe war gelblich, der Geruch schwer definierbar, meine Freundin und ich einigten uns auf den Geruch, der in Schweißräumen aufkommt... Ich weiß, dass ist ein doofer Vergleich, aber richtig natürlich war er halt nicht. Geschmacklich war er bitter, und beanspruchte die Zunge nur im hinteren seitlichen Bereich der Geschmacksnerven. Die Überraschung kam durch eine nachträgliche Süße im Abgang und einem leichten Anklang von Grünteearoma. Zusätzlich hatte ich das Gefühl, dass er im Mund leicht erfrischend nachwirkt, wie Menthol. Die Aufgussfarbe ist in dem Glaskännchen grünlich, und im Fotolicht sowieso (SGS3).
2. Aufguss - 70°C, 30 Sekunden:
Der zweite Aufguss war schon weniger intensiv, aber hatte die selben Aromen wie der erste Aufguss. Das ist wohl auf die etwas niedrigerer Ziehzeit zurückzuführen.
3. Aufguss - 75°C, 60 Sekunden:
Die Schweißernote wird schwächer und die Süße im Abgang intensiver --> gut! Zudem stellt sich ein längerer Nachgeschmack ein.
4. Aufguss - Temperatur und Ziehtzeit nicht notiert, sicherlich heißer und länger:
Nun stellt sich im Abgang auch eine bittere, neben der süßlichen Note ein. Die "Geschmacksdichte" nimmt auch im Allgemeinen ab. Das Frischegefühl bleibt aber weiterhin vorhanden. Aufgefallen ist mir auch, dass sich nun die Geschmackswahrnehmung vom hinteren Zungenbereich auf den vorderen ausbreitet und alles an sich süßer wird. Nun ist das Blatt auch voll entfaltet. Es ist zu erkennen, dass es wirklcih nur ein Blatt ist, welches dunkle Stellen aufweist.
Fazit:
Interessanter Tee, mal etwas anderes und weit ab vom Mainstream. Zum Testen der Geschmacksnerven und für das Über-den-Tellerrand-schauen auf jeden Fall empfehlenswert. Aber Schweißgerüche hatte ich genug auf Arbeit.... Das brauche ich zu Hause auch nicht.
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Wenn jemand von euch Interesse daran hat, ihn zu kosten, ich habe noch ein Röllchen hier, was ich gerne abgeben würde. Ich hätte nur gerne eine kleine Antwort auf die Frage: Was sagen die Möven in "Findet Nemo"?
[size=12]Für Fragen oder auch Hinweise, gerade bzgl. der Klassifizierung des Tees würde ich mich freuen.[/size]
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