Japanischer Grüntee Gyokuro + Sencha

  • So,

    Gestern ist mein Tee ohne weiteren Probleme per Post gekommen. Geschmacklich ist er nach meiner Meinung nichts besonderes, aber die Tatsache dass er direkt aus Japan kommt beeindruckt mich beim trinken doch. Toll ist die Verpackung, vakuumversiegelt und Innen noch ein Trockenpäckchen, dass dem Tee noch die letzte Feuchtigkeit entzieht.

    Gefühlt hat dieser Tee ordentlich Koffeine. Da dieser Tee, so wie in der Beschreibung von Maiko sehr fein, krümmelich ist, kommt beim Aufgießen mit den Einhandteekannen sehr viel Material in die Teeschale mit. also nicht ganz so einfach zu handhaben. /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png">

    Ich werde sich noch andere Tees von Maiko testen.

  • Hast du ihn nach Packungsanleitung mit 10 Gramm pro 60 ml bei 50 - 60 Grad aufgebrüht? Ja für die Kleinteilchen braucht man ein möglichst dichtes Netz das ist aber mE auch der einzige echte Nachteil von Konacha Tees.

  • Hallo David,

    ich habe mich an die Anleitung gehalten, außer der Teemenge. Ich habe für 2 Personen ca. 5g Tee genommen. Der Tee ist schon gut aber nichts Besonderes. Auf Grund der der Feinheit der Teeblätter wäre es sicher ein toller Teebeuteltee, man könnte damit richtig Angeben. Ein echter japanischer Gyokuru als Teebeutel! /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png">

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Du kennst meine Meinung zu dem Thema. Ich finde man kann einen Gyokuro nicht so recht beurteilen wenn man nicht mindestens 2,5-3g pro 30ml verwendet, denn nur so ist das Aroma so ontensiv, dass die fehlende Bitterkeit zum tragen kommt.

  • Ehrlich gesagt mag ich den typischen Gyokuro Geschmack nicht. Ich erinnere mich an eine Situation in Japan vor einigen Jahren, als ich mit der Besitzerin eines Okonomiyaki-Restaurants ins Gespräch kam und sie mir und einer Freundin aus Deutschland einen Tee anbot, der sehr kostbar und daher normalerweise in ihrem Laden nicht zum Verkauf stünde. Sie hat uns davon probieren lassen und war richtig euphorisch so etwas "Leckeres" mit interessierten Ausländer teilen zu können.

    Es war Gyokuro, den Tee kannte ich damals noch nicht. Es fiel mir echt schwer meine Miene bei dem Geschmack nicht zu verziehen und aus Höflichkeit habe ich auch versucht ihrer vorasugegangenen Anpreisung mit Komplimenten gerecht zu werden. Als sie wegging guckten wir uns unglaubwürdig gegenseitig an und hatten Mühe noch den Rest zu trinken. Eine solche Situation wiederholte sich dieses Jahr bei einer Teeprobe auf Kyûshû. Und jetzt habe ich noch von einem Freund eine kleine Packung Gyokuro geschenkt bekommen, die ich allein trinken muss, da meine Verlobte diesen Geschmack überhaupt nicht mag.

    Ich denke, dass ich mich mit der Zeit an den Geschmack gewöhnen könnte und verstehe sehr gut, dass man gerade anfangs dazu geneigt ist nicht der Dosierungsempfehlung zu folgen. Manchmal muss man ja eine Sache mehrmals probieren um sie eines Tages zu mögen. Aber bei so einem teuren und hochwertigen Produkt sollte es nicht so sein. Da gebe ich das Geld lieber für einen richtig guten Oolong aus /emoticons/tongue@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_tongue.png">

  • Hallo luke,

    Danke für diesen Bericht aus Japan, der war für mich sehr interessant. Es gibt auch Leute die sagen, dass ein guter Sencha besser und billiger ist als ein Gyokuro in vergleichbarer Preisklasse. Ich werde diesen Versuch aber noch selbst starten und dann darüber berichten.

    Gut Geschmäcker sind verschieden aber einen Gyokuro, der ja eher sehr mild im Geschmack ist, mit einem Oolong zu vergleichen, der ja viel aromatischer und intensiver ist, geht ja wohl nicht wirklich. /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png">

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    Rikyû

  • Quote

    Es gibt auch Leute die sagen, dass ein guter Sencha besser und billiger ist als ein Gyokuro in vergleichbarer Preisklasse.

    Auf jeden Fall! Ich würde sogar sagen, dass jeder der das Gegenteil behauptet einfach keine Ahnung hat. Ab 20 €/100g bekommt man Einsteiger-Gyokuros, aber bei Senchas kann in dem Bereich bereits absolute Spitzenklasse bekommen. Aber ganz unabhängig davon ist es ein gern gemachter Denkfehler einen Gyokuro als Steigerung zu einem Sencha zu sehen. In meinen Augen ist er kein besserer Sencha sondern eine andere Art Tee. Selbst wenn ich unlimitierte Resourcen hätte würde ich für den täglichen Gebrauch keinen Gyo sondern einen Sencha wählen. Es bedarf einfach Zeit und Achtsamkeit dieses Teekonzentrat richtig geniessen und würdigen zu können und die ist im Alltag meist einfach nicht da. Apropos unlimitiertes Tee-Budget, neim durchgespielen im Kopf ist mir aufgefallen, dass sich wohl meine monatlichen Ausgaben sofort in etwa verzehnfachen würden von 40-50 € auf Minimum 400-500 €.


    Quote

    Ehrlich gesagt mag ich den typischen Gyokuro Geschmack nicht. Ich erinnere mich an eine Situation in Japan vor einigen Jahren, als ich mit der Besitzerin eines Okonomiyaki-Restaurants ins Gespräch kam und sie mir und einer Freundin aus Deutschland einen Tee anbot, der sehr kostbar und daher normalerweise in ihrem Laden nicht zum Verkauf stünde. Sie hat uns davon probieren lassen und war richtig euphorisch so etwas "Leckeres" mit interessierten Ausländer teilen zu können.

    Es war Gyokuro, den Tee kannte ich damals noch nicht. Es fiel mir echt schwer meine Miene bei dem Geschmack nicht zu verziehen und aus Höflichkeit habe ich auch versucht ihrer vorasugegangenen Anpreisung mit Komplimenten gerecht zu werden. Als sie wegging guckten wir uns unglaubwürdig gegenseitig an und hatten Mühe noch den Rest zu trinken. Eine solche Situation wiederholte sich dieses Jahr bei einer Teeprobe auf Kyûshû. Und jetzt habe ich noch von einem Freund eine kleine Packung Gyokuro geschenkt bekommen, die ich allein trinken muss, da meine Verlobte diesen Geschmack überhaupt nicht mag.

    Ich denke, dass ich mich mit der Zeit an den Geschmack gewöhnen könnte und verstehe sehr gut, dass man gerade anfangs dazu geneigt ist nicht der Dosierungsempfehlung zu folgen. Manchmal muss man ja eine Sache mehrmals probieren um sie eines Tages zu mögen. Aber bei so einem teuren und hochwertigen Produkt sollte es nicht so sein. Da gebe ich das Geld lieber für einen richtig guten Oolong aus /emoticons/tongue@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_tongue.png">

    Natürlich kann es sein, dass dir dieser Geschmack einfach nicht liegt, aber wie du schon anklingen lässt könnte es auch durchaus eine Frage der Gewöhnung sein. Wer eher blumigen chinesischen Grüntees gewohnt ist oder seinen Sencha in der Regel mit 8-10g/l aufbrüht, der dürfte auch schon bei der üblichen japanischen Sencha-Dosierung von 1g/30ml seine Schwierigkeiten haben.

    Die Aussage bei einem so teuren hochwertigen Produkt dürfe es keine Eingewöhnungsphase geben geht, finde ich, etwas am Thema vorbei.


    Beim Grüntee ist es ähnlich wie beim Lernen einer Fremdsprache am Anfang kann man die verschiedenen fremden Laute/Aromen nicht wirklich auseinanderhalten. Erst mit der Zeit ist man in der Lage sich im neuen Umfeld zu orientieren. Gibt man einem Lernenden, der noch nicht auf Niveau eines Muttersprachlers angekommen ist, Werke der Weltliteratur so wird er sie nicht wirklich geniessen können. Es bedarf einfach eines tiefen Sprachverständnisses um die Schönheit einer Fremdsprache wirklich erkennen und geniessen zu können. Genauso braucht es Geschmacksknopsen, die diese Art Geschack gewohnt sind und sich darin zurecht finden :)


    Zeit ich Grüntee trinke hat sich meine Süssetoleranz enorm verändert. Ich mochte eigentlich schon immer gern Schokolade, aber inzwischen sind mir alle Vollmilch- und die meisten Zartbitterschokoladen deutlich zu süss geworden um sie ohne Grünen Tee als Gegengewicht wirklich geniessen zu können. Apropos Essen zum Tee:


    Unbedingt mal Ausprobieren Tee mit gehobeltem Parmesan oder frisch aufgeschnittener Avocado; sehr lecker.


    Aber um nochmal zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, selbst der beste Gyokuro ist, als Sencha aufgebrüht, höchstens Mittelmass

  • Quote

    Natürlich kann es sein, dass dir dieser Geschmack einfach nicht liegt, aber wie du schon anklingen lässt könnte es auch durchaus eine Frage der Gewöhnung sein. Wer eher blumigen chinesischen Grüntees gewohnt ist oder seinen Sencha in der Regel mit 8-10g/l aufbrüht, der dürfte auch schon bei der üblichen japanischen Sencha-Dosierung von 1g/30ml seine Schwierigkeiten haben. Die Aussage bei einem so teuren hochwertigen Produkt dürfe es keine Eingewöhnungsphase geben geht, finde ich, etwas am Thema vorbei.

    Ich stimme Dir zu, obwohl ich durchaus ein Liebhaber der japanischen Zubereitungsweise bin und Sencha richtig gerne mag. Mein Satz ist natürlich sehr subjektiv, wenn ich sage, dass ich es nicht für sinnvoll halte sich an einen so teuren Tee wie Gyokuro zu gewöhnen, weil ich der Meinung bin, dass man ebenso gut das Geld in höhere Qualitätsstufen von Tees investieren kann, die man bereits mag und seinen Geschmack darin sensibilisieren kann. Und manchmal kann man wahre Überraschungen erleben, wenn man bereit ist etwas mehr Geld für einen Tee auszugeben. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es mir sinnvoller erscheint das Geld in Tee zu investieren, den man mag, als in Tee, an den man sich erst gewöhnen muss /emoticons/smile@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_smile.png">

    Den Tipp mit der Avocado werde ich mal probieren. Klingt lecker!

  • Das ist eine gute Frage, denn sie trifft meine Schwäche, den Geschmack, den ich schmecke zu beschreiben, bzw. mich daran zu erinnern, welche Geschmäcker ähnlich sind. An Sencha mag ich den grasigen Geschmack, ich mag auch die Herbe, deswegen sind die kräftigen "koi" Sencha sogar meine Favoriten. Ich mag auch Sencha mit einem stark dunkel-grünem Blatt, der einen sehr intensiven Duft hat.

    Allerdings habe ich auch schon Sencha(?) getrunken, der in die Richtung des Gyokuro geht, gemein haben beide, dass sie leicht nussig schmecken, meine Freundin findet die eher modrig. Beides Geschmäcker, die uns nicht zusagen, aber wir mögen auch nussigen Käse nicht. Vielleicht eine Erklärung? Hat Sencha eigentlich immer diesen leicht grasigen Geschmack, oder gibt es da noch Varianten?


    Wenn die Fragen jetzt ins Detail gehen, bekomme ich Schwierigkeiten, weil ich früher keine Aufzeichnungen zu meinen gekauften Tees gemacht habe. Ich kann dir allerdings sagen, dass der aktuelle Shincha von Teegschwendner ein bisschen in die Richtung des Gyokuro geht. Eventuell ist dies auch eine Frage der Region? Mit Uji und Shizuoka habe ich jedenfalls noch nie schlechte Erfahrungen gemacht (Sencha). Der aktuelle Shincha von Teegschwendner kommt aus Kagoshima und auf Kyushu habe ich den Geschmack ja bereits probiert. Woher mein aktueller Gyokuro kommt, weiß ich leider nicht.


    Ich wäre dir aber dankbar, wenn du deine eigenen Geschmackserfahrungen bezüglich Gyokuro und Sencha schreiben würdest, vielleicht findest du ja eine Beschreibung, die es besser auf den Punkt bringt als meine.

  • Hey Leute,


    ist wahnsinnig interessant, was Ihr da schreibt, und ich weiß, daß sich ein "Gespräch" entwickelt, hierhin und dorthin fließt, doch habe ich vorsorglich eine Bitte.

    Wenn es um den Geschmack von Tee geht, macht doch bitte ne neue Abteilung auf. Gerade mir, der ich gerade die weite Welt der Grünen Tees betrete, würde es helfen, Beschreibungen unter einer Überschrift zu finden, als sie in "wo kaufe ich Tee" /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png"> zu suchen. Das finde ich doch niemals wieder, wenn ich es nochmal nachlesen möchte.

    Nix für ungut, soll wirklich kein Gemecker sein.


    Gruß

    Teepott

  • Hallo Teepott, Hallo Joaquin,

    du hast recht. Da ich mit Verursacher des Themas "Grüntee direkt in Japan einkaufen" bin, ich glaube mit Antwort 15 sollte man einen Schnitt machen.


    Hallo David,

    ich war mutig und habe jetzt 6g auf ca.180ml Wasser in 4 Aufgüssen gewagt. Wassertemperatur 60°, 1. Aufguss 1:30min. Geschmack deutlich besser, sehr kräftig mit für mich angenehmen bitteren Abgang. 2. und 3. Aufguss gleiches Wasser -temperatur. Ziehzeit je 30sec. Geschmack immer noch sehr gut ohne bitteren Abgang. 4. Aufguss gleiches Wasser -temperatur jetzt 2:00 min. Ziehzeit. Geschmack gut und noch vorhanden, keinerlei bittere Note. Leider kann ich das Aroma so wie ihr (blumig, fruchtig. usw. /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png"> ) nicht beschreiben. Hier fehlt mir voll die Erfahrung und die "Ausdrucksweise". Ich bin hier leider sehr banal, schmeckt mir oder nicht. Natürlich auch so Noten wie süßlich, bitter, nussig kann ich schon erkennen.

    Körperlich beim und nach diesem kräftigen Tee. Starke Wärmegefühl im Körper, leichter Schweißausbruch und beim schreiben sehr viele Vertipper. Bin etwas nervös und zitterig. Wie schon erwähnt, es ist mir eigentlich zu viel Koffein.

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Da hast du sicher recht Teepott, trotzdem poste ich mal weiterhin hier da es mir sinnvoller erscheint ein neues Thema inkl. dem ganzen Kontext auf zu machen, als jetzt mittendrin ein neues Thema zu starten.

    Vielleicht findet Joaquin ja einen guten Threadtitel in dem man einige der offtopic post gut chronologisch zusammenfassen könnte.


    klaus: Herzlichen Glückwunsch zu etwas mehr Mut! Was du als Bitterkeit empfindest würde ich wohl vermutlich als einen astringierenden, also zusammenziehenden gemüseartigen Geschmack bezeichnen, der kommt meiner Erfahrung nach der angenehmen edlen Teebitterkeit sehr nahe.


    luke den Begriff "Koi" kenne ich eigentlich nur in Bezug auf Matcha im Zusammenhang mit Sencha sagt er mir nicht viel.


    Was Senchas angeht kenne ich diesen nussigen Charakter, bin allerdings kein allzugroßer Freund davon, aber das ist wohl sehr stark persönliche Preferänz. Wenn du mal einen sehr nussige Tees probieren möchtest kann ich dir den[size=10]Sencha Fujikawa No. 1[/size] empfehlen. Als ich den gerochen und getrunken hab hat er mich so stark an Erdnusskekse erinnert, dass er seitdem bei mir nur noch Erdnusstee heisst.


    Ich habe noch nie Teeaufzeichnungen gemacht, vieleich weil ich etwas zu faul dafür bin oder glaube mich auf mein Geschmacksgedächtnis verlassen zu können oder eine Kombination der beiden.


    Die Beschreibung grassig ist sehr geläufig und ich verstehe auch welche Art Geschmack gemeint ist, allerdings finde ich sie höchstens bei Matchas richtig zutreffend. Der Geschmack eines Senchas besteht für grob aus 3-4 geschmacklichen Komponenten.


    1. Die eigentliche Aromanote, das sind meist entweder nussige oder gemüsigartige Aromen.


    2. Die Teesüsse


    3. Umami oder Butterigkeit


    4. edle Teebitterkeit


    Hat ein Tee alle diese Charakteristika in gutem Umfang und befinden sie sich in einer harmonischen Balance, dann ist es nach meinem Empfinden ein Spitzensencha. Neben dem Tee selbst spielen natürlich auch noch Dosierung, Temperatur und Ziehzeit eine sehr gewichte Rolle für die Balance in der Tasse. Wenn ich einen Tee trinke achte ich auf diese Komponenten und beurteile ihn dementsprechend in meinem Kopf.


    Tees gehobener mittlerer Qualität haben eine klare, einheiltiche Aromanote und eine angenehme edle Teebitterkeit. Das sind die Mindestanforderungen, die ich an einen Alltagstee für mich stelle.


    Tee eine Stufe darüber, an der Grenze zur Spitzenklasse, erfüllen alle vorherigen Bedingungen in eröhtem Maße plus sie haben Umami.


    Spitzensenchas haben alle 4 Merkmale und jedes einzelne für sich genommen hat einen besonderen intensiven Charakter.


    Die Teebitterkeit ist per se die dominateste der Geschmackskomponenten, daher ist es wichtig, dass sie nicht zu stark ausgeprägt ist, da sie sonst alle anderen erschlägt. Aus diesem Grund wird sie gerne etwas zurückgeschraubt. Einen Schritt zuweit ist da mE Keiko gegangen. Die besseren ihrer Tees haben quasi gar keine Teebitterheit mehr und eine absolut dominante Butterigkeit. Das ist mir als Sencha zu mild, zu brav und als Gyo zu unaromatisch.


    Dies ist auch der Grund warum Spitzen-Gyokuros es nie in die Top-Kategorie der Senchas schaffen können, es fehlt ihnen einfach die Teebitterkeit und ihre Aromen sind so angelegt, dass sie bei einer höheren Dosierung optimal harmonieren. Deshalb ärgert es mich auch immer ein bisschen in deutschen Teeshops zu lesen: "Verwenden Sie 10-12g pro Liter" und die Kunden trinken ihren Gyo als angenehm aromatischen milden Sencha. Das ist mMn wie einen Ferrari nur im Stadtverkehr zu fahren: eine echte Geldverschwendung!


    Wenn dir Shizuoka und Uji gefallen, würde ich dir auf jeden Fall mal Yame/Hoshino oder Kirishima/Kagoshima ans Herz legen.

  • Hallo David,

    du drückst mit deiner Formulierung in puncto Bitterkeit genau das aus was ich meine und leider nicht in eine Textform bringe.

    Die Bemerkung zu Keiko ist für mich interessant, dann kann ich mir diese Proben sparen. Die Tees dürften dann nicht meinen Geschmack treffen.

    Für die Freunde des "nussigen" Geschmacks würde ich einen Tamaryokucha empfehlen. z.B. http://www.darjeelingtee.de/Gruener-Tee/Gr…kucha-100g.html diesen Tee habe ich selber Zuhause. Hier gefällt mir der leichte nussige Abgang.

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • "koi" steht im Japanischen einfach nur für starken und kräftigen Geschmack. Bei Tee sind das die etwas bitteren, bzw. herben.


    Darf ich fragen, woher Du so viel über japanischen Tee weißt? Hast Du mal ein Seminar gemacht, oder ist das einfach jahrelange Erfahrung?


    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, welcher Geschmack genau mit Umami gemeint ist. Ich habe zwar noch einen Wiki-Artikel darüber gelesen, aber leider kann ich den Geschmack beim Tee nicht identifizieren. Ist der nur bei japanischen Grüntees enthalten, oder auch bei anderen Teesorten?


    Einen Yame-Cha hab ich noch eingefroren. Aber zuerst muss ich den jetzigen austrinken. Ich habe davor leider nur sehr selten darauf geachtet welchen Tee und vor allem aus welcher Region ich gekauft habe. Das wird mir nun zum Verhängnis, weil ich zwar einiges probiert habe und mir vieles geschmeckt hat (vor allem ein richtig dunkel-grüner Sencha, mit einem intensiven fast nach Nadeln duftenden Aroma), ich aber den Tee nicht mehr benennen und somit nicht bestellen/nachkaufen kann (habe den Tee direkt in Japan gekauft und nicht die Verpackung aufbewahrt, Du weißt nicht zufällig welcher das gewesen sein mag?). Daher habe ich mich dazu entschlossen meine Erfahrungen zu protokollieren /emoticons/smile@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_smile.png">

  • Umami, auch die 5. Geschmacksrichtung genannt, ist ein anderer Name für L-Glutaminsäure, dem natürliche und mW unproblematische Vorbild der gänigsten Geschacksverstärker der Glutamatsalze. Ander als der Name suggeriert hat es aber nicht nur geschmacksverstärkende Eigenschaften, sondern auch einen Eigengeschmack den ich als butterig, sämig, suppenartig umschreiben würde. Weil ich auf gutschmeckenden Tee im Alltag nicht verzichten wollte, aber hochklassige Tees richtig Geld kosten, habe vor einiger Zeit sogar kurzzeitig ein recht kontraintuitives Experiment gewagt und mittelklassigen Sencha in der Tasse mit Kleinstmengen an industriellem Monosodiumglutamat gemischt. Die Ergebnisse waren geschmacklich noch nicht mal so schlecht, allerdings war mir die Dosierung zu kompliziert und ausserdem habe ich recht kurz danach eine bessere kostengünstigere Alltagstee-Alternative gefunden.


    Will man einmal ein stärkeres Umamiaroma aus einem Tee locken hilft es in etwas kälter (50-60 Grad) und länger (min 2 min) zu ziehen. In der Regel kommt dann ebenfalls die Teesüsse etwas stärker zum Vorschein.


    Seminare hab ich keine besucht nur viel gegoogelt und viel Tee getrunken :)


    Welcher Sencha es konkret sein könnte, da hab ich leider keine Ahnung, da ich selbst noch nie in Japan war und dort höchstens Online einkaufe. War er dunkelgrün in der Tasse oder meinst du die gepressten Teeblätter? Wie sahen die Blätter aus eher lang oder kurz dick oder dünn, waren viele kleineren Teile dabei?

  • [font='verdana']Hallo,[/font]

    [font='verdana']zu meinem nächsten Versuch. Ich habe den Konacha "Gyokuro ko" mit meiner gewohnten Teemenge mit ca. 4g auf 180 ml, aber mit 70° heißem Wasser zu bereitet. Geschmacklich kommt er für genauso raus mit meinem 6g Versuch, bei 60° warmen Wasser nur ohne "Herzrassen".[/font] /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png">

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Falls du einen Gaiwan oder eine kleine Teeschale hast versuchs dich mal mit 3 gramm auf 30ml bei 50 Grad. Einfach die Schale auf ne küchenwaage und sehr langsam einschütten und dann durch ein sehr feines sieb in eine zweite Tasse schütten. Durch die geringe menge Tee sollt sich eigentlich die Menge an Koffeein in grenzen halten. 180 ml gyo aufs mal wäre mir auch deutlich zu viel.

  • Hallo David,

    falls ich dich richtig Verstanden habe und du nicht einen Kommasfehler bei der Wassermenge hast, ist dein Teemenge etwa 1 1/2 Schnapsgläser und bei mir etwa eine normale Teeschale / Tasse.

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Quote

    Hallo David,

    falls ich dich richtig Verstanden habe und du nicht einen Kommasfehler bei der Wassermenge hast, ist dein Teemenge etwa 1 1/2 Schnapsgläser und bei mir etwa eine normale Teeschale / Tasse.

    Das mit den Schnapsgläsern dürfte passen. Teeschälchen gibts mit sehr unterschiedlichem Fassungsvermögen. Ich hab zu hause 6x 30ml, 3x 150ml sowie jeweils zwei mit 200 und 250 ml, deshalb meinte ich kleine Teeschälchen. Zum aufbrühen müsste das Gefäß natürlich noch etwas platz für den Tee an sich haben, aber zum abmessen und trinken, ist die Größ für gyo optimal.

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