Tetsubin - mit Zitronen gehandelt?

  • @Anima_Templi magst Du da Näheres zu sagen bzw. erklären, woran es hauptsächlich liegt? Dazu fand ich hier im Forum bisher nichts und ich kenne nur die Erklärung von Akira Hojo, die Du ja relativiert hast.

    Ich werde meinem Kesselchen treu bleiben aber interessieren würde es mich ganz grundsätzlich nach wie vor.

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    vor 20 Stunden schrieb doumer: Wichtig ist noch, dass es hier Unterschiede beim Innenleben gibt:

    @doumerhat Deine Frage schon beantwortet. Das verwendete Material, wie der Kessel hergestellt wurde und vor allem die innere Beschichtung sind wohl die Hauptkriterien, wie das Wasser letztendlich schmeckt.

    Ich habe zwei Kessel und das Wasser schmeckt aus beiden total anders, ohne Rost @GoldenTurtle.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 4 Stunden schrieb Teetim: Die gute Nachricht ist: das darin zubereitete Wasser schmeckt tatsächlich anders, als das im Wasserkocher zubereitete. Letzteres hat ein etwas stumpferes Mundgefühl das aus dem Tetsubin fühlt sich - zu meiner Überraschung - spürbar weicher an und ist auch etwas süßer. Ob das am Material liegt oder schlicht daran, dass das Wasser im Tetsubin etwas länger gekocht hat (Zeiten konnte ich nicht ganz angleichen, ohne den Wasserkocher zu mißbrauchen), wage ich nicht zu beurteilen.

    Na also, dann hat er doch einen Effekt - wenn dir jetzt auch noch der Tee mit diesem Wasser besser gefällt als vorher ist doch alles prima. Zwischen meinem teuersten und preiswertesten Tetsubin würde ich in geschmacklicher Hinsicht auch keine Unterscheidung treffen hinsichtlich besser/schlechter (Unterscheidung wie genau der Geschmack ist ja, aber das ist nicht wertend) - beide bereichern den Tee ungemein.

    Und um auf die Frage des Geschmacks nochmals genauer einzugehen: das hat mehrere Ursachen:

    • nacktes Eisen vs. (Teil-)Beschichtung (sieh oben, wichtigster Faktor)
    • Eisen-Qualität
    • Rost (ist natürlich AUCH ein Faktor aber nicht der bestimmende - wird vor allem in Zusammenhang mit dem nächsten Punkt wichtig)
    • Mineralablagerungen im Tetsubin (großer Faktor! hat auch Auswirkungen auf die Rostentwicklung)
    • Art der Befeuerung (ohne Scheiß! Auf Holzkohle schmeckt es anders)
    • vermutlich auch Form und Materialstärke (ähnlich wie bei einem Teekännchen), weil das Auswirkungen darauf hat, wie das Wasser kocht - und jeder der schon mal frisches Wasser das nur kurz zum Kochen gebracht wurde mit einem zichfach todgekochten/aufgekochten Wasser verglichen hat, weiß was ich meine - aber das ist nur eine Vermutung ohne genügend empirischen Daten meinerseits
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    vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle: PS: Bei Yixing ist das hingegen eine andere Angelegenheit!

    Nope, nicht wirklich - die Drecksäcke behalten nur das gute Material meist für die richtig teuren Kannen vor, weil man dann ja noch mehr verlangen kann, und betreiben UNGLAUBLICH viel Schindluder bei billigen Kannen. Gottseidank haben Japaner da eine ganz andere Mentalität als Chinesen (verallgemeinert gesprochen - trifft natürlich nicht auf jedes Individuum zu). Man kann aber auch Kannen mit erstklassigem Ton ohne teure Schnörkel und wichtigen Namen finden, die einer Künstlerkanne mit zusätzlichen Nullen am Preisschild in nichts nachstehen - ist aber zugegebenermaßen selten und man muss einerseits viel suchen, viel wissen dass man auf nichts hereinfällt und vor allem verlässliche Quellen haben.

  • Nur mal als kleiner Zwischenruf eines bekennenden Nicht-Tetsubin-Nutzers: wie man die Geschmacksveränderung des Aufgusswassers durch Aufkochen in mit Lack abgedichtetem Gusseisen letztlich bewertet, ist eine subjektive Angelegenheit. Ich persönlich bin da eher puristisch eingestellt; ein gutes Bergquellwasser, das vor dem Aufguss ausschließlich mit Glas und Edelstahl in Kontakt ist. Also - ich muss das nicht noch mit Eisenionen würzen. Ist, wie schon gesagt, eine Sache persönlicher Vorlieben. Lange Zeit hat man es für sinnvoll gehalten, seinen Tee beim Aufguss zu salzen und dem Vernehmen nach fügt man in gewissen Regionen dem Tee Butter und Gerste zu (vor dem Trinken erst den Schaum wegpusten!). Suum cuique, das Gequieke der Säue, wie der Lateiner sagt.

    Jedenfalls - wie die Diskussion hier zeigt, lässt sich der erwünschte Effekt auch mit (relativ) preiswerter Serienproduktion erreichen. Ob nun Satetsu tatsächlich noch mal ein Plus bringt (außer bei Optik, Preis und Prestige) möchte ich mangels persönlicher Erfahrung nicht beurteilen. Die Diskussion zeigt auch, dass der geschmackliche Effekt nicht einheitlich ist. Und dass die Dinger - ob teuer oder preiswert - relativ wartungsaufwendig sind. Das sollte man mögen, sonst landet das Ding schnell bei Ebay ...

    Ich denke, gerade für 'Einsteiger' ist es wichtig, sich nicht von Mythen blenden zu lassen, sondern dem eigenen Geschmacksurteil zu vertrauen. Und - mal ehrlich - Hojo ist nun wahrlich ein Tee-Mythologe mit beneidenswerten sensorischen Fähigkeiten. Nicht, dass ich die bei ihm (oder irgendjemand sonst) in Zweifel ziehe, aber ein wenig an Homöopathie und Esoterik erinnert mich das schon. Und da schaue ich dann schon etwas genauer auf die Preisschilder. Ansonsten begnüge ich mich damit, zu konstatieren, dass ich gewisse Effekte nicht nachvollziehen kann und das entsprechend angepriesene Material bei mir Perlen vor die Sau wären.

    未尝‎甘露味 先闻圣妙香

  • @SoGen ordentliches Wasser ist natürlich immer die Voraussetzung, egal ob Tetsubin, lackierter Kessel (an welcher Stelle wurde der ins Spiel gebracht? falls du die von mit angesprochene Urushi-Beschichtung meinst: das ist etwas anderes) oder Edelstahl-Wasserkocher. Und das eine schließt das andere ja nicht aus - du nutzt ja auch gerne mal ein Banko-Kännchen o.ä. obwohl du ein gutes Wasser nimmst - genau so unnötig, wenn man es genau nimmt, ein einziges neutrales Aufgussgefäß für alles würde der Logik nach reichen. Wichtig ist wie schon sehr oft erwähnt auch das Handling: mit einem Tetsubin zu arbeiten ermöglicht ein völlig anderes Erleben des Teetrinkens als mit einem elektrischen Wasserkocher - es ist wie Hitze durch einen Elektro-Ofen oder Hitze durch Holzkohle, beides ist heiß aber es liegen Welten dazwischen. Und es geht (wie bei mir meistens) weniger um den Geschmack als die Schwere des Tees - aber das ist natürlich etwas recht Puerh-spezifisches.

    Du hast Recht, dass man den Effekt auch 150€ günstiger zu bekommen scheint - aber Satetsu ist wie eine Künstler-Yixing, das würde ich aus der Diskussion ausschließen (genau so wie dass man wenn man über Yixing spricht, normal nicht von Kannen im fünfstelligen Preissegment spricht). Und nein, eine Tetsubin ist nicht Wartungsaufwändiger als ein Wasserkocher, außer dass man ihn nach der Nutzung leeren sollte (das Trocknen geht dabei quasi automatisch) - aber das macht man bei einem Wasserkocher doch auch, oder wer will schon tagelang abgestandenes Wasser für seinen Tee nutzen??

    Guter Punkt, den auch schon sehr oft wiederholt habe: nicht blenden lassen sondern nur dem eigenen Geschmack vertrauen (daher auch der anfängliche Hinweis zu dem "Test") - das gilt für ALLES was mit Tee zu tun hat: Kessel, Kanne, Wasser, Schälchen und insbesondere auch den Tee an sich. Dass nicht alles auf jeden den gleichen Effekt hat, haben wir auch schon mehr als oft diskutiert - grüne Tees sind für mich z.B. ohne Effekt und daher würde ich niemandem raten jemals einen grünen Tee zu kaufen wohingegen ein Tetsubin für meinen Teegenuss ein Unterschied wie Tag und Nacht ist (und weit weniger homöpatisch als irgendwelche super-earle-pre-qingming Grüntees da es greifbarere Effekte liefert). ALLES ist subjektiv - was ich auch immer wieder sage...

    Aber so langsam schweifen wir hier ziemlich vom ursprünglichen Thema des Threads ab 🙈

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    vor 22 Stunden schrieb doumer: Und um auf die Frage des Geschmacks nochmals genauer einzugehen: das hat mehrere Ursachen:

    • nacktes Eisen vs. (Teil-)Beschichtung (sieh oben, wichtigster Faktor)
    • Eisen-Qualität
    • Rost (ist natürlich AUCH ein Faktor aber nicht der bestimmende - wird vor allem in Zusammenhang mit dem nächsten Punkt wichtig)
    • Mineralablagerungen im Tetsubin (großer Faktor! hat auch Auswirkungen auf die Rostentwicklung)
    • Art der Befeuerung (ohne Scheiß! Auf Holzkohle schmeckt es anders)
    • vermutlich auch Form und Materialstärke (ähnlich wie bei einem Teekännchen), weil das Auswirkungen darauf hat, wie das Wasser kocht - und jeder der schon mal frisches Wasser das nur kurz zum Kochen gebracht wurde mit einem zichfach todgekochten/aufgekochten Wasser verglichen hat, weiß was ich meine - aber das ist nur eine Vermutung ohne genügend empirischen Daten meinerseits

    Zu Punkt 1 (auch betr. der Diskussion mit @Anima_Templi):

    Ja, das ist mMn der einzig relevante Unterschied von der Produktion her hinsichtlich der Auswirkung auf das Wasser, aber dieser Punkt hat nichts damit zu tun, ob die Tetsubin handgefertig wurde oder nicht!

    Ich finde diese innere Beschichtung langfristig gesehen einerlei unsinnig und auch gesundheitlich fragwürdig (man sagt ja, dass sich diese mehr und mehr löst) und ich wäre froh, wenn Händler sich mehr um Informationen diesbezüglich bemühen und beim Produkt jeweils vermerken, ob die Tetsubin innerlich mit Urushi beschichtet wurde oder nicht.

    Dann zum Punkt Eisen-Qualität ... daran glaube ich nicht wirklich ... ich denke das fällt mehr in die Kategorie Marketing.

    Dann die weiteren Punkte: Mineralablagerungen, Rost und Art der Befeuerung - diese haben nur mit dem individuellen Handling zu tun, und nichts damit, ob die Tetsubin handgefertigt wurde oder nicht.

  • @Teetim, aufgrund der absolut schlüssigen Argumentation von @GoldenTurtlesolltest Du Dir eher deswegen in den A**** beissen, dass Du keine unbeschichtete Tetsubin für 100€ gekauft, sondern so viel Geld verschleudert hast!

    Ich beisse mir jedenfalls kräftigst mein Hinterteil, ob meiner Fehlkäufe, und gelobe Besserung!

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • @doumer: Zunächst mal Danke für die nachsichtige Aufnahme meiner etwas provokanten Formulierung. Im wesentlichen Punkt stimmen wir ja überein: bestimmte nicht völlig neutrale Materialien bei Kessel oder Kanne 'verbessern' den Teeaufguss im Vergleich zu inertem Material nicht im objektiven Sinn - es ist eine Sache des persönlichen Geschmacks, ob man das eine dem anderen vorzieht. Darüber hinaus geht es hier um sehr subtile Geschmacksnuancen, für deren Wahrnehmung in aller Regel erst eine Sensibilität entwickelt werden muss, wozu es entsprechender Erfahrung* und des damit entwickelten Unterscheidungsvermögens bedarf.

    Eben dieses Unterscheidungsvermögen ermöglicht uns dann auch ein eigenständiges, persönliches Geschmacksurteil hinsichtlich der angesprochenen Mythen - ob sie nun Tee oder das 'Handwerkszeug' betreffen. Wobei ein Mythos, der sich subjektiv nicht nachvollziehen lässt, nicht notwendig falsch bzw. unbegründet ist. Und wenn der Nachvollzug nicht gelingt, ist es besser, das unter 'sinnvoll angelegtes Lehrgeld' zu verbuchen als unter 'Fehlkauf' ... /emoticons/mellow@2x.png 2x" title=":|" width="20" />

    [size=10]*Wobei ich offen einräume, dass sich meine Tetsubin-Erfahrung auf eine einzige in der hier vorgestellten Preisklasse beschränkt.[/size]

    未尝‎甘露味 先闻圣妙香

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    vor 15 Minuten schrieb Anima_Templi: Ich beisse mir jedenfalls kräftigst mein Hinterteil, ob meiner Fehlkäufe, und gelobe Besserung!

    So habe ich das nicht gemeint ... der Vorteil einer handgefertigten Tetsubin ist mMn aber in erster Linie Kunst und dass man eine alte Handwerkskunst unterstützt und damit diese Kultur am Leben hält.

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    vor 15 Minuten schrieb Anima_Templi: unbeschichtete Tetsubin für 100€

    Das kann man keinesfalls generalisieren, dass eine Günstige unbeschichtet, aber eine Teure beschichtet sei. Ich persönlich gehe davon aus, dass bei den Günstigen und auch bei den Teuren die Mehrzahl innerlich beschichtet ist.

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    vor 14 Minuten schrieb Anima_Templi: @Teetim, aufgrund der absolut schlüssigen Argumentation von @GoldenTurtlesolltest Du Dir eher deswegen in den A**** beissen, dass Du keine unbeschichtete Tetsubin für 100€ gekauft, sondern so viel Geld verschleudert hast!

    Ich beisse mir jedenfalls kräftigst mein Hinterteil, ob meiner Fehlkäufe, und gelobe Besserung!

    Für die von dir vorgeschlagene Selbstkasteiung bin ich leider zu ungelenkig und mit dem Geloben habe ich es auch nicht so: ich gehe da inzwischen deutlich Nachsichtiger mit mir um, als Du 😉...

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    vor 4 Minuten schrieb Teetim: Für die von dir vorgeschlagene Selbstkasteiung bin ich leider zu ungelenkig und mit dem Geloben habe ich es auch nicht so:

    Ich empfehle Yoga und Sport, außerdem die Bibel. /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 31 Minuten schrieb GoldenTurtle: der Vorteil einer handgefertigten Tetsubin ist mMn aber in erster Linie Kunst und dass man eine alte Handwerkskunst unterstützt und damit diese Kultur am Leben hält.

    ... möchte ich unterstreichen - wobei auch das, wie mein 'Zwischenruf' etwas offtopic ist. Ich denke, wir reden hier über Funktionalität und den Einfluss von Werkzeugen auf den Teegenuss. Aber die Ästhetik der Werkzeuge spielt schon auch eine bedeutsame Rolle beim 'Genuss'. Das ist jedoch eine andere Dimension der Erfahrung des Teetrinkens. Wobei ich da zur Gattung Fuchs im Weingarten gehöre und mich weitgehend nach der Bauhaus-Devise 'form follws function' ausrichte. Nicht, dass ich keinen Raum auch für 'Verspieltes' ließ und das eine oder andere, was sich im Laufe der Jahre angesammelt hat, wäre heute für mich unerschwinglich. Nicht zuletzt, weil ich der Auffassung bin, dass bei Investitionen das Schwergewicht auf dem Tee liegen sollte - um den geht es ja schließlich auch, nicht nur um uns. /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" /> Und ein guter Tee braucht gar nicht so viel Schmuck, um Aufmerksamkeit zu verdienen ... /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />

    未尝‎甘露味 先闻圣妙香

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    vor 2 Stunden schrieb SoGen: ... Darüber hinaus geht es hier um sehr subtile Geschmacksnuancen, für deren Wahrnehmung in aller Regel erst eine Sensibilität entwickelt werden muss, wozu es entsprechender Erfahrung* und des damit entwickelten Unterscheidungsvermögens ...

    Wenn schon off-topic dann richtig!:

    ad 1: "Du mußt Dich nur nach Deinem eigenen Geschmack richten" sagte die Fliegenmutter zu ihrem Kind auf dem Scheißhaufen.

    Bullshit das; Geschmack muß man lernen wie Laufen - aber hier wie da braucht es einen der einen am Händchen nimmt. Deswegen braucht es den Kontakt von Mensch (Schüler) zu Mensch (Lehrer) am Teetisch.

    ad 2: Zum am Besten investierten Geld meines doch schon recht langen Lebens zählt der Kauf einer Tetsubin.

    Ob "man" sowas braucht ist mir egal: ich brauch sie und sie macht mir über die Maßen hinaus Spaß .

    ad 3: wieviel man für sowas ausgiebt muß jeder für sich entscheiden.

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    vor 4 Stunden schrieb Paul: Bullshit das; Geschmack muß man lernen wie Laufen - aber hier wie da braucht es einen der einen am Händchen nimmt. Deswegen braucht es den Kontakt von Mensch (Schüler) zu Mensch (Lehrer) am Teetisch.

    Ist das eine Einladung? Krabbeln haben mir meine Eltern beigebracht, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Laufen kam im Laufe der Jahre, weil ich neugierig geblieben bin.

    Über einen zugewandten Lehrer, der mir in Sachen Tee das Rennen beibringt, würde ich mich freuen.

  • Hatte ja versprochen, hier in loser Folge mal Bilder vom Inneren meiner? meines? - las schon beides - Tetsubin einzustellen. Stand der Dinge zurzeit: der Rost hat weiter zugenommen, ohne dass sich das bisher in einer Färbung des Wassers niederschlagen würde. Der Kessel steht aber auch zuweilen einige Stunden mit Wasser auf dem Herd, weil ich zB heute eine ganze Reihe von Aufgüssen gemacht habe und das nicht in zwei oder drei Stunden durchziehe. Mit dem Morgentee waren es dann wohl um die acht Stunden, wobei das Wasser im Grunde immer mindestens warm war und zwischendurch immer wieder gekocht hat.

    Wenn ich nur morgens Tee trinke und dann erst abends wieder, wird er natürlich zwischendurch getrocknet, dasselbe gilt über Nacht bzw. wenn ich nachmittags den letzten Tee trinke, wie heute. Aber den nach jedem Aufguss zu trocknen kann ja kaum im Sinne des Erfinders sein. Ich habe beschlossen, den Kessel als (geschätzten und gut behandelten aber dennoch) Gebrauchsgegenstand anzusehen und bin der Ansicht: "das muss das Boot abkönnen!". Hoffe, es kann...

    Tetsubin hat Hamon /emoticons/laugh@2x.png 2x" title=":lol:" width="20" />...


  • So ähnlich sieht meiner nach einigen Jahren jetzt auch aus.


    Wenn es mir zuviel wird, koche ich da Teeblätter drin auf und schrubbe den dann damit und so Stahlwolle.

    Dann wird er ein paar mal aufgekocht, bis das Wasser wieder klar ist, von außen etwas geölt und fertig.


    So 2x in vier Jahren vielleicht gemacht.

    LG
    Entchen

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    vor 7 Stunden schrieb Entchen19: So ähnlich sieht meiner nach einigen Jahren jetzt auch aus.

    Danke für Dein Feedback, @Entchen19!

    Was mir nach wie vor etwas Sorge bereitet, ist, dass meiner nicht einige Jahre, sondern man grade zwei Wochen alt ist. Aber wie gesagt: ich lasse das jetzt so laufen und werde allenfalls hin und wieder Grüntee darin kochen und den Tanninsud ein paar Stunden darin stehen lassen. Mehr möchte ich eigentlich nicht machen. Gerade außen darf der ruhig ein bisschen eherlich erworbene Patina bekommen 😊.

  • Quote

    vor 13 Stunden schrieb Teetim: Was mir nach wie vor etwas Sorge bereitet, ist, dass meiner nicht einige Jahre, sondern man grade zwei Wochen alt ist.

    🤔 ... vielleicht hast du ja so eine moderne "quick-aging" aka "Instant Wabi-Sabi"-Version! 😳

    Könnte wahnsinnig gesucht sein bei Leuten, die die Hobbies wie Unterhosen wechseln und immer gleich ganz oben einsteigen wollen. So im Stil: "Hab letzte Woche mit dem Fussballspielen begonnen. Gestern hab ich schon mal Bayern angefragt, ob sie noch Verstärkung brauchen. Wenn das nicht klappt, fange ich nächste Woche mit Basketball an - für diese Saison bin ich da etwas spät dran für die NBA, aber nächstes Jahr gewinne ich die dann bestimmt mit Leichtigkeit."

    PS: Abgesehen davon würde ich mir nicht so viele Gedanken machen, besser gemütlich Tee trinken und geniessen.

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