Welchen Tee trinkt ihr heute?

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    vor 1 Stunde schrieb cordyceps: Würde schon stark davon ausgehen - ist im Sheng & Shou by Yu Set enthalten.

    Sir, du sprichst das Offensichtliche! Für den Rest, es geht um diesen Tee (Foto von TKK):

    Ich weiss für welche Factory Yu früher (so geschätzt zwischen 2000 bis vielleicht etwa 2004) produziert hat, sogar von welchen Bergen, aber ich hab mal versprochen es niemandem zu verraten, was ich auch nicht mache - was ich aber bestimmt sagen kann, es war nicht diese! Es erstaunt mich, nein es verblüfft mich, dass Yu 2016 plötzlich wieder für eine Factory produziert!?

    Hat jemand von euch erfahrenen Shou Trinkern den Tee verkostet? Wäre ja ziemlich preiswert für Yu-Verhältnisse.

    @topic: Hab heute Morgen schon wieder seinen 15er Bulang Gushu Shou und heute Nachmittag seinen 10er Bangwei Gushu Sheng verkostet. Hach, wie lohnt es sich doch geduldig zu sein.

  • Nach dem doch - für mich - recht schwierigem Bingdao 2016 Shou geht meine Pu-Erh-Erkundung heute mit einem Sheng weiter: Manzhuan Huang Shan 2012

    Bisher absolut mein Pu Erh Highlight. Sehr runder, leckerer und wenig aufdringlicher Tee mit würzigem Anklang aber dennoch sehr süß und für mich schon fast blumige Aromen. Sehr schön und könnte tatsächlich ein Kandidat für den Vorratsschrank werden /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />

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    Am 10.11.2020 um 11:26 schrieb GoldenTurtle: Denn kenn ich gar nicht, Geli @teekontorkiel ist der wirklich von Yu?!?

    Muss ich den Teechef fragen und werde mich gerne bald darum kümmern. Momentan herrscht bei uns aber Ausnahmezustand, da müssen wir zuerst Feuer löschen.

    [size=14][font='lucida sans unicode, lucida grande, sans-serif']Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos.[/size][/font]

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    Am 10.11.2020 um 11:26 schrieb GoldenTurtle: Denn kenn ich gar nicht, Geli @teekontorkiel ist der wirklich von Yu?!?

    Der Tee ist in der Tat nicht von Yu, sonst wäre es auch in seiner Beschreibung erwähnt. Allerdings hat sich ein Fehler beim Schnupperpaket eingeschlichen, weil der ursprüngliche Yu-Shou, Jingmai Ripe Tuocha 2011, durch den Bingdao Mini Bing 2016 ersetzt werden musste. Man hat leider vergessen den Titel des Schnupperpakets anzupassen - das habe ich jetzt nachgeholt. DANKE also für diesen wertvollen Hinweis, liebe Kröte. 🙏

    PS: Hatte das on topic vergessen, genieße Gushu von Yu aus Yibang. 2020 vs 2018, cheers nach Züri

    [size=14][font='lucida sans unicode, lucida grande, sans-serif']Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos.[/size][/font]

  • Heute ging es nach dem, auf jeden Fall sehr angenehmen, Manzhuan Huang Shan 2012 mit einem weiteren Sheng weiter: dem Yiwu Gua Feng Zhai 2018.

    Ebenfalls sehr leckerer, leichter aber etwas gehaltvollerer Sheng im Vergleich zum Manzhuan Huang Shan 2012. Gefällt mir etwas besser durch den etwas volleren Gesamteindruck und Mundgefühl. Kommt ebenfalls auf die "Gefällt mir" Liste /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />


    Abends habe ich dann den letzten Shou aus dem Yu-Probierpaket angepackt: Bulang Huang Shan Shou 2011. Was soll ich sagen, definitiv der beste Shou von den drei Sorten die ich bisher probiert habe aber (!) ich vermute, dass ich nie ein großer Fan von Shou werde. Auch wenn der typische Shou-Geschmack in den späteren Aufgüssen deutlich weniger wird und die würzig-süßen Aromen alleine wirken können und insgesamt ein sehr angenehmes Mundgefühl zum Tragen kommt...der Shou-Geschmack ist nicht mein Fall. Auf jeden Fall bisher nicht...

  • 2020 "Suan Zao Shu" YS

    Los geht es mit den Mäusen.

    Ich muß zugeben, daß ich auf die Frage, warum ich gerade diesen PuErh und die beiden anderen ausgewählt habe, keine Antwort wüßte. Es gibt ja Leute, die kaufen nach Region und nach Fabrikant, Lage und Alter der Bäume. Hier lese ich: Jinggu, 1800 Meter, 200-300 Jahre, Family Li. Viele Ahas. Mir ist das alles ziemlich egal. Ich kaufe nach Händler. So richtiger Schmott war bisher auch auffällig billig, Ausnahme stellt Tea Urchin, dort habe ich meine preiswertesten Tees her - und kein Ausfall dabei. Bei YS kann man sich gut am Preis orientieren, wobei auch der immer weniger 357g hat. Eine Unsitte, ich wiederhole mich, ich weiß.

    Der Tee ist zuerst durchscheinend blumig, wie ein heller Glockenklang, ich vermisse Adstringenz, nicht mal eine Ahnung gibt es, Mädchentee. Im dritten und vierten Guß holt er etwas auf, bleibt immer noch gefällig, aber es schlägt eine Energie zu, da tanzen die Mäuse Polka aufm Tisch! Und ich fühle mich, als würde ich wie einen Meter überm Fußboden schweben, mein Brustkorb gewinnt an Breite, ich sitze aufrecht und gerade ... es wird auch heller, wie man es bei gutem Wässerchen (Wodka) kennt, einfach wenn sich die Pupillen weiten. Holla, die Waldfee. Die Hündin scheint was geahnt zu haben, sie ist sonst eher desinteressiert, wenn es um Tee geht. Höchstens der Pinsel ist von Interesse. Heute:

    Ich gieße 10 Mal, bis ich vollkommen abgehoben bin. Der Geschmack ist gleichbleibend irgendwo in einem mittlerem Rauschen, die Hündin schaut besorgt. Kein Grund. Voller Energie geht es noch mal über die Felder...

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    vor 55 Minuten schrieb Willemzwo: ich vermisse Adstringenz, nicht mal eine Ahnung gibt es, Mädchentee.

    Unmöglichste Beschwerde der Woche! 🙈😁

    Aber das Hündchen sieht lieb aus! Und die Verkostung war schön spassig Joscht! 👍

    PS @Anima_Templi: Hab letztes Jahr die 17er Frühlingsausgabe davon mal gemustert, ein Teefreund meinte bei der gemeinsamen Verkostung, dass er ihn in den Sitz zurückdrücke (wie beim Flugzeugstart 🤣), ich fand ihn aber nicht sonderlich, auch geschmacklich wenig sagend (selbstverständlich schrieb Fersi bei Scott aber wieder eine Eloge über den Tee). Das Muster wanderte denke ich in die "ich geb euch noch zwei, drei Jahre Zeit, vielleicht wird ja noch was aus euch"-Kiste.

  • Heute standen Bing Cha - junge vs. alte Bäume an:

    Den Anfang hat der Nanmei O Yang Gushu 2015 gemacht. Ein sehr charaktervoller Sheng, sehr komplex mit fruchtigen-süßen und leicht würzigen Anleihen. Ein sehr zugänglicher Tee der sich über die Aufgüsse sehr entwickelt. Ein wirklich süffiger und sehr ansprechender Pu Erh.


    Im direkten Vergleich dann der Yiwu Wang Bing Shen Tai 2017 von den jüngeren Bäumen. Bei der Blindverkostung hat sich dieser Pu Erh weniger komplex und süß präsentiert. Absolut kein schlechter Tee aber mit wenig(er) Charakter und etwas flacher.


    Mein erster Schnitzversuch einer Teeschütte aus Walnussholz ist gestern fertig geworden und wurde heute zum ersten Mal eingesetzt.


    Coming next: Wu Liangshan 2015 Gushu Bing Cha

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    vor 8 Stunden schrieb cordyceps: sehr komplex mit fruchtigen-süßen und leicht würzigen Anleihen. Ein sehr zugänglicher Tee

    "Komplex" ist mir in Zusammenhang mit Geschmacksbeschreibungen immer zu sehr komplex - und habe ich bislang als Marketingsprech einer verkümmerten Feder abgetan. Nun lese ich das hier. Gedankenlos übernommen?, oder steckt doch mehr dahinter? Wenn ja, schließen sich "komplex" und "sehr zugänglich" nicht eigentlich aus?

    Ich wünsche einen wenig komplexen Tag mit vielen komplexen Gedanken.

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    vor 10 Stunden schrieb Anima_Templi: Lass mal hören, ob das Ergebnis reproduzierbar war. In der Preisklasse wäre das bemerkenswert.

    @Anima_Templi, das funktioniert nach meinen Erfahrungen leider nicht. /emoticons/sad@2x.png 2x" title=":(" width="20" />

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

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    vor 32 Minuten schrieb KlausO: das funktioniert nach meinen Erfahrungen leider nicht. /emoticons/sad@2x.png 2x" title=":(" width="20" />

    Klar funktioniert das, es braucht nur den richtigen Tee, @KlausO /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 1 Stunde schrieb Willemzwo: "Komplex" ist mir in Zusammenhang mit Geschmacksbeschreibungen immer zu sehr komplex - und habe ich bislang als Marketingsprech einer verkümmerten Feder abgetan. Nun lese ich das hier. Gedankenlos übernommen?, oder steckt doch mehr dahinter? Wenn ja, schließen sich "komplex" und "sehr zugänglich" nicht eigentlich aus?

    Ich wünsche einen wenig komplexen Tag mit vielen komplexen Gedanken.

    Hallo Willemzwo,

    wie du sicher gelesen hast habe ich wenig bis keine Ahnung bei Pu Erh und habe jetzt in den letzten Tagen meine ersten Shou und Sheng Versuche gemacht. Insofern sind meine Beschreibungen sehr laienhaft.

    Ein "komplexer Pu Erh" war für mich in diesem Moment die richtige Beschreibung - ob das eine richtige Beschreibung für den Tee ist, keine Ahnung. Komplex war er für mich da er beim Trinken und im Nachgang immer wieder andere Aromen präsentierte und nicht, wie manch anderer aus meinen ersten Gehversuchen, sich nur mit fruchtig-floralen Noten und Süße für mich darstellte.

    "Sehr zugänglich" beschreibt auch wieder nur meinen Zugang zu diesem Tee. Ich hatte auch bei den Probepaketen komplexe Shous dabei die sicherlich interessante Aromen in sich vereinen - für mich waren die aber nicht zugänglich weil ein Geschmack dominierte oder die Kombination der Aromen für mich nicht stimmig waren.

    Grüße, Robert

  • Ich finde die Beschreibung eines Geschmacks immer etwas verkrüppelt, darum bin ich auch absolut kein Freund davon. Auf einer Sensorikschulung meinte die Vortragende, das hätte etwas mit der schlechten Verbindung vom Geruchs- und Sprachzentrum im Gehirn zu tun. Diese Erklärung kommt mir allerdings auch etwas seltsam vor.

    Um für etwas positive Spannung zu sorgen: umschreibt eigentlich "durchscheinend blumig, wie ein heller Glockenklang" wirklich deutlicher als "komplex" worum es geht ? 😉

  • So viel zur heutigen Shou-Verkostung!

    Jawohl, ein gewaltiges Drachenei! 🤣

    Eine traditionelle, von Hand geformte Teekugel.

    Früher war die natürlich meist grün (sofern nicht durch die Alterung natürlich fermentiert), da hat man die geröstet und mit einem Holz-Hammer zerschlagen und dann gemahlen, gesiebt und das Feingemahlene in heisses Wasser eingerührt - der uralte, chinesische Vorgänger vom japanischen Matcha.

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    vor 14 Stunden schrieb GoldenTurtle: Unmöglichste Beschwerde der Woche! 🙈😁

    Aber das Hündchen sieht lieb aus!

    Die Hündin hat sich aufgrund ungerechtfertigter, frauenfeindlicher Diskriminierung entfernt. Recht hat sie. Warum sollten Mädchen keine Adstringenz mögen, pah. 🙄 Der Adstringenzmangel liegt wohl eher an der Knausrigkeit des Konsumenten - in dem Preisniveau ist eben auch Komplexität eher schwer zu finden - ergo hier unbekannt. 😉

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    vor einer Stunde schrieb GoldenTurtle:

    Eine traditionelle, von Hand geformte Teekugel.

    Nicht von Hand geformt, sondern von einem verknoteten Textil oder Plastiktüte. Sieht man doch an den Falten. /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" /> Imposant und schön das Ei. Hast Du etwas abgelöst bekommen ohne Dich zu verletzen?

    [size=14][font='lucida sans unicode, lucida grande, sans-serif']Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos.[/size][/font]

  • Liebe Teefreundinnen und -freunde, ich äußere mich in letzter Zeit ja eher selten in diesem Unterforum. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Sprache in der Tat, wie @Lateralus schrieb, ein sehr unzulängliches Werkzeug zur Wiedergabe gerade der sensorischen Eindrücke ist, die uns ein guter Tee vermitteln kann - von anderen Eindrücken ganz zu schweigen. Nun haben wir heutzutage die Möglichkeit, diese Eindrücke, die Stimmungen, in die sie uns versetzen, auch mit Hilfe von Bildern wenigstens anzudeuten. Auf dieses Mittel verzichte ich (nicht, ohne es erprobt zu haben); weniger aus Einsicht in meine doch recht beschränkten technischen Fähigkeiten als aus dem Grund, dass es mir nicht gelingen mag, Fotografieren mit in den Fluß meiner Teeübung einfließen zu lassen, ohne dass dies den Fluss über einige holprige Stromschnellen leiten würde. So sportlich bin ich nicht ... Selbstverständlich ist dies keine Kritik am Fotografieren, ganz im Gegenteil freue ich mich (auch als deklarierter Pu-Muffel ...) jeden Tag über die teils wirklich inspirierenden Bilder hier und möchte da auch einfach mal pauschal 'Danke' für diese Bereicherung meines Tagesablaufs sagen.

    Nach dieser umständlichen Einleitung zum Thema. Die letzten paar Tage hatte ich überhaupt keinen Tee getrunken; teils aus gesundheitlichen Gründen (Magenprobleme) aber vor allem, weil ich wegen eines familiären Trauerfalls quer durch die Republik reiste, ohne es wirklich genießen zu können. Um so mehr freute ich mich heute auf meinen Morgentee. An der Reihe war ein Meng Ding Gan Lu (蒙顶甘露) aus dem südwestlichen Sichuan. Klassischer geht es wohl nicht - der Meng Ding gilt als Wiege der Kultivation des Tees. Auch, wenn dieser Anspruch nicht unwidersprochen ist, so ist der Anbau hier jedenfalls der früheste historisch belegte.

    Mein 'Programm' im aktuellen Semester war u.a. auch darauf angelegt, Ostküsten-Grüntees (meine prsönlichen Favoriten) mit Tees aus Sichuan zu vergleichen. Diesem Zweck dienten zum Einen ein Emei Mao Feng (峨嵋毛峰) - der Emei ist neben dem Meng Ding das andere klassische Terroir Sichuans. Es handelt sich allerdings nicht um eine klassische Sorte (Mao Feng ist lediglich ein Pflückstandard), sondern um eine Wildpflückung. Was konkret sicher nicht mehr heisst, als dass da ein alter, verwilderter Teegarten wieder in Betrieb genommen wurde. Einerseits eine Garantie für 'erwachsene' Teebüsche und mehrjährigen Verzicht auf Kunstdünger und Spritzmittel, andererseits kann man sich natürlich fragen, warum der Teegarten aufgegeben wurde ... Jedenfalls - am Qualitätspotential hat es meinem Eindruck nach nicht gemangelt. Ein gefälliger und obendrein preiswerter Tee, importiert von Herrn Melzer und bezogen von meinem lokalen Dealer, Frau Weber.

    Doch zurück zum Anderen, dem Gan Lu. Ich hatte im Frühjahr zwei Proben verkostet, beide auch nahezu zum selben Preis angeboten. Die Probe von Teewald war etwas kleinblättriger als die vom Cha Dao - möglicherweise ein wenig früher gepflückt. Trotzdem entschied ich mich für den aromatischeren vom Cha Dao. Farbe (helles Grün mit viel Weiss durchsetzt) und Verarbeitung (条形, 'verdrillt') erinnern an Bi Luo Chun (klassischen, keinen taiwanesischen ...). Aus Sichuan kamen (und kommen) entsprechend auch Bi Luo Chun - Nachahmungen (und wohl auch Fälschungen). Der Gan Lu jedenfalls ist deutlich großblättriger und es fehlt ihm weitgehend der für den echten Bi Luo Chun so typische Flaum.

    Gan Lu bedeutet 'süßer Tau' - wer nun allerdings einen sonderlich süßen Tee erwartet, wird wohl eher enttäuscht. Der Name bezieht sich nämlich auf die Herkunft dieser Teesorte; Gan Lu ist einer der fünf Hauptgipfel des Meng Ding und dort legte (zumindest berichtet es so die Legende) der taoistische Eremit Wu Lizhen den ersten Teegarten überhaupt an. Während der Ära Gan Lu der Han-Dynastie (53 - 50 v.d.Z.), wovon nun wiederum der Gipfel seinen Namen haben soll. Auf sieben (oder, nach anderer Quelle, acht) von ihm gepflanzte Teebüsche geht diese Teesorte zurück, die 742 n.d.Z. in den Rang eines kaiserlichen Tributtees erhoben wurde. Da wurden dann die Teegärten des Meng Ding vorwiegend von buddhistischen Klöstern betrieben.

    Immerhin präsentiert der Tee sich trotzdem in der Nase mit einer tiefen (also eher weniger 'taumäßigen') Süße - die sich dann allerdings nicht im Mund fortsetzt. Ansonsten zeigt sich in der Nase und auch im Mund eine deutliche Umami-Grundtönung, die, typisch für chinesische Grüntees, an das Eiweiss eines frisch gekochten Hühnereis erinnert (jedenfalls mich) und insgesamt für ein rundes, harmonisches Mundgefühl sorgt. Insgesamt wirkt der Tee sehr 'grün', also vegetabil - ich assoziiere da nasses, saftiges Gras. Bittere Noten sind sehr dezent an den Seiten der Zunge wahrnehmbar, wo das erwähnte grasige Aroma eher gemüseartig anmutet, mit einem Hauch Chicorée. Die sehr milde Adstringenz reicht nicht aus, den Speichelfluss merklich zu erhöhen - der Tee ist also weniger als Apéritiv oder Essensbegleiter geeignet, dafür sehr magenschonend.

    Dritter und vierter Aufguss werden dann in der Kontur deutlich weicher und wirken dadurch auch undifferenzierter. Dafür setzt nun ergänzend ein ausgesprochen wuchtiges, aber sehr entspannendes Qi ein. Anhaltende, entspannte Wachheit; trotz der relativ hellen Färbung scheint das Blatt ordentlich Koffein zu enthalten. Fünfter und sechster Aufguß legen dann deutlich mineralische Noten (verwitterter Granitboden?) offen, die vorher durch die kräftigen 'grünen' Aromen verdeckt waren und im schön ausdauernden Nachhall deutlicher und differenzierter, 'schärfer' hervortreten als beim Trinken.

    Ich bevorzuge bei diesem Tee eine moderate Aufgusstemperatur von 75°C; es gibt auch Empfehlungen von 90°C, was mE den Körper zu 'mager' macht. Andererseits ist eine höhere Aufgusstemperatur zu empfehlen, wenn einem die oben erwähnte Umami-Grundtönung zu dominant und damit der Tee insgesamt zu 'breit' herüberkommt. Die Farbe ist ein frisches Gelbgrün - nicht klar, sondern leicht milchig (das Blattmaterial also doch nicht ganz ohne Flaum).

    Ansonsten: 10 g / 180 ml; Sequenz [blanchieren]/20/30/50/80/120/180 Sek.; Material Banko (Aufguss- und Kühlgefäß) / Porzellan (Ausschank- und Tringefäß); Wasser Black Forest.

    Da mir heute nach musikalischer Begleitung war, auch diese noch angegeben: Andreas Ottensamer, Blue Hour (Link geht auf KlassikAkzente).

    _()_

    未尝‎甘露味 先闻圣妙香

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    vor 2 Stunden schrieb teekontorkiel: Nicht von Hand geformt, sondern von einem verknoteten Textil oder Plastiktüte. Sieht man doch an den Falten. /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />

    Ja und nein! 😅

    Zwar schon in einem Sack und dennoch von Hand geformt.

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    vor 2 Stunden schrieb teekontorkiel: Imposant und schön das Ei. Hast Du etwas abgelöst bekommen ohne Dich zu verletzen?

    Ja, aber ich gebe zu, für Anfänger wär das ziemlich gefährlich. Menghai hat sowas afaik auch nur sehr selten produziert, das letzte Mal vor über 10 Jahren - wohl aus Angst vor Klagen. 🤣

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    vor einer Stunde schrieb SoGen: Das liegt nicht zuletzt daran, dass Sprache in der Tat, wie @Lateralus schrieb, ein sehr unzulängliches Werkzeug zur Wiedergabe gerade der sensorischen Eindrücke ist, die uns ein guter Tee vermitteln kann

    Ich find das genau etwas bereicherndes für das ganze Leben, auch im Umgang mit anderen Menschen, seine Empfindungen besser in Worte ausdrücken zu lernen.

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