Welchen Tee trinkt ihr heute?
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schau mal hier: (Hier findest Du einiges)Da wird jeder fündig

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2022 Bada Danzhu von prSK
Nach einem Treffen in kleiner, privater Runde mit Peter letztes Wochenende stehen bei mir jetzt natürlich auch erstmal die neuen 2022er (und ein paar "neue" 2020er) China Shengs auf dem Programm. Und was das wieder für Tees sind! Wir hatten sämtliche Tees blind verkostet - nicht einmal Peter selbst wusste welcher Tee als nächstes im Kännchen landet, da die "Lösung" auf einem gefalteten Zettel im Sample-Tütchen verborgen war - und auch wenn (oder gerade weil) wir in den meisten Fällen bei der Bestimmung des Tees grandios gescheitert sind, war das mal wieder ein sehr lehrreiches Treffen, das zeigt wie wenig man sich auf Stereotypen bzw. vorgefasste Meinungen verlassen kann. An dieser Stelle nochmals Danke an alle Teilnehmer und insbesondere natürlich an Peter!
Eines der besten/eindrücklichsten Beispiele dafür ist der 2022er Bada (und sein 2020er Vorgänger), mit dem ich heute starte: Bada oder auch oft Badashan (巴达山) liegt ganz im Westen von Xishuangbanna (nordwestlich von Bulang) und somit quasi genau gegensätzlich zu Yiwu. Diese Gegensätzlichkeit macht sich auch im Charakter bemerkbar: typisch (zumindest hätte ich das auf Grund meiner bisherigen Beobachtungen mit der Region gesagt) ist eine gewisse Bitterkeit, die aber im Gegensatz zu Bulang weniger texturbetont ist, dafür aber mit einer frischen Zitrus-Note aufwarten kann. Und diese Bitterkeit sorgt gerade bei den jungen Sheng durchaus für eine gewisse Aggressivität - daher waren wir bei diesem Tee zunächst eher von einem Mansa (also Yiwu) ausgegangen, da der Tee sehr freundlich startet - frisch-süß, kaum Bitterkeit mit einer wunderbar weichen Textur. Dazu kommt ein sehr intensives Qi, das primär im Stirnbereich wirkt dann aber nach kurzer Zeit in die Arme abfließt - das liebe ich! Zudem wirkt das Qi selbst auch sehr weich und geschmeidig - obwohl es zunächst im Stirnbereich wirkt fühlt es sich ganz anders an als z.B. ein sehr scharf-konzentriertes Qi eines (starken) Nakas (was übrigens im zentralen Norden von Xishuangbanna liegt). Ein ruhiger, weicher Tee der trotzdem viel Kraft hat und es nicht nötig hat mit irgendwas besonderem anzugeben - das klingt zunächst mal sehr nach einem high-end Yiwu wie einem Rareness 5 - dementsprechend waren alle sehr überrascht, als Peter einen Blick auf den Zettel geworfen hat und er hatte zunächst auch schon daran gedacht, ob ihm nicht evtl. beim Abpacken ein Fehler unterlaufen sei. Mit dieser Information wurde es dann aber in den weiteren Aufgüssen deutlicher, dass die Zuordnung doch korrekt war (was auch die Session heute nochmals bestätigt hat), denn auch wenn der Tee für das was ich sonst von Bada gewohnt bin sehr sanft und ruhig bleibt, kam dann doch eine typische Zitrus-Note zum Vorschein, die das ganze bestätigt. Eine Vermutung ist, dass es sich bei dem Tee um einen Danzhu (单株) handelt, also dem Pu'erh-Äquivalent zu einem Dancong (单丛) aus der Yancha-Welt: das verwendete Material stammt von einzelnen, ausgewählten (und in diesem Fall besonders alten) Teebäumen, wohingegen die bisherigen Produktionen wie dem 2011er oder 2013er "nur" Gushu (und nicht Gushu Danzhu) waren (natürlich hab ich diese auch nicht ganz frisch erlebt und in den Jahren dazwischen hat sich einiges an der Produktionsmethode getan aber dennoch spannend) - wie viel die Auswahl der Teebäume eines Gartens ausmacht, wird auch noch die 2022er Versionen des Rareness 5 zeigen - aber dazu ein ander mal mehr. Zu dem Tee bleibt nur noch zu sagen, dass es ein wunderschöner Tee ist, der "einfach nur gut" ist und sich dabei auf irgendwelche besonderen Geschmacksrichtungen usw. verlassen zu müssen - und dass er locker mit Tees mithalten kann, die das doppelte kosten!





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@Opro ich nehm als Standard immer 5g/dl. Hab aber auch nicht so kurze ziehzeiten wie @KlausO und sicher nicht so viele Aufgüsse. Meist sind es 3 und ein sehr langer vierter.
Heute war ein entspannter schöner Tag etwas Regen aber dennoch haben wir einen Besuch beim Berliner KOS Teehaus "Make Tea not War" zum 5 jährigen Jubiläum gewagt und einen schönen Gyo und ein paar schmackhafte Onigiri genossen.
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Bangwei 2010 - puerh sk
Das Pröbchen habe ich für zwei Sessions aufgeteilt und so landeten heute ca. 5,5 Gramm im (knapp 10cl) Kännchen, was ungefähr meiner üblichen Dosis entsprach, bevor ich nach dem letzten Wochenende das Experimentieren (wie schon erwähnt auch mit anderen Parametern) wieder angefangen habe.
Das trockene Blatt duftet lebhaft und harzig, glühende Orangen und tropische Marmeladen... Im nassen Blatt finden sich Aromen von mit Harzen veredelten Hölzern mit einer frischen, aber klaren Reifenote; auf dem Holz eine vertrocknete Erdbeermarmelade, erneut Orange… eine komplexe Nase, tiefgründig und lebendig.
Und dann die ersten Aufgüsse…
Der Tee stellt sich vor, oder besser gesagt, mit Fanfaren und einem Hauch von Raserei!
Eine aufdringliche rauchige Note, zusammen mit fast explosiven säuerlichen Zitrusnoten an der Zungenseite und eine anfangs große Bitterkeit. Die Rauchigkeit (Holzrauch) vermittelt sofort den Eindruck eines klassischen Rezeptes, wie man sie bei Factory-Shengs findet, besonders wenn sie trocken gelagert wurden. Dazu eine ziemlich starke Adstringenz.
Diese Eindrücke sind aber nur vorhanden, was den Geschmack und die anfängliche Agressivität der ersten drei bis fünf Aufgüsse angeht. Denn hinter diesen vordergründigen und vehement aufdringlichen Noten zeigt sich ein Blatt von hoher Güte, rein und klar.
Die Textur entwickelt sich mit einer gewissen Schwere, eine dezente Süße scheint schon bald etwas durch und die Kraft des Tees entfaltet sich: Zunächst steigt es mir regelrecht zu Kopf, aber bald schon verteilt sich die Energie im Körper, mal hier mal da, ab und an wild und nur kurz an manchen Stellen aufblitzend, dann wieder woanders auftauchend.
In den späteren Aufgüssen, wenn sich die anfänglich bombastische Vorstellung gelegt hat und sich auch die Rauchigkeit zurückzieht (die ist im Duft des Blattes übrigens nie aufgetaucht!), kommt fast schon eine Eleganz durch, mit Zitrusholz und einem sehr langen tropisch-fruchtigen Abgang; mit einer präsenten reinen Süße, die im Hals verweilt.
Ja, und dann, gegen Ende der Session, da kommt ein Versöhnungsangebot mit weichen floralen Honignoten, fast sowas wie eine Entschuldigung nach den Ohrfeigen, die man zu Beginn eingesteckt hat. : - D
Da ich weder der größte Freund von sehr agressiven Tees noch von zu viel Adstringenz bin, ist klar, dass dieser Tee nicht zu meinem Liebling wird. Aber auf der Qualitätsebene, das muss ganz klar hervorgehoben werden, ist das ein wunderbarer Tee; und auch wenn das ein oder andere an Fabriktees erinnert, so hat das überhaupt nichts mit dem Standard, den man so aus den Fabriken kennt, zu tun und ist qualitativ in einer anderen Galaxie (sofern wir in einem Universum bleiben wollen)!
Interessanterweise waren einige der frühen Aufgüsse sehr schön im Celadon-Cup von @doumer gelesen, dass es sich hier wohl um eine Herbsternte handelt. Das erklärt auf einer gewissen Ebene wohl die adstringenten Aspekte, denn ähnliche Erlebnisse habe ich bei so gut wie jedem Herbsttee. Ansonsten habe ich ein paar mal schmunzeln müssen bei den Übereinstimmungen, die wir in unseren Rezensionen gefunden haben. Meine Punktzahl würde heute allerdings nicht ganz so hoch ausfallen.
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2022 Mangsheqing Gaogan von prSK
Auch dieses Jahr hat Peter mal wieder etwas ganz besonderes im Programm (oder hatte? die Samples des Tees scheinen schon alle ausverkauft zu sein): Mangsheqing Gaogan (蟒蛇箐高杆). Gaogan (高杆) ist mittlerweile klar - dabei handelt es sich um die besonders hoch gewachsene Bäume, die größtenteils aus einem langen Stamm bestehen und nur oben in der Krone Blätter haben, da es weiter unten im Urwald zu wenig Licht gibt - aber Mangsheqing (蟒蛇箐) ist ein komplett neuer Ort für mich. Übersetzt bedeutet das "Boa Constrictor Bambus-Hain in einer Berg-Schlucht" und ist quasi ein Teegarten (oder eher Vorkommen, denn mitten im Urwald kann man wohl kaum von einem Garten sprechen) des Dorfes Miaojiu (ähnlich wie z.B. Chawangshu (茶王树) zu Guafengzhai (刮风寨) gehört). Miaojiu (oder Miao Jiuzhai) ist ein Dorf der Yao (瑶族) und liegt auf ca. 1400 Meter 30km nördlich von Yiwu in Mengla und um von dem Dorf zu Mangsheqing zu gelangen muss man erstmal 1h durch den Fluss Tongqing waten. Dabei scheint es sich zudem um ein Guoyoulin (国有林) Gebiet (also einen staatlich geschützten Wald) zu handeln, was den naturbelassenen Urwald erklärt, denn hier darf keine Land-/Forstwirtschaft betrieben werden - Eindrücke und Bilder kann man in diesem Blogpost (nur Chinesisch) sehen. Bei den Bäumen handelt es sich um die "klassische Teepflanze", die vor langer Zeit mal gepflanzt und dann aufgegeben wurden und sich deshalb im Urwald sehr weit nach oben recken müssen, um noch Licht abzubekommen - sprich nach dem beschwerlichen Fußmarsch muss man auch noch einen hohen Baum erklimmen, um endlich an die Teeblätter zu gelangen - kein Wunder also, dass der Preis für den Tee sehr hoch ist, denn solch eine Arbeit muss auch ordentlich entlohnt werden (und bei Peter kann man sich wenigstens sicher sein, dass das auch auf eine faire Weiße passiert)!
Für den Namen des Ortes gibt es zwei Erklärungen:
- es gibt dort tatsächlich viele Boa Constrictors, wie man z.B. in diesem Blogpost (nur Chinesisch) gut sehen kann - das ist nochmals etwas anderes wie wenn ein langnasiger Teehändler mal in einem Busch eine kleine Schlange findet und daraus dann eine riesen Geschichte macht (Storytelling soll ja gut fürs Marketing sein)
- natürlich wie bei fast allem in China eine Legende: Kong Ming (孔明) (aka Zhuge Liang), ein Stratege aus der Zeit der drei Reiche, führte angeblich seine Soldaten durch die Gegend, die durch Miasma krank wurden (sehr oldschool - und spricht nicht unbedingt für die Qualität des Bodens, haha). Also mussten sie anhalten um sich auszuruhen und während sie sich auf die Suche nach frischem Wasser machten wurden ihre Pferde von Boa Constrictors verschlungen - es lagen nur noch die Teesamen der Pferde herum, aus denen eben diese alten Teebäume aufgingen (scheinbar mussten die Pferde Tee(samen) geladen haben, denn sonst ist die Metamorphose von Pferd zu Tee etwas fraglich - auch wenn nicht ungewöhnlich, man muss sich nur die Legende hinter Walong anschauen, siehe hier)
Jetzt aber endlich zu dem Tee an sich! Dieser ist genau so ungewöhnlich, wie der Ort von dem er stammt: optisch ist das Blatt zwar schön aber nicht auffallend - es sind ja "nur" verwilderte, normale Teepflanzen, keine verrückte Mutation wie bei dem Rareness 6 - dafür hat bereits das Aroma vom nassen Blatt Facetten, die ich so noch nirgends hatte. Für mich riecht es wie zart gebratene Hähnchenbrust mit wilden Kräutern und einem Hauch exotischer Frucht wie Kiwi - Hähnchenbrust deshalb, weil es etwas sehr saftig-fleischiges hat aber auf eine helle, leichte Art, nicht wie z.B. den Räucherspeck, den man manchmal bei einem zünftigen Sheng findet. Dieser saftige Aspekt setzt sich auch auf der Geschmacksebene fort wobei hier die Kräuter noch von einer schönen Bitterkeit begleitet werden und die Kiwi eher im Abgang kommt - der Hui Gan (回甘) des Tees hält übrigens phänomenal lange an! Dieser Tee profitiert zudem sehr davon, wenn man ihn mit etwas kühlerem Wasser (80-90°) brüht aber dafür etwas länger ziehen lässt: dadurch nimmt die Bitterkeit nicht überhand und das ungewöhnliche Kräuterfleisch mit Fruchtsoße kommt besser zur Geltung und der Körper wird voller (generell ist diese Methode insbesondere bei sehr jungen Shengs sehr zu empfehlen). Die Textur ist schön weich und voll, spannender ist aber das Qi und die Tiefe des Tees: dieses wirkt zunächst sehr lokal im Stirnbereich und fließt im Gegensatz zum Bada Danzhu von gestern auch nicht ab sondern löst sich langsam im Körper und sammelt fast unbemerkt an Stärke. Nach ein paar Aufgüssen kribbelt dann langsam auch Gesicht und Nase - zugleich wird man durch die introspektivische Qualität der Tiefe ruhiger und gelassener, so dass es fast etwas davon hat, als würde man einen Schnaps nach dem anderen trinken, ohne dass man dabei die negativen Auswirkungen des Alkohols hat. Auch wenn ich sonst ja sehr ein Freund von körperbetonten Qis bin: das ist wirklich sehr schön und ein intensives Erlebnis, ohne dass der Tee wie ein Qi-Hammer einen plätten muss. Dazu die verrückten Geschmacksfacetten und Aromen, die im Laufe der Session genügend Wandlung zeigen, um den Spannungsbogen interessant zu halten - das ist wirklich mal wieder ein grandioser, einzigartiger Tee wie ich sie bislang nur von Peter kenne - da kann kein anderer Produzent egal zu welchem Preis mithalten!





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w2t vs w2t (2x4g)
Mein Freund aus Frankreich, 'P the G', hatte mir zwei w2t Blind-Pröbchen geschickt, zwei unterschiedliche Jahrgänge der gleichen Produktionslinie. Bestimmt Blends…
Und da wir beide nicht so richtig Lust auf großartiges Analysieren hatten, kam die Idee auf, die Blends einfach zu blenden! Und so kam es dann auch. Über Nacht im Porzellandöschen akklimatisiert und los ging's, 8g im Zhuni-Kännchen 'Böppele, dem Gnadenlosen'. Gnadenlos deshalb, weil es für mich das Kännchen ist, das wie kein anderes die Schwächen eines Tees zeigt; für mich ist das meistens dann irgendwo im Bereich der Adstringenz und Aggressivität auffällig…
Das trockene Blatt duftet wie eine Süßigkeit, vielleicht kandierte Früchte, w2t typisch schön präsentiert und ein bisschen 'aufpoliert'.
Beim nassen Blatt verhält es sich etwas anders, mehr Zitrus, mehr grasige Noten, ölig anmutend, aber immernoch ansprechend, obwohl zu viel Grasiges… naja, eigentlich nicht so meins.
Ölig auch der Body des Tees, dicht und immer süß, von Beginn an.
Und erstaunlicherweise keine Adstringenz! Da war mein Freund durchaus überrascht… denn er erlebte in der Vergangenheit und auch heute einiges an Adstringenz bei diesen Tees, besonders beim jüngeren Jahrgang. Er hatte sie natürlich öfter auch einzeln verkostet. Die Überraschung war auch deshalb so groß, denn er weiß von meinen zahlreichen Berichten über Böppele; und dass das Kännchen keine Scherze macht…
Durchweg süß, später etwas mehr Motoröl (Werkstatt) und Grapefruit (das hatte ich öfter bei Lao Man'E zum Beispiel).
Die Energie ziemlich bald aufsteigend, klar und angenehm. Es wird auch langsam heiß… naja, passt zum Wetter, denn als ich heute wieder recht früh aufgestanden bin und ordentlich voller Vorfreude die Fenster aufriss, da kam mir gleich diese schwüle Wand entgegen. Würde ich jetzt schön abgelegen in Naturnähe wohnen in einem kleinen alleinstehenden Häuschen, so hätte ich mich vielleicht enstpannt zurückgelehnt und die schönen Bedinungen für die Puerhs genossen, aber in der Stadt, im Dachgeschoss… ja, so ist es halt im Sommer.
Jedenfalls hat mir der Tee insgesamt ganz gut gefallen, gefühlt eine klare Bevorzugung des etwas älteren Materials, soweit ich das von dem Blend her einschätzen kann.
Die Auflösung: Es war Tuhao AF 2017 und 2021. Der Tee soll Laobanzhang repräsentieren, ohne Laobanzhang zu sein. Zitat von der Produktseite: 'This tea is a bargain and better than the vast majority of teas mislabeled as Laobanzhang in the market.'
… auch, wenn das auf gewisse Weise zutreffend sein sollte, diese Art des Marketing und die endlose Verschwiegenheit über den Inhalt der Shengs sorgen dafür, dass ich ziemlich ungern bei w2t einkaufe. Da nehme ich lieber mal ein paar der anderen Typen aus dem Angebot, Strawberry Lapsang oder Canton Canon fallen mir da spontan ein als Tees, die mir durchaus gefallen und die sehr gefällig sind (typisch w2t für mich).
Manchmal habe ich w2t verglichen mit einer Hollywood-Produktion aus den 40ern/50ern, also dieses 'perfekt gemachte' Schwarzweiß ohne Ecken und Kanten. Toll anzusehen, aber vielleicht auf Dauer zu steril. Nimmt man hingegen europäische Autorenfilm-Produktionen wie zB Accattone von Pasolini… das ist pur, ungeschönt und geht sofort mehr in die Tiefe. Ja, das wären dann wohl Peters Tees… : - )
Grüße euch!
Thomas
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Heute mangels Zeit mal 3 etwas größere Aufgüsse des Sencha Hisui von TKK in meiner unglasierten 220ml Tokoname-Kyusu. Muss allerdings sagen, das er mir in meinem kleinen Shibo bedeutend besser geschmeckt hat 😊 Konzentrierte Aufgüsse sind aber ohnehin eher mein Ding.
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Hashiri Shincha Kuritawase 2023 via Sunday Natural
Heute hatte ich eine schöne Session mit o.g. Tee.
Der erste Aufguss präsentierte sich reich an Umami mit einer frischen maritimen Ummantelung und einem leicht adstringierenden Abgang. Der zweite Aufguss enthielt weniger Umami, war aber herrlich ausgeglichen. 3&4 zeigten sich vegetal wie frisch geschnittenes Gras. Den fünften und letzten Aufguss dominierten feine mineralische Noten.
Unten ein Bild vom dritten Aufguss.

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Red Wine Loose Leaf 2022 - puerh sk
Nachdem die gepresste Version dieser Herbsternte nicht gerade die zugänglichste war, freute ich mich heute auf die lose Version des des Red Wine.
Im Duft sogleich eine mineralische Frische wie ein verregneter Wald und etwas holzig. Leicht, nicht wirklich süß.
Das geht auch so beim nassen Blatt weiter: Holzstängel, mineralische Klarheit und herbe heiße Himbeeren.
Auch im Geschmack oft die heißen Himbeeren, leicht säuerlich; deutlich kommt das Gestängel durch, mit Herbheit, teils Bitterkeit und einer cremigen Adstringenz, ohne wirklich trocken zu sein. Süße kommt fast keine durch, tiefe herbe Molasse kommt mehr und mehr, aber auch da ohne wirklich süß zu sein. Hell und leicht sind die dominierenden Geschmackseindrücke; und das verbunden mit dem vollen und üppigen Körper, der im Verlauf durchaus auch Schwere zeigt, ist eine besondere Mischung.
Der Body (klar Gushu!) und das Gefühl/das Befinden sind für mich nach einer Session die Aushängeschilder des Tees: Die Energie kommt auch im Körper spürbar an, in den Händen, in der Brust; aber es ist vielmehr das gesamtheitliche Gefühl, was diesen Tee auszeichnet. Nicht auf einer vordergründigen oder messbaren Ebene, sondern subtil in den Alltag schleichend eine leichtfüßige Unbeschwertheit, freudvoll, amüsant und offenherzig. Das kommt so auch nicht allzu oft vor. Und wenn man nach vielleicht zu oberflächlichen Kategorien messen und analysieren möchte, entgeht einem wohl das Schöne an diesem Gushu-Schwarztee. Zulassen, dass ein Tee seine eigene Raumzeit entfalten kann, gewissermaßen.
Toller Tee, auch wenn er eigentlich gar nicht das erfüllt, was man eventuell gemeinhin von einem 'schönen Schwarztee' erwarten würde.
Liebe Grüße!
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2022 Dahei Senlin von prSK
Neben dem Mansong (曼松) hat (oder hatte - es gab nur einen Bing) Peter dieses mal einen weiteren Yibang (倚邦) im Angebot und zwar von einem Ort, von dem auch Jingsong Yu sehr schwärtm: Dahei Senlin (大黑森林) bzw. Daheishan. Dieser ist (noch) nicht so bekannt/verbreitet, daher ist der Tee von Yu auch die einzige Vergleichsmöglichkeit - allerdings ist die Nachfrage nach der "Entdeckung" auf Grund der Qualität direkt in die Höhe geschnellt, weshalb der Tee ziemlich teuer ist. Nach unserem Treffen war ich sehr gespannt diesen Tee nochmals einzeln zu probieren, denn an dem Tag haben wir viele sehr potente Tees getrunken, was die Beurteilung eines einzelnen Tees etwas schwieriger macht.
Dass es sich um Yibang handelt macht bereits das trockene Blatt deutlich: im Gegensatz zu den anderen sind die Blätter hier sehr klein, da Yibang für seine kleinblättrige Camelia Sinensis Variante bekannt ist - ansonsten ist es schön kräftig und dunkel. Das dunkle ist auch klar ein bestimmender Bestandteil des Charakters des Tees: das Aroma des nassen Blatts ist dunkel-moosig was sich auch auf der Geschmacksebene fortsetzt - sehr passend, denn Dahei Senlin bedeutet zu Deutsch "großer (大) schwarzer (黑) Wald (森林)". Interessant ist, dass auch der Tee von Yu eher Yibang-atypische Muster zeigt, das bei dem Tee von Peter deutlich ausgeprägter ist: nicht bunt und farbenfroh sondern dunkelgrün mit leicht bitteren Anklängen, nicht hell-penetrant sondern weich und schwer würde ich in einer Blindverkostung nicht auf einen Yibang tippen (und hatte bei dem Teetrffen zunächst auch eher Hekai im Sinn) - wie die Mansong von Peter ist das ein Yibang, dessen Charakter mir gefällt, insbesondere die schwere Textur ist wirklich toll! Dass er geschmacklich eher gedämpft ist, finde ich ist hier sogar etwas positives, da das den bereits erwähnten dunklen, moosigen und etwas "mystischen" Charakter unterstreicht - zumal die Stärke des Tees absolut eindeutig das Qi ist: ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein Tee es bisher schon mal geschafft hat, dass mich das Qi so geplättet hat, dass ich erstmal eine Pause brauchte aber der Dahei Senlin schafft es! Im ersten Aufguss zeigt es sich noch etwas verhalten im Stirnbereich aber mit jedem weiteren sammelt sich hier (und wirklich nur hier) mehr und mehr Energie, die auch keine Anstalten macht abzufließen - beim fünften Aufguss fühlt sich mein Schädel dann an, als ob er kurz vor dem Zerspringen wäre - heftiges Zeug! Damit stellt sich aber auch eine Frage, die bei 99,99% der Tees gar nicht relevant ist: ist so eine starke Wirkung noch angenehm? Bei einer kräftigen Dosierung wie heute wird für mich die Grenze überschritten - ich hatte ihn die Tage auch mal etwas niedriger dosiert im minimal größeren Zhuni-Kännchen von Wang Jian Fang (王建芳) was dem Tee sehr gut getan hat: das Qi war trotzdem noch sehr kräftig aber blieb angenehm und auch wenn bei Zhuni die Textur weniger ausgeprägt ist kommen auf der Geschmacksebene ein paar höhere Noten zur Geltung, was Yibang als Herkunft unterstreicht. Andererseits kann man einem Tee schlecht zum Vorwurf machen, dass er zu stark ist (frei nach Fisherman's Friend: "ist er zu stark bis du zu schwach") und spannend ist auch, dass der ganze Körper nach Beendigung der Session kribbelt (irgendwann löst sich das Qi also doch von der Stirn) - aber mir sind ist die entspannende Wirkung eines guten Yiwus (oder ähnlicher Regionen) doch deutlich lieber. Für so ein einmaliges Erlebnis hat der Tee aber zweifelsohne dennoch die volle Punktzahl verdient - und wer das Glück hatte, ein Sample zu ergattern kann sich glücklich schätzen!





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Bada 2020 puerh sk
Wie zB der 2020 YiWu Zhang Jia Wang wurde auch dieser Bada ein paar Jahre in Jinghong gelagert.
Das trockene Blatt duftet schwer süßlich, fast klebrig nach Bergamotte-Öl, aber da ist gleichzeitig eine leichtfüßige Frische, die eine ordentliche Tiefe mit sich bringt.
Das nasse Blatt, das durchweg besonders wunderbar duftet (eine besondere Eigenschaft dieses Tees finde ich), zeigt noch mehr Zitrus, jetzt ätherischer, nicht mehr klebrig-süß, aber dafür harziger und geht tief ins tropische Holz mit großer Reinheit. Später auch Aromen von Kräuterbonbon. Toll!
Im Geschmack sofort eine würzige Zitrusnote, da kann man die Fantasie frei fließen lassen, wenn man mag, sie taucht in den verschiedensten Schattierungen auf... und dabei belasse ich es mal.
Klar ist eine säuerliche Frische zu vernehmen zum Abgang hin, zusammen mit einer 'Blattstängel-Würze' und einer deutlichen Bitterkeit.
Der Body ist mittel, sogar teils auf der leichteren Seite, teils mit mehr Festigkeit, das passt alles zum sommerlich erfrischenden Charakter des Tees; und alles ist durchdrungen von dieser Mischung aus Zitrus und diesen 'Blattgrünstängeln'… schwer zu beschreiben, aber da ist auch was dabei von Samen und vielleicht sogar eine Ahnung Getreide… leicht holzig, ein bisschen Muskat, ein bisschen grünlich… - aber nicht als getrennte Geschmackseindrücke, sondern als einer. Im Abgang etwas Herbheit und Bergamotte.
Es entsteht schnell ein erhebendes Gefühl, das zu Kopfe steigt. Dort ist der Tee sehr gegenwärtig, fast die ganze Session hindurch. Es ist aber nicht allzu intensiv, die Energie ist keinesfalls überbordend, aggressiv oder stürmisch. Eines der schönsten Erlebnisse der Session ist gegen Ende, wenn die Energie sich (endlich) löst und durch den Körper nach unten fließt: Dabei entsteht ein Gefühl der Wanderschaft und des Abenteuers, man möchte sogleich hinaus in die Natur und tief atmen. Bei den späten Aufgüssen entwickelt sich aus dem Gestängel eine feine, zarte Honigsüße, die sich bis dahin im Verborgenen hielt und nur ab und zu durchschimmerte. Zu lang gezogen, kann der Tee ein bisschen streng werden; aber niemals aggressiv.
Eine der interessanten Beobachtungen für mich heute war die Zubereigung: Etwas zu kurz, und es war beinahe zu leicht… etwas zu lang, und es wurde eher harsch und ziemlich bitter. Ja, einen guten Zeitpunkt zu finden, bedarf bei diesem Tee für mich wohl ein paar Sitzungen, aber im Moment habe ich nur noch Tee für eine weitere Session übrig. Darüberhinaus hat mir der Tee bei etwas heißeren Trinktemperaturen besser gefallen, da er mir runder, verwobener und tiefer vorkam. Ob oder inwieweit das mit den Brühtemperaturen zusammenhängt, kann ich (noch) nicht sagen.
Sehr interessanter Tee und gerade jetzt im Sommer würde ich bestimmt öfter nach ihm greifen wollen.
Liebe Grüße!
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Quote
Am 6.6.2023 um 16:06 schrieb Manfred:
Wie hast du den denn aufgebrüht? Und welcher Sencha war es denn?
Sorry hatte Login Probleme, deshalb habe ich nicht geantwortet. War glaub ich der 50/50 von tea adicts bei 3g auf 100ml ca. 65 Grad (oder was halt grade aus dem Wasserhahn kam). Da zum Teil Asamushi sehr kurze Aufgusszeiten.
Liegt aber nicht speziell an dem Tee, habe bis jetzt noch keinen Grünen gehabt der gar keine Probleme verursacht hat.
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Heute im frühen Morgenlicht eine Session mit dem Organic Hong Shui von Taiwan Tea Crafts. Ein alter Favorit, der früher einmal Red Spring Hong Shui hieß, und von dem ich kürzlich eine größere Menge zu guten Konditionen gehamstert habe. Bei dieser Charge handelt es sich um Lot 1040, welches im Frühjahr 2021 geerntet und ein halbes Jahr später gebacken wurde.

Im trockenen Blatt finden sich milde Röstaromen und fruchtige Noten von Trauben und exotischeren Früchten. Wenn man den Tee im angewärmten Nixing-Kännchen schüttelt, intensiviert sich das Trauben-Aroma und ein üppig-süßer Duft nach Ovomaltine weckt die Vorfreude auf das Frühstück. Nach dem Waschgang treten die exotischen Noten (besonders Kakaofrucht) wieder stärker hervor. Ergänzt werden sie durch Backaromen und Crème Brûlée. Im Aufguss zeigt sich, ganz wie gewohnt und erhofft, mein Lieblingsaroma in Sachen geröstete Oolongs: ein Feigenbaum in der Sonne und frisch gebackene Krapfen. Erwähnte ich bereits, dass ich noch nicht gefrühstückt habe? Am Gaumen kommt nach dem Aromenfeuerwerk in der Nase kommt überraschend viel hongcha-artiger Moschus durch. Das ist wohl auf das hohe Maß an Oxidation zurückzuführen und lässt ihn hier etwas dumpf und weniger komplex erscheinen, auch wenn sich weiterhin Aromen von Kakaofrucht und Traube bemerkbar machen. Der Körper ist, wie schon damals, ziemlich dünn. Im Abgang meine ich, eine schöne, würzige Note von Bockshornklee zu erkennen, aber was viel wichtiger ist: die Textur des Tees hält mehr als sie am Gaumen versprach. Es wird angenehm trocken und der Abgang endet in einem richtig schönen, frischen Huigan.

Ein Oolong aus sicherlich eher einfachem Si Ji Chun Material, der jedoch absolut einwandfrei verarbeitet ist und genau meinen Geschmack trifft. Für ~10€/100g bekommt man einen Tee, der in Sachen Qualität meiner Meinung nach in der 30-50€/100g Gewichtsklasse boxt. Der eher dünne Körper macht ihn nicht zu ersten Wahl für ausgedehnte Gong Fu Sessions, aber für die Session nebenbei im Home Office oder als Reisetee (sehr geringes Packmaß!) gibt es für mich kaum etwas besseres.
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Da die letzten Tag etwas zu voll waren heute noch ein schneller Nachtrag zum 2022er Hekai von prSK:
Nach dem letzten Hekai von Peter muss ich gestehen, war ich Hekai gegenüber etwas kritisch eingestellt - auch wenn das zugegeben nicht wirklich fair ist: auch dieser Hekai ist ein besserer Gushu als die meisten anderen unter diesem Label angebotenen Tees von anderen Produzenten, jedoch konnte er nicht das Level des 2019er erreichen (der zugegeben aber auch ein Danzhu war) und vor allem waren die anderen Tees des 21er Jahrgangs allesamt absolut phänomenal, weshalb dieser gefühlt etwas abfiel. Aber der aktuelle Jahrgang hat mich wieder mit Hekai versöhnt: der Tee ist locker wieder auf dem Level des 2019ers, wenn nicht sogar noch einen Tick besser!
Am auffälligsten ist für mich gerade zu Beginn der Session, dass der Tee im Vergleich zu den letzten (also 2021 und 2019) deutlich dunkler wirkt - nicht das sonst für Hekai typische helle, an trockenes Heu erinnernde und zitrusartig bittere sondern eine dunkelgrüne, ölige Schwere die aber trotzdem mit einer schönen Bitterkeit aufwarten kann. Dadurch gewinnt der Tee ungemein an Tiefe und Charakter - dazu kommt ein deutlich ausgeprägteres Qi als beim 2021er. Wie Peter schreibt ist das in seinem Programm sicher ein sehr guter Einstieg in die Gushu-Welt - global gesehen aber auch ein guter Gushu und einer der besten Hekai die ich bisher hatte!





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Kleiner Nachtrag zum Bada 2020 (puerh sk)
Heute wurde die zweite und somit (vorerst) letzte Session mit dem 'Jinghong-storage' Bada 2020 abgehalten; und weil diese zweite Sitzung so anders war als die erste, möchte ich hier ein paar Worte schreiben.
Heute war der Tee wesentlich weniger ätherisch, er hatte was Dunkles und kam äußerst rund und mineralisch. Die ersten Aufgüsse hatten eine 'Braune Zucker-Süße', die ich bei Puerh-Schwarztees aus alten Bäumen in dieser Art öfter erlebe und sehr gerne mag. Eine tiefe mineralische Rundheit, aber auch Süße und Geschmeidigkeit waren da, ohne gefällig zu sein. Sowohl im Duft des Blattes als auch im Geschmack war wesentlich weniger Zitrus zu vernehmen, über weite Strecken sogar eigentlich gar nicht. Zarte Honig- und Birnenaromen zeigten sich im Abgang, tief im Hals. Eine schnell vorbeiziehende Adstringenz an der Zungenspitze, abermals mineralisch. Und auch sehr interessant war, dass keinerlei Eindrücke der Jinghong-Lagerungszeit aufgetaucht sind, die beim ersten Mal dabei waren. Gemeint sind hier eine fast dessertartige, üppige Süße und Anklänge von Holzigkeit in Form von (vielleicht leicht harzigem) Geäst. Diese Charakteristika fand ich sowohl im Mansa als auch im Huazhu.
Die Energie war nicht zu stark, angenehm klar mit einem 'geschärften Blick'...
Ab und an, vor allem gegen Ende hin, musste ich an den 2014 Yuna Hero von Peter denken... interessant!
Das Bizen Schälchen, in das ich mich schon beim bloßen Anblick verliebt hatte, zeigt auch hier abermals seine unglaubliche Wirkung auf den Tee: Eine unglaublich transparente, klare und definierte Vorstellung der Aromen ohne verstreut zu sein,... weich, elegant, leichtfüßig, mineralisch, leicht aber mit einer gewissen Festigkeit! in gewisser Weise 'eisenhaltig'. Ich bin begeistert!
Herzliche Grüße!
PS: Witzigerweise hatte ich vergessen, dass ich bei der ersten Session mit dem Bada auch schon das Kohiki Kännchen hatte.
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Yibang DaHei Senlin 2022 - puerh sk
Die Verkostung des Senlin beeindruckte mich schon beim Teetreffen im Juni sehr und glücklicherweise konnte ich noch ein paar Gramm beschaffen. Heute war es endlich soweit!
Das relativ kleine Blatt duftet im Kännchen tief zuckrig süß, 'einfach', im guten Sinn. Das nasse Blatt duftet tropisch, leicht cremig und vor allem kraftvoll… tief innen flüchtig eine exotische Blume, versteckt, aber geheimnisvoll gegenwärtig… Später herrlich tropisch, dicht-fruchtig, immer mit einer Weichheit.
Diese Weichheit zeigt sich auch im Body: Seidig, aber mit einer gewissen Festigkeit. Eine tolle Textur! Sofort bitzelt der Mundraum, eine wunderbare Adstringenz, die nach 'Kraft' schmeckt und das Gefühl von Energie verstärkt. Im Geschmack zuckrig, leicht, aber da ist diese dunkle Seite… ein vornehm dunkler Geschmack. Klarheit; zur seidigen Textur gesellt sich eine ebenso seidige Süße, die später auch mal zu Honigsüße wird. Der Abgang mal dunkler, mal tropischer, mal kosmetischer, später pure Aprikose.
Ein duft von grtrocknetem Urin macht sich breit - haha ja, das mag abstoßend klingen… aber auch in der Welt des Single Malt tauchen bei besonders edlen Drams solche Noten durchaus auf.
Für mich spielt sich die Energie, etwas anders als @doumer es beschrieben hat, nicht nur im Kopf ab: Da ist auf jeden Fall was, aber eigentlich sofort fließt die Energie frei durch den ganzen Körper, in etlichen Schüben die Wirbelsäule hinab, an den Seiten, in den Beinen, bis hin zur Gänsehaut... ein Gefühl von Entspannung - oder vielleicht besser: 'Befreiung von Spannung', wahrlich beeindruckend!
Aber all diese Worte werden dem Tee freilich nicht gerecht. Der Senlin scheint für mich einer dieser Tees zu sein, wo ganz klar die Worte versagen und es einfach am Besten ist, nur mit dem Tee zu sitzen und sich hinzugeben. Poetisch, elegant, einfach ver- und bezaubernd.
Volle Punktzahl!
Liebe Grüße!
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Quote
vor 10 Stunden schrieb real_G: duftet im Kännchen tief zuckrig süß
Ich habe gerade noch einmal an meiner Zuckertüte gerochen, aber ich konnte keinen Duft wahrnehmen.
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Quote
Am 4.7.2023 um 21:54 schrieb Manfred: Ich habe gerade noch einmal an meiner Zuckertüte gerochen, aber ich konnte keinen Duft wahrnehmen.
Das tut mir aber Leid!
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2022 Wangong Xiaoshu von Tea Encounter
I'm back in black, haha! Nachdem ich ein paar Tage unterwegs war gab es heute einen einfacheren Tee, um wieder "rein zu kommen": einen Xiaoshu (小树) aus Wangong (弯弓), was ziemlich zentral in Yiwu (易武) liegt. Bei Wangong bzw (Wangongzhai) handelt es sich um eine Dorfgemeinschaft (wie z.B. bei Guafengzhai) - das genaue Dorf bzw. Garten ist im Shop nicht angegeben, dem Preis nach dürfte es aber auch unter Berücksichtigung, dass es sich um Xiaoshu-Material handelt nicht um Bohetang handeln sondern entweder um einen Blend oder ein weniger gehyptes Dorf. Das Blatt ist wie man es von Tiagos Produktionen gewohnt ist schön und ordentlich, eher etwas auf der grünen Seite produziert aber nicht übertrieben grün, mit einem angenehmen süßlichen Aroma das durchaus an die Gushu-Version von 2020 erinnert. Auch auf der Geschmacksebene dominiert eben diese Süße, die sich durch ihre ganz dezenten Zuckerwatte/Karamell-Noten doch etwas von anderen Yiwu-Regionen abhebt. Kein außergewöhnlicher Tee, aber einer der sich gut trinken lässt und wie bei dem Chawangshu Xiaoshu einen Einblick in die sonst sehr teure Region zumindest auf der Geschmacksebene ermöglicht.





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2022 Rareness 5 Gaogan von prSK
Bei dem Rareness 5 wird es dieses Jahr etwas kompliziert, da Peter gleich 3 (!) Versionen ins Programm aufgenommen hat: die reguläre 2022er Version aus Gushu-Material, die 2022er Gaogan Material und die 2020er Gushu-Version, die es damals auf Grund der Versand-Problematik leider nie offiziell in den Verkauf geschafft hat - im Shop ist soweit ich sehen kann aber nur noch die "normale" 2022er Version vorhanden.
Bei dem Tee heute handelt es sich um die Gaogan-Version, die wie der Name schon nahe legt aus Gaogan-Material besteht und somit der direkte Nachfolger zur 2021er Version ist, die ebenfalls und im Gegensatz zur 2019er Version aus Gaogan-Material besteht. Und im direkten Vergleich mit der Gushu-Version wird dann auch klar, welch immensen Einfluss die Wahl des Baumes (die Region/Garten ist ja die selbe) auf den Tee hat: zwar ist die 2022er Version nicht so extrem wie die 2021er Version, die man als (Tee-)Essenz der Leere bezeichnen kann, aber doch sehr viel näher an dieser, als an der 2019er Version. Aroma und Geschmack sind ziemlich verhalten - auf der Geschmacksebene zeigt sich in den ersten Aufgüssen primär eine wilde Bitterkeit, die sich aber durch etwas kühleres Wasser (85° sind für junge Shengs vollkommen ausreichend, dafür kann man dann die Ziehzeit etwas erhöhen) zu Gunsten von mehr Fülle/Gewicht reduzieren lässt, aber dennoch die Führung behält, da der Rest so dezent ist. Insgesamt aber doch deutlich mehr als bei der 2021er Version, jedoch nach wie vor nicht das, worum es bei dem Tee geht: Tiefe und Qi sind auch dieses Jahr wieder die herausragenden Stärken des Tees. Diese haben auch wieder den selben, meditativ-ruhigen Charakter: im Gegensatz zum hammermäßigen Dahei Senlin haut einen das Qi nicht aus den Socken sondern man sinkt langsam immer Tiefer hinein - das in Kombination mit einer Tiefe, wie es nur eine Handvoll Tees haben, ist eine traumhafte Kombination für eine wirklich meditative Session (sogar so sehr, dass ich zwischen durch vergessen habe ein Foto zu machen). Und diese Zeit muss man sich auch nehmen, um den Tee nicht zu "überhören" und damit er seine volle Wirkung entfalten kann - denn es ist durchaus ein fordernder Tee: nicht dass er "zickig" wäre wie manch andere aber seine ätherische Natur macht ihn nur schwer greifbar - die meisten werden mit der regulären Gushu-Version sicher mehr Freude haben (dazu später mehr). Erwähnenswert ist auch die Ausdauer des Tees: nach 2h habe ich das Gefühl, dass der Tee maximal die Hälfte hinter sich hat - also geht es am Abend weiter, mal schauen bis wann in die Nacht der Tee noch durch hält! Aber auch dieses Jahr tue ich mich mit der Bewertung der Charakter-Metrik schwer: ist die Leere der 2021er Version nun eine 1 oder eine 5? Und wenn die 2022er Version geschmacklich mehr bietet, was die Leere reduziert, wird dann der Wert höher oder niedriger? Am besten die Metrik einfach ignorieren, haha!





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