Welchen Tee trinkt ihr heute?

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    vor 9 Stunden schrieb DavidL: Ich denke sobald das Ausgangsmaterial einen gewissen Grad an Qualität erreicht hat (vernünftig angebaut, gute Bedingungen zum Wachsen und heile geerntet) ist da nicht mehr so viel herauszuholen

    Ich störe mich ein bisschen an dem Begriff angebaut, aber ich denke ich weiß, was Du meinst. Alte Bäume für Gushu-Tee werden im Idealfall nicht bewirtschaftet, wie ein Garten. Hier ist weniger ganz klar mehr, z.B. im Bezug auf Pestizide/Herbizide, zu häufiges ernten usw. Da geht der Trend auch zusehends hin, was einfach daran liegt, dass für "ökologisch und nachhaltig" produzierte Tees mittlerweile entsprechende Preise abgerufen werden können, um den Aufwand zu rechtfertigen.

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    vor 9 Stunden schrieb DavidL: Andere wie der mindSwitch hat bei mir eher keinen Schalter umgelegt.

    Wenn ich von Peters Tees spreche, beziehe ich mich auf seine China-Tees, außer ich erwähne explizit, dass ich einen seiner Thai-Tees meine. Die Entwicklung der Thailand Serie ist bemerkenswert! Die Qualität des Materials ist in jedem Fall gegeben. Diese Tees sind m.E. ein Paradebeispiel dafür, dass es bei der Produktion/Verarbeitung noch nicht perfekt ist (wenn man das denn möchte...). Es wäre so spannend, wenn ein kundiger chinesischer Koch sich mal um das Thai-Blattgut kümmern würde.... /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />

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    vor 9 Stunden schrieb DavidL: Das Gesamtpaket der Farmerleaf Tees finde ich auch sehr gut. Es gib mehrere Regionen, die immer wieder rein kommen aber auch genug Auswahl.

    Das Gesamtpaket ist nicht auf das Produktportfolio bezogen, sondern darauf, was ein Tee mir bei einer Session vermittelt. Da kann FL nicht mithalten. Und trotzdem hat er gute Tees.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 17 Stunden schrieb Anima_Templi: Da ist verarbeitungstechnisch auch noch Luft nach oben, um mehr aus seinen Tees rauszuholen. Davon bin ich überzeugt!

    Als unerfahrener Neuling komm ich nicht dran vorbei zu fragen. Woher kommt diese Überzeugung? Ich will mich nicht unbeliebt machen, im Gegenteil ich bewundere wenn man sowas erkennen kann. Und ich würde es wirklich gerne verstehen.

    Bei welchem Teil der Verarbeitung ist deiner Meinung nach konkret noch Luft? Was kann er deiner Meinung nach besser machen? Oder was macht z.B ein chinesischer Koch besser und woran schmecke ich das? Ich war schon vorher geneigt das Rounian Set von TWL zu ordern um überhaupt mal ne Idee von sowas zu haben.

    Ich würde William als studierten Landwirt und Biologen (?), eingeheiratet in eine Teebauern Familie die seit Generationen Tee kultiviert, schon Kompetenz zutrauen, oder? 🤔

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    vor 17 Stunden schrieb Anima_Templi: Jingmai ist i.d.R. einfach nicht so potent

    Was meinst du mit potent? Die Stärke des Tees? Oder welchen anderen Teil der bekannten Kriterien in der Bewertung. Find ich nicht uninteressant, um das Gebiet mal einordnen zu können.

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    vor 59 Minuten schrieb Matsch: Woher kommt diese Überzeugung?

    Wenn man Williams Tees seit Jahren trinkt, merkt man die Veränderungen, die sich mit der Zeit ergeben haben. Die FL-Tees galten ja lange Zeit als "Mädchentees" in der Pu-Erh Welt; sehr leichter Körper, keine nennenswerte Bitternis etc. Der Aufguss junger Jahrgänge hatte zumeist die Farbe von frischem Grüntee. Eine Farbe, welche ich heute nicht mehr sonderlich positiv mit jungem Pu-Erh verknüpfe. Es gibt einfach noch Feinheiten beim Woken, evtl. auch beim Trocknen der Blätter, die Verbesserungspotenzial haben. Diese Feststellung beziehe ich z.B. auf Produktionen von Peter und auch manchen Tees von EoT, die gewisse Kriterien besser erfüllen (Mundfülle, Balance, Körpergefühl, Aufgussfarbe etc.). (Ich persönlich würde auch kein halbstündiges Video während eines so essentiell wichtigen Verarbeitungsschrittes wie dem Woken aufnehmen, aber das ist nur meine persönliche Meinung... :D)

    Vergleiche den Gulan mit einem günstigeren Tee gleichen Jahrgangs von Peter. Wer da keinen nennenswerten Unterschied schmeckt, ja..... dann weiß ich auch nicht! /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" />

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    vor einer Stunde schrieb Matsch: Was meinst du mit potent?

    Jingmai fehlt es im Vergleich zu anderen Regionen an Tiefe und Vielschichtigkeit. Selbst sauteure, hochwertige Produktionen - für Jingmai-Verhältnisse - und ich meine jetzt keinen Tee von William, konnten im Vergleich nicht das liefern, was ein sauberer Gaoshan, oder Lao Mansa o.ä. in die Schale bringt.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • [size=17]Die beiden Tees unterscheiden sich deutlich, keine Frage. Jeder Tee hat für mich seine Stärken in ganz anderen Bereichen. [/size]

    [size=17]Wo der Gulan von einer herausragenden Aromatik und Geschmacksfülle, sowie einer in sich geschlossenen Harmonie lebt, in der die Bitterkeit und Adstringenz Teil eines Gleichklangs sind, der schon recht gut die Seele streichelt. Wo das Qi eher ausgleichend wirkt und eine Weile hält und beim Trinken etwas nektarartiges (ein wenig von der Konsistenz aber mehr vom Orchideenaroma bestimmt) im Hals nach unten läuft, ein Tee mit toller Balance. Findet beim Hekai ein ausdrucksstarker Tanz um die deutlich im Vordergrund stehende Bitterkeit herum statt. Bitterkeit wird perse stark wahrgenommen, aus ihr heraus treten beim Hekai für mich eine wechselnde Süße, eher klassische Puerharomatiken (hat etwas von Saunadüften), auch recht intensiv und schön und ein zuletzt nachhallendes prickelndes Mundgefühl. Das Qi ist deutlich kräftiger und sehr kopfbetont, aber nicht sehr beständig. Im Magen schon ok aber doch ein bisschen wilder als der Gulan.[/size]

    [size=17]Den Begriff Mädchentee empfinde ich als ungeeignet. Es bleibt für mich die Frage, was ist PuErh? Wer definiert das? Ich würd nicht unbedingt sagen man soll trinken was einem gefällt und wenn PuErh drauf steht passt das schon aber einen wirklich einheitlichen Konsens gibt es da glaube ich nicht. Wenn es mal eine einheitliche Verarbeitung gab dann ja am ehesten bei den Fabriktees. [/size]

    [size=17]Vielleicht muss man Tees auch nicht unbedingt vergleichen? Für die pure, reine Wahrnehmung einer Sache ist gedankliches Gepäck sicher nicht zuträglich. Obwohl das Einordnen natürlich auch Spaß macht. Wenn es degradierend wird, kann ich es wirklich nur bei allseits erkennbar schlechten Tees mitgehen.[/size]

    [size=17]Für mich sind die Tees auf einem ähnlichen Niveau. Die Handlung ist jeweils eine andere.[/size]

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    vor 1 Stunde schrieb Anima_Templi: Jingmai fehlt es im Vergleich zu anderen Regionen an Tiefe und Vielschichtigkeit. Selbst sauteure, hochwertige Produktionen - für Jingmai-Verhältnisse - und ich meine jetzt keinen Tee von William, konnten im Vergleich nicht das liefern, was ein sauberer Gaoshan, oder Lao Mansa o.ä. in die Schale bringt.

    Der Evening Fragrant Jade Raw Pu-erh Tea von Banatea könnte das vielleicht widerlegen...

    Der Hekai ist übrigens etwas teurer als der Gulan. Ich hänge auch nochmal dran, das sind meine persönlichen Eindrücke. Nicht mehr und nicht weniger.


    Vielleicht test ich später zur Sicherheit nochmal den Gulan.

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    vor 22 Minuten schrieb Matsch: Auf dem Bild sieht man schön die grünteeartige Farbe

    Ich tippe hier eher mal auf eine homöopathische Dosierung... 😉 oder ein Ziehzeit, die sich noch nicht als solche bezeichnen dürfte 😄

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    vor 23 Minuten schrieb Matsch: Für mich sind die Tees auf einem ähnlichen Niveau.

    Nochmals, herzlichen Glückwunsch! Mein Neid ist Dir gewiss! 😊

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

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    vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi: sehr leichter Körper, keine nennenswerte Bitternis etc.

    Ich habe die Sampels letztes Jahr auch als eher schwach eingestuft. Allerdings mussten sie sich wohl erst einmal akklimatisieren, denn als ich sie dann ende dieses Jahres leer gemacht habe, waren sie nicht mehr so lasch, wie sie mir damals vorkamen. Auch eine kernige Bitterkeit hatte ich (ich meine im Bangwei Single Trees) Das hat mich dann doch überrascht.

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    vor 2 Stunden schrieb Anima_Templi: Der Aufguss junger Jahrgänge hatte zumeist die Farbe von frischem Grüntee.

    Ja, William produziert seine Tees eher grün. Seiner Meinung nach schmecken sie so besser, aber ich kann das nicht einschätzen. Leider hatte ich noch keine Möglichkeit einen guten Vergleich zwischen den Herstellungsmethoden zu bekommen.


    Ich bin ja auch noch längst nicht so erfahren bei Pu Erh. Vielleicht erkenne ich es irgendwann auch. ^^

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    vor 21 Minuten schrieb Anima_Templi: Ich tippe hier eher mal auf eine homöopathische Dosierung... 😉 oder ein Ziehzeit, die sich noch nicht als solche bezeichnen dürfte 😄

    Erster Aufguss 5sek. Die Blätter waren etwas zusammenhängend. Wurde dunkler, wie gesagt. .

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    vor 23 Minuten schrieb Anima_Templi: Nochmals, herzlichen Glückwunsch! Mein Neid ist Dir gewiss! 😊

    Nehm ich /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" />

  • 2023 Dalushan via prSK

    Afternoon tea: wir unterbrechen das Pu'erh-Programm für den ersten Oolong aus dem Sampl-Set von Peter! Die Tees hat er während seiner Letzten Taiwan-Reise gesourct und zu unserem letzten Tee-Treffen im Januar mitgebracht - und mich vollkommen überrascht! Bislang konnte ich mit Nicht-Pu nicht so viel anfangen und habe mich immer gefragt, was man daran finden kann - zumindest für mich hat Sheng Pu'erh so viel mehr zu bieten, dass ich bis auf ein paar Samples pro Jahr eigentlich kaum etwas anderes trinke. Einer der wichtigsten, wenn nicht gar DER wichtigste Punkt für mich ist dabei das Qi, dass mir quasi kein Nicht-Pu bislang bieten konnte - um so erstaunter war ich, dass es bei diesen Tees anders ist! Zwar wirkt es ganz anders, als das Qi eines Pu'erh, was meist mehr körperbetont ist - das Qi der Oolongs ist immer eine "Kopfsache" und hält auch nicht so lange an wie das eines Sheng aber alleine die Tatsache, dass es ein Qi gibt ist wirklich außergewöhnlich. Dabei ist mal wieder anzumerken, dass die Wirkung sehr unterschiedlich ist: ich erinnere mich noch gut an einen Tee-Freund, bei dem das Oolong-Qi deutlich stärker anzuschlagen scheint als bei mir und nach einem (noch zu besprechenden Tee) kaum noch reden konnte, haha! Und eine andere Sache hatten auch alle Tees die wir probiert hatten gemeinsam: Oolongs haben für mich eine sehr spezifischen "scharfen" Grundton (was ich dann z.B. "schneidend-penetrant" nenne), der besonders wenn man sie kräftig brüht zum tragen kommt und den ich als äußerst unangenehm empfinde - da können auch noch so viele Blümchen im Geschmack nicht darüber hinwegtrösten. Und dieser Grundton hatten bislang ALLE Oolongs die ich probiert habe in mehr oder weniger starken Ausprägung gemeinsam - auch von angesehenen Produzenten - so dass ich das schon als Charakteristikum von Oolong-Tees angesehen habe. Aber: ich habe mich getäuscht - bei keinem einzigen der Oolongs, die wir getrunken haben war das der Fall - auch nicht wenn sie wie heute in dem Kännchen von Hong Seongil (홍성일은) hoch dosiert und kräftig gebrüht werden. Außerdem mal wieder eine gute Gelegenheit den Ton-Kessel von Petr Novak einzusetzen :)

    Nun aber zu diesem spezifischen Tee: Dalushan sagt mir persönlich nichts (was aber nicht weiter verwunderlich ist als Pu-Head), scheint aber wie der deutlich bekanntere Dong Ding in Lugu im Nantou-Gebiet zu liegen, siehe hier. Auf Grund der spätnachmittäglichen Sonne nicht ganz so gut zu erkennen ist er nur leicht geröstet - und zwar von jemandem, der wirklich was von seinem Handwerk versteht! Generell scheint das "Geheimnis" der Tees mal wieder die Liebe zum Detail und der nachhaltige Anbau ohne Pestizide und Dünger zu sein: Peter hat so einiges erzählt - von alten Teebauern, die in dreckigen Klamotten vom Unkrautjäten kommen, wie die starrköpfigen Alten auf Prozessschritte beharren, die in modernen Produktionen fehlen, da sie Zeit und somit Geld kosten (wie ausgedehnte Perioden, in denen der Tee rasten darf), dem meisterhaften Rösten über Holzkohle usw. - alles wiederzugeben würde hier den Rahmen sprengen. Dieser Tee hat mich auf jeden Fall am meisten "geflasht", denn abgesehen davon, dass die beiden bereits im allgemeinen genannten Punkte zutreffen hat er ein unglaubliches Nori-Aroma, was sich insbesondere zu Beginn auch auf der Geschmacksebene wiederfindet - das hatte ich noch nie bei einem Tee und ist etwas völlig anderes als die bis dato bekannten blumigen, buttrig-keksigen, honigartigen oder gerösteten Geschmacksnoten, die ich bei einem Oolong erwartet hätte. Ganz großes Kino - für mich der mit großem Abstand beste Oolong, den ich bisher hatte - da kann auch ein extrem teurer Yancha (auf einem Tee-Treffen dank eines großzügigen Teefreunds getrunken, daher kein Blogpost dazu) nicht mithalten!

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    vor 48 Minuten schrieb doumer: Oolongs haben für mich eine sehr spezifischen "scharfen" Grundton (was ich dann z.B. "schneidend-penetrant" nenne)

    Für mich ist die vegetabile Intensität ein wichtiger Bestandteil der Qualität von Oolong, da sie meiner Meinung nach die Grundlage für Mundgefühl, Hui Gan und Nachgeschmack, also alles was ich geschmacklich im Tee suche sind. Ob wir hier von der gleichen Eigenheit reden, nur in der Bewertung diametral anders liegen?

    Interessant finde ich ja, dass wir bei den wenigen Oolong die dich überzeugen den paar Pu Ehr die mich begeistern können als Schnittmenge beim gleichen Händler landen.

    Das spannt auch den Bogen zu der Diskussion von vorhin...

    Zu der Verarbeitung von Pu Erh kann ich nicht so viel sagen, ich habe bei Tee ja eher eine Inselbegabung 😉

    Aber zu traditioneller Verarbeitung wollte ich allgemein noch was sagen. Wir sehen regional, traditionell etc. ja immer positiv besetzt. Das ist aber nicht zwangsläufig so. "Das haben wir immer so gemacht ", also die Orientierung am Prozess und nicht am Ausgangsmaterial führt zu großen Varianzen. Die Ausschläge nach oben, die wenigen großartigen Tees bleiben dann im Gedächtnis, der Ausschuss nicht.

    Es braucht Sensibilität gegenüber der Pflanze, dem Umfeld, der Witterungseinflüssen, ebenso wie der Geschichte. Das Einbeziehen und Wertschätzen der Einzigartigkeit der Natur ist aber eher ein modernes Konzept.

    Die Bio-Teefarmer die ich kenne erfahren den größten Widerstand von den Altvorderen. Pestizide sind nämlich Teil der Tradition, da ist schon vor 50 Jahren die Lehrmeinung gewesen, dass es nicht ohne geht. Der Ökokram ist für den Großteil der alten Teebauern nur Firlefanz.

    Es ist eine wunderbare Entwicklung, dass die Bemühungen um einen sauberen, im Einklang mit der Umgebung produzierten Tee mittlerweile von mehr und mehr Konsumenten auch preislich gewürdigt wird.

  • 2023 Yiwu Gaoshan Danzhu von prSK

    Nach der kurzen Oolong-Unterbrechung gestern geht es heute wieder mit Sheng weiter: wie die letzten besprochenen davor auch heute wieder ein Yiwu, genauer gesagt ein Gaoshanzhai (高山寨). Wie bei der 2021er Version handelt es sich auch bei der 2023er Version um Danzhu (单株) Material, also Material von ausgewählten, besonders alten Bäumen. Das merkt man auch, denn der Tee ist der 2021er Version sehr ähnlich: ein mächtiges Qi, viel Tiefe und gerade wenn man den Tee mit den Gaoshan-Versionen von Yu (wie z.B. der 2023er) vergleicht auch wieder deutlich "gröber", als ich es davon von Gaoshanzhai gewohnt war. Aber das macht den Tee zu einem hervorragenden Kandidaten, um mal mit Temperatur und Zeit zu experimentieren: mit heißem Wasser erzielt man ein herbes Ergebnis mit viel Bitterkeit wie ich es auch schon bei der 2021er Version beschrieben habe - reduziert man die Temperatur und verlängert man die Zeit hat man plötzlich einen völlig anderen Tee im Schälchen! Die Bitterkeit hat nur noch eine unterstützende Funktion statt die Hauptrolle zu übernehmen und es kommen sehr schöne moosig-tiefe, dunkle Noten (der Tee ist im Vergleich zum gleichaltrigen Gaoshanzhai von Yu deutlich weniger grün) und eine spannende Süße zum tragen - ergänzt von weiteren Facetten, die sich je nach dem an welchem Punkt in der Session man sich befindet ganz unterschiedlich sein können (hat noch jemand einen Hauch von Vanille bemerkt?). Auf diese Art jüngere Sheng zu brühen (was inzwischen zu meinem Standard geworden ist) habe ich zwar schon ein paar mal hingewiesen, aber hier möchte ich es nochmals jedem ans Herz legen es auszuprobieren, denn der Unterschied ist wirklich super spannend zu beobachten! Ansonsten habe ich das Gefühl schon alles Relevante in der Besprechung des 2021er gesagt zu haben, daher halte ich mich heute kurz 😉

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    vor 13 Minuten schrieb doumer: Auf diese Art jüngere Sheng zu brühen (was inzwischen zu meinem Standard geworden ist) habe ich zwar schon ein paar mal hingewiesen, aber hier möchte ich es nochmals jedem ans Herz legen es auszuprobieren

    Um wie viel reduzierst du denn die Temperatur? Ich verwende bei jungem Sheng eigentlich immer nur 90°C, weil ich dann mehr Kontrolle über da Ergebnis habe.

    Bei mir gab es heute einen weißen Tee, den mir netterweise @JanS aus Taiwan mitgebracht hat. Dem Übersetzer zufolge heißt der Tee Chuncui und stammt aus "Chiang Mai Darjeeling". Ich denke das Darjeeling kann man ignorieren und durch Thailand ersetzen, denn auch nach einer kurzen Recherche habe ich den selben Tee mit der Herkunftsangabe "Thailand" im Internet gefunden.

    Das Picking sieht finde ich sehr gut aus! Eine winzige Knospe mit 2, 3 oder auch mal 4 sehr kleinen Blättern. Mache davon noch grün, manche etwas rot und andere schon sehr braun. Gut durchmischt. Der Anblick erinnert mich ein wenig an einen guten Oriental Beauty, der nicht so stark oxidiert wurde.

    Nur beim Anblick hört die Ähnlichkeit zu so manchen Oriental Beauties nicht auf. Auch im Geruch und im Geschmack habe ich eine Würze wahrgenommen, die ich auch schon bei so manchen dieser orientalischen Schönheiten wahrgenommen habe. Sie lässt sich von mir aber nicht in Worte fassen. Auch leichte Zitrusnoten konnte ich riechen.

    Geschmacklich ist der Tee recht leicht. Ich habe schnell gemerkt, dass er auch höhere Temperaturen ab kann. So habe ich dann im zweiten Aufguss 90°C und ab dem Dritten dann auch 95°C verwendet. Im Mundraum zeigte sich der Tee trotz erhöhter Temperatur eher leicht und ölig und ließ auch leicht blumige Noten durchblitzen, zusätzlich zu der Würze und leichter, pflaumiger Fruchtigkeit. Der Nachhall war trotz der Leichtigkeit gut wahrnehmbar und langanhaltend.

    Was der Tee im Gegensatz zu den Oriental Beauties nicht hatte, war eine ausgeprägte und tiefe Süße. Diese vermögen Weißtees ja erst mit dem Alter aufzubauen. Ein guter Kandidat zum Reifen ist dieser Tee denke ich auch. Auch das Qi ist nicht erwähnenswert aber angenehm sanft.

    Die deutliche Ähnlichkeit mit einigen Dong Fang Mei Ren Vertretern würde ich dem verwendetem Cultivar zuschreiben, auch wenn ich diesbezüglich leider keine Infos finden konnte.

    (Das Bild zeigt den ersten Aufguss, der durch die 85°C doch sehr leicht geworden ist. Spätere Aufgüsse waren dann etwas kräftiger)

    Insgesamt hat mir der Tee geschmeckt. /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" /> Er ist lecker, entspannend und gut geeignet wenn man keinen Energierausch möchte.

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    vor 3 Stunden schrieb DavidL: das Darjeeling kann man ignorieren und durch Thailand ersetzen, denn auch nach einer kurzen Recherche habe ich den selben Tee mit der Herkunftsangabe "Thailand" im Internet gefunden

    Stimmt. Das war im Laden auch klar kommuniziert, ein Problem mit Thailand Tees habe ich nur, wenn diese unter falscher Flagge segeln.

    Ich habe an dem Tag mehrere Thai Tees im Vergleich zu den Taiwan Varianten verkostet. Manchmal war ein Unterschied zu erkennen, manchmal waren die Tees erstaunlich nah zusammen.

    Am Ende zählt die Qualität, irgendwann im Verlaufe der Probe fand ich es gar nicht mehr interessant, wo die Tees hergekommen sind. Ich habe dann rein nach Geschmack gekauft

  • 2003 Gushu Yiwu Guafengzhai

    [size=17]Herausragender, intensiver Duft direkt nach dem ersten Aufguss. Wirklich auffällig und das, obwohl der Tee als "Brocken" startete, die feste Pressung machte es nicht besser möglich.[/size]

    [size=17]Ein fein würziges, klassisches Alterungsprofil steigt aus dem Gaiwan auf und verbreitet sich, komplett unaufdringlich in seinen Einzelteilen.[/size]

    [size=17]Der komplexe Geschmack auf der Zunge ist ebenfalls ohne Protagonist, es gibt nichts, was sich aus der Harmonie herausnehmen und beschreiben lassen will, alles in seiner Gesamheit wirkt magisch anziehend. Sehr angenehm und rund.[/size]

    [size=17]Es sind bekannte Noten älterer Tees, aber außergewöhnlich in ihrer Reinheit, Fülle und ihrem Zusammenspiel. Nur kurze Erinnerungen an die Vanillearomatik des YQH Shi Shih Shen Pin, später etwas cremig, oder an das mild aromatische Ausklingen des CSH Youle. Der Rest ist genießen und gedanklich treiben lassen. [/size]

    [size=17]Das Qi kommt nach und nach, ganz heimlich und setzt den Beobachter auf eine Parkbank. Schön egal. Darum gefällt mir alter Pu, dafür trinke ich Tee, geht mir durch den Kopf.[/size]

    [size=17]Für mich hat der Tee keinen komplexen Ablauf, es gibt beim Aufgiessen keinen stetigen Wandel, der eine Geschichte erzählt. Er hat für mich eher zwei "ganz einfache" Halbzeiten. In etwa zumindest. Die erste Halbzeit beschreibt sein Alter, seine Geschichte wenn man so will, beim "Zuhören" wird man ruhig. ...in der zweiten Halbzeit nehme ich ein zunehmend süßes Ausklingen war. Schon typisch aber gefühlt von hoher Qualität ,mit schönen, eher selteneren Aromen und einer guten Dichte, vor allem auch im anhaltenden Nachgeschmack. Das ganze begleitet von einem minimal betäubten Mundgefühl, ein Summen links und rechts von der Zunge, recht speichelanregend vor allem im Verlauf in Verbindung mit der zunehmenden Süße. Das Qi sorgt für die passende Aufmerksamkeit.[/size]

    [size=17]Ruhe.[/size] [size=17]In der letzten Woche (?🤔[/size]) habe ich einen halb so alten Sheng getrunken, im reduzierten und carbonisierten TonKännchen wirklich ganz schön, im Gaiwan eine lagerungstechnischer Totalschaden, ein Thema für sich. Dieser Tee zeigt auf beeindruckende Weise was gute Lagerung ausmachen kann, würde ich zumindest vermuten, beim Lesen von doumers blog sehe ich die Vermutung bestätigt. Sicherlich ist auch das Material sehr hochwertig, aber was in zwei Jahrzehnten darausgeworden ist, zeigt mir wie weit die Range bei PuErh ist, wie sehr die Lagerung über Genuss entscheidet und wie gut alter Tee schmecken kann. Ich hab wenige wirklich gute Tees in dem Alter getrunken, bei diesem Tee hat man direkt das Gefühl, das ist etwas wirklich Gutes. Sein Charakter ist sehr klar und deutlich.

    [size=17]Wenn man unbedingt kritisieren müsste, wäre es für mich der Ablauf, ich hätte gerne mehr erste Halbzeit gehabt, das ist aber wirklich eher persönliche Vorliebe, die zweite Halbzeit war viel zu gut um sie zu bemängeln. Ach ja, und der Preis....[/size]

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    vor 6 Stunden schrieb doumer: vor 6 Stunden schrieb DavidL: Um wie viel reduzierst du denn die Temperatur? Ich verwende bei jungem Sheng eigentlich immer nur 90°C, weil ich dann mehr Kontrolle über da Ergebnis habe.

    auf 80-85° - wenn man dabei nach Gehör beght ist es ja immer eine kleine Range und kein 100% exakter Wert /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" />

    Ein guter Tipp, könnte man es sogar als Faustregel nehmen, wenn ein Kandidat nichts anderes als Bitter bei heiß kann? Ich probiere, aber vielleicht gibt es ja Erfahrungswerte?

  • 2002 Jiang Cheng „Ye Sheng Gu Cha“ https://yunnansourcing.com/products/2002-…ant=33284006726

    „This is the kind of tea I like to drink when I just want to relax with raw pu-erh, but not be overstimulated! It's aged character is refreshing but never boring.“

    So als Teehändler ist die halbe Miete, einen guten Text zu schreiben. Denn ich hatte im Kopf: Was für ein langweiliger Tee!

    Nun habe ich den Kuchen seit 4 Jahren an der Backe für schlappe 117Euro, aber wann trinke ich den nun am besten? Das ist doch eher so ein Tee, den man sich gießen würde, wenn er ein langes Leben verspräche, wenn er Antibiotika überflüssig machte, wenn er einen Ersatz für Vitamin D darstellte im Winter oder ein probates Mittel gegen Warzen… Nix da, dieser langweilige Tee ist einfach nur langweilig, vor allen Dingen wenn man ihn in Kontrast zu den vielen aufregenden Tees setzt, da ist er, dieser sauteure langweilige Geselle, wie ein Fels in der Brandung: Abgeschliffen, ohne Kanten, aber würde er nicht da sein, würde man ihn auch nicht vermissen.

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