Welchen Tee trinkt ihr heute?

  • 2017 Bi Yun Hao Wangong Gaogan Gushu via Puerh Guy

    Heute ist wieder ein Bi Yun Hao (碧云号) an der Reihe, der insbesondere im Vergleich zu dem 2023er CYH Yiwu Guoyoulin von gestern interessant ist, da es sich ebenfalls um Guoyoulin (国有林) Material handelt, allerdings stammt das Material zusätzlich von Gaogan (高杆) Bäumen (deren Alter mit 300 Jahren angegeben wird), sich preislich mit 1,14€/g in einer deutlich niedrigeren Region befindet. Natürlich liegen zwischen den beiden Tees 6 Jahre Altersunterschied, die einen direkten Vergleich unmöglich machen aber der Punkt auf den ich hinaus möchte lässt sich trotzdem herausarbeiten.

    Aber zunächst zum trockenen Blatt: wie bei den anderen Kleinserien BYH Produktionen ist auch hier das Blatt wirklich sehr schön anzusehen und hat sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand ein schön einladendes Aroma von dunklem Honig - ich mag das Brand Storage von BYH, das scheint mir wirklich sauber und neutral zu sein. Beim Aufguss steht jedoch nicht die Textur im Vordergrund sondern die Geschmackseben: der Honig vom Aroma findet sich auch hier tief und dunkel wieder und wird durch Zimtnoten ergänzt, was für nur 6 Jahre Alter etwas überraschend ist (da es irgendwie älter wirkt), mir aber wirklich sehr gut gefällt (Gifflar anyone?) und viel zu dem Charakter des Tees beiträgt, da das nicht alltäglich ist. Dazu kann der Tee viel Tiefe und ein gutes Maß an Komplexität bieten - das Qi ist auf einem ähnlichen Level wie bei dem CYH, was nicht all zu aufdringlich ist aber ein sehr stimmiges Gesamtpaket gibt - etwas Abzug gibt es lediglich für die etwas dünne Textur.

    Worauf ich damit nun hinaus möchte ist, dass der Tee mehr Charakter hat als der CYH - obwohl dieser vermutlich hochwertigeres Material nutzt - fairerweise muss man aber auch sagen, dass der BYH klar den Altersvorteil hat. Hier ergibt sich der Charakter vor allem aus dem Zusammenspiel von Tiefe, Qi, Komplexität und dem außergewöhnlichen Geschmack - Betonung dabei auf außergewöhnlich: ein wirklich spannender Tee muss einen Charakter haben, der im Gedächtnis bleibt. Das kann ein besonders kräftiges Qi sein, das kann die besondere Subtilität sein (siehe z.B. den 2018 Yiwu Guoyoulin Water Source Area Huangshan Gushu) oder etwas ganz anderes - einfach nur ein Musterschüler zu sein reicht nicht (für mich), um die Höchstwertung zu bekommen, egal wie gut die Qualität sein mag.

  • Qian Liang Cha 2013 von NNS

    Heute mal wieder ein anderer Heicha. Dieser ist knüppelhart gepresst. Selbst das Pu-Erh-Messer hatte seine liebe Not. Nach zwei Waschgängen kam ein Duft aus dem Gaiwan, der an die Pflanzen-/Erde-Abteilung eines Gartencenters erinnerte. Im Hintergrund war auch eine leicht fruchtige Note wahrnehmbar. Nach dem ersten Aufguss roch der Tee dann noch einmal ganz anders, nämlich nach Honig und etwas Alkoholisch-Fruchtigem (Kirschlikör?). In den weiteren Aufgüssen verschwand das Fruchtige erst einmal. Stattdessen kamen Noten dazu, die an Kräuter erinnerten. Das blieb auch einige Aufgüsse so. Gegen Ende kam dann wieder ein süßlich-fruchtiger Geruch dazu.

    Geschmacklich startete der Tee mild und eher dünn (die feste Pressung machts möglich). Danach kam eine relativ weiche Flüssigkeit aus dem Gaiwan, die auch (wie der Geruch) die meiste Zeit an Honig und Kräuter erinnerte. Der Nachgeschmack war leicht erdig. Ab dem fünften Ausguss wurde der Tee deutlich süßer. Hinten raus kam auch hier noch etwas Fruchtiges dazu. Es war nicht der wandelbarste Tee, aber trotzdem interessant.

  • @Paul Danke für den Hinweis bzw. für die Erinnerung! Den hattest du mir schon mal empfohlen, aber ich habe es bislang noch nicht geschafft, dort zu bestellen. Aber der steht auf "der Liste". Die Auswahl dort ist wirklich fast schon überfordernd.

  • Vei Yan‘s Gushu Maocha 2024 (prSK)

    Nachdem gestern der Shu PuerH dieses Tee‘s dran war, war es heute Zeit mal den frischen Maocha von Peter von 2024 zu probieren. Alleine schon der Duft von frischem, trockenen Maocha ist ein Gedicht und die von Peter habe ich im Laufe des letzten Jahres ganz besonders lieb gewonnen.

    Auch dieser frische Maocha schmeckt mir wieder ganz besonders. Mit gereiftem Sheng habe ich noch so meine Schwierigkeiten manchmal, aber die frische Ernte schmeckt mir immer super. Er ist sehr grün produziert. Heute mal in der Kennenlerndosis von 5,3g/90ml /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" />


  • Premium Pre Ming Bao Hong Yunnan Dragon Well High Mountain Green Tea 2024 von DTH

    3 g, 60 s, 60 s, 90 s und 210 s

    Dieser Tee roch frisch und pflanzlich. Der erste Aufguss schmeckte frisch und würzig. Röstnoten waren nicht so stark ausgeprägt, eher leicht im Hintergrund. Beim zweiten Aufguss kamen Noten von Schoten und hellen Früchte dazu. Der dritte Aufguss war nur fruchtig. Der Tee hatte auch einen relativ langen Nachgeschmack (fast so lang wie der Name im Shop).

    Organic Wuliang Mountain Yunnan Green Tea 2024 ebenfalls von DTH

    3,5 g, 60 s, 60 s, 90 s

    Dieser Tee roch frisch und herzhaft. Der erste Aufguss schmeckte fruchtig und herzhaft. Dabei blieb es auch in den weiteren Aufgüssen. Die schmeckten dann halt noch ein bisschen voller.

  • habe gerade eine sehr lange Auszeit am Teeboot gehabt. Feiertag sei dank. 4. Da Hong Pao Versuchs Runde und denk das passt jetzt so am besten für mich.

    Immer noch der gleiche 2014er Da Hong Pao Oolong mit mittlerer Röstung. Aber diesmal ohne Wiegerei und Minikännchen. Das war zwar schön klar im Glaskännchen, aber mir zu "seicht" mit 3 oder 4 gramm und wo nichts drin ist, kommt nicht lange was raus...

    Hab jetzt geschätzt 6 oder 7gramm Pi mal Daumen im 160er Kännchen und trocken halbvoll. Nachem er aufgegangen ist zu gut 2/3+ voll mit Blättern. Irgendwie war jetzt erst Ruhe, nachdem die 1,5 ltr. Wasserflasche leer war - und ich glaub es ginge immer noch was. Die ersten drei 95 Grad Aufgüsse waren etwas trüb, dafür aber wesentlich aromatischer. Ziehzeiten war ich bis zum 4. etwas zurückhaltend und bin jetzt langsam hoch und mit der Temperatur dafür analog etwas runter auf 85 . Ab 7 hat er auch 2 Minuten vertragen ohne bitter zu werden und stand nicht groß den ersten nach im Aroma. Weggeschüttet hab ich gar keinen Aufguss. Sie waren unterschiedlich, aber alle angenehm. Sehr guter Tee. Wobei ich für den Abend jetzt ne andere Teesorte nehme, sonst wird mir das zu viel und irgendwie war ich auch "sehr lange wach" gestern, als ich nach 23 Uhr noch für eine Session am Teetisch saß. Der hat doch einige Umdrehungen und irgendwann schlägt bei mir trotz Koffeingwöhnung die eigentlich beruhigende Wirkung am Abend in eine recht anregende um...

  • 2006 Dayou Yiwu Gongcha via Puerh Guy

    Seit längerem ist heute mal wieder ein Dayou (大友) Sheng dran: irgendwie bin ich mit diesem Produzenten noch nicht so recht warm geworden außer dem 2004er Laobanzhang der mit knapp 2€/g aber auch kein ganz günstiger Tee ist (für einen

  • Eigentlich wollte ich heute keinen Tee mehr aufgießen, aber jetzt hast du mich angefixt /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" />

    hab mir bei der letzten Bestellung aus Neugier ne Tüte kleine Kügelchen aus der Pu Erh Abteilung mitbestellt um solchen Tee mal zu testen. Der schien mir am "hamlosesten" zu sein.

    Ist ein ganz junger 2014er Yiwu Gushu Tuocha in etwas mehr als 6gr. Kugeln gerollt.

    Sieht irgendwie aus, als wäre es ein Mitbringsel aus Amsterdam, es ist aber Tee.

    Kein solch ein Hardcore Pu Erh wie der von doumer, aber jeder hat mal angefangen und ich möchte mich erstmal etwas rantasten bevor ich mir so ein Wagenrad bestell...

    hau den jetzt mal in den Houhin rein und bin gespannt wie ein Flitzebogen wie "Walderde" schmeckt...



    edit: alter Verwalter 🤪- hab das Ding jetzt erst mal zerlegt und damit 4 "Einminüter" gemacht.

    Noch fühle ich mich körperlich wohl /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" />

    Das schmeckt ja tatsächlich irgendwie nach Erde - keine Ahnung wie viele Aufgüsse man damit machen kann. So wie es aussieht aber noch einige. Der Geschmack hat noch nicht nachgelassen, er wird eher stärker. Ich geh mal auf 90 und dann auf 85 Grad runter mit dem Wasser. Keine Ahnung, was ich da tue.

  • Mit Pu Erh in so einer Dragon Ball Form habe ich auch noch keine Erfahrung, aber die kann man denke ich auch am Anfang etwas länger waschen.

    Eigentlich sollte er 90-100°C abkönnen, wenn er schon einigermaßen gereift ist. Das hängt natürlich davon ab, ob der Tee seit 2014 in China gelagert wurde, oder hier im Westen in irgendeinem Shop herum liegt. Wenn er aber schon erdig schmeckt, dann wird er wohl schon etwas Reifung erfahren haben.

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