Welchen Tee trinkt ihr heute?

  • 2024 Yu Qilin Yancha von Anmo

    Dieses eher seltene Kultivar ist bekannt für seine Süße und Vollmundigkeit. Dieser Tee zeigt das exemplarisch.

    Der Duft hängt schwer im Chahei, mit Pflaumen- und Kirschblüten, Mango und Anklängen von Rosenduft. Im Mund eine fast sahnige Konsistenz, weiße Schokolade, Toffee, vollreife Mirabellen, Nashibirne, verschiedene Honigsorten, Bienenwachs und eine Mineralität und Röstung, die sich zunächst in einer Note von gerösteten Nüssen zeigt, bevor langsam eine weiche, eher mit Sand als mit Stein zu assoziierende mineralische Note hervor kommt.

    Der Nachgeschmack bleibt samtig und kleidet wie Honig zuerst den Rachenraum aus, ebenso samtig aber mit Macht breitet sich eine trockene Mineralität über den Gaumen aus und verbindet sich mit der aufsteigenden, klaren und frischen Fruchtsüße zu einem mundfüllenden Crescendo.

    Die Wirkung ist zurückhaltend aber im ganzen Körper spürbar. Yan Yun und Qi sind zwar vorhanden, der herausragende Charakterzug ist aber der Geschmack.

  • JanS danke :)

    2024. Es ist der Empress Oolong von ML. Die Rauchnote ist dezent bis spürbar, verbindet sich aber mit den übrigen Aromen sehr gut. Ich habe hier auch den Felsentee Wu Yi Shui Xian 2008 von TK. Der ist im Vergleich ausgewogener und viel schokoladiger, dort geht das fruchtige allerdings etwas unter. Ich mag beide.

    Zu den Aufgüssen. 25 sec. dann jeweils 5 sek. plus. Ich hatte sieben, beim letzten habe ich die Zeit vergessen. 92-100 Grad Wassertemperatur.

  • sorry, leider ohne so appetitlich, schöne Fotos, wie ihr sie hier gern präsentiert :)

    Heute habe ich schon mehrere Tees durch, doch gerade probiere ich etwas Neues, was mir recht gut gefällt.

    Es handelt sich um einen gelagerten Weißtee: " Panxi Shou Mei 2017", aus Panxi, Fuding, Fujian China,

    den ich als Probe geschenkt bekommen habe.

    Zubereitet habe ich ihn (bitte nicht schimpfen ;) ) in einer Kyusu aus Tokoname Ton.

    Farblich gab es in der Tasse, bzw. Teeschale ein tiefes Gelb mit rötlich/braunem Stich im 1. Aufguß, die folgenden wurden dann tiefer orange/bräunlich.

    Aromen in der Nase hatte mich als erstes an einen Hagebuttentee erinnert den man mit Silver Needle versetzt hat (besser kann ich es nicht beschreiben) und später meine ich dann noch ein paar Waldige Noten in der Nase gehabt zu haben (Spatziergang Sommer, Richtung Herbst im Wald)

    Geschmacklich war für mich der Weißtee vorhanden, was ich von Silver Needle her kenne, jedoch viel fruchtiger mit eben dieser ganz leichten Erinnerung an Hagebutte. Im ersten Aufguß war mehr von den vegetablen Nuancen und das fruchtige kam mit dem 2. und 3. Aufguß mehr in den Vordergrund. Nach dem 5. Aufguß musste ich erst einmal eine Pause einlegen, sonst bekomme ich einen Wasserbauch :D

    Die Teeblätter sind insgesamt recht groß (erinnert mich an eine Hand voll Laub, die man im Herbst vom Waldboden aufhebt)

    Diesen Tee habe ich mir auf jeden Fall mal auf meine Liste geschrieben, welche mir gut gefallen und eine Chance auf einen Stammplatz in meinem Teeregal bekommen :)

  • "Wünschen Sie kontroversen Tee? - Ja, bitte!"

    1960 Dong Ding Oolong, 5 Gramm im Gaiwan.



    Nicht viel erwartet, entsprechendes bekommen. Wenig Körper, wenig Ausdauer, etwas Adstringenz (durch die fetten Stängel) und nen typischen seichten Oolonggeschmack. Die Adstringenz hätte meines Verständnisses nach bei einem 70 Jahre alten Tee nicht mehr in diesem Maße vorhanden sein dürfen, als auch die Farbe eine viel dunklere sein sollte. Für nen Tee der max. aus den 80ern stammt dennoch ganz nett, sauber gelagert und definitiv eine lehrreiche Erfahrung.

  • Feucht gelagerte, bzw. nicht nachgeröstete Oolong werden gerne mal sauer. Die Adstringenz könnte also vielleicht auch daher kommen? Von den Superalten (bezahlbaren) Oolong sollte man auch dann nicht zu viel erwarten, wenn sie echt sind, die sind oft eher seicht.

  • 2024 Tongqinghe Gushu von Tea Encounter

    Wenn ich das richtig sehe ist das die erste Gushu-Version von Tongqinghe die Tiago im Angebot hat - in den vorherigen Jahren (2020, 2021 und 2023 - letzteren hatte ich jedoch nicht probiert) gab es immer nur Xiaoshu-Versionen - das Material stammt aber von dem selben Teebauern, von dem auch die Xiaoshu-Versionen stammen. Daher ist der Preis von diesem Tee auch deutlich höher: mit 1,20€/g liegt er deutlich über der Xiaoshu-Verison die bei 0,26€/g liegt - da Tongqinghe aber einer der GFZ-Gärten ist, ist das logisch.

    Dem Sample nach zu urteilen ist der Bing schön locker gepresst so dass sich die Blätter gut lösen lassen - wie bei TE-Produktionen typisch sind diese schön jedoch recht grün produziert. Daher fiel die Wahl der Keramik auch auf das Kännchen von Matteo: gerade bei geschmacksintensiven, jungen Sheng kann dieses seine Vorteile voll ausspielen, insbesondere in Verbindung mit einem seiner Schälchen - zur Gegenprobe hab ich aber auch noch ein neutrales von Mike Martino mit dabei. Denn das ist ganz klar die Stärke von diesem Tee: knackig frisch, bitter-süß mit einer leichten Adstringenz erinnert der Tee etwas an exotische Früchte was hervorragend zu diesem sommerlich sonnigen Tag heute passt. Aroma und Textur sind ebenfalls ordentlich was dem Tee einen guten Gesamt-Charakter gibt - allerdings gibt es etwas Abzug in der B-Note, da durch die grüne Verarbeitung der Tee etwas aggressiv ist und Qi und Tiefe nicht so ausgeprägt sind, wie ich es mir wünschen würde. Dafür hält er taper durch und sorgt nach der Session am Morgen auch abends nochmals für etliche Aufgüsse!

  • Meng Ding Gan Lu von teamania

    Schon alleine diese tropischen Früchte die man in der Nase der trockenen Blätter findet (ich entdecke Passionsfrucht) sind traumhaft.
    Der Aufguss ist noch weich rund und mit feiner Röstnote, ab dem 2. gesellen sich dann noch kleine Früchte dazu.
    Herrlich und ein mehr als würdiger Start in die Grünteesaison.



  • 2021 Zedao Mansong, nur die Brösel, daher keine Bilder und nur 3,7 Gramm in 80ml - dennoch hat der Tee voll überzeugt! Konsistenz nichts ganz so üppig wie bei nem Kollegen aus Yiwu, doch Textur und Kraft waren dafür ausreichend vorhanden, um ordentlichen Gushu zu attestieren.

    Verglichen mit dem BYH Mansong Xiaoshu deutlich dichter und kräftiger, einzig die geschmackliche Ebene wirkte beim Xiaoshu etwas kräftiger, dennoch wurde ich auch mit hier dem typischen Mansong Nachgeschmack verwöhnt. Mansong ist definitiv kaiserlicher Tee, sehr Yiwu ähnlich mit charaktervollem Nachhall, eine meiner liebsten Regionen.

  • Feucht gelagerte, bzw. nicht nachgeröstete Oolong werden gerne mal sauer.

    Also feucht gelagert war er def. nicht, kein Lagerungsgeschmack.

    Ich versteh das auch eher so, dass Feuchtigkeit "abschleifend" wirkt und sowas wie Adstringenz dadurch verringert werden sollte. Sauer empfand ich ihn auch nicht. Die Farbe war halt viel zu hell, von Gebräu als auch den Blättern und es war kein transformierter Geschmack, wie das nach 70 Jahren sein sollte.


    Nachträglich zum Zedao, dieser zeigte im Vgl. Keine Crèmigkeit wie ich sie beim BYH Xiaoshu kennengelernt hatte und dadurch mit Mansong assoziierte...

  • Dong Ding Qingxin Traditional 2019

    Etwas stärker geröstet, weich, süß. Langanhaltender Nachgeschmack. Verwendet habe ich 4 Gramm auf ca.100 ml, 6 Aufgüsse. Der letzte Aufguss hat ca. 120 sek. gezogen.

    Obwohl ich nicht der allergrößte Taiwan Oolong-Fan bin kann ich mit den dunkleren, stärker gerösteten doch etwas anfangen und ab und an genießen. Ein schöner Tee mit belebender Wirkung, feine Sache.

  • (Nachtrag zu gestern:) 2010 Yuan Yuan Tang Bulang Jipin via Puerh Guy

    Yuan Yuan Tang (YYT) ist eine weitere Taiwanesische Boutique-Marke, von der ich ein paar Samples da habe es aber noch nicht auf die Reihe bekommen habe darüber zu berichten - nach einem kürzlichen Austausch mit einem Tee-Freund hatte ich es mir aber nun endlich mal vorgenommen und der Anfang macht der Bulang Jipin. Jipin bedeutet wie bei dem Jipin Gongcha von CYH angesprochen einfach "the best" - interessant ist der Punkt den Kamil im Shop erwähnt: dieser Bulang-Blend enthält Banzhang-Material und die Benennung könnte darauf hindeuten, dass es sich dabei um LBZ Material handelt - was bei einem Preis von 0,69€/g durchaus interessant wäre. Auf jeden Fall merkt man, dass der Tee schon ein paar Jahre hinter sich hat: die Bulang-typischen Knospen und der Flaum sind mittlerweile hübsch golden und dass es sich um eine saubere (trockene) Taiwan-Lagerung handelt zeigt sich sowohl im Aroma als auch im Geschmack - in dem Punkt gibt es nichts zu meckern. Ansonsten ist es ein klassischer Bulang: die Bitterkeit steht hier im Mittelpunkt der Geschmacksebene, die durch das Alter inzwischen bereits etwas transformiert wurde - leider hat der Tee trotz schwerem Quell-Wasser nur eine sehr dünne Textur, weshalb diese etwas "schneident" wirken kann. Das Qi ist (ebenfalls recht typisch für die Region) primär kopflastig und anregend - Tiefe und Komplexität sind die Schwächen des Tees. An sich ein ganz ordentlicher Bulang (sei es mit oder ohne LBZ-Anteil) aber der es irgendwie nicht so recht schafft mich zu begeistern, da er nicht aus der Masse heraussticht...

  • Diesen Bericht zu verfassen ist vl etwas paradox, da ich meine erste Kanne mit diesem Tee nicht mal durch habe, doch da es Liebe auf den ersten Schluck war...

    Banzhang ist zwar nicht unbedingt meine Lieblingsregion - das ist vermutlich entweder Yiwu oder Mansong -,dennoch ist Banzhang definitiv was feines, zumindest etwas prestige volles und berühmten Tee zu trinken gibt auch etwas.


    Daher war ich von dem heutigen Kandidaten auch sofort verzaubert, da er das was man mit Banzhang assoziiert auf geschmacklicher, als auch auf ChaQi -Ebene schön verkörperte. Im Vergleich kann er ganz gut mit einem 'richtigen Banzhang' dem CSH Lao Banzhang Glory Brick mithalten, dieser kostet aber gut das doppelte!

    Ich weiß nicht ob's am Wasser lag doch auch heute konnte ich dieses leichte Stechen, diese Spannung wahrnehmen, was sich auch auf ChaQi mäßiger Eben wiedersipegelte und das Bild von dem König des Pu'er, auch wenn das 'Lao' fehlt, abrundete.

  • 2019 Wild Anhua Tian Jian

    Hunan Heicha. Die ersten Aufgüsse duften und schmecken schwer, dunkel, mineralisch, holzig und rauchig ( "getorfter Whiskey") . Und genau da bin ich in meiner Welt angekommen. Ich liebe Heicha 😀 Während den folgenden Aufgüssen gesellen sich leicht fruchtige Nuancen dazu. Eine feine Bitternote schwingt immer mit und hinterlässt einen schönen Nachgeschmack.

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