Welchen Tee trinkt ihr heute?

  • Meine Antwort hat lange auf sich warten lassen, ich kam in den letzten Wochen einfach nicht zum Schreiben.

    Daher finde ich die Japanischen Kirschholz Dosen auch gar nicht mal so geeignet für Sencha. Auch wenn das vielleicht nahe liegt. Aber bei einer Tüte kann man halt die Luft raus drücken und dann hält der Tee auch etwas länger.

    Meine Erfahrungen beschränken sich auf Metalldosen unterschiedlicher Machart. Einige grüne Taiwanoolongs lagerten gut darin, allerdings besaß ich zu der Zeit nur wenige Tees, weshalb sie maximal 9 Monate gelagert wurden. Die meisten der so gelagerten Tees verloren in dieser Zeit an Aroma, Geschmacksveränderungen erinnere ich nicht.

    So ganz verstehe ich die Kritik nicht. Ich habe auch ein paar von diesen Dosen mit Long Jing vom Gerd gekauft und bei mir war der Tee nicht direkt in der Dose drin, sondern es gab noch eine zusätzliche Verpackung, die man ohne weiteres - nachdem man die Luft rausgedrückt hat - wieder mit einem Clip verschließen kann.

    Das "n=1" sollte das geringe Gewicht der Aussage deutlich machen. Insgesamt lagere ich seit ein paar Jahren keine Tees mehr in Dosen, weil die Doybags besser zu meiner Lagerung passen. In Ausnahmefällen lagern Stücke aufgebrochener, vorwiegend ältere Shengs, zum "atmen" in Dosen.
    Hier ein Foto der Dose in der der Long Jing geliefert wurde.

    Der Tee war in einem mit diesen dünnen Metalldrähten wieder verschließbaren Plastiktütchen. Also, meine Einlassung ist keine generelle Kritik an den Verpackungen des Cha Dao, sondern bezieht sich nur auf diesen einen Fall.

    Nun zum zum gestrigen Tee, ich hoffe nachher noch einen zu schaffen.

    Des Pandas Bulang aus dem Jahr 2021, vertrieben von Teamania ( Diz). Dieser Tee schließt eine Lücke, von deren möglicher Schließung ich bis gestern nichts wusste. Mit Bulangshengs hatte ich Startschwierigkeiten, weil sie im Vergleich zu, sagen wir, einem Yiwu sofort auf 100 sind und es kaum Zwischenschritte gibt. D.h. man kann sich nicht wie bei Cacao von einer 70%igen Schokolade zu einer 90%igen in Zwischenschritten herantasten, sondern bekommt gleich die 90%ige und genau hier kommt Pandas Bulang ins Spiel, denn der Tee stellt einen solchen Zwischenschritt dar. Er ist kräftig, hat Bitterkeit und etwas Erde und dennoch, für Bulangverhältnisse, zugänglich.

  • 2025 Baihuatan von prUK

    Baihuatan habe ich zum ersten mal 2021 gehört als EoT einen Tee von dort gepresst hat, auch wenn dieser nach dem lokalen Dialekt Baihuaqing genannt wurde (dort habe ich auch etwas Hintergrundinfos zu dem Ort geschrieben). Nun auch dieses Jahr mit im Lineup von Paolo und Una, nachdem ein Kunde von ihm um eine hochwertige Produktion von dort gebeten hatte: wie bei den Eigenproduktionen von prUK üblich handelt es sich hier auch wieder um eine Premium-Produktion mit Gaogan-Material von 500 Jahre alten wilden Bäumen - preislich liegt der Tee bei 2,28€/g und ist damit ein ganzes Stück teurer als der von EoT (der liegt bei 1,32€/g).

    Für das kleine Sample hab ich auch ein kleines Kännchen gewählt: das antike 30ml Zhuni ist perfekt für solche teuren Tees. Das Blatt ist größtenteils dunkel, hat aber einige hellgrüne Stellen - ich frage mich, ob sich hier bewusst für eine etwas grünere Produktion im Vergleich zu den anderen bisher getrunkenen 2025er Tees entschieden wurde, da Baihuatan ja gerade für seine ausgeprägte florale Note berühmt ist? Die war bei dem EoT-Tee ja sehr eindrücklich und spezifisch, allerdings gehen davon abgesehen die beiden Tees stark auseinander: die Yiwu-untypische, prägnante Bitterkeit des 2021er Baihuaqing ist hier (leider?) nicht vorhanden und statt einer spezifischen Maiglöckchen Blumigkeit gibt es eine eher frühsommerlich-frische allgemeine Blumigkeit. Beim 2022er Baihuaqing war die Bitterkeit, die den 2021er zwar etwas sperrig gemacht hat, ihm dafür aber auch einen einzigartigen Charakter gab, schon deutlich dezenter aber hier ist sie quasi nicht-existent, was den Tee deutlich Yiwu-typischer macht als die beiden von EoT (schade, dass es da seither keine weiteren Tees mehr von gab). Und was den Anspruch, dass es sich um wirklich alte Bäume handelt ebenfalls unterstreicht ist, dass der Tee nicht nur zahmer sondern auch eleganter ist und dennoch ein intensives Qi hat, das aber deutlich sanfter/subtiler wirkt als bei dem 2021er - zwar immer noch deutlich kräftiger als bei den beiden Laos Tees aber weniger wild. Fazit: Schöner, kraftvoller Premium-Yiwu zu einem Premium-Preis 😉

  • Das "n=1" sollte das geringe Gewicht der Aussage deutlich machen. Insgesamt lagere ich seit ein paar Jahren keine Tees mehr in Dosen, weil die Doybags besser zu meiner Lagerung passen. In Ausnahmefällen lagern Stücke aufgebrochener, vorwiegend ältere Shengs, zum "atmen" in Dosen.
    Hier ein Foto der Dose in der der Long Jing geliefert wurde.

    Der Tee war in einem mit diesen dünnen Metalldrähten wieder verschließbaren Plastiktütchen. Also, meine Einlassung ist keine generelle Kritik an den Verpackungen des Cha Dao, sondern bezieht sich nur auf diesen einen Fall.

    Ich denke mal du hattest den Tee nicht vorbestellt, wahrscheinlich von Gerd den letzten Rest des Long Jing-Bestandes ergattert und deshalb den Tee nicht in der Original-Verpackung (davon hatte ich ja entsprechende Bilder gepostet) bekommen. Gerd hatte mir auch schon gesagt, dass der Preimum Long Jing schon mit den Vorbestellungen ausverkauft war. Allein ich habe ja 500 gr. gekauft (allerdings die Hälfte weiterverteilt bei uns in der Firma).

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Zhongcha Yiwu "Special Grade" (2006)

    Nach dem Waschgang breitet sich der Duft von Holz und Tabak aus.
    Es dominieren holzig zitrische High Notes.

    Der Aufguss wird kaum bitter und weist eine feine, harmonische Adstringenz auf.

    In späteren Aufgüssen kommt eine feuchte Nadelwald- und Pilznote zum Vorschein.
    Dazu intensivieren sich die Holz- und Säurenoten.

    Ab dem fünften Aufguss haben wir mehr Adstringenz, ohne dass sich die ohnehin zurückhaltenden Bitternoten verstärken.

    In der Kehle bildet sich ein leicht mentholiges Gefühl.

    Der Tee ist für einen Factory Sheng rundum perfekt und für mein Empfinden an seinem Peak angelangt. Ich glaube, besser wird er nicht mehr.


  • Ich denke mal du hattest den Tee nicht vorbestellt,

    Ah, dein Foto war der selbe Tee? Das mit der Vorbestellung ist so eine Sache: Das Cha Dao hatte eine Bitte um Vorbestellung auf der Homepage, zu diesem Zeitpunkt zögerte ich noch. Als der Tee schon im Shop gelistet, aber noch nicht produziert, geschweige denn geliefert war, habe ich bestellt.
    Dein Hinweis kann durchaus hinkommen. Allerdings wäre es auch möglich, dass du eine besondere Dose wegen der Bestellmenge von 500g erhalten hast. Meine Bestellung waren 50g oder weniger.

    Zu später Stunde, bei Start der Teesession war es noch Samstag, einen Tee. Wieder produziert vom Panda, wieder vertrieben durch Teamania, wieder aus 2021, aber dieses Mal aus GuaFengZhai und eine Herbsternte.

    Das kräftige Aroma hat etwas waldig-fruchtiges mit einer Parfümnote oder besser einer Badezusatznote. In jedem Fall ein ungewöhnlicher Duft, der mir so bisher nur bei jungen Gua Feng Zhai und in stark abgewandelter Form bei manchen grünen Taiwanoolongs begegnet ist.

    Dies ist der letzte Pandatee, bevor ich den Zeh wieder aus seinem Aufguss nehme. Die Trinkreihenfolge seiner anderen Tees waren von der jeweiligen Tagesform abhängig, der heutige steht mit voller Absicht am Ende der Reihe, schlicht, weil bei GuaFengZhai bisher nicht in Frage stand ob der Tee mir schmeckt, sondern wie gut er ist. Dahinter kann ein Haken, der Tee schmeckt.


    Die ersten vier Aufgüsse ergeben eine kräftige Flüssigkeit, die der Frucht wegen geschmacklich an eine Marmelade erinnert. Welche Frucht genau eingekocht wurde, weiß man nicht genau, ist aber auch nicht so wichtig. Die Süße ist sehr zurückgenommen, sie zeigt sich mehr im Nachgeschmack, durch den sich die Frucht zumindest eingrenzen lässt: Johannisbeere, Himbeere, Brombeere. Der Nachgeschmack ist zunächst vor allem frisch, das kam überraschend. Ab dem dritten Aufguss liegt die Ziehzeit bei mindestens 40 Sekunden, für meine Verhältnisse ist das viel. Dadurch lässt sich eine leichte Bitterkeit nicht verleugnen. Sie passt super zu dem marmeladenartigen Gesamtbild.

    Bei zwei Aufgüssen war die gleiche Erde wie schon beim Mansa und Bulang herauszuschmecken. Deshalb wird diese wohl auf die Produktion zurück gehen, oder hatte jemand von euch schonmal Erde oder etwas ähnliches bei Gua Feng Zhai Tees?

    Ein schöner Abschluss für den Panda Teeausflug (die Metapher mit dem Zeh ins Wasser halten war beim ersten Mal schon gezwungen genug).

    Nachtrag zur Erde: Bis eben waren Bitterkeit und Erde zwei voneinander getrennte Wahrnehmungen, im Aufguss gerade eben ist die Erde die Verlängerung der Bitterkeit. Also zuerst schmeckt man bitter, dieser Geschmack geht dann nahtlos ins erdige (Hier würde sich ein Weißbierwitz anbieten, aber es ist schon spät).

  • Allerdings wäre es auch möglich, dass du eine besondere Dose wegen der Bestellmenge von 500g erhalten hast. Meine Bestellung waren 50g oder weniger.

    Nein, das war keine besondere Dose. Ich habe den Tee ja im Cha Dao selbst abgeholt und gesehen, das da noch mehr von diesen Schachteln (in denen sich die Dosen befanden) rumstanden.

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Bei zwei Aufgüssen war die gleiche Erde wie schon beim Mansa und Bulang herauszuschmecken. Deshalb wird diese wohl auf die Produktion zurück gehen, oder hatte jemand von euch schonmal Erde oder etwas ähnliches bei Gua Feng Zhai Tees?

    Nein, Erde hatte ich bei den jungen Panda Tees nicht gerade assoziiert. Aber ich finde auch, dass es eine gemeinsame Note in den Panda Tees gibt. Meine Verkostungen von den Panda Tees sind schon etwas her. Aber ich versuche beim nächsten Mal herauszufinden, ob ich die Note wiederfinde und wie ich sie beschreiben würde.

  • Heute in gemeinsamer Verkostung der Xiaguan LFPT 2013 von quiche, danke für das Sample DavidL . Zwecks Vergleich hab ich die Version von twl parallel getrunken, was eine interessante Session ergab.

    Was beim Blattgut nach der Session gar nicht mal so ins Auge fällt, zeigen vor allem die erste Aufgüsse.

    Die offensichtlich feuchtere Lagerung von taishunhe zeigt einen wesentlich dunkleren Aufguss in den ersten Runden. Mit der Zeit gleicht sich das farblich dann mehr und mehr an.

    Auch olfaktorisch ist der Unterschied wahrnehmbar, das trockene Aroma des feuchter gelagerten Tees zeigt neben der reinen Teearomatik, einzelne Noten von der Lagerung. Etwas gedämpfte Aromen von vermutlich der Lagerumgebung und feuchte Fermentation, etwas Laub. Durchaus angenehm. Der TWL Tee ist frei von diesen Noten und setzt ausschließlich die Aromen des Tees frei. Das lässt sich im Vergleich gut abgrenzen, im Kern sind es die selben Tees.

    Auch geschmacklich zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Der gutbekannte Dailydrinker zeigt in der TWL Version die gewohnte, wenig vielschichtige aber sehr angenehme Profil aus Holz, etwas Harz, Süße und etwas fruchtiger Fermentation. Die Taishunhe Version nähert sich diesem Profil über die ersten Aufgüsse immer mehr an, zeigt zu Beginn aber darüberliegend die Spuren der feuchteren Lagerung. Eine etwas ausgeprägtere Ledernote, mit entfernten Papiernoten, der Charakter des Tees verändert sich dadurch, für mein Empfinden ( ich mag etwas Feuchtigkeit in der Lagerung) gar nicht mal zum schlechten. Durch die feuchtere Lagerung entsteht gerne mal eine etwas dickere Textur, das war heute aber nicht festzustellen. Vermutlich weil das Maocha für diesen Tee bei der Pressung ohnehin schon 10 Jahre gereift war.

    Insgesamt kann ich sagen mir gefallen beide Tees. Da ich die TWL Version gewohnt bin und lieben gelernt habe würde ich mich denke ich erneut eher dafür entscheiden, der Charakter den die feuchtere Lagerung ergeben hat ist aber auch etwas was man sicherlich leicht vermissen könnte.

  • Nein, das war keine besondere Dose.

    Dann trifft deine "nicht vorbestellt" Theorie wohl am ehesten zu.

    Nein, Erde hatte ich bei den jungen Panda Tees nicht gerade assoziiert.

    Das hattest du beim Mansa schon angemerkt, bei mir kommt die Assoziation definitiv auf. Das Wasser ist selbstverständlich eine Möglich, zudem hab ich bei diesen Tees immer mit der selben Kanne gearbeitet, evtl. nimmt die etwas weg, dass dann eben die Erdeassoziation hinterlässt.

  • Auch ich kann noch etwas zum 2013 Xiaguan Love Forever Papertong sagen:

    Die Lagernote des Tees von Quiche fand ich angenehm. Nicht zu feucht aus meiner Sicht und im Gegensatz zu Matsch mag ich feucht gelagerte Tees nicht so gerne. Also ein gutes Zeichen!

    Anfangs war der Tee für mich schon im Mundraum süßlich etwas wie bei Yiwu Tees. Insgesamt ist der Tee auch schön rund gewesen, was sicher dem Alter von 22 Jahren geschuldet ist. Die Pressung war ja nur 2013. Nach dem Schlucken erfreute mich ein angenehmen Huigan, was etwas ätherisch war und dann ebenfalls in eine Süße überging. Und diesen Nachgeschmack mit der Lagernote hat sich in meinem Mund eingebrannt und auch noch Stunden nach der Session geisterten sie in meinem Mund herum.

    Da ich aber recht sensibel bei Sheng bin, hat der Tee mir neben einer angenehmen Energie, die auch jetzt noch anhält, ordentlich Hunger verpasst.

    Es ist zwar ein Xiaguan untypischer Tee, aber ein sehr einsteigerfreundlicher Factory Sheng. Mir gefällt er. :)

  • Das Wasser ist selbstverständlich eine Möglich, zudem hab ich bei diesen Tees immer mit der selben Kanne gearbeitet, evtl. nimmt die etwas weg, dass dann eben die Erdeassoziation hinterlässt.

    Entweder das, oder wir haben einfach eine andere Wahrnehmung oder andere Vorstellung von erdig.

    Den GFZ vom Panda habe ich auch schon im Auge gehabt, vielleicht findet der ja nochmal seinen Weg zu mir. Dann kann ich darauf nochmal zurückkommen. :)

  • 2020 Rareness 5 von prSK

    Letztes Wochenende hatte Peter eine ganze Reihe unterschiedlicher Rareness 5 Versionen sowie 2015er Varianten des 2016er Rareness 3 und 2016er Rareness 2 dabei, die bisher in Jinghong gelagert haben (ein Wochenende mit ausschließlich großartigen Tees 🤩). Abgesehen davon, dass es immer wieder schön ist, mit solch netten Menschen zusammen Tee zu trinken (oder sollte ich sagen verrückten? zwei sind extra aus der Slovakei angereist und auch die deutschen Gäste hatten zum Teils eine ziemlich weite Anfahrt - und das "nur" um Tee zu trinken 😅), ist es natürlich auch super spannend, die Lagerung in Jinghong mit der Lagerung in der EU zu vergleichen (bis auf die beiden 2015er Rareness-Varianten habe ich alle Rareness 5 Versionen da) - daher fange ich mal mit dem ältesten, dem 2020er an (vom 2019er gibt es keine Jinghong-Storage Version). Tatsächlich ist der Unterschied hier aber "nur" 2 Jahre, da in dem Chaos-Jahr 2020 der Rareness 5 nicht direkt beim Release von Peter's China-Shengs dabei war sondern erst in 2023 in die EU kam (und vorher ebenfalls in Jinghong gelagert hat), daher kenne ich diese Rareness 5 Version ausnahmsweise nicht ganz frisch. Daher ist der Unterschied hier auch nicht ganz so groß: sowohl EU- als auch Jinghong-Storage haben einen sehr ähnlichen Stand, die Jinghong-Version hat noch einen etwas mehr ausgeprägten Storage-Charakter, der bei meinem Bing inzwischen schon verflogen ist - beides sind schwere, dunkle Tees die eine ausgeprägte Bitterkeit haben, wenn man sie kräftig brüht (da soll noch jemand sagen, Yiwu sei zahm!). Dazu trägt auch das Zhuni-Kännchen von Chen Tu Gen (陳兎根) und Porzellan Pitcher (von Matteo) und Teeschälchen (einmal ebenfalls von Matteo und einmal von Jan Pavek) bei: hier wird nichts abgerundet sondern im Falle von Matteos Schälchen eher noch verstärkt! Toller Tee, der mich zusammen mit den anderen Rareness 5 Versionen hoffentlich noch lange begleitet.

  • Shu pu ’25 b7 Lao Cha Tou - prSk

    Um mein kürzlich erworbenes Porzellan-Setup gleich mal in Aktion zu erleben, landet heute ein Shu von Peter aus diesem Jahr im Kännchen. Die Wahl fiel auf die Yizhi-Kanne, da ich die 1.) mal etwas häufiger eintrinken möchte und 2.) passt sie gut zu einem Shu.

    Tia, Shu Puerh war lange Zeit nicht mein Fall, aber da ich kürzlich etwas mit dem Magen hatte und auch in Sachen “financial-wise” wieder etwas mehr gucken möchte, dachte ich es bietet sich an, mal etwas fermentierten Tee zu trinken ;) Viel Wärme, Cremigkeit und einen langen Nachhall und eine Ausdauer, die seinesgleichen sucht. Ein wahnsinnig guter Tee für die kommende kalte Jahreszeit.

    Da ich nicht so firm bin in Sachen Shu Puerh belasse ich es dabei :) Aber man kann es beschreiben als ein Gefühl von “nach Hause kommen”.

  • Dieses Wochenende möchte ich mich intensiv Peters Thailandshengs widmen. Heute Abend wurde es der Rest des mindswicht Mao Cha 2024 und gleich hoffentlich noch die gepresste Version.

    Vor ein paar Wochen wurde der Vergleich des mindswitch 2022 Mao Chas und des Pang San Zhou 2022 Mao Chas zum Reinfall. Von beiden Tees hatte ich genug für ein Kännchen aufgehoben. Leider waren beide Tees fast nicht wieder zu erkennen. Nach ungefähr zwei Jahren Lagerung ist das verzeihlich, zumal sie ohne Boveda Pack im Doypack lagerten.
    Deshalb kann ich an der Stelle nur wiederholen: Der Mao Cha des Pang San Zhou 2022 hat mir lange und viel Freude bereitet, vom Kuchen ist noch etwas da, dieser hat ebenfalls seine Stärken, war jedoch von Anfang an weniger "frisch" als der Mao Cha und ist heute deutlich kräftiger als er lose je war.

    Letztes Jahr trat der mindswitch Mao Cha in diese Fußstapfen. Auch hier, viel Spass und Freude. Beim Kuchen aus 2024 bin ich heute noch unentschlossen, wegen den sehr positiven Lagererfahrungen mit den mindswitches seit 2022 habe ich trotzdem einen Kuchen gekauft, um diesen nicht anbrechen zu müssen, gehen die Reste des Samples in den heutigen Vergleich.

    Bereit? Gut! Los gehts, ein letztes Mal mindswitch Mao Cha 2024.

    Duft trockenes Blatt im angewärmten Kännchen: trockene Erde, dezent Fruchtschalen


    Duft feuchtes Blatt: Rasen an einem sehr heißen Sommertag, Petrichore, Fruchtschalen



    Der Start, ist mit Aufguss eins fast nichtssagend. Das war letztes Jahr noch anders, da startete der Tee aus der Box in vollem Galopp. Diesen erreicht wir heute beim dritten Aufguss, während er den zweiten im Trab verbringt.


    In den Jahrgängen 2022 und 2023, zu den früheren Jahrgängen fehlen mir die Erfahrungswerte, zeichnen sich die mindswitch Tees durch die ruhig fokussierende Wirkung und eine zumeist als tropisch beschriebene Fruchtnote aus. Direkt mit dem Aufguss lässt sich die ruhig fokussierende Wirkung erahnen, die tropische Fruchtnote hingegen ist ausgesprochen zurückgenommen. Das entspricht meiner Erfahrung mit dem Tee, wobei eine Zubereitung im Grandpa Style der Frucht sehr zuträglich ist.
    Heute und ebenfalls bei den vielen vorangegangenen Gelegenheiten, ist die Beschreibung des Geschmackes schwierig. Klar zu benennen ist die bereits angesprochene zurückhaltende Fruchtnote und außerdem eine zwischen leicht und mittig pendelnde Bitterkeit, die ich als positiv empfinde. Weniger konkret wird es mit dem "Körper" eine Art kräftige Grundnote. Einzel betrachtet ist sie so naja, im Gesamtbild ist es guter Tee. Der Nachgeschmack besteht hauptsächlich aus dieser Grundnote.
    An vielen Abenden nach einem fordernden Arbeitstag habe ich 20 bis 30 Minuten mit dem Tee verbracht, dann folgten die obligatorischen Verrichtungen des Alltags und dann der Ausklang des Tages mit den Langziehern des Tees.

    Schon beim Pang San Zhou 2022 war es schwierig mit der Beschreibung der Realität gerecht zu werden. Nüchtern betrachtet habe ich interessantere und auch bessere Tees hier. Aber sowohl beim mindswitch 2024 Mao Cha als auch dem Pang San Zhou 2022 Mao Cha führte der Ersteindruck zu vielen weiteren Sitzungen mit dem Tee. Spätestens dann wird die Beschreibung zusätzlich erschwert, weil zum Tee, die verstrichene Zeit und die Abende mit dem Abschalten und Reflektieren dazu kommen.

    Durch die Abschweifungen ist es zu spät für den sofortigen Vergleich mit der gepressten Version geworden, sie wird morgen nachgeliefert.

  • DavidL: Da stimme ich dir zu. Dieses Unbestimmtheitsgefühlt war beim Mao Cha 2024 von Anfang an da, daher ist eine Momentsache eher unwahrscheinlich. So ging es mir beispielsweise einen Kuchen Lang mit dem AoNeMe.

    Wie angekündigt kam heute der mindswitch2024 Bing Cha an die Reihe.


    Eine überraschende Sitzung. Die Notizen zum gestern getrunkenen Mao Cha können weitgehend stehen bleiben. Der Bing Cha ist jedoch in allen Belangen freundlicher und jünger. In meiner Erinnerung war es anders herum, was durch die Pressung, die damit einhergehende Feuchtigkeit und den Druck Sinn ergibt.
    In der heimischen Lagerung befand sich der Mao Cha knapp ein dreiviertel Jahr, sein Alter müsste ungefähr das doppelte betragen. Mein letzter Vergleich der beiden Varianten muss Mai oder Juni gewesen sein, also irgendwo zwischen Juli und Oktober haben die Tees unmissverständlich ihren Charakter gewechselt.

    Die Frucht ist im Geschmack stärker da als gestern, das würde ich als den größten Unterschied bezeichnen. Unterm Strich sollte ich a) entweder weniger Mao Cha bestellen oder ihn schneller trinken und b) mich auf den Anstich des Bing Chas freuen.

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