Welchen Tee trinkt ihr heute?

  • 2025 Guafengzhai Heishuiliangzi von EoT

    Ein weiterer, für mich neuer Garten in GFZ: Heishuiliangzi(黑水梁子). Im Shop steht, dass der Garten etwas tiefer im Wald ist und auf Grund exzessiver Aufforstung vor ca. 20 Jahren vor allem aus Xiaoshu Bäumen besteht, dieser Tee aber von ausgewählten alten Bäumen stammen soll, von denen es jedoch nicht viele gibt und daher die Gesamtmenge sehr begrenzt ist. Zum Einsatz kommt natürlich auch wieder das Kännchen von Hui Xiang Yun (惠祥云) sowie ein recht neutrales, glasiertes Schälchen von Vaclav Dusek und ein ebenfalls glasierter Pitcher von Jiri Duchek zwecks Vergleichbarkeit der GFZ-Tees im Set.
    Beim trockenen Blatt fällt bereits auf, dass dieses deutlich weniger grün ist, als es beim Longjiapo der Fall war - auf Grund der geographischen Nähe kann man hier Unterschiede auf Pflanzen-Ebene (wie z.B. dass Bulang-Material meist ziemlich "haarig" ist) eigentlich ausschließen, was dafür spricht, dass die Verarbeitung anders ist. Und eben so anders ist auch der Tee: der Heishuiliangzi wirkt deutlich dunkler und tiefer als der Longjiapo, kein fancy Umami sondern ein Wald-Charakter, der mir sehr liegt. Gemeint ist hier nicht der heimische Nadel- oder Mischwald sondern ein feucht-schwerer Charakter, den beispielsweise auch Peter gerne als "forest taste/character" bezeichnet und vor allem bei alten, eher unkultivierten Bäumen zu finden ist, die eben meist im Urwald von Yunnan wachsen statt in Reih und Glied auf Plantagen - was man auch den Bildern und Videos im Shop entnehmen kann. Die Textur ist hier ebenfalls schön voll aber doch ganz anders, da sie super-weich ist - dazu kann der Tee mit mehr Qi und Tiefe als der Longjiapo punkten, so dass er unterm Strich mir deutlich besser gefällt, obwohl ich in einer Blindverkostung nicht auf GFZ gekommen wäre, da der typisch kernige GFZ-Charakter hier quasi nicht zu finden ist. Schöner Tee - ich hoffe es gibt mal wieder die Gelegenheit, einen Tee von dort zu probieren 😊

  • Heute Mittag mal Tee kurz und knapp:

    White Peony 2025 Frühling von Mie Leaf.



    Duft angewärmtes Blatt: Trocken, Blumen, Petrichor
    Geschmack: (Mandel-)Süße, Blumen, manchmal ist im Abgang etwas fruchtiges dabei
    Mundgefühl: sanft, Zementtrockenheit



    Empfohlen werden 95° Wassertemperatur, ich finde den Tee bei 80° vielfältiger und süßer, bei 90° kräftiger mit mehr Zementtrockenheit.

    Dieser Tee gehört zu den kräftigeren Kandidaten im Weißteebereich, das passt richtig gut zum heutigen Tag. Fast den ganzen Vormittag unterwegs und gleich geht's nochmal los für ein paar Erledigungen. Alternativ würde er sicher gut zum Frühstück passen, gerade weil der Tee kräftiger ist und sich dadurch besser behaupten kann.

  • Rou Gui ist ein Yancha, den ich recht gerne mag. Doch bisher bin ich noch nicht dahinter gekommen, warum dieser Tee "Zimt Duft" heißt. Bis heute.

    Den bisher besten Vertreter dieser Sorte hatte ich von PrSk. Der Duft von Peters Rou Gui konnte ich etwas mit Zimt in Verbindung bringen. Aber dazu brauchte ich schon sehr viel Vorstellungskraft.

    Heute in der Parallelverkostung mit dem Rou Gui von Teekenner hat mir dieser dann gezeigt, dass es auch Rou Gui gibt, der tatsächlich deutlicher nach Zimt riecht. Dieser Vertreter anfangs nur Kurz, ich denke die Aromen sind dazu zu flüchtig. Der Rou Gui von Teekenner hatte jedoch dieses eine gewisse Etwas, das die Verknüpfung zu Zimt in meinem Kopf geknüpft hat.

    Das soll jetzt nicht heißen, dass der Rou Gui von Peter schlechter ist, oder der von Teekenner besonders gut. Ich denke die Röstung ist mit 40°C bei dem Teekenner Yancha einfach besonders schonend und zurückhaltend gewesen. Der Yancha von Peter hingegen zeit etwas mehr Röstaromen, die mir aber auch nicht so vorkommen, als wollen sie etwas überdecken. Was der Teekenner Yancha an Aroma mehr hat, hat er dafür an der für Yancha auch typischen Mineralität weniger, als der PrSk Tee. So haben beide ihre Vorzüge. Ich finde beide sind bis auf diese kleinen Unterschiede ansonsten sehr nah beieinander.

    Bei den Bildern hatte ich leichte Belichtungsschwierigkeiten. Links PrSk, rechts Teekenner.

  • Ich habe versuch, versucht ist das Schlüsselwort, einen Teil meines Teeregals neu zu sortieren, es sollte übersichtlicher werden. Dabei ist mir der Premium Oriental Beauty aus meiner Bestellung bei teekontorkiel aus 2024 in die Hände gefallen. Bis auf diesen Tee hatte ich alle Oolongs aus dieser Bestellung hier im Forum besprochen. Der Grund ist einfach, die erste Verkostung war gut, aber nicht mehr. Also wollte ich den Tee zu einem späteren Zeitpunkt nochmal probieren. Diese Gelegenheit kam über ein Jahr später, dadurch wird der Bedarf nach einer Neuorganisation des Teeregales gut illustriert. :)


    Das trockene Blatt duftet brotig und leicht fruchtig. Im angewärmten Gaiwan duftet der Tee parfümeartig frisch. Vom Wasser übergossen wandelt sich der Brotduft hin zum Duft von Pasta, die Parfümnote wird kräftiger und im Hintergrund kommt eine an Darjeelingtees erinnernde Spritzigkeit hinzu. Das passt zu einen Erinnerungen an unterschiedliche Oriental Beautys.


    Geschmacklich sind wir bei Süße und Frucht. Wobei sich die Frucht überwiegend im Nachgeschmack bemerkbar macht. Nach dem ersten Aufguss ist der Tee erst einmal sehr konzentriert und differenziert sich sozusagen dann aus. Damit ist gemeint: Unmittelbar nach dem Abtrinken aus dem Schälchen ist der Tee konzentriert, dann vergehen die ersten Augenblicke und er wird sanfter, man schluckt ihn runter und praktisch sofort verändert sich der Geschmack. Mit jedem Aufguss wird die Süße mehr von der Frucht abgelöst. Jetzt im fünften Aufguss ist etwas leicht holziges dazugekommen, dass sich vorher angekündigt hatte, jedoch nicht so klar zu benennen war.

    Falls sich etwas großartig in den folgenden Aufgüssen verändert trage ich es nach, aber ich kann jetzt schon sagen, dass mir bei diesem Tee die eigene Erwartungshaltung im Weg steht. Mir fehlen spitze Fruchtnoten, diese hier sind tief und gesetzt. Das hat viel mit meinen initialen Erfahrungen mit dieser Art Tee zu tun. Oriental Beauty ist einer meiner ersten Oolongs überhaupt und definitiv einer der großen Aha-Momente wie Tee sein kann, wohlgemerkt ohne Aromen oder Beimischung anderer Pflanzen.
    Daher schwingt gerade Enttäuschung in der Verkostung mit, weil der Tee nicht wie die von früher ist. Trotzdem hole ich neues Wasser, weil der nächste Aufguss bestimmt noch etwas zu geben hat.
    Um fair zu sein, einen Oriental Beauty wie "früher", also meiner Teeanfangszeit um 2015/2016 herum, habe ich seit ungefähr Ende 2018 nicht mehr gehabt. Gut möglich also, dass sich die Nachfrage verändert hat, diese Tees Taiwan seltener verlassen oder schlicht eine Anomalie waren.

    Nachtrag zum Tee: das von mir als holzig beschriebe, ist nun in einigen Aufgüssen als Zimt zu erkennen gewesen.

    Zu guter Letzt ein Foto für die stillen Mitleser:

    Ich verfolge mit einigem Interesse die im Forum vorgestellten Neuanschaffungen im Ton- und Keramikbereich. Mich hätte die Vielzahl der Möglichkeiten vor ein paar Jahren noch abgeschreckt. Man kann jedoch mit einem einfachen Gaiwan oder dem ohnehin vorhandenen Teeservice seine Freude an Tee haben. Dieses Foto zeigt einen Gaiwan, der aus zwei kaputten Exemplaren besteht. Passender Ton und ästhetisches Porzellan tragen zum Teegenuss und dem Gesamterlebnis bei, sind aber keine Grundvoraussetzung.


  • Ich verfolge mit einigem Interesse die im Forum vorgestellten Neuanschaffungen im Ton- und Keramikbereich.

    Ich bin aktuell an einem Punkt, wo ich genug Keramik habe. Irgendwie reizen mich Kännchen aktuell nicht so doll, dass ich da ein Verlangen verspüre mehr zu kaufen. Alles, was ich jetzt noch kaufe wird entwender seltener benutzt, oder ich muss andere Kannen weniger benutzen. Und das möchte ich ja auch nicht.

  • High Mountain Oolong via Teekenner

    Zwar sind helle Oolongs nicht so sehr mein Fall, dieser hier hat mich aber positiv überrascht.

    Der erste Aufguss präsentiert sich blumig, süßlich, irgendwo zwischen weißem Spargel und Melone mit der frischen Nuance von Kräutern. Über die Aufgüsse zwei bis vier entwickelt sich ein buttriges Mundgefühl mit Anklängen von Vanille sowie Kräutern und Kiefernnadeln. Wärmende Süße und erfrischendes Bergaroma treffen aufeinander.

    Über die weiteren Aufgüsse kommt eine an Yuzus erinnernde Säure hinzu. Ich habe etwas acht Aufgüsse gemacht. Der Tee bleibt bis zum Schluss abgerundet.


  • Ich bin aktuell an einem Punkt, wo ich genug Keramik habe. Irgendwie reizen mich Kännchen aktuell nicht so doll, dass ich da ein Verlangen verspüre mehr zu kaufen. Alles, was ich jetzt noch kaufe wird entwender seltener benutzt, oder ich muss andere Kannen weniger benutzen. Und das möchte ich ja auch nicht.


    Das geht mir auch so. Ich bin an einem Punkt wo ich es auch einfach genießen kann, dass das schöne Kunstwerke sind, die ich aber nicht alle besitzen muss. Für mein Trinkverhalten habe ich bereits zu viele Kännchen und wenn der Zweitmarkt für Keramik nicht so schlecht wäre, hätte ich schon längst wieder mind. 5 Kännchen verkauft. Mit dem Wissen von heute hätte ich mir einen guten Gaiwan, eine Kyusu und ein Yixingkännchen mit 2-3 Cups angeschafft und wäre glücklich ;) Jetzt steht viel Zeug rum, was nicht genutzt wird, aber ästhetisch ansprechend aussieht. Und mal ganz ehrlich - ich trinke nun schon ein paar Jahre meine Tees im Gongfu-Stil: Die großen, signifikanten Unterschiede zwischen Zini, Zhuni, Duanni, Porzellan, Europäischem Ton etc., die immer wieder besprochen werden - die bleiben aus. Sind alles nur Spielerchen und Rechtfertigungen, noch mehr (schöne) Keramik zu kaufen :D

  • Da ich in der letzten Woche mal wieder den selben Tee (Besprechung folgt hoffentlich diese Woche) aus verschiedenen Aufgussgefäßen hatte, sehe ich es nicht als reine Spielerei, wobei das sicher eine hilfreiche Haltung ist, um dem Kaninchenbau fern zu bleiben. Zugegeben, große Unterschiede sind selten, insbesondere, wenn man versucht Tagesform und Schwankungen im Teekuchen "rauszurechnen", aber gerade bei gereifteren (10+ Jahre) tragen meine dafür ausgewählten Kannen zum positiv zum Gesamterlebnis bei.
    Meine Kanne aus Chaozhou-Ton wird selten benutzt, dass stört mich nicht sonderlich. Klar, hätte ich drei Chaozhou-Kannen, dann wäre es in der Tat etwas störend. So, gibt es eine passende Kanne für die mittlerweile raren Dancong-Momente.

  • Manfred: Mit den von dir geposteten Parametern hat der Yellow Dragon den Status "ok" erreicht, der Meng Ding Huang Ya gefällt mir immer noch nicht.
    Nach Prüfung mit der Waage: Von ursprünglich 50g sind beim Yellow Dragon noch 6g da, beim Huang Ya von 25g 7,3g. Da ist für mich die Botschaft drin, erst mal die Finger von gelbem Tee zu lassen, wenn nach so viel rumprobieren kein interessanter oder angenehmer oder schöner usw, Aufguss dabei war.

    Ja, da stimme ich dur zu. Es ist schließlich kein Selbstzweck, gelben Tee zu trinken.

  • Gelber, bzw. auch weißer Tee gehört meiner Meinung nach zu den langweiligsten Tees überhaupt. Schmeckt oft wie schlecht produzierter Grüntee(was dem ja auch sehr nahe kommt). Zwei Mal hatte ich einen guten vorgesetzt bekommen, einer hatte feine getrockneter Apfel-Noten, ein anderer war gelagert und hatte ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Letzterer war auch trinkbar, ohne daß es an Zeitverschwendung grenzte.

  • Bao

    Gelber, bzw. auch weißer Tee gehört meiner Meinung nach zu den langweiligsten Tees überhaupt. Schmeckt oft wie schlecht produzierter Grüntee(was dem ja auch sehr nahe kommt). Zwei Mal hatte ich einen guten vorgesetzt bekommen, einer hatte feine getrockneter Apfel-Noten, ein anderer war gelagert und hatte ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Letzterer war auch trinkbar, ohne daß es an Zeitverschwendung grenzte.

    Das können wir, meine Frau und ich, gar nicht nachvollziehen, den Tee "Ya Bao White" lieben wir gerade zu. Wir sind zwar keine Teeexperte, aber die feinen Aromen dieses Tees können einfach nur begeistern.<3:love:

  • Heute eine kleine Vergleichsverkostung von 2 Dancong Milan Xiang. Einmal von Gerhard vom Cha Dao und aus den Niederlanden von Yin Cha.

    Für ganz ausführliche Notes fehlt mir die Muße, außerdem finde ich auch, das Tees in so einem direkten Vergleich durchaus nen anderen Charakter haben als alleinstehend. Ich beschreibe aber für beide gerne Gemeinsamkeiten und Unterschiede:


    Beide: Die für mich typische Milan Xiang Süße ist bei beiden präsent, beide haben außerdem eine floral-säuerliche Note. Eine Leichte Würzigkeit wie von gebratener Ente ist auch in beiden präsent. Beide sind ähnlich in Intensität und Ausdauer (habe etwa 12 Aufgüsse gemacht).

    Unterschiede:

    Der yin Cha ist deutlich dunkler in Aussehen, Farbe und Geschmack. Ich tippe auf stärkere Röstung. Hier sind Noten von Brotkruste, Röstkaffee uÄ präsent, die der Cha Dao Tee nicht hat. Er neigt auch schneller zur Bitterkeit, hat aber weniger Adstringenz.

    Der Tee vom Cha Dao ist deutlich heller. Hier ist Honig und Blumigkeit viel präsenter, zwischenzeitig geht der Duft wirklich Richtung Blumenwiese. Er bittert deutlich weniger, wird aber adstringenter.

    Meinen Geschmack trifft der Tee von Gerhard hier deutlich mehr, beide sind aber sehr schöne Tees, die mir viel Freude machen.

    Ich bin noch relativ neu bei den Dancongs, bekomme aber immer mehr Freude dran. Bald kommt dann auch eine Bestellung von Siam Tee und (möge der Zoll mit mir sein) WuyiOrigin. Ich bin gespannt :)

    Im Bild ist links Cha Dao, rechts Yin Cha

  • XiaoShu HuaZhu 2015 via pu-erh.sk.

    Ein Post zu diesem Tee ist lange überfällig, denn das hier ist bereits mein zweiter Fladen. Ich fange mit dem Tee an, danach ergänze ich noch zwei über diesen Tee hinausgehende Gedanken.

    Für mich duftet er in leicht aggressiver Weise nach Holz und Reifung. Nach den ersten drei Aufgüssen ist die Aggressivität verflogen, der Tee duftet "jünger" als seine 11 Jahre, etwas fruchtiges mischt sich dazu. Beide Kännchen auf dem Foto haben sich als gut geeignet für diesen Tee erwiesen. In den beiden zurückliegenden Wochen habe ich verschiedene Kannen und einen Gaiwan mit dem Tee getestet. Der heutige Vergleich zwischen diesen beiden Kännchen sollte einen Sieger ermitteln. Die Unterschiede waren gering, so gering, als ich einmal vergas welche Kanne in welches Schälchen gegossen wurde, war eine Zuordnung nicht mehr möglich. Die Fotos weiter unten legen als eine Ursache zu wenig Blatt im grauen Kännchen nahe.

    Vom Geschmack her ist dieser Tee in gewisser Weise geradlinig und unkompliziert: Bitter, fruchtig und "Körper". Die Bitterkeit lässt sich mit Blick auf die Ziehzeit gut dosieren. Bei einigen Aufgüssen und manchmal sogar für die ganze Sitzung bleibt die Frucht leicht süß und lange präsent, jedoch unbestimmt. Seine besten Momente hat der Tee, sobald die Frucht klar und deutlich als Marille (Wildaprikose) zu erkennen ist. Zur Präzisierung der Süße: Trink man viele Yiwu-Tees kommt einem der Tee kaum oder gar nicht süß vor, ist man eher in Naka unterwegs, ist die Süße nur schwer zu ignorieren.
    Der diffizile Teil betrifft den "Körper".

    Ich verwende den Begriff hier als Krücke, weil ich den Tee in dieser Beziehung nicht genauer aufdröseln kann. "Körper", weil ich sowas schon in ein paar Blends älterer Tees hatte und dieser Geschmack dort wie der Teig wirkt, auf den die Zutaten drauf kommen.


    Nach dem ersten Aufguss, meistens, oder nach dem zweiten Aufguss, spätestens, wärmt der Tee durchgehend bis zum letzten Aufguss. Was mich zu den beiden Gedanken "rapid onset HuaZhu" und "Herbsttee" führt.

    "rapid onset HuaZhu": Auf einem Teetreffen das meinen Unterlagen zu Folge in 2023 gewesen sein müsste gab es unter anderem einen HuaZhu zu trinken. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr von wem oder welches Erntejahr, jedenfalls dass Erlebnis prägend genug, um mehr Tees von dort probieren zu wollen. Mindestens eine Teeprobe aus HuaZhu hatte ich vorher dem Teetreffen, die nicht sonderlich überzeugend gewesen war. Glücklicherweise hatte ich noch eine ungeöffnete Teeprobe eines HuaZhu Gushu von Peter zu Hause. Es gibt Fotos von dieser Verkostung, ins Forum oder in meine Notizen hat sie es jedoch nicht geschafft.

    Darauf folgte die Bestellung des ersten Fladens XiaoShu HuaZhu 2015, auf dessen zweite oder dritte Verkostung der zweite Fladen. Ich bin von "meh" auf "schließen sie's mir gleich an die Venen an" (Ist das etwa eine Simpsons Referenz?) in wenigen Monaten, dass nenne ich rapid onset HuaZhu.

    "Herbsttee": Dieser Tee ist das beste mir bekannte Beispiel für einen "Herbsttee", im Sinne eines Tees den man besonders gerne im Herbst trinkt. Vom ersten Fladen sind ungefähr zwei Drittel in seinem ersten Herbst getrunken worden, einen zweiten gab es nicht :). Die durch den Tee ausgestrahlte Wärme ist sicher ein wichtiger Punkt. Alle "Herbsttees" in meiner Sammlung sind mehr oder weniger fruchtig. Darüber hinaus ist es eine Gefühlssache.
    Ich mag den Tee heute genau so wie im Sommer oder Herbst, im Herbst ist die Lust auf diesen Tee eben mit Abstand am größten.

  • Nachdem ich den Vergleich der 2017er Jingmai Schweizer vs Yunnan Storage sehr interessant fand, habe ich mir auch mal die Yiwu Version davon zugelegt. 2018er Yunnan Storage vs. regulärer 2018er Version von Teamania.

    Die Yunnan Storage Version erscheint mir etwas dunkler. Sowohl die Blätter, als auch die Aufgussfarbe. Erfreulich ist, dass auch die reguläre Version eine dunkel gelbe bis orange Aufgussfarbe aufweist.

    Leider schwächeln beide im Punkto Aroma. Geruchlich konnte ich nicht viel wahrnehmen. Und Geschmacklich waren beide Tees recht sauer / fruchtig. Sie hatten sehr wenig von der Yiwu Süße. Der Tee mit Yunnan Storage war etwas milder, aber trotzdem noch recht sauer. Die Jingmai Shengs waren nicht so.

    Über Nacht habe ich die Cakes in einen Beutel mit Hygrometer gesteckt und diese kamen beide nur knapp über 50% Luftfeuchtigkeit. Ich gehe davon aus, dass die Tees entweder zu trocken sind, oder sich gerade in einer Transformation befinden. Säuren sind auch Resultate von Fermentation, daher will ich hier erstmal nicht zu früh urteilen.

    Da ich ja auch schon einen 2023er Yiwu von Teamania und zum Glück auch einen dritten Mini Gaiwan habe, wurde dieser dann auch noch zum Vergleich herangezogen. Er weist Ähnlichkeiten zu den anderen beiden Yiwu Shengs auf, hat jedoch weniger Säure und Anklänge von Kakaonoten. Da dieser Tee nun ein Jahr in meinem Pumidor gelegen hat, kann das gut ein Resultat von mehr Feuchtigkeit sein.

    Jedenfalls dürfen beide Tees nun erstmal mehr Feuchtigkeit aufsaugen, bevor ich sie wieder miteinander vergleiche.

    Reguläre version links, Yunnan Storage rechts

  • Iki 103 Cha You Sencha via Unearthed Gallery,

    Aus der Tüte kommen fruchtige Düfte, in der vorgewärmten Kanne Nuancen von gebrannten Mandeln und gekochtem Gemüse.

    Der erste Aufguss ist vielschichtig und abgerundet: leichte Süße mit Umami werden ummantelt von gekochtem Gemüse in Richtung Süßkartoffel oder Edamame.

    In den Aufgüssen zwei und drei bleibt der Tee vollmundig abgerundet bei schwindendem Umami, unveränderter Edamame-Note und zunehmender Spritzigkeit. Auch bei 20'' und 95° entwickelt der Tee keine Bitterkeit und so gut wie keine Adstringenz.

    Diesen Tee trinke ich seit fünf Tagen und bin immer noch begeistert.


  • Sorry, ich muss mal etwas Dampf ablassen:

    Wieder besseren Wissens habe ich noch einmal bei der Firma Twinings gekauft und zwar den ORANGE PEKOE Ceylon.

    Also mache ich nun die Dose auf und was sehe ich? Dust. Bestimmt 1/4 der Dose war Dust??? Schmeckt leider auch entsprechend. Ich hab dann den Tee gesiebt, damit zumindest die kleinsten Brösel raus sind: Mal schauen, ob ich dem nicht trotzdem eine halbwegs brauchbare Tasse entlocken kann.

  • 2007 Youle Gushu von TTpl

    Sehr angenehmer und ich würde auch sagen einsteigerfreundlicher Sheng. Es dominieren Holz und würzig ätherische Noten. Der Nachgeschmack ist lang, leicht minzig, trocken und süß. Im leeren Cup bildet sich ein zuckersüßer Geruch.

    Wäre einen Cake wert gewesen. Leider gibt es ihn nicht mehr.

  • Tee Nr. 2 heute: Long Tan Oriental Beauty ebenfalls von TTpl

    Oriental Beauties tüte ich ebenso gerne mit ein, wie junge Shengs aus mir unbekannten Regionen. Dieser Oriental Beauty trägt seinen Namen meiner Meinung nach zurecht.

    Leicht brotig, aber eben auch nicht zu viel! Dörrobst, Honig, nur an der Würze fehlt es etwas. Die pflaumige Süße wechselt sich mit den fruchtig, spritzigen (etwas grüner Apfel) High Notes ab. Erst nach Aufguss 5 musste ich die Ziehzeit erhöhen. Davor hat er konstant abgeliefert. Man bekommt also auch was für sein Geld.

    Meiner Meinung nach ist der Oriental Beauty Premium genau so gut und noch etwas günstiger. Es ist aber erfreulich, dass es auch noch woanders vernünftige Vertreter dieser Teesorte gibt. TTpl ist da meiner Erfahrung nach auch eine gute Anlauftselle, wie dieser Tee wieder bestätigt.

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