Welchen Tee trinkt ihr heute?

  • 2025 Zhang Jia Wan Gushu von TTpl

    Nebst meinem geliebten Ailao Shan gibt es dieses oder letztes Jahr, wie man es betrachten möchte, neue Regionen zu erkunden. Eine davon Zhang Jia Wan etwas weiter im Norden von Yiwu.

    Mein erster Eindruck vom Geruch her war: Eine hohe Ähnlichkeit zu Mahei, wegen der tiefen beerigen Süße, die mir schon mal sehr gut gefiel. Dazu leicht spritzige Spitzen.

    Leider hat der Tee bei meiner nun ersten Session nicht so gut abgeliefert. Es fehlte ihm an Tiefe, Textur. Die schönen Aromen aus dem Duft kommen nicht so recht in dem Aufguss an. Dadurch wirkt er etwas flach und dünn.

    Hört sich erstmal sehr negativ an. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich für den Preis einfach mehr erwartet habe.

    Bei Anbetracht der Bilder von den Teepflanzen auf der Seite fällt mir auf, dass viele Pflanzen bereits knapp über dem Boden anfangen direkt in die Äste überzugehen. Mir scheint es so, als seihen die Bäume früher weit unten gekürzt worden. Sollte das der Fall sein, wäre das hier für mich ein weiteres Indiz für den Grund der dünnen Textur. Einen solchen Zusammenhang ist mir und auch Getsome damals bei dem Blindtasting von doumer aufgefallen.

  • 2025 Yiwu Secret Garden von TTpl

    Diesen Tee finde ich schwierig zu beschreiben. Das Einzige, was ich klar benennen kann ist Popcorn und eine Art milchig, cremiges Aroma. Der Rest ist irgendwie wild. Eher natürlichere Noten wie Wald, Blätter, Natur. Tiefe hat der Tee auch. Die Wirkung ist entspannend. Einziges Manko ist wieder die Textur, finde ich.

    Diese Runde fand ich deutlich besser, als die, des Zhang Jia Wan. Vielleicht auch, weil ich dieses Mal ohne Erwartungen herangegangen bin.

    Schön zu sehen ist, dass die Aufgussfarbe eher ins gelbliche geht, was für mich eine Voraussetzung für gute Reifung ist.


  • DengShihai Fulu 2012

    Der zweite Tee von der Puerhprominenz. Nachdem der Taiji Yuan Cha von 2011, zwar ein stabiler Tee war aber nicht zu einem Nachkauf bewegt hat heute der erste aus der FuluSerie.

    Über die Aufgüsse gefällt mir von allen Anteilen die der Tee zeigt, die Art der Bitterkeit am Besten, spitz und klar , an klassische Factorytees erinnernd. Die herbe Note zieht sich durch die ganze Session und verweilt anhaltend im Mundraum.

    Der zweite prägnante Anteil ist eine minzartige Schärfe. Nicht überwältigend und kein Minzgeschmack an sich, nur die bekannte Art der Schärfe. Das ist ein Stil, der mir persönlich, nicht so gut gefällt.

    Drumherum finden sich im Verlauf wechselnde Aromen. Teilweise pflanzliche, entfernt fruchtige Anteile, mal Kräuter wie Salbei und Oregano.

    Durch etwas Adstringenz die der Tee zunehmend aufbaut, entsteht gefühlt ein aktives Mundgefühl. Die Textur ist nicht besonders.

    Insgesamt technisch gesehen wieder ein ordentlicher Tee aber trifft nicht meinen Geschmacksnerv. Erinnert mich geschmacklich etwas an den Mengku Yesehng Greenleaf von 2005.

  • Shan Lin Xi Qingxin Orange Dream von Teehaus Cöln

    Heute gab es nach längerer Zeit mal wieder einen Tee für mich neben der Arbeit. Die Wahl ist auf einen Oolong gefallen, den ich mir von einem Besuch in Köln mitgebracht habe.

    Aus dem Li Jiao Cup sehr angenehm, fruchtig in Richtung Blutorange, ohne dabei bitter zu werden. Begleitet von einer leichten Süße.

  • Fo Shou 2025 von WuyiOrigin:

    Schöner Tee, der mit den Aufgüssen eine ziemlich interessante Entwicklung macht. Am Anfang standen bei mir eher süß-röatige Noten wie Karamell, Gebäck, Honig im Vordergrund, dazu Holzaromen und eine leichte Würze. Ab dem dritten Aufguss taucht dann im Abgang eine säuerliche Fruchtnote auf (Kompott, Pflaume), die mit den kommenden Aufgüssen intensiver und prominenter wird. Daneben wandert die Würze in mineralische Noten über, die einen schönen Kontrast bilden. Bei mir ausgeprägt Hui Gan mit langem Abgang.

    Insgesamt ein meiner Einschätzung nach eher sanfter, komplexer Yancha, ohne dabei aber irgendwie langweilig zu werden.

    Ich spüre ein ordentliches Cha Qi, da ist aber vielleicht auch einfach die Euphorie mit drin, das mein Teepaket endlich da ist :D

  • Für meinen kommenden Urlaub habe ich mir das erste Mal Shengs von EoT bestellt. Diese verkoste ich die nächsten Tage blind um möglichst unvoreingenommen an die Tees heranzugehen.
    Heute zog ich den 2025 Mahei ShiMenKan.
    Anhand des Geruchs hätte ich nicht auf Mahei getippt. Die für mich bisher immer vorhandene beerige Süße war nicht vorhanden. Stattdessen hat der Geruch schon eine deutliche Tiefe gehabt. Wie Algen, nur ohne das fischige. Sehr natürlich, wie beim Einatmen an einem Flussufer. Aber mit der Tiefe eines beschatteten Sencha.
    Der Geschmack war ähnlich. Schwer zu beschreiben. Am ehesten trifft es für mich auch der Begriff "natürlich". Der Tee war sehr zurückhaltend bei den High Notes. Frucht oder Blumen konnte ich nicht bestimmen. Dafür glänzte er aber in Punkto Tiefe und Süße. Beides konnte er sehr lange halten. Eine angenehme, kernige Bitterkeit war auch dabei, die mich etwas an Gua Fang Zhei erinnert hat. Diese ist dann aber auch recht schnell verschwunden gewesen und hat eine Süße und das Verlangen nach noch einem Schluck hinterlassen.
    Zwischendurch hat er mich an den Ku Zhu Shan von Teewald erinnert, der auch etwas zurückhaltend ist und mit Tiefe glänzt. Doch dieser hier hat noch einmal deutlich mehr Tiefe und hält diese auch länger durch. Wegen dem zurückhaltendem Charakter habe ich auf eine Ernte von nur wenigen Bäumen getippt, aber damit wird der Tee nicht beworben. Aber, dass es sich um Gushu handelt, glaube ich gerne.
    Ein beeindruckender Tee auf jeden Fall!

  • 2025 Long Jia Po Gushu

    Der zweite Tee von EoT war überraschenderweise ein GFZ. Auch auf diese Region wäre ich nicht gekommen, denn die kernige Bitterkeit, die ich von dieser Region her kenne, war hier nicht vorhanden...

    Geruchlich hatte dieser Tee mehr zu bieten, als der Shi Men Kan. Er erinnerte mich an Amerikaner mit Zitronen-Zuckerguss und Sahne. Sehr lecker! 🙂

    Geschmeckt hat er aber wie Tee. Eine schöne Tiefe war vorhanden, aber weniger, als beim Shi Men Kan. Begleitet von einer Yiwu typischen Süße und den leicht zitronigen Noten und weniger Bitterkeit, dafür aber mehr Trockenheit, die dann auch im Mund blieb. Der Nachgeschmack war auch recht lang und angenehm.

    Auch dieser Tee hat schön lange sein Erlebnis halten können, ohne zu schnell negativere Geschmäcker oder überwiegende Trockenheit zu bilden. Auch wenn ich mich bei der Bestellung eher an die günstigeren Tees gehalten habe, bin ich bisher positiv überrascht. Wobei 180€ auf 200g hier in Deutschland wohl doch schon zu den High End Tees zählen dürfte.

    Ich finde den Tee solide, frage mich aber jetzt schon, wie gut diese recht zahmen Tees von EoT denn altern würden. Haben sie genug Power um auch 10+ Jahre durchzuhalten? Die bisherigen Tees scheinen nicht so grün produziert worden zu sein, denn die Aufgüsse sind selbst nach einem Jahr schon sehr gelb. Aber sie waren beide eher sanft und bereits jetzt schon sehr gut genießbar. Werden sie also noch besser, oder eher schwächer? Hat vielleicht schon Jemand Erfahrungen mit einem älteren EoT Kauf? Würde mich interessieren!

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