Hallo zusammen und einen schönen Sonntagabend.
Mein name ist Jan und nach langer Zeit des rein analogen Teegenusses möchte ich mich jetzt doch auch an den digitalen Teetisch begeben. Die Existenz dieses Forums war mir wohl bewusst, ich bin bei Internetsuchen zu diversen Teethemen immer mal wieder hier gelandet, bisher hat mir aber die Motivation gefehlt, mich in einem Forum (zu welchem Thema auch immer) anzumelden. Aber besser spät als nie.
Zu meiner Kurzbiographie: Ich bin Mitte 30, wohne im Rhein-Main Gebiet, verheiratet, 2 Kinder und arbeite als Referent in der öffentlichen Verwaltung.
Mein Teeweg hat vor ca. 15 Jahren begonnen. Seit Kindheitstagen war Tee nur irgend etwas wärmendes, dass im Winter oder bei Krankheit getrunken wurde, zusammen mit meinem wachsenden Interesse für die asiatische Kultur im Allgemeinen stieg dann aber auch die Neugier auf guten Tee. Der bewusste Genuss hochwertiger Getränke, sei es Wein, Whisky oder Kaffee hatte bereits vorher einen hohen Stellenwert für mich.
Endgültig zur Passion ist Tee für mich durch das Dojo geworden, welches ich zu meiner Studienzeit besucht habe. Hier hat die gemeinsame Teerunde nach dem Training als fester Bestandteil immer dazugehört. Meine erste echte Teeliebe war dann folglich japanischer Grüntee.
Aber mit Anfang 20 wechseln Leidenschaften noch einfacher und ich stellte fest, dass mir zwar gewisse Aspekte Japans sehr gefallen, ich aber insgesamt der klassischen chinesischen Kultur mehr abgewinnen kann. Dies hat mich fast zwangsläufig nach Taiwan geführt, quasi der Synthese aus diesen Einflüssen.
Seit knapp 10 Jahren fokussiert sich mein Teekonsum immer stärker auf Oolong. Mein Geschmack ist wohl nicht ganz generationenkonform, mit den modernen grünen Produktionen kann ich relativ wenig anfangen, ich ziehe die klassisch stärker oxidierten und gerösteten (gerne auch gelagerten) Tees vor.
Meine Beziehungen zu Taiwan sind mittlerweile auch privater Natur, zuerst über meine Taiwanesische Kalligraphie Lehrerin, mit der ich durch viele Jahre Unterricht mittlerweile befreundet bin. Später hatte ich dann das große Glück, auf der Neujahrsfeier der Taipeh-Vertretung in Frankfurt meine Frau kennen zu lernen.
Hier schließt sich der Kreis zum Thema Tee wieder, denn die Familie meiner Frau kommt aus Nantou, (ohne dass dies eine Rolle für mich gespielt hätte) habe ich auch in enge Beziehungen zu mehreren Teefarmern eingeheiratet. Soweit nicht eine Pandemie dazwischen kommt, reisen wir regelmäßig in die Zweitheimat, zuletzt gerade erst wieder über Weihnachten.
Ich freue mich auf einen regen Austausch und hoffe darauf, hier andere Perspektiven auf meine liebste Freizeitbeschäftigung kennen zu lernen und meinen (Tee)Horizont zu erweitern.
Ich wünsche einen schönen Restsonntag und einen guten Start in die Woche