[size=17]Gelagerte Tees haben für mich etwas faszinierendes. Teeblätter, die das Zeitgeschehen still ruhend in Tongefäßen überdauert haben und älter sind als ich, bleiben für mich etwas besonderes. [/size][size=17]Meine bisherigen Erfahrungen waren ganz unterschiedlich. [/size][size=17]Von muffig bin Feinkost war alles dabei.[/size]
[size=17]Es ist erstaunlich was aus Teeblättern wird, wenn sie lange rumliegen und sich nach und nach zersetzen. Optisch wirkt es manchmal wie ein schwarzer stückiger "Brei". [/size][size=17]Geschmacklich zeigen sich aber teilweise wirklich schöne Noten. Gerade wenn es draussen kalt und herbstlich wird, erfreue ich mich an diesen Tees.[/size]
[size=17]Es wird beschrieben, dass Geschmäcker von feuchtem, bemoostem Holz oder balsamischer Duft von trockenem Holz (z.B. Adlerholz) entsteht. Der Duft von alten Büchern oder altem Papier ist auch zu finden. Antike Möbel, würzige Ledernoten, darunter verborgene Anklänge von Vanille oder eine hintergründige Honigsüße, können solche Tees schmücken.[/size] [size=17]Auch erdiger Duft und damit verbundene Assoziationen mit roter Beete, Kartoffeln oder anderem Wurzelgemüse lassen sich teilweise wiederfinden. [/size] [size=17]Nicht selten gibt es aber auch nassen Karton, Lagerhaus oder Kellergeruch, im schlimmsten Fall Schimmelgeruch, alles eher unerwünscht und Ergebnis zu feuchter Lagerung. Ich persönlich find den nassen Karton als dezente Grundnote in Verbindung mit anderem gar nicht so schlecht.[/size] [size=17]Wie immer ist es Geschmackssache aber vermutlich wegen zuletzt genannter Geschmäcker ist gealterter Tee nicht bei jedem beliebt.[/size]
[size=17]Für mich ein ebenfalls interessanter Aspekt ist die Wirkung älterer Tees. Es kommt vor, das diese auf den Magen schlagen, aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass mir speziell gelagerte Oolongs sehr gut bekommen. Ich nutze sie gerne als Magenschonung und -erholung zwischen den PuErhTrinkPhasen, da dieser in größeren Mengen bzw. bei regelmäßigem Genuss, für meinen Magen einen eher herausfordernden Charakter hat, egal ob jung oder alt. Geschmacklich übrigens durchaus vergleichbar.[/size]
[size=17]Ein weiterer Aspekt im Bereich der Wirkungen ist das nicht selten außergewöhnliche Qi. Mir scheint, mit dem Alter entstehen Verbindungen, die das Empfinden spürbar beeinflussen. Ein bisschen hoffe ich immer, dass es nicht irgendwelche Schimmelpilzgifte sind^^. Da es auch in jüngeren Tees ein ordentliches Qi gibt, mache ich mir bei einem sauberen Geschmack aber eher keine Sorgen.[/size]
[size=17]Zum Teil kann man auch lesen, dass diese Tees aufgrund der langen Lagerung weniger Koffein haben und durchaus für den Abend geeignet sind. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber bisher konnte ich gerade wegen der eher beruhigenden Wirkung (Qi) immer ganz gut schlafen.[/size] [size=17]Ich dachte ich schreib diesen Text mal als Startschuss zum Austausch zu diesem Thema. Vielleicht gibt es ja interessantes zu erfahren. Ich würde mich auch sehr über gute oder auch schlechte Beispiele für Tees dieser Kategorie freuen. Was mich auch interessieren würde was der bisher älteste getrunkene Tee von euch ist und wie der so war. Bei EoT gibt es ja unendlich teure Tees aus den 50ern. Reizvoll aber unvernünftig teuer und deshalb über meinen Möglichkeiten.[/size] [size=17]Zum Start möchte ich, meinen ersten LiuBao und gleichzeitig einen meiner Lieblingstees nennen, den [/size][size=20]1980’s Aged “Chen Xiang” Liu Bao Hei Cha von Thetea.pl[/size] [size=17]Leider ist dieser Tee mittlerweile ausverkauft aber für mich ist er ein wirklich großartiges Beispiel für die oben beschriebenen positiven Eigenschaften. Zuletzt hab ich ihn beim Brennen meiner Tontöpfe getrunken, es war ein wirklich ideale Begleiter an einem solchen Tag. Feuer, Dunkelheit und Wärme passen gut zu dem Tee. Das hat den Tag wirklich abgerundet. [/size]