• Ich denke das ist alles auch eine Frage der Vorlieben. Wenn man Dancong wie Gyokoru dosiert, was glaube ich nicht unüblich ist, kommt da einfach ein anderes Getränk bei raus.

    Mir reichen 6 bis 7 gr. auf 100ml für ein i.d.R. ansprechendes Gebräu. Es ist ja auch ein Unterschied, ob im Gaiwan oder Kännchen aufgegossen. Im Minikännchen fehlt dem Blatt am Ende der Platz sich auszudehnen, die Wasseraufnahme ist dadurch scheinbar begrenzt. Da ergibt sich dann schon durch die Art und Weise auch ein anderer Aufguss. So kann man es zumindest nachlesen.

    Ich weiß auch nicht, mir reicht es irgendwie am Ende wenn es mir schmeckt. Die von mir beschriebene Art und Weise passt für mich für den beschriebenen Tee perfekt. Vielleicht geht es dir ja auch so, wenn die Lust auf Dancong zurückkommt. @DavidL

    Bitterkeit durch zu lange abgekühlten Dancong hatte ich auch noch nicht. Ich hab aber auch nicht sooo viele Dancongs gehabt bisher. Kann es entsprechend wahrscheinlich nicht wirklich beurteilen.

  • Quote

    3 hours ago, Jannis said: Steht aber das nicht gerade genau im Kontrast zu dem, was David und Matsch hier berichten?

    Kann ich schwer beurteilen, ohne den genauen Tee selbst auch zu versuchen. Eine gewisse bittere Grundnote ist allerding schon ein Dancong Kennzeichen. Im Prinzip ist es trotz aller floraler Noten ein eher herber Tee, nicht lieblich wie man annehmen könnte.

    Kleine Anekdote dazu: Ich war bei einer Geschäftsreise in Guangzhou mit einem Freund aus den Chaozhou Tee-Gebirgen auf dem Teemarkt. er führte mich zu einigen seiner Landsleute und erwähnte im Gespräch, daß für ihn und viele aus CZ Yancha kein richtiger "männlicher" Tee sei. Abgesehen vom Machismo, finde ich da ist schon was dran im Sinne, daß es wirklich eher ein herber Tee ist trotz aller filigranen Eigenschaften.

    Aber wie gesagt, hängt immer sehr von dem ab was man so bekommt. Die untere Schiene von Dancong ist relativ generisch und schwierig zuzubereiten, je besser, umso mehr halten sie aus und es kommt weniger auf das Können beim Zubereiten an.

  • Heute habe ich nun mit meinem Bruder zusammen die 5 Mi Lan Xiang Dancongs verglichen. Das Resultat war, dass es erstaunlich große Unterschiede gibt...

    Zuerst einmal die Bilder vom Ereignis:

    Wie zu sehen haben wir 5 Mini Gaiwane á 50 - 60ml verwendet. Die Tulip Cups dienten als Pitcher. Getrunken wurde aus den 30 ml Mini Cups. Die Aufgüsse haben mit 95°C - 100°C heißem Wasser durchgeführt und abgegossen wurde direkt nach dem Eingießen, jedoch nicht hektisch abwechselnd von Rechts nach Links und von Links nach Rechts. Die Tees haben wir vorher abgewogen, in Probetüten gefüllt, den Shop darauf geschrieben und abgeklebt, dann gemischt und nummeriert. So wussten wir zunächst nicht, in welchem Gaiwan, welcher Tee gelandet ist. Wir konnten sie aber recht schnell identifizieren, da jeder von uns einen dr Tees Teil kannte. Am Ende hatten wir alle korrekt erkannt.

    Zu den einzelnen Tees in der Reihenfolge der Bilder von links nach rechts. @Jannis du darfst gerne noch in einem eigenen Post deine Notizen ergänzen.

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    Die Aufgüsse waren am klarsten, leichtesten und ebenso wie die Blätter am grünsten. Der Charakter des Tees war recht doll abweichend von allen Anderen. Er roch trocken nach Fruchtgummi. Fruchtig und süß. Nass roch er dann anfangs etwas nach Fleischbrühe, später beerig und wie Fruchtbonbons. Sehr merkwürdig für einen Mi Lan Xiang Dancong. Der Körper war so mittelmäßig. Der Geschmack war leicht floral und die süßliche Bonbonnoten habe ich auch geschmeckt mit einer beerig süßen Note. Sehr lecker, aber so einen Geschmack würde ich nicht erwarten, wenn ich einen Mi Lan Xiang Dancong kaufe.


    2. Teekenner

    Anfangs der Dancong mit der rötlichsten und kräftigsten Aufgussfarbe. Er hatte den intensivsten floralen Geruch. Ich habe oben ja schon recht viel über diesen Tee geschrieben, daher spare ich mir hier ein paar Worte. An dem Geruch alleine hatte ich diesen Tee dann schon erkannt. Er hatte am meisten Tiefe, intensivsten (Nach-) Geschmack und hielt am längsten durch. Zwar war auch bei ihm mit kurzen Aufgüssen nach dem 6. nicht mehr viel zu holen, allerdings konnte man auch mit längeren Aufgüssen noch viel herausholen, ohne, dass ein unangenehmes Gebräu dabei heraus kommt.


    3. Teewald

    Im Geruch nicht ganz so floral im Vergleich. Die Röstung war hier deutlich wahrnehmbar, aber ausgeglichen. Ebenso im Geschmack. Nach ein paar Aufgüssen etwas trocken, aber nicht zu stark. Etwas längerer Nachgeschmack, aber nicht so lange wie bei dem Dancong von Teekenner. Ab dem 3. Aufguss schon spürbar dünner bei den kurzen Aufgüssen, jedoch kommt noch für ein paar weitere Aufgüsse Geschmack bei raus. Auch dieser Tee kam mir sofort bekannt vor. Die Teewald Dancongs teilen sich ein paar Geschmacksnoten, die ich nach so einigen Sessions anscheinend erkennen kann.


    4. Jing Tea

    Der Tee, der initial am wenigsten Aroma verströmt hatte. Könnte daran gelegen haben, dass die paar Gramm schon ein paar Wochen einsam in einer kleinen Tüte lagen. Anfangs schön rund und etwas süßlich, leichte Röstung wahrnehmbar. Jedoch auch die floralen Noten waren eher zurückhaltend. Der Geschmack verblieb recht kurz im Mundraum. Im verlauf dann etwas brotig (3. Aufguss) die Röstung war nun stärker wahrnehmbar. Die floralen Noten kamen erst so richtig im Nachgeschmack zur Geltung, dieser war ja aber auch recht kurz.


    5. Yushu Tea Gallery

    Von den Blättern her am dunkelsten. Was ich hier direkt gemerkt habe: Der Tee hatte Off Noten. Sowohl im Geruch, als auch im Geschmack. Sie haben mich anfangs an Pappe erinnert, haben sich aber immer mal wieder verändert und waren zwischenzeitig und später dann auch ganz weg. Der Tee war recht dünn und wenig floral. Der Nachhall war ebenso recht kurz. Die Röstung war ebenfalls stärker wahrnehmbar ab dem 3. Aufguss und nahm dann wieder ab. Gegen Ende kam eine Popcorn Note durch, die ich auch auf der Teezui so erkannt und benannt hatte. Dort haben wir den Tee nämlich auch kurz probiert.


    Unser Fazit

    Der erste Platz ging an den Dancong von Teekenner. Er hatte am meisten zu bieten in den Punkten Intensität, Nachhall, Tiefe und Durchhaltevermögen. Auch wenn ihm etwas die Röstung fehlt. Aber vielleicht ist genau daher auch die florale Note so intensiv.

    Der zweite Platz ging an den Dancong von Teewald. Er hatte den typischen floralen Geschmack gehabt, der dank der kurzen Aufgüsse auch nicht überdeckt wurde. Die Röstung harmoniert gut mit den floralen Noten. Auch wenn er recht schnell an Intensität verliert, kann man das durch etwas längere Ziehzeiten ausgleichen. Er ist zwar etwas trockener, als die anderen Kandidaten, aber angenehm trocken.

    Der dritte Platz ging für uns an den TKK Dancong. Er hatte zwar recht wenig mit den anderen Dancongs geschmacklich wie Geruchlich gemeinsam, allerdings fand ich zumindest den beerigen Geschmack sehr lecker und auch der Geruch war nach der merkwürdigen Fleischbrühe dann doch sehr angenehm.

    Für mich teilen sich die Dancongs von Yushu Tea Gallery und Jing Tea den 4. Platz. Mein Bruder weicht hier vielleicht etwas ab. Beide fanden wir etwas zu schwach. Die Mi Lan Xiang typischen Noten waren bei ihnen zwar vorhanden, jedoch nicht ganz so intensiv, wie die Geschmacksnoten bei den anderen drei Dancongs. Die Röstung war mir persönlich zwischendurch zu stark wahrnehmbar und haben meiner Meinung nach die floralen Noten überdeckt. Vielleicht hätten wir die Tees noch kürzer ziehen lassen müssen, aber irgendwann kann man sie dann auch einfach wie Pourover Kaffee zubereiten...

    Insgesamt alles trinkbare Tees, die Frage ist dann nur, ob auch der Preis stimmt. Die 20+ Aufgüsse haben wir mit all diesen Tees nicht hin bekommen. Der Teekenner Dancong hat am längsten einen vollen Geschmack geboten und keine groß störenden Noten bei dann längeren Ziehzeiten bekommen. Alle anderen Dancongs haben etwa gleich schnell abgenommen. Genau das spiegelst sich so auch etwa im Preis wider. Es war auf jeden Fall eine sehr spannende Session. /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" /> Am Ende ist mir noch eingefallen, dass ich noch einen 6. Dancong gehabt hätte, den 2022 Fengxi Village Mi Lan Xiang Dancong Oolong von TTpl. Allerdings habe ich von dem schon einmal berichtet und ihm eine (für meinen Geschmack) zu starke Röstung zugeschrieben, weshalb er auch seither in einer Blechdose lagert. Seither weiß ich ja aber nun auch, wie man die Dancongs besser zubereiten kann und ich kann ja nochmal später hier von dem Tee berichten.

  • Das war auf jeden Fall ein sehr interessantes und aufschlussreiches Tasting, das gut die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten in den Mi Lan Xiangs gezeigt hat. Spannend auch, dass wir alle Tees richtig zugeordnet haben, obwohl wir die Tees teilweise noch gar nicht kannten, nur ein mal oder schon länger nicht mehr getrunken haben.

    TKK

    Blatt deutlich grüner, geruchlich trocken: floral; nass: floral, süß, fast herzhaft.

    Geschmack: aromatisch, floral, typisch Dancong, helle Spitzen, wenig Tiefe. Später beerig, Hauch brotig, floraler Nachhall, floral-süßlich, dabei aber insgesamt vom Charakter sehr eigen. Schöner Tee, der aber nicht zwingend das ist, was Dancong-typisch (Mi Lan Xiang) ist. Gefällt mir aber, weshalb ich davon auch was da habe.

    Teekenner

    Mit Abstand der beste der fünf Dancongs, spiegelt sich aber auch in Preis wieder.

    Eher dunkles Blatt mit teilweise grünen Blättern. Intensiver floraler und süßer Geruch. Nass kommen dazu noch fast säuerliche bis parfümierte Spitzen hinzu.

    Der Geschmack war ebenfalls äußerst intensiv. Tief, sehr floral mit typischer Mi Lan Xiang Note und schöner Süße. Komplex, teilweise etwas kräuterig, aber in sich auch sehr stimmig.

    Ein Tee für besondere Stunden.

    Teewald

    Das Blatt ist eher dunkel und bräunlich. Geruchlich brotig, nass dazu dann etwas säuerlich und floral. Geschmacklich deutlich mehr Röstung als der Teekenner Dancong, aber mehr als der TKK und die beiden nachfolgenden. Mittlere Tiefe im Tee, später etwas ausbalancierter als die nachfolgenden und insgesamt etwas runder, wenn auch etwas trocken.

    Diesen kannte ich wie auch den Teekenner und Jiang Dancong noch nicht. Preislich ähnlich zum TKK-Tee, bekommt man hier auch einen schönen Alltags-Dancong, der die Noten hat, die man in einem solchen Dancong suchen könnte.

    Jiang

    Das Blatt war auch hier eher dunkel, bräunlich-grün. Geruchlich kräuterig, würzig und nass dann eher brotig, später floral-süß. Geschmacklich war er anfangs floraler, später teilweise sehr verhalten und röstiger mit nur schönem floral-süßem Nachhall. Insgesamt aber sehr schwer einzuschätzen. Vielleicht müsste man diesen Tee auf noch häufiger trinken, um ihn kennenzulernen.

    Yushu Tea Gallery London

    Diesen Tee habe aus London mitgebracht und auf der letzten Teezui erstmalig getrunken, danach aber auch noch nicht wieder. Das Blatt war hier am dunkelsten, was sich aber nicht ganz in der Aufgussfarbe wiedergespiegelt hat. Geruchlich etwas verhalten, vielleicht etwas Honig, nass dann etwas floral, brotig (wie Vollkorn-Kruste). Geschmacklich auch etwas zuruckhaltend am Anfang, später kommt eine stärkere Röstnote durch. Insgesamt über alle Aufgüsse aber eher wenig spannend. Preislich dürfte der mittig zwischen TKK und Teekenner gelegen haben. Ich muss ihn sicher öfter trinken, um ihn besser einschätzen zu können, aber der erste Eindruck kam nicht über ein Mittelmaß.

  • Sehr spannend. Auch interessant, das der Teewald und der Teekenner Mi Lan weiter führen. Evtl komme ich die Tage zum Testen des Anmo Mi Lan. Bei Teamania habe ich jetzt auch noch den Mi Lan bestellt, der ist preislich ähnlich zum Teekenner. Bei Gelegenheit werde ich die 3 Tees parallel testen, sobald ich jeden einzeln testen konnte.

  • Ich hab heute endlich den Feng Huang Dan Cong Mi Lan Xiang Dancong 2021 von Anmo probieren können.

    Zu den Parametern:

    • 4g/80ml
    • Lauretana Wasser
    • 98-100°C
    • Ziehzeiten: direkt - direkt - direkt - direkt - direkt - 3 - 4 - 4 - 4 - 5 - 5 - 8 - 10
    • kein "Waschgang"

    Ich muss sagen mich hat der Tee sehr beeindruckt. Tatsächlich Stand jetzt für mich der beste Mi Lan

  • Ich hole den Thread nochmal hoch.

    Mein Schwerpunkt liegt ja seit Jahren bei chinesischem Grüntee und grünem Oolong aus Taiwan, gerne auch mal abgelagterter weißer.

    Bei YS ist mir letztens ein recht grüner Duck Shit DC in den Warenkorb gehüpft und ich bin so angetan, dass ich jetzt nochmal ein paar eher grüne DC bestellt habe :)

    Ich war überrascht, sie nicht so stark geröstet zu finden auch

    LG
    Entchen

  • Kann mir den Shop anmo mal jemand erklären? Der Tee scheint ja sehr gut zu sein aber die Preise sind ja völlig aus der Luft gegriffen - teils über 2€ für ein Gramm. Was genau hat es damit auf sich?


    Ich trinke aktuell DC von yunnansourcing wie mein Vorposter - die Qualität ist echt ordentlich und der Preis mehr als fair. Versand nach DE absolut kein Problem, man muss nur etwas länger warten als bei deutschen Händlern.

  • Kann mir den Shop anmo mal jemand erklären? Der Tee scheint ja sehr gut zu sein aber die Preise sind ja völlig aus der Luft gegriffen - teils über 2€ für ein Gramm. Was genau hat es damit auf sich?


    Ich trinke aktuell DC von yunnansourcing wie mein Vorposter - die Qualität ist echt ordentlich und der Preis mehr als fair. Versand nach DE absolut kein Problem, man muss nur etwas länger warten als bei deutschen Händlern.

    Aus der Luft gegriffen sind die Preise sicherlich nicht. Jeder Händler hat seine festen Kosten und Gewinnmargen die auf den Einkaufspreis aufgeschlagen werden.

    Wirklich aussagekräftig urteilen kann man nur im parallelen Geschmackstest. Da sieht man in der Regel schnell, was mehr wertig ist.

    Was ANMO da anbietet sind halt sehr hochwertige und meist nicht im offenen Markt zu bekommende Tees, die eben auch wegen Reaktionen des Marktes wie hier, selten bei uns angeboten werden. Das ist halt kaum einer bei uns bereit zu zahlen… bzw. wer richtig gute Teequalität kennt und versteht, der schafft es meist selbst sich sowas auf anderen Wegen zu besorgen.

    Kurz gesagt: nicht massentauglich. Perlen und so weiter…

  • Ich glaube ANMO hat auch eine spezielle Zielgruppe, die dieses Gesamtkonzept von Tee und Kunst suchen und bereit sind dafür viel Geld auszugeben.

    Ich wäre auch nicht bereit für 15g Tee 125€ auszugeben, dafür sind mir auch die Infos zu den angebotenen Tees zu Mau. Aber ich denke jeder hat da so seinen eigenen Schwerpunkt wofür er dann bereit ist entsprechend Geld auszugeben.

    (Ruhrpottler wie ich rollen dabei noch mit den Augen und denken sich „Tzz Düüüüsseldorf …“ 8o)

  • Dancong ist so ein spannendes Thema, bei dem wirklich jeder kleine Faktor eine Rolle spielt – vom Wasser bis zur Ziehzeit. Viele hier empfehlen, sehr kurze Ziehzeiten zu nutzen und weiches Wasser, um die feinen floralen Noten hervorzuheben. Mir ist auch aufgefallen, dass man den Geschmack besser wahrnimmt, wenn man aus kleinen Tassen trinkt, ähnlich wie bei einem Espresso. Dancong ist ein lebendiger Tee, der etwas Aufmerksamkeit braucht, aber das lohnt sich absolut.

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