Teeweg zwischen Kaffeetassen und Bierkrügen: hallo!

  • Hallo, ich trinke seit vielen Jahren Tee und habe mich an erstaunte Blicke wegen meines absonderlichen Geschmacks längst gewöhnt. Trotzdem wäre es schön, ab und zu mit Leuten über Tee reden zu können, die wissen, dass es mehr als Teebeutel mit Geschmack gibt. 😀

    Ich habe mit Thiele und Bünting vor langer Zeit angefangen, habe dann diverse Assam und Ceylonsorten entdeckt, Darjeeling nach einigen Versuchen ad acta gelegt, und bin zu den grünen Tees umgeschwenkt. Da ich von kleinen Kannen und Teegeschirr noch keine Ahnung hatte, waren meine Erfahrungen mit grünem Tee "try and error", wobei ich etliche hochwertige Sencha mit Sicherheit massakriert habe (und öfters auch meine Geschmacksnerven). Von schwach grünem Wasser bis hin zu intensiv grasgrünem,bitterem Sud (viel zu viel Tee viel zu lange gezogen) war alles dabei.

    Inzwischen habe ich zwei Kyusu, etliche kleine Teeschalen etc,. Matcha kam dazu, und jetzt bin ich seit ein paar Monaten begeistert dabei, mich in die Oolongs zu vertiefen.

    Was kann ich sonst noch zumindest sagen - ich trinke Tee, weil ich die unglaubliche Vielfalt von Tee liebe und es sehr entspannend finde, kleine Teezeremonien im Alltag einzubauen. Dazu gehört für mich auch ästhetisch ansprechendes Zubehör. Das braucht aber nicht teuer zu sein und ich bin weit entfernt von jeglichem Wunsch nach Perfektion und strikten Vorstellungen, wie Tee,Kannen, Schalen etc. sein sollen. Ein guter Tee ist einer, der mir schmeckt, eine gute Kanne ist eine, die dem jeweiligen Tee entspricht, eine gute Schale ist eine, aus der Tee zu trinken mir ein Genuss und eine Freude für das Auge und den Geist ist. Mehr will ich nicht.

    Ich freue mich auf den Austausch mit euch hier im Forum.

  • Ich habe überwiegend japanische Grüntees probiert, von den chinesischen nur den Long Jing, von mehreren Anbietern und in mehreren Preisklassen. Noch weiß ich nicht recht, was ich von Long Jing halten soll. Es waren einige wenige exzellente Aufgüsse dabei, aber auch langweilige bis hin zu solchen, die irgendwie nach gar nichts schmeckten. Kommt mir ein bisschen vor wie Lotterie spielen, welchen man gerade beim Kauf erwischt. Aber es waren eben auch Aufgüsse dabei, die himmlisch waren und die ich nicht vergessen habe, denen laufe ich immer noch hinterher.

    Bei den Oolong habe ich noch keine Favoriten. Ich teste mich gerade durch viele Proben hindurch, von Pure Tea, Edel Tee, Siamtee u.a, um erst mal einen Überblick zu kriegen, wovon ich 50g oder 100 g bestellen möchte. Sind ja oft ziemlich hochpreisig.

    Danke für euer Willkommen!


    Bei den Oolong mag ich die mehreren Aufgüsse sehr, die jedesmal anders oder besser variantenreicher schmecken. Bei den japanischen Grüntees wusste ich das noch nicht, die wurden noch in einer normalen kleinen Kanne aufgebrüht. Gruselig. 😉

  • Jan, danke für dein freundliches Angebot und das Willkommen. Ich komme gerne darauf zurück, weil ich ganz sicher Fragen zu Oolong habe,wenn ich zu den hochwertigeren Proben komme. Momentan verlustiere ich mich mit einem aromatisierten Milky Oolong von Edeltee, der mir wider Erwarten sehr gut schmeckt, auch wenn aromatisierte Oolong ja eigentlich keine echten Oolong sind, weil man fast nur das Aroma rausschmeckt (die Autovervollständigung hat mir schon dreimal "rausschmeißt" daraus gemacht 🤣).

    Ja, ich trinke manchmal auch gern aromatisiert Tees, und auch Kräuter- und Früchtetees. Abends z.B. geht bei mir kein schwarzer, grüner oder Oolongtee, da stehe ich sonst bis zwei Uhr nachts senkrecht im Bett.

  • Herzlich Willkommen im Forum!

    Kräuterinfusionen waren bei mir auch mal ein Startpunkt. Eine schöne Alternative für den Abend.

    Von aromatisierten Tees halte ich (bewusst) Abstand. Wenn man erstmal in das Thema eingetaucht ist, merkt man schnell, es braucht keine Aromen.

  • Quote

    vor 33 Minuten schrieb Matsch:

    Von aromatisierten Tees halte ich (bewusst) Abstand. Wenn man erstmal in das Thema eingetaucht ist, merkt man schnell, es braucht keine Aromen.

    Danke für dein Willkommen!

    Brauchen tut man sie nicht, so wenig, wie man Schokolade braucht. Ab und zu mag ich einen aromatisierten Tee einfach, so wie ich auch ab und zu eine leckere Schoki genieße. Warum auch nicht? Einen puristisch reinen Gaumen habe ich eh längst nicht mehr, spätestens seit ich aus den Windeln raus war, denn Limo, Cola, gezuckerte Säfte, später viele Jahre exzessiven Kaffeekonsum - da gibt es nicht mehr viel zu verderben.

    Ich will ja kein Teekenner werden, der unzählige Aromen herausschmecken kann - mit grossen Respekt für jeden gesagt, der das kann- , ich will einfach nur Tee genießen, trinke überwiegend Tee pur ohne irgendeinen Zusatz und bin zufrieden damit. Für mich passt es so.

  • Das war auch eher auf mein Empfinden in Bezug auf die Geschmacksvielfalt und -intensität bei nicht aromatisierten Tees gemeint. Ich habe zu Beginn nicht gedacht, dass es eine derartige Palette gibt. Der Gedanke an künstliche Aromen in Tee wurde für mich dadurch zunehmend abwegiger.

    Das sollte in keinem Fall Kritik am grundsätzlichen Konsum solcher Tees sein, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Es gibt keinen Grund nicht auch solche Tees zu trinken.

    Ich hatte das bewusst noch in Klammern gesetzt, weil Aromen teilweise, den Beschreibngen nach, auch nicht ausgewiesen werden.

  • Matsch, alles gut. Ich habe es auch nicht als Kritik aufgefasst. Ich kann deine Einstellung gut verstehen, denn mir geht es mit den meisten aromatisierten Tees ähnlich, und bei all den Erdbeer-Sahne-Lebkuchen- Whiskey etc Teesorten schreien meine Geschmacksnerven auch kategorisch "Nein!!!!!"

    Die aromatisierten Tees, die ich mag und immer wieder trinke, sind nur drei Sorten: guter Milky Oolong, Jasmintee (nicht der billige, parfümierte) und mit Chrysanthemen aromatisierter Tee. Bei Earl Grey steige ich schon aus, der ist mir zu heftig aromatisiert. Alle anderen sowieso.

    Ich würde mal gern den echten Jin Xuan Oolong probieren, aber der liegt in einer Preisklasse, die zu hoch für mein Budget ist. Leider.

  • Hallo, ich schaue nach langer Zeit mal wieder hier rein und stelle fest, es ist fast alles beim Alten geblieben. Für traditionelle Teetrinker und Tee-Experten wahrscheinlich etwas Positives. ;) Ein paar länger aktive User weniger, aber auch das ist wohl der normale Verlauf.

    Ich trinke immer noch Tee, immer noch bevorzugt grünen Tee und Oolong. Schwarzen Tee mag ich immer noch zwischendurch mal, und ja, auch immer noch aromatisiert. Mein Tee-Equipment hat sich deutlich vergrößert, was Teeschalen, Kyusu, Shiboridashi und kleine Kännchen angeht, der finanzielle Rahmen pro Stück ist gleich geblieben, selten über 140 Euro. Mehr gibt mein Geldbeutel nicht her. Aber es sind einige schöne Stücke dabei, die ich sehr liebe.

    Um Pu-erh mache ich immer noch einen weiten Bogen. Mit ihm kann ich mich einfach (noch) nicht anfreunden, trotz mehrerer Versuche. Macht nichts. Es gibt so viele andere tolle Tees.

    Beisteuern kann ich im Forum immer noch nichts. Ich genieße meine Tees, aber mein Gaumen liefert keine zehn Nuancen und beschreiben kann ich das, was ich schmecke, erst recht, nicht mal ansatzweise , wie ihr. Herausragende Sammlerstücke finden sich bei mir auch keine. Also bleibt mir nur, euch weiterhin genussvolles Teetrinken zu wünschen und im Stillen weiter mitzulesen und in den uralten Beiträgen der Forumslegenden herumzustöbern.

  • Äh, zehn Nuancen sind bei mir acht zuviel. Ich kann meistens nur sagen, der Tee schmeckt, schmeckt wunderbar, oder gar nicht, und dann ein, zwei Gründe nennen, warum. Dieses Riesenspektrum an Nuancen über fünf Aufgüsse geht an mir völlig vorbei.

    Oder ich schmecke mehr heraus, aber es kommt nicht so im Kopf an, dass ich es wortgewaltig beschreiben kann.

    Da liegen einfach Welten zwischen euch und mir.

  • Wenn es so einfach wäre. Leicht bitter im Hintergrund gehört für mich zu einem grünen Tee mit dazu, wenn noch einiges andere mit rauszuschmecken ist. Ich habe eigentlich kaum jemals einen Tee getrunken, der nur bitter war. Doch, einen zu starken und zu lang gezogenen Gunpowder. Der war grauenvoll. Lag aber nicht am Tee, sondern an meiner völlig falschen Zubereitung.

    Man kann etwas schmecken, aber es dann in vielen Worten zu beschreiben ist nochmal was ganz anderes.

  • Kann ich gar nicht genau sagen. Wahrscheinlich das neue Kännchen aus Taiwan (via TKK), das Ende der Woche eintrudeln wird. Das spricht mich optisch auf eine Weise an, wie keines meiner anderen Stücke.

    Ich werde mal ein paar meiner Sachen fotografieren und einstellen, die mir besonders gefallen.

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