Da mich das Thema immer noch sehr interessiert habe ich mal recherchiert, wie das ideale Teewasser sein sollte.
Da ich auch Hobbybrauer bin, ist das Wasserthema kein unbekanntes Terrain. Auch beim Bier ist das Wasser ein Hauptbestandteil und maßgebend für den Geschmack.
Jetzt zum Tee und die Fakten die ich ermitteln konnte
Das ideale Wasser für Tee ist weich bis mittelhart, mit einer Gesamthärte von 1 bis 8 °dH (Grad deutscher Härte), um die Aromen optimal zu entfalten und einen pelzigen Geschmack zu vermeiden. Es sollte mineralarm, frisch und über Feinstfilter und Aktivkohle gefiltert sein. Damit ist sichergestellt dass Verunreinigungen und Chlor sich nicht im Wasser befinden.
Wasserhärte: Der optimale Wert liegt bei 1–8 °dH. In vielen Regionen ist das Leitungswasser mit 11–18 °dH zu hart, was den Teegeschmack beeinträchtigt.
Mineralgehalt: Mineralarmes Wasser ist zu bevorzugen, zu viele Mineralien oder eine hohe Wasserhärte können die feinen Aromastoffe des Tees binden und den Geschmack neutralisieren oder gar verfälschen. Ein zu hoher Gehalt an Calcium und Magnesium) führt oft zu einem stumpfen Geschmack und der Bildung eines unansehnlichen Ölfilms auf der Oberfläche.
Wenig Hydrogencarbonat (Bicarbonat): Ein geringer Gehalt an Hydrogencarbonat sorgt für leuchtende Farben des Tees und verhindert, dass die Aromen "maskiert" werden.
Mineralstoffarmut: Im Gegensatz zum täglichen Trinken sollte Wasser für Tee mineralarm sein. Marken wie Volvic werden oft empfohlen, da sie einen geringen Mineraliengehalt aufweisen und den Eigengeschmack des Tees (insbesondere bei Matcha oder feinem Grüntee) nicht überlagern.
Neutraler pH-Wert: Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 7) ist optimal, um die Bitterstoffe des Tees im Gleichgewicht zu halten.
Geschmack: Das Wasser sollte geschmacksneutral und frisch sein
Sauerstoffgehalt: Frisch aufgekochtes, sauerstoffreiches Wasser ist ideal, um die Aromen zu transportieren
Tipps für die Praxis
Stilles Mineralwasser: Wenn Sie Flaschenwasser kaufen, achten Sie auf die Kennzeichnung "natriumarm" und einen niedrigen Gesamtwert an gelösten Mineralien haben..
Frisch zapfen: Lassen Sie das Wasser kurz ablaufen, bis es kühl aus der Leitung kommt, um einen maximalen Sauerstoffgehalt zu gewährleisten.
Ideale Wasserwerte für Tee (Allgemein)
Für die meisten feinen Teesorten gelten folgende Zielwerte als optimal:
Wasserhärte: Ideal ist weiches Wasser mit einem Härtegrad von maximal 8 °dH. Zu hartes Wasser führt zu einem pelzigen Geschmack und einem unschönen Oberflächenfilm auf dem Tee.
pH-Wert: Ein neutraler Wert von 7,0 gilt als ideale Basis. Manche Experten bevorzugen für japanische Grüntees wie Matcha leicht alkalisches Wasser (bis max. pH 8,8), um Antioxidantien besser zu erhalten.
Mineralgehalt: Ein niedriger Mineralgehalt ist vorteilhaft. Empfohlen werden Werte unter 50 mg/l Calcium und unter 120 mg/l Hydrogencarbonat.
Spezifische Empfehlungen für Weißer Tee & Matcha
Eigenschaft: Weißer Tee (z.B. Silver Needle); Matcha (Grüntee-Pulver)
Wasserhärte: Sehr weich bevorzugt, um florale Noten zu schützen. Weich bis moderat (30–80 mg/l), um Bitterkeit zu vermeiden.
Mineralwasser: Achten Sie beim Kauf auf einen geringen Natrium- und Calciumgehalt, um den Eigengeschmack des Tees nicht zu verfälschen.
Möchten Sie wissen, wie Sie die Wasserhärte in Ihrer Region bzw. in ihrer Stadt sind. Die Wasserwerke geben ihnen eine detaillierte Analyse im Internet oder auf Anfrage.
Volvic ist ein natürliches, stilles Mineralwasser aus der französischen Vulkanregion, das als natriumarm gilt und einen neutralen pH-Wert aufweist. Es zeichnet sich durch eine geringe Mineralisierung aus und ist zur Teeaufbereitung geeignet.
Hier sind die typischen Wasserwerte von Volvic Naturelle (in mg/l, basierend auf Analysen):
- Hauptmineralien (in mg/l):
- Calcium (Ca²⁺): 12,0 – 15,0
- Magnesium (Mg²⁺): 8,0
- Natrium (Na⁺): 11,6 – 12,0
- Kalium (K⁺): 6,0
- Chlorid (Cl⁻): 13,5 – 15,0
- Sulfat (SO₄²⁻): 9,0
- Hydrogencarbonat (HCO₃⁻): 71,0 – 74,0
- Silizium (SiO₂): 32,0
- Weitere physikalische Eigenschaften:
- pH-Wert: 7,0 (neutral)
- Wasserhärte: ca. 3,4 °dH (weiches Wasser)
- Die Gesamtsumme der gelösten Mineralien beträgt etwa 130 mg/l.
Hinweis: Da es sich um ein Naturprodukt handelt, können die Werte leicht schwanken.
Meine Wasserwerte vom Wasserwerk Warburg zur Verfügung gestellt.
- Wasserwerte Roh [mg/l]
- Kationen:
- Calcium (Ca²⁺): 82,50
- Magnesium (Mg²⁺): 18,10
- Natrium (Na⁺): 23,10
- Anionen:
- Hydrogencarbonat (HCO₃⁻): 283,20
- Chlorid (Cl⁻): 35,80
- Sulfat (SO₄²⁻): 63,00
- Berechnete Werte: [°dH]
- Gesamthärte 15,73
- Carbonathärte 13,00
- Ca-Härte 11,55
- Mg-Härte 4,17
- Nichtcarbonathärte 2,73
Wasserwerte aus der Osmoseanlage
- Wasserwerte Osmosewasser [mg/l]
- "Leitfähigkeit Ausgangswasser [µS/cm]": 320,00
- "Leitfähigkeit enthärtet [ µS/cm]": 22,00
- Kationen:
- Calcium (Ca²⁺): 5,67
- Magnesium (Mg²⁺): 1,24
- Natrium (Na⁺): 1,59
- Anionen:
- Hydrogencarbonat (HCO₃⁻): 19,47
- Chlorid (Cl⁻): 2,46
- Sulfat (SO₄²⁻): 4,33
- Berechnete Werte: [°dH]
- Gesamthärte 1,08
- Carbonathärte 0,89
- Ca-Härte 0,79
- Mg-Härte 0,29
- Nichtcarbonathärte 0,19
Gemischtes Leitungswasser/Osmosewasser [mg/l]
- "Leitfähigkeit Ausgangswasser [µS/cm]": 320,00
- "Leitfähigkeit enthärtet [ µS/cm]": 135,00
- Kationen:
- Calcium (Ca²⁺): 34,80
- Magnesium (Mg²⁺): 7,64
- Natrium (Na⁺): 9,75
- Anionen:
- Hydrogencarbonat (HCO₃⁻): 119,48
- Chlorid (Cl⁻): 15,10
- Sulfat (SO₄²⁻): 26,58
- Berechnete Werte: [°dH]
- Gesamthärte 6,63
- Carbonathärte 5,48
- Ca-Härte 4,87
- Mg-Härte 1,76
- Nichtcarbonathärte 1,15
Überprüfen kann ich die Wasserwerte mit einem Leitfähigkeitsmessgerät. Zur Berechnung von verschiedenen Mischwasservarianten habe ich ein Excel Programm welches ich gerne zur Verfügung stelle. Ob und wie ich das hier im Forum zur Download zur Verfügung stellen kann, ist mir nicht bekannt. Ich hoffe Ihr könnt mit meinen Ausführungen etwas anfangen, Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
Gruß Herbert