Bezeichnung, Qualität und Preise von Tee

  • Woran soll man sich orientieren, wenn nicht an der Qualitätsbezeichnung des Tees.

    Zur Erklärung ein Beispiel. Da wir zuhause immer noch sehr viel Darjeeling trinken, habe ich auch schon mal in diversen Onlineshops Darjeeling mit unterschiedlichen Preisen gekauft. Exakt: Darjeeling First Flush, mal konventionell mal Bio, aber immer Sikkim Temi SFTGFOP, die Qualitäten waren von absolut Spitze, bis extrem Grauselig. Die Preis waren von ~60,-€/kg bis ~400,-€/kg. Jetzt meine Frage, woran soll man sich orientieren, ich habe immer geglaubt, dass mir die Bezeichnung "SFTGFOP" schon eine gewisse Qualität zusichert, dies scheint aber nicht so, oder greift der Händler schon mal in eine andere Tüte. Ich habe bisher aber nur einen Onlinehändler gefunden der alle Tees mit dem Jahrgang und mit einem Qualitätspunkt bezeichnet. Für mich als Teeneuling eine gute Maßnahme. Ich habe bisher auch noch keinen Tee bekommen, der mich an diesem Qualitätspunktesystem zweifeln lässt.

    Gruß Herbert

  • Herbert52 Nach meinen Erfahrungen kommst du herum eine kleine Tee Probe, 20g 50g zu kaufen und nach deinem Geschmack zu beurteilen. So nach dem Motto, schmeckt oder nicht. Bei Darjeeling ist eine große Auswahl und meistens hat der Tee, je nach Händler einen anderen Namen.

    PS: Hatte das Probeset von Teegschwedner, 4 Sorten Darjeeling, nicht nach meinem Geschmack.

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Woran soll man sich orientieren, wenn nicht an der Qualitätsbezeichnung des Tees.

    Gerade an der Qualitätsbezeichnung sollte man sich am wenigsten orientieren, dann schon eher am Preis. Oder, wenn man im Laden kauft, am Aussehen und dem Geruch der Blätter. Dazu wurde hier im Forum schon einmal etwas geschrieben (von Teeknospe am 31. März 2020):

    Quote

    Das genannte System der Blattgrade, das ja vor allem für Tees aus Indien, Nepal, Sri Lanka oder auch Afrika verwendet wird, geht meiner Information nach auf das 19. Jahrhundert zurück. Vor allem in der britischen Kolonialwirtschaft wurde danach wert darauf gelegt, ein System zu entwickeln, bei dem Tees vergleichbar wurden und so hat sich dieses System schließlich durchgesetzt. Aus heutiger Sicht finde ich, dass die Blattgradierungen nur eingeschränkte Informationen über die Qualität des Tees liefern. Natürlich erhält man unter anderem Hinweise über die vermutliche Blattgröße und ob beispielsweise vermehrt Triebspitzen (tippy) enthalten sein sollen. Ich schreibe vermutlich, weil es keine eindeutige Festlegung dafür gibt. Die einzelnen Gärten können das selbst festlegen, wobei sich so etwas wie eine Ähnlichkeit schon herausgebildet hat. Während die Angaben hier also etwas Information liefern ist es gleichzeitig möglich, dass ein SFTGFOP1 so hergestellt wurde, dass der Geschmack am Ende durchschnittlich bleibt, während ein FTGFOP wesentlich komplexer und für mich interessanter daherkommen kann.

  • Y0 KlausO , teewelt ,vielleicht habe ich mich ja nicht richtig ausgedrückt. Ich habe einen Gartentee, Sikkim Temi als First Flush SFTGFOP in diversen Shops gekauft. Ich bin davon ausgegangen, dass ich eigentlich den gleichen Tee bekomme, natürlich unter der Berücksichtigung Bio oder Konventionell. Dem war aber nicht so, obwohl alle Tees unter der gleichen Bezeichnung verkauft wurden, die Qualität war extrem unterschiedlich. Jetzt schreibst du auch noch, Zitat "dass ein SFTGFOP1 so hergestellt wurde, dass der Geschmack am Ende durchschnittlich bleibt, während ein FTGFOP wesentlich komplexer und für mich interessanter daherkommen kann." Damit wankt meine Einstellung zum Qualitätssystem Tee vollkommen.

  • Es ist im Grunde auch etwas missverständlich, diese Buchstabenkombinationen Qualitätsbezeichnungen zu nennen. Eigentlich sind das die Handelsbezeichnungen für die Blattgrade oder Blattsortierungen. Sie sagen also erst einmal nur etwas darüber aus,wie der Tee produziert wurde und wie groß die Blätter im fertigen Produkt sind. Dabei wird zunächst zwischen Broken- (BOP) und Blatt-Tee unterschieden (außerden gibt es noch Fannings, Dust und CTC) und dann danach, wieviele Blattspitzen (Tips) oder auch Blattknospen enthalten sind.

    Da es auf den Teeplantagen mehrere Ernteperioden gibt, die sich jeweils über einen längeren Zeitraum erstrecken und in denen unterschiedliche Qualitäten erzeugt werden, kannst Du nicht davon ausgehen, dass Du bei zwei Händlern einen vergleichbaren Tee erhältst, wenn Du nur nach dem Namen der Plantage und der Blattgradierung gehst. Auch First Flush (also Frühjahrsernte) ist nicht gleich First Flush. Zu Beginn der Saison wird vielleicht ein besonders ausgewählter Flugtee geerntet, der dann in der Regel auch besonders teuer ist.

    Um bei der Qualität einen einheitlichen Standard zu haben, müsstest Du Tees miteinander vergleichen, die aus der selben Invoice stammen - also die am selben Tag oder innerhalb eines sehr kurzen Erntezeitraums mit gleichen Wetter- und Verarbeitungsbedingungen gepflückt und produziert wurden.

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