Hallo Forum,
heute gabs den Half-Handmade Shui Xian von Essence of Tea in der 2013er Ausführung.
Das war so eine tolle Sitzung dass sie mich zum Nachsinnen über kugellose Oolongs an sich motiviert hat. Wollte eigentlich nur ein paar Zeilen im Thread der täglichen Tees veröffentlichen, hab mich aber so in Rage geschrieben dass ich dachte, das reicht für ein eigenes Thema
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Da ich mit Dan Cong "großgeworden" bin (als Teetrinker) hatte Yancha es immer etwas schwer: Zu dunkel, zu zerröstet, zu streng erschienen sie mir oft, konnten nicht mit der duftig-komplexen Vielfalt guter Dan Congs mithalten und waren viel strenger und derber als geröstete Kugel-Oolongs. Die Anschaffung der Tonkanne und höherwertiger Yanchas hat dies geändert - laut meinem persönlichen Geschmack profitiert keine Teesorte so enorm von einer guten Tonkanne wie Steintee!

Spätestens mit diesem Tee hat sich diese Relativierung in Wohlgefallen aufgelöst – eine wunderbare Sitzung mit einem komplexen und kraftvollen Tee, der mit Cha-Qi herumprotzt dass es einem alten Sheng zur Ehre gereichen würde und der, Aufguss um Aufguss, nicht müde wird, immer neue Noten zu offenbaren, der mit einem öligen, üppigen Charakter verwöhnt aber niemals gefällig wird.
Ich stelle auch wieder fest, wie sehr ein Yancha davon profitiert, zwei, drei Jahre zu liegen bevor er getrunken wird, besonders wenn die Röstung etwas stärker ausgefallen ist.
Das Ganze erinnert mich an die Antwort des Feldmarshals auf einen Kommentator, der schrieb, im Vergleich zu Pu-Erh seien alle anderen Tees irgendwie flach:
QuoteGood Oolong has everything.
Da es irgendwo in der Kommentarabteilung steht, finde ich die Stelle nicht mehr. Ich kann es aber nur bestätigen: Ein Oolong solch einer Qualität (und das ist ja bei Weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange) macht vielen Shengs das Revier streitig.
Man muss natürlich dazu sagen dass guter Oolong ein teurer Spaß ist. (Ein Schelm, wer anmerkt dass dies besonders auf EoT-Oolongs zutrifft *g*)
Der Tee von heute beispielsweise ist im unteren Spektrum der EoT-Yanchas angesiedelt und kostet 29 Pfund, also 37€, auf 100g, wohlgemerkt ohne E-Ust, Zoll oder Versandkosten. Das wären 132€ / 357g, für solch ein Geld bekommt man natürlich auch schon höchst imposante Pu-Erhs.
Essence of Tea haben auf ihrem Blog einige schöne Videoclips zu ihren Yanchas veröffentlicht, deren Stil mir sehr gut gefällt: MIt dem Einsatz chinesischer Bambusflöten zur Untermalung wird angenehm zurückhaltend umgegangen
/emoticons/biggrin@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png"> und es wird auch nicht viel kommentiert. Statt dessen schöne Bilder und einige schöne, pointierte Aussagen des Teebauern, Entschuldigung -meisters. Leider sind es noch je 5-minütige Clips, die man einzeln anklicken muss, das versprochene Komplettvideo lässt noch auf sich warten *g*. Aber das hält uns nicht ab:
Essence of Tea - The Beauty of Wuyi Yancha
Was haltet ihr von Yancha? Sind hier weitere Steintee-Freunde oder -feinde? Alle Meinungen und Eindrücke sind willkommen.
Viele Grüße
