Pu-Erh verkostet: Silver Bud Bing Cha 2011

  • Moin zusammen,


    es ist mal wieder Zeit für einen Verkostungsbericht.

    Gestern Abend habe ich mir aus meinem Probenset vom TeaHouse.de einen leichten und jungen Pu-Erh herausgefischt:

    [size=14]Silver Bud Bing Cha[/size] (hier zur Produktbeschreibung des Verkäufers).


    Die 5g Probe habe ich im 100ml Gaiwan zubereitet. Wasser aus einer sehr guten Thermoskanne, also ca. 95-90°C


    Trockenes Blatt

    Wie Yin Zhen Knospen (weißer Tee), die lose zu einem Kuchen gepresst wurden und sich dann gut/intakt wieder gelöst haben. Die Probe bestand nur aus den losen ganzen Blättern, daher nehme ich an, dass der Kuchen nicht fest gepresst war.

    Sehr helles silbriges Grün mit wahnsinnig vielen Flaumhaaren.

    Duft der trockenen, kühlen Blätter würzig wie Basilikum, schwarzer Pfeffer und etwas Parmesan.

    Im vorgewärmten Gaiwan duften die trockenen Blätter zuerst wie Lungching und Yinzhen. Dann kommt noch der Duft von Yunnan Golden Downy Pekoe (schwarzer Chinatee).


    Infusion nach Spülung

    Noch stärkerer Duft von Yunnan Golden Downy .. oder Assam? Jetzt kommt der Grüntee-Duft erst im Nachhinein. Ganz leicht bräunliche Blattteile, eher Stängel, die braun sind.


    1. Aufguss

    Gelb in Richtung Orange. Duft des Gaiwan-Deckels wie Assam und weißer Tee. Im Geschmack die Malzigkeit von Assam aber auch die Kühle und Leichtigkeit von weißem Tee. Im Abgang sehr erfrischend und kühlend.

    Diese Kühle ist wie das Gefühl, Minze gegessen zu haben - nur ohne den Minzgeschmack.


    Dritter Aufguss mit Infusion:


    4. Aufguss

    Farbe geht mehr ins Orange. Geschmack wie südindische Silvertips (eine Art Yin Zhen Imitation, wird manchmal in Blends verwendet).

    Ist da etwas auch ein Hauch von Jasmin?!?

    Wieso plötzlich so adstringierend? Die vorigen Aufgüsse waren leichter!

    Kühlende Wirkung scheint zunächst schwächer ... kommt aber nur später: jetzt setzt der Effekt erst ein, wenn der Nachgeschmack verklingt.


    Fünfter Aufguss:


    6. Aufguss:

    Ziehzeit auf ein Minimum reduziert, um die Adstringenz einzudämmen. Jetzt ist der Tee wieder heller, leichter und enorm süffig.


    11. Aufguss:

    Wieder frisch gekochtes Wasser verwendet. Trotzdem ist der Tee inzwischen enorm dünn, wie sehr schwacher Assam.


    12. Aufguss:

    Obwohl der Tee jetzt über 30 Minuten gezogen hat und entsprechend dunbkel wurde, sind Geschmack und Mundgefühl nur noch wässrig. Fini!


    Schlussbetrachtung:

    Sehr schöne Knospen. Wenn man dran rumspielt, sind die wie diese russischen Puppe: man öffnet Schicht um Schicht und findet immer noch mehr.


    Fazit:

    Obwohl ich bei Pu-Erh schon mehr gute Aufgüsse erlebt habe, finde ich diesen Tee richtig klasse! Die Qualität eines Yin Zhen mit zusätzlich noch weiteren Eigenschaften: verblüffende (leichte) Malznote und diese erfrischende Kühle.

    Wer bisher von Pu-Erh enttäuscht war aber weißen Tee mag, wird hier sicherlich eine angenehme Überraschung erleben. Dazu noch ein Preis unter dem typischen Yin Zhen Niveau.

    Für mich ein Nachkauf-Kandidat.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!