Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?

  • Ein paar neue Teeschalen/Teebecher (diesmal gehe ich bei der Bezeichnung auf Nummer sicher :P) sind auch übers Wochenende eingetroffen.

    1. Drei Schalen/Becher von Tomasz Niedziolka:

    2. Drei Gunomi (da leg ich mich jetzt mal fest) von Akira Kawano:

    3. Ein/e Teebecher/Teeschale von Nakahara Kunisuke:

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Schon lange verfolge ich die Arbeiten von Kota Yamaguchi mit großem Interesse, sind sie doch selbst in der großen Töpfervielfalt der in Tokoname ansässigen Künstler eher unkonventionell.

    Mit seinen Stücken drückt er oft seine Faszination für Meeres-, bzw. Wasserbewohner aus, wie auch bei meinem Kännchen. Die Oberflächenstruktur erinnert an von Wasser abgeschliffenes Gestein, archaisch und doch schmeichelnd.

    Seine Quastenflosser-Stücke sind schon sehr "in your face", da fand ich diese Arbeit, bestückt mit einer Flunder, deutlich zugänglicher. Wie auf dem einen Bild ersichtlich, eignet sich die Schwanzflosse dieses wunderschön gestalteten Plattfisches wunderbar um den Deckel äußerst ergonomisch zu fixieren.

    Das Kännchen ist glasiert und somit für alle Tees geeignet. Besonders freut mich das kompakte Füllvolumen von 60ml; optimal für eine Solo-Session.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • Na, ich weiß nicht. Das Stück ist seht schön gearbeitet und sieht sehr appetitlich aus wie ein Fisch in der Bratpfanne. Aber für mich ist das nicht stimmig mit dem Geschmack von Tee.

    Es ergäbe für mich eine kognitive Dissonanz, wenn ich mit der Kanne auf dem Tisch Tee trinken würde. Es ist eine hübsche Arbeit, aber es paß für mich einfach nicht zum Zweck.

  • Na, ich weiß nicht. Das Stück ist seht schön gearbeitet und sieht sehr appetitlich aus wie ein Fisch in der Bratpfanne. Aber für mich ist das nicht stimmig mit dem Geschmack von Tee.

    Es ergäbe für mich eine kognitive Dissonanz, wenn ich mit der Kanne auf dem Tisch Tee trinken würde. Es ist eine hübsche Arbeit, aber es paß für mich einfach nicht zum Zweck.

    Na, für einen schön "fischigen" Shou würds´schon passen...;)

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Sehr schöne Kanne! Meeresgeschmack passt durchaus für mich, tendieren gerade sehr gute Gyokuru schon oft zu einem algenartigen Umami Profil. Die sehr flache Form ist auch auf Sencha/Gyokuru u.ä. ausgelegt > bessere Kontrolle, um die Temperatur niedrig zu halten.

    Sehr schön gemacht, vor allem nicht kitschig!

  • Die bessere Temperaturkontrolle kam der Session gestern sehr zu gute. Außerdem gießt es sehr angenehm und fässt sich schön an.

    Und wie Du sagst, solche Stücke tendieren oftmals zum Kitsch, weshalb mich der realistische Ansatz dieses Künstlers voll abholt.

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • Schon lange verfolge ich die Arbeiten von Kota Yamaguchi mit großem Interesse, sind sie doch selbst in der großen Töpfervielfalt der in Tokoname ansässigen Künstler eher unkonventionell.

    Mit seinen Stücken drückt er oft seine Faszination für Meeres-, bzw. Wasserbewohner aus, wie auch bei meinem Kännchen. Die Oberflächenstruktur erinnert an von Wasser abgeschliffenes Gestein, archaisch und doch schmeichelnd.

    Seine Quastenflosser-Stücke sind schon sehr "in your face", da fand ich diese Arbeit, bestückt mit einer Flunder, deutlich zugänglicher. Wie auf dem einen Bild ersichtlich, eignet sich die Schwanzflosse dieses wunderschön gestalteten Plattfisches wunderbar um den Deckel äußerst ergonomisch zu fixieren.

    Das Kännchen ist glasiert und somit für alle Tees geeignet. Besonders freut mich das kompakte Füllvolumen von 60ml; optimal für eine Solo-Session.

    Darf man fragen, was das Kännchen gekostet hat und über welchen Shop es bezogen wurde?

    Ich habe den Namen mal gegoogelt, bin aber nicht fündig geworden...

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Ich habe mir auch zwei neue “Teespielzeuge” geholt ;) Eigentlich wäre es nicht notwendig gewesen - so wie immer. Ich habe allerdings gemerkt, das ich in meinem täglichen Teesetup sehr gerne Porzellan einbaue. Ob es nun das Holzbrand-Porzellan von Matteo ist oder ein klassischer weißer Gaiwan oder Porzellan-Cup - ich mag die Ästhetik dahinter und mag es den Tee auf weiß zu präsentieren, denn so kommt die schöne Farbe der Tees mehr zur Geltung. Die Sachen von Wen-Chiao Lin, die Peter anbietet, sind mir erst dieses Jahr aufgefallen, obwohl er sie schon lange führt. Und das kann man definitiv nicht mit dem handelsüblichen Porzellan vergleichen. Sowohl haptisch als auch optisch einfach schön, rein, liegt gut in der Hand. Ich freue mich drüber :)

  • Zwei kleine Neuzugänge habe ich auch.

    Ich habe zwar standhaft allen Tetsubin in Morioka widerstanden, auch wenn das nicht einfach war. Ein Kessel hat mich doch sehr angelacht, Handarbeit aus den 1980ern, unbenutzt, aber leider doch etwas zu klein für mich. Die echten Meisterstücke waren sehr lehrreich anzuschauen, aus Respekt habe ich in den Werkstätten aber keine Fotos gemacht.

    Da war ich aber auch schon fündig geworden, in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Yamadera (bei Sendai) habe ich einen Hohin und einen Yunomi mitgenommen. Beide treffen vom Farbschema meinen Geschmack sehr gut.

    Der Hohin ist recht voluminös, liegt aber sehr gut in der Hand und gießt, trotz des recht schmalen Ausgusses, zügig und tropffrei ab.

    Unwissenschaftlich seit Sonntag mit verschiedenen Tees getestet zeigen sich beide Stücke so, dass ich sie behalten werde.

    Ein Tamaryokucha war mehr umamibetont, dafür mit weniger Nussnoten als in der Erinnerung, ein Gaoshan sehr leicht - hier hatte ich aber auch etwas unterdosiert. Zwei etwas ältere Tees haben die Lagerbeeinflussung sehr präsent hervorgehoben präsentiert, gegenüber Ton schluckt die Glasur wenig weg.

    Für sehr hitzebedürftige Tees ist der Hohin aber außerhalb experimenteller Tests auch eher nichts, dafür ist die Wandstärke etwas zu dünn. Zudem funktioniert er am besten etwas halb gefüllt.

    Mein Teetisch hat heute auch seine grüne Sommerdeckoration verloren und erstrahlt in Herbstlaubimpression.

    Hierzu gibt´s passend noch ein Herbstgedicht (Rilke kann jeder, also den nicht)

    Wenn du und das Laub wird älter,
    und du merkst, die Luft wird kälter,
    und du fiehlst, daß du bald sterbst,
    dann is Herbst.

    Dieter Hildebrandt, aus „Schlesischer Jahreszeiten-Zyklus“

  • Porzellan war ja bisher in meiner Sammlung deutlich unterrepräsentiert. Um dieses Ungleichgewicht wenigstens ansatzweise etwas auszutarieren habe ich jetzt mal zwei handbemalte Sets aus China erworben.

    1. Zwei Gawane und 4 Schälchen des Jing Xuan Chai Yao Workshops aus Jingdezhen.


    2. Pitcher und vier Teebecher von Wen-Chiao Lin.

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Neue Chawan von Martin Hanus.

    Wirklich ein unglaublich schönes Stück Holzbrand-Keramik. Leider war der Preis entsprechend sportlich...

    Als Beifang hab ich dann noch drei kleine Schälchen von Meister Hanus mitgenommen...

    ...und noch eine kleine Schale von David Subrt.

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

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