Teespielzeug - oder, worin bereite ich meinen Tee zu?

  • Rechtzeitig zu den allerschröööklichsten Feiertagen des Jahres hat Santa Marcel noch ein paar schöne "Spielzeuge" ausgegraben, die ich ganz sicher nicht als Geschenke unter einen dusseligen Weihnachtsbaum legen, sondern mich damit in meine Bruchbude zurückziehen werde, um abwartend Tee zu trinken, bis sich die scheusslichen Friede-Freude-Weihnachtsgeister wieder verzogen haben.

    Da wäre zunächst mal ein soda-fired Set von Yufeng Wang:

    Nur der Gaiwan und die beiden Cups sind neu, den Pitcher hatte ich schon im Sommer gekauft.

    Dann zwei sehr schöne Hagi-Yunomi von Seigan Yamane:

    Und 2 neue Gaiwane und eine große Schale von Perrine Pottiez:

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Die Woche sind noch vor dem Weihnachtsmann zwei Teeschalen und zwei Teebecher bei mir hereingeschneit.

    Zwei Anagama-Schalen unbekannter Provenienz:

    Und zwei Teebecher von Kerstin Stoll - eigentlich eine bildende Künstlerin, die jetzt aber die Teekeramik für sich entdeckt hat.

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Das Christkind war so lieb, mir ein Kännchen von Ma Yong Qiang unter den Baum zu legen. :)

    Dank eines schönen Teetreffens bei doumer , konnte ich mich mehrmals von dieser Kanne überzeugen lassen. Mit jüngerem Sheng funktioniert sie absolut hervorragend, die Verarbeitungsqualität ist herausragend und der wunderschöne Zini-Ton eine Augenweide. 90ml sind zudem eine noch praktikable Größe.

    Die Vorfreude ist nochmal schöner, wenn man sich in geselliger Runde mit guten Tee Freunden von Tees und Zubehör überzeugen kann. :)

    Auch von meiner Seite ein gesegnetes Weihnachtsfest an alle Teetalker und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.


  • Mir ist heute aufgefallen, dass meine Tetsubin tatsächlich schon 10 Jahre alt ist inzwischen und täglich im Gebrauch.

    Hat sich definitiv gelohnt, die Investition :)


    Einen guten Rutsch euch allen :)

    LG
    Entchen

  • Heute mal keine Neuanschaffung sondern eine Rettung:

    Nachdem sich der Haar-Riss am Körper so stark vergrößert hat, dass das Kännchen stark geleckt hat und ich Angst haben musste, dass es mir völlig in zwei Teile zerspringt, hatte ich mich schon (fast) damit abgefunden, dass es wohl nicht mehr nutzbar sein wird: der Riss hat fast den halben Körper umfasst so dass laut Experten-Meinung wohl nur noch eine Reparatur mit Metall-Klammern (solche wie sie auch bei der Todaiji-Teerutsche verwendet wurden) helfen würde, aber es scheint niemanden in Europa zu geben, der das kann.
    Aber nachdem Ai Moliya kürzlich den Deckel von Emilio's kleinem Kännchen so hervorragend repariert hat, dachte ich, ich frag bei ihr nochmals nach und tatsächlich konnte sie mich wie immer kompetent beraten: Mit "Sabi-Urushi", einer speziellen Technik bei welcher der Urushi-Lack mit Steinmehl verstärkt wird, um den Schaden zu füllen bzw. in diesem Fall zu stabilisieren, bevor die äußere Goldschicht aufgetragen wird lässt sich auch solch ein Schaden beheben. Und auch hier kann sich das Ergebnis sehen lassen: saubere Arbeit, sieht super aus und nichts tropft mehr - besser wie neu 😁

  • Ein neues Stück von Yanashita Hideki

    Diese Raku-Guinomi hat es mir wegen der schönen Formgebung und der interessanten Glasur sehr angetan. Die Oberfläche ist sehr dicht, was zu weniger Einflussnahme als bei anderen seiner Raku Schalen führt. Die hübschen, dunkleren Stellen werden durch das exakte Platzieren von Holzkohle hervorgerufen.





    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • Hier ein paar Neuzugänge der letzten 3 Wochen.

    1. Ganz frisch und noch nicht benutzt, Celadon-Set von The Jade Leaf. Die Kanne mit sehr schönem Holzgriff.

    Bei der Gelegenheit habe ich auch noch einen Teebehälter mit Asche-Glasur als Beifang mitbestellt

    2. Kleine Chawan von Martin Hanus.

    Auf dem Boden der Chawan ragt eine kleine Felseninsel aus dem Glasursee.

    3. Holzbrand Nixing-Kanne von Li Wenxin.

    4. Holzbrand TianQingNi Lianzi Yixing-Kanne von Lin Hanpeng.

    5. Zwei Teebecher von Alexander Harders.

    Images

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Und weiter geht´s.

    6. Zwei Teebecher von Kenji Koga.

    7. Drei kleine Cups aus wildem Terra-sigillata-Ton von Perrine Pottiez.

    "Bin gewohnt das Irregehen,
    ’s führt ja jeder Weg zum Ziel:
    Unsre Freuden, unsre Wehen.
    Alles eines Irrlichts Spiel!"

    Aus Wilhelm Müller "Die Winterreise".

  • Meine Kannensammlung hat sich auch etwas erweitert.

    Genauer gesagt meine Sammlung von Ming White Pottery in Taipeh, einem Nachwuchskünstler. Die Kannen sind Teil einer Reihe von Experimenten mit verschiedenen Materialien/Glasuren. Alle Kannen sind innen unglasiert

    Die Kanne links hatte ich letztes Jahr schon vorgestellt, diese Kanne hat die Standardtonmischung aus hauptsächlich japanischem Ton mit einer geringen Beimischung von Ton aus Taiwan.

    Die Kanne in der Mitte ist eine Variation aus 100% Ton aus Taiwan.

    So wie ich das verstanden habe aber nicht der Ton, der sonst verwendet wird. Die Kanne hat ebenfalls einen anderen Ausguss als alle sonstigen Kannen, dieser gießt zwar schneller, aber weniger sauber aus und ist für die Serienfertigung deshalb verworfen worden. Der Ton ist sehr rau und relativ porös, die Kanne passt nach den ersten Proben sehr gut zu dunklen, vor allem aber zu gereiften Oolong, da die Kanne einiges an Lagernoten wegnimmt, jedoch die Fruchtigkeit im Geschmack sehr prägnant erhält.

    Die Kanne rechts ist wieder der Standardton, jedoch im Holzofen gebrannt. Die Glasur ist von der Farbgebung eher schlicht, sogar unauffälliger als die Gasbrandversion, die deutlich mehr Farbverläufe hat. Das ist aber so gewollt, da die gewählte Glasur auf die Ausbildung von Krakelee ausgelegt ist. Diese zeigt sich nach ein paar Teerunden bereits im Ansatz, bis die wahre Schönheit der Kanne hervorkommt dauert es aber wohl noch.

    Der Holzbrand hat durch den Reduktionsbrand das Kanneninnere schwarz verfärbt, die Gasofenvariante ist innen schneeweiß. Außerdem ist die Holzbrandvariante noch einmal neutraler als die bereits relativ wenig verfärbende Gaskanne.

    Dazu habe ich mir noch dieses Gaiwanset mitgenommen.

    Die Glasur ist die gleiche wie ich sie schon von einer Tasse her kenne, hier allerdings deutlich dicker aufgetragen, was die sehr angenehme Haptik mit dem weichen, warmen Handgefühl noch weiter verstärkt. Mein Porzellangaiwan, den ich überaus schätze, ist so dünn, dass das Licht problemlos hindurchscheint. Dieser Gaiwan stellt hierzu eine sehr gute Ergänzung dar, der massive, glasierte Ton speichert sehr gut Wärme, der weit auskragende Rand lässt sich auch bei langen Ziehzeiten noch problemlos halten.

    Randeffekt: Den Pitcher, den ich nur deshalb mitnehmen musste, weil im Set enthalten, benutze ich seitdem fast ununterbrochen. Die Form ist wie ein Riechbecher, keines meiner anderen Ausschankgefäße konzentriert das Aroma ähnlich stark.

  • Ich war lange auf der Suche nach schönen Untersetzern und einer Ablage für meine Kannendeckel. Da ich von Sven Mihai schon eine Teerutsche aus Tempelholz habe und davon auch sehr begeistert bin, habe ich ihn letztes Jahr angeschrieben und gefragt, ob er nicht eine Idee hat. Das Ergebnis ist echt Klasse geworden und das Holz stammt von den buddhistischen Tempeln Todaiji und Horyuji. Ich freue mich sehr! ☺️

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