Teekannen aus Gusseisen

  • Ich hoffe, ein derartiges Thema existiert noch nicht. Nachdem meine geliebte Tonkanne den Geist aufgegeben hatte, habe ich nach langer Suche schließlich zur gusseisernen Beka Ceylon gegriffen. Nun besitzen diese Kannen aber einige Eigenheiten und ich bin mir nicht sicher, wie ich sie genau einsetzen soll.


    Rein intuitiv würde ich Wasser traditionell aufkochen und dann über das mitgelieferte, sehr geräumige und für Teeaufgüsse meines Erachtens geeignete Sieb (siehe Bilder) direkt in die Kanne gießen und den Tee darin ziehen lassen. Dagegen spricht, dass man diese Kannen nur langsam nach und nach erhitzen sollte, am besten eben auf dem Herd, weil sie sonst Schaden nehmen könnte. Diese Vorgehensweise würde wiederum bedeuten, dass ich meinen Tee darin nicht überbrühen kann.


    Wie setzt ihr eure Gusseisernen ein und was haltet ihr von den oben beschriebenen Zubereitungsarten? Würdet ihr davon abraten, bestimmte Teesorten in einer solchen Kanne zu bereiten (dass Früchtetees ausgeschlossen sind, ist mir bereits bekannt)?


  • Das Problem mit diesen Kannen ist eigentlich ein ganz anderes: Sie sind schon immer Heißwasserkessel gewesen, die man nur zu diesem Zweck benutzt hat. In Europa funktionierte man sie um. Ohne Rücksicht auf die Nachteile, die sich - wie du schon angemerkt hast - ergeben. Ich denke, dass wenn du sie erst mit heißem Wasser aufwärmst und erst dann kochendes Wasser zum Aufbrühen des Tees verwendest, dann dürfte der Kanne nichts passieren. Ist die Kanne innen emailliert?

  • Quote

    Das Problem mit diesen Kannen ist eigentlich ein ganz anderes: Sie sind schon immer Heißwasserkessel gewesen, die man nur zu diesem Zweck benutzt hat. In Europa funktionierte man sie um. Ohne Rücksicht auf die Nachteile, die sich - wie du schon angemerkt hast - ergeben. Ich denke, dass wenn du sie erst mit heißem Wasser aufwärmst und erst dann kochendes Wasser zum Aufbrühen des Tees verwendest, dann dürfte der Kanne nichts passieren. Ist die Kanne innen emailliert?

    Ja, sie ist bis über den Rand emailliert, die Deckelunterseite auch. Das mit dem Aufwärmen ist eine gute Idee, werde ich morgen gleich ausprobieren.


    Was mir noch eingefallen ist: Ich trinke grünen und schwarzen Tee (beides Darjeeling). Spricht etwas dagegen, für beide Sorten diese Kanne zu benutzen oder sollte man trennen?

  • Die Emaille schützt die Kanne vor Rost und ist sehr wichtig. Außerdem nimmt sie keine Gerüche an, es sei denn du spülst sie immer nur mit heißem Wasser aus, dann kann es sein, dass sich eine Patina bildet, die u.U. duften kann. Aber bei normalen Schwarz- und Grüntees sehe ich jetzt kein Problem. Bei Früchtetee und aromatisierten Tees schon eher.

  • in meiner gusskanne kann ich darjeeling nicht zubereiten. probiers selber mal aus, aber wie luke schon schrieb, die ohne emaille sind in japan eigentlich wasserkessel für heisses wasser.


    mit emaille kann man sie vermutlich für starke schwarztees richtung ostfriesentee/assam benutzen.


    ne ganz einfache glas-, keramik- oder porzellankanne für wenige euro (e-bay) leistet eigentlich gute dienste für darjeeling.


    ich benutz meine gusseisene um kyobancha (nen stark gerösteter bancha aus japan) darin leicht zu köcheln, und dazu ist sie hervorragend geeignet.

  • Ich besitze seit ca. 13 Jahren eine "Tsuki".

    http://www.evas-teeplantage.de/japanische-gus…-l-schwarz.html

    (Die "echte", nicht die Kopie von Maoci).


    Ich hatte nie ein Problem mit kochendem Wasser. Okay, dreimal auf Holz geklopft, aber ich glaube nicht, dass da soviel passieren kann.

    Es schadet aber sicher nicht, vorher mal mit heißem Wasser vorzuspülen.


    Die "Tsuki" benutze ich nur für Pu-Erh (die Kompost-Variante). Die Emaille-Schicht kann ich allenfalls nur mehr erahnen. Einen anderen Tee würde ich nicht darin zubereiten.


    Bezüglich Rost meine ich mal irgendwo gelesen zu haben, dass ein gewisser Rostanteil durchaus gewollt ist. Zumal sich ein bisschen Rost auch außen an der Tülle bildet (nach mehreren Jahren).

  • Hallo michdal,

    ich habe zu einem meiner runden Geburtstag von Freunde auch so eine schöne grüne Gußeisenkanne für ca. 0,5l. Am Anfang war die Kanne toll, aber nach ein paar Jahren dauergebrauch hat die Kanne einen modrigen Geruch entwickelt. Alle Behandlungen, mit Backpulver, heißer Backofen, Maschinengeschirrspülmittel usw. haben keinen Erfolg gebracht. ;( Habe sie dann noch jahrelang als Dekor benutzt ums sie das dem Recycling, im Sinne von Altschrott zugeführt. /emoticons/sad@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_sad.png"> Bei der Kette Spinnrad habe ich mir dann doch noch eine kleine Schwarze, innen Emailliert zugelegt. Auf Grund meiner Erfahrungen benutzt ich diesen nur noch für heißes Wasser.

    Die Kunst des Tees muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee zubereiten und trinken.
    Rikyû

  • Danke erst mal für die vielen hilfreichen Antworten.


    Klaus, ich würde diesen modrigen Geruch auf die Patina zurückführen. In meinem Bekanntenkreise existiert eine alte (allerdings irdene) Schwarzteekanne, die innen eine dementsprechende Farbe und einen sehr starken Geruch aufweist. Das macht aber nichts, der Tee daraus schmeckt wunderbar und der Besitzer würde nie auf die Idee kommen, sie auszuwischen.


    maik, heißt das, das Email hat sich von allein aufgelöst!? Ja, die Rostgeschichte kenne ich auch: In Japan ist das wohl alles andere als ein Makel für Kannen zum Wasserkochen. Ich brauch das aber auch nicht unbedingt.


    Key, warum keinen Darjeeling in emaillierten Gusseisenkannen? Email ist, im Gegensatz zu Metall, doch eigentlich geschmacksneutral.


    luke, danke, das beruhigt. Heute ist dann der erste Brühvorgang dran, freu mich schon.

  • Im Zweifel würde ich den Leuten vertrauen, die solche Kannen schon lange besitzen und ihre Erfahrungen gemacht haben. Die emaillierte Schicht kann man z.B. auch mit Spüli säubern. Allerdings habe ich mal gehört, dass die Schicht auch abgehen, bzw. absplittern kann. Das ist einer Freundin passiert, die immer heißes/kochendes Wasser ohne die Kanne vorzuwärmen reingegossen hat. Vielleicht gibt da jauch Qualitätsunterschiede... Selbst habe ich solch eine emaillierte Kanne nicht, daher kann ich bezüglich Geschmack keine Erfahrungen wiedergeben.

    Zu Rost kann ich sagen, dass ich eine Gusseisen-Kanne dadurch kaputt gekriegt habe, dass ich Teereste über Nacht habe stehen lassen. Das führte dazu, dass sich mehr Rost bildete als mir lieb war und ich habe die Kanne letztlich entsorgen müssen. Jetzt benutze ich sie nur noch für heißes Wasser und trockne sie nach dem Gebrauch ab. Auf diese Weise ist der Rost-Prozess sehr viel langsamer.

  • luke: Ja, gründliches Abtrocknen ist bei solchen Kannen offensichtlich Pflicht, will man länger Freude an ihnen haben.


    Zu meinen ersten Erfahrungen mit der Gusseisernen:


    Für das "erste Mal" fiel die Wahl auf einen First Flush Darjeeling, ein Tee also mit einer vergleichsweise subtilen Note, der auf Geschmackseinflüsse sicherlich recht empfindlich reagiert. Wie vorgeschlagen, wurde die Kanne wurde während des Wasserkochens noch mit warmem Wasser vorgewärmt. Das Kochwasser habe ich dann einfach über das geräumige Kannensieb eingegeben. Der Darjeeling hatte augenscheinlich genug Entfaltungsmöglichkeiten und ist mit einem herrlichen, intensiven Duft aufgegangen, der auch während der Verweildauer in der Kanne erhalten blieb. Vom Geschmack her geriet der Tee eher mild und aromatisch, wenn auch weniger vollmundig, was für den First Flush aber nicht ungewöhnlich ist, denke ich. Nachteile der Gusseisenkanne - auch im Vergleich zu einer Tonkanne - konnte ich nicht feststellen. Der Tee blieb schön lang auf einer angenehmen Trinktemperatur und bitterte kaum nach. Unmittelbar nach dem letzten Schluck wurde die Kanne mit warmem Wasser ausgespült, innen ausgetupft, außen gut abgetrocknet und zum Auslüften offen hingestellt. Die Reinigung stellt also, sofern sie recht bald erfolgt, überhaupt kein Problem dar. In der Kanne ist nur ein sehr geringer Geruch zurückgeblieben. Das dürfte sich mit der Zeit aber vermutlich ändern - ich werde es weiter beobachten.


    Zusammenfassend bin ich recht zufrieden. Als nächstes kommt ein grüner Darjeeling zum Einsatz. Mal sehen wie sie sich hier schlägt.

  • Quote

    @ michdal:

    Oh ... nein ... da hab ich mich falsch ausgedrückt. Die Emaille ist noch da. Nur unter der Patina nicht mehr wirklich wahrnehmbar. ;D

    Dann bin ich ja beruhigt. Und ich dachte, Patina sei bei den Experten "out". /emoticons/wink@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_wink.png">

  • Quote

    Key, warum keinen Darjeeling in emaillierten Gusseisenkannen? Email ist, im Gegensatz zu Metall, doch eigentlich geschmacksneutral..


    muss da mal kurz zurückdenken...


    ich hab die kanne mein ich später für den fertigen tee zum warmhalten benutzt, und das bekam dem DJ überhaupt nicht.


    zum aufgiessen hatte ich sie mein ich nur ganz kurz mal in der nutzung, aber das hatte mir gar nicht geschmeckt.


    probier aber selber aus, michdal! /emoticons/smile@2x.png 2x" width="20" height="20" data-src="/emoticons/default_smile.png">

  • wenn du eine kanne möchtest, die den tee geschmacklich nicht/wenig beeinflusst, nimm am besten auch mal eine aus glas oder keramik/porzellan mit dazu.


    ton hat nen teilweise recht starken einfluss auf den geschmack des tees, was sich positiv, aber auch negativ auswirken kann. was war das für eine, die dir kaputt gegangen war? eine aus rötlichem ton mit bambushenkel dran?

  • Wenn's so neutral wie möglich sein soll, kann ich eine Teekanne aus Glas empfehlen. Die sind nämlich sehr gut zu reinigen. Ein ganz gewöhnlicher Küchenschwamm und heißes Wasser beseitigen Teepatatina im Nu. Empfindliche Tees gieße ich in einem Glasgefäß auf und trinke sie aus einem Glasgefäß. Es macht auch Spaß, die Teeblätter zu beobachten. Es gibt wohl Kannen aus speziellem Ton (z.B. Yixing, Tokoname), der den Geschmack des Tees beeinflussen soll. Ich habe aber solche nicht, und ich könnte mir vorstellen, daß das nicht allen Leuten schmeckt. Diese Kannen aus Gußeisen wurden ursprünglich als Teekessel konzipiert, und die Eisenionen, die sich herauslösen, sollen den Geschmack des Tees positiv beeinflussen. Aber, um es norddeutsch zu sagen: Wat dem een sin Ul, ist dem anders sin Nachtigall.

  • Key: Nein, meine alte Kanne stammte aus einer kleinen Privattöpferei hier um die Ecke. Ich muss zugeben, ich weiß nicht genau, worum es sich handelt. Keramik ist es definitiv nicht, eher Ton, aber mit einer eingebrannten matten Glasur. An der Unterseite kann man noch sehen, dass der Rohling aus dem von dir erwähnten rötlichen Ton gefertigt wurde. Sonst ist die Kanne aber grau-bläulich.


    Key & Amalie: Dann wird es wohl Glas werden. Ich klappere, heute gleich mal ein paar Teeläden ab, vielleicht ist ja eine ansprechende dabei. Die Strategie wäre dann: Den Tee in der Glaskanne frei überbrühen und ziehen lassen und anschließend über das Sieb der Gusseisernen in dieselbe filtern. Die Vorfreude steigt!

  • Hallo zusammen!

    Habe diesen Thread hier schon ein wenig verfolgt, da ich mit dem Gedanken spielte mir eine Gusseisen-Kanne zuzulegen.
    Die Tage habe ich dann ein Angebot im WELTBILD-Prospekt gesehen und seit heute bin ich endlich auch Besitzer einer gusseisernen Teekanne. Allein vom Design und Material macht so eine Kanne ja schon was her.

    Eine Frage hätte ich mal zu verschiedenen Teesorten in einer Kanne.
    Solange ich die Kanne nur mit Schwarztee (hauptsächlich Assam, Darjeeling, Ceylon und Ostfriesenmischung) verwende,
    sollten geschmacklich doch kaum Verfälschungen auftreten. Oder sollte man auch auf so etwas achten?
    Bisher habe ich nur ein paar Kannen Assam zubereitet und zum Aufbrühen nutze ich ne separate Glaskanne.

    Danke schon mal im Voraus,

    CmdCool.


    PS: Falls jemanden das Angebot interessieren sollte:
    weltbild.de/3/17376164-1/geschenke-lifestyle/gusseisen-teekanne-akita.html
    Scheint ne Kanne im Arare-Design zu sein. Habe für Stövchen und Kanne (ca. 0,8l) 25€ bezahlt.

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