• Kaffeemaschinen gibt es inzwischen extrem viele. Aber der Markt der Teemaschinen ist ziemlich überschaubar:

    Kapselmaschinen:

    • Special-T von Nestle - Eine Kapselmaschine nach Vorbild von Nespresso.
    • Teekanne Tealounge - Ein (meiner Meinung nach) ziemlich lieblos umgesetztes Konkurrenzprodukt zu Special-T.

    Teeautomaten:

    • Teforia - Designprodukt aus den USA, leider nicht mehr aktiv
    • Vorwerk Temial - Ein neues Produkt und Segment von Vorwerk

    Gibt es noch weitere Teemaschinen? Welche Erfahrungen habt ihr mit Teemaschinen? Hat jemand die Teforia oder die Teemaschine von Vorwerk ausprobiert? Nutzt jemand eine täglich?

  • Wow, Teapresso kann ich noch nicht. Sieht gut aus und scheint schon länger zu existieren.

    Also die Special-T habe ich mal bei einem Freund im Büro probiert. Ich finde die Maschine macht schon Sinn: Man hat nun mal im Büroalltag nicht immer Zeit und Lust auf eine zeremonielle Teezubereitung, und Teebeutel ist da auch keine gute Alternative. Special-T ist schon ziemlich banal in der Bedienung, einfach zu reinigen wegen Kapseln (und das ist in einem Büro wirklich wichtig, besonders wenn sich niemand dafür so richtig zuständig füllt). Ich habe eine Hand voll Tees durchprobiert. Offenbar kann sich das Blatt in der kleinen Kapsel nicht so richtig entfalten, sodass sie mit Aromen teilweise stark nachhelfen. Nicht-aromatisierter Tee schmeckte mir etwas dünn. Dennoch, mir ist irgendwie klar, dass diese Teemaschine ihre Zielgruppe gut bedient, und diese Zielgruppe ist schon anspruchsvoller als die Zielgruppe von Teebeuteln.

  • Die Frage ist grundsätzlich zum Segen oder Fluch der Technik - geht durch eine automatisierte Zubereitung nicht ein wesentlicher und wertvoller Bestandteil der Teekultur verloren, genau dieses sich Zeit nehmen, Aufmerksamkeit den kleinen Details widmen - das ist genau heute in der schnelllebigen Welt doch so wichtig. Das ist vergleichbar damit, wenn man mit einer Seilbahn auf eine Bergspitze fährt - das ist relativ schnell vergessen und austauschbar, aber wenn man diesen ganzen Berg hochwandert, und dann oben ankommt, ist der Genuss des gleichen Berges ein ganz ein anderer - das können bleibende, wertvolle Erinnerungen sein, genau durch die manuelle Interaktion mit dem Berg, respektive dem Tee. Mmmh, Berg und Tee ... Jetzt ein leckerer Hochland-Wulong, das wär doch was. 🤣

    PS: Abschriften der PN-Streitschriften bitte dem TTN-Reporter zustellen, danke freundlichst.

  • Quote

    vor 27 Minuten schrieb GoldenTurtle: Die Frage ist grundsätzlich zum Segen oder Fluch der Technik - geht durch eine automatisierte Zubereitung nicht ein wesentlicher und wertvoller Bestandteil der Teekultur verloren, genau dieses sich Zeit nehmen, Aufmerksamkeit den kleinen Details widmen - das ist genau heute in der schnelllebigen Welt doch so wichtig.

    Wenn ich gemein wäre würde ich jeden der nicht selbst den Tee anbaut und pflückt, die Keramiken selbst töpfern, das Feuer zum Kochen des Wassers nicht selbst mit einem Feuerstein schürt usw., Beuquemlichkeit und das Vorziehen des einfachen, schnellen Weges andichten /emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" data-src="/emoticons/default_wink.png"> Ich könnte mich auch mit der folgenden, schnellen Variante ab und an sehr gut anfreunden /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png">

    Gruß
    Delmar

  • Quote

    vor 16 Minuten schrieb Joaquin: Wenn ich gemein wäre würde ich jeden der nicht selbst den Tee anbaut und pflückt, die Keramiken selbst töpfern, das Feuer zum Kochen des Wassers nicht selbst mit einem Feuerstein schürt usw., Beuquemlichkeit und das Vorziehen des einfachen, schnellen Weges andichten

    Mit Verlaub - um ein anderes Beispiel von Dir aus diesem Thread aufzugreifen: der Unterschied ist eben nicht vergleichbar mit dem zwischen dem Spielen eines Synthesizers und dem einer akustischen Gitarre, sondern mit dem Unterschied zwischen dem Spielen eines Instruments und dem Bedienen eines CD-Players. Das ist ein Unterschied - auch, wenn man das Instrument nicht selbst zusammengeleimt oder -gelötet hat.

    Mais à chacun son propre veau d'or ...

    _()_

    未尝‎甘露味 先闻圣妙香

  • Um diese Analogie weiter zu bemühen: Wäre es nicht viel mehr so, dass der Erzeuger der landwirtschaftlichen Geräte der Hersteller der Musikinstrumente und der Teefarmer der Musiker wäre? Unsere Freiheitsgrade decken sich mit jenen des Musik-Konsumenten der bloß die Wahl zwischen Wiedergabe über Schallplatte oder CD bzw. Röhren- oder Transistorverstärker bzw. Kopfhörer oder Lautsprecher hat. Da tickt bestimmt jeder anders und ich verstehe auch alle Argumente und kann mich durchaus auch in die Lage der Anderen hineinversetzen, aber wenn mir eine Maschine auf Knopfdruck das übernimmt was ich für mich persönlich als optimales Teerezept der Maschine mitteilen kann, dann fühle ich mich nicht entmündigt und schon gar nicht irgendeiner Entschleunigung beraubt (vielleicht hätte ich dadurch sogar Zeit gewonnen und so mehr entschleunigt?). Wie gesagt verstehe ich aber vollkommen die andere Seite und finde es absolut legitim eine Zeremonie aus dem Teebrühen zu machen. Es ist halt bei jedem Hobby das unsere Sinne anspricht so, dass es Leute gibt die das Konsumieren genießen und Andere für die der Weg dorthin oder die Präsentation wichtig ist. Das einzige was dabei falsch ist, ist wenn man die eigene Vorgehensweise für richtig und die andere für falsch hält.

    Für den Einen ist ein schönes Weinregal und ein teurer Dekanter zum Belüften wichtig, der Andere wirft den Wein in den Standmixer und belüftet ihn so...

  • @SoGen

    Das mit de CD-Player ist aber auch ein schönes Beispiel, da bei beiden Musik herauskommt. Den CD-Palyer kann jeder bedienen, die Qualität ist nach Auswahl gleichbleibend. Um dagegen mit einem Instrument ein gutes Ergebnis hinzubekommen, muss man schon einiges an Zeit investiert haben und viele lassen aufgrund der ersten falschen Töne schnell davon ab oder merken, dass es ihnen einfach nicht liegt. Ich kann Instrumente spielen und das auch so, dass mich Leute dafür bezahlen, aber dazu sind nicht viele in der Lage, viele wollen das auch gar nicht können, andere würden es gerne, sehen sich dazu aber nicht in der Lage. Und das sehe ich ähnlich bei mir in vielen anderen Bereichen, wo ich die händische Zubereitung und Herstellung absolut zu schätzen weiß, ich aber nicht in allen Bereichen dies tun will, kann oder einen Sinn dahinter sehe, anstatt mich einfach als Konsument an dem fertigen Produkt und dessen Funktion zu erfreuen. Ich wandere gerne und genieße die Landschaft, nehme aber auch gerne das viel teurere Automobil um mich schnell zum Ziel zu bewegen. Auch als Musiker liebe ich Konservenmusik von der CD. So gerne ich Zeichne und Schreibe, so gerne lese ich Bücher und Comics. Ich finde es toll wie Leute Schneidern, Stricken und Häkeln können und trotzdem kauf ich i.d.R. Kleidung von der Stange. Ich bin auch kein Freund, der Wäsche von Hand wäscht lieber die Waschmaschine benutzt und ebenso einen Geschirrspüler den Vorzug gebe. Auch einen Saugroboter nenne ich mein Eigen, nutze daneben einen Staubsauger anstatt Besen und Kehrblech. Und diese Beispiele kann jeder hier für sich endlos weiterführen. Und daher kann ich bei aller nostalgischen Betrachtung die hier zum Teil auftretende Verteufelung der Technik begrenzt nachvollziehen. Bin schon froh das es keinen Tee von Apple, Microsoft und Linux gibt. Den Glaubenskrieg-Stress hätte ich hier nicht auch noch /emoticons/laugh@2x.png 2x" title=":lol:" width="20" data-src="/emoticons/laugh.png">

    Gruß
    Delmar

  • Guten Morgen ...

    Heute mal mit einem Sencha aus ... Trommelwirbel ... einer Kapselmaschine.

    Welche?

    Es handelt sich um die auch oben schon erwähnte Tealounge.

    Warum?

    Weil meine Arbeitskollegen bekloppt sind. /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png"> Die sahen mich morgens halbe Teezeremonie im Büro abhalten und haben mir das Gerät dann zu Weihnachten geschenkt. Sie wird von mir im Augenblick nur im Büro genutzt.

    Und? Wie isser? Der Tee?

    Naja. Die gleiche Qualität wie bei einem hochfeinen Sencha den man in seinem Kyusu morgens glücklich zubereitet hat kann man es absolut nicht erwarten. Ich würde sagen, es erfüllt die Ansprüche die man hat, wenn man morgens verschlafen zwischen den ganzen Anrufen kurz in die Büroküche wankt und nachdem die Tasse befüllt ist sich die Finger daran wärmend wieder zu seinem Platz schleicht und darauf wartet irgendwie wacher zu werden.

    Der Geruch ist angenehm sanft, eher süßlich/fruchtig als grasig. Geschmack ... Tja. ICH als Somelierin ... *Brille hochschieb* ... die ich nicht bin, kann sagen, er schmeckt ganz leicht bitter, so leicht das es mich nicht stört. Ich denke, dass jedoch durch diese leichte Bitterkeit das, was man an zarter Süße riechen kann nicht mehr zu schmecken ist. Ansonsten ... schmeckt ... er schon nach mehr als leicht bitter. Aber ich bin wirklich unfähig, die Aromen zu benennen.


    Alles in allem:

    Wenn man Zeit und Muße hat Tee richtig zuzubereiten (und da zähle ich sowohl die westliche Zubereitung als auch Gong Fu Style und was-es-noch-alles-gibt zu), dann benötigt man ein solches Gerät nicht. Wenn man sich im Büro morgens die Zeit nicht nehmen möchte, ist das Maschinchen ok. Nicht super schlecht. Nicht super gut. Einfach nur "OK".

    Was das jetzt für ein Verbrechen an dem Tee bedeutet ... Naja. Ich sage, es gibt hochwertige Sorten losen Tee, losen Tee, Beuteltee und Teemaschinen. Die letzten beiden Punkte sind für mich glatt gleichwertig. Den Beuteltee vergisst man in der Tasse, der Tee wird eklig. Passiert bei der Maschine nicht. /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png"> (Überraschend hochwertige Beuteltees sind aus der Bewertung ausgenommen.)

  • Ich muss ehrlich sagen dass ich sehr zufrieden bin mit meiner Special t Maschine /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png"> es gibt ein paar wenige Tees die mir schmecken, mit Folie etwas verschönert ist das Ding ein echter Hingucker. Und seit Januar liegt das Ding mit haufenweise Tee im Keller in einer Kiste weil ich Platz für meine Kännchen gebraucht habe /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png"> vllt ist das Ding in 50 Jahren was wert, oder ich kann testen wie sich der Tee in den Kapseln mit den Jahren verändert und reift /emoticons/biggrin@2x.png 2x" title=":D" width="20" data-src="/emoticons/default_biggrin.png">


    Aaaaaaber.... Jetzt höre ich mit den Witzen auf, das Ding ist leicht bedienbar, bequem und es gibt wirklich leckere sorten. Aber mehr als ein Sprungbrett in die Welt des Tees, ist es für mich nicht mehr. Und so hat das Teil wohl doch einen entscheidenden Punkt in meiner Lebensweise geformt und es sind doch die kleinen Dinge die man loben soll. Aber benutzen werde ich das Ding nicht mehr. Außer ihr wollt Geschmacksberichte von den Kapseln /emoticons/laugh@2x.png 2x" title=":lol:" width="20" data-src="/emoticons/laugh.png">

  • Es gibt etwas neues auf dem Teemaschinen Markt.

    Avoury, von Melitta. Eine Kapselmaschine. "Die Maschine, die Tee versteht." /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" data-src="/emoticons/rolleyes.png">

    And in the end, the love you take is equal to the love you make.

  • Quote

    Am 25.8.2018 um 13:36 schrieb silbernadel: Wow, Teapresso kann ich noch nicht. Sieht gut aus und scheint schon länger zu existieren.

    Also die Special-T habe ich mal bei einem Freund im Büro probiert. Ich finde die Maschine macht schon Sinn: Man hat nun mal im Büroalltag nicht immer Zeit und Lust auf eine zeremonielle Teezubereitung, und Teebeutel ist da auch keine gute Alternative. Special-T ist schon ziemlich banal in der Bedienung, einfach zu reinigen wegen Kapseln (und das ist in einem Büro wirklich wichtig, besonders wenn sich niemand dafür so richtig zuständig füllt). Ich habe eine Hand voll Tees durchprobiert. Offenbar kann sich das Blatt in der kleinen Kapsel nicht so richtig entfalten, sodass sie mit Aromen teilweise stark nachhelfen. Nicht-aromatisierter Tee schmeckte mir etwas dünn. Dennoch, mir ist irgendwie klar, dass diese Teemaschine ihre Zielgruppe gut bedient, und diese Zielgruppe ist schon anspruchsvoller als die Zielgruppe von Teebeuteln.

    Hab das Thema erst gerade entdeckt:

    Was ist einfacher für mich als einen guten, unempfindlichen Oolong zu nehmen und diesen in meiner Deckeltasse aus dickem Porzelan oder einem Gaiwan mit heißem Wasser aufzugießen und dann nach etwas Ziehzeit in eine normale Teeschale umzufüllen. Das kann ich dann über den Tag hin mehrmals wiederholen. Für mich interessanter als jede Maschine. Und ich nehme oft Tees dafür, die zu Hause "übrig" sind und einfach aufgebraucht werden sollen...

  • @Krabbenhueter Ganz genau. Oder sogar noch einfacher: Grandpa-Style. Zum Beispiel besonders passend mit einem grünen Alishan. Die werden kaum bitter und können etwas mehr Textur und Körper sowieso oft gut gebrauchen. Viel unkomplizierter geht's doch wirklich nicht. Netter Nebeneffekt: man kann die Blätter am Schreibtisch beim Aufgehen beobachten.

    Tee ist auf so vielen Ebenen bereichernd und wohltuend. Eine Teemaschine unterschlägt zu viele dieser Ebenen, alles nur für ein Quäntchen Zeitersparnis. Ich finde diese Geräte wirklich gänzlich uninteressant.

  • Zwingt euch ja niemand, solche Maschinen zu benutzen /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" data-src="/emoticons/default_smile.png">

    Was ich interessant finde, angesichts der Tatsache dass Tee-Maschinen doch relativ selten sind: Warum sind Kaffeemaschinen dann so omnipräsent? Da gibts ja auch ein riesen Spektrum von der Plastikschüssel für Discounter-Plörre bis zu schweineteuren Siebträgern und Vollautomaten.

    Dabei ist Kaffee ähnlich einfach von Hand aufzugießen wie Tee - und doch machen das relativ wenige Leute: Studenten mit ihren Pressstempel-Kannen und ein paar Kaffee-Enthusiasten mit ihren Aeropressen und Chemex-Geräten.

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