Aufgrund der interessanten Fragestellung des folgenden Themas möchte gerne mal mit euch diese Zusammenhänge besprechen.
[size=18]Vollmundigkeit vs Bitterkeit[/size]
Bei ganz vielen Tees muss man wählen - entweder man trinkt ihn relativ blass und mild, oder aber vollmundig und überbittert, und versucht deshalb irgendwo dazwischen an den Parametern rumzuschrauben.
Aber ein vollmundiger Tee ohne Überbitterung ist das Ergebnis von etlichen Faktoren, die alle zusammenspielen.
Um ein paar zu nennen: Überpflückung, Nährstoffe des Bodens, Klima in den 2 Wochen vor der Ernte, Erntezeitpunkt selbst, sogar runter bis zur Tageszeit, wie lange es brauchte bis die gepflückten Blätter in die Weiterverarbeitung gelangten (denn da geschehen bereits in dem Stadium ungewollte chemische Prozesse in den gepflückten Blättern), über verschiedene Produktionsschritte die je nach Teesorte variieren bis zur Lagerung hat alles einen Einfluss auf die Vollmundigkeit.
Wenn man jetzt beispielsweise einen schlechtproduzierten Tee, bei dem mehrere Punkte nicht stimmen, so kräftig ziehen lässt bis er vollmundig wird, überbittert er.
Aber Tee ist grundsätzlich ein bitteres Getränk. Die Chinesen unterscheiden deshalb eine gute Bitterkeit von einer schlechten Bitterkeit (Ku und Se).
Ein wirklich in allen Punkten korrekt produzierter Tee überbittert sogar kaum, egal wie lange man ihn ziehen lässt, aber diese sind natürlich nicht ganz günstig, denn um all diese relevanten Punkte einzuhalten ist der Aufwand um ein vielfaches höher. Aber solch ein Tee ist auch mehr ein Kunstwerk.
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Cheers!