"Ist es vorhanden: gut. Gibt es keins, dann nicht. Handeln wir gerade so, wie es ist, dann ist es die wahre Teekunst." Diese Worte von Sen no Rikyū über die Bedeutung des richtigen Zubehörs für die Teezubereitung schicke ich voraus. Denn mehr als heißes Wasser, Teeblätter und ein Gefäß braucht man nicht, um Tee aufzugießen. Dennoch gibt es eine Anzahl mehr oder weniger teurer und aufwendiger Teemaschinen zu kaufen. Über einige davon wurde hier im Forum bereits ausführlich diskutiert.
Das oberere Ende der Fahnenstange markiert bei den Teemaschinen der Bkon Craft Brewer, der so viel kostet wie ein Kleinwagen. Er ist allerdings auch nicht für Privathaushalte, sondern für die Gastronomie gedacht - allein schon deshalb weil das Gerät sehr groß ist und einen eigenen Wasseranschluss und eine Starkstromsteckdose benötigt. Im Teetalk-Forum wurde diese Maschine bisher erst ein Mal erwähnt - und das auch eher als Kuriosum. Doch die Bkon-Maschine ist kein Kuriosum, sondern sie funktioniert und wird in der Gastronomie tatsächlich angewendet. In Hamburg gibt es zwei Teeläden, die auch Tee ausschenken und die die Maschine benutzen.
Das Prinzip des Bkon Craft Brewers basiert darauf, dass mit Hilfe von Unterdruck und Vakuum der Tee schneller zubereitet werden kann als beim Aufbrühen von Hand, weil die Inhaltsstoffe der Teeblätter, Kräuter oder Früchte (die Maschine ist sowohl für Tee als auch für teeähnliche Aufgussgetränke geeignet) schneller extrahiert werden. 90 Sekunden braucht die Maschine zum Erhitzen des Wassers und zum Auf- und Abgießen. Dazu kommt die Zeit, die der Mensch hinter der Maschine braucht, um den Tee zu portionieren und in den Siebträger zu füllen, auf dem Touchpad das richtige Brühprogramm auszuwählen und die Zubereitung zu starten.
Ich habe ein halbes Jahr lang mit dem Bkon Craft Brewer gearbeitet und kann folgendes Fazit ziehen: Es ist nicht einfach, das Gerät in Betrieb zu nehmen, da es vom Fachmann installiert werden und danach so programmiert werden muss, dass es für alle Getränke, die damit aufgegossen werden sollen, entsprechende Brühprogramme gibt. Wenn das aber geschehen ist, macht das Gerät das, was es soll. Und die meisten mit der Bkon-Maschine zubereiteten Tees schmecken nicht schlechter als von Hand aufgebrüht.
Trotzdem ist der Bkon Craft Brewer noch nicht allzu verbreitet. Das hat neben dem vergleichsweise hohen Preis meiner Meinung nach vor allem zwei Gründe: 1) Anspruchsvolle Teetrinker werden als Kunden in Hotels, Cafés usw. immer noch nicht ganz ernstgenommen. Der Teebeutel ist hier oft noch das Maß aller Dinge. 2) Diejenigen Gastronomen, die sich qualitativ von der Teebeutel-Fraktion absetzen wollen, haben nicht selten Vorbehalte gegen die Teezubereitung mit maschineller Hilfe.
Meine Meinung ist hier etwas zwiespältig. Einerseits bevorzuge ich natürlich ebenfalls die manuelle Teezubereitung mit Muße und Achtsamkeit. Andererseits ist das geschmackliche Resultat mit der Bkon-Maschine auf jeden Fall besser als jeder in lauwarmes Wasser getunkte Teebeutel und meistens auch deutlich besser als das, was man sonst so in der Gastronomie serviert bekommt.
Vielleicht ist ja schon die Idee Tee schnell und in gleichbleibender Qualität automatisch herstellen zu wollen falsch. Doch welche Möglichkeiten gibt es, unterwegs Tee zu genießen? Mir fallen da die traditionellen chinesischen Teehäuser ein, von denen es ja (wieder) einige gibt. Dort werden natürlich keine Maschinen verwendet...
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