Posts by kokoro

    ich trinke soeben kenta s Schwarztee aus seinem Tausch-Thread

    kenta
    March 8, 2026 at 3:55 PM


    Dosierung 5g auf 250 ml, 2 min ziehen gelassen mit siedendem Wasser.

    er ist sehr fruchtig nach Trockenfrüchten, dazu leichte Malznoten, cremige florale Noten und hat etwas von Rooibos und den roten Fruchtgummies. es ist keinerlei Bitterkeit rauszukitzeln, daher ein sehr gefälliger und süffiger Tee. Mir fehlen Wakocha Vergleichsmöglichkeiten, und ich vermute (auch aufgrund des Preises im Shop von ~6 €/60 g), dass es da auch ganz andere Kaliber gibt. Als Büro- oder "Nebenher-Tee" finde ich durchaus Gefallen an ihm, für "mehr" fehlt mir Tiefe und Ecken und Kanten.

    Ein zweiter Aufguss mit mehreren Minuten Ziehzeit kann man schon machen, aber ist dann nur noch ca. halb so dicht von der Aromatik her.

    Dieses Wochenende werde ich wohl leider die letzten Gramm eines erstaunlich vielseitigen Tees genießen, dessen 50 g ich in den letzten Wochen auf ganz unterschiedliche Weise erkunden konnte - Zeit, es in Wortform festzuhalten:

    Der Experimental Sencha von der Unearthed Gallery wurde leicht oxidiert und ist damit schon irgendwo auf der Abzweigung, sich nicht nur "withered" sondern vielleicht auch Oolong nennen zu dürfen. mich freut es, dass nicht immer alles eindeutig klassifiziert werden kann.


    Schon der Duft macht Lust auf die erste Tasse: Honig, Schokolade, Kirsche und feine nussige Noten steigen aus den Blättern auf. Bereits bei niedrigen Temperaturen um 60 °C zeigt sich der Tee von seiner cremigen und vielschichtigen Seite. Kakao, sanftes Umami und gebackene Süßkartoffel verbinden sich mit floralen Anklängen zu einem weichen, harmonischen Gesamtbild. In den folgenden Aufgüssen entwickeln sich zusätzlich fruchtige Noten von unreifer Birne und irgendwie auch Bananenpüree, begleitet von einer spannenden Würze, die an Gemüse, Pilze und frisches Grün erinnert.

    Mit etwas mehr Temperatur, zwischen 70 und 80 °C, legt der Tee spürbar an Fülle zu. Nun treten Aromen von Fruchtkompott, Vanille und Aprikose in den Vordergrund, getragen von einem beinahe panna-cotta-artigen Mundgefühl. Gleichzeitig gewinnen die würzig-vegetalen Noten an Präsenz, während die leichte Oxidation für eine angenehme Blumigkeit und süße Holzigkeit sorgt. Dennoch bleibt der Tee bemerkenswert ausgewogen und wird nicht bitter.

    Selbst westlich aufgegossen macht er problemlos mit: Hier erinnert er stellenweise an einen milden Darjeeling: süß-blumig, leicht malzig, mit feiner Fruchtsäure und dezenter Holzwürze.


    Diese Wandlungsfähigkeit kannte ich noch nicht und macht ihn für mich so interessant – je nach Zubereitung zeigt er immer wieder neue Facetten, ohne seinen Charakter zu verlieren.

    Vielleicht mach ich aus den letzten Gramm, die ich jetzt noch habe, noch einen Cold Brew... Vom Wetter her würd's ja passen

    hallo Manfred, danke für die Nachfrage! :) ich hatte mich in diesem Thread auf die allgemeinen Erkenntnisse zum Thema "Aged Sencha" reduziert, aber gern schreib ich auch was zum Tee selbst.

    Zunächst, mir ist ein Fehler unterlaufen, der 2002er Tee war ein Yamakai (später gab es noch einen Zairai, aber bei weitem nicht so alt).

    Es war erstaunlich, wie viel süße Fruchtnoten in dem Tee steckten. Gemeinhin war ja - auch bei mir immer - die Annahme, dass ein alter Sencha schal oder einfach nur pflanzlich wird. Hier war das bei weitem nicht so. Ich hätte diesen Tee niemals auf so alt getippt. Vordergründig süß und buttrig, auch noch sanftes umami - obwohl das auch ein Aroma wäre, was über die Zeit schnell abgebaut würde - vor allem aber ungemein rund und harmonisch von Mundgefühl her. Im zweiten und dritten Aufguss vermehrt Gras- und Gemüsenoten, aber nie bitter. Der Tee war sicherlich auch vor dem Einfrieren ein toller Tee ohne "Fehlnoten".

    Es gab u.a. auch einen Yamakai (Senchaism - Summer Breeze) aus aktueller Ernte - Vergleiche möchte ich aber nicht ziehen, da einfach zu viele andere Einflussfaktoren. Tolle Tees aber, die er da zusammensucht (spiegelt sich auch etwas im Preis wieder).

    gestern bei einer Teeverkostung mit Oscar Brekell wurde ein Zairai aus 2002 gereicht.


    der Tee wurde nach der Produktion vakuumiert eingeschweißt und tiefgekühlt gelagert. selbst 24 Jahre später war da noch - sprichwörtlich - ordentlich Dampf im Kännchen.

    nach seiner Aussage nehmen die bei Sencha (gewollt) vorherrschenden "grünen" Aromen zuerst ab, dann die Einflüsse der weiteren geschmacksgebenden Verarbeitungsschritte (zB hi-ire) und übrig bleiben die kultivar-typischen Aromen bzw. treten mit der Zeit stärker hervor.

    Sencha verändert sich bei Lagerung von korrekten Bedingungen - was aber nicht zwingend mit Qualitätseinbußen einhergehen muss.

    Noch besser statt Vakuumieren wäre das Füllen der Beutel mit Stickstoff, wo jeder Rest Sauerstoff verdrängt wird.

    Marcel gibt es regelmäßig Events bei denen (meist) japanische Tees und Matcha verkostet werden. In wieweit das dort elitär zu geht kann ich nicht beurteilen, weil ich noch nicht teilgenommen habe.

    Ich weiß nicht was du unter elitär verstehst. Ich war bisher bei Spezialitäten-Tastings dabei, wo zB ein Teefarmer oder Produzent seine Tees präsentiert. Und die finden in kleinem Rahmen und sehr bodenständig statt.

    Sagt mir was, aber soweit ich weiss, verkauft er (tolle) Keramik und Teezubehör sowie Tee. Dass man sich bei ihm zum Teetrinken treffen kann, wäre mir neu.

    Sorry, ist OT. Hier geht es um Wien, ich wollte da nicht reingrätschen. Mich interessierte nur, ob es in Wien besser um die Teekultur steht als bei uns.


    Dann machen wir doch ein passendes Thema auf ^^

    Die UNEARTHED Gallery in München ist ein Ort für Keramikkunst, Teekultur und zeitgenössisches Handwerk. Inspiriert von asiatischen Keramik- und Teetraditionen präsentiert sie handgefertigte Arbeiten aus verschiedenen Ländern und schafft Raum für Begegnung und Austausch. Neben Ausstellungen gehören auch Tee-Veranstaltungen, Workshops und kulturelle Formate zum Programm. So verbindet die Galerie Kunst, Handwerk und Alltagskultur in einer entspannten und persönlichen Atmosphäre.

    Marcel stellt seine Räumlichkeiten alle 4 Wochen auch für ein privat organisiertes Teetreffen zur Verfügung (Tea Saturday Munich, Infos ausschließlich über Instagram).

    Tee trinken a la Teehaus ist vermutlich aus Genehmigungs-technischen Gründen nicht möglich, Stichwort Gastronomie-Lizenz.

    Daher war ich von Wien schon schwer begeistert. Da ist München leider tatsächlich ein bisschen rückständig. In der Amalienpassage gab es Anfang des Jahres Mal für ein paar Wochen ein Tee-Lokal, hab's aber bis es wieder geschlossen hat, nicht hingeschafft. Sonstige Alternativen: Tushita, Laifufu und neu Laikey, kenne ich aber auch selbst noch nicht. Das nur am Rande weil sonst das nächste OT.

    VanFersen
    August 18, 2018 at 8:50 PM

    das gibts leider nicht mehr.

    am Wochenende war ich auf Erkundungstour durch Wien und habe tolle Anlaufstellen für Teetrinker abgeklappert:

    - MiSA rare tea & matcha: Siebensterngasse 17, 1070 Wien

    sehr freundliche, fachkundige Inhaber, sehr ungezwungen, spannende Tees auf der Karte und im Verkauf. vor Ort einen taiwanischen red oolong und einen Schwarztee aus Nordthailand genossen.
    es gibt auch eine Matcha Bar in der Westbahnstraße 4, die habe ich jedoch nicht besucht habe (für Latte to go und so)


    - Flying Bird Tea Bar: Schmalzhofgasse 14, 1060 Wien

    ultra spannender Laden, mit großer Auswahl an unterschiedlichsten Tees und Keramik. kleiner Außenbereich im Hinterhof. am besten mit der Inhaberin Anna in den Dosen und Schachteln, die hinten oder in den untersten Regalen stehen, auf Erkundungstour gehen, da kommen spannende Sachen zum Vorschein. klingt wild, sie weiß aber schon, was sie da hat. sieht man nur nicht auf den ersten Blick.

    hatte einen tollen Gyokuro im Garten bestellt sowie zwei Dancongs getrunken, die vor dem Kauf gemeinsam probiert wurden.


    - Omnian Tea & Art: Ziegelofengasse 29, 1050 Wien

    nicht minder nette Inhaberin, die auch eigene Teekeramik im Laden hat. kleinere aber sehr feine Auswahl aus China und Taiwan, aber umso mehr viel Tipps auf Lager. ein Osmanthus Oolong wurde mit nur 60°C serviert, um zu zeigen wie viel umami (für mich als Japantee-Freund) da drinstecken kann.


    - rami tea & matcha: Lerchenfelder Str. 94-98/Top 5, 1080 Wien

    moderner und kleiner Laden mit ettlichen Japantees, aber nicht nur. hier ist es etwas lockerer, aber ich will gar nicht sagen "hip" oder nur für junges Publikum. weils heiß war und ich etwas Pause brauchte, gabs ein Matcha-Softeis

    - Green Tea Blue Sky: Porzellangasse 26, 1090 Wien

    umfangreichste Auswahl der Shops an Japantees, vor allem Matcha, sowie schöne Keramiken. hat einiges, was andere Teeläden nicht durch die Standardimporteure auch hätten. clean und ansprechend eingerichtet, mit guter Beratung durch den Inhaber


    - Cha No Ma: Faulmanngasse 7, 1040 Wien

    direkt beim Naschmarkt mit kleinen Auswahl an Japantees, aber die Anlaufstelle für einen guten Matcha (vor Ort oder To go, auch ohne Latte) mit Daifuku zum Snacken


    - Teehaus Artee: Siebensterngasse 4/6, 1070 Wien

    unweit vom MiSa, hatte leider zu, als ich es entdeckt hatte, aber ich hatte später keine Zeit mehr, dort nochmal vorbeizukommen. Sah aber auch sehr nett aus, was man durchs Fenster gesehen hat


    schließlich meine Souvenirs aus den Läden, die Chawan wär noch schön gewesen, aber leider unverkäuflich, und nur durchs Sicherheitsglas im Museum für angewandte Kunst zu betrachten :)

     

    bei TdJ ist es sehr empfehlenswert, in Yen zu bezahlen, und die Umrechnung in Euro über die Kreditkartenzahlung machen zu lassen. die shop-interne Umrechnung ist sehrr (!!!) zugunsten TdJ. willkürliches Beispiel von der Startseite:
    -> ->


    ansonsten finde ich auch yunomi verhältnismäßig teuer, und bestelle nur weil ich vor Äonen mal einen 15% Code gefunden habe, der immer noch für alles funktioniert ;)

    Ich finde darüber hinaus, dass sich Bestellungen im fernen Ausland vor allem dann lohnen, wenn man ganz gezielt nach besonderen Raritäten sucht. Bei den gängigen Händlern in Deutschland bekommt man bereits sehr gute Tees, sodass man sich – wenn man mit den „klassischen“ Sorten (von Sencha bis Gyokuro etc.) zufrieden ist – nicht unbedingt selbst auf die Suche begeben muss.

    Persönlich empfinde ich auch einige andere Shops als TKK etwas „besser“ oder zumindest interessanter für mein spezielles Interessengebiet, da sie ein breiteres Sortiment mit eigenen Importen anbieten. Was die Abwicklung angeht, ist TKK allerdings wirklich top. Ergänzend wird man auch in Teilen Osteuropas innerhalb der EU, etwa in Polen oder Tschechien, sehr gut fündig – gerade wenn es um Spezialitäten und Delikatessen geht, sind diese Märkte teilweise besser aufgestellt als Deutschland.

    Ich selbst mache mich aber gern auf die Suche nach besonderen Tees, insbesondere wenn es um Temomicha, Competition-Tees oder ähnliche Raritäten geht, die ich einfach einmal probieren möchte. Auch im Bereich Schwarztee, Oolong und Weißtee lassen sich bei Produzenten oft spannende Sachen entdecken, die es nur selten nach Europa schaffen, oder dort nicht standardmäßig erhältlich sind. Einige wenige Shops wie TdJ oder Teacrane führen solche Tees gelegentlich ebenfalls, aber häufig bleibt nur die direkte Bestellung bei Teeshops oder Teefarmen.

    Gerade dieses „Jagen“ und Entdecken macht mir persönlich viel Freude – deshalb nehme ich den zusätzlichen Aufwand gerne in Kauf.

    Heute war ein Schwarztee-Kurs, an dem ich teilgenommen habe. In 7 Stunden haben wir 48 oder 49 Tees verkosten (wer weiß das am Ende schon noch so genau...)

    Es ist sehr unterhaltsam und kurzweilig gestaltet, die Zeit verfliegt unglaublich schnell.

    Wer denkt, man verliert den Überblick bei so vielen Tees: nein. Sie werden in passenden Gruppierungen probiert, heute zB Darjeeling/Nepal, dann Ceylon, dann Assam, zum Schluss Specials aus Japan, China, Thailand, Indonesien,..., dazwischen wieder etwas Tee-Pause.

    Wir waren zu sechst, mehr als acht Plätze gibt es glaube ich auch nicht, von daher ist auch der Rahmen sehr gemütlich, und viel Raum für alle Fragen

    Ich freue mich, heute die diesjährige Shincha Saison für mich eröffnen zu können!

    Den Kondowase Kultivar kenne ich auch nicht nicht, daher voller Vorfreude heute den VERY FIRST von Senchaism in das Kännchen gepackt. Etwas teuer mit (wegen) der Marke so drumherum, aber immerhin handgepflückt und durchaus hohes Qualitätsniveau.

    ...und was für ein Start in die neue Teesaison!

    Sehr viel tropische Früchte mit Lychee voran, cremiges zungenschmeichelndes umami und ergänzt durch würzige Nussnoten und Schokolade dahinter.

    ich habe vor etwa 2 Wochen einen Sencha von TdJ aus 2021 aus dem Kühlschrank geholt. Ich hatte die verschweisste (und wie bei TdJ üblich, nicht vakuumierte) Packung noch nicht geöffnet gehabt, und - ohne zu wissen wie der Tee damals schmeckte, ich kann aber der über webarchive noch gefundenen damaligen Beschreibung sehr gut folgen - würde ich nicht sagen, dass er qualitative Abstriche erlitten hat.

    sicherlich sind Grüntees nicht allgemein zum Agen gedacht - aber gibt es Erfahrungswerte, welche das zumindest gut mitmachen, und welche nicht. der hier angesprochene Tee ist ein stärker enderhitzter Yabukita. Vielleicht sorgt diese Art "Röstung" für zeitliche Stabilität?

    Besonders fruchtig empfinde ich Tees aus dem Yamakai Kultivar. Auch mit Asatsuyu und Saemidori könntest du was für dich finden.

    Um das maritime umami Aroma zu vermeiden halte dich an Sencha und probier auch mal einen Kamairicha und Tamaryokucha.