Posts by OstHesse

    Shu PuErh ist für mich bis heute eine Art Mysterium geblieben, welches ich schon seit Jahren zu lösen versuche...

    Ich mag kein Shu. Der Grund dafür ist ein in meiner persönlichen Wahrnehmung bei allen Shu mal mehr mal weniger vorhandener Geschmackshintergrund, welcher sich wie folgt beschreiben lässt: Ein unterirdischer Keller dessen Wände mit roten Ziegeln ausgekleidet sind und wo alte Säcke mit roter Beete und Kartoffeln lagern! Ein ruhiges erdig-gemüsiges rohes Kartoffel-Rüben-Beete Aroma, welches auch Assoziationen mit Tomatensaft weckt. Das Ding ist aber, ich kann weder Tomatensaft leiden, noch möchte ich irgendwelche Kartoffeln und Rüben in meinem Tee haben. /emoticons/dry@2x.png 2x" title="<_<" width="20" />

    Jemand mag entgegnen dass ich einfach keine guten Shus probiert habe. Nun, ich habe seit 2016 eine Menge probiert, verschiedenste Qualitäts-, Preis- und Altersklassen (der älteste bisher war 24 Jahre alt) und ich nahm vor Jahren eine Fahrt nach Berlin auf mich um bei @nannuoshan mein Anliegen zu schildern. Gabriele selbst hat mich da beraten und einen hervorragenden Shu empfohlen. Leider hat auch dieser Shu den "Rübenkeller" im Hintergrund gehabt, wenn auch wesentlich schwächer als andere. Nichts was ich persönlich genießen kann.

    Was mich bis heute verwirrt sind die typischen Beschreibungen der Shu-Trinker online. Da wird von Karamell, Schokolade, Malz, Leder, Toffee und Pflaumen gesprochen, Noten die ich noch NIE in einem Shu herausschmecken konnte /emoticons/mellow@2x.png 2x" title=":|" width="20" /> Diese Geschmacksnoten kriege ich von meinen Dian Hong, Jin Jun Mei, Bai Mudan Gongmei, etc., aber Shu??? Es sei angemerkt dass ich Heicha-Trinker bin und diese überaus schätze, besonders Fuzhuan Tees mit ihrer klaren holzig-weichen Note, ausgeprägter Süße und dezentem Trockenobst im Hintergrund. Und nicht einmal ein Hauch des "Rübenkellers".

    Aber man trifft immer wieder Leute die von Shu komplett begeistert sind...

    🍅🥔🥕

    @DavidL

    Ganz am Anfang habe ich noch sehr viel experimentiert und irgendwann festgestellt, dass das, was eine Duanni mit meinen Hongcha und Gongmei macht, mir sehr gut gefällt. Danach hab ich die Kanne nur noch für weiße und rote Tees benutzt. Es gibt z.B. Videos und Beiträge online wo Duanni für Shengs verwendet wird - das wiederum trifft meinen Geschmack so gar nicht, da ich ein Fan der frischen jungen Shengs bin (1-2 Jahre alt) und die Duanni deren fruchtige frische Noten doch zu sehr beschneidet.

    Vielleicht gibt es eine gegenseitige Beeinflussing des Gongmei und Hongcha in der Duanni, aber ich halte diese, in meinem konkreten Falle, nicht für wesentlich.

    Vielleicht noch ein kleine Ergänzung...

    Was mir meine Experimente mit Wasser im Prinzip gebracht haben ist ein kleiner Grenzwert-Leitfaden für den Mineralstoffgehalt den ich für mich herausgearbeitet habe. Diese sehen ungefähr so aus...

    Hydrogenkarbonat: max. 100 mg/L

    Kalzium und Sulfat: max. 30 mg/L

    Natrium und Chlorid: max. 20 mg/L

    Kalium und Magnesium: max. 10 mg/L

    Ich mag mein Teewasser eben mit ein kleines bisschen mehr an Mineralität, selbst für Shengs und Yancha, aber da sprechen wir tatsächlich nur von meinem persönlichen Geschmack. Rein rechnerisch liegt meine "Black Volvic" - Mischung bei TDS 91, wenn man die natürlichen Schwankungen mit einbezieht sinds rund TDS 100.

    @enjoi

    Versuch und Irrtum. Ich habe zuerst nach und nach verschiedene Wässer ausprobiert bis ich bei diesem zwei verblieben bin. Jedes der beiden Wässer hat "Vorteile" und "Nachteile", das Mischen war dann einfach der nächste Schritt.

    Ich habe zwar vor Jahren einen "Mineraltest" durchgeführt um jetzt ganz grob die Wirkung verschienener Minteralien auf den Tee kennen zu lernen, für eine gezielte Auswahl oder gar "Konstruktion" meines Teewassers nach chemischen Vorgaben ist es aber viel zu wenig.

    Vier Jahre ists her, auweia... 😱

    Mein Teetisch hat aber auch einiges an Veränderung durchgemacht, und jetzt schaut es wohl so aus, was Aufgussgefäße angeht. Es sind genau drei Kannen übrig, die ich für alles nehme. 1). Die RuYao kam ab 2018 dazu und ist jetzt mein ultimatives Sheng PuErh - Gefäß, wo auch Darjeelings und Grüntees wunderbar gelingen. 2). Die gute alte Duanni mit all ihrer 6-jähriger Patina macht nach wie vor genialen Hongcha und Gongmei, und das jüngste Mitglied, die 3). Bredemeijer Minuet Santhee 0,5L ist für alle Oolongs und Heicha zuständig. Ich bin meiner Liebe zur Teekanne nun völlig erlegen und benutze seit Jahren keine Gaiwans mehr 🙃

    @SoGen

    Es gibt da eine Quelle, quasi die russische Version der englischen "Mrs Beeton" die ihr Haushalts- und Kochbuch im Jahre 1861 publiziert hat. Dort findet sich unter "Rezept 3495" tatsächlich eine klare Angabe wie Tee zubereitet werden soll. Die Herkunft des Tees wird explizit auf Kjachta bezogen, es handelt sich also eindeutig um chinesischen Tee. Diesem Rezept nach nach sollte for 4 Personen ein einziger Teelöffel Tee genommen werden, die Teekanne wird mit einem Tuch umwickelt und 15 Minuten lang stehen gelassen. Wenn es auf den Samowar drauf gestellt werden soll, dann nur für eine kurze Zeit, das Wasser darf nicht kochen. Dann wird der Tee in die Tassen gegeben und zugleich mit abgekochtem Wasser verdünnt, damit jeder diesselbe Teestärke bekommt. Diese Zubereitungsart wird explizit als die "sparsame Art" bezeichnet, es wird auch empfohlen ein Stück Zucker in die Teekanne zu geben damit es besser schmeckt. Am Ende wird gar impliziert dass ein bisschen Backpulver auch nicht schaden kann

    Ich habe mal vor ein Paar Jahren die "2 Teelöffel" Tee von "Mrs. Beeton" als in etwa 4 Gramm Teeblatt recherchieren können, und da es sich um denselben Zeitabschnitt handelt, übernehme ich das mal; 1 Teelöffel = ~ 2g Tee, im Prinzip ein moderner Teebeutel. Ein solch dünnes Dekokt, auch noch mit Wasser verdünnt, dürfte sich aus unserer heutigen Teefan-Sicht tatsächlich ziemlich geschmacks- und geruchsfrei gestalten. Selbst "Mrs. Beeton"'s Teeblatt zu Wasser - Verhältnis von 1 zu 40 würde der Sache kaum weiter helfen wenn Wasserverdünnung im Spiel ist.

    Ich spiele schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken mir einen klassischen Samowar mit Brennkammer statt Strom anzulegen.

    Dabei hab ich festgestellt, dass der wohl wichtigste Aspekt der Samowar-Tees fast nirgendwo auch nur eine Erwähnung findet, und zwar der richtige bzw. authentische Tee wofür dieses Gerät auch konzipiert wurde! Der Samowar ist ja dafür bekannt dass es um ihn seit spätem 19 Jh. eine regelrechte Romantik aufgeblüht ist, die sich um alle möglichen Aspekte des Samowar-Teetrinkens dreht... aber eben nicht um den Tee selbst.

    Der Samowar findet seine ersten eindeutigen Erwähnungen in der Mitte des 18 Jh., der Assam-Tee hat den Weltmarkt Ende 19. Anfang 20 Jh. erobert, d.h. dieses Gerät wurde zum Zubereiten ausschließlich chinesischer Tees entwickelt! Ja... aber welcher genau? Teeart? Herkunft? Region? Teetyp? Das wird so gut wie nie diskutiert oder gar recherchiert...

    Mittlerweile sind aber durch das Web sehr viele Quellen rechercher- und verfügbar, so dass wir doch gut nachvollziehen können was da bei den Russen im Samowar landete, was, woher und welche moderne Äquivalente es da gibt! Die gezeigte St. Petersburger Preisliste aus dem Jahr 1833 in diesem Vorlesungs-Video zeigt "ordinären Schwarztee" als die billigste und am meisten getrunkene Teeart, und die dabei auch gezeigte geografische Karten zeigen uns die russische Teeroute und die Provinzen durch welche diese führte. Das sind die heutigen Fujian, Anhui, Hunan und Hubei, wobei Fujian die teuren "blumigen" Schwarztees lieferte und Hunan/Hubei vor allem durch "ordinären Schwarztee" bekannt waren.

    Das heißt, dass der "russische" Samowar-"Schwarztee" des 18/19 Jh. zum Ersten ein hochwertiger stärker geröstete Oolong bzw. Hongcha aus Fujian sein müsste, und auf der anderen Seite wäre preiswerter Hongcha oder gar Heicha aus Anhui, Hunan oder Hubei die historisch richtige Wahl für einen Samowar Dadurch wird auch ersichtlich warum dieses Gerät auch so geschätzt wurde, denn wir als Teefans wissen ja dass all diese Tees tatsächlich zum Teil brodelnde Hitze benötigen damit die sich uns so richtig öffnen. Fakt ist aber, dass der allergrößte Teil der modernen Assam-Schwarztees, ob Blatt oder CTC-Granulat, sich für den Samowar aufgrund ihrer grundlegenden Eigenschaften gar nicht eignen - meiner Erfahrung nach extrahieren diese viel zu schnell und verwandeln sich geschwind in eine bittere Holzbrühe die für die meisten kaum genießbar ist. Klar, es gibt auch Assam als sogenannter "Karawanentee" oder "Samowartee", diese sind aber meiner Erfahrung nach tatsächlich nur auf heutige Brühmethoden des Normalverbrauchers ausgelegt, nicht Brutalo-Hitze eines Samowar oder einer Silberteekanne.

    Wenn ich endlich einen Samowar kriege und ihn auch in Betrieb nehme, werde ich von meinen Erfahrungen ausführlich berichten.


    Grüße, OstHesse

    @peterson Wonach Sie in Ihrem Eingangspost im Grunde fragen, ist medizinische Beratung, in Bezug auf ein von Ihnen geschildertes Leber- und Nierenleiden. Nur wenige Teilnehmer hier dürften tatsächlich Mediziner sein, und noch weniger davon Internisten, die sich mit Leber- und Niedenerkrankungen professionell auskennen. Meines Wissens nach ist es so, dass wenn ein Nicht-Mediziner irgendwo im Internet anfängt Fern-Diagnosen zu erstellen und Behandlungen (Teesorten, Dosen, o.ä.) zu empfehlen, er/sie sich im schlimmsten Falle strafbar macht! Von daher wird Ihr Anliegen hier im Forum leider kaum befriedigt werden können, schon mal aus persönlichen Rechtsschutzgründen.

    Ich glaube, der Kern der ganzen Sache ist der gute alte elitäre Snobismus, welcher so alt ist wie die Welt selbst.

    Ob Tee, Zigarren, Küchenmesser oder Motorräder, man wird immer wieder auf Leute treffen die sich aus ihrem theoretischen Wissen und ihren Erfahrungswerten jeglicher couleur eine Art "Identität" aufbauen, so dass jeder Versuch an dieser Identität zu "rütteln" (= neue Information, konstuktive Zweifel und Kritik) als ein persönlicher Angriff gewertet wird. Und besonders in heutigen Zeiten ist es auch sehr einfach sich Menschen zusammen zu suchen, die sich im demselben "Meinungskorridor" befinden, was sich dann bildet ist im Englischen als "echo chamber" bekannt. Dann passiert es oft dass ein solches Häuflein von Menschen auf die weitgehend unwissende Öffentlichkeit trifft, wo ihre Meinung eben keine kritische Überprüfung erfährt und sich dementsprechend stark auf diese Öffentlichkeit abfärbt. Umso gravierender fällt dann ein früher oder später einsetzender "reality check" aus /emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20" /> https://de.wikipedia.org/wiki/Weinjury_von_Paris

    Was den Tee konkret angeht, steht mein Motto in der Signatur. In meinem Sinne ist "Geschmack haben" weniger eine Fähigkeit oder ein angeeigneter akademischer Wissensfundus, sondern eine reichhaltige persönliche Erfahrung wie verschiedene Tees, Aufgussweisen und Arten des Teekonsums auf MICH persönlich wirken! Und aus dieser Erfahrung, wenn diese groß genug ist, kann man dann, sehr langsam und vorsichtig, einige Generalisierungen ableiten. Und selbst wenn diese Generalisierungen erst mal stehen, muss man innerlich IMMER für ein Update oder komplettes Umdenken bereit sein.

    Natürlich gilt das alles nicht wenn jemand nicht wirklich am Tee, sondern nur am identitätsstiftenden Effekt der Teekultur interessiert ist... /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" />

    Nur mal zur Klarstellung...

    Mein Teemaschinen - "Entwurf" (und überhaupt das Funktionsverständnis aller Getränkemaschinen) wäre theoretisch für Leute gedacht die es ganz schnell mögen und morgens zwischen Dusche, Rasur und Stuhlgang noch eine Tasse Tee genießen können! Ich sagte "können", da ich selbst es nicht kann. Schnell-schnell und Genuss sind für mich zwei völlig unvereinbare Herangehensweisen, denn wenn ich z.B. zur Arbeit morgens gehe, esse ich nichts und trinke nur Wasser, und wenns die Nachmittagsschicht sein soll, dann wird am morgen die Zeit für den Tee reserviert, mit allem Drum und Dran.

    Ist natürlich eine sehr persönliche Meinung, aber ich empfinde das Herunterschlingen von Speis und Trank "auf Zeit" als Verschwendung.

    Quote

    Am 28.5.2021 um 11:28 schrieb Entchen19: Diese Tees sind im allgemeinen lose Tees, die Menge wird oft so gewählt, dass der Tee im Wasser frei schwimmen kann ohne Sieb und das Kännchen gut gefüllt ist mit Tee.

    Das widerspricht im Grunde jedem Ansatz einer Teemaschine auf elektrischer Basis.

    Na, ich weiß nicht... 🤔

    Wenn mir jemand den Auftrag gebe würde eine elektrische Gongfu-Cha - Teemaschine zu entwickeln, da würde ich z.B. in etwa so vorgehen. Stellt euch eine recht normale Kaffemaschine vor, mit einem Fach, wo statt Filterbeutel mit Kaffee einfach loser Tee reinkommt. Knopfdruck, es wird automatisch Wasser rein gefüllt, eine bestimmte Zeit lang gebrüht und durch die Öffnung am Boden des Fachs in ein Gefäß abgelassen. Es sind mehrere Tassen unten kreisförmig angeordnet, die dann automatisch mit jedem Aufguss rotieren, so dass jeder Aufguss separat abgefüllt wird (und gekühlt oder beheizt, je nach Programm). Das "Fach" wo Tee gebrüht wird soll eben nicht irgendwas sein, erst recht keine Plaste - man kann off-the shelf - Ware verwenden, wie chinesische Gaiwane verschiedener Größe und Ausführungen, denen im Boden einfach ein Loch gebohrt und ein geschmacksneutrales Metallventil eingesetzt wurde, wo Tee nach unten abgelassen und welches dann automatisch auf- oder zugemacht wird.

    Es gibt ja auch Gaiwane aus Zisha, ebenfalls off-the-shelf verfügbar, so dass keiner hier auf seinen Yixing - Flair verzichten muss Wasserart, Temperatur, Brühdauer, "cha hai" - Funktion, "Waschvorgang" des Teeblattes, Abkippen und präsentieren des Teeblattes, alles programmierbar.

    Ungefähr SO stelle ich mir eine vernünftige elektrische Teemaschine vor.

    Der 9 Jahre alter Manzhuan Huang Shan von

    Und das alles aus nur 4,2 Gramm in meinem osthessischen Hochtemperaturgefäß. Dieser Tee fängt relativ harmlos an, ist aber ein guter Marathonläufer (über 7 Aufgüsse) und das über 92°C Kerntemperatur.

    Ich muss sagen, ich überlege mir ernsthaft einen guten soliden Vorrat an diesen Sheng anzulegen, denn wenn man sein Alter betrachtet (Jahrgang 2012), sind die Reifungsaussichten für meinen Geschmack doch sehr verlockend...

    Als jemand der tatsächlich mit (Spiel unf Drogen)-süchtigen beruflich mal zu tun hatte, kann ich mich nur noch zum x-ten Mal wiederholen; das was der Normalbürger und der Mediziner bzw. Pädagoge unter "Sucht" verstehen, sind sehr oft zwei total verschiedene Paar Schuhe. So ähnlich mit dem Spruch "Ich krieg' die Krise" der bei jeder Lappalie vollmundig gebraucht wird. /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" />

    Also, mich wundert jetzt die ganze Aufregung ums Silber...

    Silberbesteck wurde und wird seit Jahrtausenden verwendet und Silberteekannen sind gerade für Tee und Kaffee in der ganzen Welt bestens belegt. Wenn man diese Utensilien benutzt, gelangen mit jedem Biss oder Schluck selbstverständlich Silber-Ionen und Partikel in den menschlichen Körper - damit aber sich eine regelrechte Überdosierungs-Symptomatik in Form einer Argyrie eisetzt, muss man Silber schon in absolut idiotischen Mengen zu sich nehmen!

    Was in diesen Brita/MAXTRA-Filtern eingesetzt wird, ist Silbernitrat [Anzeige] (keine Nanopartikel, "Silberkugeln", "Silberdampf" oder ähnlichen Quark den man in den Internets zu lesen bekommt) und Silber an sich ist in Deutschland seit 2017 mit 0,08mg/Liter Trink- bzw. Leitungswasser begrenzt. Das Ergebnis dieses berüchtigten Stiftung Warentest anno 2015 zeigt dass von allen getesteten Tischwasserfiltern, inklusive Brita/Maxtra, bis zu 15µg/Liter, oder eben 0,015mg/Liter an Silber ins Filtrat durchsickern. Das bedeutet, selbst wenn man von diesem durch Stiftung Warentest vorgefundenen Maximalwert ausgeht, muss der Trinker von solchem gefilterten Wasser mehr als fünf Liter pro Tag konsumieren um die in Deutschland geltenden Silber-Grenzwerte fürs Trinkwasser überhaupt zu erreichen.

    Im Großen und Ganzen, ein weiteres Glanzstück der Medien- und Internet-Folklore... /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" />

    Es ist Frühling, der Flieder blüht überall, und es gibt dazu einen frischen exakt einjährigen Sheng, den 2019-er Nannuo Shan

    Er fängt relativ harmlos an, die Aromen sind dezent, floral, fruchtig, süß, jedoch ab dem dritten Aufguss entwickelt er eine ungeahnte mineralisch-süße Wucht und Tiefe, besonders wenn man diesem Tee genügend Hitze gibt.

    Ich finde, besonders beim jungen Pu Erh wie dieser Nannuo, kann es durchaus sinnvoll sein das Blatt nach je drei Aufgüssen aus der Kanne zu kippen und durchlüften lassen. Vielleicht ist es nur ein riesiger Placebo-Effekt, aber ich habe den Eindruck dass soweit (fast) jeder Tee durch diese Prozedur intensiver "ausgebrüht" wird und der allerletzte Aufguss nicht so wässrig rüber kommt. Ich werde noch bestimmt einen Blindtest arrangieren, denn, man kann ja nie wissen... 🤔

    @Michael Hofmann Schaue mal in diesem Thread vorbei, da gibt es einiges an Quellen und Abbildungen.

    Um es kurz zu fassen, das was wir als Teefans mit chinesischem Tee, Geschirr und Gongfu-Methode machen, hatten wir bereits im 17 Jh. Es wurde nicht nur bloßer Tee exportiert, da standen auch Yixing-Teekannen auf dem Tisch von denen die sich das leisten konnten, und Verkostungen nach den chinesischen Vorbild waren in der feinen Gesellschaft durchaus keine Seltenheit. Die gegenwärtige - "hauptsache braun und pelzig im Geschmack" - Teebeutelkultur hat sich so in der Form erst in den 1970ern herausgebildet.

    @Random Wenn man in eine kalte Kanne aus handelsüblichem Porzellan gerade aufgekochtes Wasser eingießt, sinkt die Temperatur innerhalb der nächsten 5 Min. bis auf ca. 69-74°C. Die Änderung der Wasserdichte ist dabei viel zu gering (von 0,96 auf 0,97g/ml) um einen deutlichen Volumenabfall zu verursachen. Es ist der Teebeutel der das ganze Wasser aufsaugt.

    Finde die Frage übrigens gar nicht so doof, wenn man bedenkt dass solche alltagsphysikalischen Fragestellungen heute kaum bis gar keine Beachtung in unseren steuergeldfinanzierten Bildungseinrichtungen finden. Man verwendet die Zeit und Geld lieber zur "Akademisierung" und "Eliteförderung", was immer das sein mag, angesichts der Tatsache dass sogar Studenten hierzulande selbst bei Grundrechenarten ins Taumeln kommen

    Als ich mich so richtig ins "Gongfu-Land" begeben haben und besonders intensiv verschiedenste Tees ausprobierte, hörte ich auch viel von Schwarztees mit malzig-aromatischen Noten, deswegen habe ich über Jahre hinweg einen ganzen Haufen an verschiedenen Assams ausprobiert.

    Leider muss ich berichten dass diese Suche meinerseits mit dem kompletten Aufgeben der Assams endete, denn meinem Geschmack nach ist der Assam Schwarztee zu einem komplett einheitlchen Produkt geworden, ähnlich dem Massen-Pilsner wo überall dasselbe drin ist und sich nur die bunten Etiketten mit fett gedruckten "Reinheitsgeboten" und möglichst langen "Brautraditionen" freudig abwechseln. Ob Schwarztee-Beutel aus dem Supermarkt oder loser 20€/100g Blatttee von einem der bekannten Großhändler, der Unterschied war - für mich - immer viel zu gering um die teilweise krassen Preisunterschiede zu rechtfertigen. Immer derselbe Geschmacksprofil, immer diese astringent-holzige Assamnote die alles andere vereinnahmt. Es gibt selbstverständlich auch Assamtees bei den Händlern unseres Vertrauens, abseits des "Massenmarktes", die zahlenmäßige und geschmackliche Auswahl dieser ist jedoch sehr begrenzt.

    Diese Geschmacksuniformität lässt sich in meinen Augen nur durch den ständig härter werdenden Preiskampf erklären, wo immer billiger angeboten wird und der qualitätsorienierter Kunde zugunsten des Massenkonsumtenten (und seines statistisch-durchschnittlichen Geschmackes) aufgegeben werden muss. Es wird dementsprechend produziert. Es soll sich jeder mal Gedanken machen, wie es sein kann, dass eine Packung Schwarzteebeutel von einem sehr populären Hersteller für den umgerechneten Preis 0,86€ pro 100g zu haben ist! Und das ist erst der Endpreis in Deutschland, nicht der eigentliche Herstellungspreis...

    Klimatische Veränderungen spielen gewiss eine Rolle, aber so wie ich die Sache sehe, ist es die Herstellungsmethode welche den "Malz" aus so vielen Assams verschwinden ließ, genauso wie die Monopolisierung und Vereinheitlichung der Getränkeindustrie die Vielfalt des Bieres drastisch einschränkte. Kunden wie @SchwesterH sind einfach zu wenige und nicht profitabel, deswegen kann man deren Geschmack vernachlässigen.

    IMHO

    Ich würde gern eine interessante Beobachtung zur Diskussion stellen...

    Ich habe meine Duanni Yixing nun seit fast 3 Jahren, diese wurde zwei Jahre lang für Bai Mudan und andere Weißtees gebraucht, danach aber nur für Hongcha. Der Letzteren, vor allem durch Dian Hong repräsentiert, gaben der Kanne den letzten "Schliff" und die markante Patina. Seit einiger Zeit merke ich auch einen Effekt, den ich noch nie in der Form irgendwo beschrieben sah. Man liest oft genug dass der Ton einen positiven Einfluss auf den Tee hat, dieser ist definitiv da, aber was ich beobachte ist dass ich zunehmend weniger Teeblatt brauche um denselben, Geschmack, Konsistenz und Mineralität zu erreichen! Sprich, früher hat die Kanne beim denselben Dian Hong die Astringenz und Bitterstoffe abgestumpft und die satten malzig-schokoladigen Aromen in den Vorgergrund gestellt, heute kommt's mir aber so vor als ob sie die Ergiebigkeit des Tees erhöht beim gleichbleibenden Geschmacksergebnis.

    Wir haben ja alle die Geschichte gehört dass man in eine alte gut "durchtränkte" Kanne nur blankes Wasser reinfüllen muss um Tee zu bekommen /emoticons/rolleyes@2x.png 2x" title="9_9" width="20" data-src="/emoticons/rolleyes.png"> Der Effekt den ich beobachte könnte aber durchaus der Punkt sein wo diese Legende entstand, oder? Es würde mich interessieren ob jemand ebenfalls einen solchen Effekt beobachten konnte.